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von esther10 04.11.2015 17:11

Kardinal Kasper stößt Debatte um Kommunion für geschieden Wiederverheiratete erneut an
Veröffentlicht: 4. November 2015 | Autor: Felizitas Küble

Mathias von Gersdorff

Wie zu erwarten war, gab es in der vergangenen Woche viele Stellungnahmen und Kommentare zur Familiensynode, die am 25. Oktober 2015 endete. Die meisten beschäftigten sich mit dem Schlussbericht, der “Relatio finalis”, die am 24. Oktober der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Foto T. Schirrmacher



Die größte Aufmerksamkeit erhielten die Paragraphen 84, 85 und 86. In diesen geht es um die „wiederverheirateten Geschiedenen“, wohl das wichtigste Reizthema vor und während der Synode.

In der Diskussion um diese Paragraphen geht es vor allem um die Frage, ob laut Schlussbericht die wiederverheirateten Geschiedenen in gewissen Fällen die Kommunion empfangen dürfen. Die „Relatio finalis“ ist wohlgemerkt kein lehramtliches Dokument mit irgendeiner Verbindlichkeit.

Der Bericht ist lediglich ein Schreiben mit Empfehlungen an den Papst. Dieser kann den Text in der Art und Weise verwenden, wie er es für richtig hält.

BILD: Die Kardinäle Gerhard Müller und Walter Kasper im Gespräch (Foto: Dr. Thomas Schirrmacher)

Die Stellungnahmen zu den umstrittenen Paragraphen 84, 85 und 86 fielen recht unterschiedlich aus.

Kardinal George Pell meinte in einem Interview mit dem Vatikanisten Edward Pentin, aus dem Schlussbericht ließe sich keine Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zum Tisch des HERRN ableiten. Das Dokument müsse im Rahmen der katholischen Ehe- und Sexuallehre gelesen werden, weshalb die Kommunion für diese Fälle ausgeschlossen ist.

Kardinal Raymond Leo Burke dagegen meinte, der Text sei undeutlich und sogar missverständlich. Insbesondere was die Unauflöslichkeit der Ehe betrifft, also ein wesentliches Element der katholischen Lehre, sei das Dokument defizitär.

Die Delegierten der Deutschen Bischofskonferenzen, Kardinal Marx, Erzbischof Koch und Bischof Bode, äußerten sich in eher vorsichtiger Form. Sie sagten, die Tür für die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen sei durch die Synode nicht völlig geschlossen worden.

Die Stellungnahmen bewegen sich im Allgemeinen zwischen diesen drei Positionen.

Inmitten dieser Debatte gibt der deutsche Kardinal Walter Kasper – seit bald zwei Jahren die Ikone des Progressismus in dieser theologischen Auseinandersetzung – eine Stellungnahme ab, die aufhorchen lässt:

„(Die Synode) öffnete sozusagen die Tür für die Zulassung in Einzelfällen der wiederverheiratet Geschiedenen zu den Sakramenten; sie durchschreitet diese Tür jedoch nicht“. (Rede zum 75. Geburtstag von Bischoff Mussinghoff)

Unwillkürlich stellt man sich die Frage, wieso diese Tür offen ist und wieso man sie nicht durchschreiten darf?

Falls der deutsche Kardinal es ernst meinte, ist die einzig mögliche Antwort auf diese Frage: Der Schlussbericht verlegt die Entscheidung über die Zulassung zur Kommunion ins “forum internum”, also ins Gespräch des Betroffenen mit dem Beichtvater. Der objektive Zustand (also die Tatsache, dass man nach der Scheidung wieder geheiratet hat), erscheint nebensächlich.

Was Kaspers Intention betrifft, so kann seine Stellungnahme als Einladung an die progressistischen Theologen gedeutet werden, aktiv zu werden. Sie sollen nun in die Debatte einsteigen und diese Interpretation der “Relatio finalis” argumentativ verteidigen.

Quelle und vollständiger Text des Artikels hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de...debatte-um.html

von esther10 04.11.2015 17:10

In mehr als 50 Prozent aller Länder keine Gleichberechtigung in der Bildung


UNESCO-Bericht zeigt: Je höher die Bildungsstufe, desto größer die Ungleichheiten

Bonn, 3. November 2015 (Deutsche UNESCO-Kommission e.V.) Redaktion | 115 klicks


In weniger als der Hälfte aller Länder weltweit und in keinem afrikanischen Land südlich der Sahara sind Mädchen und Jungen in der Bildung gleichberechtigt. Das zeigt der UNESCO-Bericht "Gender and Education for All 2000-2015: Achievements and Challenges", der am 4. November in Paris vorgestellt wird. Der UNESCO-Bericht macht deutlich: Je höher die Bildungsstufe, desto größer die Ungleichheiten. 70 Prozent aller Länder weltweit haben Geschlechterparität in der Vorschule erreicht, 66 Prozent in der Grundschule, 50 Prozent in der unteren Sekundarstufe und 29 Prozent in der oberen Sekundarstufe. In nur 4 Prozent aller Länder sind Frauen und Männer in der Hochschulbildung gleichgestellt.

"62 Länder haben die Gleichberechtigung der Geschlechter in der Grund- und Sekundarbildung erreicht. Das sind 26 Länder mehr als im Jahr 1999. Doch ein Blick auf die Entwicklung in allen Bildungsstufen über die letzten 15 Jahre zeigt, dass die Gleichberechtigung ein zentrales Anliegen der internationalen Gemeinschaft bleiben muss. Auch in Deutschland besteht Nachholbedarf: Der Zugang zu Schulbildung für Jungen und Mädchen ist hierzulande zwar gleich. Doch obwohl mehr Frauen als Männer eine Hochschulbildung abschließen, hat dies bisher keine Auswirkung auf ihre Berufschancen oder die Gleichbehandlung beim Gehalt. Hier müssen wir investieren", sagt Walter Hirche, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission.

Während Mädchen eher zu Beginn ihrer Bildungsbiografie benachteiligt sind, gilt dies für Jungen und Männer tendenziell für die zweite Hälfte ihrer Bildungslaufbahn. Mädchen haben im weltweiten Vergleich deutlich seltener Zugang zur Vorschule bis zur unteren Sekundarstufe. Gleichzeitig leiden Jungen und Männer in vielen Ländern unter mangelnder Gleichstellung in der oberen Sekundarstufe, der beruflichen Bildung und der Hochschulbildung. Neben den Zugangszahlen sind die Lernerfolge ein wichtiger Indikator für Gleichberechtigung: Zwar haben die ärmsten Mädchen die schlechtesten Chancen auf eine Einschulung. Doch gleichzeitig erreichen Jungen häufiger trotz Einschulung keine Lernfortschritte und keinen qualifizierenden Abschluss. In OECD-Staaten schließen 73 Prozent der Mädchen, jedoch nur 63 Prozent der Jungen die obere Sekundarstufe in der Regelzeit ab. Auch in der beruflichen und Hochschulbildung bestehen erhebliche Ungleichheiten, die sich zunehmend vertiefen. Außer in Süd- und Westasien sowie in Subsahara-Afrika sind weltweit mehr Frauen als Männer in der tertiären Bildung eingeschrieben.

Der Bericht betont, dass neben der Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen beim Zugang zu Bildung auch die tatsächlichen Lernchancen und -erfolge zentral sind. Die Autoren empfehlen Staaten, die Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen in allen bildungspolitischen Strategien zu verankern. Sie weisen darauf hin, dass Jugendlichen, die derzeit nicht zur Schule gehen, alternative Bildungswege angeboten werden müssen. Auch macht der Bericht deutlich, dass geschlechterbasierte Gewalt gemeinsam von Regierungen, internationalen Organisationen und Bildungsakteuren bekämpft werden muss.

Die UNESCO setzt sich dafür ein, dass alle Menschen weltweit an qualitativ hochwertiger Bildung teilhaben und ihre Potenziale entwickeln können. Sie berät Mitgliedstaaten bei der Gestaltung ihrer Bildungssysteme, fördert die internationale Zusammenarbeit und stellt Daten zur Bildung weltweit als Grundlage für politische Strategien zur Verfügung. Die UNESCO wird die Koordination und das Monitoring zur Erreichung inklusiver, chancengerechter und hochwertiger Bildung und lebenslangem Lernen, wie in der Globalen Nachhaltigkeitsagenda beschrieben, übernehmen.

( 3. November 2015) © Innovative Media Inc.

von esther10 04.11.2015 17:09

Von der Synode der Syro-Katholiken ergeht ein Appell für den Frieden


Die Bischöfe bitten die internationale Gemeinschaft, jede Anstrengung für eine „diplomatische Lösung“ der Krise im Nahen Osten zu unternehmen

Rom, 3. November 2015 (ZENIT.org) Redaktion | 115 klicks


​Eine „diplomatische Lösung“, um den Frieden nach Syrien und in den Irak zu tragen. Dieses Anliegen brachten die Syro-Katholiken im Rahmen einer am Ende ihrer jährlichen Synode verbreiteten Erklärung vor. Die erwähnte Versammlung tagte in den vergangenen Tagen in Harissa (Libanon) unter dem Vorsitz des Patriarchen von Antiochien der Syro-Katholiken, Ignatius Joseph III Younan.

Dem „Osservatore Romano“ zufolge finden in dem Dokument die von den IS-Milizen begangenen „barbarischen Akte“ Hervorhebung: Die Rede ist von den jüngsten Schändungen christlicher Gräber sowie der Strategie der Vernichtung des syrischen und irakischen kulturellen und archäologischen Erbes. Zufrieden zeigt man sich angesichts der Freilassung von Pater Jacques Murad Anfang Oktober, der somit „nach einer viereinhalbmonatigen Gefangenschaft in Gewalt und Terror zu seiner Kirche und zu seinem Volk zurückkehren konnte.“

Die Bischöfe bekundeten ihre Hoffnung, dass die nach wie vor in Geiselhaft Befindlichen nun freigelassen werden; besonders die Menschen im Khabur-Tal im Nordosten Syriens. Ferner erneuerten sie den Appell für die Befreiung der im April 2013 verschleppten Kardinäle von Aleppo – den syrisch-orthodoxen Bischof Gregorios Yohanna Ibrahim und den griechisch-orthodoxen Bischof Paul Yazigi.

Die Bischöfe äußerten die Bitte um die Befreiung der von dem IS besetzten Gebiete neben der Freilassung der Geiseln. In diesem Zusammenhang verwiesen sie auf Mosul und die Ninive-Ebene, „damit die Menschen in ihre Häuser zurückkehren und in Frieden und Sicherheit leben können“. In dieser Hinsicht wurden die Vereinten Nationen gemeinsam mit der irakischen Zentralregierung und der regionalen Regierung Kurdistans um internationale Gewährleistung von Sicherheit und die Rückerstattung des Eigentums für die Christen nach deren Rückkehr in ihre Gebiete aufgefordert.

In dem Dokument wurde auch auf den israelisch-palästinensischen Konflikt Bezug genommen. Es enthält den Aufruf an die internationale Gemeinschaft, „jede Anstrengung“ zur Erreichung des Friedens zu unternehmen, sowie einen Appell an den Libanon, dass die politischen Führungskräfte des Landes „ernsthafte Initiativen“ für die Wahl des seit über einem Jahr unbesetzten auf Staatsebene höchsten Amtes ergreifen.

( 3. November 2015) © Innovative Media Inc.

von esther10 04.11.2015 17:07

Erinnerung an das „geheime“ Vermächtnis des II. Vatikanischen Konzils


Die Versammlung „Katakombenpakt erinnern und erneuern!“ vom 11.-17. November in Rom

Rom, 3. November 2015 (ZENIT.org) Redaktion | 251 klicks


Bald jährt sich zum 50. Mal die Unterzeichnung des Katakombenpaktes, mit dem sich 40 Bischöfe und Konzilsväter des II. Vatikanischen Konzils auf eine arme Kirche der Armen verpflichteten. Ein Ereignis, das zu unrecht zunächst in Vergessenheit geriet, denn angesichts der von Papst Franziskus angestoßenen Auseinandersetzungen in der katholischen Kirche zeigt sich heute sein wegweisender Charakter. Diesen wieder an die Öffentlichkeit zu bringen, und damit zugleich darauf aufmerksam zu machen, wie notwendig heute eine Kirche an der Seite der Armen und Ausgegrenzten ist, hat die Versammlung von über zweihundert ChristInnen unter dem Titel „Katakombenpakt erinnern und erneuern!“ zum Ziel.

Am 16. November 1965 – drei Wochen vor dem Abschluss des II. Vatikanischen Konzils – trafen sich in den Domitilla-Katakomben am Stadtrand Roms 40 Bischöfe aus der ganzen Welt. Sie versprachen in 13 Selbstverpflichtungen ein einfaches Leben zu führen, ihren Machtinsignien zu entsagen und einen Pakt mit den Armen zu schließen. Was die Bischöfe taten, erhielt später die Bezeichnung Option für die Armen: „Weil es Arme gibt, müssen wir uns neu entscheiden. Die Armen sind der lebende Beweis dafür, dass in der Gesellschaft etwas nicht stimmt. Um der Armen willen willen müssen wir also eine Option treffen. Die Kirche hat aus dieser Perspektive gegen das Unrecht zu kämpfen“, so erklärt Norbert Arntz

(Münster/BRD), der den Katakombenpakt und seine Wirkungsgeschichte in der Entstehung der Befreiungstheologie näher untersucht hat. Den Bischöfen des Katakombenpaktes ging es um ein ganz bestimmtes Kirchenbild, das wieder aufscheint, wenn Papst Franziskus schreibt: „Die Kirche ‘im Aufbruch‘ (…) stellt sich durch Werke und Gesten in das Alltagsleben der anderen, verkürzt die Distanzen, erniedrigt sich nötigenfalls bis zur Demütigung und nimmt das menschliche Leben an, indem sie im Volk mit dem leidenden Leib Christi in Berührung kommt.“ (Evangelii Gaudium 24)

An dieses Kirchenbild knüpft die Versammlung Katakombenpakt erinnern und erneuern! an, die vom 11.-17. November in der Casa La Salle in Rom stattfinden wird, organisiert vom Institut für Theologie und Politik (Münster/BRD) in Zusammenarbeit mit der Projektgruppe Pro Konzil. 250 Menschen aus aller Welt und aus verschiedenen Initiativen, Orden, Universitäten und Bewegungen werden sich treffen um sich mit den Prozessen beschäftigen, die zur Entstehung des Katakombenpaktes führten und mit dem, was aus ihm hervorgegangen ist.

Die ReferentInnen der Versammlung, zu denen Bischof Luigi Bettazzi (Italien), einer der letzten noch lebenden Erstunterzeichner des Paktes, Bischof Erwin Kräutler (Brasilien), der Theologe Jon Sobrino SJ (El Salvador) und der muslimische Befreiungstheologe Kacem Gharbi (Tunesien) und andere zählen, stehen ein für einen Aufbruch zur Veränderung in Gesellschaft und Kirche für ein Leben in Würde aller. Gemeinsam mit ihnen sollen die Anliegen des Katakombenpaktes für die heutige Situation aktualisiert werden.

Weitere Initiativen in Rom, die an die prophetische Tradition des Katakombenpaktes erinnern und anknüpfen, sind ein Studientag der Ordenskommission Iusticia et Pax (14. November) und die Tagung der Kirchenreformbewegungen Council 50 (20.-22. November). Gemeinsamer Höhepunkt der Erinnerung an den Katakombenpakt wird eine Messe am 16. November am historischen Ort seiner Unterzeichnung in der Domitilla-Katakombe sein. Gemeinsam wollen die Initiativen ein Zeichen setzen für eine Kirche, die sich kritisch mit gesellschaftlichen Verhältnissen auseinander setzt, so wie es Franziskus an vielen Stellen seiner Verlautbarungen tut, und die sich gegen Strukturen stellt, die das Leben unmöglich machen.

*
Das ausführliche Programm ist unter http://www.pro-konzil.de/wp-content/uplo...rogrammheft.pdf einsehbar.

( 3. November 2015) © Innovative Media Inc.

von esther10 04.11.2015 17:05

Diener sein, die ihr Leben schenken, und nicht Funktionäre, die ihren Dienst verrichten


Predigt von Papst Franziskus im Petersdom bei der heiligen Messe zum Gedenken an die im letzten Jahr verstorbenen Kardinäle und Bischöfe

Rom, 3. November 2015 (ZENIT.org) Britta Dörre | 197 klicks


Wer diene und schenke, erscheine in den Augen der Welt als Verlierer, stellte Papst Franziskus heute Vormittag während seiner Predigt im Petersdom bei der heiligen Messe zum Gedenken an die Kardinäle und Bischöfe fest, die im letzten Jahr verstorben sind. In Wirklichkeit sei jedoch genau das Gegenteil der Fall: Wer sein Leben verliere, finde es wieder, bekräftigte der Papst und erinnerte die Anwesenden an ihren Dienst in der Kirche.

Während sie für die Verstorbenen beteten, seien sie aufgerufen, ihre Wahl zum Dienst an der Kirche zu erneuern. Wie Jesus, der die Füße gewaschen habe, müssten auch sie dienen. Dienen und nicht bedient werden zeichne einen guten Hirten aus, der bereit sei, sein Leben für seine Schafe zu geben. Wer sich in der Liebe verliere, ahme Jesus nach, besiege den Tod und schenke Leben.

Für den Menschen erscheine der Tod dunkel und angsterregend, erklärte Papst Franziskus. Jesus aber sei dem Tod nicht entflohen, sondern habe ihn auf sich genommen und zeige uns einen sehr demütigen Sieg. Während Jesus gekreuzigt worden sei, habe er fortgefahren zu lieben. Jesus habe das Übel genommen und durch Taten in Gutes verwandelt. Wer die demütige und zu Diensten stehende Liebe wähle, bleibe siegreich bis in alle Ewigkeit.

Papst Franziskus erinnerte daran, die Gedanken gen Himmel zu richten, nicht auf die Welt, sondern auf die Liebe Gottes und die Nächstenliebe. „Möge Er ausreichen, in dem Leben, Erlösung, Auferstehung und Freude sind. Dann werden wir gemäß seinem Herzen sein: nicht Funktionäre, die ihren Dienst verrichten, sondern geliebte Söhne, die ihr Leben für die Welt schenken.“

( 3. November 2015) © Innovative Media Inc.

von esther10 04.11.2015 17:02

Kardinal Kasper stößt Debatte um Kommunion für geschieden Wiederverheiratete erneut an
Veröffentlicht: 4. November 2015 | Autor: Felizitas Küble

Mathias von Gersdorff

Wie zu erwarten war, gab es in der vergangenen Woche viele Stellungnahmen und Kommentare zur Familiensynode, die am 25. Oktober 2015 endete. Die meisten beschäftigten sich mit dem Schlussbericht, der “Relatio finalis”, die am 24. Oktober der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Foto T. Schirrmacher



Die größte Aufmerksamkeit erhielten die Paragraphen 84, 85 und 86. In diesen geht es um die „wiederverheirateten Geschiedenen“, wohl das wichtigste Reizthema vor und während der Synode.

In der Diskussion um diese Paragraphen geht es vor allem um die Frage, ob laut Schlussbericht die wiederverheirateten Geschiedenen in gewissen Fällen die Kommunion empfangen dürfen. Die „Relatio finalis“ ist wohlgemerkt kein lehramtliches Dokument mit irgendeiner Verbindlichkeit.

Der Bericht ist lediglich ein Schreiben mit Empfehlungen an den Papst. Dieser kann den Text in der Art und Weise verwenden, wie er es für richtig hält.

BILD: Die Kardinäle Gerhard Müller und Walter Kasper im Gespräch (Foto: Dr. Thomas Schirrmacher)

Die Stellungnahmen zu den umstrittenen Paragraphen 84, 85 und 86 fielen recht unterschiedlich aus.

Kardinal George Pell meinte in einem Interview mit dem Vatikanisten Edward Pentin, aus dem Schlussbericht ließe sich keine Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zum Tisch des HERRN ableiten. Das Dokument müsse im Rahmen der katholischen Ehe- und Sexuallehre gelesen werden, weshalb die Kommunion für diese Fälle ausgeschlossen ist.

Kardinal Raymond Leo Burke dagegen meinte, der Text sei undeutlich und sogar missverständlich. Insbesondere was die Unauflöslichkeit der Ehe betrifft, also ein wesentliches Element der katholischen Lehre, sei das Dokument defizitär.

Die Delegierten der Deutschen Bischofskonferenzen, Kardinal Marx, Erzbischof Koch und Bischof Bode, äußerten sich in eher vorsichtiger Form. Sie sagten, die Tür für die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen sei durch die Synode nicht völlig geschlossen worden.

Die Stellungnahmen bewegen sich im Allgemeinen zwischen diesen drei Positionen.

Inmitten dieser Debatte gibt der deutsche Kardinal Walter Kasper – seit bald zwei Jahren die Ikone des Progressismus in dieser theologischen Auseinandersetzung – eine Stellungnahme ab, die aufhorchen lässt:

„(Die Synode) öffnete sozusagen die Tür für die Zulassung in Einzelfällen der wiederverheiratet Geschiedenen zu den Sakramenten; sie durchschreitet diese Tür jedoch nicht“. (Rede zum 75. Geburtstag von Bischoff Mussinghoff)

Unwillkürlich stellt man sich die Frage, wieso diese Tür offen ist und wieso man sie nicht durchschreiten darf?

Falls der deutsche Kardinal es ernst meinte, ist die einzig mögliche Antwort auf diese Frage: Der Schlussbericht verlegt die Entscheidung über die Zulassung zur Kommunion ins “forum internum”, also ins Gespräch des Betroffenen mit dem Beichtvater. Der objektive Zustand (also die Tatsache, dass man nach der Scheidung wieder geheiratet hat), erscheint nebensächlich.

Was Kaspers Intention betrifft, so kann seine Stellungnahme als Einladung an die progressistischen Theologen gedeutet werden, aktiv zu werden. Sie sollen nun in die Debatte einsteigen und diese Interpretation der “Relatio finalis” argumentativ verteidigen.

Quelle und vollständiger Text des Artikels hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de...debatte-um.html

von esther10 04.11.2015 09:55

Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in Bedrängnis, beharrlich im Gebet!

Veröffentlicht: 3. November 2015 | Autor: Felizitas Küble | Abgelegt unter: BIBEL und KATECHESE | Tags: Bedrängnis, beharrlich, fröhlich, Gebet, geduldig, Gott, Hoffnung |Hinterlasse einen Kommentar



Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Röm 12,5-16a:

Brüder! Wir, die vielen, sind ein Leib in Christus, als Einzelne aber sind wir Glieder, die zueinander gehören. media-390606-2

Wir haben unterschiedliche Gaben, je nach der uns verliehenen Gnade. Hat einer die Gabe prophetischer Rede, dann rede er in Übereinstimmung mit dem Glauben; hat einer die Gabe des Dienens, dann diene er. Wer zum Lehren berufen ist, der lehre; wer zum Trösten und Ermahnen berufen ist, der tröste und ermahne. Wer gibt, gebe ohne Hintergedanken; wer Vorsteher ist, setze sich eifrig ein; wer Barmherzigkeit übt, der tue es freudig.

Eure Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten! Seid einander in brüderlicher Liebe zugetan, übertrefft euch in gegenseitiger Achtung! Lasst nicht nach in eurem Eifer, lasst euch vom Geist entflammen und dient dem HERRN!

Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!

Helft den Heiligen, wenn sie in Not sind; gewährt jederzeit Gastfreundschaft! Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht! Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden! Seid untereinander eines Sinnes; strebt nicht hoch hinaus, sondern bleibt demütig!

von esther10 04.11.2015 09:49

Dienstag, 3. November 2015
Brandanschlag auf Beverfoerde-Firmengebäude – Geschäftsadresse von DEMO FÜR ALLE

(Demo für Alle) In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist an der Magdeburger Geschäfts-Adresse von DEMO FÜR ALLE auf ein Firmengebäude von Josef v. Beverfoerde ein schwerer Brandanschlag verübt worden.

Ein unter einem offenen Gebäudeteil abgestellter VW-Bus, der auch bei den Demonstrationen in Stuttgart eingesetzt war, wurde in Brand gesteckt. Neben dem Fahrzeug gelagertes Holz, das Dach und der angrenzende Sozialraum fingen sofort Feuer. Das Fahrzeug und ein Teil des Gebäudes brannten vollständig aus. Die Feuerwehr war schnell vor Ort und verhinderte die weitere Ausbreitung der Flammen. Die Polizei leitete sofort Ermittlungen ein.

Am Abend tauchte auf einer linksradikalen Plattform im Internet der Artikel eines anonymen Schreibers auf, der sich der Täterschaft dieses Anschlags rühmte und zur Nachahmung aufforderte. Aus dem Schreiben geht hervor, dass der Anschlag Freifrau von Beverfoerde als Organisatorin der DEMO FÜR ALLE galt.

Dazu Hedwig v. Beverfoerde: „Es fällt auf, dass auch dieser hinterhältige Anschlag aus dem linksextremen Milieu nur wenige Tage nach der Premiere des Stücks „Fear“ an der Berliner Schaubühne verübt wurde. In der Nacht nach der Premiere, am 25. Oktober, war bereits das Auto von Beatrix v. Storch in Berlin angezündet worden. In dem Agitprop-Theaterstück „Fear“ wird die DEMO FÜR ALLE verrissen und es werden u.a. die Personen Gabriele Kuby, Beatrix v. Storch, Birgit Kelle und ich auf verleumderische Weise als rechtsextreme, Hassreden schwingende Zombies dargestellt und „künstlerisch“ zum Abschuss freigegeben. Unter dem Vorwand der Kunst wird hier gegen Mitglieder unseres DEMO FÜR ALLE-Aktionsbündnisses

„Für Ehe und Familie – gegen Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder“ gehetzt. Das ist geistige Brandstiftung, die offenbar direkt zu echter Brandstiftung führt. Der Regisseur Falk Richter muss sich fragen lassen, ob er das beabsichtigt hat. Aber DEMO FÜR ALLE lässt sich nicht niederbrennen. Unser Einsatz für Ehe und Familie geht unverändert weiter.“

von esther10 04.11.2015 09:45

Dienstag, 3. November 2015

Familienreport 2014 des Bundesfamilienministeriums: beschränkte Vielfalt

(PM Verband Familienarbeit) Das Familienministerium behauptet in einer Pressemitteilung anlässlich der Veröffentlichung des „Familienreports 2014“: „Familie wird heute vielfältig gelebt und die Vielfalt von Lebensformen findet zunehmende Akzeptanz“. Dazu äußert sich die Vorsitzende des Verbands Familienarbeit e.V., Gertrud Martin:

“Unser Verband vermisst im Spektrum der gelobten Vielfalt die Akzeptanz auch der traditionellen Familie. Angesichts der demografischen Schieflage ist es mit all den Modellen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht getan. Die Idee, Frauen hätten nur dann einen Anspruch auf Gleichberechtigung, wenn sie die Kindererziehung der Erwerbsarbeit unterordnen oder auf Kinder verzichten, führt in die Sackgasse. Selbstverständlich müssen Frauen und Männer im Erwerbsleben gleichgestellt sein. Aber die entscheidende Frage darüber hinaus ist, ob und wie die elterliche Erziehungsarbeit von Gesellschaft und Politik wertgeschätzt, das heißt wie herkömmlicher Erwerbsarbeit honoriert wird.

Ein Elterngeld, das nicht die Erziehungsleistung der Eltern zum Maßstab nimmt, sondern als Lohnersatz eine Art 'Schadensersatz wegen Geburt eines Kindes' darstellt, setzt Kindererziehung mit Krankheit oder Arbeitslosigkeit gleich. Dieses Elterngeld fördert gezielt Geburten bei meist erst- und oft nur einmal-gebärenden Besserverdienerinnen und missachtet Eltern, die wegen der Betreuung älterer Kinder vor einer weiteren Geburt nicht oder weniger erwerbstätig waren. Der Lebensentwurf einer selbstbetreuenden, nicht erwerbstätigen Mehrkindmutter (eines Mehrkindvaters) hat keinen Platz in der gepriesenen 'Vielfalt'. Es ist kein Anliegen der Politik dass diejenigen, die den Nachwuchs für die Sozialsysteme und die Zukunftsfähigkeit unseres Staates aufziehen, daraus keine Nachteile bei Lebenshaltung und Alterssicherung erleiden. Der Zusammenhang von Nachwuchs und Sozialversicherungssystem wird ignoriert. Vielmehr werden die jungen Leute ermahnt, ihre Berufswahl nicht unter dem Kriterium Familie zu treffen. Die zu erwartende Folge ist eine weiter einbrechende Geburtenzahl.

Maßnahmen wie Elterngeld plus, der massive Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung, 'familienfreundliche' Arbeitszeitmodelle sind Nebelkerzen, die verbergen, dass Familienpolitik heute nicht eigentlich den Familien dient, sondern deren nahtloser Anpassung

*

1 Kommentar:
Verleih nichts hat gesagt…
Mit der gleichen Selbstverständlichkeit, wie man den Deutschen Frauen das Kinder kriegen abgewöhnt, akzeptiert man, dass Muslima selbstverständlich zu Hause bleiben und alle Jahre ein muslimisches Kind in unsere Gesellschaft entlassen. Dies wird auch noch ordentlich honoriert. So viel wie muslimische Familien monatlich an Stütze bekommen, können die meisten Deutschen Arbeitnehmer nicht nach Hause bringen. Zudem wird den Muslimen in Deutschland, gegen Recht und Gesetz auch noch die Vielehe gestattet, welche noch zusätzlich Einkommens Vorteile bringt.
4. November 2015 um 08:12

von esther10 04.11.2015 09:42

Dienstag, 3. November 2015


Anschlag auf Hedwig v. Beverfoerde ist Angriff auf die Zivilgesellschaft

Mathias v. Gersdorff

Der feige Anschlag auf die Geschäftsadresse in Magdeburg der DEMO FÜR ALLE, deren Koordinatorin Hedwig Freifrau v. Beverfoerde ist, kann nicht als „Business as usual“ abgetan werden.

Dieser Brandanschlag markiert eine neue Stufe der Gewalt und der Polemik gegen die Personen und Organisationen, die in der Öffentlichkeit organisiert Opposition gegen die Einführung diverser Bildungspläne betreiben.

Man mag einwenden, dieser sei nicht der erste Anschlag in jüngster Zeit, der sich gegen jemand richtet, der sich für die traditionelle Ehe und gegen Gender und Frühsexualisierung in den Schulen einsetzt. So wurde am 26. Oktober 2015 der Wagen der AfD-Europaabgeordneten Beatrix v. Storch von mutmaßlich linksextremistischen Verbrechern in Brand gesetzt. Von Storch ist die Politikerin, die wohl zurzeit am meisten mit dem Kampf gegen Gender und Frühsexualisierung an den Schulen identifiziert wird.

So schlimm der Anschlag auf von Storch war, so ist der Angriff auf Hedwig v. Beverfoerde doch anders gelagert und eventuell noch perfider, denn hier handelt es sich um jemand, die als Privatperson in der Öffentlichkeit auftritt und nicht um jemand, der berufsmäßig dem öffentlichen Leben angehört wie etwa ein Bundestagsabgeordneter. Freifrau von Beverfoerde ist die Koordinatorin der „Demo für Alle“, einem Aktionsbündnis vieler bürgerlicher Vereine, das die Proteste gegen die Bildungspläne in Baden-Württemberg, Niedersachsen usw. organisiert.

Der Anschlag auf Freifrau von Beverfoerde, das Gebäude des Unternehmens ihres Mannes und auf die Geschäftsadresse der „Demo für Alle“ ist ein Angriff auf die Zivilgesellschaft, genauer, auf die Zivilgesellschaft, die mit dem Hintergrund christlicher Werte und dem christlichem Menschenbildes in der Öffentlichkeit ihre Ansichten und Interessen artikuliert.

Dieser Anschlag ist besonders bösartig und feige, denn er richtet sich gegen eine Person und eine Organisation, der nur begrenzte Mittel zur Verfügung stehen, diesen Angriff in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Hinter einer Person des öffentlichen Lebens, wie etwa einem Politiker, stehen eine Vielzahl von Medien, Organisationen und Gruppierungen, die schon aus Eigeninteresse einen solchen Vorfall in der Öffentlichkeit ausschlachten.

Der Anschlag hat kein anderes Ziel, die (konservative) Zivilgesellschaft einzuschüchtern und sie von der Nutzung ihres Versammlungs- und Demonstrationsrechts abzubringen. Bürger, die für christliche Werte, für die traditionelle (also die eigentliche) Ehe und Familie und für eine gesunde Schulerziehung der Kinder eintreten, sollen gefälligst den Mund halten.

Der Anschlag auf die „Demo für Alle“ ist auch die Steigerung der systematischen und paramilitärisch organisierten Störungen von Demonstrationen von Lebensrechtlern oder Familienschützern durch linksradikale Elemente.

Der Anschlag in Magdeburg ist nicht der erste dieser Art. So war beispielsweise im September das Büro des „Treffens christlicher Lebensrechtsgruppen“ (TCLG) in Berlin Ziel eines Anschlages nach dem „Marsch für das Leben“. Praktisch jeder „konservative“ Verein kann von ähnlichen Vorfällen berichten.

Doch der Brandanschlag gegen die Geschäftsadresse der „Demo für Alle“ übertrifft das Ausmaß von allem, was man bisher erlebt hat. Zudem wurde in Kauf genommen, dass auch Menschen zu Schaden kommen können.

Wann wird die linksradikale Enthemmung ein Ausmaß erreichen, dass nicht nur Objekte, sondern gezielt Menschen mit dieser Gewaltbereitschaft angegriffen werden?

Wer seit längerer Zeit an den Demos der Lebensrechtler und sonstiger christlicher Gruppen teilnimmt, weiß, wie in den letzten Jahren die Aggressivität der linksradikalen Störer gestiegen ist. Ihr Hass scheint geradezu grenzenlos zu sein.

Deshalb möchte ich diesen Kommentar mit einem Appell an die Verantwortlichen in Politik, Kirche, Medien und Gesellschaft beenden: Sie müssen endlich die linksradikale Agitation und Hetze gegen christliche Personen und Organisationen ernst nehmen und anprangern.

In Deutschland breitet sich ein Zustand aus, den man hierzulande Ländern wie Russland oder China vorwirft.

Ein Staatswesen kann nicht funktionieren, wenn ganze Gesellschaftsgruppen Ziel einer permanenten Einschüchterungskampagne sind.

Deshalb appelliere ich an alle Verantwortlichen in Politik, Kirche, Medien und Gesellschaft: Null Toleranz gegenüber dem linksradikalen Terror!

von esther10 04.11.2015 09:32

Dienstag, 3. November 2015
In Europa nimmt Hass auf Christen zu

(Idea) Der Hass auf Christen in Europa nimmt zu. Fast jeden Tag kommt es zu Graffiti-Schmierereien, Einbrüchen und Vandalismus in Kirchen. Das sagte die Leiterin des Dokumentationsarchivs Intoleranz gegen Christen, Gudrun Kugler (Wien) in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Kugler zufolge ist vor allem in Frankreich ein „aggressiver Atheismus weit vorangeschritten“

. Dort würden Kirchen und christliche Friedhöfe am häufigsten geschändet. Vandalismus sei Ausdruck einer weit verbreiteten Ablehnung der Kirchen: „Es ist doch offensichtlich, ob beim Fußballspiel ein Kirchenfenster eingeschossen wurde oder jemand gezielt den Altar verwüstet und eine antichristliche Botschaft an der Wand hinterlässt. Solche Hassverbrechen dienen nicht nur der Zerstörung, sondern schüchtern auch die Gemeinschaft ein.“ Durch dieses Grundklima könnten sich Hass und Gewalt gegen das Christentum ausbreiten. Laut Kugler gibt es drei Gruppen, die besonders gegen das Christentum mobilisieren: radikale Feministinnen, Atheisten und Homosexuellenverbände.

Gesetzgebung schränkt Religionsfreiheit ein

Sorge bereitet Kugler auch die Entwicklung der Gesetzgebung in Europa. In 15 von 23 Staaten gebe es Gesetze, die die freie Religionsausübung von Christen einschränkten. So komme es in vielen Ländern vor, dass ein Gynäkologe, der die Durchführung von Abtreibungen aus Gewissensgründen ablehnt, nicht befördert oder gar nicht erst eingestellt wird. In Deutschland seien Apotheker verpflichtet, die „Pille danach“ zu verkaufen – was für viele Christen ein Gewissensproblem darstelle. Standesbeamte könnten künftig gegen ihr Gewissen verpflichtet sein, homosexuelle Partnerschaften zu trauen. Zudem werde die Kritik an gelebter

Homosexualität von Gerichten zunehmend als „Hassrede“ bewertet. In Frankreich, Schweden und in England habe dies bereits zu Verhaftungen geführt. In Gefahr sieht Kugler auch die Versammlungsfreiheit christlicher Demonstranten. Besonders deutlich werde dies beim jährlichen „Marsch für das Leben“ in Berlin. Die linksradikalen Gegendemonstranten seien äußerst aggressiv. Es sei der Polizei kaum möglich, eine störungsfreie Ausübung der Versammlungsfreiheit zu gewährleisten.

Kritik an geplanter EU-Gleichbehandlungsrichtlinie

Kugler beanstandet ferner die geplante EU-Gleichbehandlungsrichtlinie. Wenn diese in Kraft träte, würden Menschen mit religiös begründeten Standpunkten diskriminiert: „Ein christlicher Druckunternehmer dürfte dann zum Beispiel einen Auftrag mit anstößigen Abbildungen nicht mehr ablehnen, oder ein jüdischer Hotelier einer radikal-muslimischen Organisation nicht die Nutzung seiner Räume verweigern.“ In Nordirland habe sich vor kurzem ein christlicher Konditor geweigert, eine Torte für eine „Homo-Hochzeit“ zu backen, weil sie gegen seine religiösen Überzeugungen verstoße. Das Paar habe daraufhin Klage eingereicht und vor Gericht Recht bekommen. Wenn die EU-Gleichbehandlungsrichtlinie in Kraft trete, könne es solche Fälle künftig häufiger geben.

Was Christen tun sollten

Angesichts der Widerstände benähmen sich viele Christen „wie eine beleidigte Mehrheit“. Faktisch seien sie jedoch längst zu einer Minderheit geworden. Christen sollten in der Öffentlichkeit beherzter für ihre Überzeugungen eintreten. Es komme darauf an, an den Schlüsselstellen der Gesellschaft – also in Politik, Kultur und Wissenschaft – präsent zu sein. Hilfreich sei es auch, jeden Tag in den sozialen Medien einen Beitrag zu kommentieren oder zu teilen, einen Leserbrief an die Zeitung zu schreiben oder einen Brief an einen Politiker. Wenn das viele Christen machten, beeinflusse das die gesellschaftlichen Debatten.

von esther10 04.11.2015 00:53

Mittwoch, 4. November 2015
Wichtige Neuerscheinung: FAMILIENMODELLE IN DER DISKUSSION von Prof. Kampowski


In den letzten Jahren stand die Frage der Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion im Zentrum der innerkirchlichen Diskussion. Doch diese Frage ist nur ein Punkt einer langen Agenda.



Ziel des Progressismus ist es, praktisch die gesamte Pseudo-Ideologie der sexuellen Revolution nach den Maximen der 1968er Bewegung in die katholische Kirche einzuführen.

Um diese zu erreichen, ist nicht nur vonnöten, dass wiederverheiratete Geschiedene die Kommunion empfangen dürfen. Angestrebt wird auch eine völlig neue Sicht und eine positive Bewertung von außerehelichen Partnerschaften durch die Kirche. Manche gehen so weit, dass diese neue Sichtweise auch für homosexuelle und sonstige nicht-heterosexuelle Partnerschaften gelten soll.

In seinem gerade erschienenen Buch „Familienmodelle in der Diskussion: unvollkommene Ausdrücke desselben Ideals?“ widerlegt Professor Stephan Kampowski diese Denkansätze und zeigt, wie konträr sie zur katholischen Ehe- und Sexuallehre stehen.

Diese neuen „theologischen“ Ansätze sind in Wahrheit ein Versuch, die Lehre der katholischen Kirche der modernen Welt anzupassen, so Kampowski.

Besonders ausführlich erläutert der Autor, dass man bei unverheiratet zusammenlebenden Paaren, gleichgeschlechtlichen Beziehungen oder zivil wiederverheirateten Paare mitnichten „Samen des Wortes“ finden könne. Manche Theologen sind nämlich der Auffassung, man müsse in diesen Beziehungen die Ähnlichkeiten (angebliche „konstruktive Elemente der Ehe“ wie etwa tiefe Zuneigung oder Verantwortungsbewusstsein) mit der sakramentalen (also der eigentlichen) Ehe hervorheben und nicht die Unterschiede. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Sichtweise ist der Wiener Kardinal Christoph Schönborn.

Solche Ansätze sind sozusagen der „letzte Schrei“ der progressistischen Theologie und werden wohl noch eine Zeit lang Teil der Debatte bleiben. Aus diesem Grund ist Kampowskis Buch all denen zu empfehlen, die zur katholischen Lehre stehen und diese in der Öffentlichkeit verteidigen möchten.

Stephan Kampowski ist Professor am Päpstlichen Institut „Johannes Paul II.“ für Studien über Ehe und Familie in Rom. Zusammen mit Professor Juan-José Pérez-Soba ist er Autor des Buches „Das wahre Evangelium der Familie: Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit“.

Stephan Kampowski: Familienmodelle in der Diskussion: unvollkommene Ausdrücke desselben Ideals?
Stephan Kampowski: Familienmodelle in der Diskussion: unvollkommene Ausdrücke desselben Ideals?
St. Grignion-Verlag
ISBN/EAN: 9783932085512
112 Seiten, € 9,95
Erschienen am 01. Oktober 2015

http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/

von esther10 04.11.2015 00:39

Synode der Zwietracht – Kommt es zum „faktischen Schisma“?
4. November 2015 18:49 | Mitteilung an die Redaktion

Papst und Synodalen


Papst Franziskus mit Synodalen

Der dominikanische Theologe Thomas Michelet stellt die Mehrdeutigkeit des Synodentextes bloß, der keine Einheit schuf, sondern die Spaltungen zudeckte. Der Konflikt zwischen der „Hermeneutik der Kontinuität“ und der „Hermeneutik des Bruchs“ und das Dilemma von Papst

Franziskus.
von Sandro Magister

Zwei Wochen nach ihrem Ende, wird das, was die Synode über die Familie gesagt hat, gegensätzlich gelesen.

Für einige war dieser unsichere Ausgang gewollt. Pater Adolfo Nicolás Pachón, der Generalobere der Jesuiten, den Papst Franziskus in die Kommission berufen hat, die mit der Abfassung der Relatio finalis beauftragt war, hat dies offen als Erfolg behauptet, kaum daß die Synode zu Ende war:

„Im Kopf aller in der Kommission war die Idee, ein Dokument vorzubereiten, das die Türen offen läßt: damit der Papst hinein und hinaus kann, und tun kann, wie er es für richtig hält“.
In der Tat sind nun alle Erwartungen auf das gerichtet, was Franziskus sagen wird. Dieser hat seine Absichten bereits telefonisch am 28. Oktober seinem Freund Eugenio Scalfari angekündigt, dem bekennenden Atheisten und Gründer von La Repubblica, dem italienischen Leitmedium des laizistischen Denkens, der die Worte des Papstes prompt folgendermaßen niederschrieb:

„Die unterschiedliche Meinung der Bischöfe ist Teil der Modernität der Kirche und der verschiedenen Gesellschaften, in denen sie wirkt, aber die Absicht ist eine gemeinsame und was die Zulassung der Geschiedenen zu den Sakramenten betrifft, bestätigt es, daß dieses Prinzip von der Synode angenommen wurde. Das ist das wesentliche Ergebnis, die eigentlichen Abwägungen sind den Beichtvätern anvertraut, doch am Ende der schneller oder langsamer vonstatten gehenden Wege, werden alle Geschiedenen, die es wünschen, zugelassen werden.“
Am 2. November sagte Pater Federico Lombardi allerdings, vom National Catholic Register befragt, daß das, was Scalfari hinterbrachte, „in keiner Weise glaubwürdig ist und nicht als Denken des Papstes betrachtet werden kann“.

Doch unabhängig von der Spannung, mit der erwartet wird, was Franziskus denkt und sagen wird, bleibt das Fragezeichen. Wie begründet ist die Lesart des Synodenschlußberichts – und besonders seiner Paragraphen zum Kernpunkt, der Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen – als „offen“ für mehrere widersprüchliche Interpretationen?

Es folgt die erste vertiefte Analyse zur Frage. Sie wurde vom französischen dominikanischen Theologen Pater Thomas Michelet für chiesa.espressonline.it [Sandro Magister] geschrieben. Michelet schreibt für die renommierte Zeitschrift Nova et Vetera der Theologischen Fakultät von Freiburg im Üchtland.

Seine Schlußfolgerung lautet: Wenn kein klares und unmißverständliches lehramtliches Dokument auf der Grundlage der Tradition folgt, werden sich die bereits bestehenden unterschiedlichen pastoralen Praktiken weiterentwickeln, die einen in Übereinstimmung mit der Rechtgläubigkeit, die anderen nicht, mit dem unausweichlichen Ergebnis eines „faktischen Schismas“, das für die einen wie für die anderen durch die doppelte, gegensätzliche Lesart des Synodenausgangs legitimiert wird.


Sehen wir, wie Pater Michelet zu seinem Schluß kommt.
Mit einem Hinweis: Das Interpretationsschema, das Pater Michelet in der Analyse des Synodentextes anwendet, ist dasselbe, das Benedikt XVI. für die Nachkonzilszeit in seiner denkwürdigen Rede vom 22. Dezember 2005 angewendet hat, in der er die „Hermeneutik der Kontinuität“ der „Hermeneutik des Bruchs“ gegenüberstellte.
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Was sagt die Synode wirklich über die wiederverheirateten Geschiedenen?

Pater Thomas Michelet OP
von Thomas Michelet OP

Es wird niemandem entgangen sein, daß die Frage der „wiederverheirateten Geschiedenen“ (die man besser „wiederverpflichtete Getrennte“ nennen sollte) die während diese ganzen Synode über die Familie am härtesten diskutierte war, sowohl unter den Synodenvätern als auch unter den Gläubigen, ja sogar des großen Publikums, indem sie regelmäßig die Titelseiten der Zeitungen eroberte. Etwas, was man seit langem nicht mehr gesehen hatte. Kurzum, wenige Themen haben ein ebensolches Interesse ausgelöst.

Die Komplexität der Debatte spiegelt sich in den offiziellen Dokumenten wider, indem die direkt diese Materie betreffenden Paragraphen jedes Mal die geringste Zustimmung fanden, obwohl die Entwürfe darauf abzielten, einen breiten Konsens zu finden. So findet man es auch in den gegensätzlichen Bewertungen durch die Medien wieder, die je nachdem entweder den Sieg des einen oder des anderen Lagers verkünden, oder sich über den Ausgang freuen oder ihn beklagen. Die einen, indem sie den Von-Fall-zu-Fall-Zugang der Geschiedenen zur Kommunion als Beginn einer sanften Revolution in Richtung einer neuen Kirche halten; die anderen, indem sie auf das entscheidende Fehlen einer Erwähnung der Kommunion im Schlußbericht verweisen und damit die Beibehaltung des status quo ante.

Setzen wir jedoch nicht zu schnell die „Synode der Medien“ der wirklichen gegenüber und geben vielmehr ehrlich zu, daß dieser Interpretationskonflikt seinen Ursprung, zumindest zum Teil, im Text selbst hat, dem es in diesem konkreten Punkt an jener Klarheit und Präzision fehlt, die man sich nach zwei Jahren erwarten hätte dürfen. Wie ich bereits im Juli geschrieben habe, ist zu befürchten, daß verschiedene Synodenväter mit dieser Übereinkunft aus den unterschiedlichsten, ja sogar gegensätzlichen Gründen, zufrieden sind, da der Text unterschiedliche Lesarten erlaubt und ermöglicht, eine Spaltung zuzudecken, die bleibt und die Gefahr birgt, in Zukunft noch größer zu werden, wenn man die Sache nicht klärt.

1. Ein schwieriger Konsens

Alle erinnern sich, daß am 18. Oktober 2014 bei der Abstimmung über den Schlußbericht der Paragraph 52 über den Zugang der widerverheirateten Geschiedenen zum Buß- und Altarsakrament sowie der Paragraph 53 über die geistliche Kommunion verworfen wurden, indem sie nicht die nötige Zweidrittelmehrheit erreichten, das war die Zustimmung von 122 von 183 Synodenvätern. (Nr. 52 erhielt 104 placet und 74 non placet; Nr. 53 erhielt 112 placet und 64 non placet). Zu diesen beiden Paragraphen ist noch jener über die Seelsorge für Personen mit homosexueller Neigung (Nr. 55: 118 placet und 62 non placet) hinzuzufügen. Diese formal abgelehnten Paragraphen fanden sich dennoch im offiziellen Schlußtext, der zum Arbeitspapier für den weiteren Synodenprozeß wurde, sicher um eine freie Diskussion zu fördern.

Im Instrumentum laboris vom 24. Juni 2015 findet sich dieser Paragraph 52 unter dem Titel „Der Bußweg“ als Paragraph 122 wieder. Dazu ein Paragraph 123, der mit der erstaunlichen Feststellung aufwartete, daß „es eine allgemeine Übereinkunft bezüglich der Idee eines Prozesses der Versöhnung oder eines Bußweges“ gibt.1 Man hat sich damals gefragt, worin denn diese geheimnisvolle Übereinkunft besteht. Um so mehr, als die Mehrheit der auch jetzt 2015 versammelten Synodenväter dagegen deutliche Vorbehalte geäußert zu haben scheint mit dem Resultat, daß diese „Idee“ am Ende nicht einmal angewandt wurde, jedenfalls nicht in dieser Formulierung.

In der Relatio synodi vom 24. Oktober 2015 wird in den Paragraphen 84 bis 86 ein neuer pastoraler Vorschlag unterbreitet unter dem Titel: „Unterscheidung und Integration“.2 Da die Zahl der Synodenväter auf 265 angewachsen war, waren für die Zweidrittelmehrheit 177 Stimmen erforderlich. Sie wurde bei diesen drei Paragraphen nur mit Mühe erreicht, in einem Fall sogar nur wegen einer einzigen Stimme (Nr. 84: 187 placet und 72 non placet; Nr. 85: 178 placet und 80 non placet; Nr. 86 190 placet und 64 non placet).

Die Relatio synodi 2015 liefert drei lehramtliche Hinweise. Alle drei sind im Paragraph 85 enthalten und bereits in der Relatio synodi 2014 und im Instrumentum laboris enthalten. Es handelt sich um Familiaris consortio Nr. 84, den Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 1735 und die Erklärung vom 24. Juni 2000 des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte. Das Dokument vom 14. September 1994 der Glaubenskongregation, die im Paragraph 123 des Instrumentum laboris Erwähnung fand, findet sich hingegen nicht mehr.

2. Das Zitat aus Familiaris consortio

Untersuchen wir zunächst das Zitat aus Familiaris consortio Nr. 84:
„Die Hirten mögen beherzigen, daß sie um der Liebe willen zur Wahrheit verpflichtet sind, die verschiedenen Situationen gut zu unterscheiden. Es ist ein Unterschied, ob jemand trotz aufrichtigen Bemühens, die frühere Ehe zu retten, völlig zu Unrecht verlassen wurde oder ob jemand eine kirchlich gültige Ehe durch eigene schwere Schuld zerstört hat. Wieder andere sind eine neue Verbindung eingegangen im Hinblick auf die Erziehung der Kinder und haben manchmal die subjektive Gewissensüberzeugung, daß die frühere, unheilbar zerstörte Ehe niemals gültig war.“

Dieser Text wird hier als „ein Gesamtkriterium“ genannt, „das die Grundlage für die Bewertung dieser Situationen bleibt“, sowohl für den Priester, dessen Aufgabe es ist, „die betroffenen Personen auf dem Weg der Unterscheidung zu begleiten“, als auch für den Gläubigen, in seiner „Gewissensprüfung mittels Momenten des Nachdenkens und der Reue“.
Wenn von Reue die Rede ist, impliziert das die Notwendigkeit, die eigene Schuld und die eigene Sünde anzuerkennen, um Vergebung zu erlangen. Es ist daher nicht richtig, zu behaupten, daß Kenntnis der Sünde in diesem Dokument beiseite gelegt wird. Es bleibt aber die Tatsache, daß sie nicht mehr im Titel der propositio erwähnt wird, der nicht mehr direkt von Reue spricht, sondern von Unterscheidung. Dieses Fehlen kann man auf doktrineller Ebene beklagen, auch wenn diese Formulierung auf pastoraler Ebene sicher sympathischer ist. Zudem ist es möglich, daß es eine Tendenz gibt, die Reue mehr für Schuld der Vergangenheit zu verstehen (die Kirche, die für die Sünden ihrer Glieder bereut), während die Buße häufiger Situationen der Vergangenheit, aber auch der Gegenwart (und sogar die Sünden anderer Personen) betrifft, um die Umkehr des Sünders und die Wiedergutmachung des Übels zu erreichen, das er durch seine Schuld provoziert hat.

Die Wahl des Wortes „Reue“ birgt daher die Gefahr, die Zweitehe nach einer Scheidung nur als Schuld der Vergangenheit zu betrachten, anstatt als immer aktuelle „objektiv ungeordnete Situation“. Oder gar nur die Schuld der Vergangenheit zu betrachten, die zu dieser Situation geführt hätte, die man für sich selbst nicht gewollt habe und für die man daher auch nicht schuldig sei. Man muß also, was diesen Prozeß betrifft, sowohl in seinem Verständnis als auch in seiner Praxis, zu einer wirklichen „semantischen Unterscheidung“ fähig sein.

Andererseits zieht Familiaris consortio Nr. 84, bei aller Notwendigkeit diese verschiedenen Situationen zu unterscheiden, eine für alle Fälle identische Schlußfolgerung: die Unmöglichkeit, die Kommunion zu empfangen, außer man bringt die eigene Situation auf die eine oder andere Weise in Ordnung:

„Die Kirche bekräftigt jedoch ihre auf die Heilige Schrift gestützte Praxis, wiederverheiratete Geschiedene nicht zum eucharistischen Mahl zuzulassen. Sie können nicht zugelassen werden; denn ihr Lebensstand und ihre Lebensverhältnisse stehen in objektivem Widerspruch zu jenem Bund der Liebe zwischen Christus und der Kirche, den die Eucharistie sichtbar und

gegenwärtig macht. Darüber hinaus gibt es noch einen besonderen Grund pastoraler Natur: Ließe man solche Menschen zur Eucharistie zu, bewirkte dies bei den Gläubigen hinsichtlich der Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe Irrtum und Verwirrung.

Die Wiederversöhnung im Sakrament der Buße, das den Weg zum Sakrament der Eucharistie öffnet, kann nur denen gewährt werden, welche die Verletzung des Zeichens des Bundes mit Christus und der Treue zu ihm bereut und die aufrichtige Bereitschaft zu einem Leben haben, das nicht mehr im Widerspruch zur Unauflöslichkeit der Ehe steht. Das heißt konkret, daß, wenn die beiden Partner aus ernsthaften Gründen – zum Beispiel wegen der Erziehung der Kinder – der Verpflichtung zur Trennung nicht nachkommen können, ‚sie sich verpflichten, völlig enthaltsam zu leben, das heißt, sich der Akte zu enthalten, welche Eheleuten vorbehalten sind‘.“
Was kann man dem Umstand entnehmen, daß diese doch so starke Schlußfolgerung von Familiaris consortio nicht ausdrücklich in das neue Dokument übernommen wurde?
In einer „Hermeneutik der Kontinuität“ wird man das Schweigen mit Zustimmung gleichsetzen im Sinne, daß das Zitieren eines Textes auf den gesamten Text verweist, der dem Zitat seinen wirklichen Kontext liefert. Ein solcher Unterscheidungsprozeß kann nur dann zur Eucharistie führen, wenn der Gläubige wirklich soweit gelangt ist, durch die Verwirklichung eines festen Vorsatzes aus dieser objektiv ungeordneten Situation herauszutreten, damit die Vergebung seiner Schuld erlangt und die Absolution erhält. Bis zu diesem Moment kann er die Kommunion nicht empfangen.

In einer „Hermeneutik des Bruches“ wird man das Schweigen mit Widerspruch gleichsetzen.

Wenn die Schlußfolgerung von Familiaris consortio nicht ausdrücklich übernommen ist, bedeutet dies, daß sie obsolet geworden ist, weil sich der familiäre Kontext seit damals [1981] völlig verändert habe, eine Veränderung, die das Dokument nicht nur kulturell, sondern auch „anthropologisch“ nennt. Die Ordnung der Kirche zur Zeit von Johannes Paul II. sei nicht mehr die Ordnung der neuen Kirche, auf die man sich beruft. Man wird wahrscheinlich daraus folgern, daß dieser Prozeß der Unterscheidung auch ohne Änderung des eigenen Lebens zur Eucharistie führen kann, sofern die Person die vergangene Schuld bereut und nach eigenem Gewissen zum Schluß gekommen ist, die Kommunion empfangen zu können.

3. Der Katechismus der Katholischen Kirche

Im selben Paragraph 85 der Relatio synodi 2015 wird die Nr. 1735 des Katechismus der Katholischen Kirche zitiert:

„Zudem kann nicht geleugnet werden, daß aufgrund unterschiedlicher Faktoren in einigen Umständen ‚die Anrechenbarkeit einer Tat und die Verantwortung vermindert oder aufgehoben sein können‘ (KKK Nr. 1735).“

Das Zitat ist nicht vollständig. Es empfiehlt sich daher, den vollständigen Text zu lesen:
„1735. Die Anrechenbarkeit einer Tat und die Verantwortung für sie können durch Unkenntnis, Unachtsamkeit, Gewalt, Furcht, Gewohnheiten, übermäßige Affekte sowie weitere psychische oder gesellschaftliche Faktoren vermindert, ja sogar aufgehoben sein.“

Ist dieser Paragraph wirklich auf die Situation der wiederverheirateten Geschiedenen anwendbar? Zunächst ist anzumerken, daß dieselben Bedingungen sich teilweise auch bezüglich der Ehe finden und diese ungültig machen:

„1628. Der Konsens muß ein Willensakt jedes der beiden Vertragspartner sein und frei von Zwang oder schwerer Furcht, die von außen eingeflößt wird [Vgl. [link] CIC, can. 1103]. Keine menschliche Gewalt kann den Konsens ersetzen [Vgl. [link] CIC, can. 1057, § 1]. Falls diese Freiheit fehlt, ist die Ehe ungültig.“

Kann jemand sich also vorstellen, daß einer dieser Umstände bei einer Zweitehe nach einer Scheidung auf moralischer Ebene nicht anrechenbar wäre? Wenn dem so wäre, wäre die neue Verbindung allemal ungültig. Gewiß, das ist sie bereits, weil die Ehe unauflöslich ist, weshalb eine Zweitehe gar nicht möglich ist, solange der erste Ehegatte noch am Leben ist. Sie wäre aber nicht nur als Ehe ungültig: Sie wäre auch als menschliche Handlung ungültig, sie wäre eine Freudsche „Fehlleistung“. Damit könnte man auch nicht mehr von wiederverheirateten Geschiedenen sprechen: Es gäbe keine wirkliche neue Verpflichtung und keine Art von

Verbindung zwischen den beiden Personen. Unter diesen Umständen ist es nicht sicher, ob man wirklich immer die Möglichkeit einer totalen Eliminierung der Anrechenbarkeit geltend machen will. Zudem müßten diese psychischen Faktoren an erster Stelle die Existenz des sakramentalen Bundes in Frage stellen. Die Situation würde sich damit ganz anders darstellen.

Umgekehrt, wenn die Menschen bei vollem Bewußtsein dessen, was sie tun, fähig sind, sich das „Ja“ für das Leben zu schenken, dann können sie sich nicht gleichzeitig nicht auch bewußt sein, daß sie durch eine neue Verpflichtung gegenüber einer anderen Person einen Schlag genau gegen dieses „Ja“ ausführen. Es ist damit völlig unverständlich, wie die Verantwortung für diese Neuverpflichtung in Frage gestellt werden kann. Mag sein, daß es viele Arten von Motiven gibt, die dazu verleiten, so zu handeln, wie es im Paragraph 85 weiter heißt: „Unter bestimmten Umständen finden die Personen große Schwierigkeiten auf andere Weise zu handeln.“ Das ändert aber nichts daran: Entweder wissen sie, daß sie mit ihrer neuen Verpflichtung ihren Ehebund schlagen und es sich damit um eine freie Handlung, für die sie die Verantwortung tragen müssen, handelt, oder sie wissen es nicht und man kann sogar bezweifeln, ob ihr Eheband existiert.

4. Die Erklärung des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte

Paragraph 85 der Relatio synodi 2015 fährt so fort:
„Folglich darf das Urteil über eine objektive Situation nicht zu einem Urteil über die ‚subjektive Anrechenbarkeit‘ führen (Päpstlicher Rat für die Gesetzestexte, Erklärung vom 24. Juni 2000, 2a).“

Der Text, um den es sich handelt, ist folgender in seinem Kontext:

„ 2. Jegliche Interpretation des can. 915, die seinem wesentlichen Inhalt widerspricht, wie er ununterbrochen vom Lehramt und der Disziplin der Kirche durch die Jahrhunderte erklärt wurde, ist eindeutig abwegig. Man darf die Achtung vor den Worten des Gesetzes (vgl. can. 17) nicht verwechseln mit dem uneigentlichen Gebrauch der selben Worte als Instrumente zur Relativierung der Vorschriften oder zu deren inhaltlicher Entleerung.

Die Formulierung „sowie andere, die hartnäckig in einer offenkundigen schweren Sünde verharren“ ist klar und muß so verstanden werden, daß ihr Sinn nicht verformt und die Anwendung der Norm unmöglich wird. Die drei geforderten Bedingungen sind:
a) die schwere Sünde, im objektiven Sinn, denn die subjektive Anrechenbarkeit könnte der Kommunionspender nicht beurteilen;

b) das hartnäckige Verharren, das heißt das Bestehen einer objektiven Situation der Sünde, die in der Zeit fortdauert und die der Gläubige nicht aus der Welt schaffen will; es sind keine anderen Erfordernisse notwendig (herausforderndes Verhalten, vorausgehende Ermahnung usw.), damit die Situation in ihrer grundsätzlichen kirchlichen Schwere eintritt;
c) der offenkundige Charakter der Situation der schweren habituellen Sünde.

Jene Gläubigen, die geschieden und wiederverheiratet sind und wegen ernster Gründe, zum Beispiel wegen der Erziehung der Kinder, nicht „der Verpflichtung zur Trennung nachkommen können“, befinden sich nicht im Zustand der schweren habituellen Sünde, wenn sie „die Verpflichtung eingehen, in voller Enthaltsamkeit zu leben, das heißt sich der den Gatten eigenen Akte zu enthalten“ (Familiaris consortio, Nr. 84) und auf der Grundlage dieser Absicht das Sakrament der Buße empfangen haben. Weil die Tatsache, daß diese Gläubigen nicht more uxorio zusammenleben, naturgemäß verborgen ist, während ihre Lebenssituation als geschiedene Wiederverheiratete naturgemäß bekannt ist, können diese nur remoto scandalo das Sakrament der Eucharistie empfangen.“

Diese Erklärung des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte legt also fest, daß die Zweitehe nach einer Scheidung eine Situation „schwerer gewohnheitsmäßiger Sünde“ ist, die vom Canon 915 des Codex Iuris Canonici behandelt wird, der jene meint, „die hartnäckig in einer offenkundigen schweren Sünde verharren“. Die von der Relatio synodi zitierte Stelle spezifiziert, daß diese Bewertung objektiv und nicht subjektiv zu verstehen ist, „weil der Kommunionspender die subjektive Anrechenbarkeit nicht beurteilen könnte“. Mit anderen Worten, die Situation wurde im forum externum geklärt, weil man keinen Zugang zum forum internum hat.
Im Kontext der Relatio synodi scheint diese Stelle aber einen anderen Sinn zu bekommen: Da man nicht über die „subjektive Schuldhaftigkeit“ urteilen könne, sollte man sich eines moralischen Urteils über diese Situation enthalten. Gewiß, der Text sagt das nicht so ausdrücklich, doch wer sich nicht die Mühe macht, die Erklärung des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte anzuschauen, kann ihn so verstehen. Zudem sagt der Text an keiner Stelle, weder daß es sich um eine Sünde handelt noch daß Christus die neue Verbindung als Ehebruch bezeichnet, wenn der erste Ehegatte noch am Leben ist (vgl. Mk 10,11-12). Dieses Wort mag hart klingen, aber es stammt direkt aus dem Munde Christi, der es in seiner ganzen Tragweite gebraucht.

Auch in diesem Fall wird eine „Hermeneutik der Kontinuität“ zu einer Textinterpretation führen, in der man aus dem Kontext der zitierten Dokumente ergänzt, daß es sich um eine „schwere und offenkundige Sünde“ handelt. Eine „Hermeneutik des Bruchs“ hingegen wird dieses Schweigen nützen und sich jedes Urteils einer subjektiven Schuldhaftigkeit enthalten, was dazu führen wird, jedwede Beurteilung dieser Situation im Zusammenhang von Schuld und Sünde zu qualifizieren, sei sie nun schwer und offenkundig oder nicht.

Im ersteren Fall wird man im Lichte der Enzyklika Veritatis splendor im Rahmen einer Moral der Objektivität und des Zwecks daran festhalten, daß die Zweitehe nach einer Scheidung ein schlechter Akt ist, den man unter keinen Umständen wollen kann.

Im zweiteren Fall wird man die Einladung aufgreifen, die eigene pastorale Sichtweise zu ändern und mehr auf die Umstände zu achten und damit das doktrinelle Gleichgewicht von Veritatis splendor modifizieren, indem man sich auf eine Moral der Subjektivität und des Gewissens beruft.
Der Papst hat garantiert, daß nirgends die Lehre angerührt wurde, was für erstere Auslegung spricht. In der Tat gibt es ausreichend Verweise auf das Lehramt, um die Vertreter der Hermeneutik der Kontinuität in ihrer Lesart zu bestärken. Es gibt allerdings auch ausreichend Schweigen, Leerstellen und positive Signale für die Vertreter der Hermeneutik des Bruchs, sodaß sich auch diese in ihrem Zugang bekräftigt fühlen können. In Ermangelung weiterer Präzisierungen scheinen beide Interpretationen zulässig.

Zum Abschluß dieser Analyse der drei Zitate sei angemerkt: Die Lücken in der Formulierung erklären wahrscheinlich, warum dieser Paragraph 85 die größte Anzahl an non placet erhalten hat und er nur mit einer Stimme Mehrheit angenommen wurde. Es ist daher möglich, daß Präzisierungen in die eine oder andere Richtung ihn Stimmen verlieren hätten lassen. Eine einzige hätte genügt, und er wäre abgelehnt worden.

5. Begleitung und Integration

Was den Paragraphen 84 betrifft, so präsentiert er die „Logik der Integration“ der wiederverheirateten Geschiedenen als „Schlüssel ihrer pastoralen Begleitung“, die darauf abzielt, ihnen nicht nur zu zeigen, daß sie nicht exkommuniziert sind, sondern daß sie in der Kirche leben und wachsen können, durch die Überwindung „der verschiedenen Formen des Ausschlusses, die derzeit im liturgischen, pastoralen, erzieherischen und institutionellen Bereich praktiziert werden“. Paragraph 86 siedelt schließlich das „korrekte Urteil über das, was die Möglichkeit einer vollständigeren Teilnahme am Leben der Kirche behindert“, auf der Unterscheidungsebene mit dem Priester im forum internum an. „Diese Unterscheidung wird nie von den Notwendigkeiten der von der Kirche verkündeten Wahrheit und der Nächstenliebe des Evangeliums abweichen”.

Im Licht der „Hermeneutik der Kontinuität“ erscheinen diese beiden Paragraphen völlig rechtgläubig und lehramtsgemäß. Das Zitat aus Familiaris consortio Nr. 84 und der Erklärung des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte erlauben, dieses Wachsen als schrittweise Bekehrung in der Wahrheit des Evangeliums zu verstehen. Eine Pastoral der Begleitung wird immer auf die volle Versöhnung des Gläubigen und nach Erreichung derselben auf die Wiederzulassung zur Eucharistie abzielen nach den Bedingungen, so wie sie in Familiaris consortio Nr. 84 genannt sind. Es geht darum, jenem „objektiven Widerspruch zu jenem Bund der Liebe zwischen Christus und der Kirche” ein Ende zu bereiten, den die neue Verpflichtung mit einer anderen Person als dem rechtmäßigen Ehegatten darstellt, und den der Codex Iuris Canonici im forum externum als „schwere und offenkundige Sünde“ bezeichnet. Hier ist am Ende des Paragraphen 86 mit schönen Worten ein wirklicher Weg der Heiligkeit skizziert, wenn die Rede ist von den „notwendigen Voraussetzungen der Demut, der Zurückhaltung, der Liebe zur Kirche und zu ihrer Begleitung, auf der ehrlichen Suche nach dem Willen Gottes und dem Wunsch zu einer Antwort zu gelangen, die diesem am vollkommensten entspricht.“

Die Anerkennung der Integration in die Kirche fände also mit Blick auf die „Ordnung der Büßer“ statt, wie man in alten Zeiten gesagt hätte mit Einschränkungen in der Ausübung verschiedener kirchlicher Dienste, die vom objektiven Stand der ungeordneten Situation abhängen und die schrittweise aufgehoben werden können, so wie diese Situation in Ordnung gebracht wird.

Im Licht der „Hermeneutik des Bruchs“ hingegen wird man, da die genannten Voraussetzungen und Schlußfolgerungen des früheren Lehramtes in diesem Text verschwiegen werden, dazu tendieren, die relative Neuheit einer Aufwertung des forum internum zu Lasten des forum externum zu bevorzugen. Man wird auf diese Weise zu einer Moral der Subjektivität statt der Objektivität gelangen, mit der Schwierigkeit, um es mit Veritatis splendor zu sagen, „in sich schlechte Handlungen“ zuzulassen, da der Schwerpunkt vor allem auf dem Gewissen und der inneren Wahrnehmung der verschiedenen Handlungen, Entscheidungen und Umstände gelegt wird. Unter diesen Bedingungen spielt es dann keine Rolle mehr, daß der Codex des

Kanonischen Rechts diese Situation als „schwere und offenkundige Sünde“ bezeichnet, wenn sie innerlich nicht so wahrgenommen wird. Vielmehr wäre es sogar besser, dies zu verschweigen, anstatt damit in den inneren Raum der Freiheit und des unverletzlichen Heiligtums des Gewissens eindringen zu wollen. Man wird also warten müssen, daß die Person selbst imstande ist, von sich aus diese Handlungen zu definieren, ohne je in diesen Prozeß einzugreifen aus Angst, sie zu verletzten oder Zwang auf ihr freies Fortkommen auszuüben.
Hier handelt es sich mehr um eine „Freiheit der Gleichgültigkeit“ als um eine „Freiheit der Qualität“. Die Begleitung würde von der Person ausgehen und dem, was in ihr aufgewertet werden könnte, um sie wachsen zu lassen, anstatt von einem von außen auferlegten Gesetz auszugehen, dem sich diese Person anpassen sollte. Die Integration in die Kirche wäre von der Subjektivität der Person abhängig, von ihrer inneren Wahrnehmung der eigenen Situation. Unter diesen Umständen, wenn diese Person „im Gewissen“ entscheidet, daß sie keine Sünde begangen hat und die Kommunion empfangen darf, wer sind wir, um zu urteilen? Der geistliche Fortschritt könnte sich zudem, paradoxerweise, durch einen Rückzug zeigen, wenn die Person schrittweise die eigene Sünde oder die objektive Unordnung erkennt und daher von sich aus die Entscheidung trifft, die Kommunion nicht mehr zu empfangen, weil sie erst dann den Grund dafür erkennt; oder die Entscheidung trifft, nicht mehr bestimmte Dienste in der Kirche auszuüben, weil sie erst dann das negative Zeugnis in der Öffentlichkeit versteht gegenüber den jungen Leuten, die sich auf die Ehe vorbereiten.

Diese beiden Positionen sind hier als Gegensatz dargestellt. Es ist nicht völlig ausgeschlossen, daß sich sowohl in der einen wie der anderen positive Aspekte und Grenzen finden lassen. Der Irrtum selbst kann dazu dienen, die Wahrheit klarer sichtbar zu machen. Die Grenze der reinen Logik der Objektivität liegt im Verständnis, daß es Zeit und verschiedene Etappen braucht, um die Wahrheit zu erlangen, damit diese Wahrheit nicht nur als wahr an sich verstanden wird, sondern als wahr für einen, als erstrebenswert und gut und daß es möglich ist, sie

fruchtbringend zu leben. Die Grenze der reinen Logik des Gewissens ist die Möglichkeit eines irrenden Gewissens und der Notwendigkeit, es von diesem Irrtum zu befreien, damit es wirklich wird, was es ist, nämlich wirklich frei und nicht nur potentiell frei: „Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien“ (Joh 8,32).

Schließlich stellen wir eine gewisse Unruhe in der Sprache des Paragraphen 84 fest, der „Exklusion“ der „Integration“ gegenüberstellt. Eine solche Terminologie entspricht nicht der Theologie. Sie ist vielmehr typisch für eine Gleichheitsideologie, die besonders die LGBT-Bewegung und generell die Befreiungslehre auf der alten Grundlage der marxistischen Dialektik mit einer neuen nihilistischen Tendenz vertritt. Es ist nicht mehr der Klassenkampf, sondern die Abschaffung aller Klassen, Unterschiede, Kategorien, Stände… und daher auch das Verschwinden der wahren Gerechtigkeit, die jedem nach seinem Teil gibt (suum cuique tribuere), was nicht zwangsläufig das Gleiche für alle bedeutet, weil die Situationen nicht zwangsläufig dieselben sind. Wenn man beginnt, eine solche Art von weltlichem Gegensatz in einem kirchlichen Dokument zu dulden, ist die Tür offen für andere Bevölkerungskategorien (Personen mit homosexuellen Neigungen, Frauen- statt Männerklerus, usw.), die ihre

„Exklusion“ beklagen und ihre volle „Integration“ in die Kirche fordern werden. Es wäre daher angemessen, die Suche nach der Gemeinschaft für jene Menschen, die wegen einer objektiv ungeordneten Situation derzeit sich nicht in der vollen Gemeinschaft mit der Kirche befinden, was ihre Zulassung zur Kommunion unmöglich macht, auf andere Weise aufzudrücken. Vielmehr sollte die Nächstenliebe betont werden, die dringend geboten ist, um diese Personen in der Wahrheit wieder in die volle Einheit mit der Kirche zurückzuführen unter den vom Evangelium genannten Bedingungen.

6. Kommunion und Dezentralisierung

Die Relatio synodi 2015 hat als solche keine lehramtliche Bedeutung. Es handelt sich nur um ein dem Papst übergebenes Dokument, damit er eine Entscheidung trifft. Man darf daher hoffen, daß der Papst in einem nach-synodalen Apostolischen Schreiben in aller Deutlichkeit die einzuhaltenden Linien zieht. Oder daß ein Dokument der Glaubenskongregation die notwendigen Präzisierungen liefert, zum Beispiel in der Form einer Ermahnung zur richtigen Interpretation der lehramtlichen Dokumente gemäß einer Hermeneutik der Kontinuität.

In Ermangelung solcher Klärungen könnte was geschehen? Alle werden zufrieden nach Hause gehen können mit dem sicheren Gefühl, erreicht zu haben, was sie erreichen wollten und das Schlimmste vermieden zu haben, was vom gegnerischen Lager angestrebt wurde. Eine Einigung, die auf zweideutiger Grundlage erreicht wurde, mag eine Spaltung zudecken, sie bringt der Kirche aber keinen Nutzen. Die bereits heute bestehenden unterschiedlichen, widersprüchlichen und gegensätzlichen pastoralen Praktiken werden weiterhin bestehen und sich weiter entfalten können, die einen auf der Grundlage einer Hermeneutik der Kontinuität und die anderen auf der Grundlage einer Hermeneutik des Bruchs. Die Zuweisung der Frage an die pastorale „Gewissens“-Entscheidung eines jeden Priesters und Gläubigen, wird eine Vielzahl unterschiedlicher pastoraler Lösungen zur Folge haben, die einen völlig in Übereinstimmung mit Orthodoxie und Orthopraxie, die anderen mehr oder weniger diskutabel.
Letztlich, wenn in einem Land die Priester, von „Richtlinien“ der eigenen Bischöfe ermutigt,

damit beginnen identische pastorale Praktiken festzulegen, die sich aber von jenen anderer Länder unterscheiden, könnte das in ein faktisches Schisma führen, in dem sich beide Seiten durch eine mögliche doppelte Lesart dieses Dokuments legitimiert fühlen. Man gelangt damit an den Punkt, vor dem wir bereits im vergangenen Juli gewarnt haben, falls es der Synode nicht gelänge, eine klare Linie zu definieren. Dort sind wir nun.
http://www.katholisches.info/2015/11/04/...ischen-schisma/
Am Fest der heiligen Apostel Simon und Judas
28. Oktober 2015

von esther10 04.11.2015 00:39

Deutsche Bischöfe im November auf Ad-limina-Besuch



Bischöfe gehen zum Papst - ANSA

04/11/2015 13:03SHARE:
Die deutschen Bischöfe kommen von 16. bis 20. November 2015 zum Ad-limina-Besuch nach Rom. Darüber informierte die Deutsche Bischofskonferenz in einer Aussendung an diesem Mittwoch. Papst Franziskus gewährt den deutschen Bischöfen drei Audienzen, wobei sich verschiedene Kirchenprovinzen für die Audienzen zusammengeschlossen haben. Die Gespräche in den Kongregationen und Päpstlichen Räten, dem Staatssekretariat sowie weiteren Einrichtungen des Heiligen Stuhls sind vertraulich. Ursprünglich sollte der Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe im September stattfinden, musste aber wegen der Pasptreise nach Kuba und in die USA verschoben werden.
Die „Visitatio ad limina Apostolorum“ ist der offizielle Ausdruck für den Besuch der Bischöfe an den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus in Rom. Ad-limina-Besuche finden für jede Bischofskonferenz in regelmäßigen Abständen von rund fünf Jahren statt. Der Aspekt des Pilgerns ist dabei verbunden mit der Berichterstattung über die Entwicklungen in der Ortskirche, einer Papstaudienz und Gesprächen in verschiedenen Einrichtungen der römischen Kurie. Zuletzt waren die deutschen Bischöfe 2006 zum Ad-limina-Besuch in Rom. Die päpstliche Abschlussaudienz für alle Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz ist für den 20. November 2015 geplant.
(pm 04.11.2015 gs)

von esther10 04.11.2015 00:35

Dienstag, 3. November 2015
Konservativer Publizist Josef Bordat erhält Gewaltdrohung

Felizitas Küble



(Christliches Forum) Soeben las ich mit Entsetzen, daß der katholische Philosoph aus Berlin eine haßerfüllte anonyme Drohung per Mail erhalten hat, nachdem er sich heute kritisch mit dem linksextremen Brandanschlag auf das Fahrzeug der Baronin Beverfoerde befaßt hat. (Auch wir haben hierüber in zwei Beiträgen berichtet.)

Auf seiner Internetseite Jobo72 schreibt Dr. Bordat unter dem Titel “Das ging ja schnell” am heutigen Nachmittag, daß er drei Stunden nach Veröffentlichung seines Beitrags folgendes anonymes Mailschreiben erhielt: “Nerv nicht rum, du katholischer konservativer Trottel… ansonsten brennt es demnächst bei dir. Deine Adresse ist bekannt.”

Dr. Bordat hat diese Gewaltandrohung sogleich der Berliner Polizei mitgeteilt, die nun Ermittlungen anstellt. Aus Vorsicht und Sicherheitsgründen hat er seine Internetpräsenz vorübergehend eingestellt.

Er schreibt dazu: “Bis zur Klärung des Sachverhalts, d.h. bis zu einer verlässlichen Einschätzung der tatsächlichen Gefährdungslage werde ich Jobo72’s Weblog einstellen, um die Gefahr eines Brandanschlags auf das Haus, in dem u. a. ich wohne, nach meinen Möglichkeiten maximal herabzusenken.

Ich bitte um Verständnis und bedanke mich bei den Leserinnen und Lesern, insbesondere bei denjenigen, die manchmal oder oft nicht meiner Meinung sind und mir dennoch zugestehen, am Leben zu bleiben”.
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