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  • 02.05.2017 00:32 - Gastbeitrag von Frank UekötterWarum uns Deutschen der Smog in Asien eine wichtige Warnung sein muss
von esther10 in Kategorie Allgemein.

Gastbeitrag von Frank UekötterWarum uns Deutschen der Smog in Asien eine wichtige Warnung sein muss



FOCUS-Online-Experte Frank Uekötter
Montag, 01.05.2017, 21:01


FOCUS-Online-Experte Frank Uekötter
Montag, 01.05.2017, 21:01

Wer in den Fernen Osten reiste, sieht die Probleme der Heimat in neuem Licht. Vergangene Woche lernte ich zum Beispiel in Seoul, wie wunderbar Augsburg ist. Die koreanische Professorin, die von der Fuggerstadt schwärmte, dachte nicht an Bauten des Barocks oder religiöse Bekenntnisse im Lutherjahr.

Sie dachte an frische Luft. In den Semesterferien reist sie regelmäßig in eine Wohnung in Augsburg. Da könne sie dann mal so richtig durchatmen.

In Seoul ist das nicht so leicht. Regelmäßig zeigen Messungen alarmierende Werte, im März war die Stadt für ein paar Stunden nach Neu-Delhi der zweitdreckigste Ort der Welt. Man merkt es an einem beklemmenden Gefühl in der Lunge. Nicht wenige Stadtbewohner versuchen sich mit Gesichtsmasken vor den Partikeln zu schützen.

Über den Autor


Frank Uekötter ist der Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu umweltpolitischen Themen in Geschichte und Gegenwart. 2015 erschien sein Buch "Deutschland in Grün: Eine zwiespältige Erfolgsgeschichte" bei Vandenhoeck & Ruprecht. Er lehrt geisteswissenschaftliche Umweltforschung an der Universität Birmingham in Großbritannien.

Südkorea verlagerte Großteil seiner Industrieproduktion gen China

Seoul liegt in einem nach Westen offenen Flusstal. Mehr als 20 Millionen Menschen leben hier dicht gedrängt. Ein großer Teil der Verschmutzung kommt jedoch aus den Industrieschornsteinen und Kohlekraftwerken in China, hinzu kommt gelber Sand aus den Wüsten in Chinas Norden. Südkorea ist an der importierten Verschmutzung nicht ganz unschuldig. Das Land hat einen Großteil seiner Industrieproduktion gen China verlagert.

Im Gespräch mit der Tageszeitung "Dong-a Ilbo" kam deshalb die Frage, was man von Europa über den Umgang mit grenzüberschreitender Luftverschmutzung lernen könne. Tatsächlich gab es darüber in den siebziger und achtziger Jahren intensive Diskussionen, die sich vor allem um das Schwefeldioxid drehten. Es ist kein Vorbild, das koreanische Zeitungsleser optimistisch stimmen könnte. Es dauerte viele Jahre, um vom bloßen Reden zu realen Maßnahmen zu kommen, und am Ende gelang die grenzüberschreitende Politik wohl auch nur, weil die Europäische Gemeinschaft in den achtziger Jahren die Umwelt entdeckte. Eine vergleichbare Institution gibt es in Ostasien nicht. Da hängt alles an bilateralen Verhandlungen, und die sind auch ohne die Krise um Nordkorea kompliziert.

Was ich meinen Gastgebern nicht sagte: Die Probleme sind in Deutschland nicht ausgestanden. Das Thema ist sogar wieder im Kommen.
Fahrverbote und Bauverbote für Massenställe

Luftverschmutzung war in der Bundesrepublik eines der Themen, an denen sich in den siebziger und achtziger Jahren die Umweltdebatte entzündete. Danach verschwand das Thema auch wegen einer energischen Umweltpolitik wieder aus dem Blick. Aber seit ein paar Jahren stehen Feinstaub und Stickoxid wieder im Mittelpunkt der Umweltpolitik.

In den siebziger und achtziger Jahren war die Bekämpfung der Luftverschmutzung vor allem dort erfolgreich, wo man schmutzige Industriezweige zum Einbau leistungsfähiger Filter drängen konnte. Heute ist die Sache beim Feinstaub und beim Stickoxid komplizierter und langwieriger. Für die Emissionen von Straßenverkehr und Massentierhaltung gibt es keine einfachen technischen Lösungen. Hier stehen schwierige Entscheidungen an, Fahrverbote und Bauverbote für Massenställe stehen als Möglichkeiten im Raum.
Luftverschmutzung ist zurück

Augsburg ist da keine Insel der Seligen. Auch in der Fuggerstadt wurden bereits Grenzwerte für Feinstaub überschritten. Und doch bleibt das Lob meiner Gastgeber bemerkenswert. Ein Industrieland mit frischer Luft mag aus bundesdeutscher Sicht nicht weiter bemerkenswert sein, aber in Korea sieht man das anders, und in Neu-Delhi, Schanghai und anderen Städten mit chronischer Luftverschmutzung dürfte das nicht anders sein.

Luftverschmutzung ist zurück, und es gibt gute Gründe, sie ernst zu nehmen. Es geht um Gesundheit und Lebensqualität. Und ein wenig geht es auch um unseren Ruf im Ausland.

Im Video: Asthma, chronische Krankheiten, Lungenkrebs - In diese zehn Städte sollten Sie auf gar keinen Fall reisen
http://www.focus.de/



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