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von 28.12.2013 09:26

28.12. Unschuldige Kinder



Lesung Mt 2, 16-18


Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte. Damals erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist: Ein Geschrei war in Rama zu hören, / lautes Weinen und Klagen: / Rahel weinte um ihre Kinder / und wollte sich nicht trösten lassen, / denn sie waren dahin.
Am 26. das Fest des Märtyrers Stephanus, nun am 28. das der Unschuldigen Kinder. Mord und Blutvergießen und das gleich an den Tagen nach Weihnachten. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass Johannes, den wir am 27. feiern, wahrscheinlich der einzige Apostel war, der eines natürlichen Todes gestorben ist.
Die Sterndeuter sind auf ihrem Weg zu Jesus bei König Herodes vorstellig geworden. So hat dieser von der Geburt eines neuen Königs der Juden erfahren. Dieser galt Herodes als potentieller politischer Feind und war daher auszuschalten. Doch die Sterndeuter hatten ihn getäuscht und sind nicht nochmals zu ihm gekommen, um ihn zu dem Kind zu führen. Daraufhin ließ Herodes in Bethlehem, dem Geburtsort Jesu, alle Kleinkinder töten. Jesus aber war längst schon mit Maria und Joseph in Ägypten in Sicherheit.
Wie viele Kinder es waren, die wegen der Grausamkeit eines Königs unschuldig sterben mussten, wissen wir nicht. Ihrer gedenkt heute die Kirche. Zugleich soll uns dieser Tag aber auch an die unzähligen Kinder in unserer Welt heute erinnern, die missbraucht und um ihre Kindheit betrogen werden. All die Kinder, die nicht die liebevolle Nähe und Zärtlichkeit ihrer Eltern erfahren dürfen.
Vertrauen wir all dieses Leid heute ganz besonders Gott an. Herr, halte all diese Kinder fest in Deiner Hand und lass auch uns erkennen, wo wir helfen und ihr Leben mit Liebe und Zuwendung erhellen können.

Die Kirche ist weit davon entfernt, uns an Weihnachten eine heile Welt vorzuspielen, wie es die Medien und vor allem die Werbung in diesen Tagen gerne tun. Nur wenn man dem Weihnachtsfest seinen eigentlichen Sinn nimmt, weiß man damit nichts anderes mehr anzufangen, als es zu einem Fest des Konsums und der Gefühlsduselei verkommen zu lassen.
Weihnachten ist keine heile Welt, auch wenn das Bild vom Kind in der Krippe doch ach so romantisch ist. Aber mal ehrlich: welche Familie würde es sich wünschen, dass ihr erstes Kind in einem kalten und zugigen Bretterverschlag fernab aller Zivilisation zur Welt kommt?
Gottes Kommen in unsere Welt ist eine Herausforderung für uns. Und es ist bedroht, bedroht von all jenen, die uns Menschen niedrig und dumm halten wollen, um so ihre eigene Macht immer größer werden zu lassen. König Herodes fürchtete um seine Herrschaft, als er von dem neugeborenen König der Juden in Betlehem hörte. Schnell ließ er dort alle Kinder niedermachen - doch Josef war mit Maria und Jesus längst in Ägypten in Sicherheit.
Wie barbarisch, sagen wir. Wie brutal. Doch wir übersehen nur allzu gern, dass die Barbarei in unserer Zeit wieder neu an die Macht gerät, wenn man ungeborene Kinder ganz legal um ihr Leben bringen kann, wenn man vielleicht bald auch alte und kranke Menschen ganz legal etwas vor der Zeit ins Jenseits befördern kann, wenn ganz legal Menschen brutal von ihrem Grund und Boden vertrieben werden, damit uns die Großkonzerne billig mit den Gütern des täglichen Lebens beliefern können.
Lassen wir uns von den Sprüchen der Mächtigen und den Bildern der Werbung nicht verdummen. Halten wir Augen und Ohren offen, dass wir sehen, was wirklich geschieht. Versuchen wir, mit unseren persönlichen Entscheidungen den barbarischen Entwicklungen unserer Zeit so gut es geht entgegenzusteuern. Entlarven wir die Sklaverei, die unter dem Deckmantel der Freiheit auftritt und leben wir die wahre Freiheit, die uns Menschen zukommt.

von 27.12.2013 12:29


Kirchliche Publikationen über KATHOLISCHE SCHEINEHEN: Die UNGÜLTIGKEIT mancher VOR DER HL. KIRCHE CHRISTI geschlossener Ehen


N.B.: Wer die von Gott eingesetzte Autorität der hl. Kirche betrügt, begeht eine schwere Sünde und stellt sich gegen Gott und Seine Kirche, selbst wenn die Kirchenautorität an einem Betrug der Kirchenautorität selbst mitwirken würde (z.B. auch ein verbrecherischer Papst des Mittelalters oder Eherichter, die erklären, die häretische zweifache Scheidungspraxis der häretischen Konstantinopel-Orientalismusreligion müsse auch in der katholischen Kirche "gelten").
Eine Eheannullierung ist nur dann tatsächlich vor Gott und der Kirche gültig, wenn die angeführten Gründe tatsächlich vorhanden sind und nicht durch Betrug oder Häresie zustandegekommen sind.
Unser Hl. Vater Benedikt XVI. hat andererseits aber auch sinngemäß die Frage gestellt, wieviele der von "Brauchtumskatholiken" bzw. "Taufscheinkatholiken" vollzogenen Kirchenscheinehen tatsächlich gültig zustandegekommen wären.
Mangels besseren Wissens als Außenstehender sind die durch die Kirchenautorität ausgesprochenen Eheannullierungen zu akzeptieren oder gegebenfalls muß ein vermuteter Betrug (durch Täuschung oder durch Häresie) an den Bischof bzw. an den Papst gemeldet werden, so wie auch alle Häretiker in Kirchenämtern der zuständigen Kirchenautorität gemeldet werden müssen.


Buchneuerscheinung über katholische Scheinehen:

Die Ungültigkeit mancher vor der HL. Kirche JESU Christi geschlossener Ehen


Gero P. Weishaupt: Die Parteiaussagen im Ehenichtigkeitsprozeß im Spiegel der moralischen Gewißheit. Die Natur der „anderen Elemente“ des can. 1536 § 2 in Verbindung mit can. 1679





Dissertation an der Universitas Pontificia Gregoriana, Facultas Iuris Canonici im Mai 2006.




ISBN 978-3-936741-49-0; Erscheinungsdatum: 24. September 2007

368 Seiten; Format: 15 x 22,3 cm, Paperback
Bestellmöglichkeit direkt beim Verlag: www.novaetvetera.de
Bestell-Nr.: 978-3-936741-49-0

von 27.12.2013 11:03

27.12. Johannes

Berufung Mt 4, 21-22


Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie, und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus.

Ungenannt Joh 1, 35-40

Am Tag darauf stand Johannes wieder dort und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister , wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren.

Mutterliebe

Mt 20,20-28


Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat.
Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.


Fragender

Mk 9, 38-41


Da sagte Johannes zu ihm: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen.

Mahlbereiter

Lk 22, 7-13


Dann kam der Tag der Ungesäuerten Brote, an dem das Paschalamm geschlachtet werden musste. Jesus schickte Petrus und Johannes in die Stadt und sagte: Geht und bereitet das Paschamahl für uns vor, damit wir es gemeinsam essen können. Sie fragten ihn: Wo sollen wir es vorbereiten? Er antwortete ihnen: Wenn ihr in die Stadt kommt, wird euch ein Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt. Folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht, und sagt zu dem Herrn des Hauses: Der Meister lässt dich fragen: Wo ist der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das Paschalamm essen kann? Und der Hausherr wird euch einen großen Raum im Obergeschoss zeigen, der mit Polstern ausgestattet ist. Dort bereitet alles vor! Sie gingen und fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.

Bei Jesus

Joh 18, 12-15


Die Soldaten, ihre Befehlshaber und die Gerichtsdiener der Juden nahmen Jesus fest, fesselten ihn und führten ihn zuerst zu Hannas; er war nämlich der Schwiegervater des Kajaphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war. Kajaphas aber war es, der den Juden den Rat gegeben hatte: Es ist besser, dass ein einziger Mensch für das Volk stirbt. Simon Petrus und ein anderer Jünger folgten Jesus. Dieser Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus in den Hof des hohepriesterlichen Palastes.


Am Grab

Joh 20, 1-10


Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste. Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück.

Begegnung

Joh 21,20-24


Petrus wandte sich um und sah, wie der Jünger, den Jesus liebte, (diesem) folgte. Es war der Jünger, der sich bei jenem Mahl an die Brust Jesu gelehnt und ihn gefragt hatte: Herr, wer ist es, der dich verraten wird? Als Petrus diesen Jünger sah, fragte er Jesus: Herr, was wird denn mit ihm? Jesus antwortete ihm: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber folge mir nach! Da verbreitete sich unter den Brüdern die Meinung: Jener Jünger stirbt nicht. Doch Jesus hatte zu Petrus nicht gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Dieser Jünger ist es, der all das bezeugt und der es aufgeschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.


Hl. Apostel Johannes Apostel und
Evangelist


Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte. (Joh 13,23)

Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. (Joh 19,25-27)


Johannes der Theologe

Johannes ist der Sohn des Zebedäus und Bruder des Jakobus. Beide waren Fischer am See von Galiläa. Nach den synoptischen Evangelien beruft Jesus Johannes zusammen mit Jakobus am See, unmittelbar nach der Berufung des Petrus und Andreas, die ebenfalls dort als Fischer gearbeitet haben.
Das Johannesevangelium erwähnt Johannes ebenso wenig wie dessen Bruder Jakobus namentlich. Hier sind es zwei Jünger Johannes des Täufers, die als erste Jesus folgen, Andreas und ein nicht namentlich genannter, der aber höchstwahrscheinlich Johannes ist.
Nach den Synoptikern gehört Johannes zusammen mit Petrus und Jakobus zum engeren Kreis der Jünger, die Jesus oft in seine Nähe holt. Er und sein Bruder hatten wohl ein stürmisches Temperament, weshalb Jesus sie Donnersöhne nennt.
Die Tradition identifiziert den Jünger, den Jesus liebt, mit Johannes und sieht somit auch Johannes als Schreiber des Vierten Evangeliums. Doch der Textbefund lässt auch andere Deutungen zu. Ernstzunehmende Exegeten sehen in Andreas den Lieblingsjünger Jesu.
Sicher ist, dass der Jünger, den Jesus liebte im Johannesevangelium die herausragende Stellung hat, die in den Synoptikern den drei Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes zukommt. Er ist der Garant für die Verlässlichkeit der Überlieferung.
Johannes war der Tradition nach der Apostel, der am längsten gelebt hat und auch der einzige, der eines natürlichen Todes gestorben ist. In der Ostkirche wird er "der Theologe" genannt. Die Tradition sieht in ihm den Autor des Johannesevangeliums und der Offenbarung. Diese hat er in hohem Alter in der Verbannung auf Patmos geschrieben.
Bei der Festsetzung des Zeitpunktes der Entstehung des Johannesevangeliums sprechen immer mehr Gründe gegen die von vielen Exegeten vertretene Spätdatierung. Johannes berichtet anders von Jesus, als es die Synoptiker tun. Während diese viele einzelne Begebenheiten aus dem Leben Jesu ordnen und aneinanderreihen, geht Johannes mehr in die Tiefe. Er berichtet nur von wenigen entscheidenden Ereignissen im Leben Jesu, führt diese aber breit aus, indem er auch immer wieder lange Reden Jesu einfügt. Es lohnt sich, diese Texte näher zu betrachten. Wer nicht in die Breite, sondern in die Tiefe gehen möchte, wird den reichen Schatz des Johannesevangeliums entdecken.
Johannes beginnt sein Evangelium mit dem berühmten Prolog. Er sagt uns, dass in diesem Jesus, von dem das Evangelium berichtet, Gott wahrhaft Mensch geworden ist. Das Wort, durch das die Welt erschaffen wurde, wird Fleisch und so spricht der wahre Gott als wahrer Mensch zu uns. "Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht."
Diese Kunde des Sohnes Gottes hat Johannes für uns aufgeschrieben. Doch Johannes hat nicht nur die Worte Jesu mit den Ohren gehört und seine Taten mit den Augen gesehen, sondern die Kunde des Sohnes Gottes ist bei ihm von Herz zu Herz gegangen. Wie der Sohn aus dem Herzen des Vaters spricht, so hat auch Johannes mit seinem Herzen den Zugang zum Wort Gottes gefunden.
Wie schon erwähnt sieht die Tradition in Johannes den Jünger, der beim letzten Abendmahl an der Seite Jesu lag. Diese innige Verbindung zwischen Jesus und seinem Jünger kommt sehr schön in der bekannten Darstellung von Johannes an der Brust Jesu zum Ausdruck. Doch dieser Platz ist kein Privileg des Johannes. Mit seinem Evangelium will er uns zu diesem Platz führen, er will den Menschen das Herz für die Botschaft Jesu öffnen, dass wir uns ganz diesem Jesus hingeben. Wie Johannes soll jeder von uns ein geliebter Jünger Jesu sein und diesen Jesus im Herzen tragen.
Johannes hatte auch eine tiefe Beziehung zur Gottesmutter. Nach dem Johannesevangelium standen Johannes und Maria unter dem Kreuz Jesu und Jesus vertraut sie einander an.
Wenn wir das Johannesevangelium mit den Synoptikern vergleichen, so wird uns eines deutlich: die Zwölf Apostel waren keine Einheitstruppe. Es gab unter ihnen die verschiedensten Charaktere. Das hat sicher auch zu Spannungen in der Gruppe geführt, aber diese Vielfalt gab der jungen Kirche auch eine Dynamik, die in Verbindung mit dem Wirken des Heiligen Geistes die Botschaft von Jesus Christus in die Welt hinausgetragen hat.
Die Unterschiede zwischen Johannes und den Synoptikern zeigen auch die Vielfalt der Kirche auf. Wenn auch in allen Evangelien die herausragende Stellung des Petrus zur Geltung kommt, haben wir bei Johannes andere Apostel im Vordergrund als bei den Synoptikern. Dies zeigt, dass jeder der Apostel in dem Gebiet, in dem er gewirkt hat, eine einzigartige Stellung einnahm. Diese lokalen Unterschiede in Verbindung mit der einenden Rolle des Petrus sind ein Bild für die Kirche, die der Eigenständigkeit Raum gibt und doch zur Einheit zusammenführt.
Johannes möchte uns zum Denken anregen, dass wir die festgefahrenen Bahnen verlassen, die Tradition hinterfragen und so zum Kern der frohen Botschaft kommen. Der Mittelpunk all unseres Denkens und Tuns muss Jesus Christus sein. Wenn wir mit ihm verbunden sind, sind wir auf dem richtigen Weg. Er ist die Wahrheit die Leben schenkt.

Hl. Apostel Johannes
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Joh 1,14

So lautet die Weihnachtsbotschaft des Johannes. Wenn wir bei ihm auch nichts von einem Kind in der Krippe im Stall vom Betlehem lesen, so erfassen doch diese seine Worte das Geheimnis der Menschwerdung Gottes auf intensivste Weise.

„Der Logos ist im Fleisch gekommen, ist sichtbar geworden und hat bei uns sein Zelt aufgeschlagen. In den folgenden Kapiteln macht Johannes nichts anderes, als die Konsequenzen aus diesem zentralen und provozierenden Vers zu ziehen. Wer Gott sucht, muss das fleischgewordene Wort suchen; in ihm kann er den Vater, das dreifaltige Geheimnis betrachten.“ (Carlo M. Martini)

von 26.12.2013 09:06

Drei merkwürdige Gäste
und ein guter Stern



Autor unbekannt

Die vornehmen Leute aus dem Osten hatten den Stall und die Krippe noch nicht lange verlassen, da trug sich eine seltsame Geschichte in Bethlehem zu, die in keinem Buch verzeichnet ist. Wie die Reitergruppe der Könige gerade am Horizont verschwand, näherten sich drei merkwürdige Gestalten dem Stall. Die erste trug ein buntes Flickenkleid und kam langsam näher. Zwar war sie wie ein Spaßmacher geschminkt, aber eigentlich wirkte sie hinter ihrer lustigen Maske sehr, sehr traurig. Erst als sie das Kind sah, huschte ein leises Lächeln über ihr Gesicht. Vorsichtig trat sie an die Krippe heran und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. Vorsichtig trat sie an die Krippe heran und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. "Ich bin die Lebensfreude", sagte sie. "Ich komme zu dir, weil die Menschen nichts mehr zu lachen haben. Sie haben keinen Spaß mehr am Leben. Alles ist so bitterernst geworden." Dann zog sie ihr Flickengewand aus und deckte das Kind damit zu. "Es ist kalt in dieser Welt. Vielleicht kann dich der Mantel des Clowns wärmen und schützen."
Darauf trat die zweite Gestalt vor. Wer genau hinsah, bemerkte ihren gehetzten Blick und spürte, wie sehr sie in Eile war. Als sie aber vor das Kind in der Krippe trat, schien es, als falle alle Hast und Hektik von ihr ab. " Ich bin die Zeit", sagte die Gestalt und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. " Eigentlich gibt es mich kaum noch. Die Zeit sagt man, vergeht wie im Flug. Darüber haben die Menschen aber ein großes Geheimnis vergessen. Zeit vergeht nicht, Zeit entsteht. Sie wächst wie Blumen und Bäume. Sie wächst überall dort, wo man sie teilt." Dann griff die Gestalt in ihren Mantel und legte ein Stundenglas in die Krippe. "Man hat wenig Zeit in dieser Welt. Diese Sanduhr schenke ich dir, weil es noch nicht zu spät ist. Sie soll dir ein Zeichen dafür sein, dass du immer soviel Zeit hast, wie du dir nimmst und anderen schenkst."
Dann kam die dritte Gestalt an die Reihe. Die hatte ein geschundenes Gesicht voller dicker Narben, so als ob sie immer und immer wieder geschlagen worden wäre. Als sie aber vor das Kind in der Krippe trat, war es, als heilten die Wunden und Verletzungen, die ihr das Leben zugefügt haben musste. "Ich bin die Liebe", sagte die Gestalt und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. "Es heißt, ich sei viel zu gut für diese Welt. Deshalb tritt man mich mit Füßen und macht mich fertig." Während die Liebe so sprach, musste sie weinen und drei dicke Tränen tropften auf das Kind. " Wer liebt, hat viel zu leiden in dieser Welt. Nimm meine Tränen. Sie sind, wie das Wasser, das den Stein schleift. Sie sind wie der Regen, der den verkrusteten Boden fruchtbar macht und selbst die Wüste zum Blühen bringt."
Da knieten die Lebensfreude, die Zeit und die Liebe vor dem Kind des Himmels. Drei merkwürdige Gäste brachten dem Kind ihre Gaben dar. Das Kind aber schaute die drei an, als ob es sie verstanden hätte. Plötzlich drehte dich die Liebe um und sprach zu den Menschen, die dabeistanden: "Man wird dieses Kind zum Narren machen, man wird es um seine Lebenszeit bringen und es wird viel leiden müssen, weil es bedingungslos lieben wird. Aber weil es Ernst macht mit der Freude und weil es seine Zeit und Liebe verschwendet, wird die Welt nie mehr so wie früher sein. Wegen dieses Kindes steht die Welt unter einem neuen, guten Stern, der alles andere in den Schatten stellt." Darauf standen die drei Gestalten auf und verließen den Ort. Die Menschen aber, die all das miterlebt hatten, dachten noch lange über diese rätselhaften Worte nach.....

von 24.12.2013 08:06

Das unscheinbare Kind in der Krippe

Ganz klein, ein unscheinbares Kind,
wirst du im Stall geboren.
Für Menschen, die verloren sind,
von Gott selbst auserkoren.

Da liegst du nun, du Kindlein klein,
was soll daraus noch werden?
Du sollst der Menschen Heiland sein,
ein Friedefürst auf Erden.

Ich schau` dich an, oh Kindlein klein,
und frage mich im Stillen:
Ist das der Retter, der allein
uns hilft nach Gottes Willen?

Ja, dieser ist`s vom Himmel her,
bist du ein Mensch geworden.
Wir lieben dich, oh Heiland, sehr,
nun weichen alle Sorgen.

Den Menschen wird`s jetzt warm ums Herz,
Gott lässt sein Licht uns scheinen.
Und Freude überstrahlt den Schmerz,
die Not und auch das Weinen.

Willkommen seist du, Kindlein klein!
Wir öffnen dir die Herzen.
Beim Lobgesang, beim Freudenschein,
und bei dem Glanz der Kerzen.

Es jauchzt dir meine Seele zu,
die Freiheit ist gekommen.
Sohn Gottes, oh wie gut bist du!
Ein Heiland aller Frommen.




Autor: Heinrich Ardüser, 2009)

von 23.12.2013 00:35

Der Heiland ist geboren

Der Heiland ist geboren,
freu dich, o Christenheit,
sonst wär'n wir gar verloren
in alle Ewigkeit.


Freut euch von Herzen, ihr Christen all',
kommt her zum Kindlein in den Stall,
freut euch von Herzen, ihr Christen all',
kommt her zum Kindlein in dem Stall.

Ein Kindlein auserkoren,
freu dich, du Christenheit!
Sonst wär'n wir gar verloren
in alle Ewigkeit!

Die Engel lieblich singen,
freu dich, du Christenheit;
tun gute Botschaft bringen,
verkündigen große Freud’!

Der Gnadenbrunn tut fließen,
freu dich, du Christenheit!
Tut all’ das Kindlein grüßen!
Kommt her zu ihm mit Freud’!

von 22.12.2013 06:59

4. Adventssonntag

Erste Lesung Jes 7, 10-14


In jenen Tagen sprach der Herr noch einmal zu Ahas; er sagte:
Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe.
Ahas antwortete: Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen.
Da sagte Jesaja: Hört her, ihr vom Haus David! Genügt es euch nicht, Menschen zu belästigen? Müsst ihr auch noch meinen Gott belästigen?
Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben.


Zweite Lesung Röm 1, 1-7

Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, auserwählt, das Evangelium Gottes zu verkündigen,
das er durch seine Propheten im Voraus verheißen hat in den heiligen Schriften:
das Evangelium von seinem Sohn, der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkomme Davids, der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten, das Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn.
Durch ihn haben wir Gnade und Apostelamt empfangen, um in seinem Namen alle Heiden zum Gehorsam des Glaubens zu führen; zu ihnen gehört auch ihr, die ihr von Jesus Christus berufen seid.
An alle in Rom, die von Gott geliebt sind, die berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.


Evangelium Mt 1, 18-24

Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.
Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte:
Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.
Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.


4. Advent Die Geburt des Gottessohnes

Mit dem heutigen Evangelium (Mt 1,18-24) sind wir schon mitten im Weihnachtsgeschehen. Nachdem Matthäus zum Beginn seines Werkes im Stammbaum die göttliche Abstammung Jesu aufgezeigt hat, macht er nun deutlich, wie Jesus Christus, der Sohn Gottes, in diese Welt gekommen ist:

Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.

Was Matthäus hier in einfachen Worten erklärt, wird immer wieder missverstanden und belächelt. Wer nur mit rationalen Argumenten eine Erklärung für das Geschehen sucht, wird die Schwangerschaft Mariens auf andere Ursachen zurückführen, als das Wirken des Heiligen Geistes (Beispiele dafür gibt es genug, sie müssen hier nicht erwähnt werden). Immer haben diese vermeintlich rationalen Erklärungsversuche zugleich auch eine Leugnung der Göttlichkeit Jesu zur Folge. Wer aber in Jesus Christus nur einen besonders erleuchteten Menschen sieht, wie es ihrer viele gab auf Erden, dem verstellt sich auch der tiefere Blick auf den Sinn des Weihnachtsgeschehens.
Wenn wir verstehen wollen, was an Weihnachten geschehen ist, dann müssen wir die Geschichte von ihrem Ende her betrachten. Die prägende Erfahrung der Jünger mit Jesus Christus war seine Auferstehung. Schon in seinem Leben auf Erden hat Jesus immer wieder darauf hingewiesen, dass er mehr ist als ein normaler Mensch, immer wieder bricht in den Schilderungen der Evangelien seine besondere Beziehung zum Vater im Himmel durch. Dieser Vater im Himmel erweckt Christus nach seinem Tod am Kreuz wieder zum Leben und nimmt ihn auf in seine Herrlichkeit.
Dieser Platz zur Rechten des Vaters ist aber nicht ein Platz, den Jesus erst nach seiner Himmelfahrt einnimmt, sondern diesen Platz hat er schon seit Ewigkeit. Von dort ist er auf die Erde gekommen und nach seinem irdischen Leben kehrt er dorthin wieder zurück. Matthäus versucht das für Menschen letztlich unergründliche Geschehen darzustellen, wie Gottes Sohn vom Himmel in den Schoß Mariens gelangt, eben durch das Wirken des Heiligen Geistes.

Erfüllung der Verheißung

Das, was hier geschieht, war dem Volk Israel schon durch die Jahrhunderte hinweg verheißen. In der Geburt Jesu Christi erfüllt sich, was der Prophet Jesaja (7,14) gesagt hat:

Siehe, die junge Frau wird schwanger werden und einen Sohn gebären. Du sollst seinen Namen nennen: Immanuel (Gott mit uns).

Betrachten wir zunächst einmal dieses Zitat im Kontext des 7. Kapitels des Jesajabuches. Den historischen Hintergrund bildet der sogenannte syrisch-ephraimitische Krieg. Durch die Ausbreitung des Assyrischen Reiches sind die Kleinstaaten des Vorderen Orient in Bedrängnis geraten. Es werden unterschiedliche Bündnisse geschlossen. Ein Großteil des Nordreiches Israel ging damals verloren. Ahas, der König von Juda, betrachtet mit Bangen die Ereignisse um ihn herum. Gegen die Übermacht Assurs wird er Juda und Jerusalem nicht verteidigen können. In diese Situation hinein spricht der Prophet Jesaja zum König. Er ermutigt ihn, auf Gott zu vertrauen, darauf, dass Gott nicht zulassen wird, dass Jerusalem erobert wird. Doch dem König fehlt dieses Vertrauen. Er ist nicht einmal dazu bereit, ein Zeichen zu erbitten, das dieses Vertrauen stärken könnte. Darum wird Gott selbst ein Zeichen geben: die Geburt des Immanuel.
Wenn man sich in diese Situation hineinversetzt – der drohende Untergang des Volkes angesichts der Übermacht der Feinde – so ist der Trost zu spüren, der aus den Worten des Propheten spricht. Selbst in der größten Not lässt Gott sein Volk nicht im Stich. Er wird zu allen Zeiten ein Zeichen für seine Nähe, für seine Gegenwart unter den Menschen setzen. Gott ist mitten unter uns. Auch wenn er uns vor manchem Unheil und Finsternissen nicht bewahrt (hier immer wieder die Frage so vieler Menschen: warum lässt Gott das zu?), so geht er doch mit uns in diese hinein und durch diese hindurch.
In der Geburt Jesu Christi schenkt Gott den Menschen das größte und unüberbietbare Zeichen seiner Gegenwart: Gott selbst wird Mensch, durchlebt das ganze Menschsein vom Mutterschoß bis zum Tod. Er kommt selbst, um die Menschen aus der Tiefe ihres Daseins emporzuheben in seine Göttlichkeit. In einem Gebet der Ostkirche heißt es:

Das seit Ewigkeit verborgene Geheimnis
wird heute offenkundig:
der Sohn Gottes wird ein Sohn des Menschen,
damit er in der Annahme des Schlechteren
mir schenke das Bessere.
Einst wurde Adam betrogen:
Als er begehrte, Gott zu werden, wurde er es nicht.
Doch Gott wird Mensch,
damit er zu Gott den Adam mache.
Jubeln soll die Schöpfung!


Alma Mater

Immer wieder wird darüber diskutiert, ob Matthäus breits die Jungfräulichkeit Mariens vor Augen hatte, oder ob diese erst eine spätere theologische Interpretation des Geschehens ist. Bei Jesaja steht im Originaltext das Wort „alma“, das zunächst einmal junge Frau bedeutet. Die Septuaginta, die Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische, verwendet aber bereits das Wort „parthenos“, das Jungfrau bedeutet. Es ist also nicht erst christliche Interpretation, in Jesaja 7,14 die Jungfrauengeburt zu sehen. Hören wir, was der hl. Hieronymus zu diesem Thema sagt:

„Im Hebräischen wird eine Jungfrau „bethula“ genannt, aber dieses Wort steht an dieser Stelle nicht beim Propheten, sondern er hat dafür das Wort „alma“ verwendet und das übersetzen alle (außer der Septuaginta) mit „junge Frau“. ... So weit ich mich aber erinnere, habe ich glaube ich nirgends gelesen, dass das Wort „alma“ für eine verheiratete Frau verwendet wurde. Vielmehr wird es von einer Jungfrau gesagt, die nicht nur Jungfrau, sondern auch in jungem Alter ist.“

Manche mögen zwar die Jungfräulichkeit Mariens vor der Geburt annehmen, interpretieren aber den letzten Satz des heutigen Evangeliums dahingehend, dass Maria und Josef nach der Geburt Jesu Christi ehelichen Verkehr hatten. Hören wir, was hierzu Basilius der Große sagt:

„Der Satz ‚Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar (Mt 1,25)‘ legt die Vermutung nahe, dass Maria, nachdem sie bei der vom Heiligen Geist vollzogenen Geburt des Herrn in Reinheit mitgewirkt hatte, den erlaubten ehelichen Verkehr nicht mehr abgelehnt hat. ... Wir Christusfreunde können aber solches Gerede nicht billigen, dass die Gottesgebärerin einmal nicht mehr Jungfrau war.“

Basilius macht deutlich, dass das Wort „bis“ nicht zwangsläufig eine zeitliche Begrenzung angibt. Das sieht er in dem Wort Jesu „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt (Mt 28,20)“ ausgedrückt:

„Der Herr wird doch wohl auch nach dieser Weltzeit bei den Heiligen sein! Denn die Verheißung der Gegenwart weist hin auf die Fortdauer, sie ist kein Ausschluss der Zukunft. In derselben Weise ist nach unserer Überzeugung auch hier das ‚bis‘ zu verstehen.“

Schön kommt das über die Jungfräulichkeit Mariens gesagte in der Marianischen Antiphon „Alma Redemptoris Mater“ zum Ausdruck, die in der Kirche während der Advents- und Weihnachtszeit zum Abschluss des Tages gesungen wird:

Alma Redemptoris Mater,
quae pervia caeli porta manes,
et stella maris, succurre cadenti,
surgere qui curat, populo:
tu quae genuisti, natura mirante,
tuum sanctum Genitorem
Virgo prius ac posterius,
Gabrielis ab ore sumens illud Ave,
peccatorum miserere.

Erhabene Mutter des Erlösers,
du allzeit offne Pforte des Himmels
und Stern des Meeres, komm, hilf deinem Volke,
das sich müht, vom Falle aufzustehn.
Du hast geboren, der Natur zum Staunen,
deinen heiligen Schöpfer.
Unversehrte Jungfrau,
die du aus Gabriels Munde nahmst das selige Ave,
o erbarme dich der Sünder.

Was im Deutschen mit „unversehrte Jungfrau“ übersetzt ist, heißt wörtlich „Jungfrau davor und danach“, was nochmals deutlich die Lehre der Kirche von der immerwährenden Jungfräulichkeit Mariens vor, während und nach der Geburt deutlich macht.

Der Traum Josefs

Rückblickend aus der Sicht des Glaubens erscheint das alles großartig, was in jenen Tagen geschehen ist. Der Glaube an die Jungfräulichkeit Mariens wischt alle Zweifel an ihrer Sittlichkeit hinweg. Doch wenn sogar heute noch der Spott der Welt über jene Ereignisse ausgegossen wird, wie groß mag er damals gewesen sein, als noch keiner etwas wusste vom glorreichen Leben und Auferstehen des Gottessohnes. Maria war mit Josef verlobt. Damals war ein solches Verlobungsjahr üblich, in dem Mann und Frau noch getrennt lebten, bevor sie dann nach der Hochzeit feierlich zusammenzogen. Dass eine Frau in dieser Zeit schwanger wurde, galt als Schande, und wenn das Kind wie im Fall Mariens nicht vom eigenen Verlobten war, so drohte eine Anklage auf Ehebruch und in deren Folge die Steinigung.
Josef hatte also allen Grund, darüber nachzudenken, was denn zu tun sei. Die Situation war höchst brisant, seine Ehre und das Leben seiner Verlobten standen auf dem Spiel. Josef wird ein Gerechter genannt. Wäre diese Gerechtigkeit eine alleinige Gesetzesgerechtigkeit, so hätte er Maria dem Gericht übergeben müssen. Doch dies war nicht seine Absicht. Er wollte sich in aller Stille von Maria trennen – wenn da nicht Gott durch seinen Engel ihm zu etwas anderem geraten hätte. Gott stellt Josefs Glauben auf eine harte Probe. Kann er darauf vertrauen, dass das Kind in ihrem Leib nicht von einem anderen Mann stammt, sondern – solches hat man noch nie gehört – durch Gottes Heiligen Geist gewirkt wurde?

„Aus drei Gründen erschien der Engel dem Josef und sagte dies zu ihm. Zunächst, damit der gerechte Mann in guter Absicht nicht aus Unwissenheit ein Unrecht begehe. Sodann wegen der Ehre der Mutter selbst. Wäre sie nämlich entlassen worden, hätte sie bei den Ungläubigen einem schändlichen Verdacht nicht entgehen können. Drittens, damit Josef im Wissen um ihre heilige Empfängnis sich umso sorgsamer als früher von ihr fernhalte. ... Der Engel entschuldigt Maria nicht allein von unreinem Umgang, sondern er offenbart auch, dass sie auf übernatürliche Weise empfangen hat. Er nimmt nicht nur die Befürchtung hinweg, sondern er fügt sogar Freude hinzu.“
Johannes Chrysostomus

4. Advent
Wenn wir nun das Geschehen im Evangelium mit der Situation von Jesaja 7 vergleichen, so sehen wir auf der einen Seite den ungläubigen König Ahas, der das verheißene Zeichen nicht verstehen will. Hier aber ist Josef, der erkennt und glaubt. Er tut, was der Engel ihm geboten hat, er nimmt Maria zu sich, nimmt ihr Kind als das seine an, wissend um das göttliche Geheimnis, das auf ihm ruht. In einem Gebet der Ostkirche heißt es:

Als Josef von Trauer verwundet ward und
nach Betlehem zog, sprachst du, Jungfrau, zu ihm:
Warum bist traurig du und verwirrt
beim Anblick meiner Schwangerschaft?
Erkennst du denn nicht
das schaudervolle Geheimnis in mir?
Überwinde endlich alle Angst
und sinne über das Wunder nach.
Denn Gott kam zur Erde in seinem Erbarmen,
in meinem Schoß jetzt nahm er Fleisch an.
Wenn er geboren ist,
wirst nach seinem Wohlgefallen du ihn sehen
und wirst, erfüllt von Freude,
ihn anbeten als deinen Schöpfer.
Ihn preisen in Hymnen die Engel ohne Unterlass
und verherrlichen ihn mit dem Vater und dem Heiligen Geist.

Auch wir wollen staunend dieses Geheimnis betrachten. Wir preisen Gottes Nähe, der zu uns kam als ein hilfloses Kind. Gott-mit-uns. Wer voller Vertrauen auf ihn hofft, wird seine Gegenwart und Nähe erfahren. Auch heute.

Immanuel

Der heilige Augustinus schreibt:

Christus ist geboren von einem Vater und von einer Mutter,
zugleich aber ohne einen Vater und ohne eine Mutter:
von einem Vater geboren als Gott,
von einer Mutter als Mensch;
ohne eine Mutter als Gott,
ohne einen Vater als Mensch.

Wunderbar und unbegreiflich ist uns dieses Geheimnis, wie Gottes Sohn, der von Ewigkeit her beim Vater ist, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, in der Zeit Mensch werden konnte, geboren von einer Jungfrau.

Ohne aufzuhören, der zu sein, der er war, wollte er werden, was er selbst geschaffen hatte.

Gott wollte Mensch werden zu unserem Heil. Das bekennen wir, wenn wir mit dem ganzen Volk Gottes den Namen des Kindes nennen, das da geboren wurde, wie es heißt (Mt 1,23):

Man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.

In der Menschwerdung Gottes erkennen wir Gottes Liebe zu uns Menschen. Augustinus sagt:

Wie sehr hast du uns geliebt, gütiger Vater!
Wäre dein Wort nicht Fleisch geworden
und hätte es nicht unter uns gewohnt,
so hätten wir glauben müssen,
dass keine Verbindung ist
zwischen Gott und der Menschheit.

So aber hat Gott den Weg bereitet, auf dem wir zu ihm gehen können. Es ist der Weg, auf dem er selbst zu uns gekommen ist. Gott will mit uns in Verbindung treten, will bei uns Menschen sein und will, dass wir einmal auf ewig bei ihm sind in der Heimat im Himmel, die er für uns bereitet hat.
Folgen wir also dem Wort Gottes, das Fleisch geworden ist. Er ist nicht nur ein Wegweiser, der uns durch sein Leben den Weg zeigt, den wir gehen sollen. Er ist selbst der Weg. Wir sind in ihm und er in uns, wenn wir ihm folgen. Wir sind nicht allein auf diesem Weg, weil er immer bei uns ist.

von 22.12.2013 06:11

Das HANDY und seine Gefahren - Eine Warnung aus Liebe

Das Handy (Mobiltelefon; engl. mobile phone) ist ein einzigartiges Gerät zur Kommunikation und Unterhaltung. Man kann damit nicht nur telefonieren, sondern inzwischen auch im Internet surfen, SMS senden, Musik hören, fotografieren, navigieren und manches mehr. Viele Menschen, besonders Jugendliche, sind davon begeistert.

Wie bei vielen technischen Errungenschaften sind mit dem Handy-Gebrauch aber nicht nur Chancen, sondern auch Gefahren verbunden, die nicht zu unterschätzen sind:

Die Strahlenbelastung: Jedes Handy bringt eine Strahlenbelastung für den Körper mit sich. Es wird in der Forschung zur Zeit noch darüber diskutiert, wie weit dies Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Mögliche Folgen sind: erhöhtes Krebsrisiko (vor allem Gehirntumore), Unfruchtbarkeit, Erbschäden und anderes. Die Weltgesundheitsorganisation stuft Handystrahlung als "möglicherweise krebserregend" ein. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, sich "so selten wie möglich elektromagnetischen Feldern auszusetzen". Das bedeutet: Handys so viel wie möglich ausgeschaltet lassen und nur kurze Telefonate führen! Jugendliche und Kinder reagieren auf Strahlung besonders empfindlich und werden davon am meisten geschädigt.

Die Überwachbarkeit: Infolge GPS (Navigation) im Handy ist der Benutzer ständig ortbar, das heißt: Über Satellit lässt sich herausfinden, wo er sich befindet. Je mehr Daten der Benutzer zudem über Handy eingibt, desto "gläserner" wird er für Interessengruppen und den Staat.

Die Suchtgefahr: Wie Fernsehen und Internet, so kann auch das Handy als überall verfügbares Medium süchtig machen. In der Tat sieht man heute viele Menschen, die offenbar ständig ihr Handy in Gebrauch haben und es kaum mehr abschalten können.

Auf der Seite soulsaver.de ist über das Thema "SMS-Sucht" durch Handys Folgendes zu lesen:

Kurzmitteilungen (SMS) an Freunde zu schicken, ist eine bequeme Sache. Man kann kurz und knapp eine Botschaft verschicken, ohne große Worte zu machen. Neuerdings gibt es Untersuchungen über das Suchtpotential von SMS. Ein Psychotherapeut machte vor kurzem auf die Gefahren aufmerksam. Er kam auf eine Zahl von 380.000 SMS-Süchtigen allein in Deutschland – Tendenz steigend.

Einer der Patienten des Psychotherapeuten, ein 17-Jähriger, bekam nach zweimonatigem "Simsen“ eine Rechnung von 6000 Euro nach Hause geschickt. Ein anderer Extremfall war ein Ehepaar, beide um die 30 Jahre alt, die im Wohnzimmer Rücken an Rücken sitzen, kein Wort mehr miteinander reden, sich aber ständig „simsen“.

Es gibt auch Leute, die sinnlos SMS an wildfremde Leute verschicken mit Texten wie: „Ich bin`s, dein Handy, hol mich mal wieder aus der Tasche!“

Betroffenen wird in der Therapie erst einmal das Handy weggenommen, dann wird über die Probleme geredet. Ursachen sind Einsamkeit und Lustlosigkeit am realen Leben ...

Interessant, dass im Zeitalter der modernen Kommunikationsmittel wirkliche Kommunikation immer schwieriger wird. Die Leute verbringen immer mehr Zeit vor ihrem Computer oder am Handy und haben dabei immer weniger Zeit für ihre Freunde und Familie.

Aus christlicher Sicht ergibt sich eine Reihe weiterer Gefahren, die die Bibel mit dem Begriff "Sünde" bezeichnet. Sünde ist Rebellion gegen Gott und Beherrschtsein von der Macht des Bösen. Der Handygebrauch wird – wie der Gebrauch elektronischer Medien überhaupt – dann zur Sünde und trennt von Gott, wenn der Benutzer (oder die Benutzerin)

* sündige Dinge betrachtet (Unzucht, Okkultismus, Gewalt usw.).

* seine Zeit mit dem Handy sinnlos totschlägt, die er ansonsten sinnvoll zum Beispiel zum Lernen, zum Arbeiten und zum Dienst an Menschen in seiner Umgebung einsetzen könnte und sollte.

* abhängig von der Berieselung durch das Handy (und ähnliche Medien) wird, also nicht mehr die Kraft hat, auf sie zu verzichten oder sie rechtzeitig abzuschalten.

* das Handy über Gott und Gottesdienst stellt – dann wird das Handy zum Götzen.

Solches zeigt sich ganz praktisch dann, wenn Menschen immerzu ihr Handy in Betrieb haben - sogar da, wo es verboten oder unerwünscht ist (z.B. beim Autofahren, während des Unterrichts oder im Gottesdienst), weil sie meinen, nicht auf "online-sein" verzichten zu können. Wenn das Handy so bereits zum Götzen geworden ist, hat der Betreffende oft nicht mehr die Kraft oder Bereitschaft, es während des Gottesdienstes, der Bibelstunde, der Gebetsstunde oder der Jugendstunde auszuschalten. Online zu sein, ist ihm dann wichtiger als Gottes Wort.

Ein solches Verhalten ist jedoch aus dem Grund keine Bagatelle, sondern eine schwere Sünde, weil derjenige, der solches tut, Gott und Sein Wort durch Nichtbeachtung und Respektlosigkeit mit Füßen tritt. Verantwortliche in den christlichen Gemeinden können und dürfen zu einem solchen Verhalten nicht schweigen, gerade um des Seelenheils der Betroffenen willen.

Abschließend einige Hilfen, wie Menschen von der Handy-Abhängigkeit frei werden können:
→ Bitte Gott im Gebet um Kraft, dir zu helfen und dich von der Sucht zu befreien.

→ Lies treu die Bibel (als reales Buch und nicht auf dem Handy!) und bitte Gott um Stärkung durch Sein Wort.

→ Lerne einen normalen, zweckmäßigen Umgang mit dem Handy. Es ist ein Gebrauchsgegenstand und kein Spielzeug. Gebrauche es so, wie es ursprünglich gedacht war: nur für wirklich notwendige Anrufe und Mitteilungen.

→ Lasse es ausgeschaltet, wenn du nicht unbedingt erreichbar sein musst. Lerne es, die Stille auszuhalten – ohne Ablenkung, Dauerberieselung u.ä. Nutze die Stille zur Gemeinschaft mit Gott.

→ Mache viele Spaziergänge in der Schöpfung - ohne Handy.

→ Suche mehr Begegnungen mit (realen) Menschen in deiner Umgebung (nicht so sehr mit weit Entfernten in der virtuellen Welt).

→ Fasse den festen Entschluss, während des Unterrichts, während der Arbeit (so weit beruflich möglich) und vor allem während des Gottesdienstes dein Handy konsequent ausgeschaltet zu lassen.

→ Bist du bereits Handy-süchtig, dann verzichte ganz auf das Handy und verwende für Gespräche nur ein normales Telefon (ohne die Handy-Funktionen).

→ Sei dankbar für die Liebe von Jesus Christus, der dich so sehr liebt, dass Er Sein Leben für dich in den Tod gegeben hat, um dich von Sünde, Tod und Teufel und allen Süchten zu erlösen. Er hat so viel für dich getan – und was tust du für Ihn?

Soulsaver.de schreibt zutreffend:

Gott ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche erreichbar, Er ist nur ein Gebet weit von dir entfernt. Wenn die Beziehung zu Gott stimmt, tut man sich auch mit den Menschen leichter. Gott verspricht folgendes: „Ihr werdet Mich anrufen und hingehen und zu Mir flehen, und Ich will euch erhören“ (Jeremia 29,12). Wer Jesus mit aufrichtigem Herzen sucht, wird Ihn finden!



(-Autor: Lothar Gassmann)

von 21.12.2013 06:04

Eine kleine Weihnachtsgeschichte
Wie in jedem Jahr am 1. Dezember, kam auch in diesem Jahr der Weihnachtsengel zu Gott, um mit ihm über die bevorstehende Weihnachtszeit zu reden. Doch diesmal war irgendetwas anders. Gott machte so ein finsteres Gesicht, wo er doch sonst die Freundlichkeit in Person ist. Der Weihnachtsengel ging also hin und fragte was los ist. Gott lief hin und her. Dann sagte er „ Ich weiß gar nicht, wie ich es Dir beibringen soll, Du wirst in diesem Jahr nicht auf der Erde die Weihnachtsvorbereitungen leiten. Du wirst hier bleiben und die himmlische Weihnacht zusammen mit den anderen Engeln vorbereiten. Der Weihnachtsengel wurde sehr traurig und wollte wissen warum. Da sagte Gott zu ihm „Die Menschen haben den Glauben an die Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft verloren und nach der Weihnachtsbotschaft braucht man erst gar nicht zu fragen.“ Der Weihnachtsengel entgegnete darauf: „Aber doch nicht alle. Lass mich wenigstens zu denen, die noch daran glauben“. Gott aber hatte schon was anderes beschlossen: „Es sind schon über 75% die nur noch an ihr eigenes Wohl denken. Ich muss jetzt den Menschen eine Lektion erteilen.“ „Wie willst Du das denn machen?“ fragte der Weihnachtsengel. „Nun, ich werde sie einfach so weiter machen lassen, aber ohne Deine Unterstützung in der Weihnachtszeit“ antwortete Gott. „Was soll das denn bringen?“ wollte da der Weihnachtsengel wissen. „Das wirst Du bald sehen“ erwiderte Gott darauf. Und Gott hatte Recht! Bald darauf wurde es immer kälter in den Herzen der Menschen. Niemand war mehr da, der dem Herz mal einen Ruck gibt, um einem anderen zu helfen. Alle dachten nur noch an sich selbst. Nachts konnte man sich nicht mehr auf die Straße trauen, denn Obdachlose haben sich zusammengerottet, um Leute zu überfallen, denn keiner war mehr da, um ihnen Spenden oder Essen zukommen zu lassen. Beim Weihnachtsengel der im Himmel geblieben war, wollte keine rechte Weihnachts- stimmung aufkommen, denn er grübelte pausenlos über die Situation auf der Erde nach. Er musste etwas unternehmen, da waren doch noch die restlichen Menschen, welche noch an das Gute in ihnen glaubten. Er beschloss heimlich, sich zu ihnen auf die Erde zu begeben und machte sich sofort auf den Weg, denn im Himmel wäre er sowieso zu nichts nütze, wenn er missmutig ist. Doch als er unten ankam, musste er feststellen, dass auch die letzten aufrechten Menschen ihre Gesinnung geändert haben. Das traf ihn hart. Was Gott da vorhat, kann Jahrzehnte dauern, ehe die Menschen mal zur Besinnung kommen und sich daran erinnern, wie schön doch das Gefühl war, jemandem geholfen zu haben. Er hatte schon jegliche Hoffnung aufgegeben und wollte mit hängenden Flügeln gen Himmel ziehen, da erinnerte er sich an eine Familie, die weit draußen im Wald wohnt und vielleicht von der ganzen Herzenskälte nicht angesteckt worden ist. Da keimte in ihm ein Fünkchen Hoffnung und er machte sich auf den Weg zu ihnen. Unterwegs musste er über Felder und Wälder fliegen. Auf einer Lichtung traf er Mutter Natur. Sie wirkte sehr beschäftigt, doch dem Weihnachtsengel kam eine Idee. ´Ich werde Mutter Natur um Rat fragen,` dachte er, ´die weiß immer einen Ausweg.` Also flog er runter zu ihr und schilderte die Situation. Darauf hin sagte Mutter Natur „ Ich werde mir was einfallen lassen, wenn ich hier fertig bin, denn auch die Natur leidet unter der Hartherzigkeit der Menschen, aber erst muss ich ein Tauwetter machen, denn sonst kommen die Tiere nicht mehr ans Futter ran und müssen verhungern. Die Menschen bringen ihnen ja nichts mehr. Es darf aber nicht zu warm werden, sonst wachen die Winterschläfer auf.“. „Na gut“ sagte der Weihnachtsengel „ich werde erst die Einsiedler besuchen.“ und er flog über den Wald.

Als er durch das Fenster sah, dass der Vater sich gerade um ein krankes Reh kümmerte, wäre er am liebsten in der Luft ein paar Loopings geflogen. Nun wusste er: Hier ist alles in bester Ordnung!! Das gibt Hoffnung und Mutter Natur weiß bestimmt, was zu tun ist. Kaum hatte er das gedacht, da tippt sie ihm schon von hinten an die Flügel. „Mir ist da was in den Sinn gekommen,“ sagte sie „aber für die Menschen wird es sehr hart werden. Dafür werden sie hinterher wieder die Nächstenliebe in Person sein und einander helfen wo es geht.“ „Na dann erzähl mal!“ sagte der Weihnachtsengel und Mutter Natur erzählte ihm von einem Plan, große Unwetter, wie Hochwasser und Stürme, über die Menschen zu schicken. Nur wenn sie all ihr Hab und Gut verlieren würden und ihnen nur noch das nackte Überleben bleibt, würden sie zur Besinnung kommen und sich gegenseitig helfen. Der Weihnachtsengel überlegte kurz und sagte dann „ Das könnte hinhauen, aber irgendwie müssen wir Gott noch davon überzeugen.“ „Mach dir darüber mal keine Sorgen,“ sagte Mutter Natur „ Gott ist wie mein großer Bruder, den wickle ich um meinen kleinen Finger“. Gesagt, getan: Gott hörte sich den Vorschlag an und willigte ein, denn auch die anderen Engel im Himmel rebellierten langsam. Gott und Mutter Natur machten sich gemeinsam daran, die Unwetter zu schaffen und der Weihnachtsengel durfte wieder den Herzen der Menschen einen Ruck geben, wenn sie zauderten zu helfen. So hatten die Menschen in diesem Jahr durch ihre eigene Schuld eine sehr ärmliche Weihnacht zu feiern, aber das war ihnen nun egal, denn sie hatten sich gegenseitig gerettet und sie hatten ihre Liebe zueinander wiedergefunden und das ist doch das Wichtigste. Und der Weihnachtsengel feierte jetzt im Himmel zusammen mit Gott und Mutter Natur und all den anderen Engeln das fröhlichste Weihnachtsfest, das sie jemals gefeiert haben. Ich hoffe, wir brauchen nicht erst große Unwetter um uns gegenseitig zu unterstützen und zu lieben oder haben sie schon angefangen?




Autor: Bernd Schmidt

von 20.12.2013 09:29

20. Dezember - Hl. Philogonius

Der wohl irgendwann innerhalb der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts geborene Philogonius lebte zu Beginn des 4. Jahrhunderts als Rechtsgelehrter in Antiochia. Unter Kaiser Maximinus Daia (s. 6.12.) bekannte er sich treu zum katholischen Glauben. Dasselbe tat er auch, als unter Kaiser Licinius (308 - 324) die durch das Mailänder Edikt von 313 beendete Verfolgung im Osten des Imperiums erneut begonnen wurde (s. 10.12.).

Nachdem die Ehefrau des hl. Philogonius verstorben war, wählte man den für die Reinheit seines Lebenswandels bekannten Juristen im Jahre 318 zum Nachfolger des verstorbenen Bischofs von Antiochia.

Sogleich nach seinem Amtsantritt begann St. Philogonius dem sich ausbreitenden Arianismus entgegenzutreten. - Der Diakon Arius war in Ägypten von dem heiligen Bischof Achillas (311 - 313) zum Priester geweiht worden, obwohl er zu den von Achillas bekämpften Meletianern (s. 26.11.) gehörte. Daraus entstand später das Gerücht, der Heilige sei in Wahrheit ein Arianer gewesen, was aber gewiß unzutreffend ist. Sein Nachfolger, der heilige Bischof Alexander von Alexandria (313 - 328) , versuchte Arius, der als Priester an der Baukaliskirche der Stadt amtierte, gütlich von seinen irrigen Ansichten abzubringen. Daraus erwuchs dem Heiligen der Vorwurf zu großer Milde. 318 endlich verurteilte eine von Alexander einberufene Synode in Alexandria den Arianismus (vgl. 2.5.). Daraufhin beugte sich der exkommunizierte Irrlehrer nicht, sondern suchte Verbündete außerhalb Ägyptens. Zahlreiche Bischöfe schlossen sich ihm an. Nur wenige zeigten sich als entschiedene Verteidiger der Rechtgläubigkeit; Arius nennt in einem seiner Briefe drei von ihnen: den hl. Philogonius von Antiochia, den hl. Macarius I. von Jerusalem (um 313 - 334) sowie Hellanicus von Tripolis in Phönizien .

Das erste ökumenische Konzil von Nicaea verurteilte 325 den Arianismus (vgl. 31.12.). - St. Philogonius war bereits 323 verstorben. Im Jahr darauf siegte Konstantin (306 - 337) über Licinius, womit die Verfolgung auch im Osten ein Ende fand.

Am 20. Dezember gedenkt die Kirche ebenfalls zweier Priester, der hll. Eugenius und Macarius.

Sie hielten Kaiser Julian (361 - 363), der die Christen erneut verfolgen ließ (vgl. 2.12.), seinen Abfall vom katholischen Glauben vor. Daraufhin wurden sie grausam geschlagen und anschließend in die arabische Wüste verbannt. Jene Gegend hatte ein so ungesundes Klima, daß die dorthin Verbannten meist schon ein Jahr nach ihrer Ankunft verstarben. Die hll. Eugenius und Macarius jedoch verloren ihr irdisches Leben bereits nach zwei Wochen. - Möglicherweise wurden sie enthauptet. - Jedenfalls soll an der Stelle ihres Hinscheidens eine Quelle frischen Wassers entsprungen sein.

Am 20. Dezember wurde früher die Vigil des Festes des heiligen Apostels Thomas (21.12.) begangen (vgl. 29.11.).

von 18.12.2013 13:45

Gutes im Herzen behalten

Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Während der Wanderung kam es zu einem Streit und der eine schlug dem anderen im Affekt ins Gesicht.

Der Geschlagene war gekränkt. Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand:

"Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen."

Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen bald darauf zu einer Oase. Dort beschlossen sie beide, ein Bad zu nehmen. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb auf einmal im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter Minute.

Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein:

"Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet."

Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt: "Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?"

Der andere Freund antwortete: "Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand Schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist, dann können wir das in einen Stein gravieren, damit kein Wind es jemals löschen kann."

von 17.12.2013 11:01

Der Mensch kann den Heiligen Geist nicht kontrollieren: Das ist das Problem!

Papst Franziskus

Am 12. Juni 2013 hielt Papst Franziskus in der Kapelle vom Haus St. Martha eine Ansprache zum Tagesevangelium (Mt 5,17-19), wo Jesus sagt: «Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben».

Die Freiheit macht Angst

Dieser Abschnitt des Evangeliums folgt auf die Seligpreisungen, die «Ausdruck des neuen Gesetzes» sind, «das anspruchsvoller ist als jenes des Mose». «Die Reife dieses Gesetzes» ist vergleichbar «mit einer Knospe, die aufbricht und zur Blume wird».
Jesus «ist der Ausdruck der Reife des Gesetzes», «die Stunde der Erfüllung des Gesetzes», welches «das Gesetz des Heiligen Geistes» ist.
«Auf dieser Straße zur Reife des Gesetzes, ist immer Furcht gegeben, Furcht vor der Freiheit, die der Geist schenkt. Das Gesetz des Geistes macht uns frei. Diese Freiheit macht uns ein wenig Angst»; das Gesetz des Geistes «bringt uns auf die Straße der beständigen Unterscheidung, um den Willen Gottes zu tun, und das macht uns Angst». Diese Angst führt zu «zwei Versuchungen».

Die Versuchung, rückwärts zu gehen

Die erste Versuchung: «rückwärts zu gehen» und dabei zu denken «bis hier hin und nicht weiter». Diese Versuchung «ist ein wenig die Versuchung der Angst vor der Freiheit, der Angst vor dem Heiligen Geist». Eine Angst, aufgrund derer «es besser ist, auf Nummer sicher zu gehen».
Diese Versuchung «rückwärts zu gehen» kommt, weil sich der Gläubige «nach rückwärts sicherer fühlt». Doch «die volle Sicherheit liegt im Heiligen Geist, der dich vorwärts bringt, der dir dieses Vertrauen schenkt», der «aber auch anspruchsvoller ist».
Der Heilige Geist «gibt uns nicht diese menschliche Sicherheit»: Der Mensch «kann den Heiligen Geist nicht kontrollieren: Das ist das Problem! Das ist eine Versuchung.»
Um diese Versuchung, den Heiligen Geist kontrollieren zu wollen, zu illustrieren, erzählte der Papst von einem Generaloberen, der in den 30er Jahren «alle gegen das Charisma gerichtete Vorschriften für seine Ordensleute gesammelt habe. Eines Tages habe er einen Benediktinerabt in Rom besucht. Als dieser gehört habe, was er getan hatte, habe er ihm gesagt, dass er auf diese Weise das Charisma der Kongregation getötet habe, weil «das Charisma die Frucht in der Freiheit schenkt» und er habe «das Charisma getötet».

Pubertäres Fortschrittsdenken

Der Papst diagnostizierte eine weitere Versuchung, das «pubertäre Fortschrittsdenken», das einen «vom Weg abkommen lässt». Es bestehe darin, eine Kultur zu sehen und von dieser keinen Abstand zu halten: «Wir nehmen ein bisschen von hier, ein wenig von da, die Werte dieser Kultur… Sie wollen ein Gesetz machen? Beschließen wir das Gesetz. Sie wollen damit weitergehen? Machen wir den Weg ein wenig breiter…»
«Am Ende ist das kein wahres Fortschrittsdenken. Das ist ein pubertärer Progressismus, wie die Pubertierenden, die voll Begeisterung alles haben wollen. Und am Schluss rutscht man aus… Es ist, als sei die Straße vereist und das Auto rutscht ab und kommt von der Straße ab…» Dieses Fortschrittsdenken ist die andere Versuchung in diesem Moment», sagte Papst Franziskus.
«In diesem Moment der Geschichte der Kirche» darf der Christ «weder rückwärts gehen noch von der Straße abkommen». Diese Straße ist «jene der Freiheit des Heiligen Geistes, der frei macht, in der beständigen Unterscheidung des Willens Gottes», sagte der Papst abschließend.

(12. Juni 2013) © Innovative Media Inc.

Die frohe Botschaft in Einfachheit verkünden

Am 11. Juni 2013 predigte der Papst bei der morgendlichen Messe über das Wort: «Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel» (Mt 10,7-13).

Unentgeltlich schenken

Der Herr will, dass «die Verkündigung in Einfachheit geschieht, die der Kraft des Wortes Gottes ihren Platz lässt», und dafür braucht man «Vertrauen auf das Wort Gottes».
Für den Papst ist das «Schlüsselwort» der von Jesus gegebenen Unterweisungen folgendes: «Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben…Die Verkündigung des Evangeliums entsteht aus der Unentgeltlichkeit, aus dem Staunen über das Heil, das kommt – und was ich umsonst empfangen habe, muss ich umsonst geben».
Zwei Zeichen zeigen, dass ein Apostel aus dieser Unentgeltlichkeit lebt: die Armut und die Fähigkeit zu loben:
«Die Verkündigung des Evangeliums muss die Straße der Armut beschreiten. Das heißt, wer verkündet, hat keine Reichtümer und sucht keinen Reichtum und er will auch nicht zu einem Organisator oder einem Unternehmer werden…»; sein einziger Reichtum ist «das Geschenk, das er empfangen hat: Gott».
Andererseits gilt: «Wenn ein Apostel diese Unentgeltlichkeit nicht lebt, verliert er die Fähigkeit, den Herrn zu loben». Der Lobpreis des Herrn «ist im Wesentlichen unentgeltlich, er ist ein unentgeltliches Gebet: Wir bitten nicht, wir preisen nur». Hingegen ist «eine reiche Kirche und eine Kirche ohne die Unentgeltlichkeit des Lobpreises» eine «alternde» Kirche, die zu einer NGO wird und «kein Leben mehr hat».

Nein zum Proselytentum

Der Papst erinnerte daran, dass sie (die Apostel) «am Anfang so waren» und unentgeltlich wirkten. «Der heilige Petrus hatte kein Konto auf der Bank, und als er die Steuern entrichten sollte, hat ihn der Herr ans Meer geschickt, um einen Fisch zu fischen und ein Geldstück in diesem Fisch zu finden, um damit zu bezahlen.
Als Philippus auf den Wirtschaftsminister der Königin Kandake gestoßen ist, hat er nicht gedacht: Ah, gut, schaffen wir eine Organisation zur Unterstützung des Evangeliums… Nein! Er hat keinen «Handel» mit ihm abgeschlossen; er hat verkündigt, getauft und er ist weitergezogen».
Das Reich Gottes «ist ein unentgeltliches Geschenk», betonte der Papst und wies darauf hin, dass «die Versuchung gegeben ist, die Kraft anderswo zu suchen», während die «Kraft» der Verkündigung jedoch in der «Unentgeltlichkeit des Evangeliums» liegt.
«In der Kirche hat es diese Versuchung immer gegeben», die bewirkt, dass die Verkündigung für «Proselytentum» gehalten wird, sagte der Papst. Der Herr hat uns jedoch aufgefordert, zu verkündigen und kein Proselytentum zu betreiben, wie es auch schon Benedikt XVI. gesagt hat: «Die Kirche wächst nicht durch Proselytentum, sondern durch Anziehung».
Diese Anziehung kommt vom Zeugnis derer, die «die Unentgeltlichkeit des Heils unentgeltlich verkünden», «alles ist Gnade. Alles.» Und wenn die Gnade «außer acht gelassen wird», dann «bleibt das Evangelium unwirksam».
Zum Schluss rief der Papst dazu auf, um «die Gnade zu bitten, diese Unentgeltlichkeit, dieses Geschenk Gottes zu erkennen» und «bei der Verkündigung des Evangeliums mit dieser Unentgeltlichkeit voranzuschreiten».

(11.06.2013) © Innovative Media Inc.

von 16.12.2013 08:32

Egal, wie müde man noch ist,

egal, ob "Morgenmuffel" oder muntere "Lerche", die gerne früh aufsteht, eines geht IMMER und jeden Tag:

Beginne JEDEN TAG im Zeichen des Heiligen Kreuzes und in Gottes Namen!

"Im Namen des VATERS und des SOHNES und des HEILIGEN GEISTES. Amen."
Warum denn eigentlich? Weil es einen unendlichen Unterschied macht, unter welchem Vorzeichen unser Leben steht.

Wenn Du ein Konto bei einem Kreditinstitut hast - ist es von größter Bedeutung, ob vor den Zahlen auf Deinem Kontoauszug ein "+" oder ein "-" steht, nicht wahr?

So ist es auch im Leben! Ohne die Kraft und Gnade der Erlösung JESU, die uns im Kreuz geschenkt ist und uns die Gabe der Auferstehung der Kindschaft Gottes schenkt, ist es, als ob unser Lebenskonto ein dickes, rotes Minus als Vorzeichen hat.

Warum? Weil wir niemals so viel "Guthaben" hätten, dass es ausreichen würde, um all die "Schuldigkeiten" und Aufgaben unseres Lebens damit zu begleichen. Wir sind voller Fehler-Minus, voller Sünden-Minus, voller Enttäuschungs-Minus, Mangel-Minus, Versagnes-Minus ... dass es einfach nicht genügen kann. Je höher dann die Zahl, die darauf folgt, desto größer das Desaster.

Wenn wir jedoch schon direkt nach dem Aufwachen das Kreuzzeichen machen und im Namen Gottes diesen ganzen, kommenden Tag dem Segen und seiner Gnade übergeben, ... dann kann noch so viel geschehen - je höher der "Faktor" aller Ereignisse des Alltags, wir sind immer nur noch mehr im PLUS durch unseren Herrn und Erlöser JESUS CHRISTUS!

Das ist jeden Morgen neu unser absoluter Gewinn für den ganzen Tag.

Wenn wir das richtige Vorzeichen setzen, werden wir mächtig reich für die Ewigkeit sein und es wir immer noch genug übrig bleiben, so dass wir auch für all die Menschen Gaben bereit halten können, die ohne JESUS ins absolute "Minus" geraten würden.

Jeder Tag, jede Arbeit, die Ruhe und vor allem das Gebet, ... einfach alles beginnt und schließt also für einen Christen IMMER mit dem Kreuzzeichen: "Im Namen des + VATERS und des + SOHNES und des + HEILIGEN GEISTES. Amen."
Bete dann z.B. das Vaterunser oder das Ehre sei dem Vater
oder sage beispielsweise mit eigenen Worten zum HERRN:

Schon ist erwacht

Schon ist erwacht der Sonne Strahl,

drum flehn zu dir wir allzumal,

dass du in allem Tun uns heut

bewahrest frei vor Sünd und Leid.


Der Zunge lege Zügel an,

dass nimmer Streit anheben kann;

und unsre Augen decke du

vor allem eitlen Trugbild zu!

Des Herzens Innerstes soll rein

und frei von allem Zorne sein.

In Speis und Trank durch rechtes Maß

der Sinne Lust uns zügeln lass!
Dass, wenn der Tag dann von uns ging und gütig uns die Nacht umfing,

wir, durch Entsagung froh und rein,
dir, unserm Gott, das Danklied weihn.


Lob sei dem Vater auf dem Thron

und seinem eingebornen Sohn,

dem Heil'gen Geist auch allezeit

von nun an bis in Ewigkeit. Amen.

von 15.12.2013 14:10

Das Licht in der Blindgasse - Eine kleine Adventsgeschichte

Am unteren Ende des Marktplatzes zweigt relativ unscheinbar zwischen den vornehmen Häusern eine kleine Gasse ab. Folgt man ihr, so biegt nach einigen Metern eine noch unscheinbarere Gasse nach rechts ab, die man nur in wenigen Stadtplänen verzeichnet findet, da sie so klein ist. Blindgase wurde sie irgendwann einmal genannt und das vielleicht deshalb, weil sie nur ein kurzes Stück bis zu einem Haus führt und dort endet. Gerade mal sieben Hausnummern gibt es in dieser Gasse, drei ungerade auf der rechten und drei gerade auf der linken Seite. Das Haus am Ende der Gasse, obwohl weder links noch rechts, sondern eben einfach in der Mitte gelegen, hat die Hausnummer Sieben bekommen. In diesem Haus war früher einmal ein kleines Geschäft. Hans Ohrenbeißer verkaufte dort allerlei kleinen Handwerkerbedarf, Schrauben, Nägel und das passende Werkzeug dazu. In seiner kleinen Werkstatt hinter dem Haus hat er kleine Reparaturen durchgeführt, denn er war sehr geschickt. Die Leute kamen mit ihren kaputten Fahrrädern zu ihm. Aber auch, um ihre Messer schleifen zu lassen. Selbst kleinere Möbelstücke zimmerte Herr Ohrenbeißer in seiner Werkstatt.
Entgegen seinem Namen war Hans Ohrenbeißer ein sehr friedlicher Mensch. Er war nicht etwa Boxer oder so in einem früheren Leben. Nein, er wohnte schon immer im Haus Nummer Sieben, wie auch schon seine Eltern und Großeltern. Seine Frau ist früh gestorben und sie hat ihn mit einer bildhübschen Tochter zurückgelassen. Ina war sein ein und alles. Wenn er am Morgen aufwachte und ihr Lächeln sah, dann wusste er, dass es sich auch diesen Tag wieder lohnte zu leben und den nächsten und so weiter. Dieses Lächeln war sein Sonnenschein, auch wenn es um ihn herum immer trüber wurde. Immer weniger Leute kamen in sein Geschäft, schließlich machte er den Laden zu, er war zu alt, um große Modernisierungen durchzuführen, die sein Geschäft attraktiver gemacht hätten. Daher verirrte sich auch kaum ein Mensch mehr in die Blindgasse, außer dem Postboten, der die wenigen Briefe brachte, die Herr Ohrenbeißer noch bekam.
Irgendwann hat seine Tochter geheiratet. Ein ganz netter Mann vom anderen Ende der Stadt. Herr Ohrenbeißer freute sich für sie, auch wenn er nun allein im Haus zurück blieb, in seiner kleinen Wohnung im ersten Stock über dem Laden. Doch trotz seines Alters war er noch gut zu Fuß und konnte seine Tochter und dann auch das bald geborene Enkelkind regelmäßig besuchen. Dann konnte er immer etwas Lebensfreude tanken, die ihm über die stillen Tage in seiner einsamen Wohnung hinweghalf. An den langen Tagen bastelte er liebevoll in seiner Werkstatt aus Holz allerlei Spielzeug für den kleinen Jonas, Holzfiguren, eine Krippe, ein Polizeiauto, eine Eisenbahn. Immer hatte er neue Ideen und Jonas freute sich schon darauf, was sein Opa ihm als nächstes mitbrachte.
So hätte es noch lange weitergehen können. Doch das Leben spielt mit den Menschen und gerade wenn man dabei ist, es sich schön und gemütlich zu machen, reißt es einen jäh aus den süßen Träumen. Eines Abends stand Ina vor der Tür, in der einen Hand einen Koffer, in der anderen den kleinen Jonas. Als Herr Ohrenbeißer Tochter und Enkel da stehen sah, wusste er, dass etwas Schlimmes passiert sein musste, aber er fragte nicht, führte die beiden in die gemütliche Wohnstube und kochte erst einmal einen Tee. Seither wohnen Ina und Jonas wieder in der Blindgasse, im zweiten Stock unter dem Dach.
Ina hat einen guten Beruf bei der Bank, das Geld reicht aus, so dass sie für sich und ihren Sohn sorgen kann. Mit ihren Kollegen auf der Arbeit versteht sie sich gut. Doch oft vermisst sie die Geborgenheit, wenn sie nach Hause kommt. Aber ihre Tage sind so ausgefüllt, dass sie kaum zum Nachdenken kommt. Auch kommt ihr Vater langsam in ein Alter, in dem er nicht mehr alles selbst erledigen kann und mehr und mehr muss Ina sich um all die anfallenden Reparaturen kümmern, damit das Haus in der Blindgasse in einem einigermaßen guten Zustand bleibt.
Jonas hat gute Noten in der Schule. Mit seinen Freunden versteht er sich gut. Doch wenn ein Schulfest oder eine Sportveranstaltung anstehen – Jonas spielt leidenschaftlich gerne Fußball – dann wird ihm doch bewusst, wie sehr ihm ein Vater fehlt, auf den er stolz sein kann und der stolz ist auf seinen Sohn, nicht nur, wenn er wieder einmal das entscheidende Tor geschossen hat. Auch wenn seine Mutter ihm so viel Liebe schenkt, kann sie doch den Vater nie ganz ersetzen.
Es gab immer wieder Männer, die um Ina warben. Sie ist eine attraktive Frau. Aber sie hat auch ihren eigenen Kopf. Nachdem sie ihr Leben nun so gut selbst organisiert hatte, konnte sie keinen Mann brauchen, der nur eine liebe Frau im Haus hinter dem Herd suchte. Sie wollte nicht nur ein kleines Glück, um das Leben etwas angenehmer zu machen und die Einsamkeit zu vertreiben, sondern sie wünschte sich das große Glück, das das ganze Leben durchdrang und einen nie zur Ruhe kommen lässt, sondern hinführt zu immer neuen Entdeckungen.
„Du, Papa“, sagt sie eines Abends zu ihrem Vater, „was ist denn eigentlich mit dem Geschäft? Da steht alles noch so herum, wie du es vor zehn Jahren zurückgelassen hast. Ich habe da eine Idee, was wir machen könnten.“ Ihr Vater blickt sie etwas skeptisch an, er weiß, dass seine Tochter manchmal ungewöhnliche Ideen hat und er staunt immer wieder darüber, was sie so alles fertig bringt. Was hat sie wohl jetzt wieder im Sinn? Über den Laden hat er sich lange keine Gedanken mehr gemacht. Zuerst fand sich kein Mieter, denn wer hätte schon in dieser abgelegenen Gasse einen Laden eröffnen wollen. Nun wollte er auch keinen mehr, denn das bringt ja doch nur Komplikationen mit sich. Aber nun schien seine Tochter ihm ja die ohnehin nicht allzu großen Sorgen um den Laden abgenommen zu haben.
„Ich würde gerne ein kleines Café aufmachen, aber nicht eines für die schicken Leute, sondern eines, wo sich alte und einsame Menschen treffen können. Wir backen selber etwas Kuchen und die Leute können dann bei einer Tasse Tee gemütlich beisammen sitzen.“
„Da steckt aber viel Arbeit drin, wie willst du denn das Geschäft so einfach umbauen?“
„Ach lass mich mal nur machen, ich hab da schon meine Ideen. Den Ladentisch können wir gut als Tresen nehmen, die Regale dahinter für das Geschirr. Da müssen wir nur alles etwas aufräumen und neu Streichen, dann sieht das prima aus und den anderen Krempel schmeißen wir raus, dann haben wir Platz für die Tische.“
Tatsächlich hat Ina mit Hilfe einiger Freunde bis zum Samstag vor dem Ersten Advent alles hinbekommen. Der Laden war nicht wieder zu erkennen. Durch einen glücklichen Zufall hatte sie noch irgendwo Tische und Stühle herbekommen, die sie dann ebenfalls frisch lackiert hatte. Alles glänzte. Am Abend zuvor hat sie mehrere Kuchen gebacken, Kirschstreusel, Marmorkuchen und leckere Plätzchen. Das Teewasser kochte, es gab auch Glühwein und Kinderpunsch. In der Stadt hingen Zettel aus, die auf die Neueröffnung hinwiesen. Manch älteren Menschen in der Nachbarschaft, die sie kannte, hat Ina eine Einladung in den Briefkasten geworfen mit einem Gutschein für ein Stück Kuchen und eine Tasse Tee. Das Café sollte in der Advents- und Weihnachtszeit immer Samstags und Sonntags am Nachmittag geöffnet sein, dann würde man weitersehen.
Für das Schaufenster hat Ina sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie hat eine große Krippenlandschaft aufgebaut. Noch war der Stall von Betlehem leer und die Hirten auf den Feldern mit ihren Herden ahnten nichts von dem, was hier bald geschehen würde. Doch von fern waren schon die Heiligen Drei Könige mit ihrem prunkvollen Gefolge zu sehen, mit Pferden, Kamelen und Elefanten. Und die Engel im Himmel beratschlagten schon darüber, wie sie die große Freude auf Erden wohl am eindrucksvollsten verkünden könnten, welche Instrumente man wählten sollte und was wohl der beste Spruch wäre, um die Botschaft von dem, was da geschehen sollte – aber pssst, noch war es streng geheim – am besten rüberzubringen.
Zunächst schien es so, als würde niemand das kleine Café in der kleinen Gasse abseits des Marktplatzes ansteuern, aber dann kam doch eine ältere Dame aus dem Nachbarhaus. Früher, sagte sie, habe sie immer bei Inas Vater eingekauft, kannte auch noch den Großvater. Nun wollte sie mal sehen, was aus dem Laden, der so lange leer gestanden hat, geworden ist. Es kam auch noch ein älterer Herr, der zwei Straßen weiter wohnte. Dann kam eine Familie mit drei Kindern, die den Zettel am Marktplatz gelesen hatten und nun die Krippe anschauen wollten. Bald saß eine kleine Gruppe von Menschen zusammen und man unterhielt sich über dies und jenes. So sollte es nun jedes Wochenende sein. Ein kleiner Kreis älterer Stammgäste bildete sich heraus, die sich schon die ganze Woche auf das Zusammensein im Café freuten. Und immer wieder kamen neue Gäste hinzu.
Besonders freute sich Ina über die Kinder, die ihre Eltern vom Marktplatz weg in die kleine Gasse zogen und staunend die Krippe betrachteten. Und da gab es jedes Wochenende etwas Neues zu entdecken. An einem Wochenende sah man Maria, wie sie ihre Cousine Elisabeth im hintersten Winkel des Gebirges besuchte. In der anderen Woche sah man Maria auf dem Esel mit Josef, wie sie von zuhause aufbrachen. Dann sah man sie in Betlehem vergeblich an verschlossene Türen klopfen. Und dann war der Tag da, an dem das Kindlein in der Krippe lag, die Engel ihren lange vorbereiteten Lobgesang auf Erden anstimmten und die Hirten ganz verwirrt von ihren Schafen zur Krippe eilten.
Auch wenn das Café am Weihnachtstag geschlossen blieb, so war doch ganz neues Leben eingekehrt in die sonst so stille Blindgasse. Und immer wieder machten die Leute bei ihrem Weihnachtsspaziergang einen keinen Umweg vom Marktplatz weg, um nach der Krippe zu sehen. Und an den Abenden, an denen es früh schon dunkel wurde, leuchtete das Licht der Krippe aus dem Schaufenster bis an den Anfang der kleinen Gasse. In der Stadt war ein kleines neues Licht aufgegangen, neues Leben erwacht. Und die Menschen, die in die Blindgasse kamen, nahmen etwas mit von diesem Licht mit nach Hause und so kam es, dass es in der ganzen Stadt etwas heller zu sein schien als zuvor.
An einem Samstag – Ina erinnert sich noch genau an diesen Tag – kam ein junger Mann in das Café. Er setzte sich an einen Tisch im Eck und trank in Ruhe seinen Tee. Dabei las er in seinem Buch und schien die Welt um sich herum nicht wahrzunehmen. Er kam öfter, immer saß er an dem Tisch im Eck. Doch eines Tages fing er an, mit den älteren Menschen zu reden. Und schon nach einiger Zeit wurde er von den Stammgästen sehsüchtig erwartet und herzlich begrüßt. Sie freuten sich, wenn er da war und ihnen zuhörte, wenn sie ihre Geschichten erzählten. Sie freuten sich über sein Lächeln, das sie mit ihren Geschichten auf sein Gesicht zaubern konnten. Und eines Tages merkte auch Ina in ihrem Herzen, dass sie auf das Kommen dieses Gastes wartete. Doch das ist eine andere Geschichte, die wir vielleicht später einmal erzählen wollen.

von 14.12.2013 14:05

14.12.Hl. Johannes vom Kreuz
1542-1591
Ordenspriester Kirchenlehrer



Hl. Johannes vom Kreuz In einer dunklen Nacht,
entflammt von Liebessehnen,
o seliges Geschick!
entfloh ich unbemerkt,
da nun mein Haus in Ruhe lag.
So beginnen die Gesänge einer Seele des Hl. Johannes vom Kreuz. Johannes vom Kreuz (1542-1591) lebte in Spanien. Mit 18 Jahren trat er in den Karmeliterorden ein. Der Zustand dieses Ordens erschütterte ihn und er gründete zusammen mit Teresa von Avila mit den "Unbeschuhten Karmeliten" einen Reformzweig. Dabei hatte er mit heftigem Widerstand seitens des Ordens zu kämpfen und wurde sogar monatelang eingekerkert.
Besonders in der Zeit der Kerkerhaft wurden ihm mystische Gotteserfahrungen zu Teil. Die Gedichte und dazugehörigen Erklärungen, die er niedergeschrieben hat, zeugen von diesen Erfahrungen. 1926 wurde er zum Kirchenlehrer erhoben.
Was ist nun jene dunkle Nacht die Johannes vom Kreuz besingt? Sie ist ein Zustand, in den Gott die Seele führt, die er liebt. Ein Mensch, der nur Gutes erfährt, der gleichsam immer auf der Sonnenseite des Lebens steht, vergißt zu leicht, dass alles, was er hat, nur Geschenk ist, ihm nur vorübergehend anvertraut, vergänglich. Allzu schnell können weltlicher Besitz und weltliches Glück vergehen.

"Da die Festtracht, die ihr tragt, euch veranlaßt, nicht so gering wie billig von euch zu denken, so legt sie ab, damit ihr, wenn ihr euch fortan im Werktagskleid vorfindet, einseht, dass ihr nicht mehr verdient und wer ihr überhaupt seid. Dies Beispiel führt der Seele ihre Erbärmlichkeit vor Augen, die ihr vorher verborgen war; denn als sie noch festlich einherging und viel Trost, Süßigkeit und Unterstützung bei Gott fand, war sie selbstsicherer und mit sich selbst zufriedener, und es kam ihr vor, Gott einigermaßen zu Diensten zu sein."

Die dunkle Nacht ist die Selbsterkenntnis unserer Schwachheit und Armseligkeit, die Erkenntnis, dass wir alles, was wir sind und haben, allein und ganz Gott verdanken. Diese Einsicht kann sehr schmerzhaft sein und doch ist sie der entscheidende Schritt hin zu einer tieferen Vereinigung mit Gott. Denn wenn wir erkennen, dass wir aus uns nichts haben, sondern alles als Geschenk von Gott empfangen, so werden wir auch offen und dankbar für seine Geschenke und nun kann Gott uns in noch viel größerem Maße als zuvor seine Liebe erweisen.
Nach dieser Liebe Gottes sehnt sich unsere Seele. Nur Gott kann unsere tiefste Sehnsucht stillen. Wenn wir das Verlangen nach irdischen Gütern abgelegt haben, wenn wir nicht mehr falschen Trost suchen, dann kann Gott unser Verlangen stillen und uns bleibenden Trost schenken. Loslassen, um zu empfangen, nichts haben wollen, um alles zu bekommen, das ist das Geheimnis des Weges mit Gott. Davon sagt der Hl. Johannes vom Kreuz: [/b[b]]"Um dahin zu kommen, alles zu schmecken,
wolle an nichts Geschmack haben.
Um dahin zu kommen, alles zu besitzen,
wolle in nichts etwas besitzen.
Um dahin zu kommen, alles zu wissen,
wolle in nichts etwas wissen."

Loslassen von allem Irdischen, frei sein, zur Ruhe kommen. So kann die Seele dem irdischen Gefängnis entfliehen und zu ihrer wahren Heimat bei Gott gelangen. Das meint keine pessimistische Weltverachtung. Die Welt an sich ist sehr gut von Gott geschaffen. Aber es ist unsere Versuchung, uns an diese Welt zu binden und dabei den Schöpfer, an den allein wir uns binden sollen, zu vergessen.
Bitten wir Gott, dass er uns Momente der Selbsterkenntnis schenken möge, wenn sie auch noch so schmerzhaft sind. Bitten wir ihn, dass er uns Kraft gebe, alles Irdische loszulassen. Bitten wir ihn, dass er uns frei mache, damit wir in Freiheit zu ihm gelangen. Haben wir Verlangen nach der Liebe Gottes, die allein unsere Sehsucht stillt und uns allein glücklich machen kann.

So blieb ich und vergaß mich selbst,
neigte das Antlitz über den Geliebten.
Alles erlosch, ich gab mich auf,
ließ meine Sorge fahren,
vergessen unter Lilien.

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