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RE: Predigten von Pfr. Spindelböck

von esther10 , 19.11.2011 15:40




Predigt von Josef Spindelböck zum Christkönigsfest
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Im Evangelium nach Matthäus wird uns ein Bild des Königs und Richters Jesus Christus vermittelt, der sichtbar wiederkommen wird am Ende der Zeiten. Im Apostolischen Glaubensbekenntnis bekennen wir uns zum auferstandenen und verherrlichten Herrn Jesus Christus, denn er ist „aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.“

Dass es überhaupt ein allgemeines Weltgericht geben wird und dass Gott eine endgültige Scheidung der Menschen vornehmen wird in jene, die in ihrem Leben Gutes getan haben, und in jene, die hier auf Erden Böses getan haben, mutet vielen heute fremd an. Auch gläubige Menschen wollen diese Ernsthaftigkeit des Endgerichts womöglich nicht an sich heranlassen, da sie sich schwer tun mit dem Gedanken eines richtenden und daher auch belohnenden und strafenden Gottes.

Und doch: Was wäre die Alternative, wenn Gott das Unrecht, welches hier auf Erden geschieht und vielleicht keine Wiedergutmachung empfängt, einfach ungesühnt belassen würde? Dann würden am Ende ja doch die Täter des Bösen triumphieren und nicht die Opfer. Dann verbliebe der Schrei aller Ohnmächtigen und Leidenden ungehört, die hier auf Erden der Willkür und der Bosheit ausgesetzt sind und denen niemand sonst ihr Recht verschafft. Dann stünde auch Gott letztlich auf der Seite derer, die Unrecht tun!

Eben dies ist nicht der Fall. Gott ist Liebe, und er wird die Menschen nach dem Maß ihrer Liebe richten. Das zeigt uns das heutige Evangelium vom Christkönigssonntag. Gottes Liebe ist aber keine billige Allerweltsliebe, sondern sie fordert uns ganz heraus. Wir können diese Liebe auch zurückweisen. Gelegenheiten zur Bewährung bietet dieses Leben in vielerlei Weise.

Wenn Jesus Christus, der Menschensohn und König, in diesem Gleichnis vom Endgericht zu den einen sagt, sie hätten ihm zu essen und zu trinken gegeben, sie hätten ihn als Fremden und Obdachlosen aufgenommen und ihm Kleidung gegeben, sie hätten ihn als Kranken und Gefangenen besucht, dann wundern sich diese zuerst und fragen: Wann ist dies geschehen? Und doch sagt der König zu ihnen: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

In ähnlicher Weise wird er zu jenen, die keine Werke der Nächstenliebe geübt haben, sagen: „Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.“

Eigentlich ist es unerhört, wie sehr sich Gott mit uns Menschen identifiziert. Im Antlitz der notleidenden Schwester, des hilfsbedürftigen Bruders begegnet uns Gott ganz persönlich. Er nimmt den Dienst, den wir dem Nächsten erweisen, an, wie wenn wir ihn selber bedient hätten. So wird sich am Maß unserer Liebe entscheiden, ob wir würdig sind, einzutreten in jenes Reich, „das seit der Erschaffung der Erde für euch bestimmt ist“ oder ob wir – wie schrecklich! – für immer verstoßen sind „in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist.“

Klar sollte uns sein: Gott möchte uns im Himmelreich wiedersehen, und die Vorbereitung darauf geschieht in diesem Leben durch die Gesinnung der Liebe und die ihr entsprechenden Werke. Auf diese Weise dienen wir dem König der Könige, der uns einst aufnehmen möge in sein ewiges Reich! Amen.


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