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Joseph der Träumer (Alle Artikel des Nutzers anzeigen)

Als ich vom Selbermachen geschrieben habe, war das ein Nachdenken über unsere Beziehung zum Himmlischen Vater! In einer intakten Familie schauen die Kinder zum Vater auf, sie ahmen ihn nach, wollen ihm gefallen. Bei dem Verb <Nachahmen> fiel mir gleich die Stelle ein: „Ahmt Gott nach, als seine geliebten Kinder!“ Es gibt eine Reihe ähnliche Aufforderungen in der Heiligen Schrift, angefangen im Alten Testament. Ist das denn überhaupt möglich Gott nach zu ahmen? In Genesis ging das doch richtig schief; aber die Versuchung lautet ja auch anders: „Ihr werdet sein wie Gott“ und nicht: „Ahmt Gott nach!“ Alle guten Gaben, die von Gott kommen, sind seine Geschenke. Theologisch gesprochen: „Gnadengaben“ und die kann man sich nicht durch Wohlverhalten verdienen. Sie sind ganz unverdient. Wenn wir also davon ausgehen, dass wir es nicht verdienen, dass Gott sie schenkt, wie erhalten wir sie?
Jesus sagt: „Bittet und ihr werdet empfangen, suchet und ihr werdet finden und klopft an und es wird euch aufgetan!“ Das ist der Schlüssel zu den Gaben und Geschenken. Aber nicht immer bekommen wir das, worum wir bitten. Es gibt kein Rezept. (:„Etwa, so oder so musst du es machen!“) Anders formuliert: „Du darfst dir vom Christkind etwas wünschen!“ Auch das ist nicht der Weg, etwas von Gott zu empfangen; es sei denn, du bist wirklich ein Kind vor Gott geblieben.
„Wie kann denn der Vater seinen Kindern gute Gaben verwehren; denn auch ihr, die ihr böse seid, gebt doch euren Kinder um was sie bitten, Brot, Fisch, und alles, was sie zum Leben brauchen!“
Im < Vater Unser> steht eigentlich alles was nötig ist um von Gott das zu erhalten, was wir zum Glaubensleben und dienst brauchen. Nach der Ansprache, die die rechte Haltung ausdrückt kommt gleich die entscheidende Bitte: „Dein Reich komme, was die frühe Kirche in dem <Maranatha> ausgedrückt hat. Es muss aber auch der Wille Gottes sein: „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden!“ Mit dem: „Unser tägliches Brot gib uns heute!“ hat der moderne Mensch seine Probleme, um autonom leben zu können, muss man doch Vorräte anhäufen, was ja in unsren Breiten auch nötig ist. Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsren Schuldnern. Bei mir ist das Vergeben eine Lebensaufgabe, je älter ich werde umso mehr, erinnere ich mich an Verletzungen, wo ich nicht vergeben habe und die letzte Bitte lautet: „Sondern erlöse uns von allem Übel!“
Hier erfahren wir, dass der Himmlische Vater der Handelnde ist. Das ist die Barmherzigkeit Gottes, wir müssen nicht handeln, sondern können uns auch beschenken lassen. Ganz getrost dürfen wir mit allen rufen:
„Denn Dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit!“
Das bedeutet aber nicht, dass wir einfach die Hände in den Schoß legen und nichts tun: Sagt euch Joseph, der Handwerker!

Wenn ich zum Apollinaris nach Remagen unterwegs bin, verbindet sich damit etwas Wesentliches mit meinem Leben. Für den Leser, der diese Örtlichkeit nicht kennt, ist die kleine Stadt Remagen ein Ort, wie viele andere am Mittelrhein. Schon von den Römern gegründet, ist sie durch die „Rheinüberquerung“ am Ende des zweiten Weltkriegs weltberühmt geworden. Meine Geschichte mit dem Berg dort beginnt in dieser Zeit. Mein Heimatort Rheinbreitbach liegt unweit von Remagen auf der rechten Rheinseite. Am 18. Juli 1942 machte meine Mutter mit mir eine Wallfahrt zu dem Heiligen Apollinarius, dessen Haupt dort seit heute genau 850 Jahren dort ruht. Ich hatte eine Nierenbeckenentzündung und da es damals in Deutschland noch kein Penicillin gab, schwer zu heilen. Apollinarius ist nach der Legende ein Jünger der Hl. Petrus, der nach Ravenna gesandt wurde und als Bischof Christus verkündete. Seine Mission wurde durch viele Heilungen Anlass zu Verfolgungen.
Der Kölner Erzbischof und Reichskanzler Rainald von Dassel soll die Reliquie mit denen, der Hl. Drei Königen von Mailand in Richtung Köln gebracht haben. Bei der Fahrt auf dem Rhein habe das Boot auf der Höhe von Remagen Station gemacht haben und sei erst wieder zur Weiterfahrt freigeworden, als man die Reliquie des Heiligen dort den Benediktinern auf dem Berg überlassen habe. Ob nun die Reliquie über die Abtei Siegburg, oder, wie in der Legende berichtet auf wunderbare Weise nach Remagen kam, ist für meine Beziehung nicht wichtig. In diesem Jahr feiern wir für Köln „850 Jahre Dreikönige in Köln und auch 850 Jahre Apollinaris in Remagen!“
Ich komme nun zu meinem Erlebnis am 18. Juli 1942. Bedingt durch meine Krankheit ging meine Mutter mit mir über Erpel und die Personenfähre zum Apollinarisberg, was nicht ganz ungefährlich war, weil die Brücke schon von „Tieffliegern“ angegriffen wurde. In der überfüllten Kirche haben wir links vorne in der Vierung gestanden. Ich bin zwischen den Menschen stehend eingeschlafen und wurde wach, als der Priester mir das Haupt (etwa 6 Kg schwer) auf den Kopfgesetzt bekam. Ob meine Heilung „Natürlich oder Übernatürlich“ war, weiß ich nicht, aber Dank dem Heiligen, wurde ich am 8. August eingeschult. Nach dem Krieg bin ich regelmäßig auf dem Berg. Heimatgeschichtlich gibt es noch eine schöne Begebenheit. 1853 hat die Familie von Wilhelm Grimm in meinem Ort Sommerfrische gemacht. Mit Simrock haben sie die gerade fertige Kirche des Dombaumeisters Zwirner besucht. Im Neugotischen Stil erbaut, war das Leben des Heiligen nach der „Düsseldorfer Schule“ von den sogenannten „Nazarenern“ ausgemalt. Die Familie Simrock und Grimm waren voller Lob über den gelungenen Bau. Der Kölner Dombaumeister hat sich hier ein Denkmal gesetzt. Ernst Friedrich Zwirner war ein Schüler des Berliner Baumeisters Karl Fried. Schinkel und kam 1833 als Preuß. Staatsbeamter nach Köln als Leiter der Dombauhütte. Den Rhein hinauf hatte er auch profane Aufträge und fast parallel hat er das Schloss Arienfels in Bad Hönningen erbaut.
Sowohl als Wallfahrt, als auch kunstgeschichtlich, es lohnt sich in Remagen auf dem Berg zu verweilen!

Wenn ich über den Glauben schreibe, dann blicke ich auf ca. 75 Jahre bewusstes Leben zurück. Je älter ich werde umso weiter geht meine Erinnerung zurück. Unser Vater nahm mich und meinen Bruder mit auf die Orgelempore. Da er im Januar 1940 zum Militär eingezogen wurde, weiß ich, dass ich damals 4 Jahre alt war. Wir Kinder konnten unseren Kopf durch das Holzgitter stecken, weil der Abstand zwischen den Stäben etwa 20 cm war. Wir waren etwa 4 m über den Köpfen der Erwachsenen. Immer wieder hatte ich das Verlangen, den Erwachsenen auf den Kopf zu spucken. Sie werden sich fragen, was das mit dem Glauben zu tun hat? Wenn Eltern Ihre Kinder früh mitnehmen zur Kirche, zu einem Zeitpunkt, wo sie noch nur sinnenhaft erfahren und kommunizieren. Geräusche, Licht, und Duft sind Erfahrungen, die sich ins Unterbewusste einschleichen. Das Singen und Orgelspiel, Glocken und Schellen, Kerzen und Weihrauch, Licht und Farbe sind eine Glaubenserfahrung, die die Zeit überdauert. Wenn man dann wie ich schon mit 6 Jahren Messdiener wird, noch nicht schreiben und lesen kann, aber schon Latein lehren muß und all die zeichenhaften Gesten sieht und nachahmt, das ist wie saugen an der Mutterbrust. („Mutter Kirche“)! Ganz nahe am Altar zu dienen und lateinische Worte stammeln. Beim Stufengebet zu antworten auf: „ In troibum ad Altare Die:“ „Ad Deum qui laetivikat juventute meam!“ „Zum Altare Gottes will ich treten:“ „Zu Gott der mich erfreut von Jugend auf!“ Den ersten Satz des Priesters und unsere Antwort habe ich damals nicht gekannt,
aber die Worte waren heilig und sind in mein Herz gebrannt!
Das Confiteor (Schuldbekenntnis) und das Sussipeat: (Abschluss der Bereitung der Opfergaben) werden heute von allen Gläubigen in der Landessprache gesprochen. Wir konnten natürlich schon
mit 6 Jahren die sogenannten Grundgebete, was heute die Kommunionkinder oft im 2ten, 3ten Schuljahr erst lernen. In der Nazizeit war das für Kinder schon gefährlich, als ich mit 18 mit einer evangelischen Lehrerstochter bekannt war, erzählte deren Mutter von einem Sohn, der gefragt wurde, was an Weihnachten gefeiert wird; seine Antwort war: „Da ist unser Heiland geboren!“ „Du Dummkopf, was interessiert uns dieser Judenlümmel, wir feiern Jul die Sonnenwende!“ Von da an war der Vater und die Familie politisch nicht mehr zuverlässig. Aus diesem Grund wurde mein Vater auch mit 4 Kindern schon im Januar 1940 Soldat; er war in der Kolping-Familie und führte die Pfarr-Bibliothek, das reichte schon um nicht zuverlässig zu sein. Als er dann 1944 als vermisst galt, wurden wir regelmäßig von Nazis besucht,
man dachte er sei desertiert. Bis Kriegsende gab es keinen Religionsunterricht und trotzdem, bin ich im Glauben gewachsen, nur durch den Kontakt als Messdiener zur Kirche und das Bsp. der
Familie. Viele Kinder und Jugendliche wurden damals abständig und mussten sich neu bekehren. Bis in sein 3tes Lebensjahr zurück reicht meine Glaubenserfahrung: "Sagt "Joseph der Träumer!"

"Am Sonntag in der Morgenstund!"
Dieses Lied haben wir, die in den 20er-30er Jahre geborenen sicher in der Volkschule gelernt, hier am Rhein. Es ist ein sg. Vormärz-Lied, man könnte auch sagen Wandervogel. Robert Reinick hat es 1838 verfasst und es wurde vielfach vertont, auch von Robert Schuhmann.
Es ist ein naturfrommes Lied und die jugendbewegte romantische Frömmigkeit hat noch unsere Generation geprägt und war auch bei der liberalen Jugend noch christlich geprägt. Der Text wendet sich aber mehr an das Gefühl und vermisst die von mir in diesen Ostertagen hervor gehobene Christus-Beziehung, als die Entscheidung. Aber wenn man wie ich auf die 80 zugeht, braucht man Gefühl und Herz, um im Glauben, sozusagen: „Bei der Stange zu bleiben!“
Bei der I. Str.:
Des Sonntags in der Morgenstund,
wie wandert sich so schön,
am Rhein, wenn rings in weiter Rund
die Morgenglocken gehen!

Ref. : Wie wandert sich so schön, so schön,
am Rhein am grünen Rhein;
am Rhein am grünen Rhein!

So sind es ja nur die Glocken, die rufen, was ja heute häufig als Störung empfunden wird! Ich schreibe ja hier um von meinem Glauben Zeugnis zu geben. Deshalb wünsche ich mir, dass das, was ich denke, schreibe oder sage zum Glaubenszeug-nis wird.
In der 3ten Str. ist es der Orgelton aus der Dorfkirche,
der einlädt und danach sagt die Burg etwas vom Gleichnis
aus, in dem man auf festen Fels gebaut hat und zum Schluss
wird das fromme teure Vaterland besungen.
Mit all dem, was Dichter vor mehr als 150 Jahren besungen haben, ist etwas eingeläutet worden, was wir in Deutschland in vergangenen 100 Jahren geerntet
haben.
Da fragt sich Joseph der Träumer ob das christliche Abendland noch zu retten ist, ob wohl er immer noch gerne romantische Lieder singt?

Ich bin im 80ten Lebensjahr in habe ein visuelles Gedächtnis. In dem Ort wo ich wohne, kenne ich alle Alt-Eingesessene. Wenn mir jemand auf der Straße begegnet, weiß ich direkt wer das ist, aber die Namen fallen mir oft nicht ein. In den 80ern gab es eine Reklame, in der ein gut aussehender, älterer Mann, begegnende Passanten mit „Hallo“ ansprach. Es ging da um ein Medikament, das alte Menschen wieder munter machen sollte. Wir nannten diesen Mann den „Hallomann!“ Nun bin ich selber der Hallomann. Je älter ich werde, umso weiter reicht mein Gedächtnis zurück, bis in mein viertes Lebensjahr. Ich sehe Begebenheiten wie im Film vor Augen; kann ich solchen Erinnerungen trauen? Zwei meiner Geschwister sind 2-5 Jahre älter, können sich aber nicht daran erinnern. Wenn die Erinnerung schmerzlich ist, sagen sie:
„Du mit deinen negativen Erinnerungen!“
Oft denke ich aber bei solchen „Bildern“, sie kommen von Gott, weil ich noch etwas zu verzeihen habe. Gerade im Jahr der Barmherzigkeit ist das Verzeihen doch sehr wichtig. Jesus sagt doch im „Vater unser“: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!“
Mit meinen bildhaften Erinnerungen bin ich „ Joseph der Träumer“ und der heilige Joseph und der „Ägyptische Josef“ haben ja auch Gott vertraut, der ihnen im Traum Weisung gab!

Das Märchen von einem, der auszog, das Leben zu lernen.
Als Gott den Hans gemacht hatte, sah er, dass ihm Hans gut gelungen war; doch als Hans sich seiner selbst bewusst wurde, da hatte er allerhand an Gottes Werk auszusetzen. Hätte ich mich gemacht, so sagte er; dann besäße ich jetzt ein Fell,
wie Bären es haben und brauchte keine Angst vor dem Winter zu haben. Gott sprach:
„Der Sinn des Lebens ist es, mich zu loben und zu preisen und dadurch wirst du glücklich werden!“ Aber Hans sagte: „Mach mir ein Kleid, dass ich Schutz habe, im Winter gegen die Kälte, im Sommer gegen die Wärme, dann will ich auch zufrieden sein.“ Da machte Gott Hans aus den Haaren der Tiere ein Kleid. Es hatte eine Kapuze und reichte bis zu den Füßen. „Gut“ sagte Hans, „Und wo sind die Taschen?“ Da Gott nicht bereit war, dem Hans Taschen an den Mantel zu schneidern, er sagte nämlich: „Du brauchst zum Leben nur das, was der Tag dir bringt.“ Aber Hans wußte es besser als der himmlische Vater und nähte sich große Taschen auf den Umhang. Obwohl Hans seinem Schöpfer alles verdankte, war er kein Bisschen dankbar. Von da an schwieg Gott zu all dem, was Hans machte. Auf seinem Weg durchs Leben sammelte Hans
alles ein, was ihm brauchbar erschien. Bald waren seine Taschen gefüllt, aber der Sammelleidenschaft Hansens waren hierdurch keine Grenzen gesetzt. Zuerst machte er sich einen Sack für den Rücken, dann ein Joch für die Schultern, und schließlich war er über und über behangen mit Päckchen, Säckchen und Kästchen. Der, der
dieses Märchen nacherzählt, muß hier eine Bemerkung machen. Er glaubt, dass fast alle Menschen sich so verhalten wie dieser Hans. Will der Mensch wirklich glücklich sein, muß er sich an das halten, was Gott ihm anempfiehlt. Und so ist dieses Märchen doch eher eine Lehrgeschichte. Man sagt ja, auch Märchen haben einen wahren Kern.
Wir sind mit unserem Hans da angelangt, wo die Geschichte dramatisch wird. Wie ein Bettelmönch schleppt sich Hans durch sein Leben. Von der Last gebeugt kann er die Sonne kaum noch sehen. Die Kapuze hängt ihm so vor den Augen, dass er nur den Boden vor seinen Füßen sehen kann. Erinnern wir uns an das, was Gott am Anfang
zu ihm gesagt hat: „Der Sinn des Lebens ist es; Mich zu loben und zu preisen!“ Wie
soll denn Hans das anstellen, wenn er nur noch auf den Boden schaut? Geht es ihm nicht, wie dem („Pilger der die Höhen überstiegen hat“ 1.)* und glaubt, dass sein selbstgewähltes Kreuz unerträglich schwer ist? Hans schleppt sich weiter und weiß nicht wie. Er möchte sich gerne der Last entledigen, einfach abwerfen, doch sein Gewissen läßt das nicht zu. Ganz allmählich staut sich bei ihm ein Groll gegen seinen Schöpfer an, der ihm so etwas zumutet, dabei hat er sich doch alles selbst zu zuschreiben. Ein Wüstenvater *2.) hat dazu gesagt: „Wohin du schaust, dahin gehst du; schaust du nach oben, gehst du auch nach oben und schaust du nach unten, geht es mit dir nach unten.“ Von all dem wusste Hans nichts. Sein Blick war immer auf die Erde gerichtet und die kam ihm recht wie die Wüste vor. Dabei drückte ihn die Last so sehr, dass er ohne es bewusst zu merken, Stück, für Stück verlor. Und je weniger er zu tragen hatte, umso mehr konnte er sich aufrichten. Der Weg führte ein wenig abwärts in ein liebliches Tal. Hans sah davon kaum etwas, aber er hörte Vögel zwitschern und roch einen besonderen Duft. Bald kam er an ein Bächlein, das munter vor sich her plätscherte. Als ob es lebte, dachte Hans. Geh ich nun dahin wo das lebendige Wasser herkommt, oder dahin, wo es hinfließt? *3) Hans entschloss sich für das Zweite. Allerlei Pflanzen säumten das Ufer des Baches, je nach ihrer Art und Sträucher und Bäume. Von allem ging ein wunderbarer Duft aus, den eine leichte Brise ins Land wehte. Auf den Bäumen gab es Blüten und Früchte gleichzeitig. Während Hans weiter ging, wurde der Bach zu einem Flüsschen und Hans stieg hinein um seine Füße zu kühlen. Dabei hing sein Mantel so im Wasser, dass er sich vollsaugte und immer schwerer wurde. Obwohl Hans sehr an Allem hing, was er in seinem bisherigen Leben gesammelt hatte, mußte er doch einiges davon loswerden; wollte er nicht untergehen und ertrinken. Er befreite sich also von seiner Last, in dem er den Mantel wegwarf. Auch von dem Rucksack trennte er sich. Nur mit einem Lendenschurz bekleidet
watete er durch das immer tiefer werdende Wasser. Er hatte alles, was ihn hinunterzog abgelegt und freute sich an der Sonne, dem Gesang der Vögel, den
Farben und dem Duft der Blüten und Blumen. Das Wasser des Flusses reichte ihm schon bis zur Hüfte. Und im warmen, strömenden Wasser versuchte er sich treiben
zu lassen und siehe, das Wasser trug ihn. Je kräftiger der Strom wurde, umso
schneller bewegte er sich. Jetzt, wo er ganz frei war, konnte er sich auch auf den Rücken drehen. Mit offenen Augen gab er sich den vielen Eindrücken hin, dem
hellen Licht, den vielen Farben, dem betörenden Duft und dem Gesang der Vögel.
Etwas in und mit Hans hatte sich völlig verändert. Aus seinem Herzen strömten Gedanken des Lobes und des Dankes. Hans erinnerte sich ganz allmählich an Gott seinen Schöpfer und nannte Ihn Vater! Und siehe, er tat, was der Vater Ihm anempfohlen hatte. In der kräftigen Strömung des Flusses, auf dem Rücken liegend, stimmte er in das Lied der Vögel, ja der ganzen Schöpfung ein. Und ich glaube, er täuschte sich nicht, dass der Strom und der Himmel und die Erde voller Gesang war,
in den er nur einstimmen brauchte. Hans hatte den Sinn seines Lebens erkannt und Gott sprach wieder zu ihm auf vielerlei Weisen, er hatte Zuversicht und es machte
ihn glücklich seinem Vater alles zu Füssen zu legen. Er blieb mitten im Lebendigen Wasser und ließ sich von der Kraft, die aus dem Wasser kam, treiben. Als Hans erkannte, dass es nur auf das ankam, was der Vater von ihm wollte, hatte er alles gelernt. Er freute sich seines Lebens, lobte Gott für seine Wohltaten und als er gerufen wurde, ging er freudig in die andere Welt, er war sicher, dass sein Vater
ihm seine Fehler verziehen hatte. Anmerkung des Nacherzählers:
*1) Adalbert von Chamisso *2) Charles de Foucauld *3) siehe Ez. 47, 1-12

Über das ungläubige Staunen des Navid Kermani!
Zu Weihnachten wurde mir das Buch des Deutsch-Iraners mit gleicher Überschrift über das Christentum geschenkt Erst heute habe ich mich über den Autor schlau gemacht, dessen Eltern in den frühen 60ern nach Deutschland kamen. ist ein hochdotierter Autor, promovierter Orientalist, studierter Germanist. Als Journalist und Schriftsteller hat er sich ausgezeichnet und hat im Mai 2015 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekommen und in der Feierstunde die freie Welt aufgefordert, alles zu tun um den Krieg in Syrien und Iran zu beenden und der IS das mörderische Handwerk zu legen. Der Autor wird als gläubiger Moslem und Mystiker bezeichnet und sein „Ungläubiges Staunen über das Christentum“ läßt mir den Atem stocken. In dem oben genannten Buch betrachtet Navid auch die Bilderwelt des Katholischen Glaubens! Da meines Wissens im Islam die Darstellung von Menschen Tabu ist,
hört mein Staunen über dieses Buch mit 40 Bildern von der Byzantinik bis zur Romantik nicht mehr auf. Innen und beim Deckblatt sieht man ein Keramik-Mosaik nach islamischer Tradition! Ganz anders zeigt sich im ersten Drittel des Buches mein Erstaunen über Navid, wo er sich mit der Jungfräulichkeit Mariens befasst, dabei islamische Mystiker wie Orthodoxe zu Rate zieht. (Ibn Arabi, Gregor Palamas, al-Halladasch) Letztere war ein Mystiker, der wegen seiner Hervorhebung der Mütter gekreuzigt wurde. Zum Text hat der Autor das Lochner Bild „Maria in der Rosenlaube“ gesetzt. Der Autor behauptet, dass die Feministinnen der 68er weniger mit der Jungfräulichkeit Mariens anfangen können, als der Islam und auch liberale Katholiken gingen diesem Glaubenssatz aus dem Wege.
Ich werde mich noch eine Weile mit Buch und Autor befassen, dessen Eltern bei der Iranischen Revolution 1979 verließen, als der Schah Mohammad Reza Pahlavi gestürzt wurde. Es lohnt sich für den kath. Glauben in diesem Buch über die Bildbetrachtungen zu Meditieren, sagt Joseph der Träumer!
Unter dem Blog: „Buchbesprechung“ Einen Zusatz!
Eine liebe Freundin, die diesen Eintrag gelesen hat machte mich darauf aufmerksam, dass in einem frühen Kapital: „Mutter“ mit der dazu interpretierten Figur „Christuskind“ aus Perugia (1320) 43cm hoch; der Autor die Gefühle gläubiger Katholiken verletze. Mit dem Autor bin ich einig, dass diese Figur auch unserem heutigen Geschmack nicht entspricht, aber ihn in Verbindung mit einem „Kindheitsevangelium“ als bösartigem Kind, dass sich erst später seiner Gottheit bewusst wurde darzustellen, halte ich für typisch muslimisch! (das Kindheits-Evangelium ist sicher arianischen Ursprungs) Ich bitte den Leser des Buches sich nicht von diesem Artikel abstoßen zu lassen: Sagt Joseph!

Gestern hatte ich eine längere Zeit in einem Supermarkt zu warten, denn Solveig ging zum Frisör und das dauerte länger, als erwartet. Im Zeitungsshop habe ich mich am Längsten aufgehalten. Dort gibt es Zwei-bis-Dreihundert Zeitschriften,
mindestens 200 aktuelle Taschenbücher, 100derte Glückwunsch-Beileids-Karten und zu allen anderen Anlässen geeignete Karten. Auch sicher 30 verschiedene Tageszeitungen. Ob Zeitschriften, Tageszeitungen oder den Karten für alle Anlässe, es gab keine, die man entfernt Christlich hätte nennen können. Aber ich gab nicht auf nach etwas Christlichem zu suchen und siehe da; auf einer Fotokarte als Unterschrift „himmelte“ ein Töchterchen ihren Vater an. Wenn auch versteckt, wenigstens der Himmel kam vor und da, wo man Toto oder Lotto spielen konnte, wurde einem der Himmel auf Erden versprochen. Ich dachte: „Wie ist es möglich, dass in einer christlichen Stadt, keine christliche Zeitung, Spruchkarte, oder ein Symbol zu finden ist. Selbst bei den Beileidskarten nur ein verstecktes Kreuzlein. Mir fiel der Spruch aus dem Johannesprolog ein: „Er kam in sein Eigentum, aber die seinen nahmen ihn nicht auf; alle aber, die ihn auf nahmen gab er die Macht Kinder Gottes zu werden!“
Was für eine Welt ist das, wo sich niemand danach ausstreckt, Gottes Tochter, oder Sohn zu werden? Fragt Joseph der Träumer!

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