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  • 23.09.2012 07:07 - DIE WACHTTURM-GESELLSCHAFT UND DIE FREIMAUREREI/Irrlehren)
von Hildegard Maria in Kategorie Allgemein.

DIE WACHTTURM-GESELLSCHAFT UND DIE FREIMAUREREI
a) Die Freimaurerei

Obwohl über die Freimaurerei schon sehr viel geschrieben worden ist, herrscht am Ende dieses 2. Jahrtausends noch weitgehende Unkenntnis über diese Geheimgesellschaft. Jeder, der versucht etwas über sie zu erfahren, sieht sich fast unüberwindlichen Schwierigkeiten gegenüber. Trotz all der Bücher, die zu diesem Thema erschienen sind, bleibt die Freimaurerei von Geheimnissen umwittert. Viele schreiben den Ursprung dieser Organisation dem Bau des salomonischen Tempels zu. Gemäß den Freimaurern selbst war sie am Anfang an die Bräuche der Bauarbeiter gebunden. Historisch gesehen, begegnen wir zuerst einer "operativen“ Freimaurerei. Sichtbare Zeugnisse ihres Wirkens sind die herrlichen Kathedralen und Festungen, die man in ganz Europa antrifft. Die Maurer, die sie erbauten, waren in drei Stufen eingeteilt: Lehrlinge, Gesellen und Meister, wobei spezielle Riten den Aufstieg von einer Stufe zur anderen begleiteten. Untereinander gebrauchten sie als Symbole ihres Berufes Hammer, Meißel, Lineal, Zirkel und Winkelmaß. In der Neuzeit wurden keine Kathedralen mehr gebaut; zusammen mit der gotischen Baukunst verschwanden auch die Bauhütten. Die Arbeiter wurden nicht mehr eingeweiht, wie es das Mittelalter hindurch Brauch gewesen war. Die Logen in England begannen damit, berufsfremde Personen aufzunehmen. Diese zeichneten sich durch ihre Intelligenz oder durch ihre Herkunft aus: sie waren Adelige, Gelehrte. Angehörige des Bürgertums, Künstler, Politiker usw. Diese neuen Eingeweihten nahmen an Zahl zu, und übernahmen schließlich die Leitung dieser Institution. Hammer, Meißel, Zirkel und Winkelmaß waren keine unentbehrlichen Werkzeuge der Arbeiter mehr; sie wurden nun zu wichtigen Symbolen und Zeichen. Die Maurerei, die anfangs operativ, d.h. handwerklich tätig gewesen war, hatte sich in die spekulative "Freimaurerei“ verwandelt. Im Jahre 1717 schlossen sich vier englische Logen zur Großloge von London zusammen, die die Gebräuche und Vorschriften der alten Logen unter dem Titel: "Die Pflichten eines Freimaurers“ systematisch festlegte. Diese Konstitutionen sind heute noch die Verfassung, auf der alle Freimaurer-Obödienzen der Welt basieren. Die Londoner Großloge gilt als die Mutterloge aller übrigen. Von England aus gelangten sie auf den Kontinent und in die Kolonien. Die drei bekanntesten Maurergrade - Lehrling, Geselle und Meister - bilden die blaue Maurerei. Darüber rangieren die Hochgrade: aus dem 4. bis 18. Grad besteht die rote, aus dem 19. bis 30. Grad die schwarze und schließlich aus dem 31. bis 33. Grad die weiße Freimaurerei.

Wie bei den meisten Geheimgesellschaften gibt es auch bei den Freimaurern Aufnahme- bzw. Einweihungsriten. Das Tor zur freimaurerischen Welt bildet die Einweihung. Angeblich lässt sich das Initiationsgeheimnis unmöglich in Worten wiedergeben und sein Ursprung ist unbekannt. Selbst die bestunterrichteten Personen können die Herkunft dieser Zeremonie nicht ausfindig machen.

Die Freimaurer geloben ,,blinden Gehorsam“ ohne jegliche Kritik an dem, was in ihrer Verfassung, ihren Statuten und Reglements festgelegt wurde, sowie an dem, was ihre Oberen von ihnen verlangen. In Bezug auf das Gehorsamsgelöbnis wird berichtet, dass die Verpflichtung, die Geheimnisse selbst unter Lebensgefahr nicht zu enthüllen, unerlässliche Voraussetzung für die Aufnahme in die Loge ist.

Bis vor kurzem waren viele Bischöfe der anglikanischen Kirche in England Mitglieder der Freimaurerei. Im Februar 1985 ergriff die Generalsynode dieser Kirche, die ihr "Parlament“ in England darstellt, die Initiative zu einer Untersuchung der Streitfrage, ob man als Christ auch Mitglied der Freimaurerei sein könne. Das Ergebnis wurde im Mai 1987 bekannt: die Antwort fiel - was nicht befremden kann - negativ aus. Denn das Universalwörterbuch der Freimaurerei von Daniel Ligou zählt mehr als 150 Riten auf, deren Bandbreite von magischen Formeln über die Astrologie bis hin zum Illuminatentum reicht. Der Informationsbericht der Synode nennt als anstößigste Punkte die Verwendung des Namens Jahbulon als Gottesnamen sowie die Eidesformel, in der der Freimaurer verschiedene Rachedrohungen gegen jene Logenbrüder ausstoßen muss, die ein freimaurerisches Geheimnis preisgeben. Es entsetzt, wenn man hört, dass einer dieser angedrohten Racheakte darin besteht, den Körper des Verräters mit einer Axt in zwei Teile zu spalten, ihm den Kopf und die rechte Hand abzutrennen und seine Gedärme zu verbrennen. Die Synode stellte fest, dass diese Eidesformeln trotz ihrer Streichung in den maurerischen Riten immer noch erwähnt werden.

Bekannt ist die Geschichte von William Morgan, der in den amerikanischen Logen ein- und ausging. Dieser Herr bereitete gemeinsam mit einem Zeitungsreporter namens Miller die Veröffentlichung einiger Freimaurergeheimnisse in der Presse vor. Morgan verschwand in den Niagarafällen. Auf einem Denkmal zu Ehren des solchermaßen Exekutierten kann man lesen: "Zum Gedenken an William Morgan, Bürger von Virginia, der von den Freimaurem entführt und ermordet wurde, weil er Geheimnisse des Ordens preisgegeben hatte." Charakteristisch für die Freimaurerei ist, wie schon gesagt, das "Geheimnis". Man behauptet sogar, dass viele, die den "blauen" und selbst den "roten" Graden angehören, sterben, ohne je erfahren zu haben, was die Freimaurerei in Wirklichkeit darstellt und bezweckt. Copin Albancelli, Freimaurer des 29. Grades, zog sich aus ihr zurück, als er in den "Innersten Kreis", der sich hinter den Hochgraden verbirgt und von dem nicht einmal er gedacht hätte, dass er überhaupt existiert, aufgenommen werden sollte. Nachdem er die wirklichen Ziele der Organisation erkannt hatte, schilderte er in seinem Buch "Le Pouvoir Occulte" ("Die Verborgene Macht"), wie die Freimaurerei in drei Gruppen aufgeteilt ist:


1. Die blauen Grade, die in kein einziges wichtiges Geheimnis eingeweiht sind.

2. Die roten Grade, die zwar meinen, die Geheimnisse zu kennen, sich jedoch über die wirklichen Ziele des Ordens gleichfalls nicht im klaren sind.

3. Der "Internationale Innere Kreis", die wahren Herren und Meister, die sich hinter den Hochgraden verbergen und in Wahrheit den Orden leiten.


Das freimaurerfreundliche Buch "La Masoneria en Madrid" behauptet, dass sogar einige "Großmeister" in ihre philosophische Ethik eingetaucht leben, ohne zu wissen, wer die tatsächlichen "Machthaber" der Loge sind.

Albert Pike, Freimaurer des 33. Grades, erklärte in seinem Buch "Morals and Dogma of the Ancient and Accepted Scottish Rite of Freemasonery", (Richmond, Ausgabe von 1871, neu aufgelegt 1966), S. 819: "Den blauen Graden bringt man nur die Bedeutung einiger Symbole nahe; man desorientiert sie absichtlich durch falsche Auslegungen. Ihre eigentliche Bedeutung reserviert man für die höchsten Grade. Sie lassen es damit bewenden, dass die Mitglieder der "blauen Grade" sich einbilden, die gesamte Freimaurerei erfasst zu haben. Die Freimaurerei ist eine Sphinx, die sich bis zum Haupt im Sand versteckt hält, den man durch die Jahrhunderte um sie herum angehäuft hat." Die Logenbrüder erschrecken immer noch, wenn man die Rede auf Gabriel Jogand Pages, besser bekannt als "Léo Taxil", bringt. Dieser Mann beschuldigte die Freimaurer in seinem Buch: "Los Misterios de la Francmasonerfa" der Teufelsanbetung. In einem anderen Buch mit dem Titel "Les Frères Trois Points", erschienen im Jahre 1885, erklärte er, die freimaurerischen rituellen Praktiken beruhten auf einem diabolischen, Luzifer verherrlichenden Kult. 1891 veröffentlichte er das Buch "Soeurs Maconnes", worin er detailliert über die satanische Messe berichtete, die man im Kreis der Hochgradfreimaurer des "Palladischen Ritus" des "Teufels-Papstes" Albert Pike, des obersten Führers der Illuminaten in den Vereinigten Staaten, zelebrierte. Die Vorwürfe von Léo Taxil bezüglich der engen Verwandtschaft zwischen Freimaurerei und Satanismus sind vorbehaltlos erwiesen. Die höchsten freimaurerischen Grade gehören zur Elite Satans! Denn es war immerhin die offizielle italienische Freimaurerzeitschrift "Rivista della Massoneria Italiana" des Jahrgangs 1887, die auf Seite 27 bekannte: "Die Freimaurerei betrachtet Satan den Großen als ihren wirklichen Chef." Der auf freimaurerische Dokumente spezialisierte Gelehrte Dr. Fara schrieb in seinem Buch "La Masonerfa y su Obra" ("Die Freimaurerei und ihr Werk"): "Die Zeremonie zur Aufnahme in den 29. Grad zelebriert man unter einem pantheistischen Symbol: dem Kopf eines Ziegenböckleins mit einer Fackel zwischen den Hörnern, Erzengelflügeln, Armen und Händen eines Menschen, dem Körper einer Frau mit einer Rose und einem Kreuz auf der Brust." Auch der französische Erzbischof Leon Meurin bekräftigt in seinem Buch "Die Freimaurerei... Synagoge Satans" (o. A.) das Faktum der unter Freimaurern üblichen Teufelsanbetung; und der österreichische Politiker Friedrich Wichtl bestätigt in: "Weltfreimaurerei - Weltrevolution — Weltrepublik" (München 1919): "Die Freimaurer sehen Satan als ihren obersten Herrn und Gott an." Noch deutlicher sind die Worte des Hochgradfreimaurers Albert Pike vom 14. Juli 1889 in seinen Instruktionen für die 23 Obersten Welträte: "Die Doktrin des Satanismus ist eine Hierarchie; und die wahre, unverfälschte philosophische Religion ist der Glaube an Luzifer und an Adonai zugleich; aber Luzifer, Gott des Lichtes und Gott des Guten, kämpft für die Menschheit, im Gegensatz zu Adonai, dem Gott der Finsternis und des Übels." Sicher ist also, was die Autoren des Buches "Los fabricantes de Dioses" ("Die Götter-Fabrikanten") schreiben: "Die Freimaurerei hat die antitheistische Philosophie der Geheimreligionen übernommen, die das, was die Bibel lehrt, verdrehen und somit Luzifer zu Gott und Gott zu Satan machen." Es besteht kein Zweifel, dass Freimaurer der unteren Grade, nachdem sie diese Aussagen gelesen haben, sich nicht nur die Augen reiben, sondern auch im Brustton der Überzeugung erklären werden: "Das stimmt überhaupt nicht, das ist eine Lüge, das kann gar nicht wahr sein." Doch sie wären an die berüchtigten Worte des illuminierten Hochgradfreimaurers Albert Pike zu erinnern: "Man desorientiert die blauen Grade absichtlich durch falsche Auslegungen." Anlässlich einer Versammlung aller Freimaurerlogen am 16. Juli 1782 schloss man in Wilhelmsbad einen Bund zwischen der Freimaurerei und den Illuminaten, eine Geheimgesellschaft, die am 1. Mai 1776 von Adam Weishaupt, einem Professor für Kirchenrecht an der Universität Ingolstadt, gegründet wurde.

Weishaupt hatte eine komplizierte Hierarchie geheimer Grade aufgebaut. Damals traten Tausende führender Europäer in den Illuminatenorden ein. Es war Weishaupts erklärtes Ziel, durch eine Legion von Verschwörern, die aus dem Hintergrund heraus nach einem genau vorgegebenen Weltbeherrschungsplan agieren sollten, in allen Ländern der Welt die Macht an sich zu reißen. Dank des Organisationstalents des Barons von Knigge und der Hilfe einiger Freimaurer, die in ihren Logen nicht die erhoffte direkte Aktion fanden, wurden Weishaupts Illuminaten innerhalb weniger als fünf Jahren die geheimen Herren Bayerns und der benachbarten Länder. Als am 10. Juli 1785 Jacob Lang, ein Mitglied der Illuminaten, unterwegs vom Blitz getroffen wurde, fand die Polizei geheime Dokumente, welche er bei sich getragen hatte. Diese bestätigten die Verschwörung der Illuminaten. Sofort befahl man die Auflösung des Ordens. Weishaupt flüchtete und setzte seine Wühlarbeit aus dem Untergrund fort.

Wenn man sich die Kehrseite der offiziellen Geschichte betrachtet, so stößt man immer wieder auf die Illuminaten und die Freimaurerei. Sie haben Könige in Zinsknechtschaft gebracht, Königreiche manipuliert und zerstört, Kriege inszeniert und schließlich die Welt, wie wir sie heute kennen, hervorgebracht. Die Illuminaten und Freimaurer waren in alle großen Revolutionen verwickelt, die nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg über die Welt kamen.
Nach eigener Aussage verschmäht die Freimaurerei jegliche politische Aktivität. Indessen macht eine nähere Betrachtung der Geschichte deutlich, dass die Logen stets eng mit der Politik verflochten waren. Es fällt auf, dass die Freimaurer sich immer in der Nähe der Macht befinden. Ihre maßgebliche Teilnahme an den revolutionären Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts steht außer Zweifel. Es ist belegt, dass hinter den bedeutendsten Weltereignissen seit der französischen Revolution in der einen oder anderen Weise stets Freimaurer am Werk waren.

In Europa waren oder sind Logenbrüder alle englischen Premiers und Präsidenten Frankreichs außer, wie es scheint, de Gaulle. Freimaurer sind daneben der größte Teil der Delegierten bei den Vereinten Nationen oder der UNESCO usw., sowie ein Großteil der Brüsseler EG- bzw. EU-Funktionäre (z.B. in der "Kommission"), die, ohne gewählt zu sein, ganz Europa regieren wollen.
Auch zahlreiche politische Statisten, einschließlich Monarchen, waren oder sind hochrangige Freimaurer, hinzu kommen z.B. die Namen prominenter Militärs, so fast aller Marschälle Napoleons und der Großteil der alliierten militärischen Führungskräfte. Vergessen wir nicht Simon Bolivar, den Gründer des lateinamerikanischen Staates Bolivien, oder die mexikanischen Präsidenten Jose de la Cruz Porfirio Diaz, Manuel Gonzalez, Obregon, Calles, Càrdenas und Miguel Aleman. Mexiko ist das einzige Land der Erde, in dem die Freimaurerei - seit 1917 - mit einer Logen-Einheitspartei sogar öffentlich regiert! Die USA sind die Freimaurernation schlechthin! Die Macht der Loge in diesem Land ist immens. In seiner "Verfassung" findet man verschiedene von der Freimaurerei verfochtene Prinzipien wieder. Ihre Gefolgsleute sind außerordentlich zahlreich in den Regierungsstellen tätig. Freimaurer halten in den Vereinigten Staaten alle Schlüsselposten besetzt. Nicht nur der ehemalige Präsident Bill Clinton ist Freimaurer, auch (mindestens) 18 seiner Vorgänger waren es, nämlich Washington, Madison, Monroe, Jackson, Polk, Buchanan, A. Johnson, Garfield, McKinley, Th. Roosevelt, Taft, Harding, F. D. Roosevelt, Truman, L. B. Johnson, Ford, Reagan und George Bush.
Viele Autoren behaupten, Ronald Reagan sei kein Freimaurer. Doch das ist nicht so sicher. In der Zeitschrift "New Age" vom April 1988 sieht man ein Photo, wie Reagan den 33. Ehren-Freimaurergrad erhält. - Die Namen von Lincoln, Eisenhower und Kennedy fehlen in der Liste. Eisenhowers Eltern waren jedoch Zeugen Jehovas.


b) Zeugen Jehovas und die Freimaurerei

Gemäß dem Wachtturm vom 1. Dezember 1916, S. 365 (englische Ausgabe) waren die letzten Worte Charles Taze Russells bevor er starb: "Bitte wickelt mich in eine römische Toga." Für einen unbefangenen Menschen ist es völlig unverständlich, dass ein Sterbender, der in den letzten Zügen liegt, (keine anderen Sorgen hat, als in eine römische Toga gewickelt zu werden. Für die Kenner jedoch ein deutlicher Hinweis: denn Toga, Tunika und viele andere antike Gewänder gehören zur vielfältigen Tracht in verschiedenen Hochgraden der amerikanischen Freimaurerei. Existiert nun eine Verbindung zwischen der WTG und der Freimaurerei? Um darauf antworten zu können, müssen wir vor allen Dingen zu der religiösen Grundlage ihres Stifters, Charles Taze Russell, vordringen. Es steht außer ZweifeI, dass dessen Idee, eine neue religiöse Organisation zu gründen, nicht von ungefähr kam. So ist z.B. offensichtlich, dass die Gesellschaft sämtliche Irrlehren des Arianismus fast bis aufs i-Tüpfelchen übernommen hat.

Im Laufe der Jahrhunderte gab es immer wieder Gruppen, die die Lehre an der göttlichen Dreifaltigkeit ablehnten, hauptsächlich die Anhänger des Arius, eines Priesters, der genau wie die Zeugen Jehovas dafür hielt, Christus geringer als Gott (-Vater). Wir werden im folgenden durchleuchten, warum so viele Ideen des Arius von Russell übernommen wurden.

Im Jahre 1650 war die Unterwerfung Irlands unter das Vereinigte Königreich abgeschlossen. In der Folgezeit ging Irland Schritt für Schritt in den Besitz der protestantischen "anglikanischen" Kirche über. Die Katholiken Irlands wurden zu einem verarmten Bauernvolk herabgedrückt. 1801 wurde Irland formell dem Vereinigten Königreich einverleibt und seitdem von London aus regiert. Von da an emigrierten immer mehr Iren nach Amerika. Nach 1845, als es bei den nach Europa eingeführten Kartoffeln auf Grund einer Krankheit zu katastrophalen Ernteausfällen kam, schwoll die Auswanderung zur Flut an. Bereits früher wurde erwähnt, dass unter den irischen Auswanderern auch die Eltern Russells waren. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass seine Eltern vor der Emigration in Ulster (Nordirland) lebten und Mitglieder der Presbyterianischen Kirche waren. Laut dem Wachtturm-Jahrgang 1916 (S. 171, englische Version) wuchs auch der junge Russell als Presbyterianer auf.

Welche Bedeutung hatte es in jenen Tagen, Presbyterianer zu sein? Es gab eine Zeit, in der alle jungen Männer in Irland, die Pastor werden wollten, an der Universität von Glasgow in Schottland studierten. Man weiß, dass Professor Simpson, der damals an der Universität lehrte, aber auch seine Nachfolger, mit der Theologie des Antitrinitariers Arius sympathisierten. Ein anderer Sympathisant des Arius war Dr. Francis Hutcheson. Alle Studenten waren von diesem Mann beeindruckt. Selbst die Synode von Ulster akzeptierte generationenlang diese ablehnende Haltung gegenüber der Glaubenswahrheit von der Heiligsten Dreifaltigkeit. Infolge all dessen stand die presbyterianische Kirche Irlands generationenlang unter arianischem Einfluss. Und diese Tatsache lässt keinen Zweifel an der arianisch gefärbten Gläubigkeit der Familie Russell aufkommen.

Die ziemlich genauen Angaben, bestätigen, dass außerordentlich viele Presbyterianer auch gleichzeitig der Loge angehörten. So war etwa James Anderson, der die ersten Konstitutionen der modernen Freimaurerei schuf, presbyterianischer Pastor und Theologe. Heute weiß man, dass viele Presbyterianer eine wichtige Rolle in den verschiedensten Freimaurerlogen spielten. Die Macht der Freimaurerei bei ihnen ist immens; einige Pastoren, die ihr nicht angehörten und sie zu kritisieren wagten, haben sogar ihr Amt verloren. Ein anderer interessanter Aspekt ist der, dass die meisten amerikanischen Präsidenten nicht nur Presbyterianer, sondern zugleich auch Freimaurer schottischer oder irischer Abkunft waren.

Existiert nun eine Verbindung zwischen die Zeugen Jehovas und der Freimaurerei? War Russell selbst in die Freimaurerei verwickelt? Nach Aussage der WTG machte sich Russell 1886 von vielen christlichen Lehren, die er lange Zeit akzeptiert hatte, frei, bis er den christlichen Glauben ganz ablegte.

In der Zeitung "The Jamestown Evening Journal" vom 6. August 1910 äußerte sich Russell folgendermaßen: "Nachdem ich das Christentum abgelegt hatte, verehrte ich einen unbekannten Gott. Ich suchte eine göttliche Offenbarung."
In dem Buch "Die Zeugen Jehovas in Gottes Vorhaben", das 1960 in deutschsprachiger Ausgabe erschienen ist, liest man auf Seite 18, dass Russell begierig war, alles zu lernen, was Gott lehrte, egal woher er es erfuhr. In einer seiner Predigten bekannte er, dass er auch die orientalischen Religionen studiert hatte. Umfasste dieses Studium am Ende auch die Lehren und Geheimnisse der Freimaurerei?

Wir alle können medizinische Fachausdrücke verwenden. Lesen wir aber verschiedene Bücher oder hören uns die Reden ein und derselben Person an, in denen fortlaufend medizinische Fachausdrücke vorkommen, können wir sichergehen, dass diese Person ein Arzt ist oder zumindest mit der Medizin zu tun hat.

Was nun Russell angeht, so fällt auf, dass er in seinen Büchern und Predigten ständig typisch freimaurerische Ausdrücke wie "großer Baumeister des Universums", "Ordnung", "großer Meister", "Licht", "Priestertum" und andere gebraucht. Daraus können wir schließen, dass er zumindest Beziehungen zur Freimaurerei hatte.

Interessant ist zudem die Beobachtung, dass Russell während seiner unzähligen Reden immer von einem Emblem, das Kreuz und Krone darstellte, begleitet wurde. Auch links oben auf dem Titelblatt des Wachtturm und anderer Schriften des "Pastors" erscheint dieses Emblem. Ebenfalls als Wandschmuck in seinem Büro, am Bug der Lokomotive bei der Transcontinental Tour 1913, und bei der Pyramide an seinem Grab. Was hat es damit auf sich?
Es steht fest, dass auch andere dieses Symbol benutzt haben. Man kann u. a. Joseph Smith Junior (Freimaurer 33. Grads) und weitere bedeutende Mormonen nennen. Auch die Heilsarmee und Mary Baker Eddy, die Gründerin der Sekte "Christliche Wissenschaft", gebrauchten es. Mary Baker Eddy war verheiratet mit George Washington Glover, einem prominenten Freimaurer. Die "Christliche Wissenschaft" benutzt bis heute das freimaurerische Symbol. Laut Mary Baker Eddy sind Kreuz und Krone das Fabrikmarkenzeichen des Zusammenschlusses der Direktoren der "Christlichen Wissenschaft". Sicher ist jedenfalls, dass das Emblem freimaurerischer Herkunft ist. Der Orden benutzt es vorwiegend, um Werbung zu machen und die Aufmerksamkeit auf die Tempelritter zu lenken.
Auffallend ist die Farbe des Kreuzes: sie ist immer rot. Es kann kein Zufall sein, dass das von Russell in dem Emblem gezeigte Kreuz gleichfalls rot ist. Alle farbigen Sonderausgaben des Wachtturm tragen dieses rote Kreuz!

Nach umfänglichen Nachforschungen haben wir feststellen können, dass es sich hierbei um ein Abzeichen des freimaurerischen Ordens der Templer (auch "Tempelritter" genannt) handelt.

Ein zweites Beweisstück finden wir am rechten oberen Rand des Titelblattes des Wachtturm. Hier prangt das Symbol der größten Obödienz des Templerordens in den Vereinigten Staaten, des "Grand Encampment". War Russell Mitglied der Tempelritter?

Wir fügen noch hinzu, dass die Bibelforscher, bevor sie ihre eigenen Räumlichkeiten hatten, ihre Versammlungen zumeist in Räumen abhielten, die der Freimaurerei gehörten. Der Wachtturm vom 1. August 1994 bestätigt auf Seite 22, dass die Bibelforscher in der New Yorker Zentrale sich wenigstens bis 1926 regelmäßig im freimaurerischen Tempel von Brooklyn versammelten. Im Jahrbuch der Zeugen Jehovas von 1993 wird eingeräumt, dass die Versammlungen in Dänemark von 1912 bis 1943 im Odd Fellow Palaeet stattfanden. Die Organisation "Odd Fellows" gilt als ein starker Zweig der Freimaurerei. Noch merkwürdiger verhält es sich mit der Bezeichnung der heutigen Versammlungsräume als "Königreichsäle": im Englischen ist der Ausdruck "Hall" ("Königreichsaal" = "Kingdom Hall") freimaurerisch.

Kommen wir nun auf die maurerische Figur des Hiram-Abif zu sprechen. Wie bereits erwähnt, ist es prinzipiell mit großen Schwierigkeiten verbunden, in die Geheimnisse der Freimaurerei einzudringen. Auch die Person Hirams ist von Geheimnissen umwittert. Für die Freimaurer ist Hiram-Abif ein guter Mensch, zu vergleichen mit den Patriarchen des Alten Bundes. Hiram war der Geschickteste der Baumeister. König Salomon machte ihn zum Aufseher über die Arbeiter beim Bau des Jerusalemer Tempels. Übrigens ist Hiram-Abif nicht identisch mit dem König von Tyros (vgl. Bücher der Könige).

Da die Freimaurerei ihr wahres Wesen gezielt verbirgt und ihre Mitglieder dazu verpflichtet, die Geheimnisse der Loge zu wahren und sie keinesfalls aufzudecken, müssen wir auf rein freimaurerische, den Profanen gewöhnlich unzugängliche Literatur zurückgreifen, um zu erfahren, welche Bedeutung Hiram in Wirklichkeit für die Freimaurer hat.

Gemäß authentischen freimaurerischen Quellen ist Hiram-Abif der Messias der Freimaurer. Parallel dazu deckt Prof. John Robison in seinem Buch "Proofs of a Conspiracy against all Governments and Religions" (Boston 1967) auf, dass der Gründer der Illuminaten, Adam Weishaupt, die Christen abzulenken trachtete, indem er lehrte, Hiram-Abif sei Jesus Christus.

Erstaunlicherweise identifizierte nun Russell in seiner Predigt "Pastor Russell‘s Sermons" (1917, Seite 804) Hiram ebenfalls mit dem Messias. Aus welcher Quelle schöpfte er dieses Wissen? Wenn zum einen die Freimaurer über ihre Geheimnisse nur mit echten und zuverlässigen Brüdern sprechen dürfen, zum anderen Russell jedoch kein Freimaurer war, wie konnte er dann wissen, dass Hiram der Messias der Freimaurer ist? Wenn wir die erwähnte Predigt näher untersuchen, scheint Russell zunächst nur zu sagen, die Freimaurer glaubten, Hiram sei der Messias. Aber dem ist nicht so! Russell erklärt darüber hinaus definitiv, Jesus, der Messias der Christenheit, sei mit Hiram-Abif. identisch. Welch eine Blasphemie! In der gleichen Predigt behauptet er, die freimaurerische Religion beruhe auf der Bibel. Falls Russell kein Freimaurer war, klingt diese Predigt zumindest gut in freimaurerischen Ohren. Auch lässt sich dann nicht leugnen, dass er jedenfalls hervorragende Kenntnisse der freimaurerischen Geheimlehren besaß.
Ein anderes beachtliches Indiz ist der Sonnenaufgang, der auf den Titelseiten von Russells ersten Publikationen wie auch auf denjenigen des Wachtturm erschien. Seine Symbolik ist genuin freimaurerisch.

Genauso verblüffend ist es, dass das maurerische Zeichen der Flügel Amon-Ras, des ägyptischen Sonnengottes, eines der bevorzugten Embleme Russells darstellte. Wer unter den Freimaurern benutzt das Symbol der Flügel des Amon-Ra? Der 33-Grad-Freimaurer Albert Churchward behauptet in seinem Buch "Signs and Symbols of Primordal Man. The Evolution of religious Doctrines from the Eschatology of the Ancient Egyptians" (London 1913, S. 86), dass das Symbol der Flügel des Sonnengottes nur von den Freimaurern des 33. und höchsten Grades gebraucht und verstanden wird. Man muss in Betracht ziehen, dass die Freimaurer nur Kennzeichen und Symbole benutzen dürfen, die ihrem Grad entsprechen. Die Tatsache, dass Russell dieses Emblem so oft in seinen Schriften, Abhandlungen und Büchern verwendet, muss uns also zu denken geben.
Noch mehr beeindruckt Russells Lehre und Praxis der Pyramidelogie, die bekanntlich unter den Freimaurern sehr populär ist. Wenn Russell nicht Freimaurer war... warum begegnet man dann in seinen Schriften weitläufigen Studien über die Symbolik der Pyramide?

Russell wurde auf dem Grundstück der WTG "The Rosemont United Cemeteries", 5 Meilen nördlich von Pittsburgh, begraben. Bis heute steht die freimaurerische Steinpyramide auf seinem Grab. Seine Anhänger montierten seitwärts von der Pyramide eine Steintafel mit seinem Photo, um die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Grab abzulenken. Warum hatte Russell angeordnet, dass auf seinem Grab eine freimaurerische Pyramide errichtet werden sollte?

Höchst aufschlussreich ist aber endlich die Entdeckung, dass sich Russells Mitgliedskarteikarten des Masonic Knight Templar (Tempelritter) in der Mutterloge, der "Blauen Loge" in Dublin, Irland, befinden. Diese Loge gehört zur Grand Lodge of Pennsylvania. Weiter war Russell auch Mitglied des Schottischen Ritus.

Auch im Register des Buches "Occult Theocracy" wird unter den prominenten Freimaurern Charles Taze Russell als bedeutendes Logenmitglied aufgeführt.
Im Jahre 1913, während einer 15-seitigen Ansprache sagte Russell u. a.: "Ich freue mich, dass ich hier vor Delegierten aus den Küstenstädten und aus weiteren 35 Staaten sprechen darf. Wir befinden uns hier in einem Gebäude, das der Freimaurerei geweiht ist. Einige meiner besten Freunde sind Freimaurer und auch ich bin ein anerkannter Freimaurer." In einer weiteren Darlegung wurde bekannt gegeben, dass Russell zu der höchsten Loge Zugang hatte. Es kann also kein Zweifel mehr daran bestehen, dass Russell ein "Superfreimaurer" war. Russell war ebenfalls Mitglied der Rosenkreuzer von Quakertown. Nur deshalb liefen die Zeremonien bei der Einäscherung seines Körbers und während seines Begräbnisses nach den Riten der Rosenkreuzer ab.

Wie wir gesehen haben, erklomm nach Russells Tod Joseph Franklin Rutherford die Leiter der Macht. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Tatsache, dass letzterer Gerichtsadvokat für die Firma Draffen & Wright war, bevor er den Präsidentenposten bei der WTG einnahm. Seine Firma war eine Agentur, die hauptsächlich von den großen Unternehmen und Treuhandgesellschaften in Anspruch genommen wurde, deren Führungspersonal großenteils der Hochgradfreimaurerei angehörte. Später stieg Rutherford zum Spezialanwalt auf und vertrat als solcher Fälle vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten in Washington.

Wie schon erwähnt, wurde Rutherford 1909 als Anwalt nach New York berufen. Im gleichen Jahr eröffnete er eine Kanzlei und war bis zu seinem Tod im Jahre 1942 ein hochrangiges Mitglied der New Yorker Staatsanwaltschaft. Gemäß den Angaben der WTG von 1909 musste er sich um den Anwaltsposten im Staate New York bemühen, um seinen Verpflichtungen nachkommen zu können, als die Sekte ihre Büros nach Brooklyn verlegte. Man hat jedoch herausgefunden, dass das nicht der wirkliche Grund gewesen sein konnte. Es scheint, dass der Richter ein doppeltes Spiel spielte. Zweifellos sah er sich gezwungen, um den Posten in der Staatsanwaltschaft nachzusuchen, um seine Kontakte zu gewissen illustren Freimaurern und Regierungsmitgliedern zu verschleiern. Denn nur so konnten die Jünger die freundschaftlichen Beziehungen ihres Anführers entschuldigen und rechtfertigen. Rutherford stand in Verbindung mit hochrangigen Militärs, mit der Marineakademie, mit dem Bankier, Politiker und Senator George Louis Wellington (einem Hochgradfreimaurer des 33. Grades), mit Gouverneur George White (Ohio), mit dem Kongressmitglied Blackburn Barret Dovener und mit dem Hochgradfreimaurer William Jennings Bryan. Letzterer war dreimal für die Präsidentschaftskandidatur nominiert worden. Erstaunlich ist, dass Rutherford eine Werbekampagne für diesen hoch stehenden Freimaurer betrieb!

Eine vor dem St. Gallener Bezirksgericht Anfang 1924 angestrengte Klage gestattet uns einen Blick hinter die Kulissen der WTG. Am 21. Januar hatten die Protestanten in St. Gallen eine Protestversammlung gegen die stark angestiegenen Aktivitäten der Bibelforscher in der Schweiz abgehalten. Professor Köhler von der Züricher theologischen Fakultät hatte in seinem Vortrag erklärt, dass es ihm ein Rätsel sei, woher die Bibelforscher die reichen Geldmittel für ihre Propaganda bezögen. Dr. Fehrmann, ein in St. Gallen bekannter Arzt. behauptete daraufhin, dass sie sehr viel Geld von der internationalen Freimaurerei erhielten, um Verwirrung in die westeuropäische Christenheit hineinzutragen. Der Vorsitzende der Ernsten Bibelforscher, Konrad C. Binkele, verlangte sofortigen Widerruf dieser Behauptung. Dr. Fehrmann aber blieb bei seinem Wort, worauf die Internationale Vereinigung Ernster Bibelforscher gerichtliche Klage gegen ihn erhob.

Vor Gericht führte Dr. Fehrmann als Hauptbeweis einen Brief an, der vom 27. Dezember 1922 datierte und von einem amerikanischen Hochgradfreimaurer des 33. Grads aus Boston an einen Schweizer Bruder geschrieben worden war. Dieser Brief hatte u. a. folgenden Wortlaut:

"Ihre zweite Anfrage betrifft die Internationale Gesellschaft der Ernsten Bibelforscher, die ihren Hauptsitz in Brooklyn, N.Y., hat. Gewiss sind uns diese Leute sehr von Nutzen. Wir geben ihnen auf dem bekannten indirekten Wege viel Geld durch eine Anzahl Brüder, die während des Krieges sehr viel Geld gewonnen haben; es tut ihrem dicken Portefeuille nicht weh! Sie gehören zu den Juden. Im nächsten Frühjahr vielleicht wird ein bedeutender Jurist nach Europa kommen. Er war schon mehrere Male in Europa. Mister Rutherford wird eine Propaganda durch Vorträge unternehmen. Ich benütze jetzt die Gelegenheit zu einer Bitte an Sie, geliebter Bruder, wollen Sie bemüht sein, dass die Zeitungen der Schweiz keine Artikel bringen, die gegen diese Vorträge gerichtet sind! Sie haben doch unter den Brüdern der Schweiz viele Leute der Tagespresse. Auch bitte ich zu sorgen, dass die Tätigkeit der Ernsten Bibelforscher in den Zeitungen nicht ungünstig beurteilt wird. Wir haben diese Leute sehr nötig, sie müssen uns Pioniere sein. Was soll ich ihnen mehr sagen! Sie wissen alles selbst; Das Prinzip, ein Land zu erobern, ist, seine Schwächen auszunutzen und seine Säulen zu untergraben. Unsere Feinde sind die Protestanten ebenso wie die Katholiken in Europa, ihre Dogmen sind unseren Plänen lästig, deshalb, müssen wir alles tun, ihre Anhängerzahl zu vermindern und sie lächerlich zu machen." Der Brief spricht für sich selbst!
Der Brief war bereits am 18. Mai 1923 im Tageblatt für den Kanton Solothurn "Der Morgen" veröffentlicht worden. Anfang Juni hatte die Redaktion des "Der Morgen" daraufhin von den Rechtsanwälten der Ernsten Bibelforscher ein Einschreiben des Inhalts erhalten, der Autor des Artikels solle unter Klageandrohung Widerruf leisten. Der Autor antwortete in "Der Morgen" mit folgender Stellungnahme:

DIE ERNSTEN BIBELFORSCHER
In Nr. 116 veröffentlichte ich im Auszug einen Brief eines amerikanischen Freimaurers, aus dem zweifelsfrei hervorgeht, dass die Bestrebungen der Ernsten Bibelforscher von der Weltfreimaurerei finanzielle und moralische (sofern man hier, bei der Weltfreimaurerei das Wort "moralisch" anwenden darf) Unterstützung erhalten. Eine Beleidigung oder Verdächtigung der Ernsten Bibelforscher hat mir fern gelegen. Es sollte durch Veröffentlichung jenes Schreibens nur die Wühlarbeit der Weltfreimaurerei charakterisiert werden. Ich habe nicht gesagt, dass die Ernsten Bibelforscher, soweit die Schweizer Gesellschaft in Frage kommt, ein Bündnis mit der Freimaurerei geschlossen haben."

Die Ernsten Bibelforscher haben es anschließend nicht mehr gewagt, gegen die Tageszeitung "Der Morgen" vorzugehen. Gelegentlich haben sie allerdings die Behauptung aufgestellt, der Brief sei eine Fälschung. Nachdem jedoch der Empfänger des Briefes, Herbert von Bomsdorff- Bergen, Grosskommandeur des 33. Grades, Leiter der Bruderkorrespondenz für alle fünf Kontinente, der Loge offiziell den Rücken gekehrt hatte, trat er nun selber an die Öffentlichkeit. Er bestätigte u. a.: "Aus Amerika erhielt ich im Januar 1923 einen Brief von einem Hochgradfreimaurer, der mich "brüderlich" um Auskunft über verschiedene ihn interessierende Dinge bat. Ich habe den Brief am 18. Mai 1923 im Tagesblatt dei Schweiz, im "Morgen", veröffentlicht." Später wurde der Brief auch in der "Münchener Allgemeinen Rundschau" (1924, S. 757) und in "Ecclesiastica" (Freiburg 1924, S. 260) veröffentlicht. Der Empfänger des Briefes bewies dessen Echtheit nochmals in August 1925 in der Ludwigshafener "Abwehr" Nr. 2.

Da das Gericht nach 1 ½-tägiger Verhandlung in den Äußerungen keine Ehrverletzung der Internationalen Vereinigung Ernster Bibelforscher zu erblicken vermochte, wurde Dr. Fehrmann freigesprochen. Die WTG wurde zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 450 Schweizer Franken an Dr. Fehrmann verurteilt. Auch nachdem sie Berufung eingelegt hatten, verloren die Bibelforscher den Prozess; diesmal mussten sie 1313,55 Franken an Dr. Fehrmann zahlen.

Um der Situation zu entkommen, boten die Bibelforscher im Rahmen einer Kampagne einem jeden Geld an, der nachweisen konnte, ob sie Geld von der Freimaurerei erhielten. Eine Gruppe von Zeugen Jehovas in Eutin deponierte zu diesem Zweck 10.000 Mark auf einer Bank. Es muss gesagt werden, dass die durchschnittlichen Zeugen Jehovas ganz gewiss nichts von der finanziellen Unterstützung durch die Loge wussten.

Nun aber zurück zur Rutherford. Sein erster Schritt nach Russells Tod, bestand darin, Stück für Stück die Spuren seines Vorgängers zu beseitigen, einschließlich der Lehre von der großen Pyramide und alle Embleme, die in diesem Kapitel erwähnt wurden. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte Rutherford mit den maurerischen Verbindungen Russells gebrochen. In "The Golden Age" vom 3. September 1930 greift er die Freimaurer vehement an. Er beschuldigt sie sogar der Verbindung mit dem Satanismus. "The Golden Age" vom 5. August 1931 bringt noch einmal einen ähnlichen Artikel. Beweist das, dass Rutherford kein Freimaurer war? Absolut nicht! Ich muss den Leser daran erinnern, dass die Freimaurerei von Rätseln und Geheimnissen umgeben ist. Beispielsweise fand man heraus, dass der Führer der antifreimaurerischen Partei (1830-1840) in den Vereinigten Staaten selbst ein hohes Mitglied der Loge war.

Nach seinen Attacken gegen den Orden wechselte Rutherford ebenfalls das Hemd. Ab 1935 zeigte er sich der Freimaurerei wohlgesonnen. In jenem Jahr veröffentlichte er zwei Artikel, in denen er die Verfolgung der Freimaurer in Italien und Deutschland anprangerte. Anscheinend verkörperten bei ihm seit diesen beiden Veröffentlichungen die Freimaurer nicht mehr den Teufel. Rutherford zufolge waren sie Opfer des Faschismus und des Vatikans. Am seltsamsten ist, dass die WTG während all dieser Jahre nur die Verfolgung von Logenmitgliedern durch die Faschisten beklagte, niemals jedoch die Verfolgung und Tötung von Juden, Geisteskranken, Zigeunern und anderen Opferns seitens der Nazis bekanntmachte oder verurteilte.

Nach Rutherfords Tod fuhr die WTG fort, Artikel zugunsten der Freimaurerei zu veröffentlichen. In "The Golden Age" vom 20. Juni 1945 wird über die Verfolgung der spanischen Freimaurer durch Franco berichtet. Und der Wachtturm vom 13. März 1946 erzählt die Geschichte der ersten italienischen Opfer aus den Reihen der Freimaurerei unter Mussolini.

Im allgemeinen wissen die Zeugen Jehovas absolut nichts über die Freimaurerei. Anscheinend hält es die Führungsspitze in Brooklyn nicht für nötig, sie über diese so mächtige Organisation zu informieren. Ich habe nur einen einzigen Artikel über die Freimaurerei gefunden. Was mich an diesem fünfseitigen Bericht (in Awake! vom 8. August 1958) am meisten überraschte, war die umfassende Kenntnis, die die Führer der Zeugen Jehovas von der Freimaurerei besitzen. Der Schreiber des Artikels schildert detailliert die Einweihung in den ersten, zweiten und dritten Grad. Nachdem was wir bisher über die Logenmitgliedsschaft der Führungsspitze der WTG gehört haben, ist es bezeichnend, dass der Bericht die Freimaurer ganz anders behandelt als die Katholiken, die in den Publikationen der Sekte oft scharf angegriffen werden. Gegen die Logen nimmt der Autor, wahrscheinlich Nathan Homer Knorr, nur ganz am Ende seines Aufsatzes Stellung, indem er bekräftigt, dass sie nichts für die Getreuen der WTG seien.

Interessanterweise wird in dem gleichen Artikel der bereits erwähnte Albert Pike als einer der größten Gelehrten der Freimaurerei bezeichnet. Wer war dieser Albert Pike in Wirklichkeit? Albert Pike, der den Spitznamen "Teufelspapst" trug, war nicht nur Oberhaupt des Schottischen Ritus in Washington, sondern auch das okkultistische Oberhaupt der Illuminaten in den Vereinigten Staaten und der Erfinder des Palladischen Ritus, einer satanistischen Organisation die höchstwahrscheinlich die spirituelle Freimaurerei kontrolliert und auch als treibende Kraft hinter der ungeheuren New-Age-Welle betrachtet werden muss.
Nicht nur Albert Pike wird von der WTG erwähnt. Es lässt sich nachweisen, dass die Machthaber von Brooklyn oft berühmte Freimaurer wohlwollend zitieren.

Wie schon gesagt, hinterlassen die Freimaurer so oft als möglich einen Hinweis auf ihre Verbindungen, nicht nur durch Verwendung von Bildsymbolen, sondern auch durch Handzeichen, bestimmte Worte oder festgelegte Ausdruckweisen Im Falle des vierten Präsidenten der WTG, Frederick Franz, genügt ein einziges Beispiel, seine Verbindung zur Freimaurerei aufzuzeigen: wahrend in allen Bibelübersetzungen an dieser Stelle der Name "Herr" oder "Jahwe" steht, wandelt Franz bei Hosea 12,14 das Wort "Adonai" in ein freimaurerisch besetztes um: "Großer Meister".

Gibt es noch mehr Beweise dafür, dass die Sekte mit der Freimaurerei verbunden ist? Im Augenblick begnügen wir uns mit einem Hinweis auf "Erwachet" vom 8. Januar 1993. In diesem Heftchen verwendet der von der WTG geistgesalbte Schreiber den freimaurerischen Ausdruck "Großer Baumeister des Universums".
Es ist im übrigen verblüffend, wie weitgehend die Ideologie der Freimaurerei mit derjenigen der Gründung von Charles Taze Russell bzw. mit den aktuellen Glaubenslehren der WTG übereinstimmt:

BEIDE Organisationen leugnen die Grundwahrheiten des christlichen Glaubens.

BEIDE behaupten, dass die Rettung der Seelen nur durch gute Werke zu erreichen, das "Neugeborenwerden" (aus dem Glauben) hingegen nicht notwendig ist.

BEIDE versammeln sich in freimaurerischen Sälen.

BEIDE setzen Hiram-Abif mit dem Messias gleich.

BEIDE haben ihre eigene Bibel und bilden sich ein, die Heiligen Schriften seien verschlüsselt abgefasst. Gegenüber ihren Mitgliedern lehren sie, dass die Geheimnisse der Heiligen Schrift sich nur bestimmten eingeweihten Mitgliedern offenbaren. Russell schrieb im "Bible Examiner" vom Oktober 1876 auf Seite 27: "Die Schriften sind wie ein Tempel [freimaurerischer Ausdruck!], und um sie zu enthüllen, braucht man einen Schlüssel."

BEIDE stützen sich auf die Symbolik der Zahlen, und derjenigen der altägyptischen Pyramiden.

BEIDE glauben, dass Gott die Große Pyramide bauen ließ. Nach ihrer Auffas­sung stellt die Pyramide die Kirche dar.

BEIDE verneinen die Gottheit Christi. Ihnen zufolge ist Christus nur ein Mensch. Ausserdem leugnen sie, dass er der Mittler der Christen ist. Albert Pike erklärte in seinem Standardwerk "Morais and Dogma of the Ancient and Accepted Rite of Scottish Freemasonary" ("Sitten und Glaubenslehre des Alten und Akzeptierten Ritus der Schottischen Freimaurerei") (Richmond 1921, Nachdruck 1966), das mit Erlaubnis des Obersten Maurenschen Rates veröffentlicht wurde, Jesus sei ein Mensch wie jeder andere gewesen und seine Geschichte stelle nur die imaginäre Wiederbelebung einer älteren Legende dar (5. 34). Andere Schriftsteller der Loge vergleichen Christus mit Isis.

BEIDE erwarten eine Neue Welt-Ordnung und eine Weltregierung.

BEIDE bedienen sich des Ausdrucks "Großer Baumeister". Russell benutzte ihn oft in seinen Schriften. Die Freimaurerei identifiziert den "Großen Baumeister" mit dem Schöpfer des Universums. Den Namen Gottes führt sie selten im Munde, und denjenigen Christi überhaupt nicht.

BEIDE benutzen den jüdischen Kalender. Statt zu sagen: "vor" bzw. "nach" Christi Geburt, sagen sie: "vor" bzw. "nach" der allgemeinen Zeitrechnung.

BEIDE lehren, man dürfe falsch schwören, um die "Brüder" zu beschützen. Sie behaupten auch, es sei nicht notwendig, die Wahrheit solchen Personen zu sagen, die es nicht verdienen, sie zu erfahren. Die Lüge wird bei beiden als "Kriegsstrategie" betrachtet.

BEIDE zeigen sich überzeugt von der Ueberlegenheit der weißen Rasse über die farbige. Russell forderte die Bibelforscher auf, keine Zeitschriften oder Bücher an Schwarze zu verschwenden, weil sie weniger Bildung hätten und aus den Schriften keinen rechten Nutzen zu ziehen vermöchten. Die Logen in den meisten Bundesstaaten der USA nehmen keine Schwarzen auf.

BEIDE erklären nachdrücklich, dass sie die Offenbarungen immer besser verstehen. Sie messen dem Wort "Licht" großen Wert bei.

Wir haben soeben gezeigt, dass man die besondere Beziehung, in der die WTG zur Freimaurerei steht, nicht ignorieren kann WTG tatsächlich ihre Arbeit zugunsten der zionistischen Bewegung, als sie den Umschwung bezüglich der Juden vollzog? Können wir, in Anbetracht der Millionen Exemplare von Zeitschriften und Büchern der Sekte, die das hebräische Volk beleidigten und im ganzen deutschen Reich verbreitet wurden, ausschliessen, dass die Attacken der WTG gegen die Juden ihr damaliges geistiges Umfeld beeinflusst haben? Verursachten nicht die antisemitischen Attacken in allen Teilen Deutschlands eine Zunahme der Anstrengungen der Juden, nach Palästina auszuwandern?
Gemäß dem bedeutenden jüdischen Schriftsteller J. G. Burg ist der Zionismus nicht nur geistig verwandt mit dem Antisemitismus, er kann ohne ihn überhaupt nicht leben. Der Schriftsteller behauptet u. a.:
"Das furchtbare ist, dass gerade die Zionisten allergrößtes Interesse am Antisemitismus haben. Je mehr Unrecht die Juden in der Welt erleben müssen, je mehr sie verfolgt werden, desto besser stehen die Chancen der Zionisten."


Die GEHEIME MACHT HINTER DEN KULISSEN

a) Marionetten des Kapitalismus

1861 brach der verheerende amerikanische Sezessionskrieg aus. In den folgenden vier Jahren richtete dieser kostspielige, mit großer Erbitterung geführte Krieg in der Süd-Ost-Region der Vereinigten Staaten große Verwüstungen an. Mehr als 620.000 Menschen starben auf beiden Seiten; es gab 375.000 Verwundete.
Nach diesem Krieg veränderte die fortschreitende Industrialisierung das Land vollständig. Merkwürdigerweise hatte die Wirtschaftskraft der Vereinigten Staaten überhaupt nicht gelitten. Ausschlaggebend dafür war zweifellos der außergewöhnliche Fortschritt der Schwerindustrie. Kein europäisches Land hat je eine ähnliche Entwicklung gesehen!

Ab 1865 wurden Kapitalzusammenschlüsse gegründet, wie es sie vorher nicht gegeben hatte: "Trusts", d. h. Gruppen, die Monopole bildeten, um ganze Industriesektoren zu beherrschen. So gerieten zum Beispiel zwei Drittel aller Eisenbahnlinien unter die Kontrolle verschiedener Gruppen, die dem Bankier und Freimaurer John Pierpont Morgan unterstanden. Carnegie gab den Anstoß zur Gründung eines Kartells, das zum mächtigsten der Welt auf dem Stahlsektor wurde. Und Rockefeller war Herr über die Ölfelder.

Im Laufe der Zeit formierten sich zwei Finanzimperien, das eine gebildet von Morgans First National Bank, dem Rubber Trust, General Electrics, U.S. Steel und den Eisenbahnen Vanderbilts, das andere bestehend aus Rockefellers National City Bank, Standard Oil, Tobacco, den Ice Trust und den Eisenbahnen Goulds.

Zur gleichen Zeit, da sich der Kapitalismus entfaltete, kam es auch zu einer brutalen Konfrontation zwischen dem Reichtum des gehobenen Bürgertums (der Bourgeoisie) und dem Elend der Arbeiterschaft. Damals waren die Arbeiter zu einer Lebensweise gezwungen, die sich kaum von der Sklaverei unterschied. Die Familien lebten in von den Unternehmen gestellten "Ställen", die man noch nicht einmal den Schweinen anzubieten gewagt hätte. Die Löhne waren äußerst niedrig und die wöchentliche Arbeitszeit betrug 65 bis 67 Stunden. Eines der Probleme der Arbeiter war die uneingeschränkte Zuwanderung. Die Unternehmer konnten ihren Angestellten aus lächerlichen Gründen kündigen, da ihnen ständig eine Anzahl Neuangekommener zur Verfügung standen, die sich bereit fanden, die Arbeit zu den Bedingungen der Arbeitgeber auszuführen.
Die Arbeiterschicht der Vereinigten Staaten wurde zu einer der zahlenmässig größten der Welt. Die Armut, das Analphabetentum und das Fehlen jedes politischen Konzepts waren die Ursachen dafür, dass sie die schwersten Arbeiten gegen sehr geringe Entlohnung verrichteten. Es gab für die Arbeiter keinerlei Möglichkeit, sich ihren Fronherren zu widersetzen. Da die Regierung auf Seiten der Morgans, der Rockefellers, usw. stand, kam für sie nicht einmal der Streik in Frage; wenn sie es dennoch versuchten, griffen Polizei und Armee mit Härte, ja sogar mit ausgesprochener Brutalität ein.

Im Jahre 1877 wurde die Agitation chronisch und es kam zu mehreren Streiks, deren aufsehenerregendster derjenige der Eisenbahner von Baltimore und Pittsburgh war.

Die Eisenbahn von Baltimore hatte eine zehnprozentige Senkung der Löhne bekannt gegeben. Als Folge dessen traten die Arbeiter in einen Streik, der aber von der Armee zerschlagen wurde. Die Bilanz dieses Streiks waren 10 Tote und 30 Schwerverletzte.

In Pittsburgh wurden hunderte von den Streikenden abgestellte Lokomotiven durch einen Brand zerstört, den Provokateure gelegt hatten. Dieser Streik sollte zum Schlimmsten seiner Art werden; es gab 25 Tote (darunter 10 Kinder) und 50 Schwerverletzte. Wie stets, blieben die Arbeitgeber Sieger.

Nach diesen Streiks hielt der Kampf der Arbeiter an. 1886 wurden mehr als 1600 Streiks ausgerufen, ein jeder weitreichender und länger anhaltend als der vorherige. Diese Streiks kosteten viele Menschenleben.

Die Arbeiter mussten überdies eine unausgesetzte Verleumdungskampagne seitens von den Arbeitgebern gekaufter Journalisten über sich ergehen lassen. Überraschenderweise nahm auch Charles Taze Russell Partei für die großen "Trusts". Es scheint, dass die WTG mit ihrer Proselytenmacherei, besonders innerhalb der Arbeiterklasse, die gleichen Ziele verfolgte wie die gekauften Journalisten. Im 4. Buch der Serie Millennium-Tagesanbruch, "Der Tag der Rache", später "Der Krieg von Armageddon" genannt, ging Russell zu weit, als er sich an die Arbeiterklasse wandte und zugab, dass die Situation schlimm sei, aber gleichzeitig hinzufügte, dass jeder organisierte Kampf bedeuten würde, die Lage noch weiter zu verschlechtern. Ihm zufolge gab es für die Arbeiter keine andere Möglichkeit, als ihr Los zu ertragen. Im gleichen Artikel rechtfertigte er auf unverschämte Weise den Standpunkt der großen "Trusts" (5. 178fu. 191).
War Russell, genau wie die Journalisten, von den großen Trusts bezahlt worden, um die Arbeiter zu beschwichtigen?
Es ist schändlich, wie Russell mit unfassbarer Gleichgültigkeit die Tragödie der armen versklavten Arbeiter darstellt. Aus einer ganzen Reihe von Erklärungen Russells, die wir lesen konnten, geht hervor, dass der Artikel kein Zufall war. Denn seit seinem Erscheinen (schon in der dritten Ausgabe!) nahm der Wachtturm Partei für die großen Trusts. So lobte Russell beispielsweise im Wachtturm vom 1. Januar 1911 auf den Seiten 1 bis 4 das Werk des Magnaten und Freimaurer J. P. Morgan. Russel behauptete u. a. das Werk stelle eine Erfüllung der Schriften dar.

b) Pazifisten und Spione

Niemand dachte, dass die Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers am 28. Juni 1914 in Sarajewo zum Krieg führen könnte. Aber da es in der Anklage hieß, dass die Mörder an jenem Tag im Interesse Serbiens gehandelt hätten, erklärte Oesterreich-Ungarn dem kleinen Balkanstaat den Krieg. Es dauerte nicht lange, bis alle europäischen Mächte in diesen so genannten "Großen Krieg" verwickelt waren. Als Belgien im August 1914 von den deutschen Truppen besetzt wurde, sagt der amerikanische Präsident Wilson dazu: "Es ist notwendig, dass die Vereinigten Staaten neutral bleiben." In einer Botschaft an den US-Kongress vom Dezember 1914 bekräftigte Präsident Wilson: "Wir befinden uns mit der gesamten Welt im Frieden; wir sind die aufrichtigen Freunde aller Nationen auf Erden; wir sind die Vorkämpfer der Eintracht und des Friedens." In der Zwischenzeit schickte das US-Schatzamt monatlich 500 Millionen Dollar zu einem Zinssatz von drei Prozent nach Europa. Morgans U.S. Steel Corporation lieferte den Alliierten sechs Millionen Tonnen Stahl für ihre Waffen- und Munitionsfabriken. Berlin legte beim Weißen Haus Beschwerde ein und warf den Vereinigten Staaten vor, den Engländern Munition zu verkaufen.

Die offizielle Geschichtsschreibung berichtet über Deutschland, dass diese Nation eine Politik der Zerstörung aller Schiffe jeglicher Nationalitäten begann. Nach dem Abschuss des amerikanischen Passagierschiffes "Lusitania" stimmte das US-Repräsentantenhaus am 6. April 1917 mit 373 gegen 50 Stimmen für die Kriegserklärung gegen Deutschland. Das Rekrutierungs­Gesetz wurde am 15. Juni 1917 vom Kongress bewilligt.
Es gibt keinen Zweifel, dass der Untergang der Lusitania inszeniert wurde. Die Ladung dieses Schiffes bestand aus militärischen Gütern, die für Großbritannien bestimmt waren und folglich war es auch kein reines Passagierschiff, wie die Amerikaner behaupteten. Es ist bekannt, dass es Präsident Wilson war, der den Seefrachtbrief der zum Untergang geweihten Lusitania in die Archive des amerikanischen Finanzministeriums verbracht hat. Aus dieser Bill of Lading geht eindeutig hervor, dass die Lusitania militärische Güter transportierte. Man schickte die Lusitania mit gedrosselter Geschwindigkeit absichtlich in ein Gebiet, in dem sich feindliche U-Boote befanden. Außerdem wurde ihr Begleitschutz abgezogen. Der Abschuss dieses Schiffes war lediglich der Grund, den Präsident Wilson benötigte, um endlich in den europäischen Krieg eingreifen zu können.

Nachdem J. P. Morgan den amerikanischen Präsidenten Wilson um Hilfe bat für England und Frankreich gegen Deutschland in Form einer Anleihe von 500 Millionen Dollar und von Munitionslieferungen, erwies sich Paul Warburg, der damals Direktor des Federal Reserve Board war, mit dieser Forderung nicht einverstanden. Als aber Morgan die Verbindungen der Warburgs zum deutschen Geheimdienst aufdeckte, sah sich Warburg gezwungen, auf seinen Posten zu verzichten. Einen Monat nach Kriegsausbruch, legte Rutherford sein Buch "The Finished Mistery", zu deutsch "Das vollendete Geheimnis" vor. Dieses Buch mahnte nicht nur dazu, dem Militärdienst fernzubleiben, sondern enthielt sogar Sätze, die gewisse prominente Leute gegen den Krieg ausgesprochen hatten. Man muss wissen, dass dieses Buch, das die Ansichten der pazifistischen Partei von Warburg & Co. unterstützte, noch vor dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg veröffentlicht werden sollte. Das Buch, das dazu angetan war, die Bemühungen der Vereinigten Staaten um den Kriegseintritt zu behindern, wurde augenblicklich von der Regierung verboten. Ein Memorandum des Justizministeriums lautete: "Der einzige Effekt, den das Buch "Das vollendete Geheimnis", ein Buch, das ganz im religiösen Stil gehalten und in großem Umfang verbreitet wurde, erzielt, ist, dass die Soldaten unsere Sache ablehnen und andere ein Widerstreben gegen die Einberufung verspüren." Am 7. Mai 1918 wurde gegen Rutherford und sieben Mitglieder des Direktoriums Haftbefehl erlassen. Die Anklageschrift gegen den Präsidenten der WTG und seine Gefährten beschuldigte sie der Verschwörung zur Verletzung des Spionagegesetztes vom 17. Juni 1917.

Besonders die Veröffentlichung und Verbreitung des Buches "The Finished Mystery" spielte dabei eine große Rolle. Weiter wurde ihnen vorgeworfen, ihre illegalen Vorhaben auszuführen oder es zu versuchen. Außerdem wurde erklärt, sie hätten sich verschworen, um zum Ungehorsam und zur Verweigerung der Dienstpflicht in den Streitkräften der Vereinigten Staaten anzustiften und die Rekrutierung und Anwerbung von Männern für den Militärdienst zu behindern.



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