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Der barmherzige Vater und seine Söhne

#1 von esther10 , 05.03.2016 11:49

Der barmherzige Vater und seine Söhne
Predigt am 4. Fastensonntag
6. März 2016, Lesejahr C

L 1: Jos 5,9a.10-12; L 2: 1 Kor 5,17-21; Ev: Lk 15,1-3.11-32
Die liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch.

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Im Kontrast der beiden Söhne des Gleichnisses vom barmherzigen Vater zeigt uns Jesus im Evangelium nach Lukas auf, wie gut Gott ist und wie sehr wir Menschen in Gefahr sind, in die Irre zu gehen, ja uns auf Abwege zu begeben.

Beim ersten Sohn ist der Fall klar: Da macht sich ein ziemlich leichtsinniger junger Mann mit dem Erbe, das ihm der Vater vorzeitig ausbezahlt hat, auf und davon. Er will etwas erleben und die Welt kennen lernen! Vor allem aber möchte er es sich gut gehen lassen, denn er hat jetzt genug Geld. Jedoch: Wie gewonnen, so zerronnen!
Der Genuss, den dieser Sohn von der Welt und ihren Freuden machte, war nur ein flüchtiger. Gerade die sinnlichen Freuden haben es ja in sich, dass sie den darauf fixierten Menschen zuerst völlig in Beschlag nehmen und eine immer neue Steigerung und Intensivierung verlangen. Schließlich tritt die Ernüchterung ein, entweder infolge von Geldmangel oder auch infolge von Krankheit und suchtartiger Abhängigkeit. Allzu spät begreifen dann manche, dass sie ihr Leben aus eigener Schuld ruiniert haben und in einen wahren Teufelskreis aus Abhängigkeiten geraten sind, aus dem sie sich mit eigener Kraft nicht mehr befreien können!

Der verlorene Sohn erkannte in dieser Stunde der äußersten Not und Verlassenheit sein Elend. Ihm kam der rettende Gedanke: Beim Vater, den er verlassen hatte, wäre es besser – und zwar sah er sich nicht mehr als würdig an, dessen Sohn zu heißen: er wollte vielmehr einer von den geringsten Knechten seines Vaters sein, wenn ihn dieser nur aufnehmen würde! So machte er sich – mit Hoffen und Bangen – auf den Weg.

Was dann geschah, schildert das Evangelium: Der Vater eilte ihm entgegen, sobald er ihn erblickte. Keine Vorwürfe bekam der treulose Sohn zu hören, sondern eine innige Umarmung und ein herzliches Willkommen wurden ihm zuteil, und er wurde nicht unter die Knechte erniedrigt, sondern im Gegenteil in alle Sohnesrechte wiedereingesetzt, inklusive eines rauschenden Festes anlässlich seiner Heimkehr!

Soweit so gut. Wir würden sagen: Ja, dieser Sohn, der auf Abwege geraten war, der wirklich ein „verlorener Sohn“ geworden war, hatte die Umkehr dringend nötig! Im barmherzigen Vater, der den Sohn ohne Vorwürfe wieder willkommen heißt und ihn in seine Rechte als Sohn neu einsetzt, erkennen wir Gott, unseren himmlischen Vater, der uns als seine Kinder liebt und alle verlorenen Söhne und Töchter wieder bei sich aufnimmt, wenn sie zu ihm umkehren!

Wie aber steht es um den daheimgebliebenen Sohn? War er der „Brave“? Kann man sein Verhalten und seine Einstellung uneingeschränkt loben? Fürs erste mag es tatsächlich so aussehen! Dieser Sohn nahm sich ja keine außerordentlichen Freiheiten; er blieb auf dem väterlichen Hof und erfüllte dort seine Arbeiten mit großem Fleiß und großer Hingabe. Er war also – scheinbar! – ein tadelloser Mensch. Und als dann der andere Sohn wieder zurückkommt, den der Vater trotz der Liederlichkeit seines vergangenen Lebens so überschwänglich begrüßt, da regt sich in diesem „braven“ Sohn das Gerechtigkeitsempfinden! Oder ist es doch – vielleicht sogar – ein Anflug von Neid? Der daheimgebliebene Sohn kann es ja schier nicht ertragen, dass der verlorene Sohn vom Vater mit einer solchen Liebe aufgenommen wird. Er sieht sich dadurch in seinem eigenen Verhalten in Frage gestellt. Es scheint fast, als hätte dieser „brave Sohn“ mit dem reuigen Heimkehrer kein Mitleid. Im Grunde missgönnt er ihm all das Gute, was ihn der Vater jetzt erfahren lässt. Und genau hier liegt das Problem!
Denn auch dieser zu Hause gebliebene Sohn hat die Bekehrung nötig: Sein Herz ist hart und selbstgerecht. Er schließt andere Menschen vom Glück und Heil aus, denn diese sind ja selber schuld, wenn es ihnen schlecht geht, wie er meint. Der Vater redet dem älteren Sohn gut zu und lädt ihn ein, an der Freude über das Wiederfinden des verlorenen Sohnes teilzunehmen. – Und damit endet das Evangelium: der Ausgang bleibt offen. Angesprochen sind nämlich alle, die das Wort Jesu hören: zuerst die Pharisäer, die sich immer wieder darüber empörten, dass Jesus den Sündern das Heil von Gott her zusagte und vermittelte, und dann gelten die Worte Jesu gewiss auch uns, die wir sie heute hören.

Wie steht es mit meinem Leben? Lasse ich mich von der Botschaft der Liebe Gottes ergreifen? Habe ich die Demut und innere Größe, dort umzukehren, wo ich einen Irrweg gegangen bin? Bin ich in der Lage, eigenes Unrecht einzugestehen und andere um Verzeihung zu bitten? Bin ich auch bereit, mich mitzufreuen über jene, die vielleicht wirklich weit weg waren von Gott und der Kirche und vom Weg des Guten und die dann eine Umkehr erfahren haben und zurückgekehrt sind?
http://stjosef.at/predigten/
Im „Jahr der Barmherzigkeit“ lädt uns Gott der Herr durch die Diener seiner Kirche in besonderer Weise im Bußsakrament dazu ein, das Leben neu auf seine Liebe hin auszurichten und Schritte der Umkehr und der Versöhnung zu gehen. Möge uns die Fürbitte der Gottesmutter Maria und des heiligen Josef auf diesem guten Weg begleiten!

Lourdes LIVE
http://de.lourdes-france.org/tv-lourdes/index.php
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Amen.


Fröhlich sein,
Gutes tun
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pfeifen lassen.
Don Bosco
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