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Satanismus - Die Suche Jugendlicher nach Identität

#1 von esther10 , 10.11.2012 12:00

Die Anbetung des Satans an Stelle Gottes, das also, was man heute gemeinhin unter Satanismus versteht, wurde bereits in den 1880er Jahren in Ländern wie Deutschland, Frankreich, England und den USA praktiziert. Damals war der Satanismus in erster Linie eine Reaktion auf das religiöse Verständnis des Christentums seit dem Mittelalter und auf die Dominanz christlicher Gelehrter. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde er dann von dem Amerikaner Anton Szandor LaVey unter dem ‚Dach’ einer Bewegung systematisiert. Heute steht der Satanismus für die Opposition gegen alle Religionen und die Werte, die ihnen heilig sind. Er bekämpft die Religionen und alles Religiöse und stellt sich auf die Seite des Satans und all dessen, was dieser repräsentiert. Im Satanismus finden sich viele Elemente aus den Hexen- und Zauberkulten des europäischen Mittelalters wieder. Inzwischen ist er jedoch auch in muslimischen Ländern auf dem Vormarsch. Auch dort übt er als rebellische Alternative zur Philosophie und zum Lebensstil der Eltern große Anziehungskraft auf Jugendliche auf. Der Satanismus hat inzwischen Einzug in die türkischen Schulen gehalten. Deutlich vor Augen geführt wurde dies den Türken, als am 22. Juni 1998 zwei Schüler des Alman Lisesi, des Deutschen Gymnasiums, in Istanbul Selbstmord begingen. In der Folge wurde in der Presse mehrfach darüber berichtet, dass der Satanismus vor allem an Privatschulen und sogar selbst an Grundschulen immer mehr Anhänger findet.

Forschungen weisen darauf hin, dass junge Türken, die mit dem Satanismus sympathisieren, bestimmte gemeinsame Merkmale aufweisen. Zum Großteil stammen sie aus wohlhabenden Familien mit einem überdurchschnittlichen Einkommen und wachsen in einem entsprechenden Umfeld auf. Sie erhalten eine bessere Ausbildung als andere Gleichaltrige und tragen nur wenig Verantwortung. Aber erklären diese Gemeinsamkeiten die Beliebtheit des Satanismus? Natürlich nicht. Wie ist es möglich, dass sich so ein Kult in einem muslimischen Land so stark ausbreiten kann? Warum ist er gerade unter vermögenden muslimischen Jugendlichen so populär, wo er doch in Europa vor allem unter Jugendlichen aus der Unterschicht Anhänger findet? Was fehlt den Jugendlichen, die sich diesem Kult anschließen, und wie genau verbreitet sich der Satanismus? Vor allem aber: Warum bringen sich junge Menschen in aller Welt um des Satans willen um? Dieser Artikel macht sich auf die Suche nach Antworten und versucht dabei, sich diesem sehr emotionalen Thema so unvoreingenommen wie möglich zu nähern.
1 Wie verbreitet sich der Satanismus?

Die wichtigsten Multiplikatoren in Ländern wie der Türkei sind Computer und Internet. Auffällig ist, dass die meisten Jugendlichen, die sich für Satanismus interessieren, Schüler weiterführender Schulen sind. Sie haben Englisch gelernt und können problemlos Internetseiten besuchen, die sich im weitesten Sinne mit Satanismus befassen und diesen propagieren. Auch wer sich nur ganz neutral informieren möchte, gerät unweigerlich auf diese Seiten. Viele Betreiber solcher Seiten versuchen ganz offensichtlich - bewusst oder unbewusst -, andere in Versuchung zu führen, ebenfalls Satanismus zu betreiben. Gleiches gilt auch für die Autoren entsprechender Bücher. In muslimischen Ländern ist zudem die Unwissenheit in Bezug auf dieses Thema groß. Es ist davon auszugehen, dass dort kaum jemand weiß, wofür der Satanismus eigentlich steht und was seine Inhalte sind. In kultureller Hinsicht ist das auch ganz natürlich, denn dieses und andere Phänomene haben in muslimischen Ländern nun einmal keine Tradition. Genau aus diesem Grunde stellen unbedarfte Muslime auf der Suche nach Informationen aber auch eine leichte Beute für die Propagandisten des Satanismus dar. Oft führen ihre Nachforschungen zu unerwarteten Resultaten. Der beste Beweis dafür sind Jugendliche, die in den Selbstmord getrieben, vergewaltigt oder ermordet worden sind. Auf ihrer Suche nach näheren Informationen wendet sich irgendwann das Blatt. Sie sind dann nicht länger neutrale Wissenssucher, sondern möchten unbedingt Satanisten werden. Warum?
2 Warum werden junge Menschen Satanisten?

Fragt man Jugendliche, die von sich selbst behaupten, Satanisten zu sein, erhält man eine Reihe von Antworten, die sich ständig wiederholen: „Ich habe meine Seele an den Satan verkauft, weil ich erkannt habe, dass es keinen Sinn macht, in dieser Welt zu leben, und dass ich nicht hierhin gehöre.“ „Ich bin Satanist geworden, weil ich wütend auf Gott war, der mir meine Eltern weggenommen hat, als ich noch klein war.“ „Ich bin Satanist geworden, um ein Satanist zu sein.“ „Ich habe mich den Satanisten angeschlossen, weil ich nach innerem Frieden suchte.“ „Ich wollte ganz einfach mehr Freiheiten.“ Einige von ihnen suchen offenbar in einem Kult nach Sinn, Frieden oder Freiheit, die sie in ihren Familien nicht finden können. Andere wollen sich für erfahrenes Leid rächen, und wieder andere wissen noch nicht einmal, warum sie eigentlich Satanisten geworden sind. Für diese Jugendlichen ist der Satanismus deshalb so attraktiv, weil er die Prinzipien und Institutionen in ihrem Umfeld in Frage stellt und zur Rebellion aufruft.

Die Antworten der Jugendlichen zeigen, dass hinter dem Problem des Satanismus ein Mangel an spiri­tuellem Wissen und spiritueller Erziehung stecken. Wenn sie besser über Gott Bescheid wüssten, der den Menschen ja zur Krone der Schöpfung gemacht hat und ihn allen anderen Lebewesen vorzieht, und wenn sie sich sicher sein könnten, dass es ein großes Unrecht mit schlimmen Konsequenzen ist, sich selbst das Leben zu nehmen, würden sie sich nicht auf die Seite des Satans schlagen. Auch wenn sie gelernt hätten, dass der Mensch nicht ohne Sinn erschaffen wurde, dass das Leben und die Schöpfung einem bestimmtem Zweck dienen und dass es eine andere Welt im Jenseits gibt, würden sie keine Todessehnsucht hegen oder davon ausgehen, dass ihr Aufenthalt hier auf Erden be­deutungslos ist.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass es an Vorsichtsmaßnahmen fehlt, die ein Abdriften in den satanistischen Abgrund verhindern könnten. Denn eigentlich müsste man doch längst wissen, dass sich Jugendliche von Satanskulten angezogen fühlen. Schließlich sind sie immer und überall auf der Suche nach Glück und Befriedigung: In der Familie, in der Schule, in der Gemeinschaft und in der Gesellschaft.
3 Welche Gruppen tendieren am stärksten zum Satanismus?

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass be­stimmte Gruppen von Jugendlichen für die Lehren der Satanisten besonders empfänglich sind; z.B. Kinder aus zerbrochenen oder nicht mehr funktionierenden Familien oder Kinder, denen die nötige Fürsorge von ihren Eltern verwehrt wurde. Auch Kinder, die sich schwer tun, Freundschaften zu Gleichaltrigen aufzubauen und deshalb ausgegrenzt werden, gehören zu den Risikogruppen, da sie im Laufe der Zeit immer mehr vereinsamen. Kinder, die die Gesellschaft nicht unterstützt und denen es nicht gelingt, eine eigene Identität und Persönlichkeit aufzubauen, sind ebenfalls sehr verletzlich. Weiterhin sind da noch diejenigen, die Probleme mit dem Erwachsenwerden haben und deshalb unter Depressionen leiden, und jene, die auf der Suche nach sich selbst sind und sich deshalb unterschiedlichen Gruppen anschließen. Schließlich die Rebellen, die sich - zu Recht oder zu Unrecht - gegen Familie, Lehrer und Gesellschaft auflehnen, diejenigen, die nicht so wie alle anderen sein wollen, oder auch Behinderte und Menschen, denen das Leben böse mitgespielt hat. All diesen Jugendlichen ist gemein, dass sie unter bestimmten Problemen leiden und aus diesem Grunde besonders anfällig und labil sind.

Eine andere Risikogruppe bilden diejenigen Jugendlichen, die aus ‚gutem Hause’ kommen, die gesund sind und denen es gut geht, die jedoch spirituell ausgehungert sind und nach Erfüllung suchen. Auch sie lassen sich verführen. Manchmal reichen schon bloße Neugierde, Abenteuergeist oder die falschen Freunde um auf Abwege zu geraten.

Weiterhin stellte sich heraus, dass der überwiegende Teil der Jugendlichen, die sich zum Satanismus hingezogen fühlen, entweder weiterführende Schulen besuchen oder zumindest in dem entsprechenden Alter sind. Was macht den Satanismus also gerade für die 14- bis 20-Jährigen so attraktiv? In dieser Altersstufe ist buchstäblich jeder Jugendliche mit den Problemen des Heranwachsens konfrontiert. Jeder bemerkt an sich physische und psychische Veränderungen, jeder ist emotional sehr empfindlich. Dies macht die Jugendlichen lenkbar und empfänglich für äußere Einflüsse. Wenn sie Entscheidungen treffen, handeln sie häufig aus dem Bauch heraus und folgen keiner Logik. Und zum Teil schätzen sie Freundschaften falsch ein. Gleichzeitig ist in diesem Alter die Persön­lichkeitsbildung noch nicht abgeschossen. Es kommt zu Identitätskrisen, die mal leichter und mal schwerer ausfallen. Individualität und Freiheit genießen Priorität. Viele Jugendliche schauen sich nach einem anderen Lebensstil um - nach etwas, was die ältere Generation schockieren könnte. Auch von äußeren Ereignissen lassen sie sich zum Teil sehr leicht beeinflussen.
4 Wie werden junge Menschen zum Satanismus verführt?

Neben Computern und Internet, Zeitschriften, Kassetten und CDs gibt es zahlreiche weitere Mittel, die für die Verbreitung des Satanismus genutzt werden. Neue Anhänger werden vorzugsweise auch mit Hilfe von Sex, Alkohol, Drogen, Parties, Freunden und Geld geworben. Anton Szandor LaVey, Begründer und namhafter Repräsentant des modernen Satanismus, bediente sich der Musik, um seine satanistischen Gedanken unters Volk zu bringen. Er lud Menschen auf Parties ein, die er selbst organisierte, und versuchte sie dann über Musik zu beeindrucken. Diese Form der Einführung in satanistisches Denken ist auch heute keineswegs aus der Mode gekommen. Vor allem in der Dark-Metal und Death-Metal-Musik wird oft für Satanismus geworben. Diese gilt als cool, und wer ebenfalls cool sein möchte, interessiert sich nicht nur für die Musik an sich, sondern auch für die Texte der Songs. Mädchen fällt in erster Linie die Aufgabe zu, den Satanismus für die Jungen noch attraktiver zu machen. Schon LaVey bediente sich junger Mädchen, um seine satanistischen Ideen zu verbreiten, und missbrauchte sie auf diese Weise. Außerdem forderte er von ihnen: „Satanist zu sein bedeutet, sich jeder Form von unrechtmäßigem Geschlechtsverkehr hinzugeben.“ Aus diesem Grunde behaupten wir, dass viele junge Leute gar nicht genau wissen, was sie unter Satanismus überhaupt zu verstehen haben. Jungen bezeichnen sich oft gern als Satanisten, um die Aufmerksamkeit der Mädchen zu erregen, während diese wohl niemals Satanisten werden würden, wenn sie von vornherein wüssten, dass sie dort praktisch als Prostituierte gelten. Leider sind es gerade Mädchen, die Selbstmord begehen oder um des Satanismus willen umgebracht werden.

Um Jugendliche zum Satanismus zu ‚bekehren’, wird auch vor dem Einsatz von Alkohol und Drogen nicht Halt gemacht. Oft nehmen potenzielle neue Mitglieder auch zuerst an mehreren vermeintlich harmlosen Treffen teil, bevor die anderen Teilnehmer ihre wahren Absichten enthüllen und gestehen, Satanisten zu sein. Will das neue Mitglied dann die Gruppe verlassen, wird ihm das nicht gestattet und stattdessen Druck ausgeübt: „So geht das nicht, du kannst dich jetzt nicht einfach verdrücken. Wir haben dich in unsere Geheimnisse eingeweiht und dir vertraut. Du willst uns und unsere Überzeugungen doch jetzt nicht etwa verraten? Ab heute bist du einer von uns!“ Auch und gerade so rutschen Jugendliche häufig in entsprechende Gruppen hinein und können sich dann selbst nicht mehr daraus befreien. LaVey selbst legte Wert darauf zu betonen, dass der Satanismus eine Sackgasse ist, aus der es kein Entrinnen gibt: „Der Satanismus ist nicht für alle gut. Wer Satanist werden möchte, soll das tun, wer es nicht möchte, lässt es bleiben. Aber: Wer einmal Satanist geworden ist, kann sich nie mehr vom Satanismus abwenden.“

Es hat fast den Anschein, als würden junge Menschen oft einfach nur vorgeben, Satanisten zu sein oder sich einer satanistischen Gruppe angeschlossen zu haben, ohne sich zu fragen, was Satanismus eigentlich ist, und ohne je etwas darüber gelesen zu haben. Satanist wird man jedoch, indem man sich ganz bewusst dafür entscheidet, und nicht in dem man einfach sagt, man sei einer. Junge Menschen sollten sich ihre Freunde sehr sorgfältig aussuchen. Sie müssen lernen, genau zu prüfen, mit welcher Gruppe sie sich einlassen.
5 Satanistische Publikationen

Das Internet und satanistische Gruppen wie die ‚Kirche Satans’ sind heute unzweifelhaft die effektivsten Verbreiter des Satanismus in der westlichen Welt. Auch Bücher, die von prominenten Schlüsselfiguren wie LaVey verfasst wurden, spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Außerdem geben einige Sata­nistengruppen ihre eigenen Zeitschriften heraus. Musik-CDs tun das Übrige. Einige Songs gerade aus dem Bereich ‚Black Metal’ sind regelrechte Gebete zum Satan und den satanischen Mächten. Diese Songs hier aufzulisten oder Textzeilen zu zitieren, wäre jedoch kontraproduktiv, weil es sie noch bekannter machen würde. Tatsache ist nämlich, dass die so genannten Kriege gegen bestimmte Trends wie den Satanismus oder den Drogenmissbrauch dazu beitragen, deren Anziehungskraft noch zu steigern und ihre Verbreitung zu fördern.

In Ländern wie der Türkei verfügen die Satanisten noch über keine nennenswerten Organe, über die sie ihre Lehren in Umlauf bringen könnten. Noch sind sie weitgehend unorganisiert und besitzen nicht die Möglichkeit, auf regelmäßiger Basis Bücher oder Zeitschriften zu drucken. Doch nachdem es in Ortakoy, Istanbul, zu einem Mord und einer Vergewaltigung gekommen war, berichteten die Zeitungen, die Polizei habe Razzien bei Satanisten durchgeführt und Zeitschriften, Broschüren, Kassetten und CDs beschlagnahmt, die in bestimmten Buchhandlungen verkauft wurden.
6 Warum opfern Satanisten Katzen?

Als der Satanismus ganz oben auf der Tagesordnung stand, zeigten manche Fernsehsender auch satanistische Rituale. Die Zuschauer erfuhren, dass in manchen Kulten Katzen geopfert werden, deren Fleisch man anschließend röstet und deren Blut man trinkt. Warum ausgerechnet Katzen? Zunächst einmal ist es keineswegs so, dass sich die Rituale auf die Opferung von Katzen beschränken. Auch Hühner und Kaninchen sind beliebte Opfertiere. Blut zu vergießen ist ein elementarer Bestandteil satanistischer Rituale. Katzen werden jedoch aus mehreren Gründen bevorzugt: Einige Leute glauben, Katzen seien besonders treulose Tiere. Andere halten sie für durch und durch böse. Wieder andere bringen sie mit dem Satan in Verbindung. Da Satanisten den Satan letztendlich zerstören wollen und die Weltherrschaft erringen möchten, betrachten sie die Opferung einer Katze als symbolischen Akt. Zudem sind Katzen auch leicht verfügbar. Es gibt sie überall, und sie sind relativ problemlos zu fangen.

Doch es gibt noch weit unheilvollere Gründe: Katzen werden von den Menschen geliebt und als Haustiere gehalten. Eines der Hauptprinzipien des Satanismus ist jedoch, alles, was die Menschen lieben und schätzen, zu zerstören. Wenn Muslime Tiere schlachten, dann solche, deren Fleisch ihnen gestattet wurde (z.B. Schafe oder Rinder). Satanisten hingegen ziehen Fleisch vor, das als nicht zulässig gilt; denn Satanisten suchen die Auflehnung. Sie tun mit Vorliebe gerade das, was die Religion verbietet. Sie trinken Katzenblut und glauben, es verleihe ihnen Unsterblichkeit. Ein Grund für das Trinken von Blut ist auch, dass der Satan als ‚Blutsauger’ gilt.
7 Warum begehen Jugendliche Selbstmord?

Und warum tun sie dies im Alter von 15 oder 16 Jahren um der Sache Satans willen, wo sie sich doch im Frühling ihres Lebens befinden und sich eigentlich ans Leben klammern sollten - oft ohne jede Verantwortung, ohne gezwungen zu sein, sich ihren Lebensunterhalt verdienen zu müssen, und überhaupt ohne finan­zielle Nöte?

Es wäre falsch, für den Selbstmord um des Satans willen nur einen einzigen Grund anzuführen. Ganz gewiss gibt es mehrere. Für einen Satanisten ist der Tod für den Satan eine heilige Art zu sterben; zu vergleichen durchaus mit dem Märtyrertod in den großen Religionen, der dort ebenfalls als ruhmreicher Akt bezeichnet wird. Für den Satan zu sterben, bedeutet, ihm Loyalität entgegenzubringen. Ein junger Mensch, der sich für den Satan umbringt, will damit auch seine Vertrauenswürdigkeit beweisen. Doch freiwillig und aus eigenem Antrieb geht kaum jemand in den Tod. Fast immer ist auch viel Druck im Spiel, und die Selbstmordkandidaten werden von übel wollenden und bösartigen Gruppenmit­gliedern gewarnt, nicht zu versagen und die für sie vorgesehene Mission zu erfüllen. Worten wie „Satan will, dass du dich für ihn opferst!“ haben viele ohnehin schon labile Jugendliche nichts entgegenzusetzen, zumal wenn sie niemanden haben, den sie vertrauensvoll um Hilfe bitten könnten.

Abschiedsbriefe von Selbstmordopfern dieser Art enthalten Zeilen wie: „Wir haben unsere Seelen dem Satan verkauft“, „Satan hat uns eine Botschaft gesandt und uns befohlen zu sterben“ oder: „Unser Leben war leer, und es hätte keinen Sinn gehabt, mehr weiter zu leben.“ Auch einer der drei des Mordes verdächtigten Jugendlichen von Istanbul sagte vor Gericht aus, er habe Botschaften vom Satan empfangen: „Es gibt eine Vereinbarung zwischen Satan und mir. Zuerst hörte ich Stimmen. Lange Zeit dachte ich, sie seien in meinem Kopf. Dann begann Satan, zu mir zu sprechen. Er erteilte mir Befehle. Ein Jahr lang hat er mich geleitet. Einmal habe ich einen Befehl nicht ausgeführt, da hat er mich bestraft. Mein Arm schwoll an. Ich habe keine Religion. Satan sagte mir, ich sei sein Gesandter und ich gehöre nicht in diese Welt. Ich habe abgeschlossen mit dem Leben. ‚Nimm mich!’, forderte ich ihn auf. ‚Bewähre dich erst einmal, dann hole ich dich!’, entgegnete er mir. Eines Tages befahl er mir, ein Mädchen zu opfern. Ich musste unter Beweis stellen, dass ich der Gesandte Satans war. Ich tat es gemeinsam mit den anderen beiden Angeklagten. Also gratulierte mir Satan. Ich hatte einen schwierigen Test bestanden.“

Diese Aussage bestätigt, dass Jugendliche wie dieser unter spiritueller Leere leiden, psychologische Probleme haben und nicht so erzogen wurden, dass sie sich der Realitäten der Gesellschaft und ihrer Werte bewusst wären. Aber empfangen sie denn tatsächlich Botschaften vom Satan? Mit Sicherheit kann der Satan Menschen inspirieren. Um von ihm inspiriert zu werden, muss man aber nicht unbedingt gleich Satanist sein. Der Prophet Muhammad sagte: Jeder Mensch hat einen Satan. (Tirmidhi, Adab, 78) Auch der Koran erwähnt, dass die Satane viele Freunde haben. Auf der anderen Seite besitzt der Satan jedoch keine Macht über die Menschen. Er kann sie lediglich rufen und dazu an­stiften, Gott zu verleugnen. (14:22) Er kann sehr wohl Menschen verführen. Ihm zu folgen oder ihn zu verabscheuen, bleibt aber dem Willen des Menschen überlassen. Also: Inspirationen vom Satan empfängt prin­zipiell jeder Mensch, die Frage ist nur, inwieweit man sich von diesen Inspirationen leiten und beeinflussen lässt.

Die Tatsache, dass so viele junge Menschen, die in den Sa­ta­­nis­mus abdriften, aus wohlhabenden Familien stammen und eine überdurchschnittlich gute Ausbildung genossen haben, führt automatisch zu der Vermutung, dass mit unserem Bildungssystem etwas nicht in Ordnung ist. Offensichtlich ist zumindest, dass essenzielle Fragen z.B. nach dem Sinn des Lebens oder nach der eigenen Identität und nach den Erwartungen, die die Schüler an das Leben stellen, in der Schule nur unzureichend zur Sprache kommen bzw. beantwortet werden. Viele Jugendliche leben außerdem in einer Scheinwelt, die ihnen von Alkohol, Drogen, Fernsehen oder harter Metal-Musik vorgegaukelt wird. In vielen populären Romanen wird zudem die Sinnlosigkeit des Lebens thematisiert. Viele Autoren stellen die traditionellen Werte der Gemeinschaft in Frage, ohne irgendwelche Alternativen zu bieten oder Perspektiven aufzuzeigen.

All dies führt zu einer allmählichen Entfremdung vom eigenen Ich und von der Gemeinschaftskultur. Es veran­lasst junge Menschen, gegen ihre eigene Identität und Persönlichkeit zu rebellieren. Wer keine spirituelle Unterstützung hat, verliert schnell den Halt und versinkt schließlich immer tiefer im Sumpf.
8 Wer ist wirklich ein Satanist, und wer wird lediglich so genannt?

Beim Thema Satanismus sollte man sehr vorsichtig sein, wenn es darum geht, irgendwelche Zuordnungen vorzunehmen. Niemand, der sich nicht selbst so nennt oder bei dem nicht alle Beweise dafür sprechen, sollte als Satanist bezeichnet werden. Denn gerade junge Menschen, die auf der Kippe stehen, sind sehr sensibel. So manche, die fälschlicherweise beschuldigt wurden, Satanisten zu sein, haben sich in der Folge tatsächlich den Satanisten angeschlossen, weil sie sich in die Ecke gedrückt fühlten. Deshalb ist hier Vorsicht geboten.

Nicht jeder, der die entsprechende Musik hört, die typischen Kleidungsstücke trägt oder sich so stylt, ist gleich ein Satanist. Dies anzunehmen, wäre ein schwerer Fehler.
9 Was sollte getan werden, um zu verhindern, dass junge Leute zu Satanisten werden?

Die Hauptverantwortung liegt ohne jeden Zweifel bei den Familien. Sie prägen die jungen Menschen ganz entscheidend. Ein gestörtes Familienleben kann sehr wohl dazu beitragen, dass sich Kinder zum Satanismus hingezogen fühlen. Weil ihnen Liebe und Fürsorge fehlen, suchen sie an anderen Stellen nach Aufmerksamkeit, Bestätigung und Beachtung. Viele Kinder sind heutzutage darauf angewiesen, außerhalb ihrer Familien und vor allem im Freundeskreis nach Glück, Liebe und Beistand zu suchen. Was die Eltern ihnen nicht bieten können, werden sie aber bei ihren Freunden nur in den seltensten Fällen finden.

Eltern sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass ihnen ihre Kinder von Gott anvertraut wurden. Sie sollten wissen, welchen Umgang ihre Kinder pflegen, welche Gewohnheiten sie haben, wann sie abends nach Hause kommen und ob sie die Schule schwänzen. Sie sollten sie nicht tyrannisieren, ihnen aber auch nicht zu viele Freiheiten lassen. Sie sollten versuchen, sie zu verstehen und ihnen Freunde zu sein. Wünsche ihrer Kinder, die ihnen gerechtfertigt erscheinen, sollten sie erfüllen; andere wiederum, die sie für falsch halten, sollten sie abschlagen. Geld allein reicht jungen Menschen nicht aus. Eltern tun ihren Kindern ganz gewiss keinen Gefallen, wenn sie ihnen buchstäblich jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Vor allem jedoch sollten sie nie vergessen, dass ihre Kinder neben der finanziellen auch spirituelle Unterstützung brauchen.

All diese Ratschläge deuten schon an, worum es bei der Kindeserziehung in erster Linie geht - nämlich die Kinder mit den Realitäten des Lebens bekannt zu machen und ihnen aufzuzeigen, wie sie Verantwortung übernehmen können. Auffällig ist, dass viele Familien, deren Kinder Satanisten geworden sind, ihren Kindern offenbar keine religiöse und kaum eine moralische Erziehung mit auf den Weg gegeben haben. Das ist schon deshalb problematisch, weil Jugendliche oft meinen, sich beweisen zu müssen. Hier kennen sie dann einfach keine Grenzen und merken manchmal gar nicht, dass ihr Handeln andere verletzt. Gerade in den Bereichen Sexualität und Freiheit, die für die Jugendlichen eine besonders große Rolle spielen, wirkt sich dies oft fatal aus.

Auch Lehrer können ihren Teil dazu beitragen, junge Menschen vor fragwürdigen Kulten wie dem Satanismus zu bewahren. Sie sollten ihre Schüler als vollwertige Individuen behandeln und ihnen dabei helfen, gute Menschen und gute Bürger zu werden. Sie sollten Aufklärung betreiben und ihre Schüler vor diesen Kulten warnen. Um vor den Schülern glaubhaft zu sein, müssen sie sich in der Materie auskennen und wissen, wovon sie sprechen. Halbinformationen können nur schaden. Auf der anderen Seite müssen die Lehrer auch aufpassen, dass sie diese Kulte nicht zu positiv darstellen und sie so auch noch attraktiv machen. Die Schüler sollten in der Schule auf ihr Leben als Erwachsene vorbereitet werden - im Dialog mit den Lehrern, in den auch die Eltern mit einbezogen werden sollten.

Staatliche Institutionen tragen ebenfalls eine Mitverantwortung. Sie dürfen diese Kulte nicht außer Acht lassen und sie zu Randerscheinungen erklären. Jugendliche, die in den Sumpf des Satanismus geraten sind, sollten nicht verdammt werden; vielmehr sollte ihnen von das Angebot gemacht werden, ihnen aus der Klemme zu helfen. Eltern, Schulen und gesell­schaftliche Institutionen sollten Hand in Hand arbeiten und sich um sie kümmern.

Obwohl es einige Bestrebungen in diese Richtung gibt, reichen diese leider bei weitem nicht aus - was auch dazu führt, dass sich der Satanismus noch immer weiter ausbreitet. Und natürlich ist der Satanismus nicht die einzige Falle, in die Jugendliche treten können. Vor allem Alkohol und Drogen, aber auch viele andere Dinge verführen junge Leute nur allzu leicht.

Eine wichtige Rolle spielen nicht zuletzt auch die Medien. Von ihnen sollte man verlangen dürfen, dass sie sich einem Thema wie diesem ernsthaft nähern und brauchbare Informationen liefern. Statt Hintergründe und Tatsachen aufzuzeigen, sind aber viele Magazine heute nur darauf aus, das Sensationelle herauszustellen. Sie übertreiben und reißen bestimmte Vorkommnisse völlig aus dem Zusammenhang. So erscheint der Satanismus vielen schnell wie eine Kuriosität, die gar keinen gesellschaftlichen Bezug hat.

Jugendliche, die in die Fänge des Satanismus geraten sind, sind keine gefährlichen Menschen. Viele von ihnen wissen - wie bereits erwähnt - gar nicht, welchen risikoreichen Weg sie da eingeschlagen haben. Wenn Eltern bemerken, dass ihre Kinder Tendenzen in diese Richtung zeigen, sollten sie das Thema nicht aus falscher Scham totschweigen, sondern offen darüber sprechen. Gegebenenfalls sollten sie auch Rat bei Experten oder Psychologen einholen. Gleiches gilt auch für Lehrer. Ein freimütiger Umgang mit dem Thema wird dem guten Ruf einer Schule ganz bestimmt nicht schaden. Nichts ist mehr wert als ein Menschenleben.

Die Existenz einer Gefahr wie des Satanismus unterstreicht die Bedeutung einer religiösen und wertorientierten Erziehung. Der Mensch ist kein rein physisches Wesen, sondern besitzt auch eine spirituelle Seite. Jemand, der spirituell nicht ausgefüllt ist, sucht früher oder später - völlig unabhängig von seinen finanziellen Verhältnissen - anderenorts nach Befriedigung. Und diese Suche kann sehr schnell auf Abwege führen, was das Beispiel Satanismus eindrucksvoll beweist.

Die Ausbildung in den Schulen von heute ist nicht in der Lage, die spirituelle Leere zu füllen; darauf ist sie auch gar nicht ausgelegt. Die Folge ist leider eine immer größer werdende Zahl von Jugendlichen, die beim Satanismus, in Drogen usw. Zuflucht suchen. Immer mehr Kinder fangen auch immer früher an zu trinken. Diese Tendenzen bringen riesige Probleme mit sich, nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für die ganze Gesellschaft. Eltern, Pädagogen, Repräsentanten der Religionen, Theologen und staatliche Stellen sollten alles tun, Heranwachsenden spirituelle Werte zu vermitteln. Auch Menschen, die nicht an Gott glauben, sollten sich nicht dagegen sperren, dass Jugendlichen Informationen über die Religionen und ihre Werte bereitgestellt werden. Denn die Leere, die die jungen Leute sonst verspüren, kann sehr leicht von übel wollenden Menschen ausgenutzt werden.

Der Satanismus ist eine Erscheinung, die der mensch­lichen Natur widerspricht. Alle monotheistischen Religionen betrachten den Satan als den größten Feind des Menschen und als den Repräsentanten und Förderer des Bösen schlechthin. Der Satan ist weder ein Objekt der Anbetung, noch besitzt er einen Anspruch auf Göttlichkeit. In Wirklichkeit verleugnet er Gott auch gar nicht, sondern bestätigt ihn. (14:22) Diese Grundwahrheit unterstreicht die Widersprüchlichkeit und die Inkonsequenz des Satanismus. Er verherrlicht ein Geschöpf namens Satan und akzeptiert sogar die Perspektive, für ihn in den Tod zu gehen. Diese Widernatürlichkeit muss sehr ernst genommen werden. Wenn wir aber jungen Menschen in angemessener Weise von Gott und den Propheten berichten, werden sie sich kaum dem Satan zuwenden und ausgerechnet ihn anbeten.
10 Fazit

Um die Gedanken dieses Artikels noch einmal zusammenzufassen: Wir sollten Jugendliche nicht nach der Musik, die sie hören, nach der Kleidung, die sie tragen, nach der Länge ihres Haares oder nach ihren Ohrringen beurteilen. Auch das Phänomen Satanismus lässt sich nicht auf bestimmte Musikrichtungen, Kleidungsstile oder Ähnliches reduzieren. Wenn dies nämlich so wäre, würde ganz gewiss niemand in Erwägung ziehen, um des Satans willen sich selbst oder andere zu töten. Wichtig ist vor allem, Vertrauen erweckende und glaubwürdige Antworten auf zwei Fragen zu finden: Wie können wir unsere Jugendlichen vor dem Satanismus schützen?, und: Was können wir für diejenigen tun, die in die Fänge des Satanismus geraten sind? Der Satanismus ist kein Problem, dass durch Sicher­heitsvorkehrungen zu lösen ist. Vielmehr geht es hier um Akzeptanz oder Ablehnung.

Hinter jungen Leuten, die in Richtung Satanismus abdriften, mögen sich harte Einzelschicksale verbergen; viele von ihnen leiden unter massiven sozialen, psychologischen, familiären und gesellschaftlichen Problemen. Der meiner Meinung nach entscheidende Grund liegt jedoch in der mangelnden religiösen Erziehung und in der spirituellen Leere der Jugendlichen, die überall zu spüren ist.

Wenn ein junger Mensch der Überzeugung ist, der Satan sei ein Geschöpf, das es zu verehren gelte und für dass es sich sogar zu sterben lohne, handelt es sich hier ganz eindeutig um eine Glaubensfrage. Und unmoralisches Handeln, das einem bestimmten Glauben entspringt, ist nur durch eine sachkundige Unterweisung in religiösen Dingen zu korrigieren. Leider ist es heute so, dass einige Familien den Preis für gesellschaftliche Fehlentwicklungen zahlen. Wenn wir wollen, dass dieser Preis in Zukunft nicht noch höher ausfällt, müssen wir unseren Jugendlichen Beachtung schenken. Denn ihnen werden wir schließlich auch unsere Zukunft anvertrauen.



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Fröhlich sein,
Gutes tun
und die Spatzen
pfeifen lassen.
Don Bosco
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