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  • 25.10.2017 00:09 - "100 Prozent Nordkorea" Kim Jong Un erzählt seinem Volk ein großes Märchen
von esther10 in Kategorie Allgemein.

"100 Prozent Nordkorea"
Kim Jong Un erzählt seinem Volk ein großes Märchen

Nordkorea, Kim Jong-Un, Volk, Import, Öl
Mittwoch, 25.10.2017, 09:38



„Das ist alles 100 Prozent Nordkorea“: Während meiner sieben Tage im Reich des Führers Kim Jong Un ist dies der Satz, den ich am häufigsten höre. Die Produkte im Supermarkt, die abgeschossene Mittelstreckenrakete, das neu erbaute Ski-Resort – alles angeblich 100 Prozent Nordkorea.

Dem Regime von Kim Jong Un ist diese Feststellung so wichtig, weil es sich in einem ständigen Kampf gegen die äußeren Mächte wähnt, von Feinden umgeben glaubt. Die Kapitalisten aus den USA mit ihren Wirtschaftssanktionen, die Imperialisten aus Japan als ständige Bedrohung, das Brudervolk im Süden, eine Marionette der USA. So ist die Weltsicht made in Nordkorea.

Die eigene Losung besagt deshalb, dass nur ein völlig selbstversorgendes Nordkorea eine Zukunftschance haben kann. Und dass Nordkorea ein so großartiges Land ist, weil das Volk alles aus eigener Kraft schaffen kann – trotz der störenden Einflüsse von außen. Abschottung statt Abhängigkeit – darauf fußt das System des Diktators.

Die Geschichte vom 100-prozentigen Nordkorea ist gnadenlos gelogen. Denn in Nordkorea sind eigentlich nur die Einwohner nahezu 100 Prozent nordkoreanisch. Im Supermarkt finden Einheimische und Besucher deutsches Bier und russische Kekse. Im Luxus-Ski-Resort, das Kim Jong Un 2013 in die Pampa bauen ließ, stehen österreichische Lifte, Schweizer Schneekanonen und das Ski-Sortiment reicht von Völkl über Rossignol bis Head.

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„Wir haben unsere Möglichkeiten“


Kim Jong Un und sein Propagandaapparat erzählen ein Märchen, immer und immer wieder. Das Märchen von der starken Nation Nordkorea, der größten der Welt. Der Mechanismus: Alles, was schlecht ist in der Welt, ist die Schuld der anderen. Alles, was gut ist, gilt als große Leistung des nordkoreanischen Volks.
Der nordkoreanische Ökonom Kim Ung Ho sagt im Gespräch mit FOCUS Online: „Wir haben eine Wirtschaft, die sich komplett auf die eigenen natürlichen Ressourcen und Rohmaterialien verlässt.“ Aber ist Nordkorea nicht zu 100 Prozent abhängig von importiertem Öl? Kims Antwort: „Das stimmt.“Er hat die eigene Lüge in Sekundenbruchteilen auffliegen lassen.

Für einen Außenstehenden ist dieses Märchen schwer zu ertragen. Wir fragen unsere Guides, was Nordkorea denn machen würde, wenn die Chinesen eines Tages den Ölhahn zudrehen. „Wir haben unsere Möglichkeiten“, antworten sie. Ja, aber welche? „Wir haben unsere Möglichkeiten.“ Mehr sagen sie nicht. Die Ökonomen behaupten, man arbeite eben an Biodiesel und anderen Ersatzstoffen. Es ist vielleicht doch ein langer Weg zur totalen Eigenständigkeit.
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Wie können die Menschen das Märchen glauben?

Vor den Toren Pjöngjangs hat die Partei ein landwirtschaftliches Musterdorf gebaut. Hier gibt es modernste Gewächshäuser. Auch hier wieder: „100 Prozent Nordkorea“. Ich frage: Wo kommt die Technik in den Häusern denn genau her? Als Antwort höre ich eine Geschichte über Kim Il Sung und wie dieser 1982 die Wichtigkeit der Landwirtschaft betont habe. Aha. Kein Wort zur Technik, kein Wort zur Herkunft.

Ich frage mich, wie die Menschen das Märchen denn glauben können, wenn sie mit eigenen Augen sehen, dass es nicht stimmt. Vermutlich ist die Antwort ganz einfach: Sie bekommen es ihr ganzes Leben erzählt. Sie haben zudem kein Internet. Sie bekommen nur die Informationen, die ihnen das Regime zugesteht. Woher soll ein Nordkoreaner auch wissen, woher "Head"-Ski kommen?


VIDEO
http://www.focus.de/politik/videos/parad...id_7284099.html


http://www.focus.de/politik/ausland/nord...id_7311819.html

http://www.focus.de/politik/ausland/nord...id_7311819.html



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