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Jesus Christus, der neue Mose

#1 von esther10 , 27.02.2016 11:52

Jesus Christus, der neue Mose
Predigt am 3. Fastensonntag
28. Februar 2016, Lesejahr C

L 1: Ex 3,1-8a.13-15; L 2: 1 Kor 10,1-6.10-12; Ev: Lk 13,1-9
Die liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch.

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

In der Lesung aus dem Buch Exodus begegnet uns ein Freiheitsheld besonderer Art. Es ist Mose, der das Volk der Israeliten aus Ägypten herausführen soll. Das Volk wird dort vom Pharao unterdrückt, und die Israeliten werden wie Sklaven behandelt. Groß ist ihre Not, und in dieser Not schreien sie zu Gott um Hilfe!

Diese Hilfe wird ihnen zuteil, indem der Gott ihrer Väter – also der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs – einen Mann beruft und ihn als Anführer erwählt, dem viele das nicht zugetraut hätten. Der Name Mose bedeutet so viel wie der aus dem Wasser Herausgezogene; den Namen gab diesem israelitischen Findelkind ausgerechnet jene ägyptische Prinzessin, die das Kind auf dem Wasser des Nils in einem mit Teer und Pech abgedichteten Körbchen treibend gefunden hatte. Der Mosesknabe genoss dann, als er entwöhnt war, die beste Erziehung am ägyptischen Hof und wurde in die Familie des Pharaos aufgenommen. Dennoch konnte er seine wirkliche Herkunft nicht ablegen: er war und blieb eben doch das Kind hebräischer Eltern, auch wenn ihm vorerst niemand sagte, wer denn diese wirklich seien. Als dem nunmehr erwachsenen Mann namens Mose seine israelitische Herkunft vollauf bewusstwurde, da galt es, Farbe zu bekennen: Wollte er in Zukunft auf der Seite jener stehen, die sein Volk versklavten und beherrschten oder sollte er sich mit dem Volk seines eigenen Ursprungs identifizieren, obwohl er nicht innerhalb seiner eigenen Familie aufgewachsen war und vielleicht auch nicht allzu viel über die Sitten und Gebräuche seiner Volksangehörigen wusste?

Nachdem Mose im Streit einen Ägypter erschlagen hatte, weil er für einen Volksgenossen Partei ergriffen hatte, konnte er nicht mehr zurück. Aber anstatt bei seinen eigenen Angehörigen mit Freude aufgenommen zu werden, wurde Mose abgelehnt, und so flüchtete er vor dem Zorn des Pharaos in das Gebiet von Midian, wo er seine künftige Frau kennen lernte und bei seinem Schwiegervater Jitro gute Aufnahme fand. Wäre nicht etwas Besonderes geschehen, so hätte Mose wohl dort sein weiteres Leben in relativer Ruhe verbracht, fernab vom politischen Geschehen in Ägypten.

Doch da ereilte ihn der Ruf Gottes, wie es uns die heutige erste Lesung kundtut. Aus einem Dornbusch, der brannte und doch nicht verbrannte, hörte Mose die geheimnisvolle Stimme Gottes. Dieser offenbarte sich ihm in eindrucksvoller Weise als der „Ich-bin-da“, was die wörtliche Übersetzung des Gottesnamens „Jahwe“ ist. Gott ist fortan für Mose der ganz Nahe, der ihn und sein Volk nicht verlässt, sondern es in die Freiheit hinausführt.

Freilich geht es zuerst um eine Legitimierung: Mose muss sich ausweisen vor seinem eigenen Volk Israel und dann auch vor dem Pharao. Er kann sich nicht auf eigene Verdienste und Leistungen berufen, sondern nur auf den Ruf und die Sendung Gottes. Dass Gott wirklich bei ihm und seinem Volk ist, wird bald durch mächtige Zeichen und Wunder offenbar, die Gott im Land der Ägypter wirkt. Schließlich willigt dann auch der Pharao ein, das Volk der Israeliten ziehen zu lassen. Ihre ihnen von Gott geschenkte Freiheit führt sie zuerst in die Wüste, wo sie 40 Jahre lang umherwandern und von Gott auf wunderbare Weise mit Wasser und Nahrung versorgt werden. Erst dann dürfen sie einziehen ins Gelobte Land!

Im ersten Korintherbrief – das ist die zweite Lesung – erinnert der Apostel Paulus seine Zuhörer an die Ereignisse während der Wüstenwanderung des Volkes Israel. Er erkennt darin bereits die geheimnisvolle Ankündigung und Gegenwart Jesu Christi, des Erlösers. Dieser ist für sein Volk der neue Mose, der von Gott gesandte Spender und Vermittler des Heils. Wir dürfen dem neuen Volk Gottes angehören durch die heilige Taufe, und wir wollen lebendiges Wasser schöpfen aus den Quellen des Heils, die uns im Erlösertod Christi und in seiner Auferstehung eröffnet sind.

Natürlich kommt es für das Gottesvolk darauf an, Früchte zu bringen, die jener Erwählung entsprechen, die an sie gegangen ist. Mögen es uns nicht ergehen, wie dem unfruchtbaren Baum im Gleichnis des Evangeliums nach Lukas. Gott der Herr hat selbst hier eine schier endlose Geduld; er will nicht, dass jemand verloren geht, sondern dass alle sich bekehren und gerettet werden und so gute Frucht bringen in Werken der Liebe für dieses und das ewige Leben.
Amen.
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Fröhlich sein,
Gutes tun
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pfeifen lassen.
Don Bosco
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esther10
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zuletzt bearbeitet 27.02.2016 | Top

   

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