Herzlich Willkommen, hier in diesem Forum....http://files.homepagemodules.de/b531466/avatar-4dbf9126-1.gif

Eine neue Antwort erstellen

[b][/b]
[i][/i]
[u][/u]
[code][/code]
[quote][/quote]
[spoiler][/spoiler]
[url][/url]
[img][/img]
[video][/video]
Smileys
smile
smile2
spook
alien
zunge
rose
shy
clown
devil
death
sick
heart
idee
frage
blush
mad
sad
wink
frown
crazy
grin
hmm
laugh
mund
oh
rolling_eyes
oh2
shocked
cool
[pre][/pre]
Farben
[rot][/rot]
[blau][/blau]
[gruen][/gruen]
[orange][/orange]
[lila][/lila]
[weiss][/weiss]
[schwarz][/schwarz]


*Zur Vermeidung von Spam



Im Beitrag anzeigen:

In Antwort auf

RE: Gebetskreis....Gebete... Gebetsanliegen....

von Hildegard Maria , 22.10.2010 11:05

Christliche Gebetssammlung


Das Beten ist unsere persönliche Beziehung zu Gott, der Austausch zwischen Himmel und Erde. Wenn wir beten, festigen wir nicht nur unsere Bindung zu Gott, sondern wir tun auch immer etwas sehr Gutes. Mit jedem Gebet wird der Frieden auf der Welt gestärkt und die Liebe vermehrt, die Gnaden fließen und die so elementare Bindung zwischen Gott und Menschen wächst mit jedem Wort.

Mit jedem noch so kurzen Gebet bringen wir der göttlichen Dreifaltigkeit, den Engelschören, den Heiligen und der Jungfrau Maria eine große Ehre dar.

Jesus wies durch das Vorbild Seines Lebens eindeutig darauf hin, dass es von wesentlicher Bedeutung ist, im innigsten Kontakt zu Gott zu leben. Wiederholt zog Er Sich zurück, um zu beten, häufig auf einen Berg, einsam und in der Stille. Dadurch zeigte Er dem Menschen den großen Wert des inneren Gebets in der Geschlossenheit des eigenen Herzens. Jesus betete auch bei jeder Handlung, der Er irgendwie eine besondere Bedeutung beimaß: bevor Er Heilungen vornahm, bevor Er Tote auferweckte, bevor Er das Brot brach - die Mahlzeit war für Ihn wesentlich ein Akt der Vereinigung mit Gott; denn Er betrachtete das Essen wie eine Aufnahme der Nahrung des Lebens, von Gott geschenkt zugunsten des Körpers aber auch zugunsten der Seele -, während des Letzten Abendmahls und vor dem großen Leiden: Jesus betete im Olivengarten, und sogar Sein letztes Wort am Kreuz war ein Gebet: “Vater, in Deine Hände lege Ich Meinen Geist”. Als die Jünger Ihn an einem gewissen Tag baten, sie zu lehren, wie sie beten sollten, lehrte Er sie das Vater Unser.

Der Mensch kann ohne Gebet nicht leben.
Beten heißt:
mit Gott sprechen und Gott zuhören. Gebet ist unendlich viel mehr als das Aussprechen einer Reihe von Worten. Über alles ist es ein Darbieten von Gefühlen aus unserem Herzen an Gott. Jeder Seufzer zu Gott ist ein Gebet. Gebet heißt nicht nur, um etwas bitten; es heißt vor allen Dingen, etwas geben: Liebe und Lobpreis. Beim Beten wird unser Herz zu einer Blume, die sich öffnet, um ihre Düfte in den Himmel zu schicken. Wenn Gott diese Düfte spürt - Er erkennt sie wieder; denn Er hat sie Selbst gemacht -, weiß Er, dass wir versuchen, Kontakt zu Ihm aufzunehmen. Um tatsächlich einen Duft von sich zu geben, soll unser Herz vollkommen aufgeschlossen sein. Eine halb oder völlig geschlossene Blume duftet kaum oder gar nicht. Dadurch kommt es, dass ein Gebet nur “zu Gott durchdringt”, wenn es von Gefühlen wahrer Liebe beseelt ist. Gebet, das mit wenig Gefühl hergeleiert wird, ist so gut wie nutzlos. So ist es möglich, dass eine Seele stundenlang beten kann und trotzdem der Verwirklichung der Werke Gottes kaum förderlich ist, weil von ihrem Herzen zu wenig Kraft ausgeht und der Boden ihres Herzens ungenügend rein ist.

Betrachten wir Jesus, während Er betet:
Er ist wie tot für die Welt, hält den Blick zum Himmel gekehrt oder aber in Sein eigenes Herz versenkt, vor Liebe verzehrt und von einem einzigen Verlangen beseelt: dem der totalen Selbsthingabe an den Ewigen Vater, während Er Sich vollkommen dessen bewusst ist, dass der Vater der Seele nichts verweigert, die so sehr verlangt, mit Ihm eins zu sein. Während des inständigen Gebets, von nichts anderem getrieben als von der Liebe und dem Bedürfnis, sich Gott hinzugeben und Seinen Plänen zu dienen, lebt die Seele eigentlich den Stand der Heiligkeit, die in dem Grad wächst, wie sich die Seele in sämtlichen Tugenden entwickelt hat und sie durch reumütige Beichte Vergebung früherer Sünden bekommen hat. Das inständige Gebet deiner Seele im Stand der Heiligkeit erinnert Gott an Seinen eigenen Sohn und an Maria, die vollkommen heilige Fürsprecherin. Aus diesem Grunde kann diese Seele alles von Ihm bekommen, insofern es mit den Plänen Gottes in Übereinstimmung ist. Vollkommene Nachfolge Jesu heißt, dass wir jeden Augenblick des Tages unser Herz in Gott und in den Interessen des Himmels versinken lassen. Man kann nicht den ganzen Tag Gebete mit festem Text aussprechen, und das wird auch von keinem erwartet. Was durchaus jeder tun kann, ist: alle seine Gefühle an Gott und an Seinen Werken und Plänen orientieren. Das ist das eigentliche Gebet; denn es öffnet ununterbrochen das Herz für Gott und Seine Eingebungen in Bezug auf unsere Berufung: dasjenige, was jeden Augenblick von einer Seele erwartet wird. Das wahre Gebet ist somit nicht an erster Stelle eine Reihe von Worten, die wir aussprechen (sei es laut oder innerlich), sondern ein Seinszustand, eine Gesinnung im Herzen.



Die Notwendigkeit des rechten Betens


"Wir sollten alle von Gottes Gegenwart täglich, stündlich, ja immer durchdrungen sein und ohne Ende uns mit ihm unterhalten!" Bruder Lorenz, der Karmelit

Der Weg, den Bruder Lorenz in seiner Schrift "Du bist mir nahe" gegangen ist und zu dem er auch uns einlädt, ist schon ein Vorgriff auf ein Leben jenseits der irdischen Beschränkungen. Was wir einst von Angesicht zu Angesicht sehen werden, Gott und seine himmlische Herrlichkeit, begründen wir bereits in unserer Gegenwart. Wir schaffen uns nicht durch Imagination ein Gottesbild nach unserem Gutdünken, sondern wir bemühen uns um eine Annäherung an den realen Gott.

Welchen Weg geht Bruder Lorenz, um das Unmögliche möglich, das Unsichtbare sichtbar, das Unfühlbare fühlbar zu machen? Er übergibt sich völlig Gott, er lebt und arbeitet nur mehr für Gott. Das bedeutet nicht, dass er sich seinen weltlichen Aufgaben entzieht, doch er weiht jeden Handgriff, jede geringe Tätigkeit, auch die unangenehmste Pflicht Gott. Er bringt alle seine Sorgen, Zweifel und Probleme vor den Herrn, er spricht mit ihm. Wenn er manchmal auf ihn vergisst, holt ihn Christus wieder zu sich zurück. Doch diese ständige Vergegenwärtigung Gottes ist kein unterhaltsamer, unverbindlicher Zeitvertreib, sondern über weite Strecken ein mühevoller Prozeß der Disziplin. Es gilt, Nichtigkeiten und Zerstreuungen zurückzuweisen und immer wieder zu der Überzeugung zurückzufinden, dass Gott anwesend ist, dass er sogar in uns lebt, dass die Trennwand zum Göttlichen schon im ausschließlich Materiellen, im Hier und Jetzt, überwunden werden kann.

Doch was sollen wir mit Gott sprechen?
Wir haben Scheu, zu plappern und ihn mit Banalitäten zu langweilen. Er ist uns unendlich überlegen, auch ist er allwissend, er kennt unsere Gedanken, ohne, dass wir sie aussprechen müßten. Was sollen wir also Gott anvertrauen? Ein großer Heiliger, Bernhard von Clairvaux, hat ein Gebet formuliert, das alle menschliche Sehnsucht nach göttlicher Nähe in sich vereinigt. Es beginnt: "Komm, Herr Jesus, und erfreue uns mit deiner göttlichen Gegenwart." In diesem Gebet erkennt sich der Mensch in seiner Schwachheit, in seiner unbeholfenen Ratlosigkeit. Er erweckt in sich eine hohe Vorstellung von Gott, er preist ihn als den Glanz der Sonne, als den Verwandler von Nacht in Licht, als Stütze in Hilflosigkeit, als Stärke in der Schwachheit. Er bittet Jesus, ihn zu führen. Er hat Angst, ohne Begleitung in die falsche Richtung abzuirren. Sein Ziel ist die Stadt Gottes, von Christus selbst gebaut und begründet.

Gebet will Veränderung.
Der Mensch wendet sich an eine höhere Macht und bittet um Erfüllung eines Wunsches. Dieser Wunsch zielt auf Verbesserung von Lebensbedingungen, auf Befreiung aus einer schwierigen Situation. Dieses Anliegen muß nicht auf die eigene Person beschränkt sein, es kann sich auch auf Nahestehende oder sogar auf Ferne, Unbekannte beziehen. Dieses Bestreben geht von der Voraussetzung aus, dass eine überirdische, gutgesinnte und hilfswillige Macht existiert, die diese Bitten hört und erhört.

Die Kirche und ihre Priester arbeiten mit dieser Macht, mit der Vergegenwärtigung Gottes.
Sie segnen, sie weihen, sie verwandeln Brot und Wein in Christi Fleisch und Blut, sie vergeben Schuld, sie spenden die Sakramente, sie erbitten Gottes Gnaden für die Sünder. Die Kluft zwischen den Befugnissen der Priester und der Laien ist sehr groß. Doch die Laien sind der Ackerboden, der die Frucht hervorbringt. Sie erbauen Kirchen, sie dienen am Altar, sie sind die Kranken, die des geistlichen Arztes, sie sind die Sünder, die der Bekehrung und Vergebung bedürfen, sie sind Gottes Volk. Im Gebet treffen sich Priester und Laien. Gott wünscht das Gebet der Geweihten und der Ungeweihten, er legt sogar besonderen Wert auf das Gebet der Ungeweihten. Sie sind die Saat. Wenn keine Saat aufgeht, war der Sämann müßig oder der Acker verrottet.

Wir können nur mit jemand sprechen, der anwesend ist,
den wir sehen, der unsere Sprache versteht, sich für uns interessiert und uns auf Fragen antwortet. Davon trifft manches nicht zu, wenn wir mit Gott sprechen. Er ist unsichtbar, es scheint auch, als würde er uns auf Fragen nicht unmittelbar antworten. Doch wir wissen durch unseren Glauben und durch die Erfahrung der Heiligen, dass er uns versteht, sich für uns interessiert, dass er unsere Probleme lösen kann. Es sind unsere begrenzten menschlichen Sinne, wenn wir ihn nicht sehen und spüren. Er ist immer anwesend, auch ist er keine abgehobene Persönlichkeit, die nur durch viele Vorzimmer zu erreichen ist und mit gewöhnlichem Volk nicht spricht.

Beten ist dem Menschen so nötig wie das Atmen.
Es ist eine Fähigkeit, die ihm angeboren ist, die aber geübt und ausgebildet werden muß. Jeder kann beten, es ist keine Eigenschaft, die großes Wissen und spezielle Begabungen voraussetzt. Die wichtigste Grundlage ist der Glaube an Gott. Wer Gott für ein Phantom hält, für eine Ausgeburt menschlicher Phantasie, wird zu diesem Phantom keine Beziehung aufbauen können. Wer aber Gottes Wirken wenigstens in den Gesetzen des Kosmos, in der sinndurchwirkten Schönheit der Natur, in den Werken der Kunst, im Aufbau der menschlichen Person sieht und anerkennt, kann auch einen Zugang zum Gespräch mit Gott finden.

Schlimmer noch als das Verfehlen des Gottesglaubens ist das Abirren in die dämonische Welt,
die Verfluchung des Göttlichen und die Beschwörung des Satanischen. Das muß nicht durch magische Praktiken geschehen, schon die Missachtung göttlicher Gebote und die beharrliche Abweisung einer Bindung an Gott verknüpft den Menschen auf fatale Weise mit der Welt Satans.

In der Realität gibt es Gläubige und Ungläubige,
Gottsucher und Weltmenschen,

Pius und Beatus und auf der anderen Seite Hinz und Kunz. Diese Unterscheidung ist nicht vorgegeben oder zwanghaft. Alle Menschen haben ein letztes Ziel, ins Reich Gottes heimzukehren, auch Hinz und Kunz müssen sich zu Pius und Beatus wandeln, sonst taumeln sie an ihrem Leben vorbei. Es gibt sehr viele Wege zu Gott, doch die Vielfalt der Wege darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Umwege und Irrwege
möglich sind und dass wir zuverlässige Wegweiser und kundige Reisebegleiter benötigen, wenn die Ankunft am Ziel nicht unnötig verzögert oder unmöglich wird.

Unsere Kirche ist ohne Zweifel der beste Wegweiser und Führer.
Frömmigkeit ohne Kirche ist verschwommene Romantik. Das liturgische Praktizieren des Glaubens führt zur Vertiefung und Verfestigung der göttlichen Botschaft und zu einer Segnung von Körper und Seele. Wie soll Gott zu uns sprechen, wenn wir nicht regelmäßig die Texte der Schrift hören und kompetent ausgelegt bekommen, wenn wir nicht teilnehmen an Opferung, Wandlung und Kommunion, wenn wir uns nicht durch Mitsprechen und Mitsingen der Kirchengebete und Lieder von den Glaubenswahrheiten durchströmen lassen? Sobald wir regelmäßig beten, wird der Zeitpunkt kommen, an dem wir uns der göttlichen Gegenwart bewußt und sicher werden. In diesem Augenblick ändert sich in unserem äußeren Leben wahrscheinlich nicht viel, unsere Probleme, Mängel und Behinderungen werden vorerst bleiben, aber sie bekommen einen anderen Stellenwert. Sie werden nicht mehr sinnlos, sondern wegweisend und zweckvoll sein, und wir werden die Gewissheit göttlicher Hilfe erlangen.

Wir sollen uns ohne Ende mit Gott unterhalten,
rät Bruder Lorenz. Doch wie können wir uns dem Erhabenen, Hoheitsvollen, der Majestät nahen? Es gibt eine Grundausstattung an Gebeten, die jeder Christ kennen sollte. Jesus hat uns das Vaterunser gelehrt, es gibt Gebete zur Gottesmutter Maria, zu Engeln und Heiligen. Kirchenlehrer und Dichter haben uns eine Fülle von Hymnen, Litaneien und Liedern hinterlassen, auch unsere Zeit bringt ständig neue Gebete hervor. Die Auswahl ist so groß, dass jeder etwas finden kann, das ihn anspricht und seine eigenen Gedanken und Anliegen ausdrückt. Wie in den Psalmen des Alten Testamentes können auch Vorwürfe vor Gott gebracht werden, das ganze Elend unserer Existenz, Mißerfolge, Enttäuschungen, vergebliche Mühen. Gott ist an uns mehr interessiert als irgendein nahestehender Mensch. Er gibt unserer Not Sinn und Linderung, er verwandelt unseren Mangel in Fülle und Segen, das ist seine Antwort.

Beim Beten soll die Fürbitte, eingebettet in Gotteslob und Danksagung, einen großen Raum einnehmen.

Wir können anderen Menschen keinen größeren Dienst erweisen, als für sie zu beten. Jeder braucht himmlische Hilfe, doch diese Hilfe schenkt sich nicht von selbst. Das Wasser aus der unversieglichen Quellle muß geschöpft und getrunken werden, sonst versickert es ungenützt. Der Bedarf an Gebetsgnaden ist unendlich, wir können uns eine Reihe von Anliegen heraussuchen, wie wir sie in unserem Umfeld finden. Am nächsten werden uns Verwandte und Freunde stehen, vor allem diejenigen, die krank oder mit Kümmernissen beladen sind. Wir sollten ihre Sorgen und Leiden vor Gott bringen und ihnen regelmäßig Gedanken der Segnung und Heilung zuwenden.

Mißachtet und vernachlässigt wird das Gebet für die Seelen der Verstorbenen,
unserer Zeit ist das Bewußtsein für einen jenseitigen Reinigungsort verlorengegangen. Ein Großteil der Menschheit glaubt nicht mehr an ein Weiterleben nach dem Tod. Wer noch daran glaubt, wünscht sich nach dem Sterben ein seliges Erwachen in einem traumhaft schönen Paradies. Aber Christus spricht von einem Gericht, von einer Belohnung oder von einer Sühne. Die Kirche lehrt die drei Jenseitsorte Himmel, Fegfeuer, Hölle.

Die Mehrheit der Menschen bewegt sich im Mittelmaß,

zwar noch nicht reif für den Himmel, aber auch nicht hoffnungslos verworfen für eine ewige Verdammung. Diese Mehrheit wird eine Zeit der Reinigung benötigen, ein Abbüßen irdischer Schuld. Diese Seelen sind krank oder sogar verkrüppelt, ihre Verfehlungen haben ihren Seelenleib entstellt, doch sie können heil und schön werden. In einem oft langen Prozeß der Buße wandeln sie sich zu immer hellerer Gestalt, würdig einer Aufnahme in das Land der Gottesnähe. Diese Zeit der Reinigung kann verkürzt und erträglicher werden durch das Gebet der Lebenden. Einer soll des anderen Last tragen, der Lebende kann dem Verstorbenen einen Teil seiner Bürde abnehmen, der Verstorbene kann nach seiner Befreiung aus dem Fegfeuer dem Beter durch Himmelshilfe danken.

Wer sich dem Apostolat der Armen-Seelen-Hilfe weiht,
sollte auch die Selbstmörder nicht vergessen. Sie haben in einem Zustand tiefster Verzweiflung und Ausweglosigkeit ihr Leben weggeworfen, sie haben ihren Leib zerstört, der ihre Seele zur Reife hätte führen können, sie haben kostbare Lebenszeit vernichtet, die sie zum Wohl der Welt hätten nutzen sollen. Wir dürfen uns nicht verächtlich oder gleichgültig von ihnen abwenden, sondern wir müssen ihnen unsere besondere Liebe zuwenden.

Wenn wir auf unsere Umgebung blicken,
werden wir vieles entdecken, das uns abstößt. Normalerweise reagieren wir mit Haß und Ablehnung und brechen die Verbindung zu Menschen ab, deren Ansichten und Lebensweise uns anwidert. Wir können aber auch den christlichen Weg wählen, die Sünder Gott anempfehlen und um ihren Sinneswandel bitten. Mit den Augen Gottes betrachtet, ist der Sünder ein unfruchtbarer Baum, ein verdorrter Acker, ein Dornengestrüpp. Wer für ihn betet, erweckt im Dienste Gottes das Tote zum Leben, das Unfruchtbare zum Ertrag, den ausgemergelten Acker zu Wachstum und Kraft.

Wer sich zu einem Gebetsleben entschließt
,
sollte nicht nur gelegentlich, sondern regelmäßig beten. Gebet hat immer Wirkung, doch nur das andächtige, konzentrierte Beten ist eines geistbegabten Menschen würdig. Vorerst genügt es, morgens und abends an Gott zu denken, den beginnenden Tag Gott anzuvertrauen, am Tagesende für alles zu danken, was uns an Gutem widerfahren ist, das Gewissen zu erforschen, ob wir andere gekränkt oder verletzt haben. Doch wir sollen nicht in den Kinderschuhen steckenbleiben. Das Ziel muß sein, sich Gott ständig zuzuwenden und alle Stunden des Tages der Verwirklichung des Gottesreiches zu weihen.

Auch wer an Gott glaubt,
muß eine weite Spanne überbrücken, bis Gott in seinem Leben zur bestimmenden Kraft wird. Gott ist uns immer zugewandt, es liegt an uns, sich ihm ebenso zuzuwenden, ihn nicht zu verdrängen, zu ignorieren, aus dem Bewußtsein zu tilgen. Doch selbst wer Gott schon in seiner Fülle gefunden hat, muß ständig gegen die Gefahr ankämpfen, ihn wieder an die Welt zu verlieren. Glaube muß nicht nur in den wenigen Stunden des Kirchenbesuches oder des ungestörten Gebetes in der Stille tragfähig sein, sondern auch im Alltag, in der Turbulenz des Berufslebens, in der Zerstreuung, im Lärm der Marktschreier, im Anbiedern des Minderwertigen. Doch dazu ist ein ständiger Tausch nötig, Welt muß getauscht werden in Gott, Vergängliches in Unvergängliches, Unruhe in Ruhe, Ungleichheit in Harmonie.

Um was sollen wir beten?
Im Vaterunser hat uns Jesus eingegrenzt, welche Gaben den Menschen nützen. Das Wichtigste ist die Verbindung mit Gott, sein Name soll geheiligt werden, seine Strahlkraft, sein Leuchten soll sich durch menschliche Bemühung vermehren. Profane, sündige Welt will sich in Gottes Reich wandeln, in dem nicht Habgier, Hass, Egoismus sondern die Liebe regiert.

Gottes Wille muß den Lauf der Welt bestimmen,
nicht menschliche Beschränktheit, nicht der Wille von eigenmächtigen, menschenverachtenden Herrschern, nicht der Wille des Bösen, der mit menschlicher Hilfe über Gott triumphieren möchte.

Die Bitte um das tägliche Brot,
um geregelte Arbeit und ausreichenden Verdienst ist für die Menschen wahrscheinlich die wichtigste Bitte. Doch nicht nur sättigendes Brot ist uns nötig, sondern auch Nahrung für die Seele. Wir brauchen dringend christliche Lektüre, die uns schwierige theologische Wahrheiten verständlich auslegt, Priester, die uns Gottes Wort verkünden, seinen Segen übermitteln, die uns Gott weihen und die verschiedenen Etappen eines Menschenlebens von der Wiege bis zum Grab ins Sakramentale erheben.

Der Mensch ist schuldig geworden.
Durch Hochmut und Ungehorsam wurde er einst aus dem Paradies verjagt, durch alle Zeiten hat er sich immer wieder versündigt an Gott, an den Mitmenschen, an Eltern, Kindern und Freunden. Oft ist jeder seiner Schritte Abkehr von Gott, erbärmliche Schwäche, Unwahrhaftigkeit bis hin zu einem Hinabtauchen ins Verbrechen. Die Bitte um Vergebung hat nur dann einen Sinn, wenn die Schuld aus innerster Seele bereut wird. Und dieses Sehnen nach Verzeihung muß eine Kettenreaktion auslösen durch das Verzeihen von Schuld, die an uns begangen wurde. Diese Schuldentilgung muß sogar zur Voraussetzung werden für die Tilgung unserer eigenen Schuld.

Wir bitten Gott, uns nicht in Versuchung zu führen.
Was könnte Gott veranlassen, uns zu versuchen? Seine "Versuchungen" sind Prüfungen, ob unser Glaube tragfähig ist, er entzieht uns zeitweise die Gewißheit seiner Existenz. Wenn wir ihn bitten, uns nicht in Versuchung zu führen, bitten wir ihn, uns nicht Lasten aufzubürden, die uns zu Boden drücken, die unsere Sehnsucht nach Gott in Bitternis verkommen lassen und unser Gebet in würgender Angst ersticken.

Die letzte Bitte berührt die Wurzeln der menschlichen Natur.
Wir wollen erlöst werden vom Bösen, vom allgegenwärtig Bösen, das seit dem Engelssturz die Welt regiert, von der ständig lauernden Verführung, von den falschen Wegweisern an jeder Straßenecke, vom gefälligen Anpreisen wertloses Schrottes, mit dem man uns das kostbare Gold unserer Menschenwürde abschwatzen möchte.

Gebet kann sich am Ordensleben orientieren,
Nonnen und Mönche sind diejenigen Beter, die im Umgang mit Gott die größte Erfahrung besitzen. In ihren Tageslauf sind immer wieder Zeiten des Gebetes oder der Betrachtung eingebettet. Diese festgelegte Ordnung fehlt dem Laien, aber er kann trotzdem die Intervalle, die ihm sein Beruf erlaubt, Gott widmen. Er kann Pausen fürs Gebet einlegen und diese gewonnene Zeit fürbittend einem Angehörigen, einem Kranken, einer armen Seele zuwenden. Er kann sich aber auch politische Probleme als Gebetsanliegen vornehmen, die Arbeitslosigkeit, Teuerung, die zunehmende Vergnügungssucht, Terrorgefahr.

Der Himmel hat Legionen von Engeln und Heiligen,
riesige Chöre, ein unvorstellbar großes Potential an Wunderkraft. Doch der Himmel drängt sich nicht auf, er will auf die Erde herabgeholt, um Hilfe gebeten werden, dann schenkt er Frieden, Zufriedenheit, Gesundheit, reiche Ernte. Wenn wir nicht bitten, können wir nicht erhört werden. Eine wunschlose Welt, eine in ihrer Erbärmlichkeit selbstzufriedene Menschheit verschließt sich eigensinnig jeder Hilfe.

Eine sehr persönliche und kreative Gebetsart ist die freie Formulierung,
das ungekünstelte Sprechen mit Gott über alle Anliegen, die uns zu diesem Zeitpunkt bedrängen. Man kann eine Reihe dieser freien Formulierungen schriftlich fixieren, sich einprägen und zu bestimmten Zeiten andächtig beten. Diese eigenen Texte können sich an traditionellen Gebeten orientieren, indem sie herkömmliche Texte nach der persönlichen Ausdrucksweise umformen. Wichtig ist die Andacht und die Regelmäßigkeit. Auch der Besuch der Messe erfordert einen wachen Verstand, um Lesung, Evangelium und Predigt aufmerksam mitzuverfolgen und zu überdenken. Hier spricht Gott mit uns, wir erfahren von den Wegen, die er mit den Menschen geht, von seinen Gleichnissen und Lebensregeln. Wie kann ein Same in uns aufgehen, wenn wir steiniger Boden oder Gestrüpp sind, wenn wir interesselos eine Botschaft überhören, die uns Antwort und Wegweisung für unser Leben gibt?

Wenn Heilige für uns noch eine Bedeutung besitzen,
bewundern wir hauptsächlich spektakuläre Taten, Massenbekehrungen, die Gründung von Orden zur Krankenpflege, Missionierung, Bildung, und Behindertenbetreuung. Wir vergessen dabei, dass diese aktiven Heiligen auch große Beter waren und dass erst ihre Gebete ihre Erfolge begründet haben. Gebet bringt in eine eiskalte, gefühlsarme, düstere und im Egoismus erstarrte Welt Licht und Wärme, Zuneigung und Erbarmen.

Gebet soll auch den Beter selbst verändern.
Die egoistischen Bitten eines unversöhnlichen, streitsüchtigen und lügenhaften Menschen werden kaum das Ohr Gottes erreichen. Es muß sich erst der Sinn ändern, Egoismus in Nächstenliebe, Genußsucht in Genügsamkeit, Haß in Zuneigung wandeln. Nur wenn wir selbst umkehren, kann sich auch in unserer Umgebung und im Weltgeschehen Übel zu Segen gestalten.

Wir sollten unser Leben vom Ende her leben.
Das Ende ist nicht das Grab, sondern die Begegnung unserer unverweslichen Seele mit Gott. Der Mensch ist nicht nur Körper, physischer Leib. Dieser Leib ist vor allem das Vehikel der Seele, ihre Schule, ihr Bildhauer, ihr Umformer. Die Seele überlebt den Tod. Ausgestattet mit den Schätzen oder den Makeln, die ihr der Körper im Leben erworben hat, kommt sie vor Gott und gibt Rechenschaft über Verdienst und Schuld. Welche Ernte wird ein Leben abwerfen, das nur dem Vergnügen, der Erraffung von Reichtum, der Vergötzung des eigenen Ich nachjagt? Wenn wir uns immer in dem Augenblick sehen, in dem wir einer richtenden Instanz gegenüberstehen, wird unser Leben anders verlaufen. Wir werden schon viel früher versuchen, mit dieser göttlichen Macht ins Gespräch zu kommen, unseren Willen ihrem Willen unterzuordnen, ihre Gebote zu befolgen. Dies aber ist Beten: Gott zu suchen, mit ihm zu sprechen, ihn zu ehren, ihn um Hilfe zu bitten, einst wert zu sein, in seine heilige Stadt für immer einzukehren.

Beten bewirkt nicht unr ein Beschenktwerden von Gott,
ein Abrufen göttlicher Gnaden, sondern ist auch ein Dienst an der himmlischen Macht. Wenn wir beten, helfen wir dem Himmel. Die betende Gemeinde ist schon ein Stück verwirklichtes Himmelreich, ein Einklang mit göttlichem Wirken. Mystikerinnen und Mystiker erleben Christus in ihren Schauungen oft als Schmerzensmann, der eine schwere Bürde trägt, der Gewalt leidet. Christus hat immer wieder begnadete Visionäre aufgefordert, ihm sein Joch tragen zu helfen. Wenn wir uns Gott im Gebet zuneigen, auch in der Fürbitte für Kranke und Sünder, sind wir nicht mehr Fordernde, sondern Schenkende. Denn Beten ist Arbeiten für Gott. Diese Arbeit spielt sich im Verborgenen ab, sie soll nicht laut und aufdringlich sein, nicht ehrsüchtig und hochmütig.

Die Welt bagatellisiert dieses Wirken für Gott als Müßiggang,
es läßt sich nicht messen und registrieren. Der betende Mensch ist einsam, nur in der Einsamkeit verstummt der Lärm der Welt, doch Einsamkeit ist auch eine Last, eine Vereinsamung, ein Absondern von mitmenschlichen Beziehungen, von Teilhabe an Kurzweil und Zerstreuung. Doch Gott will, dass wir Freude aus ihm schöpfen, er ersetzt uns die Welt, wenn wir uns ihm zuwenden. Er will aber vor allem kein trauriges, lustloses Gebet. Gebet soll jubeln und frohlocken, denn es schließt die Gewissheit der wiedergewonnenen Gotteskindschaft ein,

Trotzdem werden wir Zeiten erleben,
in denen wir uns von Gott verlassen fühlen, in denen das Gebet zur ungeliebten Pflicht, zu Überdruß wird. Doch gerade in dieser seelischen Trockenheit und Dürre wäre es verfehlt, überhaupt nicht mehr zu beten. Oft nützt es, die Gebetsanliegen zu wechseln oder auf "Stoßgebete" auszuweichen. Es kann auch sehr hilfreich sein, die Seele in einem altgewohnten, traditionellen Gebet ausruhen zu lassen, bis sie sich wieder in Innerlichkeit direkt Gott zuwendet.

Gebet ist das Gegenteil von Magie.
Es ist die demütige Bitte an Gott und alle himmlischen Mächte um Hilfe. Magie ist die Beschwörung dämonischer Kräfte, das Erzwingen von Bereicherung und Macht. Magie ist immer Teufelsdienst, der Magier erkauft sich die Hilfe Satans durch den Verlust seiner Gotteskindschaft, durch die bewußte Abkehr von Gott und durch die Verehrung Satans als Gott. Der Handel funktioniert oft lange Zeit sehr gut. Der Böse ist wie ein willfähriges Bankinstitut, das großzügig Jahrzehnte lang einen unbegrenzten Kredit gewährt. Wird plötzlich von einem Tag auf den anderen der Kredit gekündigt, bricht für den verschwenderischen Schuldner eine Welt zusammen, unter Hohngelächter wird er aus seinem Haus vertrieben.

Wo Zwang und Beschwörung herrschen,
hat Satan die Hand im Spiel. Der Himmel läßt sich nicht befehlen. Wir beten: "Dein Wille geschehe". Das gilt für unser gesamtes Verhältnis zu Gott. Wir respektieren Gottes weitschauende Absichten. Gebet ist nicht der Versuch, den eigenen Willen durchzusetzen, sondern Gott zu bitten, uns so zu leiten, dass unser Tun im Einklang steht mit dem Wunsch, Gottes Reich auf Erden zu verwirklichen und das Himmelreich mit versöhnten Menschenseelen zu füllen.

Gebet ist aber nicht nur Fürbitte,
sondern ein demütiges Stehen vor Gott und ein Ausbreiten der eigenen Armseligkeit und Sündhaftigkeit vor dem Angesicht Gottes. Auch das sollte zum Gebet heraufgehoben werden, das Bekennen der eigenen Fehler, das Eingeständnis von kaltem Egoismus, von kleinen und großen Mogeleien, von Schadenfreude bis zur Verleumdung, von verächtlicher Feigheit bis zu hartherziger Verweigerung. Wenn wir Gott gegenüber ehrlich geworden sind, werden wir auch der Welt gegenüber verlässlich und treu. Wir lassen die Finger von kleinen Gaunereien und verstricken uns nicht in lebenslange Lügengespinste.

Der Weg zu Gott ist oft dunkel und mühsam.
Dafür gibt es zweifache Gründe: Der Mensch im Prozeß der Bekehrung leidet unter seiner Unzulänglichkeit und am Bewußtsein seiner Sündhaftigkeit. Er sieht alle Verfehlungen seines bisherigen Lebens mit den Augen des göttlichen Richters. Der Schmutz seines Lebens wird zur unerträglichen Qual. Er war vorher blind, nun öffnen sich seine Augen für die tatsächliche Schwere seiner Schuld, für seine Gleichgültigkeit und Lieblosigkeit. Je empfindlicher das Gewissen durch Annäherung an das Göttliche reagiert, desto höher türmen sich die Berge des Versagens, desto häßlicher werden die Flecken auf der weißen Weste eines scheinbar wohlanständigen Daseins.

Der zweite Grund des Unbehagens ist das Gefühl der Fahnenflucht vor der Welt.
Das Netz der Seichtheit und der Nichtigkeiten hält uns mit allen Maschen fest, wir sind Mitglieder im großen Club der Weltmenschen. Der Club braucht uns, wir haben einen festen Platz in diesem unaufhörlichem Spiel des Zeitvertreibs. Wenn wir desertieren, bleibt ein Platz leer und die Proportionen stimmen nicht mehr. Die Spielgruppe wünscht keine Veränderungen, ihr Gesetz ist die Stabilität des Bestehenden, das satte Beharren in einer unveränderlichen Form. Das aber ist unerlöste Welt, Winterstarre, die keinen Umschwung in den Frühling mehr will. Christsein aber ist Frühling, Morgenlicht, Erblühen, Aufbruch in ein geläutertes Dasein.



Gebet bringt Ordung in das Chaos des Lebens.
Es ist eine Türe aus einer gottfernen, lauten und aufdringlichen Welt in einen Raum der Klarheit, des Lichtes und der Erquickung. Wer ausschließlich für die Welt lebt, wird von ihr vereinnahmt und verformt. Doch auch in diesem Raum der Gottesnähe kann der Mensch während seines Erdenwandels nicht ständig verweilen, doch er darf häufig die Türe zu Harmonie und Stille durchschreiten. Er soll sich sogar oft in diesem geheimen Raum aufhalten, denn hier gewinnt er Kraft und Trost für sein irdisches Dasein. Hier erfährt er auch eine Deutung seiner irdischen Bestimmung und seines Schicksals. Doch er muß als ein Fragender kommen und als ein Mensch, der sich Gott zur Verfügung stellt. Seine Haltung darf nicht sein "Gib mir Macht und Reichtum, dann will ich für dich kämpfen", sondern "Ich will dir dienen, gib mir deine Wahrheit, deine Freiheit, deine Liebe."

Hildegard von Bingen wurde in ihren Visionen immer wieder darauf hingewiesen, dass Gott die leeren Plätze der abtrünnigen Engel mit Menschenseelen auffüllen möchte.
Engelsdienst ist Gotteslob, Mitwirken am Weltgeschehen, Heimholung der gefallenen Schöpfung in das Reich Gottes. Wenn wir Menschen mit einstimmen in dieses weltumspannende Gebet der himmlischen Scharen, wirken wir schon im Leibe mit an der Verwirklichung des göttlichen Willens. Wir tragen dazu bei, die Welt mit dem Himmel zu versöhnen, wir gliedern uns ein in die Nachfolge Christi. Wir arbeiten mit am großen Werk der Rettung unserer Welt, der Verwandlung abtrünniger Menschheit in das Reich Gottes.

Top

Danke für Ihr Reinschauen und herzliche Grüße...
Xobor Forum Software ©Xobor.de | Forum erstellen
Datenschutz