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  • 07.04.2017 00:44 - Kardinal Cupich: In Amoris laetitia herrscht „absolute Klarheit“ – Warum schweigt der Papst dann?
von esther10 in Kategorie Allgemein.

Kardinal Cupich: In Amoris laetitia herrscht „absolute Klarheit“ – Warum schweigt der Papst dann?
18. Februar 2017 Hintergrund, Nachrichten, Papst Franziskus, Sakrament der Ehe 11


Cupich Amoris laetitia absolute Klarheit

Kardinal Cupich: "Absolute Klarheit" in Amoris laetitia. Die Weigerung die Sorgen, Bedenken, Zweifel anderer zur Kenntnis zu nehmen. Sie existieren einfach nicht - wie für Papst Franziskus.

(Rom/Washington) Laut Kardinal Blase Cupich, dem Erzbischof von Chicago, ist das umstrittene nachsynodale Schreiben Amoris laetitia keineswegs umstritten, sondern „absolut klar“. Klar scheint in der katholischen Welt derzeit aber nur, daß zwei Teile in der Kirche absolut aneinander vorbeireden. Der Grund dafür scheint allerdings tatsächlich „absolut klar“ zu sein: die Unklarheit, mit der Papst Franziskus handelt und formuliert.

Zwei Teile in der katholischen Kirche reden seit dem 8. April 2016 aneinander vorbei, das ist der Tag, an dem Amoris laetitia vorgestellt wurde. Bereits in den zwei Jahren zuvor wurde von Papst Franziskus, oder zumindest mit seiner Billigung und Unterstützung, mehr hinter den Kulissen gearbeitet als unter dem Licht der Sonne, mehr mit Geschäftsordnungskniffen und kryptischen Wortspielen ein Ziel angepeilt – die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen –, das im offenen Widerspruch zur kirchlichen Lehre und Praxis steht. Da sich zahlreiche Befürworter dieses Kurses der „Öffnung“, nicht ganz zutreffend Kasperianer genannt nach dem deutschen Kardinal Walter Kasper, der im Auftrag von Papst Franziskus diese Forderung am 20. Februar 2014 vor dem Kardinalskonsistorium postuliert hatte, sich nicht offen zu ihrem Ziel zu bekennen wagen, verklausulieren sie es – allen voran Papst Franziskus selbst.

Der unerwartete Widerstand

Der Grund dafür ist im Widerstand zu suchen gegen diesen Bruch mit der zweitausendjährigen Praxis in der Kirche, die direkt auf Jesus selbst zurückgeht. Papst Franziskus war in Verkennung der tatsächlichen Lage offenbar der festen Überzeugung, daß in der Kirche unter Klerus und Laien Begeisterungsstürme für die „Reformen“ ausbrechen. Diesem Denken liegt zugrunde, daß bisher eine restaurative Minderheit, dank der Machtfülle des Papstes, gegen die große Mehrheitsstimmung „liberale Öffnungen“ verhindert habe.

Bereits beim Kardinalskonsistorium vom Februar 2014 mußte Franziskus jedoch zu seiner Überraschung feststellen, daß es heftige Widerstände gegen seinen Kurs gab, sodaß er am 21. Februar Kardinal Kasper zu Hilfe eilen mußte, indem er unerwartet vor die Kardinäle trat und Kasper überschwenglich lobte („Danke, danke, danke“). Den Widerstand konnte er damit aber nicht brechen. Nachdem der Papst in den darauf folgenden Monaten zur Kenntnis nehmen mußte, daß die Weltkirche Synodalen zu der von ihm einberufenen Bischofssynode nach Rom entsandte, die mehrheitlich seine „Öffnungen“ nicht teilten, richtete er am Vorabend des Synodenbeginns einen trotzig-verzweifelten Appell an die Synodenväter doch den „Schrei des Volkes“ nach den von ihm gewünschten Reformen „zu hören“. Dieser angebliche „Schrei“ eines ominösen „Volkes“ war jedoch nicht einmal für die ihm besonders wohlwollenden Journalisten zu hören.

Reaktion auf mißglückten triumphalen Durchmarsch


„Absolute Klarheit“

Wo er offensichtlich mit einem triumphalen Durchmarsch nach der „restaurativen Phase“ von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gerechnet hatte, stellten sich zahlreiche Dämpfer für seinen Kurs ein. Die Reaktion darauf waren vermehrt Winkelzüge, Kniffe, verborgene Operationen, Geheimniskrämerei und Tricksereien. Kardinal Raymond Burke, als gestandener Jurist besonders hellhörig, sprach bereits bei der ersten Bischofssynode von „Verrat“ und Versuchen, die Synode hinter den Kulissen zu manipulieren. Zu den heftigsten „Manipulationen“ kam es tatsächlich durch offene Parteinahme und Eingriffe des Papstes. Als die Synodenväter die umstrittensten Passagen des Schlußdokuments zu den wiederverheirateten Geschiedenen und zur Homosexualität ablehnten, erklärte Franziskus ungerührt, daß diese dennoch Teil des Dokuments bleiben und Grundlage der zweiten Synode sein werden.

Kardinal Burke wurde von Franziskus für seine Kritik vor die Tür gesetzt. Dennoch wiederholten dreizehn Kardinäle, allesamt Synodenväter, am Beginn der zweiten Bischofssynode in einem Schreiben an den Papst, den Vorwurf von Manipulationsversuchen. Franziskus trat wiederum unerwartet vor die Versammlung und warnte vor einer „konspirativen Hermeneutik“. Auf die Kritik ging er nicht ein. Deutlicher wurde das päpstliche Umfeld, das Gift und Galle gegen die dreizehn Kardinäle spukte. Sie hatten Grund dazu, waren doch etliche von ihnen von den Kardinälen direkt gemeint worden. Ertappte empören sich über jene, die sie ertappt haben.

Bruno Forte, Kronzeuge verschleiernder Absichten

Einer der engsten Beauftragten des Papstes bei der Synode, Erzbischof Bruno Forte, enthüllte Anfang Mai 2016, wenige Tage nach der Veröffentlichung von Amoris laetitia, und offenbar entsprechend siegessicher, daß ihm Franziskus klare Order zur Abfassung des Synodenschlußberichtes erteilt hatte. Er solle die wiederverheirateten Geschiedenen nicht erwähnen, weil das nur die Verteidiger des Ehesakramentes provozieren würde („die machen uns sonst einen Wirbel“). Forte solle so formulieren, daß die wahre Absicht nicht direkt aus dem Text hervorgehe. Die „Schlußfolgerungen“ für das nachsynodale Schreiben werde dann schon er, der Papst, ziehen. Forte sagte damit, daß die päpstliche Absicht, wiederverheirateten Geschiedenen die Kommunion zu geben, schon im Herbst 2015 feststand. Ebenso eindeutig, so Forte, sei auch die päpstliche Strategie gewesen, diese Absicht zu verschleiern und die Synodalen und die Gläubigen letztlich in die Irre zu führen. Forte wurde vom Vatikan weder dementiert noch zu einer Korrektur seiner Aussagen aufgefordert. Der Erzbischof von Chieti hatte damit auch zugegeben, daß die Kritik von Kardinal Burke vom Oktober 2014 und die Kritik der dreizehn Kardinäle vom Oktober 2015 zutreffend war, daß die Synode bloße Staffage sei, um „vorgefertigte“ Ergebnisse durchzusetzen.

Geprügelt und bestraft wurden nicht die unehrlichen Manipulateure, sondern jene, die den Schwindel durchschauten und aufdeckten. Kardinal Burke wurde aus dem Vatikan entfernt und mußte seither, ebenso die dreizehn Kardinäle des Beschwerdebriefes von 2015 und die vier Kardinäle der Dubia vom 19. September 2016, haufenweise Prügel durch die päpstliche Entourage, kirchenferne Mainstream-Medien und den Papst selbst erdulden.

Unfaßbare und untragbares Schweigen von Franziskus

Dazu gehört auch das für ein katholisches Kirchenoberhaupt ebenso unfaßbare wie untragbare Schweigen zu wichtigen Glaubensfragen, zu denen die vier Kardinäle Burke, Brandmüller, Caffarra und Meisner Fragen vorgelegt haben. Ein Papst, der Fragen zu aktuell diskutierten, zentralen Glaubensthemen nicht antwortet, mißachtet letztlich sein Amt, zumindest wird er ihm nicht gerecht.

Die vier Kardinäle formulierten ihre Zweifel, weil sie eine Klärung von „Zweideutigkeiten“ und „Unklarheiten“ erwarten, die sei Monaten „große Verwirrung“ in der Kirche stiften. Seit dem 8. April 2016, dem Tag der Vorstellung von Amoris laetitia, reißen die Kritik und die Appelle an Papst Franziskus nicht ab, Klarheit zu seinem nachsynodalen Schreiben zu schaffen. Jüngst waren es mehr als 1000 Priester aus dem angelsächsischen Raum, die sich mit einem solchen Appell an Rom wandten. Doch Papst Franziskus schweigt und sendet Signale aus, mit denen die Verwirrung noch erhöht wird.

Die engsten Mitarbeiter und Papst-Vertrauten erklären zugleich, allen Appellen und Bitten zum Trotz, daß Amoris laetitia völlig klar sei, daß alles verständlich und eindeutig sei und man nicht die verstehen könne, warum dies für andere nicht der Fall ist. Ein Affront gegen alle Appellanten.

Franziskus‘ Lieblingsbischof in den USA: „Absolute Klarheit“ in Amoris laetitia

In diesem Sinn meldete sich am 14. Februar erneut der Lieblingsbischof von Papst Franziskus in den USA zu Wort. Blase Cupich galt vor Franziskus als „Linksaußen“ in der Amerikanischen Bischofskonferenz. Papst Franziskus machte genau ihn („immer auf der Suche nach den progressivsten Kandidaten“, so Alain Pronkin) zum Bischof eines der bedeutendsten Bistümer der USA und der Weltkirche insgesamt. Cupich wurde gegen den Willen seines Vorgängers, Francis Kardinal George, zum Erzbischof von Chicago. Zudem erhob ihn Franziskus in den Kardinalsrang. Cupich erweist sich seither als besonders eifriger Parteigänger des Papstes und Verteidiger von dessen umstrittensten Handlungen. Am vergangenen Dienstag schrieb der Kardinal in einem Tweet:

#AmorisLaetitia expresses with „absolute clarity“ marriage doctrine in full fidelty to traditional Church teaching
„Amoris laetitia bringt mit ‚absoluter Klarheit‘ die Ehelehre in völliger Treue zur traditionellen Lehre der Kirche zum Ausdruck.“

Cupich folgt auch darin ganz Franziskus: Die Bedenken, Zweifel, Sorgen anderer werden nicht zur Kenntnis genommen. Sie existieren einfach nicht.

Wahrscheinlich genügt es, laut Cupich, die Antwort zu lesen, die Papst Franziskus den vier Kardinälen auf ihre Dubia (Zweifel) gab, um die „absolute Klarheit“ des päpstlichen Dokuments zu erkennen. Nur schade, daß Papst Franziskus den vier Kardinälen auch nach fünf Monaten noch immer keine Antwort gegeben hat. Wenn doch alles so „absolut klar“ ist, warum antwortet Papst Franziskus dann den Kardinälen nicht?
http://www.katholisches.info/2017/02/kar...der-papst-dann/
Text: Giuseppe Nardi
Bild: Twitter



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