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  • 02.08.2016 00:35 - Telegramme von Papst Franziskus an Staatsoberhäupter
von esther10 in Kategorie Allgemein.

Telegramme von Papst Franziskus an Staatsoberhäupter

1 August, 2016


Papst Franziskus landete gestern kurz nach 21.30 Uhr auf dem römischen Flughafen Fiumicino. Bevor der Papst in den Vatikan fuhr, begab er sich, wie nach jeder Reise, zur Basilika Santa Maria Maggiore, um für den glücklichen Reiseverlauf zu danken.

Vor seinem Abflug in Krakau war der Papst auf dem Flughafen „Johannes Paul II.“ mit einer Abschiedszeremonie verabschiedet worden, an welcher auch der Präsident der Republik Polen, Andrzej Duda teilnahm. Die Maschine mit Papst Franziskus an Bord hob gegen 19.30 Uhr ab.

Wie es das Protokoll vorsieht, versandte Papst Franziskus von Bord Telegramme an die Oberhäupter der Staaten, die der Flieger bei der Rückreise nach Italien überflog. Zunächst dankte Papst Franziskus mit einem Telegramm dem Präsidenten Polens dem polnischen Volk für seine Gastfreundschaft, versicherte sie seiner Gebete und erteilte seinen Segen.

An den Präsidenten der Republik Tschechien, Miloš Zeman, an die Präsidentin der Republik Österreich, Doris Bures, an den Präsidenten der Republik Slowenien, Borut Pahor, an den Präsidenten der Republik Kroatien, Kolinda Grabar-Kitarovič, und an den Präsidenten der Republik Italien, Sergio Mattarella, übermittelte Papst Franziskus jeweils seine besten Wünsche und seinen Segen für die jeweilige Nation. Dem Präsidenten Italiens, Sergio Mattarella, berichtete er knapp über die Reise nach Polen und erklärte, in Polen jungen Menschen begegnet zu sein, die eine auf den christlichen Werten ruhende Zukunft errichten wollten. Die christlichen Werten seien das spirituelle Gut Europas.

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Ohne Vergangenheit gibt es keine Zukunft



1 August, 2016
Auschwitz_main_gate
Papst Franziskus besuchte am Freitag im Rahmen seiner Reise nach Polen auch das Konzentrationslager Auschwitz und das Vernichtungslager Birkenau. In Auschwitz begegnete der Papst einer Gruppe Überlebender des Lagers Auschwitz (ZENIT berichtete). Zwei von ihnen, Eva Umlauf und Alojzy Fros, teilten in einem Interview ihre Erinnerungen an die Schreckenszeit.

Alojzy Fros (Jg. 1916), Nr. 136223, wurde 1943 verhaftet und im August desselben Jahres nach Auschwitz deportiert. Vor seiner Verhaftung war er Student und dann Soldat gewesen. Nach Auschwitz kam er, da sich ein Verräter unter seinen Kameraden befand. Im Herbst 1944 wurde der heute 100 jährige in das KZ Sachsenhausen verlegt, wo er die Nummer 115773 erhielt, dann nach Buchenwald mit der Nummer 96935. Er wurde im April 1945 befreit. 2015 veröffentlichte er seine Lebensgeschichte unter dem Titel „My story“.

Die 74-jährige Eva Umlauf, Nr. A-26959 kam als nur zweijähriges Kind im November 1944 nach Auschwitz. Sie wurde gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer erst sechs Wochen alten Schwester befreit, die im April 1945 das Licht der Welt erblickt hatte.

Alojzy Fros wurde regelmäßig von seiner Familie, die in der Nähe des Lagers lebte, mit Eßpaketen versorgt, so dass er keinen schrecklichen Hunger leiden musste. Außerdem sei ihm das Schicksal oft gut gewesen, erklärte der 100 jährige. Die Kenntnis der deutschen Sprache habe ihm das Leben zusätzlich erleichtert.

Er erzählt von seiner Ankunft in Birkenau, als er zum ersten Mal die Kamine und die aufgestapelten Leichen sah. Den Öfen sei mehr Luft zugeführt worden, um die Temperatur so zu erhöhen, dass die darin aufgestapelten Körper schneller verbrannten. Diese Erfahrung beeindruckte Alojzy Fros tief, vor allem da er ein Langzeitgefangener war. Für ihn sei es schwierig, sich an alles zu erinnern, aber dann erzählt er von seiner Ankunft in Auschwitz.

Er sei krank in dem Lager angekommen. Seine Scharlacherkrankung habe er zunächst nicht auf der Krankenstation behandeln lassen wollen, da er Angst davor hatte, ausgesondert zu werden. Aus Furcht seine Mitgefangenen anzustecken, sei er dann doch zur Krankenstation in Block 21 gegangen. Nachdem seine Daten aufgenommen worden seien, habe man ihn in den ersten Stock begleitet. Dort habe die Tür zum Bad offen gestanden, und während er an dem Bad vorbeiging, habe er einen eineinhalb Meter hohen Stapel Leichen gesehen. Die Verstorbenen waren schwacher Konstitution gewesen, als am Morgen der Lagerarzt gekommen und allen eine tödliche Injektion verabreicht hatte. Mit einem Lastwagen wurden die Leichen dann nach Birkenau gebracht.

Für Alojzy Fros sind die Bilder noch so lebendig, dass er sie auch bei geschlossenen Augen vor sich hat. Während seiner Gefangenschaft habe ihm sein Glaube geholfen. Auch die Hilfsbereitschaft untereinander sei lebensrettend gewesen. Er habe im Lager viele Menschen aus seiner Heimat und seiner Muttersprache getroffen.

Die Geschichte der Jüdin Eva Umlauf unterscheidet sich sehr. Sie war erst zwei Jahre alt und wurde wegen ihrer jüdischen Glaubenszugehörigkeit nach Auschwitz deportiert. Sie hatte Glück: Zwei Tage, bevor sie mit ihrer Mutter das Lager erreichte, hatten die Deutschen die Vergasung eingestellt, da die Russen im Anmarsch waren. Mutter und Tochter wurden getrennt. Während ihre schwangere Mutter in das Frauenlager kam, wurde sie in den Mengele-Kinderblock gelegt. Sie war damals so schwer krank, dass man um ihr Leben fürchtete, doch sie erholte sich. Ihre Mutter gebar im April 1945 eine weitere Tochter. Die wiedervereinte Familie verließ das Lager gemeinsam mit einem kleinen Waisenjungen, der wie sie aus der Slowakei stammte. Ihr Vater war auf einem Todesmarsch im März 1945 in Melk verstorben.

Nach dem Krieg kehrte die Familie zum Alltag zurück. Eva Umlauf schloss die Schule ab, studierte Medizin und emigrierte nach Deutschland. Sie heiratete einen polnischen Überlebenden und gründete eine eigene Familie. Die Schrecken in Auschwitz, die Angst und körperlichen Leiden ließen Eva Umlauf jedoch nie mehr los. Sie hält es für wichtig, über diese Erfahrungen zu sprechen, da sie sonst wie eine Krankheit auf die nächste Generation übertragen würden. Ihre Mutter habe nie über ihre Erfahrungen gesprochen, aber alles getan, um ein neues Leben zu beginnen. Im Alter habe ihre Mutter an schweren Depressionen gelitten. All das habe sie, so erzählte Eva Umlauf, in ihrem Buch niedergeschrieben. Das habe nicht nur ihr, sondern auch ihren Kindern geholfen. Von der Vergangenheit zu lernen, gebe uns Kraft für die Gegenwart. Ohne Vergangenheit gebe es auch keine Zukunft. Die Jugendlichen ermutigt Eva Umlauf, auch unter schweren Bedingungen zu einer lebensbejahenden Haltung.
Zenit




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