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Papst bei de heutigen Audienz

von esther10 , 10.04.2016 22:53

Wir dokumentieren im Folgenden in einer eigenen Übersetzung die Worte von Papst Franziskus beim Regina Coeli von Sonntag, dem 10. April 2016.

***

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Das heute Evangelium berichtet von der dritten Erscheinung des auferstandenen Jesus vor den Jüngern am See Genezareth und beschreibt den wunderbaren Fischfang (vgl. Joh 21,1-19). Die Erzählung ist eingefügt in den Rahmen des alltäglichen Lebens der Apostel, die nach den erschütternden Tagen des Leidens, des Todes und der Auferstehung des Herrn in ihre Heimat zurückgekehrt sind und ihre Arbeit als Fischer wieder aufgenommen haben. Es fiel ihnen schwer zu begreifen, was geschehen war. Während jedoch alles abgeschlossen schien, „sucht“ Jesus erneut nach seinen Jüngern. Er begibt sich auf die Suche nach ihnen. Diesmal begegnet er ihnen in der Nähe des Sees, an dem sie die Nacht auf dem Boot verbracht hatten, ohne etwas gefangen zu haben. Die leeren Netze erscheinen gewissermaßen als Bilanz ihrer Erfahrung mit Jesus: Sie hatten ihn kennengelernt und alles zurückgelassen, um ihm voller Hoffnung nachzufolgen… und nun? Ja, sie hatten ihn als Auferstandenen gesehen, dann aber gedacht: „Er ist gegangen und hat uns zurückgelassen… Es war wie ein Traum…“

Im Morgengrauen zeigt sich Jesus jedoch am Ufer des Sees; sie erkennen ihn aber nicht (vgl. V. 4). Zu diesen müden und enttäuschten Fischern sagt Jesus: „Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas fangen“ (V. 6). Die Jünger vertrauten Jesus und es ergab sich ein unglaublich reichlicher Fischfang. An dieser Stelle wendet sich Johannes an Petrus und sagt: „Es ist der Herr!“ (V. 7). Sofort springt Petrus ins Wasser und schwimmt auf das Ufer zu, Jesus entgegen. Die Ausrufe: „Es ist der Herr!“ enthalten die gesamte Begeisterung des österlichen Glaubens voller Freude und Erstaunen, der in starkem Kontrast zur Verirrung, der Entmutigung und dem Gefühl der Machtlosigkeit stehen, die sich im Gemüt der Jünger breitgemacht hatten. Die Gegenwart des auferstandenen Jesus verwandelt alles: die Dunkelheit wird zu Licht, die sinnlose Arbeit wird erneut fruchtbar und vielversprechend, das Gefühl der Müdigkeit und des Verlassenseins weicht neuem Schwung und der Gewissheit, dass er bei uns ist.

Ab diesem Zeitpunkt wird die Kirche, die Gemeinschaft des Auferstandenen von dieser Gesinnung belebt. Wir alle sind die Gemeinschaft des Auferstandenen! Wenn die Finsternis des Bösen und die Müdigkeit des täglichen Lebens manchmal oberflächlich betrachtet zu überwiegen scheinen, ist die Kirche von der Gewissheit erfüllt, dass über jenen, die dem Herrn Jesus nachfolgen, nun das Osterlicht erglänzt, das nicht untergeht. Die große Botschaft von der Auferstehung gießt in den Herzen der Gläubigen eine innige Freude und eine unbesiegbare Hoffnung aus. Jesus ist wahrhaft auferstanden! Auch heute lässt die Kirche noch diese festliche Botschaft erklingen: Die Freude und die Hoffnung fließen immer noch in den Herzen, den Gesichtern, den Gesten und den Worten. Alle Christen sind dazu berufen, diese Botschaft von der Auferstehung allen jenen zu verkünden, denen wir begegnen, besonders jenen, die leiden, allein sind, sich in prekären Situationen befinden; den Kranken, Flüchtlingen und Ausgegrenzten. Ihnen allen lassen wir einen Strahl des Lichts des auferstandenen Christus zuteilwerden, ein Zeichen seiner barmherzigen Macht.

Er, der Herr, erneuere auch in uns den österlichen Glauben. Er lasse in uns das Bewusstsein unserer Mission im Dienst des Evangeliums und der Brüder wachsen; er erfülle uns mit seinem Heiligen Geist, sodass wir, unterstützt von der Fürsprache Mariens, mit der gesamten Kirche die Größe seiner Liebe und den Reichtum seiner Barmherzigkeit verkünden können.

[Nach dem Regina Coeli:]

Liebe Brüder und Schwestern,

in der uns vom auferstandenen Christus geschenkten Hoffnung erneuere ich meinen Appell für die Befreiung aller in den Kriegsgebieten entführten Menschen; insbesondere erinnere ich mich dabei an den Salesianerpater Tom Uzhunnalil, der am vergangenen 4. März in Aden (Jemen) entführt wurde.

Heute wird in Italien der landesweite Tag der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen begangen. Er steht unter dem Motto „Nell’Italia di domani io ci sarò“ (Im Italien von morgen werde ich dabei sein). Ich wünsche mir, dass diese große Universität, die für die italienische Jugend nach wie vor einen bedeutenden Dienst leistet, ihren Bildungsauftrag mit erneuertem Einsatz fortsetzt und diesen stets den aktuellen Bedürfnissen anpasst.

Ich begrüße euch alle, ihr Römer und Pilger aus Italien und verschiedenen Teilen der Welt. Mein Gruß geht auch an die Teilnehmer am Marathon. Willkommen heiße ich vor allem die Gläubigen aus Gandosso, Golfo Aranci, Mede Lomellina, Cernobbio, Macerata Campania, Porto Azzurro, Maleo und Sallo Marcono und denke dabei im Besonderen an die Firmkandidaten von Campobasso, Marzocca und Montignano.

Ich bedanke mich für die Anwesenheit der Chöre aus den Pfarreien, von denen einige in diesen Tagen einen Dienst im Petersdom geleistet haben. Danke vielmals!

Euch allen wünsche ich einen schönen Sonntag. Bitte vergesst nicht, für mich zu beten. Gesegnete Mahlzeit und aus Wiedersehen!

[Aus dem Italienischen übersetzt von Sarah Fleissner]

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