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«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68

von esther10 , 11.03.2016 02:04

EVANGELIUM TAG FÜR TAG

«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68


Freitag, 11 März 2016

Freitag der 4. Fastenwoche


Heute auch : Hl. Alram, Hl. Ulrich von Kaisheim

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Johannes Tauler : „Jesus zog auch zum Fest hinauf [...], aber heimlich“

Die Texte des Tages als Audio

Evangelium nach Johannes 7,1-2.10.25-30.
In jener Zeit zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte sich nicht in Judäa aufhalten, weil die Juden darauf aus waren, ihn zu töten.
Das Laubhüttenfest der Juden war nahe.
Als aber seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, zog auch er hinauf, jedoch nicht öffentlich, sondern heimlich.
Da sagten einige Leute aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie töten wollen?
Und doch redet er in aller Öffentlichkeit, und man lässt ihn gewähren. Sollte der Hohe Rat wirklich erkannt haben, dass er der Messias ist?
Aber von dem hier wissen wir, woher er stammt; wenn jedoch der Messias kommt, weiß niemand, woher er stammt.
Während Jesus im Tempel lehrte, rief er: Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit. Ihr kennt ihn nur nicht.
Ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und weil er mich gesandt hat.
Da wollten sie ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.



Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Johannes Tauler (um 1300-1361), Dominikaner in Straßburg
Predigt 12, zum Dienstag vor dem Palmsontag

„Jesus zog auch zum Fest hinauf [...], aber heimlich“

Jesus sagte: „Meine Zeit ist noch nicht gekommen, für euch aber ist immer die rechte Zeit [...] Geht ihr nur hinauf zum Fest; ich gehe nicht zu diesem Fest hinauf, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist“ (vgl. Joh 7,6-8). Was ist das für ein Fest, zu dem unser Herr uns hinaufschickt und das immer stattfindet? Das erhabenste und wahre Fest, das höchste Fest ist das Fest des ewigen Lebens, also die ewige Seligkeit, wo wir von Angesicht zu Angesicht bei Gott sind. Dieses Fest können wir hier auf Erden nicht haben. Das Fest aber, das wir haben können, ist ein Vorgeschmack von jenem, eine Erfahrung der Gegenwart Gottes im Geist durch die Herzensfreude, die uns eine zutiefst innere Empfindung davon vermittelt. Die Zeit, die für uns immer greifbar ist, ist die Zeit, in der wir Gott suchen und der Empfindung seiner Gegenwart nachgehen in all unseren Werken, in unserem Leben, unserem Wollen und unserer Liebe. So sollen wir uns über uns selbst und über alles, was nicht Gott ist, erheben und nur ihn allein in großer Reinheit wollen und lieben, und nichts anderes. Dazu ist jeden Augenblick die richtige Zeit.

Jedermann ersehnt die wahre Freudenzeit des ewigen Lebens, und zwar mit einer natürlichen Sehnsucht; denn alle Menschen wollen natürlich glücklich sein. Aber sich danach zu sehnen, ist nicht genug. Um seinetwillen müssen wir Gott nachgehen, ihn selbst suchen. Viele Menschen möchten gerne einen Vorgeschmack des wahren, großen Festtages haben und klagen darüber, dass er ihnen nicht gewährt wird. Wenn sie an einem Festtag im Gebet diese innere Erfahrung nicht machen und die Gegenwart Gottes nicht spüren, dann betrübt sie das. Sie beten nun weniger und tun das schlecht gelaunt und sagen, sie spürten Gott nicht. So macht sie das Vorhaben und das Gebet verdrossen. Gerade das darf dem Menschen niemals passieren. Wir dürfen niemals ein Werk mit erkaltetem Eifer tun, denn Gott ist dabei immer gegenwärtig, und ist, ohne dass wir es wahrgenommen haben, insgeheim zum Fest bereits erschienen.

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