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von esther10 06.08.2015 00:39

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Wiederverheiratete
"Der Frage nicht ausweichen"
Deutsche Bischöfe überprüfen Zulassung Wiederverheirateter zu den Sakramenten
Bonn - 22.12.2014

Die deutschen Bischöfe wollen sich weiter intensiv mit einer möglichen Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten befassen. Das teilte der Vorsitzende der


Foto dpa

Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, am Montag in Bonn mit. Zuvor hatte sich eine Arbeitsgruppe der DBK mit dem Thema wiederverheiratete Geschiedene auseinandergesetzt und anschließend auch der Ständige Rat darüber beraten.

Die Beratungsergebnisse sind Teil einer jetzt erschienen Arbeitshilfe. "Die Suche nach einer theologisch verantwortbaren und pastoral angemessenen Begleitung von Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind, gehört weltweit zu den drängenden Herausforderungen der Ehe- und Familienpastoral im Kontext der Evangelisierung", sagte Marx. Denn die zivile Scheidung und Wiederheirat leite oft einen Prozess der Distanzierung von der Kirche ein oder vergrößere die bereits bestehende Distanz zur Kirche. Nicht selten führe diese Entwicklung auch zu einer Abkehr vom christlichen Glauben

"Die Deutsche Bischofskonferenz will deshalb die pastorale Begleitung von Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist und die eine neue Verbindung eingegangen sind, intensivieren", so der Erzbischof von München und Freising. Wie alle Gläubigen müssten auch sie die Kirche als Heimat erfahren und aktiv an ihrem Leben teilnehmen können. "Eine an diesen Grundsätzen orientierte Pastoral kann der Frage nach einer möglichen Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur sakramentalen Kommunion nicht ausweichen", sagte Marx. Deshalb habe die DBK mit großer Mehrheit diese Überlegungen verabschiedet, die sich ausführlich mit den theologischen Fragen einer Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zu Buße und Kommunion befassen.


Rund 190 Kardinäle und Bischöfe aus der ganzen Welt und Papst Franziskus sitzen in der Synodenaula des Vatikan bei der Familiensynode im Oktober 2014. KNA
Botschaft Jesu neu spürbar machen

"Aus der Sicht der deutschen Bischöfe wäre es nicht richtig, unterschiedslos alle Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind, zu den Sakramenten zuzulassen", betonte Marx jedoch auch. Aufgrund ihrer pastoralen Erfahrungen und auf der Grundlage ihres theologischen Nachdenkens plädierten sie vielmehr für differenzierte Lösungen, die dem Einzelfall gerecht würden und unter bestimmten Bedingungen eine Zulassung zu den Sakramenten ermöglichten. "Die pastorale Sorge für Ehe und Familie verdient, mit Engagement neu angegangen zu werden, so dass die menschenfreundliche Botschaft Jesu spürbar wird", fasst Marx zusammen.

Neben den Antworten der Deutschen Bischofskonferenz auf den Fragebogen des Synodensekretariats vom Oktober 2013 werden in der Arbeitshilfe erstmals die Vorarbeiten einer Arbeitsgruppe der Bischofskonferenz zu Fragen der theologisch verantwortbaren und pastoral angemessenen Wege zur Begleitung wiederverheiratet Geschiedener aufgegriffen, die abschließend im Ständigen Rat am 23. Juni 2014 beraten wurden.

„Aus der Sicht der deutschen Bischöfe wäre es nicht richtig, unterschiedslos alle Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind, zu den Sakramenten zuzulassen.“

Kardinal Reinhars Marx

Darin zeigen die Bischöfe auf, dass bereits im Verlauf des Gesprächsprozesses "Im Heute glauben" immer wieder auf die Notwendigkeit einer erneuerten Ehe- und Familienpastoral hingewiesen wurde. So empfänden viele – nicht nur die Betroffenen selbst – den pastoralen Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen als unbarmherzig. Gleichzeitig betonen die Oberhirten in dem Dokument aber auch, dass eine Pastoral für wiederverheiratete Geschiedene das Zeugnis der Kirche für die Unauföslichkeit der Ehe "nicht verdunkeln" dürfe.

Die Dokumentensammlung der DBK trägt – wie die vergangene Bischofssynode – den Titel "Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung". Sie enthält Wortbeiträge von Papst Franziskus während der Synode und erstmals in deutsche Sprache übersetzte Texte der Beratungen. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeitshilfe sei die "Schlussrelatio" der Synodenväter, die ein Teil des Vorbereitungsdokumentes für die Bischofssynode im Jahr 2015 darstellten, heißt es in der Pressemitteilung. Bewusst habe man für die Arbeitshilfe auch Texte gesammelt, die mit der zurückliegenden Bischofssynode zu tun hätten.

Von Björn Odendahl und Sophia Michalzik

Überlegungen der Bischöfe
Neben Texten zur Familiensynode und den Antworten auf den Fragebogen des Vatikans haben die Bischöfe in ihrer Arbeitshilfe auch Texte veröffentlicht, in denen sich eine Arbeitsgruppe der Bischofskonferenz mit Fragen der theologisch verantwortbaren und pastoral angemessenen Wege zur Begleitung wiederverheirateter Geschiedener beschäftigt hat. Katholisch.de hat eine Auswahl von Zitaten aus dem Dokument zusammengestellt. "Die pastoralen Regelungen im Umgang mit dieser Personengruppe (wiederverheiratete Geschiedene, Anm.d.Red.) werden (…) nicht nur von den Betroffenen selbst, sondern auch von vielen Katholiken, die in einer gelingenden Ehe leben, nicht verstanden und als unbarmherzig gewertet. Dies gilt insbesondere für den Ausschluss vom Sakrament der Buße und von der Kommunion." "Die Liebe der Ehepartner wird gleichsam in die Liebe Christi zu seiner Kirche hineingenommen. Deshalb besteht der Ehebund oder das Eheband auch dann, wenn die Liebe der beiden Partner in eine Krise geraten oder gar zerbrochen ist." "Die kirchliche Lehre und Pastoral stellt hohe moralische und spirituelle Anforderungen, denen die meisten zivil geschiedenen und wiederverheirateten Gläubigen, aber auch manch kirchlich Verheiratete nicht gerecht werden."

"Aus Sicht der Mehrheit der deutschen Bischöfe sind die gegenwärtigen Richtlinien zum pastoralen Umgang mit zivil geschiedenen und wiederverheirateten Gläubigen problembehaftet und stellen diese sowie ihre Seelsorger vor kaum zu überwindende Schwierigkeiten." "Die Eucharistie ist, obwohl sie die Fülle des sakramentalen Lebens darstellt, nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen." "Es wäre sicher falsch, unterschiedslos alle Gläubigen, deren Ehe zerbrochen ist und die zivil geschieden und wiederverheiratet sind, zu den Sakramenten zuzulassen. Erforderlich sind vielmehr differenzierte Lösungen, die dem Einzelfall gerecht werden und dann zum Tragen kommen,wenn die Ehe nicht annuliert werden kann." (som)

Zum Dokument
Die Arbeitshilfe, "Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung. Texte zur Bischofssynode 2014 und Dokumente der Deutschen Bischofskonferenz", ist ab sofort abrufbereit und kann auch als Broschüre (194 Seiten) bestellt werden.

Zur Broschüre

Reaktionen: ZdK begrüßt Veröffentlichung der Arbeitshilfe
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat die Veröffentlichung der Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz begrüßt. Der Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen sei eines der wichtigsten Themen des Dialogprozess innerhalb der katholischen Kirche, erklärte ZdK-Präsident Alois Glück. Das ZdK werde sich im Hinblick auf die Weltbischofssynode 2015 dafür einsetzen, dass bei Wiederverheirateten Geschiedenen "für eine Zulassung zu den Sakramenten ein Weg gefunden wird, der verantwortbare und verantwortete Einzelfalllösungen möglich macht", so Glück weiter. „Das Referat von Kardinal Kasper hat nach unserer Überzeugung hierzu die richtigen Hinweise gegeben“.

Glück wertete die Veröffentlichung des Papiers außerdem als wichtigen Impuls für den weiteren Dialog innerhalb der Kirche in Deutschland. "Wir betrachten die Tatsache dieser Veröffentlichung auch als eine wirkliche Frucht des Dialogprozesses und ein Zeichen des gewachsenen Vertrauens. Die Veröffentlichung stellt ein kommunikatives Angebot dar, das die Lesenden als mündige und verantwortliche Gesprächspartner ernst nimmt", so Glück. (gho)
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktue...icht-ausweichen

von esther10 06.08.2015 00:33

Wiederverheiratete

"Wir können nicht das Lehramt ignorieren"
Gänswein: Geschiedenen-Debatte längst entschieden
Rom - 22.07.2015



Kurienerzbischof Georg Gänswein sieht den Widerspruch gegen eine Nichtzulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion als veraltet und überholt an. Auf die Debatte in Deutschland im Vorfeld der Familiensynode im Herbst angesprochen, sagte er, "nicht alle Irrtümer" kämen von dort, aber wohl dieser Punkt. Dabei habe Papst Johannes Paul II. die Frage schon vor 20 Jahren entschieden. "Jetzt können wir nicht sein Lehramt ignorieren und die Sachen ändern", erklärte Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses, laut dem Internetportal "Vatican Insider".
Gänswein sagte, Johannes Paul II. habe "nach einer langen und engagierten Verhandlung nicht akzeptiert, dass wiederverheiratete Christen zur Eucharistie hinzutreten". Wenn jetzt manche Geistliche "vorschlagen wollen, was nicht möglich ist", folgten sie damit möglicherweise dem Zeitgeist oder dem Beifall der Medien. Alleiniger Maßstab dürfe indessen "das Evangelium, der Glaube, die gesunde Lehre, die Tradition" sein, so Gänswein laut dem Bericht, der aus einem Interview des Magazins der Opus-Dei-nahen Internationalen Universität Katalonien mit dem Erzbischof zitiert.

Linktipp: Kasper fordert "realistische Theologie der Ehe"
Kardinal Walter Kasper spricht sich in Einzelfällen für eine Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion aus. Eine "realistische Theologie der Ehe müsse das Scheitern ebenso wie die Möglichkeit der Vergebung bedenken", so Kasper.

Zum Artikel

Gänswein spielte mit seiner Äußerung auf einen Vorstoß der oberrheinischen Bischöfe aus dem Jahr 1993 an. Die drei Oberhirten Oskar Saier aus Freiburg, Karl Lehmann aus Mainz und Walter Kasper aus Rottenburg-Stuttgart hatten damals eine Kommunionzulassung für wiederverheiratete Geschiedene in Einzelfällen und nach eingehender Gewissensprüfung ins Gespräch gebracht. Kardinal Joseph Ratzinger, seinerzeit Präfekt der Glaubenskongregation, war dagegen.

Bischof Koch ewartet eine offene Diskussion bei Familiensynode

Im Hinblick auf die bevorstehende Familiensynode im Oktober im Vatikan hat derweil der deutsche Familienbischof Heiner Koch zu einer offenen Diskussion über eine Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion aufgerufen. Der Leipziger Internetzeitung vom Mittwoch sagte er: "Ich habe die Frage gestellt, ob es Ausnahmen geben kann zu einer von mir grundsätzlich bejahten Regelung des Glaubens". Mit dieser Frage fahre er zur Synode, nicht mit einer Antwort. "Und ich erwarte, dass auch andere Teilnehmer nicht mit fertigen Antworten in die Synode gehen."

Die Weltbischofssynode zum Thema Ehe und Familie tagt vom 4. bis 25. Oktober im Vatikan. Sie steht unter dem Titel "Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute". Dabei geht es auch um den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen. (KNA)
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktue...ramt-ignorieren
22.07.2015, 14.00 Uhr: Um Äußerungen von Bischof Heiner Koch ergänzt

von esther10 06.08.2015 00:20

Ehe
Sensibles Thema
Papst Franziskus spricht über das Sakrament der Ehe

Bonn - 06.08.2015
Gleich zweimal innerhalb weniger Stunden hat sich Papst Franziskus zum Thema Ehe geäußert. Bei seiner Generalaudienz am Mittwoch sprach er über einen verständnisvollen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. In einer Botschaft an eine US-amerikanische Laienverbindung für katholische Männer rief er wiederum zur Verteidigung der Ehe auf, berichtet die Vatikanzeitung "Osservatore Romano". Nun wird vor allem mit Blick auf Familiensynode gerätselt: Welche Haltung hat der Papst?


Unterzeichnet ist die Botschaft des Papstes von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, gerichtet ist sie an die "Knights of Columbus" (Kolumbusritter), die zurzeit ihr Jahrestreffen in Philadelphia abhalten. In seinem Brief erklärt Franziskus, dass die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau unter Beschuss durch "starke, kulturelle Kräfte" stehe. Katholiken müssten die Ehe als Basis für die Zukunft der ganzen Menschheit verteidigen. Der Ehebund von Mann und Frau entspreche dem biblischen Glauben und dem Naturrecht. Der Einsatz dafür verlange Weisheit und Beharrlichkeit, so der Papst.

Gut möglich, dass sich der Papst mit den "starken, kulturellen Kräften" auf die Gender-Theorie bezog, die er schon bei vorherigen Gelegenheiten kritisiert hatte. So hatte er bei einer früheren Generalaudienz die Frage gestellt, ob die Theorie darauf abziele, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu nivellieren. Die Menschheit riskiere hier, einen Rückschritt zu machen: "Die Verdrängung der Unterschiede ist das Problem, nicht die Lösung", so Franziskus.

Linktipp: Themenseite zur Familiensynode
Theorie trifft Praxis: Über zwei Jahre beraten Bischöfe und Laien im Vatikan über die "pastoralen Herausforderungen der Familie". Das ist ein höchst brisantes Thema, bei dem die Vorstellungen der Kirche und die Lebenspraxis ihrer Gläubigen zunehmend auseinanderdriften.

Zur Themenseite

Es waren also deutliche Worte, die Franziskus in seiner Botschaft an das Laienkomitee gewählt hatte. Ähnlich war dies auch am Vormittag zu beobachten, als er bei seiner 100. Generalaudienz das Thema wiederverheiratete Geschiedene aufgriff. Diese seien "nicht exkommuniziert und dürfen absolut nicht so behandelt werden", betonte er vor tausenden Pilgern. Er forderte einen offenen und verständnisvollen Umgang und verwies auch auf seine Vorgänger im Amt. Schon vor ihm hätten Päpste betont, dass wiederverheiratete Geschiedene immer Teil der Kirche blieben. Zudem dürfe man den jeweiligen Hintergrund einer Trennung nicht außer Acht lassen.

Wiederverheiratete Geschiedene sollen an der Messe teilnehmen
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktue...-rettung-bemuht
In diesem Zusammenhang zitierte Franziskus Johannes Paul II., der in seinem Apostolischen Schreiben 'Familiaris consortio' betont hatte, dass es einen Unterschied gebe zwischen dem, der eine Trennung erlitten habe, und dem, der sie hervorgerufen hat. "Diese Unterscheidung muss man machen", so der Papst. Auch für die Kinder aus einer neuen Ehe habe die Kirche besondere Verantwortung. "Wie könnten wir diesen Eltern zusprechen, alles zu tun, um ihre Kinder christlich zu erziehen, indem sie ihnen das Beispiel eines überzeugten und praktizierten Glaubens geben, wenn wir sie im Gemeindeleben auf Distanz halten?", fragt er. Wichtig sei, dass die Kinder die Kirche als liebend und offen erlebten.

Das wohl heikelste Thema in diesem Kontext – den nach kirchlichem Recht untersagten Empfang von Eucharistie und Bußsakrament für wiederverheiratete Geschiedene – sparte der Papst allerdings aus. Stattdessen betonte er die Lehre der Kirche: "Die Kirche weiß gut, dass die Zweitehe der Lehre von den Sakramenten widerspricht", sagte er. Sie müsse die Menschen aber mit einem mütterlichen Herzen betrachten, "das immer um das Wohl und die Rettung des Einzelnen bemüht ist". Zudem rief er wiederverheiratete Geschiedene dazu auf, an Messfeiern teilzunehmen.


Kardinal Gerhard Müller ist Präfekt der Glaubenskongregation. Er ist gegen eine Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion und verweist dabei auf das Lehramt der Kirche. picture alliance/Stefano Spaziani

Die Aussagen des Papstes haben auch deswegen eine hohe Brisanz, weil zwei kirchliche Großereignisse vor der Tür stehen: Zum einen das Welttreffen katholischer Familien Ende September in Philadelphia, das Franziskus während seiner USA-Reise besuchen wird.

Außerdem sind es nur noch wenige Wochen bis die für die gesamte Weltkirche bedeutende Familiensynode im Oktober im Vatikan beginnt. Gerade der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen wird dort eine große Rolle spielen.

Die Rolle der Barmherzigkeit

Schon seit Langem wird darüber spekuliert, welche Haltung der Papst in dieser brisanten Frage hat. In die Karten hat er sich bisher, auch nach seinen jüngsten Äußerungen, nicht schauen lassen. Bei allem, was er bisher sagte, hat sich Franziskus auf die Lehre der Kirche berufen, ohne jedoch explizit auf deren Unveränderlichkeit zu pochen. Dies hatte beispielsweise Erzbischof Georg Gänswein getan. Das kirchliche Lehramt könne nicht ignoriert werden, sagte er nach Angaben des Internetportals "Vatican Insider". Auch Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskommission, hatte sich bereits mehrfach ähnlich zum Thema geäußert.

Als Signal und Impuls für die Synode kann der Beitrag des Papstes dennoch verstanden werden. Schon bei der zurückliegenden Bischofssynode im vergangenen Jahr hatte zu einer "aufrechten, offenen und brüderlichen" Debatte aufgerufen. Einfach will er sich also nicht machen. Und ein Gedanke steht bei Franziskus immer im Vordergrund: Barmherzigkeit. Und die findet sich auch in den zitierten Lehramtspassagen. (mit Material von KNA)
http://w2.vatican.va/content/francesco/d...ii-gaudium.html
Von Sophia Michalzik

von esther10 06.08.2015 00:15


blog-e48134-NEUER-Blog-Nachrichten-von-Kirche-und-Welt.html

Ethik2go - Thema: Geheimnisse
Was, wenn der Mann der besten Freundin eine andere küsst? Für sich behalten oder es ansprechen? Philosophie-Professor Markus Gabriel gibt in der neuen Folge von "Ethik2go" Antworten.
Wie verhalte ich mich, wenn ich den Mann einer Freundin mit einer anderen Frau gesehen habe? Raushalten oder einmischen? Dieses Dilemma erörtert Markus Gabriel, Professor für Philosophie an der Universität Bonn, gemeinsam mit Christiane Florin, Redaktionsleiterin der "Zeit"-Beilage "Christ und Welt", bei einem Kaffee "to go".

Wie verhalten wir uns mit Blick auf diese alltäglichen Herausforderungen richtig? Und wie stellen wir sicher, dass unser moralischer Kompass immer einwandfrei funktioniert? Die neue katholisch.de-Serie "Ethik2go" will bei der Beantwortung dieser Fragen helfen und ethische Orientierung für das eigene Leben geben.

Katholisch.de publiziert auf seiner Internetseite jeden Donnerstag eine neue Folge von "Ethik2go". Wer nicht so lange warten möchte, kann alle bisher produzierten Folgen schon jetzt bei YouTube sehen.
http://www.katholisch.de/video/15788-eth...ema-geheimnisse

von esther10 06.08.2015 00:08

Papst ruft zur Verteidigung der traditionellen Ehe auf


Franziskus: Ehe als "Bund der Liebe zwischen Mann und Frau" steht unter Beschuss durch "starke kulturelle Kräfte"

Kinder brauchen dringend ihre eigenen Eltern...Anne.

Vatikanstadt, 05.08.2015 (KAP) Die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau steht laut Papst Franziskus unter Beschuss durch "starke kulturelle Kräfte". Katholiken müssten die Ehe als Zukunftsbasis der ganzen Menschheit verteidigen, heißt es in einer von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Botschaft des Papstes an das Jahrestreffen der Kolumbusritter in Philadelphia, aus der die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" (Mittwoch) zitierte. Der Ehebund von Mann und Frau entspreche dem biblischen Glauben und dem Naturrecht. Der Einsatz dafür verlange Weisheit und Beharrlichkeit.

Franziskus äußerte sich auch mit Blick auf ein Welttreffen katholischer Familien Ende September in Philadelphia, das er während seiner USA-Reise besuchen wird.

Die "Knights of Columbus" wurden 1882 in den USA als Laienverbindung für katholische Männer gegründet. Ihre Prinzipien sind Wohltätigkeit, Nächstenliebe, Brüderlichkeit und Patriotismus. Nach eigenen Angaben hat die Organisation weltweit rund 1,7 Millionen Mitglieder. Ihr Schwerpunkt liegt weiterhin in den Vereinigten Staaten.

Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/71646.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.

von esther10 06.08.2015 00:03

Zivil Wiederverheiratete gehören zur Kirche

(zenit.org) Papst Franziskus empfing heute nach der Sommerpause die Gläubigen erstmals wieder zur Generalaudienz, die nicht unter der sengenden Sonne auf dem Petersplatz, sondern in der Aula Paolo VI stattfand. Vor der Sommerpause hatte sich der Papst in seinen Katechesen intensiv mit den unterschiedlichen Aspekten der Familie befasst. Heute setzte er den Themenkreis fort und setzte sich mit dem Thema der Geschiedenen und Wiederverheirateten auseinander.

Papst Franziskus betonte, dass die Menschen, deren Ehe gescheitert sei und die schmerzliche Erfahrungen hätten machen müssen, unserer brüderlichen Aufnahme bedürften. „Sie sind nicht exkommuniziert“, stellte der Papst klar. Sie seien immer Teil der Kirche. Damit widersprach Papst Franziskus einigen anderslautenden Stimmen.

Der Papst wies deutlich auf das Schicksal der Kinder hin, die besonders unter der Trennung der Eltern litten. Weitere Belastungen seien von den Kindern fernzuhalten. Es sei wichtig, so Papst Franziskus, dass die Kinder die Kirche als eine Mutter wahrnähmen, die zum Zuhören und zum Dialog bereit ist.

Papst Franziskus erklärte, dass die Kirche sich dessen bewusst sei, dass diese Lebenssituationen dem Sakrament der Ehe widersprächen, doch sei sich die Kirche ihrer Aufgabe bewusst, wie eine Mutter die Menschen anzunehmen, das Gute und die Erlösung der Menschen zu suchen. Daher sprach Papst Franziskus an die Pfarrer die Einladung aus, eine entsprechende Haltung an den Tag zu legen und die Türen allen Menschen zu öffnen. In der Kirche sei für jeden Platz. Den christlichen Familien komme die Aufgabe zu, den „verletzten“ Familien beizustehen.
Wir dokumentieren im Folgenden die offizielle deutsche Zusammenfassung der von Papst Franziskus gehaltenen Ansprache.
***
Liebe Brüder und Schwestern, nach den Ferien nehmen wir heute unsere Katechesen über die Familie wieder auf. Zuletzt hatten wir über die Verletzungen gesprochen, welche den Familien durch mangelndes Verständnis zwischen den Ehegatten zugefügt werden. Heute wenden wir uns der Frage zu: Wie können wir denen beistehen, die nach einem endgültigen Scheitern ihrer Ehe eine neue Verbindung eingegangen sind? Eine solche Situation widerspricht dem Sakrament der Ehe. Umso mehr begegnet die Kirche diesen Menschen mit einem mütterlichen Herzen und sucht, angeregt vom Heiligen Geist, immer das Wohl und das Heil der Personen. Um der Liebe willen zur Wahrheit verpflichtet, achtet sie darauf, „die verschiedenen

Situationen gut zu unterscheiden“ (Familiaris consortio, 84) und die Person, die die Trennung hinnehmen musste, anders zu beurteilen als die, welche sie hervorgerufen hat. Schauen wir auf die neuen Verbindungen mit den Augen der Kinder. Wie können wir die Eltern aus dem Leben der Gemeinschaft ausschließen, wenn ihre Kinder ihr Vorbild eines gelebten Glaubens annehmen sollen? In diesen Jahrzehnten ist das Bewusstsein gewachsen, dass eine aufmerksame und brüderliche Aufnahme dieser Getauften nötig ist; sie sind nicht exkommuniziert, sie sind ein Teil der Kirche. Alle Christen sind eingeladen, den Guten Hirten nachzuahmen und wie er den Verletzten nachzugehen. Wir wollen Geschiedene, die in einer neuen Verbindung leben, ermutigen, ihre Zugehörigkeit zu Christus und zur Kirche durch das Gebet, das Hören auf Gottes Wort, die Teilnahme an der Liturgie, die christliche Erziehung der Kinder, die Wohltätigkeit gegenüber den Bedürftigen und dem Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden zu unterstreichen.

[Für die deutschsprachigen Pilger wurden folgende Grußworte auf Italienisch verlesen:]
Sehr herzlich heiße ich die Pilger aus den Ländern deutscher Sprache willkommen. Insbesondere grüße ich die verschiedenen Jugendgruppen und die zahlreichen Einzelpilger. Beten wir, dass der Heilige Geist uns immer ein friedliebendes Gemüt gebe zum Wohl unserer Familien und unserer Nachbarn. Der Herr beschütze immer eure Familien. Gott segne euch auf euren Wegen.
http://www.stjosef.at/stjosefnews/single...y=0&newsnr=6178
© Copyright - Libreria Editrice Vaticana

von esther10 06.08.2015 00:00

Kardinal: Volksnähe von Franziskus Vorbild für Priester


Papst Franziskus kniet im Beichtstuhl - OSS_ROM

04/08/2015 11:39SHARE:
Papst Franziskus wünscht, dass die katholischen Priester ein authentisches Leben führen. Das sagt der Präfekt der vatikanischen Kleruskongregation, Kardinal Beniamino Stella, im Interview mit Radio Vatikan. Stella äußerte sich anlässlich des Gedenktages von Jean-Marie Vianney, des heiligen Pfarrers von Ars, an den die Kirche am 4. August erinnert.

Bei einem Besuch in der Kleruskongregation vergangenen Mai habe Papst Franziskus bemerkt, man spreche so viel von der Kurienreform, referierte Kardinal Stella; aber, so der Papst weiter: „die Kurienreform ist gebunden an eine Reform der Kirche, an eine Wiederentdeckung des Evangeliums. Und zu dieser Erneuerung der Kirche gelangt man nur über das Priesteramt.“ Das sei die alte Frage nach dem Gewicht der Priester im Leben der Kirche, analysierte Stella. „Der Papst wünscht die Authentizität des Lebens.“ Franziskus selbst sei da ein Vorbild, ein „großes Beispiel der Nähe zum christlichen Volk. Im Leben von Papst Franziskus, in seinem Stil, Bischof zu sein und Priester zu sein, hat er etwas, das verbindet, und das alle Priester der Kirche an einige grundlegende und ursprüngliche Anforderungen erinnert: Gebetsleben, persönliche Disziplin, apostolischer Eifer, Liebe zur Herde, Zusammensein mit der Herde…. Hirten der Herde, treu, demütig, einfach. Die Leute hören, was wir sagen, sie sehen, wie wir handeln, aber sie bedenken vor allem, was wir sind!“

Für das bevorstehende außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit wünscht sich Kardinal Stella „mehr Arbeit“ für die Priester: allerdings „keine bürokratische Arbeit, sondern eine wahrhaft priesterliche“. Es gehe um die Früchte der Begegnung mit Gott in der Liturgie und in der Beichte sowie um die Glaubensvertiefung. Diese Form von „Mühe, Engagement, Opfer“ sei es, die der Papst wünsche.

Jean-Marie Vianney (1786-1859), der Pfarrer von Ars, galt zu seinen Lebzeiten als begnadeter Beichtvater. Papst Franziskus habe die Priester dazu eingeladen, die Gewohnheit der Beichte auch bei sich selbst nicht zu vernachlässigen, erinnerte Kardinal Stella. „Wir haben gesehen, wie sich der Papst letzten März bei der Bußliturgie vor seinen Beichtvater niederkniete, im Petersdom. Das ist ein Bild, das uns lieb sein soll. Der Papst hat gesagt und wiederholt es ständig: „Ich bin ein Sünder.“ Und jeder Sünder hat das Bedürfnis, sich zu reinigen und der Barmherzigkeit des Herrn zu begegnen. So würde ich sagen, ein großes Beispiel, das den Heiligen Pfarrer von Ars und Papst Franziskus vereint, ist das Predigen der Barmherzigkeit und die Übung der Barmherzigkeit für die anderen und für sich selbst.“
(rv 04.08.2015 gs)

von esther10 05.08.2015 21:31

Mittwoch, 5. August 2015
Familiensynode: Marx & Co. erhalten Rückendeckung

Die ramponierte und isolierte deutsche Delegation für die Bischofssynode – wohl die liberalste aus der ganzen Welt – bekommt nun Unterstützung von liberalen, aber weniger in der Öffentlichkeit beschädigten Bischöfe.


Der Bischof von Leiria–Fátima, António Marto, hat sich als Kasper-Anhänger bekannt.

Dadurch geriet er Ende Juli bei einem Treffen der portugiesischen Bischofskonferenz in einer Polemik mit dem Patriarchen von Lissabon, Kardinal Manuel Clemente. Laut Presseberichten konnte sich schließlich Kardinal Clemente mit seiner Position durchsetzen. Dennoch wurde mit Erstaunen konstatiert, wie gespalten der portugiesische Episkopat in der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen ist.

Währenddessen bereitet das liberale Lager eine Tagung in Rom für den 10.-12. September 2015 vor, die sich mit den Themen der Familiensynode in diesem Herbst befassen soll.

Diesmal aber nicht von den Deutschen, Schweizern und Franzosen organisiert. Diese hatten Ende Mai 2015 eine ähnliche Tagung einberufen und gestaltet, die zu erheblichen Irritationen führte. Man hielt sie für eine „Schatten-Synode“ und ein „Geheimtreffen“ zur Planung der liberalen Agenda der Synode im Herbst 2015 in Rom. In der Tat sprachen dort wohl die schärfsten Gegner der katholischen Lehre über Ehe und Familie.

Der wichtigste Kirchenmann im September-Treffen wird Kardinal Óscar Rodríguez Maradiaga von Tegucigalpa, Honduras, sein. Trotz seiner lateinamerikanischen Herkunft vertritt Kardinal Maradiaga eine stark liberale Position.

Etliche Sprecher verteidigen die abstrusen Positionen von Kardinal Walter Kasper, wie etwa der deutsche Theologe Eberhard Schockenhoff.

Die Tagung wird von der „International Academy for Marital Spirituality (INTAMS)“, einer markant liberalen Einrichtung, organisiert.

Absicht dieser neuen Initiativen und Stellungnahmen ist wohl, die Deutschen aus der Schusslinie zu nehmen. Durch ihre Attacken gegen die katholische Lehre und ihren teils arroganten Vorpreschen weckten sie weltweiten Widerstand und manövrierten sich dadurch in die Isolation.


Eingestellt von Mathias von Gersdorff um 12:25

von esther10 05.08.2015 18:43

"Du brauchst nicht viel"
IS droht in Video Merkel und Deutschland
05.08.2015, 18:15 Uhr | AFP, t-online.de, rtr



Deutschsprachige IS- Kämpfer, Abu Omar al-Alamani (l.) und Abu Usama al-Gharib, haben erstmals in einem Internetvideo Deutschland mit Angriffen gedroht. (Quelle: HO / WELAYAT HOMS / AFP)

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat erstmals ein Internetvideo auf Deutsch veröffentlicht. Darin drohen zwei deutschsprachige Kämpfer Kanzlerin Merkel und der Bundesrepublik mit Angriffen. Die beiden bärtigen Männer rufen ihre "Brüder und Schwestern" auf, sich der Gruppe in Syrien und dem Irak anzuschließen.

Sollte ihnen dies nicht möglich sein, sollten sie die "Ungläubigen" in ihren Häusern in Deutschland und Österreich angreifen, sagen die in Tarnuniformen gekleideten Männer in dem Video, das in den Ruinen der antiken syrischen Oasenstadt Palmyra aufgenommen wurde.

"Du brauchst nicht viel. Nimm ein großes Messer und schlachte jeden Kafir! Sie sind wie Hunde!", zitiert die "Welt" einen der Männer.

Unsere wichtigsten Themen
Mann droht Kanzlerin mit Rache

Einer der Männer schwört an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt, dass sich die Miliz für die Unterstützung Deutschlands für den Kampf gegen die Dschihadisten sowie den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan rächen werde. Der Mann wechselt in dem Video immer wieder ins Arabische.

Am Ende des Videos erschießen die beiden Dschihadisten zwei nicht identifizierte Männer, die inmitten der Ruinen von Palmyra vor ihnen auf dem Boden knien. Schätzungen zufolge haben sich rund 600 Menschen aus Deutschland den Dschihadisten in Syrien angeschlossen.

Türkei kündigt Großoffensive gegen Islamischen Staat an

Derweil hat die Türkei eine "umfangreiche Schlacht" gegen die Extremistenmiliz im Norden Syriens angekündigt. Die Offensive der von den USA angeführten Anti-IS-Allianz werde von türkischen Luftwaffenstützpunkten ausgehen, sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu.

Derzeit träfen bemannte und unbemannte amerikanische Flugzeuge ein. "Und bald werden wir alle zusammen eine umfangreiche Schlacht gegen den Islamischen Staat beginnen." Syrien forderte indes, dass Militäraktionen in dem Land mit der Regierung in Damaskus abgestimmt sein müssten. Ansonsten wären sie eine Verletzung der Souveränität Syriens, sagte Außenminister Walid al-Mualem.

Die Türkei hat nach monatelangem Zögern Ende Juli erstmals Stellungen der IS-Extremisten in Syrien angegriffen. Zudem erlaubte die Türkei den USA, den Luftwaffenstützpunkt Incirlik und andere für Luftangriffe in Syrien zu nutzen. Seit Monaten fliegt die von den USA angeführte Allianz Angriffe gegen den IS in Syrien und im Irak.
http://www.t-online.de/nachrichten/ausla...in-deutsch.html

von esther10 05.08.2015 18:36

Flüchtlinge vor Libyen
Boot gekentert - mindestens 25 Flüchtlinge tot
dpa/AP, 05.08.2015 17:47 Uhr

Vor der Küste von Libyen sind am Mittwoch Hunderte Flüchtlinge in Seenot geraten, als ihr Holzboot kenterte. 400 von ihnen konnten bis jetzt gerettet werden, 25 Leichen wurden vor der libyschen Küste geborgen.


Ein Flüchtlingsboot mit Hunderten Menschen an Bord ist vor Libyen havariert. (Archivfoto)Foto: ANSA / ITALIAN NAVY

Rom - Bei einem erneuten Bootsunglück im Mittelmeer sind Hunderte Flüchtlinge in Lebensgefahr geraten. Ihr Boot kenterte am Mittwoch vor der Küste Libyens, wie die italienischen Küstenwache bestätigte. Möglicherweise hatten die Migranten das Boot selbst unbeabsichtigt zum Kentern gebracht, weil sich viele Menschen beim Anblick eines rettenden Schiffes auf eine Bordseite gedrängt hatten.

Am späten Nachmittag meldete die italienische Küstenwache, dass 400 Flüchtlinge von dem gekenterten Boot gerettet worden seien. 25 Leichen seien nach dem Unglück vor der libyschen Küste geborgen worden. Insgesamt sollen 600 Menschen an Bord gewesen sein; 16 Leichen konnten geborgen werden. Es wäre eines der schlimmsten Flüchtlingsdramen im Mittelmeer der vergangenen Monate. Die „Times of Malta“ schrieb von 700 Menschen an Bord.

Die Rettungsaktion dauerte am frühen Mittwochabend noch an; mehrere Boote waren im Einsatz. Auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und die private Rettungsmission MOAS aus Malta sowie die italienische Marine waren im Einsatz.

Mehrere Boote beim Rettungseinsatz
Das Unglück soll sich etwa 28 Kilometer vor der libyschen Küste ereignet haben. Der Alarm war am Mittag ausgelöst worden; die Küstenwache schickte daraufhin mehrere Boote zur Unglücksstelle. Es könnte das schlimmste Unglück im Mittelmeer der vergangenen Monate sein. Im April waren Hunderte Migranten ertrunken, als ihr Schiff kenterte. Am Dienstag hatte die Internationale Organisation für Migration (IOM) eine vorläufige Bilanz veröffentlicht, wonach in den ersten sieben Monaten des Jahres mehr als 2000 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer ums Leben gekommen sind. Die tödlichste Route ist demnach die von Libyen nach Italien.

Fast 100 000 Bootsflüchtlinge sind in diesem Jahr bislang über das Mittelmeer nach Italien gelangt - so viele wie noch nie. In Griechenland sind es fast genauso viele, aber der Seeweg von der Türkei zu einer griechischen Insel ist erheblich kürzer. Schlepper setzen oft alte und kaum seetüchtige Boote ein, weshalb es immer wieder zu Unglücken kommt.

Erst im April kenterte ein Boot mit geschätzten 800 Menschen an Bord, lediglich 28 überlebten. Seit Jahresbeginn seien rund 2000 Flüchtlinge auf See ums Leben gekommen, berichtete die Internationale Organisation für Migration am Dienstag.

von esther10 05.08.2015 14:58

Migranten in Calais: „Die Lage ist unlösbar“


Flüchtlinge in Calais - REUTERS

05/08/2015 10:48SHARE:
Nein vieler EU-Bürger zu Migranten: Der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ ist das an diesem Mittwoch eine Titelgeschichte wert. Vor allem im französischen Calais drohe die Lage immer mehr zu eskalieren, zehn Migranten hätten in den letzten zwei Monaten das Leben verloren, die Sicherheitskräfte gingen immer schärfer gegen die Versuche von Migranten vor, in den Eurotunnel einzudringen und nach Großbritannien zu gelangen.

Emile Hennard ist Priester und Sprecher des Bistums Arras, zu dem Calais gehört. Er bestückt schon seit Jahren eine Webseite zum Flüchtlingsproblem – und sagt zu den neuesten Nachrichten aus Calais: „Für mich ist die Lage, so wie sie heute ist, schlechthin unlösbar. Alle sagen, was ihnen gerade so durch den Kopf geht, alles Mögliche; die Zahl der Migranten ist enorm, drei- bis viertausend allein in Calais. Wir reden hier nicht von Frankreich insgesamt, diese Zahl bezieht sich allein auf die Stadt Calais! Und ich könnte weitere Zahlen von Migranten aus benachbarten Städten nennen, von denen aber im Moment niemand spricht. Die Lage in Calais ist unlösbar, weil es eine Verweigerung des Dialogs gibt, eine Weigerung, die Situation zur Kenntnis zu nehmen.“

Und diese Weigerung sei keineswegs nur eine der Politik: Die Menschen in Frankreich und Europa seien im allgemeinen heute nicht bereit, andere Menschen bei sich aufzunehmen. „Vor dreißig, vierzig Jahren haben wir zwei Millionen (oder mehr) Flüchtlinge aus Algerien bei uns willkommen geheißen – heute dagegen sagen wir Nein.“ Noch vor zwanzig Jahren habe die EU die Türen für Flüchtlinge aus dem zerfallenden Jugoslawien geöffnet – unvorstellbar heute, glaubt Hennard. Über das Anschwellen der Flüchtlingszahlen brauche man sich allerdings nicht zu wundern, auch die Zahl der Kriege und Konflikte vor Europas Haustür habe ja zugenommen.

Dass der rechtsextreme „Front National“ von Marine Le Pen in Frankreich an Boden gewinnt – zeitweise führten ihn die Umfragen als stärkste Partei –, bringt der Bistumssprecher aber nicht mit dem Ausländerthema in Verbindung. „Das ist nicht der Grund für das Vordringen des „Front National“; dass diese Partei vorrückt, hängt eher damit zusammen, dass in Paris Parteienregierungen jeder Couleur ausprobiert worden sind – und alle sind gescheitert. Alle. Und auf wen setzt man in so einer Lage? Auf die einzige Partei, die man noch nicht ausprobiert hat.“

„Viele Verbände ziehen sich zurück“

Er sei sechs Jahre lang Pfarrer in einer Stadt gewesen, in der binnen kurzer Zeit durch den Rückgang des Kohleabbaus Zehntausende von Arbeitsplätzen verlorengegangen seien. „Das ist ein Versagen vor der Zukunft, darum haben die Menschen bei Marine Le Pen Zuflucht gesucht. Den Franzosen brennt nicht in erster Linie das Migrantenthema unter den Nägeln, sondern die Zukunft ihrer Kinder!“

Zurück zu den Migranten in Calais: Am Engagement vieler Katholiken, vieler Privatpersonen für die Flüchtenden habe es bisher nicht gefehlt, so Hennard. „Kleider sammeln, Pakete packen, die Migranten empfangen – zum Beispiel mal an einem Samstagabend 500 Menschen. Und natürlich Nahrungsmittel verteilen.“ Aber die Hilfe werde immer weniger. „Viele Verbände ziehen sich zurück. Belle Etoile hat aufgehört, Salam und der Secours Catholique stehen kurz vor dem Aufgeben, denn sie sagen sich: Angesichts dieser Menschenmenge ist das keine Angelegenheit für Einzelne oder ein paar Gruppen mehr, sondern eine staatliche Aufgabe!“ Der Ball liegt also, wieder mal und immer noch, im Feld der Politik.
http://de.radiovaticana.va/news/2015/08/...2%80%9C/1163086
(rv 05.08.2015 sk)

von esther10 05.08.2015 14:33

21.07.2015


Bischof Feige sieht Angriffe nicht als rein ostdeutsches Problem
dpa

Flüchtlinge sind "echte Bereicherung"

Für Magdeburgs Bischof Feige sind Flüchtlingsübergriffe nicht allein ein ostdeutsches Phänomen. Probleme hätten vor allem Menschen, die sich sozial benachteiligt fühlten. Der Bischof blickt auch auf das Reformationsgedenken.

KNA: Herr Bischof Feige, Sie sind auch Vorsitzender der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Inwieweit ist das Bistum Magdeburg in das Reformationsgedenken einbezogen?

Bischof Gerhard Feige (Bistum Magdeburg): Unser Bistum erstreckt sich weitgehend über das sogenannte Lutherland Sachsen-Anhalt. Hier liegt Eisleben, der Geburts- und Sterbeort Luthers, hier befindet sich Wittenberg, die wohl bekannteste Stadt der Reformation. Von daher ist dieses Gedenken für uns grundsätzlich ein wichtiges Anliegen.

Unter anderem sind wir auch sehr daran interessiert, dass 2017 eine Julius-Pflug-Ausstellung in Zeitz zustande kommt. Pflug war der letzte katholische Bischof des Bistums Naumburg-Zeitz und gilt als großer Versöhnungstheologe, quasi als ein Vorläufer der Ökumene.

Außerdem soll es im Herbst 2016 eine interessante ökumenische Jugendreise "Mit Luther zum Papst" nach Rom geben. Erfreulich ist, dass hier auch die evangelische Kirche mitmacht.

KNA: Das Gedenken ist ja für die katholische Kirche nicht ganz unproblematisch - immerhin führte die Reformation zur Kirchenspaltung. Jetzt haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, ein gemeinsames "Christusfest" angekündigt. Wie klappt die Zusammenarbeit mit den Protestanten im Hinblick auf die Feierlichkeiten?

Feige: In früheren Zeiten waren solche Feiern immer antikatholisch oder auch deutschnational ausgerichtet. Insofern ist eine Beteiligung der katholischen Kirche ein Novum. Möglich geworden ist dies vor allem durch die ökumenische Bewegung. Trotzdem hat es einige Zeit gedauert, um zu klären, was diesmal eigentlich gefeiert wird und worin sich auch für uns Katholiken ein Zugang eröffnet. Mit dem Begriff "Christusfest" ist ein solcher gefunden, denn Luther ging es wesentlich um Christus; darum sollte es uns auch heute gehen. Die größte Annäherung zwischen Katholiken und Protestanten hat allerdings auf internationaler Ebene stattgefunden.

KNA: Inwiefern?

Feige: Schon 2013 konnte man sich zwischen Lutherischem Weltbund und Päpstlichem Einheitsrat auf eine gemeinsame Sicht der Reformation und der ökumenischen Entwicklung der letzten Jahrzehnte verständigen. Im Dokument "Vom Konflikt zur Gemeinschaft" werden sowohl die positiven Aspekte der Reformation gewürdigt als auch die tragischen Folgen der Kirchenspaltung benannt. Und es wird gemeinsam erklärt, dass das Reformationsgedenken für Lutheraner wie Katholiken ein wichtiger Anlass ist, neu über den Glauben nachzudenken. Inzwischen ist auch angekündigt, dass man im Herbst 2016 gemeinsam feiern wird, wahrscheinlich - so vermuten einige - im schwedischen Lund.

KNA: Kommt der Papst auch?

Feige: Das könnte ich mir durchaus vorstellen - eher jedenfalls als zum Reformationsgedenken nach Deutschland.

KNA: Und zu den Feiern des 25-jährigen Einheitsjubiläums am 3. Oktober?

Feige: Wann und in welchem Zusammenhang ein solcher Besuch erfolgen könnte, ist mir nicht bekannt; wenn, dann vermutlich eher nach den Einheitsfeiern und mit europäischem Bezug, vielleicht 2016.

KNA: Auch nach Ostdeutschland? In die Nikolaikirche in Leipzig zum Beispiel - hier hat die Wende schließlich angefangen.

Feige: Das wäre eine Idee. Da es aber aller Voraussicht nach ein Staatsbesuch sein wird, nehme ich an, dass er sich eher auf Berlin konzentrieren wird.

KNA: Viele Katholiken würden sich freuen...

Feige: Sicher. Ich spüre aber auch auf evangelischer Seite, dass man die Anregungen des Papstes wohlwollend wahrnimmt und unterstützt. Und in der übrigen Bevölkerung ist die Resonanz auf ihn insgesamt ebenso erstaunlich. So habe ich von Nachbarn auf der Straße schon gehört: "Ihr Chef ist großartig, der räumt ja richtig auf".

KNA: Papst Franziskus setzt sich auch für einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen ein. Nun hat es in Ostdeutschland gerade in jüngster Zeit immer wieder Proteste gegeben. Wie ist die Stimmung in Ihrem Bistum gegenüber Flüchtlingen?

Feige: Ich bin dankbar und froh, dass sich viele in unserem Bistum inzwischen um solche Menschen kümmern und in der Flüchtlingssozialarbeit engagieren. Bemerkenswerterweise hat in letzter Zeit auch die Zahl der ausländischen Katholiken unter uns beträchtlich zugenommen. Das ist eine echte Bereicherung. Daneben gibt es jedoch in der Bevölkerung auch manche Ressentiments. Sicher hat das damit zu tun, dass verschiedene Mitbürger den Eindruck haben, sozial benachteiligt zu sein. Solche Menschen tun sich schwer damit, zu akzeptieren, dass anderen Menschen, die in noch größerer Not sind, geholfen werden muss. Ich würde dies aber nicht als ein allein ostdeutsches Problem ansehen und halte auch nichts von einem Empörungsjournalismus, der sich auf Ostdeutschland einschießt.

KNA: Was sind denn die Ursachen dafür, dass es dieses Problem in Ostdeutschland überhaupt gibt?

Feige: Sicherlich hängt das auch mit unserer demografischen Entwicklung zusammen. In manchen Regionen sind oftmals nur noch die Älteren zurückgeblieben. Und die möchten weitgehend ihre Ruhe haben und sehen sich nicht mehr in der Lage, solche neuen Herausforderungen kreativ zu bewältigen.

KNA: Hatten Sie jemals Probleme mit Diskriminierungen von ausländischen Priestern in ihrem Bistum?

Feige: Vor einigen Jahren gab es in unserem Bistum einmal einen indischen Ordenspriester, der in einer ländlichen Gegend entsprechende Erfahrungen gemacht hat. Auf sein Drängen hin hat der zuständige Ordensobere ihn dann wieder abgezogen.

KNA: Jetzt ist Urlaubszeit, vielleicht haben auch Sie ein bißchen Muße. Was machen Sie, um zu entspannen?

Feige: In der Regel versuche ich das Jahr über, jede Woche einmal schwimmen zu gehen oder gelegentlich auch, mich mit dem Fahrrad durch die Elbauen zu bewegen. Im Urlaub wandere ich gern - ganz hoch in die Berge zu steigen, gelingt mir allerdings nicht mehr. Das war in meiner Studentenzeit noch anders. Jetzt fahre ich zum Beispiel gern in Gegenden wie Südtirol, habe aber auch die Ostseeküste wieder schätzen gelernt. Früher dachte ich, da kann man nur am Strand braten, heute genieße ich eher die großartige Landschaft mancher Insel.

KNA: Statt Baden könnte man ja auch Lesen. Haben Sie dafür Zeit?

Feige: Selten, dabei würde ich so gerne einmal zweckfrei lesen - etwa eine Dissertation über die Situation im Bistum Magdeburg zu DDR-Zeiten.

KNA: Das hört sich für mich allerdings auch nach Arbeit an. Ich hatte eher an einen schönen Roman gedacht...

Feige: Da habe ich auch etwas: "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Jonas Jonasson - den packe ich mir für den nächsten Urlaub ein.

Das Interview führte Nina Schmedding.

(KNA)

von esther10 05.08.2015 07:46

Wie Don Bosco: Mit der Jugend, für die Jugend



4.500 Jugendliche feiern Don Boscos 200. Geburtstag
Von Redaktion
Wien, 4. August 2015 (ZENIT.org)
Rund 4.500 junge Menschen aus 50 Ländern werden ab Montag, dem 10. August 2015 zum internationalen Festival der Salesianischen Jugendbewegung in Turin erwartet. Höhepunkt ist die Festmesse zum 200. Geburtstag Don Boscos am Sonntag, dem 16. August.

Zu den 63 Teilnehmern aus Österreich kommen zahlreiche Europäer. Aber auch junge Leute aus Südafrika, Hong Kong, Indien, Mexiko, Uruguay und aus der Ukraine fahren in die Heimat Don Boscos, um gemeinsam zu sehen, wo vor 200 Jahren das weltweite Werk für Straßenkinder und junge Menschen in Not seinen Anfang genommen hat. Die Tage in Turin sind nicht nur ein internationales Jugendtreffen sondern auch eine Pilgerreise. So meint beispielsweise ein Salesianer aus Südkorea: „ Wir alle hoffen, dass die Erlebnisse in Turin ein Wendepunkt im Glaubensleben der Jugendlichen sein können.“

Die Salesianische Jugendbewegung in Österreich hat sich mit zwei Treffen auf die Begegnung in Turin vorbereitet: Spiele und Musik, Kreativität und Freude waren dabei wichtige Elemente. „Die Biographie Don Boscos hat die Jugendlichen besonders beeindruckt, vor allem sein Glaube und sein Einsatz für die jungen Menschen“, wie Pater Rudolf Osanger SDB erklärt. Was freut ihn als Verantwortlichen für Jugendpastoral besonders? „Unsere Gruppe ist sehr offen und zeigt die Bereitschaft, etwas zu lernen und selber mitzumachen. Die Gemeinschaft und die neuen Erfahrungen gefallen allen.“ Der internationale Austausch ist der österreichischen Gruppe wichtig und dabei die Hoffnung für gemeinsame künftige Projekte.
Einen Akzent hat Süditalien bereits gesetzt. Während ihrer Vorbereitung wurde die Hymne „Wir sind Don Bosco“ komponiert, die die Gruppe mit 200 Teilnehmern seither bei allen Treffen singt. Spätestens am 10. August werden Österreich und weitere 48 Nationen mitsingen gemäß dem Motto: „Wie Don Bosco: Mit der Jugend, für die Jugend.“

Don Bosco (1815-1888): Priester, Jugendapostel und Streetworker Gottes

Don Bosco war Jugendapostel, Pädagoge, Zauberkünstler, Schriftsteller, Sozialarbeiter, begeisterter Priester und Ordensgründer. In der italienischen Industriemetropole Turin begegnete er arbeitslosen und sozial entwurzelten Jugendlichen. Er holte sie von der Straße und nahm sie in seinem „Oratorium“, einem offenen Jugendzentrum, auf. Für die Erziehung von Kindern und Jugendlichen betrachtete er vier Elemente als wesentlich: Geborgenheit, Freizeit, Bildung und Glaube. Am 31. Jänner 1888 starb Johannes Bosco. Er wurde am 1. April 1934 heiliggesprochen und wird weltweit als Schutzpatron der Jugend verehrt.
Damit das Leben junger Menschen gelingt

Als zweitgrößte Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche zählen die Salesianer Don Boscos heute 15.300 Mitglieder in 132 Ländern der Welt. Mit Maria Dominika Mazzarello (1837 – 1881) gründet er 1872 die Don Bosco Schwestern, die heute mit rund 13.000 Schwestern einen der größten katholischen Frauenorden der Welt bilden. Außer seiner eigenen Mutter, Mama Margareta Occhiena (1788– 1856), bezieht er zahlreiche Frauen und Männer als Lehrer, Ausbilder und Erzieher in sein Jugendwerk ein. Daraus erwächst seine Idee des „Salesianers in der Welt“, von der sich auch heute weltweit 35.000 Frauen und Männer in der Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begeistern lassen.

Das Anliegen Don Boscos, die jungen Menschen ernst zu nehmen, ihre Nöte und Bedürfnisse zu sehen, ihnen eine Stimme zu geben und eine Möglichkeit, ihr Leben selbst zu gestalten, ist auch heute wichtig. Die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern setzen sich zusammen mit ihren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit an sozialen und humanitären Brennpunkten dafür ein, dass junge Menschen die Chance auf eine gute Zukunft bekommen.

von esther10 05.08.2015 00:58

Dienstag, 4. August 2015

Digitales Lernen in Kitas und Grundschulen schadet den Kindern
Warum Computer bis zum zwölften Lebensjahr tabu sein sollen.

Focus online vom 15.03.2015 berichtet: Aufwachsen ohne digitale Medien - das verlangen die Autoren eines neuen Buchs. Sie behaupten, digitales Lernen schade mehr, als dass es nütze.

Provokanter Titel: „Die Lüge der digitalen Bildung. Warum unsere Kinder das Lernen verlernen.“

Das Werk soll eine Debatte über den Einsatz von digitalen Medien in Kita, Schule und Uni auslösen, hoffen Lembke und sein Co-Autor Ingo Leipner. Ihr Grundsatz: „Computer sollten bis zum zwölften Lebensjahr tabu sein. Insbesondere kleine Kinder sind nicht in der Lage, virtuelle Signale vom Bildschirm zu verarbeiten.“

Keinerlei positive Lerneffekte

Gerald Lembke versichert dem Medium Computer „keinerlei positive Lerneffekte“. Er warnt gar, das Gerät fungiere oft nur als Substitut für Erlebnisse und Denkvorgänge. Lembke: „Das Reflektieren und Verarbeiten von Informationen muss ohne ihn passieren.“ Unter Entwicklungsbiologen und Neurowissenschaftlern sei es Konsens, dass „Computer weder die geistige noch die physische Entwicklung von Heranwachsenden fördern“.

Entschleunigung statt Elektronik. Die beiden Autoren fordern Zurückhaltung und führen Studien als Belege dafür an, dass „digitale Medien mit ihrer Geschwindigkeit, Reizüberflutung und Oberflächlichkeit Lernprozesse untergraben können“. Essenziell sei das unstrukturierte Spielen, nicht das herumtippen auf dem „ersten Lerncomputer“ oder der Fernsehkonsum. Mittlerweile hielten immer längere Bildschirmzeiten (199 Minuten pro Tag bei Sechs- bis 13-Jährigen) Kinder von realen Erfahrungen ab.

Zum Beispiel von der Natur. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung sind die Hälfte der Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren noch nie auf einen Baum geklettert. Fast ein Viertel hat nie oder selten ein Tier in der Wildnis gesehen.
http://kultur-und-medien-online.blogspot...Medien+-+online)

von esther10 05.08.2015 00:57

blog-e48134-NEUER-Blog-Nachrichten-von-Kirche-und-Welt.html...

Wie man eine erfolgreiche Ehe führt



4. August 2015 by Papsttreuer 4 Comments
Entlarvter Kollektivismus: Die und wir
Kann einer, der erst acht Jahre verheiratet ist, einen Tipp für eine erfolgreiche Ehe geben?



100 Gründe, warum Ehen scheitern – irgendwie scheint es ein solches Werk, als Buch oder als Seminar, noch nicht zu geben, aber Gründe, warum eine Ehe scheitern kann, gibt es zuhauf. Und auch wenn man sich auf die Suche begibt, findet man Gründe. Für die Google-Suche „Warum Ehen scheitern“ erhält man nicht weniger als 118.000 Treffer. Dagegen „Warum Ehen gelingen“ – Tusch: 489.000 Ergebnisse! Die Suche nach dem gelingenden Rezept scheint umso wichtiger zu sein. Auch hier hilft eine kleine Google-Analyse: „Jede Ehe scheitert“ weist als Ergebnisse Berichte darüber aus, dass jede zweite oder jede dritte Ehe scheitert (mehr offenbar nicht, für weniger gibt es auch Quellen).

Wenn man gleichzeitig weiß, dass die meisten Menschen sich nichts mehr wünschen als eine stabile Beziehung voll Vertrauen, langfristig und als Basis einer Familie mit Kindern … da müsste doch die „Goldende Regel der Ehe“ reißenden Absatz finden. Tut sie aber in den meisten Fällen nicht. Da wird viel von der Partnerwahl gesprochen, davon, was Gleich sein sollte, davon, wo Differenzen okay sind, wie weit das Kennenlernen gehen sollte. Und es ist ja auch wahr:

Ein gläubiger Ehepartner zusammen mit einem Atheisten – das kann funktionieren, erscheint aber eher schwierig. Einfacher schon ein Bayern- und ein Schalke-Fan? Je nach Ausprägung der Fan-Kultur. Vertrauen ist wichtig, Eifersucht ist Gift. Gemeinsam reden muss man können – manche meinen auch, es sei wichtiger, schweigen zu können. Kommunikation auf „Augenhöhe“ wird jedenfalls hoch gepriesen. Den anderen, seine Vergangenheit, seine Macken und Vorzüge, seinen Hintergrund inklusive Familie, größere und vermeintlich kleinere Verletzungen, kennen – natürlich, das vermeidet Fallstricke.

Und trotzdem beobachte ich immer wieder Menschen, die vermeintlich gut zusammen passen, und trotzdem schlittert die Ehe oder die Beziehung in eine Krise. Kannten die sich nicht ausreichend? Waren die Grundlagen doch zu unterschiedlich? Oder war einer der beiden untreu? Was ich immer wieder höre: Sie war nicht gut für mich! Er hat mich ausgenutzt! Die Beziehung hat mir nichts mehr gebracht. Erschreckend dabei die Mitteilungswut von Menschen, deren Ehe bereits gescheitert ist, an junge Ehepartner: „Sieh zu, dass du nicht untergehst! Wichtig ist, dass dich der andere glücklich macht.“ Sollte man da nicht skeptisch werden, wenn solche Ratschläge von Menschen kommen, die bislang bewiesen haben, dass sie wissen, wie eine Ehe scheitert?

Stattdessen die Stille von Goldenen Hochzeitspaaren: Da schiebt in unserer Gemeinde ein älterer Herr, ich würde meinen sicher über 80, seine mittlerweise gehbehinderte Frau jeden Sonntag in die Kirche. Da sieht man den alten Mann, der seiner Frau Blumen kauft. Da hilft die ältere Dame ihrem etwas tüddeligen Mann bei der Auswahl aus der Speisenkarte. Irgendwas machen die richtig, haben die über Jahrzehnte richtig gemacht – aber was?

Vielleicht liegt des Rätsels Lösung ja genau in dem Beobachteten: Diejenigen, deren Ehe gescheitert sind, achten darauf, nicht zu kurz zu kommen. Die entscheidende Frage ist: Ist sie/er gut für mich? Und was soll das Gute dann sein? Das gute Gefühl, geliebt zu werden? Glücklich sein? Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen? Und wenn das, aus welchem Grund auch immer, nicht mehr geht? Wenn sich meine Wünsche und Vorstellungen ändern – dann wechsele ich den Partner?

Dagegen die „Erfolgreichen“: Sie kümmern sich um den Partner, aufopferungsvoll, auch ohne Aussicht auf Ausgleich. Die entscheidende Frage: Was kann ich tun, was gut für sie/ihn ist?

Das ist ein Paradigmenwechsel weg vom Erfolg hin zum Dienen! Ein unglaublich unbeliebtes Wort. Und doch – sogar biblisch zu begründen (Epheser 5,21-26):

Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus. Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn (Christus); denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist; er hat sie gerettet, denn sie ist sein Leib. Wie aber die Kirche sich Christus unterordnet, sollen sich die Frauen in allem den Männern unterordnen. Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie im Wasser und durch das Wort rein und heilig zu machen.

Wer jetzt als Mann seine Frau anstupst und sagt „Siehste!“, der hat nichts davon verstanden, was Paulus hier meint, und was die Jünger von Jesus gelernt haben (Markus 10,42-45):

Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Das bezieht sich zwar nicht direkt auf die Ehe und Familie, doch aber auf das Verhältnis von Jesus zu seinen Jüngern und der Kirche, wie es im Text von Paulus wiedergegeben ist.

Dem anderen, vor allem dem Ehepartner zu dienen – so geht das, das ist wirkliche Liebe. Sich selbst dienen zu lassen, zu schauen wo ich bleibe, „netto“ mit einem Plus aus der Beziehung hervorgehen zu wollen – das ist der Garant für eine scheiternde Beziehung.

Aber immer den anderen im Blick haben, nur sein Wohl, auch sein Seelenheil anzustreben – geht das denn? Ich kann nur für mich sprechen: Nein, mir gelingt das jedenfalls nicht. Es hat aber auch niemand gesagt, dass es immer einfach wäre, eine Ehe zu führen. Aber immer dann, wenn es scheint, dass Streitigkeiten eskalieren, immer wenn es scheint, dass eine Diskussion fruchtlos verläuft, immer dann, wenn wir in eine Sackgasse geraten, bemerke ich spätestens hinterher, dass ich wieder zu sehr „bei mir“ war, meinen Erfolg gesucht habe, meine Vorstellung durchsetzen wollte.

Aber läuft man da nicht Gefahr, ausgenutzt zu werden? Gegenfrage: Warum haben Sie geheiratet oder wollen heiraten? Reicht das Vertrauen nicht mal so weit, dass Sie Angst davor haben, ihren Partner wirklich zu lieben? Liebe macht verletzlich, Liebe ist kein gegenseitiges Geschäft, Liebe lebt von der „Vorleistung“ ohne Garantie der Gegenleistung – eigentlich nicht mal dem Wunsch danach. Sollte man in einer Beziehung merken, dass man tatsächlich ausgenutzt wird, der andere einen eben nicht liebt, dann sind Konsequenzen notwendig. Das muss nicht direkt eine Trennung sein, vielleicht beruht das Gefühl, ausgenutzt zu werden auch nur auf einem Missverständnis. Aber in einer Ehe sind wir hoffentlich schon einen Schritt weiter: Das Vertrauen ist da und auch begründet – was sollte uns da noch in der Freigiebigkeit begrenzen?

Natürlich werde ich immer auch darauf hinweisen, dass es Gott selbst ist, der eine Ehe gelingen lässt, dessen Unterstützung wir brauchen. Es gibt offenbar Paare, die lange Jahre sehr glücklich miteinander leben, ohne das Gott in ihrem Leben eine Rolle spielt. Wie das geht? Ich habe keine Ahnung! Aber vielleicht ist es diese Zentrierung auf den anderen, die auch dort gelebt wird, unabhängig vom Glauben?

Wie dem auch sei: Wenn mich jemand fragen sollte, was – unabhängig vom Glauben – DER Erfolgsfaktor einer guten Ehe ist, dann wäre ich sehr sicher mit einem Motto: Du statt ich!
http://papsttreuerblog.de/2015/08/04/wie...che-ehe-fuehrt/

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