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Jesus ging an einen einsamen Ort, um zu beten

#1 von Hildegard Maria ( gelöscht ) , 04.02.2012 10:46

Jesus ging an einen einsamen Ort, um zu beten

Predigt am 5. Sonntag im Jahreskreis
5. Februar 2012, Lesejahr B

L1: Ijob 7,1-4.6-7; L2: 1 Kor 9,16-19.22-23; Ev: Mk 1,29-39

Alle liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch online

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Inmitten aller Mühen und obwohl alle Menschen nach Jesus suchten und fragten, weil er die Kranken heilte und die Trauernden tröstete, nimmt sich Jesus Zeit für das Gebet. Es heißt im Evangelium: „In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.“

Das persönliche Zwiegespräch mit dem himmlischen Vater geht ihm über alles. Die Verbundenheit des menschgewordenen Sohnes Gottes mit dem Vater ist das innerste Geheimnis seines Lebens und Wirkens. Ohne die Gemeinschaft mit seinem Vater kann Jesus nicht wirken. Denn er ist der vom Vater in die Welt Gesandte, und er wirkt, weil er gehorsam ist gegenüber dem Willen seines himmlischen Vaters. Weil er ganz im Vater lebt und mit ihm eins ist im Heiligen Geist, ist er auch ganz für die Menschen da und kann sich ihnen vorbehaltlos zuwenden.

Als Simon Petrus und seine Begleiter Jesus dort finden, wo er betet, da sagen sie zu ihm: „Alles suchen dich.“ Jesus reagiert nicht unwirsch, weil er jetzt im Gebet gestört wird. Nein, er hat volles Verständnis für die Not und Sehnsucht der Menschen nach dem Heil! So antwortet er: „Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.“ Es gibt keinen Gegensatz zwischen seiner Verbundenheit mit Gott dem Vater und seiner liebevollen Zuwendung zu den Menschen. Eben weil ihn der himmlische Vater zu den Menschen sendet, ist er ganz für sie dar, sodass er viele heilt, die an Krankheiten leiden, und die Dämonen austreibt.

Gewiss können wir uns nicht mit Jesus vergleichen: Er war und ist einzigartig! Der Erlöser ist wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich. Und doch hat er das Menschliche mit uns geteilt; er hat die Mühen des Lebens auf sich genommen um unseres Heils willen und hat uns so ein Beispiel gegeben, wie auch wir alle Arbeiten, Mühen und Leiden in rechter Weise annehmen sollen.

Machen wir nicht auch manchmal die Erfahrung, dass wir vor lauter Beanspruchung und Aktivität kaum mehr zum Denken kommen? Und wer will da noch vom Beten reden? Jesus zeigt uns, dass es jedenfalls im Leben auch Zeiten der Ruhe, der Besinnung, ja der Erholung braucht. Wir sollen geistig durchatmen können, um so Kraft zu schöpfen für den Alltag. Und hier darf das Gebet nicht fehlen.

Damit wir ins Beten hineinkommen, müssen wir uns Orte und Zeiten der Stille erobern. Im Alltag ist dies zwar oft schwierig, aber nicht unmöglich. Wir brauchen diese Zeit, um sie in besonderer Weise Gott zu schenken und von daher das übrige Leben neu zu ordnen.

Beim Beten geht es nicht um ein bloßes Aufsagen von Formeln. Das Gebet des Christen ist vielmehr ein Hineingenommen-Werden in das Zwiegespräch Jesu mit dem himmlischen Vater. Er ist unser Fürbitter bei Gott; durch ihn beten wir im Heiligen Geist zu Gott, unserem Vater. Wir tun dies am besten mit jenen Worten, die Jesus selbst uns gelehrt hat. Das „Vater unser“ enthält den Reichtum des ganzen Betens; wir können seine Tiefe nie ganz ausloten und dürfen alles Persönliche hineinlegen.

Und wenn wir daran das „Ave Maria“ anhängen, zeigen wir unser Vertrauen auf die Fürbitte der Gottesmutter Maria! Sie will uns zu Jesus führen, ihrem Sohn, damit wir durch ihn, den einzigen Mittler, in die Lebensgemeinschaft mit Gott dem Vater eintreten und so durch die Gnade des Heiligen Geistes das Heil und die ewige Vollendung finden.

Amen.


Hildegard Maria

   

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Danke für Ihr Reinschauen und herzliche Grüße...
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