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Das betrachtende Gebet, Nahrung für die Seele

#1 von esther10 , 26.10.2010 00:36

Das betrachtende Gebet
von P. Martin Ramm
Das betrachtende Bete

http://www.kath-info.de/exerzitien.html

n hat eine große Ähnlichkeit mit dem Essen. Wenn der Leib nicht richtig genährt wird, wird er schwach und anfällig für alle möglichen Krankheiten. Er braucht gute, gesunde und ausgewogene Nahrung. Ein gesunder Leib macht aber noch lange nicht das ganze Glück des Menschen aus. Wir haben auch eine Seele, die nicht vernachlässigt werden darf und die mindestens ebenso gepflegt und genährt werden möchte wie der Leib. Allerdings braucht die Seele eine andere Nahrung, denn: „Nicht vom Brot allein lebt der Mensch, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht.” (Mt 4,4)

Beim betrachtenden Gebet geht es um eine Art geistiger Nahrungsaufnahme. Es nährt die Seele, indem der Mensch das Herz zu Gott erhebt und den geistigen Blick des inneren Auges auf Göttliches richtet. Die Lehrer des geistlichen Lebens schreiben vom betrachtenden Gebet mit allergrößter Hochschätzung als von einem sicheren Mittel, heilig zu werden.

Das betrachtende Beten kann man lernen. Eine ganz vorzügliche Anleitung dazu enthalten die Exerzitien des hl. Ignatius von Loyola. Wer sie noch nicht kennt, wird es sicher nicht bereuen, einmal die Zeit dafür zu investieren [Termine siehe unten]. Man taucht bewußt in heiliges Schweigen, verschließt die Tore der Sinne, richtet die Augen auf das Herz und erhebt das Herz zu Gott. Was man in diesen Tagen der Übung lernt, nimmt man hinterher mit nach Hause, um dann das innere Gebet nicht nur in den notwendigen Zeiten der Stille zu üben, sondern das ganze Tagwerk durch einen beständigen Wandel in der Gegenwart Gottes zu veredeln und zu heiligen. Treibende Kraft solchen Betens ist die Liebe, denn was man liebt, damit beschäftigt man sich und daran denkt man oft und gern.

Willst du also das betrachtende Beten lernen, dann mußt du zuerst die Stille suchen, denn wenn der Lärm der Welt auf eine Seele eindringt, wird es schwierig, das Wehen des Heiligen Geistes zu erspüren. Wenn es dir wichtig ist, dann wirst du die Zeit dazu finden. Begib dich an einen ruhigen Ort, an dem du nicht gestört wirst. Mach es wie die alten ägyptischen Einsiedler, die die Einsamkeit der Wüste suchten, oder wie der Mönch, der die Stille seiner Zelle liebt. Versetze dich bewußt in Gottes Gegenwart, indem du an ihn denkst. Richte deinen Geist nach oben und erwäge, wie Gott dich anschaut. Verneige dich innerlich vor ihm und bete ihn an. Nach diesen ersten Schritten empfiehlt der hl. Ignatius ein Gebet zur Vorbereitung: „Von Gott unserem Herrn die Gnade erbitten dazu hin, daß alle meine Absichten, Handlungen und Beschäftigungen rein im Dienst und zur Verherrlichung Seiner Göttlichen Majestät geordnet seien.” (EB 46)

Nun nimm dir den Stoff vor, über den du betrachten willst: einen Vers aus dem Evangelium, ein Wort des Herrn, eine Glaubenswahrheit aus dem Katechismus, einen Satz aus einer Predigt, den Ausspruch eines Heiligen, ein Gebet, die ‚Nachfolge Christi’ oder was immer geeignet ist, darin verborgenes Manna zu finden. Diese Wahrheit mußt du dir aneignen, sie dir einprägen, sie verinnerlichen und sie mit dem Herzen ergreifen.

Und jetzt mach es wie die Gottesmutter: „Maria behielt alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.” (Lk 2,19) Darin besteht das eigentliche betrachtende Beten. Dieses innere Erwägen haben die Wüstenväter ruminari genannt. Nimmt man nun ein lateinisches Wörterbuch und schaut nach, was dieses Wort bedeutet, dann wird man staunen, denn ruminari heißt nichts anderes als ‚wiederkäuen’. Tatsächlich haben die alten Mönche das betrachtende Beten von den Kühen gelernt. Wie eine Kuh zuerst das Gras frißt und dann in Ruhe alles noch einmal durchkaut, um so die ganze Kraft der Nahrung zu erhalten, so kann man auch innerlich geistige Nahrung ‚durchkauen’. So entfaltet die betrachtete Wahrheit ihre ganze Kraft, bis sie uns gleichsam in Fleisch und Blut übergeht.

Zuerst betrachte die Sache an sich und versuche, sie richtig zu verstehen. Der dreifaltige Gott, Jesus, seine Taten und seine Werke, seine Lehre und seine Kirche, die Wahrheiten des Glaubens, die Tugenden - all das ist gut und wunderschön! Dann überlege: Was bedeutet das für mich? Welche Rolle spielt diese Wahrheit in meinem Leben? Welche Rolle sollte sie spielen? Stell dich ganz ins Licht der Sonne, und du wirst erleuchtet und erwärmt! Erwecke in dir den Wunsch, „an Kraft zu erstarken durch seinen Geist im inneren Menschen, daß Christus durch den Glauben Wohnung nehme in deinem Herzen. Du mögest in Liebe verwurzelt und festgegründet sein, um fähig zu werden, in der Gemeinschaft mit allen Heiligen zu begreifen, was die Breite und Länge, die Höhe und Tiefe ist, und die alle Erkenntnis weit überragende Liebe Christi zu verstehen, um so erfüllt zu werden bis hin zur ganzen Fülle Gottes.” (vgl. Eph 3,16 - 18)

Wie von selbst werden diese inneren Erwägungen übergehen in ein Zwiegespräch, indem man all das, was die Seele bewegt, betend vor Gott trägt. Er ist die Quelle der Wahrheit, Ursprung alles Schönen, in ihm ist alle Kraft und alle Seligkeit. Demütig bitte ihn um Hilfe, denn du bist schwach und „Gott ist es, der in euch das Wollen bewirkt und über das gute Wollen hinaus auch das Vollbringen” (Phil 2,13).

Als Frucht der Betrachtung empfiehlt der hl. Ignatius, irgend ein Ergebnis mitzunehmen: einen Gedanken, der dich bewegt hat, einen Entschluß zu konkreten Schritten, um dich in der Liebe zu bewähren und im Alltag in der Gnade und in der Tugend zu wachsen

Der hl. Franz von Sales spricht von einem ‚geistlichen Blumen­strauß’: „Wer in einem schönen Garten spazieren geht, nimmt gern einige Blumen mit, um sich an ihrem Wohlgeruch zu erfreuen und sie den ganzen Tag bei sich zu haben. Wenn unser Geist sich in einem Geheimnis ergangen hat, dann wählen wir zwei oder drei Gedanken aus, die uns am besten gefielen, die für unseren Fortschritt am nützlichsten sind, um tagsüber öfter daran zu denken und ihren geistigen Duft in uns aufzunehmen. Das tun wir am besten am Ort unserer Betrachtung, indem wir dort noch eine Weile bleiben oder nachher einige Zeit allein auf- und abgehen.“ (Franz von Sales, Philothea II,7)

Wer dies täglich übt, wird die Kraft erfahren, die im betrachtenden Beten liegt. So wird die Seele genährt und stark und schön. Dies ist ein sicherer Weg, in der Nachfolge Christi voran zu kommen und ihm ähnlich zu werden
.


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RE: Das betrachtende Gebet, Nahrung für die Seele

#2 von Hildegard Maria ( gelöscht ) , 26.10.2010 09:38

DANKE.
Stille werden und auf das hören,
was GOTT einem sagen will.


Hildegard Maria

RE: Das betrachtende Gebet, Nahrung für die Seele

#3 von esther10 , 26.10.2010 10:55

In die Stille gehen, ist sehr heilsam für unsere Seele, da können wir Gottes Eingebungen bessser wahrnehmen...

Der heilige Pfarrer von Ars geht durch seine Kirche. In einer Bank nimmt er, wie so oft schon, einen einfachen Bauern wahr, der sich stundenlang dort aufhält, ohne Buch oder Rosenkranz in den Händen, aber den Blick unablässig nach vorne, zum Altar gewandt. Der Pfarrer fragt ihn: „Was tust Du denn hier die ganze Zeit über?“ Die Antwort: „Ich schaue Ihn an, und Er schaut mich an. Das ist genug.“


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