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  • 13.09.2015 00:44 - Eheannullierung: Kardinal Marx und der Glaube
von esther10 in Kategorie Allgemein.

Eheannullierung: Kardinal Marx und der Glaube



9. September 2015 by Papsttreuer 15 Comments
Hart aber fair - Vielleicht noch ein drittes mal? Flüchtlingspolitik: Das politisch inkorrekte "aber"
Der Papst vereinfacht das Verfahren zur Eheannullierung. Ein richtiger Schritt, und dennoch ist Kardinal Marx nicht zufrieden. Warum eigentlich nicht?

Wenn Kollegen auf mich zukommen und mich fragen, ob ich schon von den neuen Schreiben des Papstes gehört hätte, dann ist meistens Gefahr im Verzug! In den meisten Fällen wurde dann etwas missverstanden, und so war das auch gestern. Der Papst hat die kirchliche Lehre zur Ehe in keinem Punkt aufgeweicht, die Unauflöslichkeit – mit all ihren Konsequenzen – ist nicht aufgehoben (abgesehen davon, dass der Papst das auch gar nicht könnte). Was er getan hat, ist den Prozess der Annullierung einer kirchlichen Ehe zu vereinfachen.

Er wies dabei darauf hin, dass dies eben auch ein Akt der Barmherzigkeit sei. Das ist verständlich, dauern solche Verfahren, in denen festgestellt werden soll, ob eine gültige sakramentale Ehe überhaupt geschlossen wurde, nicht selten mehrere Jahre – Jahre, in denen die Eheleute in Unsicherheit leben, ob sie verheiratet sind, und – als ernsthafte Katholiken – dem Partner weiter treu sein müssten, obschon sie vielleicht eine neue Beziehung eingehen wollen. Nun ist eine Annullierung der Ehe nicht mit einem Handstreich zu machen, dafür ist das Thema zu wichtig. Andererseits ist die Zielrichtung, eine Entscheidung in maximal einem Jahr zu erreichen sicher richtig. Keine Revolution also, nur eine Beschleunigung eines bestehenden Verfahrens: Hilfreich für die Betroffenen, im Sinne, dass eine Annullierung in Frage kommt, aber keine Änderung für diejenigen, für die das nicht zutrifft.

Kritik kommt dazu auch von konservativer Seite: Da werden Zweifel geäußert, mit welcher Ernsthaftigkeit die Verfahren nun noch betrieben würden, und ob – da unter der Aufsicht der Diözesanbischöfe stehend – nicht die Gefahr unterschiedlicher Verfahrensanwendung besteht. Da schimmert ein Misstrauen gegenüber Bischöfen durch, denen damit unterstellt wird, sie würden einer Annullierung im Zweifel eher zustimmen, wenn sie sich anderweitig nicht zu helfen wissen, das Paar wieder zu den Sakramenten zuzulassen. Ich gebe zu, der Gedanke kann einem kommen – dennoch würde ich hoffen, dass sich gerade Bischöfe über die Bedeutung einer solchen Entscheidung, für die sie sich einmal vor Gott verantworten müssten, im Klaren sind.

Andererseits haben auch progressive Bischöfe schnell erkannt, dass es sich bei der Neuregelung mitnichten um eine Revolution handelt. So wird der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx mit Kritik zitiert, deren Tonalität eher an Forderungen von „Wir sind Kirche“ erinnert als an einen dem Papst in Treue verbundenen Kirchenhirten:

Aus Sicht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ist die Vereinfachung von Ehenichtigkeitsprozessen ein „vernünftiges Signal“. „Es ist aber keine Lösung dieser grundsätzlichen Probleme“, fügte Marx in Berlin hinzu. Ehenichtigkeit sei für viele, etwa nach zwanzig Jahren Ehe, schlicht ein fremder Begriff. Die Verfahrensänderung betreffe insofern nur ein Teilproblem dessen, was das Scheitern von Ehen und den Wunsch nach einer zweiten Heirat anbelange, sagte der Erzbischof von München und Freising.

Nüchtern betrachtet hat er natürlich Recht. Ehen, die nie wirklich bestanden haben, waren auch bislang nicht das Problem, abgesehen von der bereits erwähnten langen Verfahrensdauer von Annullierungsprozessen. Dagegen sind es gerade die gültig Verheirateten, sakramental verbundenen Paare, die die Problematik des Ausschlusses von den Sakramenten ausmachen. Hier will Marx am liebsten vorpreschen, weist formal immer wieder darauf hin, dass es nicht darum ginge, die Unauflöslichkeit der Ehe in Frage zu stellen, er tut aber damit genau das. Wenn der Ehebruch, den eine neu eingegangene zivile Ehe bedeutet, bestehen bleibt, dann können die Betroffenen die Sakramente nicht empfangen. Dem kann man nur entgehen mit Reue und dem festen Vorsatz der Besserung, nicht durch Zeitablauf einer Trennung und des Eingehens einer neuen Beziehung. Beides kann man nicht haben, das weiß auch Kardinal Marx, darum ist seine Forderung nach Änderungen in der pastoralen Praxis eben doch ein Infragestellen der kirchlichen Lehre.

Möglicherweise ist die Neuregelung der Annullierungsverfahren ja aber auch ein geschickter Schachzug des Papstes: Wenn nämlich die Nichtigkeit einer Ehe nicht festgestellt werden kann, dann muss man auch seitens der Bischöfe von einem gültig gespendetes Sakrament ausgehen. Und dann stellt sich bei Bestrebungen, betroffene Paare zu den Sakramenten zuzulassen, die Frage, wie ernst man das mit diesen Sakramenten denn überhaupt nimmt. Schon die Jünger Jesu befielen Zweifel, ob man denn heiraten solle, wenn ein Mensch diese Bindung nicht trenne dürfe. Das Thema ist also nicht neu, auch nicht mit längerer Lebenserwartung, bei der man im Schnitt mit goldenen Hochzeiten rechnen muss, oder es – negativ gewendet – deutlich länger miteinander aushalten muss als das früher der Fall war. Als Katholiken glauben wir aber, dass wir mit dem Sakrament mit allen Gnaden ausgestattet sind, eine lebenslange Ehe – bis das der Tod uns scheidet – führen zu können.

Zu diesen sakramentalen Gnaden gehört, dass man sie auch nutzen, die Gnaden bildlich gesprochen auch „fließen lassen“ muss. Ohne unser Zutun verpufft quasi die Wirkung, mit unserem Zutun befähigen sie uns, eine lebenslange Ehe unter dem Schutz von Gottes Gnaden zu führen. Das macht die Ehe in den Augen der Katholiken erst zu einem Sakrament, das ist der Grund, warum nicht die Kirche sondern Gott uns zumutet, nein zutraut, uns lebenslang zu binden: Er belastest uns niemals mit Opfern, die wir nicht tragen können! Auch das Nichteingehen einer neuen Beziehung nach einer gescheiterten Ehe kann dann ein solches Opfer sein.

Die Frage, die sich Kardinal Marx und die anderen Bischöfe also stellen lassen müssen, die sich lieber von Rom lossagen würden („keine Filiale Roms“) und die Kirchenlehre zur Ehe lieber aufgeben als in Konflikt mit dem Zeitgeist zu geraten, ist: Glauben Sie selbst an die Kraft der Sakramente? Glauben sie noch daran, dass Gott in der sakramentalen Ehe wirkt … oder sehen sie davon eher augenzwinkernd ab, als ob das nur was für katholische Fundamentalisten wäre? Außerhalb der Kirche, wo es keinen Glauben an die Sakramente gibt, kann man die kirchliche Lehre in dieser Hinsicht in Frage stellen. Innerhalb der Kirche offenbaren die Bestrebungen einiger Bischöfe und die jetzt geäußerte Kritik an der Verfahrensänderung zur Eheannulliierung, schlicht mangelnden Glauben.

Dieser Vorwurf wiegt schwer, aber ich habe keine bessere Erklärung für Kardinal Marxs Marschrichtung in dieser Sache. Er spricht von der notwendigen Barmherzigkeit der Kirche und stellt mit seinen Worten die Barmherzigkeit Gottes in Frage. Hier zeigt sich das ganze Elend der katholischen Kirche in Deutschland, die die Problematik weithin gar nicht sehen will. Wir werden uns aber zur Familiensynode und spätestens mit dem, was in Deutschland nach ihr voraussichtlich folgen wird, damit auseinandersetzen müssen.
http://papsttreuerblog.de/2015/09/09/ehe...und-der-glaube/
http://kein-geld-fuers-zdk.de/



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