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Hoffe auf den Herrn

Heilige und Selige....

 von esther10 , 01.10.2010 13:43

Heilige Teresia vom Kide Jesu...1. Oktober



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http://www.pius-kirchgessner.de/05a%20Pr...inde%20Jesu.htm

Marie-Françoise Thérèse Martin, neuntes Kind der Familie, wurde im Alter von erst viereinhalb Jahren Halbwaise; nach dem Tod ihrer Mutter zog die Familie um nach Lisieux. Schon in jungen Jahren hatte sie ein besonderes Verhältnis zu Maria. Mit knapp sieben Jahren ging sie erstmals zur Beichte, an Pfingsten 1883 wurde sie durch Fürsprache der Maria und das „Lächeln der Gottesmutter” wunderbar von einer schweren Krankheit geheilt. Nach Unterrichtung durch die Benediktinerinnen von Lisieux und nach intensiver Vorbereitung, die in einer Erfahrung der Verschmelzung mit Christus ihren Höhepunkt fand, empfing sie 1884 die Erstkommunion, kurz danach die Firmung.

Thérèse entschloss sich 1886, bei den Karmelitinnen in Lisieux ein kontemplatives Leben zu führen wie ihre Schwestern Pauline und Marie, doch der zuständige Bischof verweigerte wegen ihres jugendlichen Alters die Aufnahme. 1887 wallfahrtete sie mit ihrem Vater nach Italien, besuchte die heiligen Stätten in Rom und bat während einer Audienz bei Papst Leo XIII. für Pilger aus Lisieux um Aufnahme in den Orden, aber auch das war vergeblich.

Erst 1888 konnte Marie-Françoise den Unbeschuhten Karmelitinnen in Lisieux beitreten. Als ihre Aufgabe erkannte sie, stellvertretend leidend da zu sein für die armen Seelen der Sünder auf dem Weg, der von der Gründerin Teresa von Ávila aufgezeigt worden war. Sie nahm nach deren Vorbild den Ordensnamen Thérèse an und folgte dem - wie sie sagte - „kleinen Weg” einer innigen Hingabe an Gott, die wie ein Kind sich angstlos den Armen des Vaters überläßt. Gott in Jesus über alles lieben und in der Liebe zu Menschen Gott erfahren: das war der Kern ihrer Frömmigkeit. Sie wollte den Weg der Einfachheit gehen und Gott lieben, wie er noch nie geliebt worden ist, gerade in den kleinen und einfachen Dingen des alltäglichen Lebens. Sie erkannte ihre Schwachheit und setzte mit kindlichem Vertrauen ganz auf die Hilfe und Barmherzigkeit Gottes.


Thérèse als Jeanne d'Arc. Foto von 1894
Die Ordensschwestern hielten die junge Thérèse für eingebildet und machten ihr das Leben oft schwer, die Priorin behandelte sie in den ersten Jahren mit größter Strenge. Hinzu kamen Ängste, die sie ihr Leben lang quälten, das Erleben einer „geistigen Dürre” und schwere Krankheiten. Ihr Glaube wurde auch durch die Krankheit ihres geliebten Vaters Louis Martin auf die Probe gestellt, der im Juli 1894 starb. Trotzdem wuchs in Thérèse die Heiligkeit, in ihrer Autobiographie hinterließ sie Beschreibungen ihrer geistlichen Erfahrungen. Diese wurde zunächst 1898 in einer zensierten Fassung als „Histoire d'une âme”, „Geschichte einer Seele” herausgegeben, wurde zu einer der meistgelesenen religiösen Autobiografien und in über 50 Sprachen übersetzt. 1956 erschien erstmals das Original „Selbstbiographische Schriften” mit Berichten aus ihrer Kindheit bis 1894, der Beschreibung ihres „kleinen Weges” und der Schilderung ihrer Krankheiten und Gewissensprüfungen, dazu einem Kommentar zum Hohen Lied aus dem Alten Testament.

Der von Thérèse gelehrte „kleine Weg” ist der Weg, der zunächst die geistliche Armut des Menschen erkennt, der vor Gott mit leeren Händen steht und sich von ihm alles schenken lassen muss. Auch die Tugenden eines Menschen sind Geschenk Gottes; dies anzuerkennen und sich dabei immer als „klein”, also empfangend zu erkennen, ist die Schwierigkeit dieses Weges für den gerne so stolzen und selbstgewissen Menschen. Aus solcher „Armut” folgt Barmherzigkeit, Ausfluss der Liebe Gottes für alle Menschen, auch für die Sünder. Thérèse fand den Weg heiliger Kindheit und lehrte ihn den ihr anvertrauten Novizinnen, 1893 wurde sie zweite Novizenmeisterin im Kloster Lisieux. Sie empfand es als besondere Gabe, zwei Missionsbrüder mit Gebeten zu begleiten, und wurde sich immer mehr ihrer apostolischen und missionarischen Berufung bewusst.

Neben ihrem Hauptwerk verfasste Thérèse 266 Briefe, 54 Gedichte und 21 Gebete, die alle ihre spirituellen Erfahrungen zum Gegenstand haben. Weniger bekannt sind acht von ihr geschriebene Theaterstücke.


Sarg der Thérèse
Am Dreieinigkeitsfest 1895 gab Thérèse sich selbst hin „als heiliges Opfer der barmherzigen Liebe Gottes”. In den folgenden Monaten schrieb sie ihr erstes autobiografisches Manuskript, das sie im Januar 1896 ihrer Oberin übergab. In der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag 1896 erkrankte sie wieder, diesmal an Tuberkulose, und erlebte dies als Begegnung mit ihrem göttlichen Lebensgefährten. Und sie schrieb: „Wenn ich hätte Priester werden können, hätte ich in diesem Juni die heilige Weihen empfangen. Was tat also Gott? Damit ich nicht enttäuscht wäre, ließ er mich krank werden. Auf diese Weise konnte ich nicht dabei sein, und ich sterbe, bevor ich mein Amt ausüben könnte.” Aus „Trauer und Protest” darüber, dass sie nicht zum Priester geweiht werden konnte, hatte Thérèse sich schon zuvor die Haare kurz wie ein Priester schneiden lassen.

Auch auf dem Krankenbett verfasste sie weitere Manuskripte, nach der Überführung ins Krankenzimmer des Klosters schrieben Mitschwestern ihre Worte nieder *. Am Abend ihres Todes, eineinhalb Jahre nach Ausbruch der Krankheit, schrieb sie an ihren geistlichen Bruder M. Bellier: „Ich sterbe nun, ich gehe ins Leben.” Mit den Worten „Mein Gott ..., ich liebe dich!” beschloss sie im Alter von nur 24 Jahren ihr Leben.


Basilika in Lisieux
Bereits kurz nach ihrem Tod sprach man Thérèse eine Vielzahl von Wundertaten zu, die ihre geheimnisvollen Worte „Nach meinem Tod will ich es Rosen regnen lassen” im Nachhinein mit Bedeutung zu füllen schienen. 1907 nannte Papst Pius X. sie „die größte Heilige der Neuzeit.” Ihre Gebeine wurden 1910 im Beisein des Bischofs erhoben und umgebettet, dann 1917 erneut erhoben und 1923 in einen prächtigen Sarg gelegt, der seinen Platz in der Kapelle der Unbeschuhten Karmelitinnen in Lisieux fand. Im Jahr 2002 waren mehr als 1700 Kirchen oder Kapellen, zwei Kathedralen und fünf Basiliken ihr geweiht und mehrere hundert religiöse Kongregationen ihrem Patronat unterstellt. Lisieux ist heute nach Lourdes der zweitgrößte Wallfahrtsort in Frankreich mit jährlich fast eineinhalb Millionen Pilgern und Besuchern; mit dem Baus der Basilika in Lisieux wurde 1929 begonnen, 1954 war die Einweihung; finanziert durch Spenden aus der ganzen Welt ist sie eine der größten Kirchen, die im 20. Jahrhundert gebaut wurden.

Kanonisation: 1923 wurde Thérèse von Papst Pius XI. selig und 1925 von ihm im Beisein von 50.000 Menschen im Petersdom, 500.000 davor, 23 Kardinälen und 250 Bischöfen heiliggesprochen. 1927 wurde Thérèse neben Franz Xaver zur Patronin aller Missionen erklärt. 1997 ernannte Papst Johannes Paul II. sie zur Kirchenlehrerin.
Im Jahr 2008 wurden auch ihre Eltern seliggesprochen. Es war erst das zweite Mal in der Kirchengeschichte, dass ein Ehepaar gleichzeitig seliggesprochen wurde, und das erste Mal, dass es die Eltern einer Heiligen waren.


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