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  • 02.11.2016 00:49 - Papst ernennt neue Mitglieder der Gottesdienstkongregation – Wie sieht die Zusammensetzung nun aus?
von esther10 in Kategorie Allgemein.

Papst ernennt neue Mitglieder der Gottesdienstkongregation – Wie sieht die Zusammensetzung nun aus?
2. November 2016


Papst ernannte zahlreiche neue Mitglieder der Gottesdienstkongregation. Die genaue Zusammensetzung derselben ist seither nicht bekannt. Bild: Papstmesse, restaurierte Darstellung aus dem 15. Jahrhundert. Laut dem neuen Bischof von Albenga-Imperia eine Zelebration auf einem "falschen Altar"

(Rom) Papst Franziskus ernannte am 6. Oktober neue Mitglieder der römischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Die Ernennungen wurden am 28. Oktober vom Vatikan bekanntgegeben. Da zugleich nicht bekanntgegeben wurde, welche der bisherigen Mitglieder bestätigt wurden, kann derzeit über die genaue Zusammensetzung der Kongregation nur spekuliert werden.

Die neuen Mitglieder

Wörtlich heißt es im Tagesbulletin des Heiligen Stuhls vom 28. Oktober:

„Der Heilige Vater ernannte zu Mitgliedern der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung die Kardinäle:


Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln
John Olorunfemi Onaiyekan, Erzbischof von Abuja (Nigeria)
Pietro Parolin, Kardinalstaatssekretär
Gérald Cyprien Lacroix, Erzbischof von Québec (Kanada)
Philippe Nakellentuba Ouédraogo, Erzbischof von Ouagadougou (Burkina Faso)
John Atcherley Dew, Erzbischof von Wellington (Neuseeland)
Ricardo Blázquez Pérez, Erzbischof von Valladolid (Spanien)
Arlindo Gomes Furtado, Erzbischof von Santiago de Cabo Verde (Kapverdische Inseln)
Gianfranco Ravasi, Vorsitzender des Päpstlichen Rates für die Kultur
Beniamino Stella, Präfekt der Kongregation für den Klerus

und die Erzbischöfe und Bischöfe:

Dominic Jala, Erzbischof von Shillong (Indien)
Domenico Sorrentino, Erzbischof-Bischof von Assisi-Nocera Umbra-Gualdo Tadino (Italien)
Denis James Hart, Erzbischof von Melbourne (Australien)
Piero Marini, Erzbischof und Vorsitzender des Päpstlichen Komitees für die Internationalen Eucharistischen Kongresse
Bernard Nicolas Aubertin, Erzbischof von Tours (Frankreich)
Romulo G. Valles, Erzbischof von Davao (Philippinen)
Lorenzo Voltolini Esti, Erzbischof von Portoviejo (Ecuador)
Arthur Joseph Serratelli, Bischof von Paterson (USA)
Alan Stephen Hopes, Bischof von East Anglia (Großbritannien)
Claudio Maniago, Bischof von Castellaneta (Italien)
Bernt Ivar Eidsvig, Bischof von Oslo (Norwegen)
Miguel Ángel D‘Annibale, Bischof von Rio Gallegos (Argentinien)
José Manuel Garcia Cordeiro, Bischof von Bragança Miranda (Portugal)
Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg (Schweiz)
Jean Pierre Kwambamba Masi, Weihbischof von Kinshasa (Demokratische Republik Kongo)
Benny Mario Travas, Bischof von Multan (Pakistan)
John Bosco Chang Shin Ho, Weihbischof von Daegu (Korea).“

Wer von den bisherigen Mitgliedern wurde bestätigt, wer nicht?

Das Fehlen weiterer Angaben erlaubt keine Rückschlüsse auf die genaue Zusammensetzung der Kongregation in den kommenden fünf Jahren. Daher fehlen auch stichhaltige Hinweise auf mögliche „Säuberungen“, über die im Vorfeld spekuliert wurde. Das Verhältnis zwischen dem Präfekt der Gottesdienstkongregation, Kardinal Robert Sarah, und Papst Franziskus gilt als angespannt. Von Bergoglianern wird der Kardinal aus Guinea sogar als „Feind des Papstes“ geführt. Kardinal Sarah vertritt die Überzeugung, daß die Zukunft der Kirche von der Heiligen Liturgie abhängt und kündigte eine „Reform der Liturgiereform“ von 1969/1970 an. Er forderte die Priester weltweit auf, die Heilige Messe wieder ad orientem zu zelebrieren, und damit ab kommendem Ersten Adventssonntag zu beginnen. Eine Ankündigung auf die im Vatikan eine aufgeschreckte Reaktion folgte. Mit einer vom vatikanischen Presseamt wurde Kardinal Sarah öffentlich dementiert. Allerdings erfolgte das Dementi anonym. Es ist weder eine ausstellende Behörde noch ein namentlich Verantwortlicher bekannt. Kardinal Sarah ließ sich davon nicht beeindrucken, sondern bekräftigte seine Aufforderung an die Priester, gemäß den Rubriken des Missale Romanum nur mehr jene Teile dem Volk zugewandt zu zelebrieren, die ausdrücklich dafür vorgesehen sind, aber vor allem das kanonische Hochgebet versus Deum zu zelebrieren. Das, so der Kardinal, entspreche dem Willen des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Die Neubesetzung der Kongregation bietet Möglichkeiten, die Ausrichtung in der Vollversammlung zu verändern, und damit Kardinal Sarah Rückhalt zu nehmen. In welchem Ausmaß dies mit den Ende Oktober bekanntgegebenen Ernennungen geschehen ist, wird erst das neue Päpstliche Jahrbuch erhellen. Im Jahrbuch wird normalerweise die vollständige Liste der amtierenden Kongregationsmitglieder veröffentlicht.

Bis dahin bleibt die Frage im Raum stehen, ob folgende Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe weiterhin der Kongregation angehören (Liste nicht vollständig):


Peter Kardinal Erdö, Erzbischof von Esztergom-Budapest
Norberto Kardinal Rivera, Erzbischof von Mexiko-Stadt
Zenon Grocholewski, em. Präfekt der Kongregation für das katholische Bildungswesen
Juan Luis Kardinal Cipriani Thorne, Erzbischof von Lima
Angelo Kardinal Scola, Erzbischof von Mailand
Geoge Kardinal Pell, Präfekt des Wirtschaftssekretariats
Mario Oliveri, em. Bischof von Albenga-Imperia
Marc Kardinal Ouellet, Präfekt der Kongregation für die Bischöfe
Jean-Pierre Kardinal Ricard, Erzbischof von Bordeaux
Angelo Kardinal Bagnasco, Erzbischof von Genua
Oswald Kardinal Gracias, Erzbischof von Mumbai
Kazimierz Kardinal Nycz, Erzbischof von Warschau
Albert Malcolm Kardinal Ranjith, Erzbischof von Colombo
Angelo Kardinal Amato, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse
Raymond Leo Kardinal Burke, Patron des Souveränen Malteserordens
Mauro Kardinal Piacenza, Großpönitentiar
Dominique Kardinal Mamberti, Präfekt der Apostolischen Signatur

Kardinal Burke, Bischof Lopez und Kardinal Cipriani Thorne

Mehrere der Genannten wurden von Papst Franziskus bereits aus anderen Ämtern entfernt oder sind in Konflikt mit dem amtierenden Kirchenoberhaupt geraten. So stellt sich die Frage, ob Kardinal Burke bestätigt wurde. Der traditionsverbundene Kardinal aus den USA wehrte sich zuletzt im vergangenen August dagegen, als „Feind“ von Papst Franziskus bezeichnet zu werden. Er sei „kein Feind des Papstes“, sondern „liebe den Papst und die heilige Kirche“, deren Doktrin und Disziplin er vertrete und verteidige.

Sicher scheint, daß es neben den im Tagesbulletin vom 28. Oktober Genannten noch weitere Kongregationsmitglieder gibt. Die spanische Tageszeitung Diario de León berichtete am 29. Oktober, daß Bischof Julian Lopez Martin von Leon mit einem Schreiben von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin mitgeteilt wurde, daß er für „weitere fünf Jahre von Seiner Heiligkeit Papst Franziskus als Mitglied der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung bestätigt wurde“.

Zu den potentiellen Kandidaten für eine „Säuberung“ gehörte, den Spekulationen nach, der Primas von Peru, Kardinal Juan Luis Cipriani Thorne. Der Erzbischof von Lima gehört dem Opus Dei an und ragt aus dem südamerikanischen Episkopat hervor. In Peru versucht eine Gruppe von Bischöfen, seine Wirkungsmöglichkeit nach Kräften einzuschränken. Papst Franziskus desavouierte den Primas im Streit mit der Päpstlichen Katholischen Universität von Peru. Wegen Ungehorsam, Verbreitung und Duldung von Irrlehren und Mangel an katholischem Profil war es der Universität auf Betreiben von Kardinal Cipriani Thorne von Benedikt XVI. untersagt worden, sich „päpstlich“ und „katholisch“ zu nennen. Der rebellische Rektor Marcial Rubio Correa hielt sich auch daran nicht.


Ohne Gegenleistung, und obwohl Rubio Correa nach wie vor Rektor ist, gewährte Papst Franziskus 2016 der Universität wieder das Recht, sich offiziell „Päpstliche Katholische Universität“ zu nennen. Da der Erzbischof von Lima bisher automatisch Großkanzler der Universität war, wurden vom Vatikan entsprechende Satzungsänderungen vorgenommen, um Kardinal Cipriani Thorne bei der Besetzung der Universitätsgremien nicht mehr berücksichtigen zu müssen.

Auf der Internetseite des Erzbistums wurde nun aber das Bild von einem Schreiben von Kardinalstaatssekretär Parolin veröffentlicht, mit dem dieser mit Datum 6. September Kardinal Cipriani Thorne mitteilte, daß ihn Papst Franziskus für weitere fünf Jahre als Mitglied der Gottesdienstkongregation bestätigt hat. Es dürfte sich um dasselbe Schreiben handeln, über das der Diario de Leon berichtete. Mit einem ähnlich lautenden Schreiben gab Kardinal Parolin auch bekannt, daß Franziskus den Primas von Peru bereits im vergangenen Juli als Mitglied der Heiligsprechungskongregation bestätigte.

Bischof Oliveri von Albenga-Imperia

Das Augenmerk gilt unter anderem auch dem bisherigen Bischof von Albenga-Imperia, der von Papst Benedikt XVI. als Mitglied in die Gottesdienstkongregation berufen worden war. Bischof Mario Oliveri gehört zu den Bischöfen mit einer besonderen Kenntnis und Sensibilität für die Liturgie. Seine Neigung zur überlieferten Form des Römischen Ritus wurde in seiner Diözese von einer Gruppe von Priestern im Zusammenwirken mit der führenden Tageszeitung der Region angefeindet. Bereits vor einem Jahr durch einen Koadjutor entmachtet, fiel Bischof Oliveri am 1. September einer Säuberung zum Opfer. Papst Franziskus emeritierte den verdienten Bischof ohne Nennung eines Grundes und ernannte den Koadjutor Guglielmo Borghetti zum neuen Diözesanbischof. Möglich wurde das durch eine von Papst Franziskus am vergangenen 4. Juni vorgenommene Änderung des Kirchenrechts. Das Motu proprio Wie eine liebende Mutter ermöglicht die Absetzung von Bischöfen ohne Angabe eines Grundes. Bereits damals war spekuliert worden, daß diese Bestimmung nicht für ein „härteres Durchgreifen“ gegen Bischöfe erlassen wurde, die im Kampf gegen die Pädophilie versagt haben, wie von Medien suggeriert wurde, sondern zur Absetzung des traditionsverbundenen Bischofs Oliveri. In der Tat wurde Msgr. Oliveri am 1. September ohne Angabe eines Grundes emeritiert, obwohl das Motu proprio erst am 5. September in Kraft getreten ist.

Eine der ersten Maßnahmen seines von Franziskus ernannten Nachfolgers Borghetti war es, alle Altäre in der Diözese und die Zelebrationsrichtung wieder zum Volk hin auszurichten. „Mir gefällt es nicht, in Pfarreien zu kommen und die Messe auf einem falschen Altar zu zelebrieren: Alle Kirchen müssen schöne, dem Volk zugewandte Altäre haben“, ließ Msgr. Borghetti eine Zeitung wissen. Mit „falschem Altar“ meinte der neue Bischof die Hochaltäre, weil auf ihnen versus Deum (orientem) und nicht versus populum zelebriert wird. Ein „richtiger“ Altar ist demnach nur ein sogenannter „Volksaltar“, wie er erst mit der Liturgiereform 1969/1970 eingeführt wurde.

Annuarium Statisticum Ecclesiae

Um Klarheit zu haben, wie die Gesamtzusammensetzung der Gottesdienstkongregation aussieht, wird wohl die Veröffentlichung des Annuarium Statisticum Ecclesiae 2015 abzuwarten sein. Das neue Päpstliche Jahrbuch wird allerdings erst im März 2017 erscheinen.
http://www.katholisches.info/2016/11/02/...etzung-nun-aus/
Text: Giuseppe Nardi
Bild: Ars Christiana (Screenshot)



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