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Kardinal Koch: Piusbrüder müssen 2. Vatikanum akzeptieren

#1 von esther10 , 24.04.2012 16:01

Versöhnungsangebot an Piusbruderschaft kam, weil Papst aus Kirchengeschichte weiß, dass Konzile Schismen zur Folge hatten - Koch will Vergebungsbitte zum Reformtionsgedenken 2017

Wien (kath.net/KAP) Papst Benedikt XVI. handelte mit seinem Versöhungsangebot an die Piusbruderschaft als Theologe und Kenner der Kirchengeschichte. "Weil er wusste, dass bisher jedes Konzil ein Schisma zur Folge hatte, war es ihm ein Anliegen, alles zu vermeiden, damit sich dies in seiner Verantwortung nicht wiederholt": Das betonte der Präsident des vatikanischen Ökumenerats, Kardinal Kurt Koch, bei einem Pressegespräch am Dienstag in Wien. "Jetzt liegt es an den Piusbrüdern, definitiv zu antworten", so Koch. Dies betreffe speziell die Position zum Konzil.

Die ihm bekannten beiden Antworten von November und März seien ungenügend gewesen; die jüngste vom 17. April sei ihm "noch nicht bekannt". Klar sei aber, dass es nicht ausreiche, "wenn sie 65 Prozent des Konzils ablehnen". Das Zweite Vatikanische Konzil, das vor 50 Jahren eröffnet wurde und an dem der jetzige Papst als Berater fungiert hatte, bildet für den aus der Schweiz stammenden Einheitsrat-Präsidenten auch die große Zäsur in der Ökumene. Aber es sei nach 50 Jahren deutlich geworden, "dass die Einheit mehr Zeit braucht als wir damals dachten".

Heute gebe es auch eine Unsicherheit über das Ziel. Viele protestantische Verantwortliche wollten bloß, dass "alle Kirchentümer als Kirche anerkannt" würden. Eine tiefer gehende Einheit komme damit aber aus dem Blick.

Eine gewichtige Stimme, nämlich die des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, erinnere aber immer wieder, dass Formen der Konsensfindung zu wichtigen Lebensfragen wie Frieden oder Umwelt nicht alles sein könnten. Patriarch Bartholomaios sei in der Ökumene einer, der die echte Kircheneinheit anstrebe. Aber er betone auch: "Wir brauchen Zeit". Man habe "sich 1.000 Jahre auseinander gelebt". Viele trennende Punkte seien nicht einmal theologischer, sondern vielmehr historisch-kultureller Art, was die Lösung aber nicht einfacher mache.

Offene Probleme im ökumenischen Dialog

Im Blick auf das Einigungshindernis "Papstamt" hob Kardinal Koch hervor, dass dies im Verhältnis zur Orthodoxie sogar mehr Probleme verursache als mit den Kirchen der Reformation. Denn die Orthodoxie habe theologische Argumente gegen das Papstamt, weil es eine Jurisdiktion ohne Sakramentalität sei. Evangelische Theologen und einige katholische wie Hans Küng strebten hingegen einen Ehrenprimat nach Art des Erzbischofs von Canterbury, des anglikanischen Primas, an. Gerade die aktuelle Zerreißprobe innerhalb der Anglican Community sei aber auch ein gutes Lehrbeispiel dafür, dass ein solches symbolisches Leitungsamt "nur bei schönem Wetter" funktioniere.

Grundsätzlich werde es bei allen tiefer gehenden Einigungsschritten zuerst Akte gegenseitiger Vergebung und Versöhnung bedürfen, sagte Kardinal Koch. Ein Grundproblem dabei sei, dass die meisten Christen die Spaltung heute nicht mehr als Sünde und Skandal empfänden. Bei Dialog-Tagungen mit orthodoxen Vertretern werde u.a. schmerzhaft spürbar, dass die orthodoxe Seite auch kleine Versöhnungsgesten wie den Friedensgruß nicht anbieten könne, weil dieser in der Orthodoxie schon eine Vorstufe zur Eucharistiegemeinschaft sei.

Reformationsgedenken mit Versöhnungsbitte?

Auch das bevorstehende "Reformationsjubiläum" werde nur ökumenischen Fortschritt bringen, "wenn es mit einem beidseitigen Schuldbekenntnis verbunden ist". Vorbild sei die Versöhnungsbitte Papst Johannes Pauls II. zum Heiligen Jahr 2000; "Ich hoffe, dass so etwas 2017 passieren wird".

Man sollte zudem "nicht von einem 'Jubiläum' sprechen, sondern von einem Reformations-Gedenken, denn wir können nicht eine Sünde feiern". Ihm sei auch bewusst, dass er mit dieser Aussage "als Anti-Ökumeniker" daherkomme. Wenn aber 2017 dieses gemeinsame Bekenntnis stattfinden könne, dann bestehe seinerseits Offenheit für die Frage, "was für weitere Zeichen gesetzt werden können".

Koch ging auch auf eine verbreitete Falschdarstellung ein, wonach Benedikt XVI. der Ökumene mit der Orthodoxie Priorität gegenüber der Ökumene mit den reformatorischen Kirchen einräume. Dies sei schon historisch falsch, denn Joseph Ratzinger habe schon als Theologe viel zur reformatorischen Theologie gearbeitet.

Es sei auch Ratzinger gewesen, der 1998 die gefährdete Augsburger "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigung" (1999) gerettet habe, einen Meilenstein der Ökumene zwischen Katholiken und Lutheranern. Der jetzige Papst sei 1998 extra nach Regensburg gereist, wo es zu einem Treffen mit den maßgeblichen Vertretern des Lutherischen Weltbunds kam. Ergebnis war ein Dokument zur Verständigung, in dem unmissverständlich der Konsens in den Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre bestätigt und hervorgehoben wird. Betont wird weiter, dass die gegenseitigen Lehrverurteilungen des 16. Jahrhunderts die heutigen Kirchen nicht mehr treffen. Zudem heißt es klarstellend, dass der Mensch allein aus Gnade gerechtfertigt und erlöst werde.

Kardinal Koch äußerte sich in dem Pressegespräch auch zu den Beziehungen zum Judentum, insbesondere zur Judenmission. Katholischer Glaube sei, dass der Bund mit dem Volk Israel "ein ewiger ist", gleichzeitig sei aber "mit Jesus Christus etwas Neues gekommen". Wie das zusammengehe, lasse sich "in einer halben Minute bei einem Pressegespräch nicht beantworten". Wegen dieses komplexen Miteinanders sehe die Kirche auch davon ab, eine explizite Judenmission zu betreiben. Das individuelle Zeugnisgeben der Christen von ihrem Glauben sei aber ein Auftrag vom Evangelium her; Adressaten dafür könnten auch Juden sein.

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich


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zuletzt bearbeitet 24.04.2012 | Top

   

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.Und das kann auch gar nicht mehr "gutgemacht" werden"

Danke für Ihr Reinschauen und herzliche Grüße...
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