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RE: Sr. Faustina sah in den Himmel hinein...

#16 von Hildegard Maria ( gelöscht ) , 21.10.2010 07:55

Der Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes
(gebetet auf einem einfachen Rosenkranz)


Am Anfang:
Vater unser, im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schulgigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.

Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit Dir. Du bist gebenedeit unter der Frauen, und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, Seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekeuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird Er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und an das ewige Leben. Amen.

Auf den großen Perlen:
Ewiger Vater, ich opfere Dir auf den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit Deines über alles geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, um Verzeihung für unsere Sünden und für die Sünden der ganzen Welt zu erlangen.

Auf den kleinen Perlen:
Durch Sein schmerzhaftes Leiden habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.

Am Ende dreimal:
Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott, habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.

Dieses Gebet diktierte Jesus, der Herr, Schwester Faustyna in Wilno im Jahre 1935. In den Folgenden Offenbarungen zeigteihr Jesus den Wert und die Wirksamkeit dieses Gebetes und überlieferte die mit ihm zusammenhängenden Verheißungen.

In diesem Gebet opfern wir Gott Vater: 'Leib und Blut, Seele und Gottheit' Jesu Christi, indem wir uns mit Seinem Kreuzesopfer für die Erlösung der Welt verbinden. Indem wir Gott Vater Seinen 'Geliebsten Sohn' aufopfern, berufen wir uns auf das stärkste Argument, um erhört zu verden. Wir bitten um Barmherzigkeit 'für uns und für die ganze Welt'. Das Wort 'uns' bedeutet den Betenden und diejenigen für die er betet oder zu beten verplichtet ist. Jedoch die ganze Welt- das sind alle auf dieser Erde lebenden Menschen und Seelen, die im Fegefeuer leiden. Wenn wir die Worte dieses Rosenkranzes beten, erfüllen wir den Akt der Liebe zum Nächsten, der - neben dem Vertrauen - unerläßliche Bedingung zum Gnadenerhalt ist.


Mir gefällt es, ihnen durch dieses Gebet alles zu schenken, worum sie Mich bitten (1541), versprach Jesus und fügte hinzu: Wenn das, worum du bittest mit Meinem Willen übereinstimmt. (1731)

Einzelne Verheißungen beziehen sich auf die Stunde des Todes: Gnaden eines glücklichen und friedvollen Todes. Nicht nur jene können sie erbitten , die selbst mit Vertrauen und Ausdauer des Rosenkranz zur Barmherzigkeit beten, aber auch Sterbende, bei denen andere die Worte des Rosenkranzes beten.


Die Priester weden ihn den Sündern als letzten Rettungsanker reichen, sagte Jesus. Sollte es der verstockteste Sünder sein - falls er nur einmal diesen Rosenkranz betet, wird ihm die Gnade Meiner unendlichen Barmherzigkeit zuteil. (687) Wenn auch nur einmal, doch mit Gefühlen, die der Bedeutung der Worte im Gebet entsprechen, vor allem aber mit Glauben, Vertrauen, Demut und tiefer, echter Reue für die Sünden.


Hildegard Maria

RE: Sr. Faustina sah in den Himmel hinein...

#17 von Hildegard Maria ( gelöscht ) , 22.10.2010 06:18

Stunde der Barmherzigkeit
(die dritte Stunde des Nachmittags)


Ich erinnere dich daran Meine Tochter, daß du, so oft du die dritte Stunde schlagen hörst, dich ganz in Meine Barmherzigkeit versenkst, sie verherrlichst und sie preist. Rufe ihre Allmacht herab für die ganze Welt, besonders aber für die armen Sünder, denn jetzt steht sie für jede Seele weit geöffnet. (1572) Das ist die Stunde der großen Barmherzigkeit für die Welt. (1320)

Jesus, der Herr, wünscht an jedem Tag, des Augenblicks Seines Sterbens zu gedenken (die dritte Stunde des Nachmittags), in dem - wie Er sagte - die Gnade für die ganze Welt kam: Barmherzigkeit besiegte die Gerechtigkeit. (1572) Jesus verlangt in dieser Stunde Seines bitteren Leidens zu gedenken, denn in ihm offenbart sich am deutlichsten die Liebe Gottes zu den Menschen; die Bamiherzigkeit Gottes zu lobpreisen und durch die Verdienste Christi um notwendige Gnaden für sich und die ganze Welt zu erflehen, besonders aber für die armen Sünder.


Meine Tochter , belehrte Jesus Schwester Faustyna , bemühe dich in dieser Stunde den Kreuzweg abzuhalten wenn dir das aber nicht möglich ist, dann gehe für eine Weile in die Kapelle und verehre Mein Herz, das voller Barmherzigkeit im Allerheiligsten Altarsakrament verweilt. Falls dir auch das nicht möglich ist, versenke dich, wenn auch nur kurz, im Gebet, an dein Ort wo du gerade bist. (1572) In dieser Stunde , verhieß Jesus , kannst du alles für dich selbst und für andere erbitten. (1572)

In dieser Stunde, versage Ich nichts der Seele, die Mich durch Mein Leiden bittet. (1320)

Das Gebet zur Stunde der Barmherzigkeit ist eng mit der dritten Stunde des Nachmittags verbunden, es soll an Jesus gerichtet sein und die Bitten sollen sich auf die Werte und Verdienste Seines bitteren Leidens berufen.


Hildegard Maria

RE: Sr. Faustina sah in den Himmel hinein...

#18 von rosenberg ( gelöscht ) , 22.10.2010 08:34

Danke für die Beiträge zu Sr. Faustina


rosenberg

RE: Sr. Faustina sah in den Himmel hinein...

#19 von Hildegard Maria ( gelöscht ) , 22.10.2010 10:39

Gebete in der Stunde der Barmherzigkeit
(die dritte Stunde des Nachmittags)


O Blut und Wasser, aus dem Herzen Jesu als Quelle der Barmherzigkeit für uns entströrnt - ich vertraue auf Dich. (187)


Du, o Jesus, hast ein so furchtbares Leiden auf Dich genommen, und das aus Liebe zu uns. Ein einziger Seufzer von Dir hätte die Gerechtigkeit Deines Vaters besänftigt; so bleibt die Erniedrigung einzig das Werk Deiner Barmherzigkeit und Deiner unbegreiflichen Liebe. (... ) In dem Augenblick, als Du am Kreuz starbst, hast Du uns das ewige Leben geschenkt. Durch das Öffnen Deiner heiligsten Seite hast Du für uns eine unerschöpfliche Quelle Deiner Barmherzgkeit erschlossen. Du gabst uns das teuerste, das Du hattest, das Blut und Wasser aus Deinem Herzen. Das ist die Allmacht Deiner Barmherzigkeit; aus ihr fließt uns jegliche Gnade zu. (1747)



Jesus, Ewige Wahrheit, unser Leben, ich flehe und bettle um die Barmherzigkeit für die armen Sünder. Du süßestes Herz meines Herrn, voll von Mitleid und unergründlicher Barmherzigkeit, ich flehe zu Dir für die armen Sünder. O heiligstes Herz, Quelle der Barmherzigkeit, aus der über die ganze Menschheit Strahlen unbegreiflicher Gnaden strömen, ich flehe Dich an um Erleuchtung für die armen Sünder. O Jesus, gedenke Deines bitteren Leidens und lasse nicht zu, daß Seelen verloren gehen, die mit Deinem so kostbaren heiligsten Blut erkauft wurden. O Jesus, wenn ich den gewaltigen Preis Deines Blutes bedenke, freut mich seine Größe, denn ein Tropfen hätte für alle Sünder gereicht (... ).

Ach, welche Freude brennt in meinem Herzen, wenn ich Deine unfaßbare Güte sehe, o mein Jesus. Ich möchte alle Sünder zu Deinen Füßen bringen, auf daß sie auf ewig Deine Barmherzigkeit preisen. (72)


O gekreuzigte Jesus, ich bitte Dich, schenke mir die Gnade, daß ich immer und überall in allem den heiligsten Willen Deines Vaters erfülle. Wenn mir aber der Wille Gottes zu schwer fällt, bitte ich Dich, Jesus, möge mir aus Deinen Wunden Kraft zufließen und meine Lippen sollen wiederholen: Dein Wille geschehe, Herr.

O Erlöser der Welt Freund der Menschenerlösung, Du vergißt Deiner Selbst und denkst in furchtbarer Leidenspein an die Rettung der Seelen.

Barmherzigster Jesus, schenke mir die Gnade der Selbeergessenheit damt ich ausschließlich für die Seelen lebe und Dir beim Werk der Erlösung mithelfe, nach dem heiligsten Willen Deines Vaters... (1265) [/b[b]

Du bist gestorben, Jesus, aber für die Seelen entsprang eine Quelle des Lebens. Für die ganze Welt öffnete sich ein Meer der Barmherzigkeit. O Born des Lebens, unergründliche Barmherzigkeit Gottes, beherrsche die ganze Welt und ergieße Dich über uns. (1319)


Hildegard Maria

RE: Sr. Faustina sah in den Himmel hinein...

#20 von Hildegard Maria ( gelöscht ) , 23.10.2010 09:36

Tagebuch der heiligen Schwester Maria Faustyna Kowalska

(Die Barmherzigkeit Gottes in meiner Seele)




Vorwort zur deutschen Ausgabe
von Bischof Josef Stimpfle
(Oberhirte von Augsburg)

Innerlichkeit und Spiritualität, Pflege und Entfaltung der religiösen Anlage des Menschen, der Fähigkeiten der Seele für die Unendlichkeit Gottes, all diese erstrangigen Aufgaben und beglückenden Früchte gelebten Glaubens finden wir im «Kleinen Tagebuch» der Schwester Maria Faustyna:«Oh, wie schön ist die geistige Welt! Sie ist so wirklich, daß im Vergleich dazu das äußerliche Leben nichts ist als leere Illusion und Ohnmacht» (TB. Nr. 884)!

Schwester Faustyna (Helene Kowalska) wurde am 25. August 1905 im Dorf Glogowiec bei Lodz in Polen geboren, ist am 1. August 1925 in die Kongregation der Muttergottes der Barmherzigkeit eingetreten und am 5. Oktober 1938 in Kraków gestorben.

Schwester Faustyna zeigt gerade das, was im Zug der Entwicklung der letzten Jahrzehnte nicht selten in den Hintergrund, wenn nicht in Vergessenheit geraten ist, das innere Leben der Seele mit Gott. S. Faustyna weist den rettenden Ausweg aus der verderblichen Verweltlichung, die tief in die Seelen auch der Gläubigen eingedrungen ist.

S. Faustyna lehrt die Christen, jener Traurigkeit, Schwunglosigkeit, ja, Freudlosigkeit zu begegnen, die ihr religiöses Leben so oft befallen. Die wahre Innerlichkeit besteht in froher Liebe zu Gott und seinem hl. Willen:«Die Traurigkeit kann sich in einem Herzen, das Gott liebt, nicht einnisten» (TB. Nr. 886)!

Unter dem Namen totaler Freiheit, schrankenloser Emanzipation wurden die Gebote Gottes als repressiv bezeichnet, ja, wurde Gott selbst zum Gegner der menschlichen Freiheit und endlich zum Feind seines eigenen Geschöpfes erklärt, wie Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika «Dominum et Vivificantem» (Nr. 38) feststellt. Schwester Faustyna demaskiert diese Blasphemie, indem sie lichtvoll sagt: «Die Liebe zu Gott macht die Seele frei! Sie ist wie eine Königin, die den Zwang von Sklaverei nicht kennt» (TB. Nr. 890)!

Die Sorge vieler Gläubigen, die Innerlichkeit, das geistige Leben, seien eine sehr schwierige Sache, der Aufstieg der Seele könne nur mit außerordentlichen Tagen erreicht werden, hatte dereinst schon die Hl. Theresia vom Kinde Jesu mit ihrem «Kleinen Weg» als unbegründet abgewiesen. Ganz dieser Tradition verpflichtet zielt das Tagebuch der Schwester Faustyna auf das Entscheidende im religiösen Leben, auf die Liebe. «Jesus, Du hast mir jetzt gezeigt, worin die Größe der Seele besteht: ganz und gar nicht in großartigen Taten, sondern allein in der großen Liebe. Die Liebe macht den Wert aus. Sie ist es, die allen Taten ihren Wert verleiht. Wohlan also, auch wenn unsere Taten klein sind und alltäglich, durch die Liebe werden sie groß und gewaltig vor Gott. Die Liebe ist ein Geheimnis, das alles, was sie berührt, umgestaltet in schöne und gottgefällige Dinge» (TB. Nr. 889).

Das Leben der Seele ist ein Leben in steter Vereinigung mit Gott.
Das führte auch bei Schwester Faustyna dazu, daß sie nie aus dieser Vereinigung herausfallen wollte, so daß der Wandel in Gottes Gegenwart und das stete Beten bzw. bewußte Offensein für Gott zur Dauerhaltung wurde. Hier, wie in allem fügt sich das wertvolle Tagebuch in die große Tradition der kirchlichen Lehre über die Spiritualität ein.

Die besondere Eigenart und Weiterführung der Schwester Faustyna besteht in dem lichtvollen Erkennen und Verbreiten der unendlichen Barmherzigkeit Gottes.

«Gott ist die Liebe» (1 Joh 4,16).
Und Liebe will sich verschenken. Sich Schenken ist Freude, sich-nicht-Schenken-Können Leid. Jesus gibt sich Gott ganz und gar hin; er gibt sein Leben für die Sünde der Welt. Dem sündigen Menschen gegenüber offenbart sich die Liebe als Barmherzigkeit (Miseri cordare=misericordia). Die göttliche Barmherzigkeit ist größer als die menschliche Erbärmlichkeit. Je armseliger der sündige Mensch, desto mehr ist die Güte Gottes geneigt, ihm Barmherzigkeit zu erweisen. Diese Totalbereitschaft, jedem Barmherzigkeit zu schenken, wird Faustyna in besonderer Weise geoffenbart. Ihre besondere Berufung ist es, Gottes Erbarmen zu verkünden. Das ist auch der Sinn des Bildes, das sie malen sollte: Ein Bild, das schon beim Betrachten ein uferloses Vertrauen in das göttliche Erbarmen weckt.

Maria Winowska, die bekannte polnische Schriftstellerin, die Leben und Werk Schwester Faustynas mit einmaliger Einfühlsamkeit beschrieben hat, gibt deshalb ihrem Buch den tiefsinnigen Titel: «Anrecht auf Barmherzigkeit».

Nichts ist aktueller in unserer Zeit, in der Elend und Sünde, Krieg und Selbstvergottung, Terrorismus und Abtreibung u.a. gigantische Ausmaße aufweisen, als dieser Zeit, dieser Not, die unendliche Barmherzigkeit Gottes gegenüberstellen.

Nach Jesu Offenbarung an Faustyna bedarf es nur der Einsicht in das eigene Elend und der Offenheit für den Ruf des Herrn, dann werden sich Ströme von Erbarmen aus dem Herzen Jesu über die Menschheit ergießen.

Schwester Faustyna wird so zum Herold des Vertrauens in die unendliche Barmherzigkeit. Was auch immer im Leben eines Menschen geschehen sein mag, und wären es die schlimmsten Sünden, immer ist das volle, ungeschmälerte Vertrauen auf die barmherzige Liebe Jesu der Weg zum Heil.

Mehr als unzählige andere Sünden, verletzen Mangel an Vertrauen, Mißtrauen und Kleingläubigkeit den Herrn, sind diese doch gegen seine unendliche Liebe gerichtet.

Johannes Paul II., der 1966 den Seligsprechungsprozeß der Schwester eingeleitet hatte, stellte in seiner Enzyklika Dives in Misericordia den unerschöpflichen Reichtum der Barmherzigkeit Gottes der abgrundtiefen Sündennot unserer Zeit gegenüber. Das geschah ganz im Geist der Offenbarungen Jesu an Schwester Faustyna.

Schon bei der Wahl des Ordens, in den Schwester Faustyna eintrat, findet sich der Hinweis auf ihre Aufgabe: «Kongregation der Mutter Gottes von der Barmherzigkeit». Dieser Name eröffnet den Blick in einen anderen Reichtum dieses gottinnigen Lebens, nämlich die Bedeutung der hl. Kommunion im Leben Faustynas. Sie hat eine Anzahl von Vorbereitungen auf den Empfang der hl. Kommunion hinterlassen. Es sind Kostbarkeiten voll von unglaublicher Liebe und Tiefe. Auch hier kann eine göttliche Vorsehung erkannt werden: In der Zeit der Massenkommunionen, des massenhaften Kommunionempfanges, ist es nötig, den vielen Kommunikanten immer wieder bewußt zu machen, wen sie empfangen, was zu einer guten Vorbereitung, einem würdigen und innerlichen Empfange und einer sorgfältigen Danksagung gehört. Dies alles finden wir bei Faustyna in vorbildlicher Weise: «Der feierlichste Augenblick meines Lebens ist immer der Augenblick, wenn ich die hl. Kommunion empfange… Die Engel würden, wenn sie es könnten, uns Menschen nur um zwei Dinge beneiden, den Empfang der hl. Kommunion und das Leiden» (TB. Nr. 1804).

Mit dem zuletzt angeführten Wort ist eine weitere Dimension im Leben Faustynas gekennzeichnet. Das Leiden war ihr vertrauter Begleiter geworden.
Mit der hl. Hostie der Eucharistie wollte sie selbst zur Hostie,
zum Opfer werden. Zum einen wir Verlangen, mit Jesus für die Rettung der Sünder zu leiden: Besonders die Sterbenden lagen ihr am Herzen. Immer wieder findet sich das Wort: «Ich bin eingetaucht in ein Meer des Leides» (vgl. TB. Nr. 1116). Oder sie berichtet von der mystischen Teilnahme an der Passion des Herrn: «Der Herr hat mir während der hl. Stunde gewährt, seine Passion mitzuempfinden. Ich Habe an der Bitterkeit teilgenommen, die seine Seele während der Passion erfüllte» (TB. Nr. 872). Zum anderen wollte sie Jesus für die Unbilden, die er von den Menschen zu leiden hat, Genugtuung leisten, deshalb sagte ihr Jesus öfters bei der hl. Kommunion Worte wie diese: «Meine Tochter, Deine Liebe ist mir Genugtuung für die Herzenskälte vieler Seelen» (TB. Nr. 1816).

Hier wird die in der Frömmigkeitsgeschichte stets bekannte Mitwirkung am Heil der Seelen zur Wirklichkeit.
Das Zweite Vatikanische Konzil umgreift sie in der echten Lehre vom gemeinsamen Priestertum. Pius XII. sprach darüber in seiner Enzyklika Mystici Corpis eindringlich: «Es ist ein wahrhaft schaudererregendes Geheimnis, das man niemals genug betrachten kann, daß nämlich das Heil vieler abhängig ist von den Gebeten und freiwilligen Bußübungen der Glieder des geheimnisvollen Leibes Jesu Christi, die sie zu diesem Zweck auf sich nehmen» (Heilslehre der Kirche, Freiburg Schweiz 1953, S.489).

In vielfältiger Weise gehen von dem Tagebuch und Leben der Schwester Faustyna kräftige Impulse und nachhaltige Wirkungen aus, die unserer Zeit angemessen sind und die sie dringend braucht.

Nach der Lektüre des Tagebuches der Schwester Faustyna, dieses kostbaren Kleinodes geistiger Literatur, drängt sich die Frage auf: Wie kann man auch nur einen Augenblick leben, ohne Gott zu lieben!

+ Josef Stimple
Bischof von Augsburg

Augsburg, den 6. August 1987

ENDE


Hildegard Maria

   

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Danke für Ihr Reinschauen und herzliche Grüße...
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