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  • 19.11.2013 15:12 - 19.11.Hl. Elisabeth 1207 - 1231
von Hildegard Maria in Kategorie Allgemein.

19.11.Hl. Elisabeth 1207 - 1231

Elisabeth war die Tochter von König Andreas II. von Ungarn und Gertrud von Kärnten- Andechs- Meran. Als Vierjährige wurde sie mit dem damals elf Jahre alten Thüringer Landgrafensohn Hermann verlobt und zur Erziehung nach Thüringen geschickt. Doch Hermann starb 1216, ein Jahr darauf auch sein Vater, als Herrscher stand nun der jüngere Ludwig an, der, nachdem er volljährig geworden war, 1218 als Ludwig IV. Landgraf wurde. Elisabeth, die am Hofe durch Frömmigkeit, Schönheit und Sittsamkeit aufgefallen war, aber nun ohne Gemahl dastand, sollte nach Ungarn zurückgeschickt werden; aber inzwischen hatte sich Ludwig in sie verliebt, 1221 - Elisabeth war 14 Jahre alt - wurde die Hochzeit gefeiert. Es kam zu einer glücklichen Ehe, aus der schnell drei Kinder hervorgingen.
Als 1225 die ersten Franziskaner nach Eisenach kamen, übte deren Ideal befreiender Besitzlosigkeit großen Einfluss auf Elisabeth aus.

Was ihr einem meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.

Schon immer hat dieses Wort Jesu unzählige Menschen zu christlicher Nächstenliebe angeleitet. In vielen Legenden erfahren wir, dass dieses Wort nicht nur im übertragenen Sinn, sondern durchaus wörtlich verstanden werden darf. Der hl. Martin sieht im Traum Christus mit dem Teil seines Mantels bekleidet, den er dem Bettler geschenkt hat. Auch von der hl. Elisabeth erfahren wir eine ähnliche Begebenheit:
Es muss für ihren Ehemann sicher ein Schock gewesen sein, als er das Gerücht gehört hat, seine Frau würde Arme und sogar Aussätzige mit auf die Wartburg nehmen und dort pflegen und das nicht etwa in einem besonderen Raum, sondern im gemeinsamen Schlafzimmer.
Bei aller Liebe zu seiner Frau, das geht für ihn zu weit und so stellt er Elisabeth zur Rede, als er von den Bediensteten erfährt, dass sie wieder einmal einen Kranken aufgenommen hat. Wutentbrannt stürmt er in das Schlafzimmer. Doch als der Landgraf die Decke des Bettes zurückschlägt, erblickt er statt des erwarteten Aussätzigen den gekreuzigten Heiland.
Mit Staunen betrachteten die Menschen des Hofgesindes dieses Wunder. Der Landgraf aber segnete seine Gemahlin, die in die Knie gesunken war, und hieß alles gut, was sie getan hatte.
Elisabeth kümmerte sich um Bedürftige, besuchte Armenviertel; dies wurde trotz der Unterstützung, die Elisabeth von ihrem Mann erhielt, von der Familie mehr als skeptisch betrachtet. Und es geschehen weitere Wunder:
Als sie im Hungerjahr 1226 alles verfügbare Korn austeilen ließ und auch Geld aus der Staatskasse zur Hilfe verwandte, wurden heftige Vorwürfe erhoben - da bedeckte sich plötzlich der Boden des Saales mit Korn, und Korn füllte alle Kammern. Als sie bei der festlichen Ankunft des Kaisers Friedrich II. kein Gewand mehr in der Truhe fand, überkleidete sie ein Engel mit Glanz und Schmuck, worauf sie fürstlicher als je im Saal erschien.
Bekannt ist auch das "Rosenwunder": Ludwig, von seiner Umgebung gegen Elisabeths angebliche Verschwendung aufgehetzt, trat seiner Frau, die mit einem mit Brot gefüllten Deckelkorb die Burg herab stieg, mit der Frage entgegen: "Was trägst du da?", deckte den Korb auf, sah aber nichts als Rosen.
Ihr Mann Ludwig trat dem Deutschen Orden bei und empfing von Konrad von Hildesheim das Kreuz, um am 5. Kreuzzug teilzunehmen. Er erkrankte dabei und starb 1227 an einer Seuche. Elisabeth war tief traurig:

"Mit ihm ist mir die Welt gestorben."

Nach dem Tod ihres Mannes wurde Elisabeth mit ihren drei Kindern von ihrem Schwager Heinrich Raspe von der Wartburg vertrieben mit der Begründung, sie verschwende öffentliche Gelder für Almosen. In Eisenach fand sie keine Unterkunft, habe zunächst in einem Schweinestall gehaust. Bei ihrem Onkel mütterlicherseits, dem Bischof von Bamberg, fand Elisabeth dann mit ihren drei Kindern Aufnahme: er wollte sie wieder vermählen, aber Elisabeth lehnte selbst die Werbung von Kaiser Friedrich ab. Rückkehrende Kreuzfahrer brachten ihr Ring und Gebeine Ludwigs; nach seiner feierlicher Bestattung musste man ihr auf Betreiben von Papst Gregor IX. ihr Witwengut herausgegeben. 1229 zog Elisabeth an den Wohnort ihres Seelenführers und Beichtvaters, des Prämonstratensers Konrad von Marburg. Elisabeth lebte aus der Überzeugung, ganz arm sein zu wollen, ging von Tür zu Tür betteln und wollte öffentlich auf allen ihr juristisch zustehenden Reichtum verzichten; Konrad hinderte sie am Verzicht, um das Vermögen zu retten. Mit diesem Witwenvermögen errichtete sie daraufhin 1229 in Marburg ein Spital, benannte es nach Franziskus und arbeitete dort selbst als Pflegerin bis zu ihrem Tod. Sie ließ nun auch ihre Kinder zurück und trat in die von Konrad geleitete Hospitalitergemeinschaft ein.
Im November 1231 wurde Elisabeth krank; es heißt, dass ihre letzten Tage von kindlicher Heiterkeit überstrahlt waren. Wenige Tage vor ihrem Tod hatte sie eine Vision von einem Vogel, der zwischen ihr und der Wand fröhlich sang und sie dazu bewegte, mitzusingen. Sie verschenkte ihre letzten Sachen und soll sogar noch ihre Gefährtinnen getröstet haben. Elisabeth starb im Alter von 24 Jahren, aufgezehrt in der Fürsorge für andere, und wurde in ihrem Franziskushospital bestattet.

Bereits vier Jahre nach Elisabeths Tod erfolgte ihre Heiligsprechung durch Papst Gregor IX. Der Deutsche Orden mit einem Verwaltungssitz in Marburg erweiterte ihr Spital und ließ 1235 - 1283 die ihr geweihte Kirche als ersten gotischen Bau in Deutschland errichten. 1236 erfogte die Erhebung ihrer Gebeine im Beisein Kaiser Friedrichs II. von Hohenstaufen. Wallfahrten zu ihrem Grab gehörten, durch Wunderheilungen sich ausbreitend, zu den berühmtesten des Mittelalters. Friedrich Heer nannte Elisabeth "eine der zartesten, innigsten und liebenswertesten" Heiligen des Mittelalters.



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