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  • 14.09.2015 18:58 - „Ich brauche die Begegnung, die Nähe. Wenn ich Menschen treffe, spüre ich die Umarmung Gottes.
von esther10 in Kategorie Allgemein.

Papst: Die Umarmung Gottes spüren


Der Papst bei einer Generalaudienz - ANSA

14/09/2015 12:15SHARE:
„Ich brauche die Begegnung, die Nähe. Wenn ich Menschen treffe, spüre ich die Umarmung Gottes.“ Das sagte Papst Franziskus am Montag im Interview mit dem argentinischen Radiosender FM Milenium 106.7 aus Buenos Aires. Mit dem Journalisten Marcelo Figueroa – einem alten Bekannten, mit dem zusammen er schon als Kardinal TV-Sendungen bestritten hat – sprach Franziskus über die Notwendigkeit, angesichts einer Kultur der Feindseligkeit und der Fundamentalismen für Freundschaft einzustehen.

Im Gespräch stellte Franziskus die Freundschaft in den Mittelpunkt, die die unterschiedlichen Konfessionen und Religionen miteinander verbinde. „Du bist evangelisch, ich katholisch. Wir arbeiten beide für Jesus. Ein Freund ist nicht ein einfacher Bekannter, mit dem man ein nettes Gespräch führt. Freundschaft geht tiefer! Man muss auf der Hut davor sein, eine Freundschaft rein von ihrem Nutzen her zu beurteilen. Freundschaft bedeutet, den anderen durch sein Leben zu begleiten. Echte Freundschaften entstehen spontan. Bei einem echten Freund ist es so: Wenn du ihn lange nicht gesehen hast und wiedertriffst, fühlt es sich an, als hättet ihr euch gestern erst gesehen. Das ist das Menschliche an der Freundschaft.“
„Fundamentalismus baut Mauern“

Die Beziehung Gottes zu den Menschen sei zum einen von väterlicher Zuneigung, zum anderen aber auch von Freundschaft geprägt, so der Heilige Vater. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Worte, die Jesus beim Letzten Abendmahl an die Apostel gerichtet hat: „Nicht Diener habe ich euch genannt, sondern Freunde. Das bedeutet, dass wir uns von ihm heute Freunde nennen lassen sollen! Auch die Begegnung, der Dialog und die Freundschaft zwischen den verschiedenen Religionen sind dringend notwendig. Angesichts einer Kultur der Feindseligkeit müssen wir für eine Kultur der Begegnung und Brüderlichkeit arbeiten. Wir dürfen den anderen nicht verurteilen, weil nur Gott urteilt.”

Die Kultur der Begegnung habe allerdings auch ihre Grenzen, nämlich dort, wo religiöser Fundamentalismus herrsche. Keine Religion sei immun gegen Fundamentalismen, in jeder gebe es fundamentalistische Strömungen. Gott sei – ob im Judentum, im Christentum oder im Islam –ein Gott, der sein Volk begleite. Dieser Gott sei zugänglich, er mache sich mit auf den Weg. Die Fundamentalisten entfernten Gott hingegen von seinem Volk und machten ihn zu einer Ideologie. „Die Fundamentalisten versuchen zu zerstören, weil sie nur an eine Idee glauben, nicht aber an die Wirklichkeit. Diese verquere Finsternis raubt uns den Horizont, sie schließt uns ein in unseren Überzeugungen, den Ideologien. Es ist eine Mauer, die keine Begegnung zulässt.“

Die Begegnung aber sei wichtig, auch für ihn persönlich, wie Franziskus betonte. „Ich brauche die Begegnung, die Nähe. Wenn ich Menschen treffe, spüre ich die Umarmung Gottes. Ich gebe ja nicht nur, ich empfange auch. Ich brauche die Gläubigen, die Gläubigen geben mir etwas, sie geben mir ihr Leben. Der Priester muss eine Brücke sein, darum heißt es ja auch Pontifex: Er muss Brücken bauen und darf sich nicht abschotten. Mit Priester meine ich auch die Bischöfe und den Papst.”

„Ein Pfarrer hat keine Grenzen“

Auf die Frage, ob er für andere, auch Religionsführer, ein Vorbild sein wolle, sagte Franziskus: „Ich bin kein Vorbild, es ist vielmehr meine Identität. Ich fühle mich als Priester, das ist bei mir so. Wäre ich kein Priester, wäre ich ein Angestellter der Kirche. Ich weiß, ich bin ein Sünder, dewegen spreche ich mit Jesus und sage ihm: Wie gut sind doch die Menschen zu mir! Ein wahres Geschenk Gottes.“

Der argentinische Journalist wies den Papst darauf hin, dass er mit seiner Beliebtheit auch Menschen ansprechen könne, die nicht zur Kirche gehörten. Franziskus antwortete: „Ein Pfarrer, egal welcher Konfession, hat keine Grenzen. Er ist Pfarrer und fertig. Und er muss gegen die eigenen Egoismen kämpfen, die ich auch habe, er muss sie beseitigen, damit Jesus ihn als Pfarrer berufen kann in die Mitte seines Volkes.“

Schlussendlich sprach der Papst in dem Radiointerview über seine Umweltenzyklika Laudato Si. Auch hier gehe es im wesentlichen um Freundschaft: um die Freundschaft zur Umwelt nämlich. Der Mensch verhalte sich allerdings manchmal wie der schlimmste Feind der Natur.
(rv 14.09.2015 cz)



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