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RE: Gott liebt fröhliche Menschen

von esther10 , 01.10.2010 15:59

Ich liebe diese Heilige sehr, sie hat doch Bücher geschrieben, von der Seelenburg...in unserem Innern ist eine Burg....

Heilige Teresa von Ávila: Die erste Kirchenlehrerin

http://www.lebensstufen.de/teresa_von_av...innere_burg.htm



Leseprobe aus der CD-ROM "Superfrauen: 14 Bücher auf einer CD-ROM" von Ernst Probst:

Spaniens Nationalheilige, größte Mystikerin der katholischen Kirche und erste weibliche Kirchenlehrerin – all diese Ehrentitel trägt die heilige Teresa von Ávila (1515–1582), geborene Teresa de Cepeda y Ahumada. Wegen ihrer Lebensleistung wird sie auch als „Große Theresia“ bezeichnet. Papst Pius X. (1835–1914) lobte sie als „Meisterin der Psychologie der Mystik“.

Teresa de Cepeda y Ahumada kam am 28. März 1515 als Tochter von Alonso Sanchez de Cepeda und seiner Frau Beatriz de Ahumada in Ávila zur Welt. Ihr Geburtsort in Kastilien – 1130 Meter über dem Meeresspiegel – gilt als die am höchsten gelegene spanische Stadt. Damaligem Brauch zufolge erhielt Teresa den Familiennamen ihrer Mutter. In der Kirche „San Juan“ von Ávila befindet sich heute noch das Becken, über dem sie getauft wurde.

Von ihr stammt der Satz.....Gott liebt die fröhlichen Menschen

Als kleines Kind hörte die temperamentvolle Teresa, die zwei Schwestern und neun Brüder hatte, gerne Geschichten über Katholiken, die für ihren Glauben starben. Einmal verließ sie mit ihrem Bruder Rodrigo das Elternhaus, um bettelnd ins Maurenland zu ziehen, den Martertod zu finden und rasch ins Paradies zu kommen. Doch beide wurden gefunden und zurückgebracht. Später baute Teresa Einsiedeleien im Garten und spielte Nonne mit anderen Mädchen.

Im Backfischalter las Teresa gerne Ritterromane, lebte in einer Phantasiewelt und begann, einen Roman zu schreiben. Sie wurde eitel, zog schöne Kleider an, pflegte sorgfältig ihre Haare und ihre Hände und benutzte wohlriechende Salben. Beim Bummel durch die Stadt blickten dem attraktiven, großgewachsenen Mädchen im orangefarbenen Kleid viele Burschen nach. Man schwärmte für sie, und vielleicht war ihr älterer Vetter ihre Jugendliebe.

Der Tod ihrer Mutter im Jahre 1527 war für die Zwölfjährige ein regelrechter Schock. Verzweifelt weihte sich Teresa daraufhin der Gottesmutter. 1531 bracht ihr Vater die 16-Jährige zur weiteren Erziehung in das Kloster der Augustinerinnen in Ávila. Dort konnte sie sich im Alter von 18 Jahren noch nicht für den Eintritt ins Kloster entscheiden, wollte aber auch nicht heiraten.

Nach der intensiven Lektüre der Briefe des heiligen Hieronymus (um 347–420) trat Teresa am 2. November 1535 als Zwanzigjährige in das Karmelitinnenkloster „Santa Maria de la Encamación“ in Ávila ein. Dort legte sie ihre feierlichen Gelübde ab und trug fortan den Namen „Teresa de Jesús“.

Bald nach ihrer Profess wurde Teresa schwer krank: Sie spuckte Blut, litt an Nervenstörungen, die sich auf Herz und Magen nachteilig auswirkten, und fiel vier Tage lang in einen starrkrampfähnlichen Zustand. Man schaufelte bereits im Klosterhof ein Grab für sie und stellte an ihrem Lager Kerzen auf, als sie wieder erwachte und so dem Schicksal, lebendig begraben zu werden, knapp entging. Anschließend war sie drei Jahre wie gelähmt, und ihr Vater holte sie vorübergehend aus dem Kloster.

Eine Wende im Leben Teresas, das bis dahin zwischen Gott und der Welt pendelte, trat 1539 ein, als sie beim Anblick eines Bildes, das die Geißelung von Christus eindrucksvoll darstellte, ihre „endgültige Bekehrung“ erfuhr. Bald danach hatte sie ihre erste Vision, bei der sie die Worte hörte, sie solle fortan nicht mehr mit Menschen, sondern mit Engeln verkehren.

Als sich Teresas Visionen häuften, erschien sie der Leitung ihres Ordens nicht glaubwürdig. Doch bedeutende Kirchenmänner – wie Franz von Borgia (1510–1572), der frühere Herzog von Gandia, wussten ihre mystischen Erlebnisse zu schätzen. Durch die spirituellen Anstrengungen wurde Teresas angegriffene Gesundheit übermäßig beansprucht. Sie litt ständig unter Kopf- und Halsschmerzen sowie an Ohrensausen und Schwindelanfällen. Fast zwei Jahrzehnte lang konnte sie kaum etwas essen, ohne sich nicht sofort übergeben zu müssen. Herzattacken und Nervenschmerzen führten beinahe zum Tod. In ihrer Autobiographie „Vida“ (1561/1562) beschreibt sich Teresa als hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu Menschen, Dingen und Gewohnheiten einerseits und der Liebe zu Gott andererseits.

1562 gründete Teresa mit Gleichgesinnten vor den Toren Ávilas das erste Kloster der Reform innerhalb des Stammordens. Dort lebten sie ihre Nachfolge Christi weitaus konsequenter als in den übrigen Klöstern. Unterstützt wurde sie später von Johannes vom Kreuz (1542–1591), der den männlichen Zweig des Karmelitenordens reformierte.

Teresa de Jesús und Johannes vom Kreuz gründeten unter teilweise dramatischen Umständen 17 Frauen- und 15 Männerklöster. Hierüber berichtete Teresa in ihrem Werk „Das Buch der Klostergründungen“ (1573/1582). Ihre Bücher „Der Weg der Vollkommenheit“ (1564/1566) und „Die innere Burg“ (1577) gelten als bedeutender Beitrag zur frühneuzeitlichen spanischen Literatur.

Obwohl Teresa nicht wissenschaftlich-theologisch ausgebildet war und kein Latein beherrschte, konnte sie Theologen, Priester, Äbte und Beamte regelrecht in Grund und Boden reden, bis diese sich ihrem Willen beugten. Sogar Gott gegenüber trat sie manchmal sehr energisch auf, wenn ihr dieser Aufträge gab, die ihr nicht behagten: „Warum machst Du mir Herr, diese Sorge? Kannst Du nicht selber Deine Stimme erheben, und mit jenem Menschen sprechen?“

Heftige Angriffe erfuhr Teresa von Seiten der Schwestern und Brüder, die die Reform zu bekämpfen versuchten. Mehrere Inquisitoren kritisierten sie, sie denke sich unter dem Schein der Frömmigkeit falsche Lehren aus und doziere wie ein Theologieprofessor, obwohl der heilige Paulus sage, dass Frauen nicht lehren dürften.

Andere Seelenführer – wie Baltasare Alvarez (1533–1580) und Domingo Banez (1528–1604) – dagegen gehörten zu den Förderem Teresas. Einer ihrer Verehrer war auch König Philipp II. von Spanien (1527–1598), der ihre Schriften zusammen mit den Werken des Kirchenlehrers Augustinus in seiner Kammer in EI Escorial bei Madrid aufbewahrte und als einer der ersten ihre Heiligsprechung for-derte.

Am 4. Oktober 1582 starb Teresa de Jesús während einer Visitationsreise im Kloster von Alba de Tormes. In ihren letzten Stunden hatte sie dem Tod voller Freude entgegengesehen und gesagt: „So ist sie denn gekommen, die heiß ersehnte Stunde, o mein Herr und Bräutigam! So ist denn die Zeit da, dass wir einander sehen werden“.

Teresas Leichnam bestattete man zunächst ungeschützt in der Erde. Als er zwei Jahre darauf wieder ausgegraben wurde, war er vollkommen unversehrt. Später brachte man die Gebeine in das 1571 von Teresa gegründete Kloster in Alba de Tormes, wo sie heute noch in einem kostbaren Schrein der Klosterkirche ruhen

Der italienische Bildhauer Gian Lorenzo Bernini (1598–1680) schuf ein Monument, das eine der Visionen Teresas darstellt. Es zeigt einen Engel mit goldenem Pfeil und Teresa, wie ihr die Sinne schwinden, wie sie voller Hingebung hinsinkt und wie ihre Persönlichkeit nur noch eine große Empfindung ist. Das Meisterwerk befindet sich in der Capella Comaro in der Kirche „Santa Maria della Vittoria“ in Rom.

Am 24. April 1614 wurde Teresa von Ávila selig gesprochen und 1617 zur Patronin Spaniens erklärt. Papst Gregor XV. (1554–1623) sprach sie am 12. März 1622 heilig. Papst Paul Vl. (1897–1978) ernannte sie am 28. September 1970 zur Kirchenlehrerin („Doctor Ecclesiae“). Ihr Gedenktag wird am 15. Oktober begangen.

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