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  • 13.02.2016 00:10 - Patriarch Kyrill hier mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. - AP
von esther10 in Kategorie Allgemein.

Nicht nur positive Reaktionen auf kirchliches Gipfeltreffen


Patriarch Kyrill hier mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. - AP

12/02/2016 12:25SHARE:
Es gibt nicht nur positive, sondern auch kritische Reaktionen auf das Gipfeltreffen zwischen Papst Franziskus und Patriarch Kyrill. Diese Reaktionen haben vor allem historische und politische Gründe, erklärt Thomas Bremer. Er ist Dozent für Ökumene in Ostkirchenkunde und Friedensforschung an der Universität Münster. Pia Dyckmans hat mit ihm über die Reaktionen in der russisch-orthodoxen Kirche gesprochen.

Thomas Bremer: „Die Reaktionen in der russischen Orthodoxie waren ein bisschen verhalten, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass man bis vor kurzem der Möglichkeit eines Treffen mit dem Papst eher reserviert gegenüberstand. Jetzt gibt es aber einige Äußerungen von Vertretern der Kirche, die auf die Wichtigkeit des Treffens der beiden hinweist.“

Radio Vatikan: Verhaltene Reaktionen in der russischen Orthodoxie, es gibt auch kritische Stimmen über das Treffen zwischen Papst Franziskus und Patriarch Kyrill. Was genau wird kritisiert und warum reagiert man so verhalten?

Bremer: „Seit vielen Jahren wird der katholischen Kirche von der russisch-orthodoxen vorgeworfen, dass sie seiner Zeit am Ende der Sowjetunion, als die griechisch-katholische Kirche in der Ukraine wieder erlaubt wurde und sich viele griechisch-katholische Gemeinden und Bistümer neu gebildet haben, dass es ein bewusster Akt der katholischen Kirche gewesen sei – so heißt es von orthodoxer Seite, um der Orthodoxie zu schaden. Weil das bedeutete, dass die orthodoxe Kirche viele Gemeinden in der Ukraine verlor. Das ist heute eigentlich kein Problem mehr, weil die religiöse Situation in der Ukraine sehr stabil ist, aber wird von der russisch-orthodoxen Kirche wird das immer noch als Grund dafür verwendet, zu sagen, dass ein Treffen zwischen dem Patriarchen und dem Papst nicht möglich sei.

Es ist aber nun interessant zu sehen, dass – wenn man die orthodoxen Stimmen anschaut – der Akzent darauf liegt, man müsste etwas tun angesichts der Situation im Nahen Osten und der Flüchtlingskrise. Man vermeidet sozusagen die Probleme zwischen den beiden Kirchen und hebt ein wichtiges Thema in den Vordergrund, das mit diesen Beziehungen im engeren Sinn nichts zu tun hat.“

RV: In Gesprächen haben wir von kritischen Stimmen gehört, die sogar von einer Möglichkeit des Schismas innerhalb der russischen Orthodoxie sprechen. Ist das wirklich eine mögliche Konsequenz aus den Streitigkeiten bei den Orthodoxen Russlands oder sind das ein paar laute Stimmen, die aber nicht so ins Gewicht fallen?
Bremer: „Ich glaube, es gibt eine ganze Reihe von lauten Stimmen, die gegen jede Annäherung an die katholische Kirche und gegen dieses Treffen sind. Aber ich glaube nicht, dass daraus ein Schisma innerhalb der russisch-orthodoxen Kirche entstehen kann, sondern das sind mehr vereinzelte Stimmen. Vielleicht sind es nicht so wenige, aber auf jeden Fall nicht so viele, dass sich daraus eine eigene Kirche bilden würde. Man muss das auch im Kontext dessen sehen, dass in wenigen Monaten das Konzil der gesamten orthodoxen Kirche im Juni auf Kreta stattfinden wird. Dagegen gab und gibt es in der russischen Kirche einige Stimmen, die befürchten, dass es eine zu starke Annäherung an westliches Denken sein könne.“

RV: Russland ist ein Land, dass sich damit rühmt, das einzige Land zu sein, das die christlichen Werte noch hoch hält. Könnte es sein, dass Papst Franziskus hier vereinnahmt wird?

Bremer: „Ich glaube nicht, dass der Papst das mit sich machen lässt. Ich habe auch gehört, dass die gemeinsame Vereinbarung, die auf Kuba unterzeichnet werden soll, schon größtenteils vorbereitet ist. Da bin ich mir sicher, dass es nicht etwas ist, wo die eine Seite die andere übervorteilt. Ich glaube eher, wenn ich das politische und auch kirchenpolitische Programm von Papst Franziskus und auch von Patriarch Kyrill richtig verstehe, dass man sich in Bezug auf solche Fragen, wie Herstellung von Frieden, von Sicherheit und Gerechtigkeit, Hilfe für die Flüchtlinge, Hilfe für die Christen im Nahen Osten, einigen kann. Auch wenn man sich vielleicht nicht über die Wege und Methoden einigen kann, sind das Themen, wo die Ziele gemeinschaftlich christlich sowohl von der Orthodoxie als auch der katholischen Kirche vertreten werden.“

RV: Das klingt nach einem sehr politischen Programm. Kyrill wird auch als „politische Person“ nach Kuba kommen, Papst Franziskus jedoch als Oberhaupt der katholischen Kirche also als „religiöse Person“. Wird das die Gespräche beeinflussen?

Bremer: „Man muss sehen, dass Beide beides sind. Der Papst ist natürlich auch eine politische Figur, auch wenn er als Kirchenoberhaupt reist. So ist auch der Patriarch ein Kirchenführer, auch wenn er auf seiner Reise politische Ansprüche vertritt. Wenn zwei so wichtige kirchliche Persönlichkeiten sich treffen, eine Erklärung gemeinsam abgeben, dann hat das immer sowohl kirchlichen als auch politischen Charakter. Ich glaube, man kann – gerade wenn man sich über politische Themen unterhält – diese beiden Bereiche nicht voneinander trennen. Und die russische Kirche hat in den letzten Tagen auch erklärt, dass mit großer Wahrscheinlichkeit die gemeinsame Erklärung weniger die theologisch-kirchlich trennenden Themen formulieren wird, als vielmehr die Dinge, die von gemeinsamem Interesse sind und das sind dann gesellschaftliche und politische Fragen.“

RV: „Wenn wir allein auf die historische Hierarchie der orthodoxen Patriarchen schauen, wäre das von Konstantinopel vor dem von Moskau. Warum hat aber dieses Treffen einen so viel höheren Stellenwert als ein Treffen von Papst Franziskus und dem Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., welches bereits stattgefunden hat?

Bremer: „Es gibt eine bestimmte Reihenfolge und da steht Konstantinopel vor Moskau. Was genau das bedeutet ist umstritten. Bei der Frage haben die Russen eine andere Vorstellung als die Griechen. Alle Orthodoxen sind sich einig darin, dass wenn es zu einer Einigung zwischen den Kirchen käme, dass dann die erste Stelle der römische Bischof hätte. Nur der Umfang ist eben umstritten, das Recht der ersten Stelle, des Primats sozusagen. In der katholischen Kirche wird der ja anders angesehen als in der orthodoxen. Die Päpste haben sich mehrmals mit den Patriarchen von Konstantinopel getroffen, so auch Papst Franziskus, während das Treffen mit dem russischen Patriarchen zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte stattfindet. Die russische Kirche ist mit Abstand die größte orthodoxe Kirche und es ist natürlich auch ein sehr wichtiges Land aus dem sie kommt. Deswegen, so glaube ich, hat dieses Treffen so eine besondere Aufmerksamkeit.“
(rv 12.02.2016)
http://de.radiovaticana.va/news/2016/02/...treffen/1207896
http://www.cruxnow.com/church/2016/02/11...-shaky-vatican/



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