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Corona und Weihnachten: Hemmschwelle zum Regelbruch sinkt Kommentare

#1 von Gast , 15.12.2020 14:38

Hemmschwelle zum Regelbruch sinkt Kommentare

156Corona und Weihnachten: Hemmschwelle zum Regelbruch sinkt

Aktualisiert am 15. Dezember 2020, 14:24 Uhr
Der harte Lockdown war notwendig. Das findet nicht nur die Bundesregierung, sondern finden auch viele Menschen in Deutschland.
Endlich klare Regeln für die nächsten Wochen, endlich Handeln gegen die vielen Neuinfektionen, die Corona-Toten. Endlich Erleichterung für Pflegekräfte und Klinikpersonal.
Nur Ausnahmen bestätigen die Regel: Obwohl so viele Menschen den harten Lockdown herbeisehnen, ist an Weihnachten der Regelbruch schon vorprogrammiert.
Mehr aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie hier

Der Mensch ist ein Paradoxon. Das zeigt sich in der Corona-Pandemie einmal mehr. Denn viele Menschen sind einer Umfrage der Bundeswehr-Universität München zufolge bereit, die eigentlich für gut befundenen Corona-Regeln an Weihnachten zu brechen.

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Mehr als Dreiviertel aller Befragten gaben an, die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gut zu finden. 42 Prozent sagten aber gleichzeitig, sie wollten sich über die bestehenden Regeln hinwegsetzen. Ist es Leichtsinn? Der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung? Oder einfach der Irrglaube, Corona sei zwar gefährlich, könne einem selbst aber nichts anhaben?

Therapeut Stefan Ruzas von der Münchner Praxis "Liebling + Schatz" weiß, warum so viele Menschen bereit sind, die Regeln zu brechen. "Diese Bereitschaft zum Regelbruch hat damit zu tun, dass wir seit Monaten in einer Zeit des Kontrollverlusts leben", erklärt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Leben, das wir vorher kannten, sei nicht mehr existent. Plötzlich gebe es Regeln, Einschränkungen, Verzicht und sogar Ausgangssperren.

Therapeut: "Vom Gefühl her haben wir die Kontrolle über unser Leben verloren"
"Vom Gefühl her haben wir die Kontrolle über unser Leben verloren. Wir sind gefühlt in unserer Autonomie eingeschränkt und nicht mehr selbstbestimmt." Die Folge: Reaktanz. Reaktanz nennt sich auch innerer Widerstand und ist laut Ruzas ein Phänomen der Psychologie.

"Aufgrund der ganzen Regeln regt sich in uns ein innerer Widerstand gegen die Einschränkungen. Die Reaktanz hilft uns, wieder mehr ins Handeln zu kommen." Indem der Mensch dann ganz bewusst gegen einzelne Corona-Regeln verstoße, rebelliere er. "Wir handeln wieder selbstbestimmt. Indem wir protestieren, uns gegen die Regeln auflehnen, bekommen wir wieder das Gefühl, aktiv zu handeln", sagt der Therapeut.

Der Irrglaube der Unverwundbarkeit
Hinzu komme natürlich auch, dass das Akzeptieren der Regeln eine Generationenfrage ist. Viele junge Menschen erleben derzeit, dass Corona-Infektionen in ihren Reihen einen milden Verlauf nehmen. "Kurz: Sie denke, ich bin jung, Corona ist nicht schlimm. Sie halten sich für unverwundbar", erklärt Ruzas.

Das Gefühl der Unverwundbarkeit verstärke das Gefühl, sich nicht mehr an Regeln halten zu wollen. Dass COVID-19 aber auch bei jüngeren Menschen ohne Vorerkrankung einen schweren Verlauf nehmen kann, blenden einige Menschen dann offenbar aus oder sind sich dessen gar nicht erst bewusst.

"Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass viele Regeln wirklich kompliziert sind und sich permanent ändern. Unser Gehirn hat sich an eine Regel gewöhnt, schon kommt eine nächste", sagt der Therapeut. Wer sich nicht mehr auskenne, verstoße lieber gegen eine Regel. So fühle man sich selbstbestimmt. "Und denkt das eigene Umfeld genauso, wird der Regelbruch zu etwas schönem, attraktiven." Ganz nach dem Motto: Machen es alle, ist es wohl nicht so schlimm.


RE: Corona und Weihnachten: Hemmschwelle zum Regelbruch sinkt Kommentare

#2 von Gast , 15.12.2020 14:45

Zitat von Gast im Beitrag #1
Hemmschwelle zum Regelbruch sinkt Kommentare

156Corona und Weihnachten: Hemmschwelle zum Regelbruch sinkt

Aktualisiert am 15. Dezember 2020, 14:24 Uhr
Der harte Lockdown war notwendig. Das findet nicht nur die Bundesregierung, sondern finden auch viele Menschen in Deutschland.
Endlich klare Regeln für die nächsten Wochen, endlich Handeln gegen die vielen Neuinfektionen, die Corona-Toten. Endlich Erleichterung für Pflegekräfte und Klinikpersonal.
Nur Ausnahmen bestätigen die Regel: Obwohl so viele Menschen den harten Lockdown herbeisehnen, ist an Weihnachten der Regelbruch schon vorprogrammiert.
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Der Mensch ist ein Paradoxon. Das zeigt sich in der Corona-Pandemie einmal mehr. Denn viele Menschen sind einer Umfrage der Bundeswehr-Universität München zufolge bereit, die eigentlich für gut befundenen Corona-Regeln an Weihnachten zu brechen.

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Mehr als Dreiviertel aller Befragten gaben an, die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gut zu finden. 42 Prozent sagten aber gleichzeitig, sie wollten sich über die bestehenden Regeln hinwegsetzen. Ist es Leichtsinn? Der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung? Oder einfach der Irrglaube, Corona sei zwar gefährlich, könne einem selbst aber nichts anhaben?

Therapeut Stefan Ruzas von der Münchner Praxis "Liebling + Schatz" weiß, warum so viele Menschen bereit sind, die Regeln zu brechen. "Diese Bereitschaft zum Regelbruch hat damit zu tun, dass wir seit Monaten in einer Zeit des Kontrollverlusts leben", erklärt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Leben, das wir vorher kannten, sei nicht mehr existent. Plötzlich gebe es Regeln, Einschränkungen, Verzicht und sogar Ausgangssperren.

Therapeut: "Vom Gefühl her haben wir die Kontrolle über unser Leben verloren"
"Vom Gefühl her haben wir die Kontrolle über unser Leben verloren. Wir sind gefühlt in unserer Autonomie eingeschränkt und nicht mehr selbstbestimmt." Die Folge: Reaktanz. Reaktanz nennt sich auch innerer Widerstand und ist laut Ruzas ein Phänomen der Psychologie.

"Aufgrund der ganzen Regeln regt sich in uns ein innerer Widerstand gegen die Einschränkungen. Die Reaktanz hilft uns, wieder mehr ins Handeln zu kommen." Indem der Mensch dann ganz bewusst gegen einzelne Corona-Regeln verstoße, rebelliere er. "Wir handeln wieder selbstbestimmt. Indem wir protestieren, uns gegen die Regeln auflehnen, bekommen wir wieder das Gefühl, aktiv zu handeln", sagt der Therapeut.

Der Irrglaube der Unverwundbarkeit
Hinzu komme natürlich auch, dass das Akzeptieren der Regeln eine Generationenfrage ist. Viele junge Menschen erleben derzeit, dass Corona-Infektionen in ihren Reihen einen milden Verlauf nehmen. "Kurz: Sie denke, ich bin jung, Corona ist nicht schlimm. Sie halten sich für unverwundbar", erklärt Ruzas.

Das Gefühl der Unverwundbarkeit verstärke das Gefühl, sich nicht mehr an Regeln halten zu wollen. Dass COVID-19 aber auch bei jüngeren Menschen ohne Vorerkrankung einen schweren Verlauf nehmen kann, blenden einige Menschen dann offenbar aus oder sind sich dessen gar nicht erst bewusst.

"Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass viele Regeln wirklich kompliziert sind und sich permanent ändern. Unser Gehirn hat sich an eine Regel gewöhnt, schon kommt eine nächste", sagt der Therapeut. Wer sich nicht mehr auskenne, verstoße lieber gegen eine Regel. So fühle man sich selbstbestimmt. "Und denkt das eigene Umfeld genauso, wird der Regelbruch zu etwas schönem, attraktiven." Ganz nach dem Motto: Machen es alle, ist es wohl nicht so schlimm.

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Corona und Weihnachten: Hemmschwelle zum Regelbruch sinkt
Deswegen ist das Weihnachtsfest aller Voraussicht nach prädestiniert für einen Regelbruch. Jeder kennt wahrscheinlich jemanden, der Weihnachten anders feiern wird, als es die Regeln derzeit vorgeben.

Momentan darf sich bundesweit nur ein Hausstand mit vier weiteren Menschen (exklusive Kinder bis 14 Jahren) treffen. Vor wenigen Wochen waren es noch zehn Personen. Was also tun? Das geplante Weihnachtsfest absagen? Oder einfach feiern, wie man will?

Die Hemmschwelle zum Regelbruch sinkt. Das weiß auch Stefan Ruzas. "Wir leben seit Monaten in einem Ausnahmezustand, man könnte sagen, in einer Art Stress-Trance, die dazu führt, dass die Hemmschwelle immer weiter sinkt." Ohne ein wirkliches Ende der Pandemie abzusehen, würden die Menschen versuchen, sich durch Regelbrüche eine Art Freiheit zurückzuerobern.

Doch der Preis ist hoch: Die Neuinfektionen sind auf Rekord-Höhe, jeden Tag sterben mehrere Hundert Menschen an und mit Corona. Wer seine Liebsten liebt, bleibt zu Hause. Ganz selbstbestimmt entschieden.





   

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