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Gott ist einer von uns geworden

#1 von esther10 , 02.01.2016 13:04

Gott ist einer von uns geworden

Predigt am 2. Sonntag nach Weihnachten
3. Januar 2016, Lesejahr C
L 1: Sir 24,1-2.8-12 (1-4.12-16); L 2: Eph 1,3-6.15-18; Ev: Joh 1,1-18 (1,1-5.9-14)
Alle liturgischen Texte finden Sie online im Schott-Messbuch

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Vielleicht haben Sie schon einmal bemerkt, dass am 24. Dezember im Kalender nicht nur der Heilige Abend eingetragen ist, sondern auch zwei besondere Namen genannt werden: Adam und Eva.

Die Stammeltern der Menschheit werden nämlich an diesem Tag als Heilige gefeiert. Ist das nicht überraschend?

Immerhin wurde dem ersten Menschenpaar von Gott am Anfang das Paradies geschenkt. Durch eigene Schuld haben sie dies für sich und ihre Nachkommen verloren. Sie lebten zuerst in der Freundschaft und Vertrautheit mit Gott, in unbefangener und herzlicher Liebe zueinander und in einer natürlichen Verbundenheit mit der ganzen Schöpfung, vor allem mit den Tieren und Pflanzen.

Die Sünde von Adam und Eva bestand nach der Erzählung der Heiligen Schrift in der Auflehnung gegenüber Gott, im Bruch des Bundes der Liebe, den er mit ihnen geschlossen hatte (vgl. Gen 3,1-24). Die ersten Menschen wollten aus eigener Vollmacht sein wie Gott; sie misstrauten Gott und glaubten der Schlange, die den Teufel darstellt, mehr als Gott. Bald aber bemerkten sie, dass die verbotene Frucht zwar verlockend ausgesehen hatte, ihnen aber in Wirklichkeit Tod und Verderben brachte. Sie waren vom Versucher getäuscht worden! Welches Elend, welches Unglück – und dies nicht nur für Adam und Eva, sondern auch für alle ihre Nachkommen.

Denn was dieses erste Ehepaar der Menschheit an Gutem verloren hatte, das konnten sie auch ihren Nachkommen nicht mehr weitergeben. Als Folge dieser ersten Unheilstat sprechen wir von der Erbsünde: Wir Menschen leiden alle an diesem Unheilszusammenhang; wir werden hier hineingeboren, ohne dass wir dies wollen. So ist die Erbsünde zwar keine persönliche Sünde, aber dennoch ein Fehlen dessen, was sein sollte: nämlich der besonderen Freundschaft des Menschen mit Gott, eben der Gotteskindschaft, theologisch gesprochen der heiligmachenden Gnade.

Wir alle brauchen einen Erlöser, und dieser Erlöser wurde schon den Stammeltern nach ihrer Sünde verheißen, als Gott gegenüber der Schlange ankündigte: „Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst ihn an der Ferse.“ (Gen 3,15).
Der Heilige Abend als Gedenktag von Adam und Eva bezeugt uns, dass das Heil in Christus dem Erlöser auch unsere Stammeltern erreicht hat. Obwohl sie gesündigt hatten und die Konsequenzen ihrer Taten auf sich nehmen mussten, haben sie bei Gott dem Herrn Erbarmen gefunden. Jesus Christus, dessen Geburt wir zu Weihnachten feiern, ist wirklich der Erlöser aller Menschen!

Nichts Anderes besagt der Name „Jesus“: Gott rettet, Gott erlöst. Dieser Name wurde dem Kind am achten Tag nach der Geburt anlässlich seiner Beschneidung gegeben. Die Kirche hat einen eigenen Gedenktag für den Namen Jesu vorgesehen: es ist der 3. Jänner. Heute wird dieser Tag zwar nicht gefeiert, sondern durch den 2. Sonntag der Weihnachtszeit ersetzt. Dennoch ist die Aussage wesentlich und bleibt für das ganze Weihnachtsgeheimnis aufrecht und gültig: Gott ist der Retter, Gott ist unser Erlöser. Diese Erlösung aber ist uns geschenkt im Kind von Bethlehem!

Denn wenn Gott wirklich den Menschen erlösen wollte, so musste er das Menschsein mit uns teilen. Die Erlösung kommt nicht von außen, als etwas dem Menschen Fremdes, sondern Gott wollte das Unsere annehmen und das Menschsein mit uns teilen. Auf diese Weise hat er uns in einem wunderbaren Tausch das durch die Sünde Adams verloren gegangene göttliche Leben zurückgegeben. Wir werden der göttlichen Natur teilhaft durch die Verbundenheit mit unserem Erlöser Jesus Christus in der heiligen Taufe. So heißen wir und sind nun Kinder Gottes geworden! Die ganze Menschheit ist hineingenommen in dieses Geschenk der Erlösung, einschließlich der Stammeltern Adam und Eva.

Denn wie durch einen einzigen Menschen die Sünde in diese Welt gekommen ist, so kam durch einen einzigen Menschen auch die Erlösung, erklärt der Apostel Paulus (vgl. Röm 5,12-18). Der alte Adam hat die Sünde und das Unheil gebracht, doch der neue Adam – also Jesus Christus – brachte uns das Heil. Ja, die Erlösung durch den neuen Adam schließt auch das Heilwerden des alten Adam mit ein. So wie beim ersten Adam eine Frau mitwirkte – Eva! – und wie ihr Gatte dem Bösen zustimmte, so hat auch beim Erlösungswerk des zweiten Adam – Christus – eine Frau mitgewirkt und ihr vorbehaltloses Ja zum Willen Gottes gesagt – Maria. Sie wird darum auch als die neue Eva bezeichnet. In ihr hat das Heil durch Christus seinen Anfang genommen.

Für uns alle ist Weihnachten daher ein großartiges Geschenk, das uns die Erlösungsgnade neu bewusstmacht. Aus ihr gilt es zu leben. Denn Gott meint es wirklich gut mit uns. Er will unser Heil und unsere Rettung. Ihm dürfen wir uns ganz anvertrauen, denn auch er hat sich uns ganz geschenkt im Kind von Bethlehem.
Amen.
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Christus ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören
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