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  • 13.02.2016 00:09 - Hilferufe aus Homs "Sie schlagen sich die Bäuche voll - wir fressen Gras"
von esther10 in Kategorie Allgemein.



Hilferufe aus Homs
"Sie schlagen sich die Bäuche voll - wir fressen Gras"

von Marcel Burkhard.


Der Bürgerkrieg in Syrien ist ein großes Thema auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

Da reden vor allem Politiker. Wie aber bewerten Zivilisten in den umkämpften Gebieten die diplomatischen Bemühungen? heute.de hat in Homs nachgefragt.

"Was haben die Konferenzen in Genf und Wien gebracht? Was geschieht jetzt in München? Sie reden lang und breit über Syrien – und wir sterben hier einer nach dem anderen, so sieht es aus.“ Der Mann, der diese Worte sagt, hat vor wenigen Tagen erst seine dreimonatige Tochter zu Grabe getragen. Sie starb an einer Lungenentzündung, die nicht behandelt werden konnte in Rastan, einer vom syrischen Militär belagerten Vorstadt von Homs.
Aktuelle Schätzung: Fast eine halbe Million Kriegstote in Syrien

Khaled H., Lehrer von Beruf, dokumentiert das Schicksal der Einwohner seiner Heimatstadt seit Jahren. Er ist zum Chronisten des Leidens geworden. Die Zahl der Opfer, die er berichtet, wächst täglich. Denn wie überall in den syrischen Kriegsgebieten leiden auch die Menschen in Rastan nicht nur unter Bombenangriffen, sondern auch an einem gravierendem Lebensmittel-, Medikamenten- und Heizmaterialmangel.
SYRISCHE SCHICKSALE

Seit Ausbruch der Kämpfe in Syrien berichtet heute.de regelmäßig über das Schicksal syrischer Zivilisten, etwa in der Serie "Hilferufe aus Homs". Die Recherche stützt sich vor allem auf kontinuierlich fortgeführte Interviews mit Augenzeugen, Informationen unabhängiger internationaler Hilfsorganisationen und der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Fast eine halbe Million Menschen seien in den vergangenen Kriegsjahren in Syrien zu Tode gekommen, berichtet aktuell das unabhängige "Syrian Centre for Policy Research". Das sind annährend doppelt so hohe Opferzahlen wie von den Vereinten Nationen vor anderthalb Jahren geschätzt. Internationale Menschenrechtsorganisationen wie "Human Rights Watch" (HRW) beklagen seit langem massenhaft Kriegsverbrechen an Zivilisten – ob in Aleppo, Vororten von Damaskus, in Homs oder vielen anderen Orten in Syrien.

"Genf ist ein trauriges Schauspiel – München genauso"

Zuletzt dokumentierte HRW den Einsatz international geächteter Streumunition seitens des russischen Militärs, das die syrische Armee bei Vormarsch auf die Rebellengebiete aus der Luft unterstützt. Streubomben sind auch lange nach den Angriffen noch gefährlich, weil Teile der darin enthaltenen Munition nicht sofort explodieren, aber etwa durch Berühren jederzeit detonieren können.

"Die Welt kann nicht sagen, sie wisse nicht, was hier geschieht, wie wir krepieren", sagt Khaled. Von der Diplomatie erwartet er derzeit nichts mehr. "Wir haben noch mit Hoffnung auf die ersten Verhandlungen in Genf geblickt. Aber das, was jetzt dort passiert, ist ein trauriges Schauspiel, bei dem nichts herauskommt. In München ist es genauso."

Keine Hoffnung auf Kunst der Diplomatie: "Nur leere Worthülsen"

In der bayerischen Landeshauptstadt, wo an diesem Wochenende die 52. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) stattfindet, steht der Krieg in Syrien ganz oben auf der Agenda. Deutschland, die USA, Russland, Saudi-Arabien und Iran haben ihre Außenminister zur MSC entsendet. Eine weitere Gelegenheit, um eine Konfliktlösung voranzutreiben, sagen Diplomaten.

"Ein Scheißdreck wird passieren, sie werden leere Worthülsen präsentieren und sich beim Dinner die Bäuche vollschlagen, während wir hier Gras fressen", so drastisch formuliert es Abo H. im Gespräch mit heute.de. Wie Tausende andere Menschen ist der Mittvierziger seit Monaten in seinem Wohnviertel in Homs von der Außenwelt nahezu abgeschnitten. "Wir haben nur noch stundenweise Strom und Wasser, aber kaum noch Nahrung", berichtet er.

"Assad macht mit Putins Hilfe, was er will"

Nach den internationalen Berichten über das Aushungern der Menschen in Madaya und versprochenen Hilfstransporten in belagerte Orte hätten sie noch einmal zu hoffen gewagt, sagt Abo H.. Aber es seien keine Hilfen bei ihnen angekommen. "Assad macht mit Putins Hilfe, was er will. Und westliche Politiker beklagen das wortreich. Und das war’s dann. Ihnen glaubt keiner mehr hier. Wir sind ihnen egal. Wir alle sind Todgeweihte."

Der Mann aus Homs erlebt nach eigenen Aussagen, wie der Belagerungsring seit Monaten immer enger gezogen werde. "Sie lassen nichts herein, gar nichts. Alle hier hungern." Andere Zivilisten, die in den vergangenen Jahren regelmäßig mit heute.de über ihr Leben und Leiden in Homs gesprochen haben, sind verschollen. Von vielen gibt es keinerlei Lebenszeichen mehr.

Syrer in umkämpften Gebieten fordern "Flugverbotszone"

Adnan A., Lehrer und Medienaktivist aus einem Vorort von Homs, zeigt im Skype-Videogespräch mit heute.de nicht explodierte Sprengkörper – seiner Aussage zufolge Spuren von Bombardements der vergangenen Tage. Er sagt: "Wir sind Tag und Nacht unter Beschuss – es sind Luftangriffe vom Regime und von Russland. Die Russen werfen Streubomben auf uns." Zahlreiche Videos und Fotos dokumentieren heftige Explosionen in der Gegend. Russland dagegen bestreitet den Einsatz von Streubomben in Syrien.

"Putin bombt uns in die Steinzeit zurück – und der Westen findet nur mahnende Worte", sagt Adnan und formuliert, was den Menschen in Syrien helfen würde: "eine Flugverbotszone". Das wäre zumindest ein Anfang, sagt der 27-Jährige. "Wird darüber in München ernsthaft gesprochen?", fragt er und appelliert nach einer Pause eindringlich: "Beendet endlich das Blutvergießen in Syrien – und verliert nicht noch mehr Zeit."
http://www.heute.de/syrer-ueber-muenchne...n-42235678.html





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