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Helden und Heilige und Wichtiges von Rom.

Athanasius Schneider

 von admin , 18.06.2020 12:36

Athanasius Schneider ORC (* 7. April 1961 in Tokmok als Antonius Schneider) ist Weihbischof im Erzbistum der Allerheiligsten Jungfrau Maria zu Astana in Kasachstan.

Antonius Schneider wurde als jüngstes von vier Kindern in eine schwarzmeerdeutsche Familie geboren. Seine Eltern Josef Schneider und Maria geb. Trautmann waren nach dem Zweiten Weltkrieg als sowjetische Internierte von Berlin in den Ural verschleppt worden. 1969 siedelte die Familie nach Valga in Estland über – wo Antonius die russische Schule besuchte –, bis sie 1973 nach Deutschland ausreisen konnte und sich in Rottweil in Baden-Württemberg niederließ. Nach dem Abitur 1982 trat er im selben Jahr in den dem Engelwerk angeschlossenen Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz (Kreuzorden) auf der Burg St. Petersberg bei Silz in Tirol ein und nahm den Ordensnamen Athanasius an. Von 1984 bis 1990 studierte er Philosophie und Theologie an der ordenseigenen Hochschule im brasilianischen Anápolis. Das Sakrament der Priesterweihe empfing er am 25. März 1990 durch den Bischof von Anápolis, Dom Manuel Pestana Filho. Danach war er ein Jahr in der Seelsorge in Aparecida tätig und gleichzeitig Spiritual des dortigen Klosters des Ordens.

P. Athanasius Schneider studierte von 1991 bis 1993 Patristik in Rom, erwarb 1993 das Lizenziat an der Dominikaner-Universität Angelicum und gab danach Vorlesungen an der ordenseigenen Hochschule in Anápolis/Brasilien über die Kirchenväter. Den Doktorgrad erwarb er 1997 durch seine Dissertation am Augustinianum in Rom bei den Professoren Prosper Grech und Vittorino Grossi über den Hirten des Hermas.[1] Von 1993 bis 2001 war er in der Ordensleitung in Rom als Generalrat tätig. Ab 1999 gab er theologische Gastvorlesungen am Priesterseminar im kasachischen Karaganda, wohin er 2001 übersiedelte und zum Spiritual und Direktor der Studien wurde.

Im Oktober 2005 nahm er an der Bischofssynode in Rom über die Eucharistie teil und sprach über seine eucharistischen Erfahrungen im ehemaligen Kommunismus. Er beherrscht neben seiner Muttersprache Deutsch auch Italienisch, Französisch, Englisch, Russisch, Lateinisch, Griechisch und Portugiesisch.

Bischof​[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. April 2006 wurde Athanasius Schneider von Papst Benedikt XVI. zum Titularbischof von Celerina und zum Weihbischof für das Bistum Karaganda ernannt. Die Bischofsweihe empfing er am 2. Juni 2006 durch Kardinalstaatssekretär Angelo Kardinal Sodano. Mitkonsekratoren waren Erzbischof Józef Wesołowski, Apostolischer Nuntius in Usbekistan, Kasachstan, Tadschikistan und Kirgisistan sowie Jan Paweł Lenga MIC, Erzbischof von Karaganda in Kasachstan. Seine Bischofsprimiz feierte er am 30. Juli 2006 in der Heimatgemeinde St. Pelagius in der Rottweiler Altstadt. Seine Mitra mit Kreuz, Lamm und M für Maria hat ihm seine leibliche Schwester Erika angefertigt, die mit dem Namen Sr. Maria Therese als Ordensfrau im Klarissenkloster Maria Vesperbild bei Augsburg lebt und liturgische Kleidung herstellt. Sein Hirtenstab enthält Christus das Lamm; sein Bischofsring zeigt die Wundertätige Medaille. Bischof Schneider baute in der Diözese Karaganda kleine Gemeinden (Hauskirchen) und Kirchen auf und war gleichzeitig diözesaner Kanzler und Generalvikar. Ebenfalls fungiert er als Sekretär der liturgischen Kommission der russischen Bischofskonferenz.

Er hat die Erlaubnis, die slawisch-byzantinische Liturgie zu feiern. In seinem liturgischen Buch Dominus est kritisiert er die gegenwärtige Handhabung der Handkommunion in der katholischen Kirche und plädiert für eine Wiederbelebung der Mundkommunion im Knien. Er war Gast beim internationalen Kongress Treffpunkt Weltkirche 2008 des Hilfswerks Kirche in Not. Bereits im Range eines Weihbischofs war er Verfasser von Texten, die im katholisch-konservativen Onlinemagazin kath.net und dem religiös katholisch-traditionalistischen, politisch rechtsextremen Blog kreuz.net erschienen.[2] Schneiders Stellungnahmen zu verschiedenen kirchlichen und politischen Themen werden regelmäßig auf dem traditionalistischen Blog Katholisches Magazin für Kirche und Kultur von Giuseppe Nardi veröffentlicht.[3]

Am 5. Februar 2011 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof im Erzbistum der Allerheiligsten Jungfrau Maria zu Astana.[4]

In einem Interview im Juni 2014 gab Schneider seine Ansicht kund, die katholische Kirche befinde sich in der vierten großen Krise seit ihrem Bestehen. Anthropozentrisches Denken spalte seines Erachtens die Kirche, die christozentrisch sei. Liturgie stelle kein Treffen von Freunden dar, sondern solle dem ersten Gebot, nur Gott anzubeten, entsprechen, und so solle auch das Leben gestaltet werden.[5]

Am 11. Februar 2015 traf er sich zwecks Gesprächen über die Autorität des Zweiten Vatikanischen Konzils im Priesterseminar Winona (USA) mit dem Generaloberen der Piusbruderschaft, Bernard Fellay, nachdem er bereits am 16. Januar 2015 das Seminar der Bruderschaft in Flavigny besucht hatte.[6][7]

Weihbischof Schneider feiert regelmäßig Pontifikalämter in der außerordentlichen Form des römischen Ritus, etwa 2010 und 2011 zum Fest Mariä Namen in der Wiener Karlskirche oder bei verschiedenen Anlässen in Rom[8] sowie 2016 in Altötting und Konstanz, veranstaltet von traditionalistischen Gruppen wie Pro Missa Tridentina oder Initiative katholischer Laien und Priester.[9][10]

2018 erklärte Schneider in einem Beitrag auf kath.net, alle „homosexuellen bzw. lesbischen Akte“ seien „schwer sündhaft“, da „praktizierende und unbußfertige Homosexuelle“ ihr „ewige[s] Seelenheil verlieren“ würden. Katholiken sollten sich mit „Zivilcourage“ gegen CSDs wehren und für das „Seelenheil der bemitleidenswerten Personen“ beten.[11]

Im November 2018 beschränkte das vatikanische Staatssekretariat Schneiders Reisetätigkeit. Künftige Reisen außerhalb des Bistums Astana dürfen die kirchenrechtlich auf 30 Tage beschränkte Dauer nicht mehr überschreiten. Schneider gab an, es handle sich nicht um eine kirchliche Sanktion oder einen „Maulkorb“; es gebe keine Verbote und er dürfe im Rahmen des Kirchenrechts weiterhin reisen.[12][13] Im August 2019 kritisierte er den Vatikan scharf – dieser verrate mit dem Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen Jesus Christus als den Retter der Menschheit.[14]

Gegner von Papst Franziskus​[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Interview des Domradios des Erzbistums Köln nannte der Theologe Bruno Hünerfeld Athanasius Schneider ausdrücklich als Vertreter einer kleinen Gruppe von Gegnern von Papst Franziskus, von der ein deutliches Potenzial der Kirchenspaltung ausgehe. Hünerfeld sagte: „Gerade wenn Sie dem kasachischen Weihbischof Athanasius Schneider zuhören, dann haben Sie wirklich den Eindruck, da spricht jemand von der Piusbruderschaft.“[15] [16]

Umdeutung der Corona-Krise​[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2020 bezeichnete Schneider die COVID-19-Pandemie als „göttliches Eingreifen in die gegenwärtige beispiellose Krise der Kirche“ und staatliche wie kirchliche Maßnahmen als „Hygienediktatur“.[17]

Athanasius Schneider gehört mit anderen Gegnern von Papst Franziskus, darunter Gerhard Ludwig Müller und Carlo Maria Viganò, zu den Unterzeichnern eines Aufrufs vom 7. Mai 2020 mit dem lateinischen Titel Veritas liberabit vos! (Die Wahrheit wird euch befreien, nach Joh 8,32 EU), das auf dem Internetportal katholisch.de der Deutschen Bischofskonferenz als „Konglomerat an Verschwörungsmythen und Pseudowissenschaft“ bezeichnet wird. Darin wird beklagt, dass unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie Rechte und Grundfreiheiten vieler Bürger „unverhältnismäßig und ungerechtfertigt eingeschränkt“ würden; die öffentliche Gesundheit dürfe kein Alibi werden, „um die Zivilbehörden von ihrer Pflicht zu befreien, klug für das Gemeinwohl zu handeln“. In dem Text werden Zweifel an der tatsächlichen Ansteckungsgefahr des Coronavirus geäußert und die Berichterstattung über die Pandemie als „Alarmismus“ bezeichnet. Die ergriffenen Eindämmungsmaßnahmen förderten die Einmischung „fremder Mächte“ mit schwerwiegenden sozialen und politischen Folgen, so der von Schneider mit unterzeichnete Text; „supranationale Einheiten“ mit „unklaren Absichten“ strebten unter Zuhilfenahme einer Corona-Angst die „Schaffung einer Weltregierung“ an.[18][19]

Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer erklärte, dass jeder, der diesen Aufruf unterzeichnet habe, sich selber entblöße; er sei fassungslos, welche „kruden Verschwörungstheorien ohne Fakten und Belege, verbunden mit einer rechtspopulistischen Kampf-Rhetorik, die
beängstigend klingt“, im Namen von Kirche und Christentum verbreitet und von Müller unterstützt würden.[20]

Die Deutsche Bischofskonferenz distanzierte sich am 10. Mai 2020 von der Gruppe der Unterzeichner und erklärte, die Bewertung der Corona-Pandemie durch die Bischofskonferenz unterscheide sich grundlegend von dem veröffentlichten

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Athanasius Schneider admin 18.06.2020 12:36
 

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