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Sein Ursprung liegt in ferner Vorzeit

#1 von esther10 , 19.12.2015 22:03

Sein Ursprung liegt in ferner Vorzeit
Homilie am 4. Adventsonntag
20. Dezember 2015, Lesejahr C
L1: Mi 5,1-4a; L2: Hebr 10,5-10; Ev: Lk 1,39-45

Alle liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch online

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Nur mehr wenige Tage trennen uns noch von der Feier von Weihnachten. Der 4. Adventsonntag führt uns anhand der biblischen Texte in den Lesungen und im Evangelium hin zum Geheimnis der Menschwerdung des Sohnes Gottes.
Wie sehnsuchtsvoll erklingt der Ruf des Propheten Jesaja (im Eröffnungsvers): „Tauet, ihr Himmel, von oben! Ihr Wolken, regnet herab den Gerechten! Tu dich auf, o Erde, und sprosse den Heiland hervor!“
Rorate caeli – Tauet, ihr Himmel! Der, den viele als Messias und Heiland erwarten, er wird von oben kommen: von Gott, seinem Vater. Er ist der Gerechte, und die Zeit ist gekommen. Ja, auch die Erde soll sich auftun und den Heiland hervorsprossen lassen. Denn der Erlöser ist wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich. Als Gott stammt er vom Himmel, als Mensch wurde er empfangen und geboren von der Jungfrau Maria, gleichsam aus jungfräulicher Erde. Er ist ganz einer von uns Menschen.
Der Prophet Micha kündigt (in der ersten Lesung) einen Hirten für das Volk des Herrn an, der Frieden bringen wird. Bethlehem, die kleine Stadt in Juda, wird den hervorgehen sehen, der über Israel herrschen soll. Geheimnisvoll sind die Worte: „Sein Ursprung liegt in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Jahren“ (vgl. Mi 5,1). Dies könnte man verstehen von der schon seit jener dunklen Vorzeit erfolgten wiederholten Ankündigung des Kommens des Messias. Die Erwartung der auf Gottes Verheißungen bauenden Menschen war von Jahr zu Jahr mehr gestiegen. Wann würde er endlich kommen? Die Worte vom Ursprung in ferner Vorzeit deuten aber auch hin auf die ewige Gottessohnschaft des Erlösers; als wahrer Gott lebt und herrscht er seit Ewigkeit. Durch die Empfängnis und Geburt aus der Jungfrau Maria erhält er jedoch in seiner Menschheit auch einen Anfang in der Zeit.
Die zweite Lesung aus dem Hebräerbrief spricht von jenem einzigartigen Opfer der Hingabe an Gottes Willen, das Christus schon bei seinem Eintritt in die Welt und dann durch sein Leben und Sterben hier auf Erden vollbracht hat. Nicht die vielen Opfer des Alten Bundes retten und erlösen uns, sondern das eine Opfer der Hingabe Jesu Christi am Kreuz hat uns von der Sünde und vom ewigen Tod befreit. Wir sind „durch die Opfergabe des Leibes Christi ein für alle Mal geheiligt“ (Hebr 10,10), und dieses Opfer wird bei jeder heiligen Messe auf dem Altar vergegenwärtigt.
Im Evangelium wird uns das einzigartige Beispiel der Jungfrau Maria vor Augen gestellt. Sie hatte den Sohn Gottes in ihrem jungfräulichen Schoß empfangen durch das Wirken des Heiligen Geistes, und als schwangere Frau eilt sie zu ihrer Verwandten Elisabeth, die im Bergland von Judäa wohnt. Elisabeth ist noch in hohem Alter Mutter geworden und braucht ihre Unterstützung.
Die beiden Frauen verstehen sich auf Anhieb: Es ist nicht nur die menschliche Ebene, auf der die hochbetagte Elisabeth der noch jugendlichen Maria begegnet. Ihr Einverständnis ist vom Heiligen Geist gewirkt, der beide Frauen im Herzen ergriffen hat und erleuchtet. So kann Elisabeth rufen: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“ (Lk 1,42) Diesen Ruf hat die Kirche dann sogar ins Gebet des „Ave Maria“ aufgenommen: „Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes.“ Maria ist „voll der Gnade“, wie sie der Engel begrüßt hat; sie wurde reich beschenkt von Gott und ist auf diese zur Weise „Mutter des Herrn“ geworden, wie sie Elisabeth preist (vgl. Lk 1,43). Der Grund für den Lobpreis Marias liegt im Glauben: „Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“ (Lk 1,45)
Im Glauben Marias drückt sich eine adventliche Haltung aus, die auch uns zu eigen sein soll: Wir erwarten den Kommenden, den Herrn Jesus Christus! Machen wir ihm die Wege bereit, denn ganz unverhofft wird er plötzlich da sein, und selig ist jener Mensch, der ihn mit Freude im Herzen empfängt!
Amen.


Fröhlich sein,
Gutes tun
und die Spatzen
pfeifen lassen.
Don Bosco
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esther10
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Katechismus der Katholischen Kirche ZWEITE AUSGABE
Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt,

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