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Satan, Teufel, Diabolos

von esther10 , 10.11.2012 12:19

Satan, Teufel, Diabolos
Wenn ich im Unterricht ein Thema vorschlage und darunter auch "Satanismus" vorkommt, weiß ich, wie die Schüler stimmen werden: Die Faszination des Dunklen, Bösen, Geheimnisvollen und Abartigen ist zu jeder Zeit ungebrochen und übt einen seltsamen Sog auf uns aus.

Doch - wer ist der Teufel? Ist er nur eine mythologische Gestalt - oder eine reale Person mit Hörnern und Pferdefuß?

Ich gebe zu - diese Frage berührt normalerweise nicht wirklich den Kern unseres Glaubens. Wenn jemand der Meinung ist, das Böse sei nichts anderes als nur die böse Gesinnung im Menschen, dann wirkt sich das selten auf den gelebten Glauben aus. Aber für Menschen, die eine verstörende Begegnung zum Beispiel mit Satanismus und satanischen Ritualen gemacht haben, hat die Antwort auf die Frage nach dem Bösen eine lebenswichtige Bedeutung.

Aber auch für die "bloß Interessierten" kann ein veränderte Blick auf das Böse in der Welt und in uns durch die Lehre der Kirche eine Veränderung des Blickwinkels bedeuten, der helfen kann. Vor allem, wenn es darum geht, sich gegen teuflischen Einfluss zu erwehren.

auch als pdf-Datei erhältlich
http://www.k-l-j.de/teufel_satan_satanismus.htm


In der Vorstellungswelt von Kritikern des katholischen Glaubens sind Katholiken weltfremde und deshalb bedauernswerte Menschen, die allein deshalb an die Existenz der verschiedensten (übernatürlichen) Dinge glauben, weil die katholische Kirche es befiehlt. Dass die Wirklichkeit eine andere ist, wollen viele "Aufklärer der unaufgeklärten Katholiken" nicht wahrhaben. Der erste und wichtigste Grund für jeden Menschen - auch für einen Katholiken -, die Existenz von irgendetwas zu akzeptieren, ist nicht etwa die Erwähnung in der Bibel oder die ausdrückliche Lehre der Kirche, sondern der Blick auf die Realität.

Natürlich reicht in vielen Glaubensfragen der Blick auf die Realität allein nicht aus. Denn entweder ist diese Realität interpretationsbedürftig und lässt verschiedene Rückschlüsse zu - oder aber es gibt historische Ereignisse (wie z.B. die Auferstehung) oder göttliche Bereiche (wie z.B. die Dreifaltigkeit), über die wir durch einen Blick in die heutige Realität zu keinem Befund kommen.
Aber es bleibt grundsätzlich die Aufgabe eines jeden Menschen, zunächst die Realität auf Indizien für eine Glaubenswahrheit abzusuchen. Vor allem dann, wenn der Glaube eine Aussage über die Beschaffenheit der Welt macht.
Und das gilt auch für die Existenz des Teufels, auf den allerdings mangels Fingerabdrücke und DNA-Spuren nur von seiner Wirkung her geschlossen werden kann. Die Frage stellt sich also etwas verändert: Gibt es Hinweise in der Wirklichkeit, die darauf schließen lassen, dass es einen personalen Teufel gibt...?
Nun - das herauszufinden ist eine ziemlich schwierige Angelegenheit; denn noch ist ja gar nicht klar, was und wer der Teufel sein soll. Wie können wir also die Existenz eines Phantoms untersuchen, wenn nicht wirklich klar ist, wie dieses Phantom beschaffen sein soll?
Also werden wir uns doch wieder zuerst der biblischen und kirchlichen Lehre zuwenden - aber nicht etwa, um die Existenz des Teufels allein aus der Überlieferung heraus zu beweisen, sondern um zu verstehen, wonach wir eigentlich fragen.

Die Frage, ob es den Teufel überhaupt gibt, wird also vertagt - aber nicht vergessen. Versprochen.


In vielen Religionen - vor allem den archaischen Ur- und Naturreligionen - gibt es zwei Götter (oder zwei Göttergruppen), die volle Gleichberechtigung haben und sich gegenseitig in Nichts nachstehen; diese Götter haben allerdings gegensätzliche Eigenschaften, so dass sie ständig miteinander im Krieg liegen (der natürlich nie enden wird, da beide als Götter unbesiegbar sind).
Diese als "Dualismus" bekannte Auffassung von gleichberechtigten guten und bösen Kräften ist nicht christlich - denn die Vorstellung von mehreren Göttern ist den Juden und Christen ebenso fremd wie den Philosophen der Gedanke, etwas Ewiges, Vollkommenes und Absolutes könne böse sein.

Wir können den philosophischen Gedanken hier nicht weiter vertiefen. Nur soviel sei angedeutet: Die christliche Tradition sieht im Bösen nicht eine dem Guten entgegengesetzte "dunkle Substanz", sondern ein Mangel (einfach zu wenig Gutes). Deshalb kann ein vollkommener Gott niemals böse sein - denn dann wäre er ja ein "mangelhafter Gott", was ein Widerspruch in sich wäre.
Auch wenn wir das hier nicht vertiefen können, halten wir als philosophische Überlegung zumindest fest, dass die (christlichen) Philosophen zu dem notwendigen Schluss kommen, dass der Teufel (wenn es ihn denn gibt) selbst ein Geschöpf sein muss. Seine Macht ist daher prinzipiell begrenzt.
Der Teufel wird also als ein Geschöpf beschrieben und ist damit endlich. Das ist eine gewaltige Vorentscheidung - und eine gute Nachricht! Denn das bedeutet, dass der Teufel nicht nur begrenzt in seinen Fähigkeiten ist, sondern dass es ein "Mittel gegen ihn gibt", dass gegen den Teufel ein Kraut gewachsen ist. Wir können nämlich dem Teufel all die Fähigkeiten absprechen, die allein Gott vorbehalten sind.
Der Teufel kann nicht in die Zukunft sehen
Der Teufel kann nichts - auch keine Materie - erschaffen
Der Teufel hat keine Macht über unseren freien Willen
Diese kastrierte Vorstellung eines übermächtigen und allgegenwärtigen Satans passt natürlich nicht zu den vielen Film-Monstern, was zunächst nur bedeutet, dass es die meisten Horrorgestalten aus der Filmwelt in Wirklichkeit nicht gibt. (Auch eine gute Nachricht).
Meines Wissens nach berücksichtigt vor allem Stephen King in seinen Romanen, in denen das Böse meistens Satan persönlich ist (so z.B. Flagg), diese christliche Vorstellung des begrenzten Bösen. Das zumindest macht die Bücher von Stephen King sehr lesenswert... die sehr drastischen Gewaltdarstellung in Kings Romanen lässt mich der Empfehlung "lesenswert" zumindest die Einschränkung "für Menschen mit gutem Magen" hinzufügen.
Ebenso "korrekt christlich" wird das Böse in J.R.R. Tolkiens "Herr der Ringe" oder in C.S. Lewis "Chroniken von Narnia" gezeichnet.
Aber daraus zu schließen, dass der Teufel auch nicht mehr sei als ein etwas größeres Raubtier, wäre dann doch wieder voreilig und naiv...
...und ein paar schlechte Nachrichten


Die schlechte Nachricht nämlich ist, dass Satan schon "übermenschliche" Fähigkeiten hat, die zwar nicht göttlich, aber dennoch atemberaubend sein können. Er ist eben kein Mensch, kein Tier und kein ursprünglicher Teil dieser Welt. Sondern er wird im allgemeinen auf der Ebene der "Engel" angesiedelt. Ein "gefallener Engel" (Siehe dazu die ausführliche Katechese über die Engel).

Das heißt, er hat keinen Körper und kann auch nicht auf dieser Ebene bekämpft werden (auch nicht mit silbernen Kugeln - oder mit von jungfräulichen Priestern in der Vollmondnacht geernteten Knoblauchzehen); allerdings stellt er auch auf der körperlichen Ebene nicht die eigentliche Gefahr dar. Sowohl sein Wirken als auch seine Bedrohung sind geistig.

Der Teufel ist also zunächst von Gott gut erschaffen, als Engel mit guten Eigenschaften und positiver Ausrichtung - allerdings auch mit der allen geistigen Geschöpfen eigenen Freiheit. Diese Freiheit, wie auch die menschliche Freiheit, ist eben auch die Freiheit, sich von Gott loszusagen - und genau das hat "Luzifer" (der Lichtträger) getan. Manche Sondertraditionen sprechen sogar davon, dass Luzifer als vierter Erzengel (neben Gabriel, Raphael und Michael) der Lieblingsengel Gottes war.

Weitere Traditionen, die gerne mit heiligen Zahlen jonglieren, nehmen sogar sieben ursprüngliche Erzengel an - wovon dann drei böse geworden sind; ebenso glaubt man, dass die traditionellen "Neun Chöre der Engel" ursprünglich 12 gewesen sind, drei ganze Scharen von Engel seien den drei Erz-Böse-Engeln gefolgt.
Nun, dass es mehrere Teufel und Dämonen gibt, gehört zwar zu den unwesentlichen Traditionen der Kirche dazu; aber alles, was über diese Annahme hinausgeht, lehnt die Kirche als Spekulation ab. Man braucht es auch nicht zu wissen.
The Point of No Return


2. Das Wirken des Teufel: Der Diabolos
Der Teufel, so haben wir vorhin schon festgestellt, will nicht in erster Linie mordend und raubend durch die Lande ziehen - als rein geistiges Wesen hat er genauso wenig Interesse an Gold und Reichtümer wie an sonstigen irdischen Gelüsten wie Lust, Genuss und Luxus.

Nein, der Teufel ist an geistigen Gewinnen interessiert - an unseren Seelen.

Auch diese Erkenntnis ist in vielen Horrorfilmen missverstanden worden, so als wenn die Seele eine gasförmige Substanz ist und dem Menschen einfach ausgesaugt werden könnte (die Dementoren bei "Harry Potter" scheinen solche "Seelensauger" zu sein). Auch im Film "Das siebte Zeichen" ist das dringend abzuwendende Horrorszenario angeblich die "Geburt eines Kindes ohne Seele").
Aber hier täuschen sich die Autoren: Der Satan hat nur Macht über die Seelen, die sich ihm selbst hingeben.
Im Horror-Roman von Stephen King "Needfull Things" fragt der protestantische Pastor bei seinem katholischen Kollegen nach, wie weit die Macht des Teufels denn nun wirkliche reiche. Und der katholische Pfarrer antwortet vollkommen korrekt: "Satan hat keine Macht über unseren freien Willen - aber über unsere Begierden". Und der Teufel persönlich sagt im Kinofilm von Taylor Hackford "Im Auftrag des Teufels": "Der freie Wille ist wie ein Schmetterlingsflügel: Einmal berührt - und er taugt zu nichts mehr".
Zum Wesen der menschlichen Seele gehört ihre Willensfreiheit, die vor allem von Gott respektiert wird und dem Menschen ermöglicht, sich für oder sogar gegen den Schöpfer zu wenden. Aller Tradition nach hat der Teufel kein Interesse (und gar keine Macht), die Seelen zu vernichten oder sie in seine Gewalt zu zwingen - vielmehr zielt das Wirken des Bösen darauf ab, den freien Willen des Menschen zu verleiten: Der teuflisch beeinflusste Mensch solle sich selbstbestimmt gegen Gott auflehnen und anstelle diesem den Satan verehren, anbeten und dienen.

Eine "Umpolung" des freien Willens kann nicht einfach durch einen äußerlichen Gewaltakt oder durch schwarze Magie geschehen. Im Zweifelsfall kann zwar extreme Gewalt (z.B. in Form der Folter) dazu führen, dass der Wille gebrochen wird und der so entwürdigte Mensch tut, was die Folterer von ihm verlangen - aber dann ist er eben nicht mehr selbstbestimmt.

Genau dieser Frage geht der Roman "1984" von George Orwell nach. Er fragt sich, was geschehen muss, damit eine Macht (in diesem Fall der Staat) den Menschen dazu zwingen kann, das frei zu wollen, was der Staat ihm vorschreibt.
Im Roman gelingt das dem Staat schließlich - scheinbar durch Folter. Aber wer genau hinschaut: Die letzte, ultimative Folter wird gar nicht ausgeführt. Allein die Angst vor der Ausführung hat zum Zerbrechen des Willens geführt.
Letztlich ist das aber eine Quadratur des Kreises: Den Menschen dazu zu bewegen, etwas Bestimmtes frei zu wollen. Deswegen werben Gott und der Teufel um unsere Entscheidung. (Wobei der Teufel schlechte Karten hat: Denn das, wofür er wirbt, will im Grunde keiner; weshalb seine Werbung nur auf Vertuschung, Lüge und Betrug aufbauen kann. Gott hat es da einfacher: Er braucht sich nur zu offenbaren - das ist Werbung genug).
Und damit sind wir bei der Wirkungsweise des Satans: Er arbeitet zwar schon mit Gewalt, Terror und Schrecken. Aber nicht, um uns zu vernichten, sondern um den Hass in uns zu schüren, den Glauben an Gott zu schwächen, das Vertrauen auf das Gute in den Menschen verschwinden zu lassen. Er will uns selbst zu Tätern machen, möchte, dass wir hassen, Vergebung verweigern und keine Hoffnung auf Versöhnung mehr haben.
Der Teufel hat zwar selbst kein Interesse an (sexueller) Lust, Vergnügen, Spaß und Luxus; aber er lockt damit und verkehrt an sich gute Dinge in Objekte der Lust-Befriedigung. Wir Menschen sind Ziel seiner Bemühungen und Mittel, um andere zu enttäuschen und zu benutzen.

Luzifer will uns so haben, wie er selber ist. Das bedeutet aber auch, dass niemand weniger an das Gute im Menschen glaubt als Luzifer: Er rechnet ständig mit unseren abartigen Neigungen - aber ist blind für jede selbstlose Tat. Er plant und verzweckt unsere Fähigkeit, egoistisch zu handeln - aber ist restlos überfordert mit jeder Regung der Liebe.

Ein wunderbares Beispiel für das Wirken und Denken des Teufels im Allgemeinen ist übrigens das sehr zu empfehlende Buch "Dienstanweisungen an einen Unterteufel" von C. S. Lewis - und hier im Speziellen die Ausführungen des Oberteufels zur Liebe. Denn der Teufel hat keinen wirklichen Begriff von Liebe, sondern versteht darunter mehr oder weniger lächerliche und bedauernswerte menschliche Verirrungen. Und genau diese reduzierte Vorstellung - so lautet die Dienstanweisung an den Unterteufel - solle den Menschen immer wieder untergejubelt werden...
Luzifer, Satan und Teufel heißen auf griechisch "Diabolos" - der "Durcheinander-Werfer" oder der "Verleumder". Er will verwirren und verschleiern, bis wir nicht mehr wissen, was gut und böse ist (ja, bis wir glauben, es gäbe kein Gut und Böse mehr). Das heißt aber auch, dass der Teufel selbst der absolut "Verwirrte" ist und sein Blick auf die Wirklichkeit der Blick eines blinzelnden Einäugigen ist: Er sieht die Welt nur so, wie jemand, der allen Glauben an das Gute verloren hat.
Im Grunde ist Satan ein armseliges Wesen, schon fast bemitleidenswert. Aber er will es ja nicht anders.


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