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von 11.11.2012 13:26

11. November - St. Martin von Tours

Martin von Tours wurde wohl 336 zu Sabaria in Pannonien als Sohn heidnischer Eltern geboren. Der Vater war ein Kriegstribun, also ein höherer Offizier des römischen Heeres.

Der Vater wurde nach Ticinum versetzt. So wuchs Martin dort auf und wurde gegen den Willen seiner Eltern als Zwölfjähriger heimlich unter die Katechumenen aufgenommen. - Gemäß konstantinischen Gesetzen hatten Söhne dieselbe Tätigkeit auszuüben wie ihre Väter. Darum wurde Martin zu Ticinum mit fünfzehn Jahren Soldat. Er diente danach in Gallien bei der berittenen Leibgarde Konstantius’ II. (337 - 350 Kaiser im Osten, 350 - 361 Gesamtreich), der den Arianismus (vgl. 2.5.) förderte. Bald wurde Martin zum Offizier befördert und hatte als solcher Wachen zu beaufsichtigen.

Hinweis: Sie finden auf pius.info zu jedem Tag einen Tagesheiligen unter der Rubrik Tagesheiliger (im Menü rechts oben).

Im Jahre 354 ritt Martin an einem Wintertag durch das Tor hinaus aus der Stadt Samarobriva. Da erblickte er einen halbnackten Bettler. Martin wollte ihm gern ein Almosen geben, hatte aber kein Geld bei sich. Da zog er das Schwert und teilte sein Manteltuch in zwei Hälften. Die eine reichte er dem frierenden Bettler, die andere legte er wieder um. In der Nacht erschien ihm der Heiland, der das halbe Manteltuch trug. Er sagte: „Martinus, obwohl noch Katechumene, hat Mich damit bekleidet.“ - Bald danach empfing der achtzehnjährige Martin die Taufe durch den heiligen Hilarius von Poitiers (14.1.).

Martin nahm 356 an den siegreichen Feldzügen gegen Franken und Alemannen teil, wobei die Colonia agrippina zurückerobert wurde. Das römische Heer kommandierte der Cäsar Julian (355 - 360), der später als Augustus bzw. Kaiser (361 - 363) versuchte, das Heidentum wiederzubeleben, um es an die Stelle der Kirche zu setzen. - Noch in demselben Jahr 356 aber quittierte Martin in Civitas vangionum den Dienst, vielleicht mit der Begründung, ein gänzlich Gott hingegebenes Leben führen zu wollen. Martin begab sich nach Pictavium, wurde Schüler des heiligen Bischofs Hilarius und empfing die niederen Weihen (vgl. 11.1.); die höheren lehnte der heilige Martin aus Demut ab. - Bald danach, nämlich noch im Jahre 356, wurde Hilarius als Gegner der arianischen Irrlehre in die Verbannung geschickt.

Martin begab sich in die Provinz Illyrien, die etwa der Landschaft Dalmatien entspricht, um seine Eltern zu bekehren. Die Mutter nahm den Glauben an, der Vater blieb ein Heide. - Der heilige Martin wird auch öffentlich seinen katholischen Glauben bezeugt haben, denn die Anhänger des Arianismus vertrieben ihn schließlich aus Illyrien.

St. Martin zog sich auf die Insel Gallinaria bei Genua zurück und lebte dort einige Jahre lang als Einsiedler. Dann erfuhr er 361 vom Ende der Verbannung des heiligen Hilarius und eilte nach Rom, um den Bischof von Pictavium dort zu treffen. Dieser war jedoch schon von dort fortgezogen in Richtung seiner Heimatstadt. Martin holte den Bischof ein und reiste zusammen mit ihm weiter.

Noch im Jahre 361 gründete der heilige Martin zu Locociagum bzw. Legudiacum bei Pictavium eine Klause, aus der die erste klösterliche Eremitengemeinschaft Galliens entstand. - Das Mönchstum des Westens entstand während der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts nach ägyptischem Vorbild (s. 17.1.). - Seit dieser Zeit geschahen durch St. Martin wunderbare Krankenheilungen und sogar Totenauferweckungen.

Wohl im Jahre 371 wurde Martin gegen seinen Willen zum dritten Bischof von Civitas turonum, dem heutigen Tours, gewählt. Es wird erzählt, dass sich der Heilige in einem Gänsestall versteckte, um der Weihe zu entgehen. Er wurde jedoch aufgefunden, weil die Gänse ihn durch ihr Geschnatter verrieten. - Ob diese Begebenheit zum Brauch des Verzehrs der Martinsgans am 11. November führte, sei dahingestellt.

Auch als Bischof lebte der heilige Martin von Tours in strenger Askese. Er verzichtete auf ein weiches Bett und vertauschte den bischöflichen Stuhl mit einem dreibeinigen Schemel. - 375 gründte Martin in der Nähe von Tours die Eremitengemeinschaft von Maius monasterium, wohin er sich öfter zurückzog. Dieses Kloster entwickelte sich zu einem Zentrum des geistlichen und des geistigen Lebens. Viele spätere Bischöfe und Missionäre wurden dort ausgebildet.

Von Tours aus brach der heilige Martin auch zur Missionierung noch heidnischer Gebiete Galliens auf. Er predigte vor allem an der mittleren Loire, aber auch in Lutetia parisiorum. Dort küsste und segnete Martin einmal einen Aussätzigen, der daraufhin wunderbar genas. In Vienna traf er den heiligen Paulinus von Nola (22.6.).

Nicht für die in manichäischer Tradition (vgl. 11.4.) entstandene Irrlehre des Priscillian wohl aber für den Irrenden trat der heilige Martin ein. Andere Bischöfe allerdings sorgten für die Hinrichtung des Häretikers und seiner Anhänger als angebliche Magier; das Todesurteil fällte der Usurpator Maximus (s. 7.12.) 386 zu Augusta treverorum. Von da an mied der heilige Martin von Tours ein Zusammenteffen mit diesen Bischöfen und blieb deren Versammlungen fern, auch der Synode von Nemausum des Jahres 394.

Nach einer letzten Romreise starb der heilige Martin von Tours am Sonntag, dem 8. November 397 (vgl. 23.10.), zu Cande, wohin er gewandert war, um einen unter den Geistlichen jenes Ortes ausgebrochenen Streit zu schlichten. Seine sterblichen Überreste wurden am 11. November 397 beigesetzt, und dieser Termin wurde zum Festtag des heiligen Martin.

Chlodwig (s. 1.10.) erklärte St. Martin zum Schutzpatron der fränkischen Könige. Der halbe Mantel des Heiligen, seine Cappa (vgl. 22.1.), wurde im Palast aufbewahrt und in Schlachten mitgeführt. Übrigens soll der Raum des Palastes, in dem sie verwahrt wurde, als erster „Capelle“ genannt worden sein. - Das Kirchengebäude über dem Grabmal des heiligen Martin von Tours wurde 1562 von Hugenotten (vgl. 19.7.) schwer beschädigt, die die Reliquien zum größten Teil verbrannten. 1793 zerstörten die französischen Revolutionäre auch die Basilika über dem Grabmal bis auf ihre beiden Türme. Es wurden sogleich Straßen angelegt, um einen Wiederaufbau der Kirchengebäudes unmöglich zu machen. Die Reste der Reliquien des Heiligen wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einer neu erbauten Martinsbasilika beigesetzt.

Des heiligen Mennas wird ebenfalls am 11. November gedacht. Er stammte aus Äypten und wurde Soldat im römischen Heer. Als der im kleinasiatischen Phrygien stationierte Mennas jedoch von den Verfolgungsedikten Kaiser Diokletians (s. 22. 4.) hörte, quittierte er den Dienst und wurde Einsiedler.

Während eines heidnischen Festes zum Geburtstag des Kaisers begab sich der heilige Mennas in den Circus der phrygischen Stadt Kotyäum. Öffentlich bekannte er sich zum Glauben und lehnte den Götzendienst ab. Auf Anordnung des Praefekten Pyrrhus wurde Mennas daraufhin in demselben Circus grausam gemartert und anschließend enthauptet. - Dies geschah zu Beginn des 4. Jahrhunderts.

Die Reliquien des heiligen Mennas wurden in dessen Heimat überführt. In der Mareotis wurde er beigesetzt. - Sein Grabmal bildete später das Zentrum eines weitläufigen Wallfahrtsheiligtums, welches das „Lourdes des Altertums“ genannt worden ist. Nach der Eroberung Ägyptens durch die mohammedanischen Araber in den Jahren 641 bis 642 (vgl. 9.1., 12.11.) verfiel das Heiligtum. Im Jahre 1905 wurden archäoligische Grabungen im Bereich des Heiligtums vorgenommen, und ab 1959 wurde der Kult des Heiligen dort wiederbelebt.

Von 11. November an sind es vierzig Tage bis Epiphanie (6.1.), wenn man - entsprechend griechischem Brauch - zusätzlich zu den Sonntagen auch die ihnen vorangehenden Samstage nicht mitzählt. Es ist also die Zeit ab dem 12. November vergleichbar mit der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern (s. 7.4.). Darum werden am 11. November auch Karnevalsfeiern begangen wie in den Tagen vor dem Aschermittwoch (s. 4.2.).

von 11.11.2012 12:24

Sehr geehrte Schwestern und Brüder,

Ein Aufruf zur Wahrhaftigkeit

Tägliche Meditationen - 11. November 2012

Zweiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis
Hl. Martin von Tours



P. Paul Campbell LC

Mk 12,38–42
Jesus lehrte sie und sagte: „Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen Gewändern umher, lieben es, wenn man sie auf den Straßen und Plätzen grüßt, und sie wollen in der Synagoge die vordersten Sitze und bei jedem Festmahl die Ehrenplätze haben. Sie bringen die Witwen um ihre Häuser und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Aber um so härter wird das Urteil sein, das sie erwartet.“ Als Jesus einmal dem Opferkasten gegenübersaß, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel. Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine Münzen hinein. Er rief seine Jünger zu sich und sagte: „Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt.“

Einführendes Gebet: Herr, ich glaube an dich. Ich glaube, dass du bei mir bist, dass du das Leben meiner Seele bist. Ich setze mein ganzes Vertrauen auf dich, denn ohne dich kann ich nichts tun. Ich liebe dich. Befreie mich von allem, was mich hindert, dir mein ganzes Herz und meine ganze Kraft zu geben. Hilf mir, dich in allem, was ich heute tue, zu lieben. Hilf mir, dich in jedem zu sehen, dem ich heute begegne.

Bitte: Herr, hilf mir, meine Entscheidung, deinem Willen in meinem Leben zu folgen, konsequent und ehrlich umzusetzen.

1. Den Glauben zur Schau stellen. Der Abschnitt aus dem Evangelium stellt uns den krassen Gegensatz zwischen den Schriftgelehrten und der armen Witwe vor Augen. Die Schriftgelehrten lassen sich von Äußerlichkeiten leiten. Sie waren Sklaven ihrer Eitelkeit. Ihre innere Sicherheit dauerte nur solange, wie das Lobgerede um sie herum anhielt. Sie ließen sich mehr vom Beifall der Menge als vom Wohlgefallen Gottes leiten. Weil sie ihren Glauben zur Schau stellten, konnte er sie nicht prägen und sie von ihren ungeordneten Leidenschaften nicht befreien. Von außen gesehen schienen sie fromm zu sein, aber innerlich waren sie voller Laster. In ihrer Gier „bringen Sie Witwen um ihre Häuser“. Stelle ich meine Frömmigkeit zur Schau oder dient sie Gott allein?

2. Großzügigkeit bedeutet, alles zu geben. Die arme Witwe wurde von der Menge nicht bemerkt, aber Jesus sah sie. Während die Reichen viel Aufheben um ihre Geschenke machten, hatte sie nur zwei Münzen zu geben. Sie verschwand still in der Menge, niemand beachtete sie; von Christus wurde sie aber bemerkt. Wir können wählen: Den Beifall der Menge oder das Lob Gottes.

3. Vergleiche ziehen. Es geschieht manchmal sehr schnell, dass wir uns zu sehr damit beschäftigen, was andere besitzen – was sie tun oder was sie sagen. Wir treten in die Falle, uns mit anderen zu vergleichen und ziehen dabei wahrscheinlich den Kürzeren. Das macht uns bloß unglücklich. Gott vergleicht uns nicht mit anderen. Er liebt uns. Er hat uns so gemacht wie wir sind, mit unseren einzigartigen Talenten und Fähigkeiten. Er misst unsere Großzügigkeit nicht daran, was wir geben, sondern daran, was wir für uns selbst zurückhalten. Denken wir immer daran: die Glücklichsten sind nicht diejenigen, welche alles haben, sondern jene, die alles geben, was sie haben.

Gespräch mit Christus: Herr, hilf mir, aufzuhören, mich mit anderen zu vergleichen. Hilf mir, das Gute, das ich heute tun soll, zu sehen. Lass mich all das erkennen, woran ich hänge und was mich von dir fernhält. Du hast mir alles gegeben. Ich möchte deine Gaben fruchtbringend einsetzen und dir alles mit den Früchten zurückgeben.

Vorsatz: Ich will auf Gottes Vorsehung vertrauen und ihm heute etwas geben, das ich bis jetzt zurückgehalten habe.



Gottes Segen,Laudetur Jesus Christus
Herzliche Grüße aus Löbnitz
Michael Schonath

von 09.11.2012 07:51

Sehr geehrte Schwestern und Brüder,

Wir sollen von Zeit zu Zeit Gott ein Opfer darbringen

Auch die Psychologen raten, sich von Unnötigem, das man schon jahrelang aufgehoben hat, zu trennen. Dieses Sich-Trennen-Können wirkt zurück auf die Seele. Ein Kommentar zum Sonntagsevangelium von P. Bernhard Sirch

Illschwang (kath.net) B - 32. Sonntag im Jahreskreis. 1. Lesung: 1 Kön 17, 10-16; 2. Lesung: Hebr 9, 24-28; Ev. Mk 12, 38-44

Am Stadttor in Sarepta bittet der Prophet Elija eine arme Witwe, die Holz auflas: "Bring mir in einem Gefäß ein wenig Wasser zum Trinken! Als sie wegging, um es zu holen, rief er ihr nach: Bring mir auch einen Bissen Brot mit! Doch sie sagte: So war der Herr, dein Gott, lebt: Ich habe nichts mehr vorrätig als eine Handvoll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Ich lese hier ein paar Stücke Holz auf und gehe dann heim, um für mich und meinen Sohn etwas zuzubereiten. Das wollen wir noch essen und dann sterben. Elija entgegnete ihr: Fürchte dich nicht! Geh heim, und tu, was du gesagt hast. Nur mache zuerst für mich ein kleines Gebäck, und bring es zu mir heraus! Danach kannst du für dich und deinen Sohn etwas zubereiten: denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Der Mehltopf wird nicht leer werden und der Ölkrug nicht versiegen bis zu dem Tag, an dem der Herr wieder Regen auf den Erdboden sendet" (1 Kön 17, 10-14). Die Witwe vertraute ganz dem Propheten, der im Auftrag Gottes sprach. Ihre Großherzigkeit, das zum Leben Notwenige herzugeben, wurde nicht enttäuscht, der Mehltopf wurde nicht leer, der Ölkrug versiegte nicht.

Im Evangelium ist wieder von einer armen Witwe die Rede: "Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt" (Mk 12, 43.44).

Etwas von seinem Überfluss hergeben ist nichts Besonderes. Die Hochherzigkeit fängt dort an, wo ich etwas schenke, das mir selbst nützlich oder gar notwendig wäre. Und sie endet damit, dass ich nicht nur meine Habe gebe, sondern alles: auch meine Kraft, meine Zeit, mein Leben. Damit sind wir bei Jesus: er konnte sagen: Ich habe euch ein Beispiel gegeben (vgl. Einleitung zu Schott-Meßbuch).

Meine Kraft, meine Zeit, mein Leben, alles hergeben nach dem Beispiel Jesu wird von denen verlangt, die Priester oder Ordensleute werden. Wenn heute in den Wohlstands-Staaten der Nachwuchs für Priester und Ordensleute zurückgeht, so ist ein Grund: die Kinder lernen generell nicht auf etwas zu verzichten und zwar ohne eine schlechte Laune zu haben: freiwillig!

Ich möchte euch, liebe Kinder einladen, in eurem Alltag zu lernen, auf etwas zu verzichten. Wie weit könnt ihr mit euch gehen, wie steht es mit dem Verzicht auf Süßigkeiten, Verzicht auf Fernsehen, PC-Spiele, usw. Wenn ihr verzichten lernt, so ist dies nicht nur für den Priester- und Ordensberuf Voraussetzung, sondern auch für eine Ehe. Der Verzicht ist für die Persönlichkeits-Bildung unerlässlich. Nur so komme ich in meinem späteren Leben zurecht und finde auch dann mein Glück, wenn mir etwas versagt bleibt.

Die Psychologen raten, sich von Unnötigem, das man schon jahrelang aufgehoben hat, aber nie mehr gebraucht hat, zu trennen. Dieses Sich-Trennen-Können wirkt zurück auf die Seele. Wir können uns fragen: wie weit kann ich mit mir gehen, bis es an das "Eingemachte" geht? Spätestens im Tod müssen wir alles hergeben, zurücklassen. Alle Menschen, ob gläubig oder ungläubig, ob sie wollen oder nicht, müssen sich im Tod von allem trennen.

In früheren Zeiten wurde, wenn ein Mönch das ewige Versprechen ablegte, ein Totentuch über ihn gelegt, um anzuzeigen, dass er auf alles verzichtet und sich ganz Gott übergibt. Er nimmt gleichsam den Tod voraus und erhält - um dies zu symbolisieren - einen neuen Namen, wenn er sich an eine Ordensgemeinschaft bindet. Er beginnt ein neues Leben.

Wir alle sollen von Zeit zu Zeit Gott ein Opfer darbringen, das Gott angenehm ist und denen hilft, die in Not sind, in denen Christus in besonderer Weise gegenwärtig ist; wir können dabei auch an unseren Tod denken. Der Tod ist nicht nur die Erlösung von Leiden, sondern auch ein gläubiges Zurückgeben von allem, was wir haben: Besitz, Ehre, menschliche Qualitäten.

Viele Menschen stehen bisweilen vor der unbegreiflichen Wand Gottes, wenn plötzlich ein Unglück oder Krankheit zum Tod bevorsteht. Denken wir gerade an diesem Novembersonntag an die vielen gemarterten Menschen und Opfer der Kristallnacht (9.11). Viele Menschen erleben auch heute eine "Kristallnacht" und stehen vor den Scherben des eigenen Lebens in allen Krisengebieten der Welt.

Wie Ijob gehen auch heute viele Menschen zur Klagemauer und sprechen mit Ijob: "Erkennt doch, dass Gott mich niedergedrückt, da er sein Netz rings um mich warf. Schrei' ich: Gewalt!, wird mir keine Antwort, rufe ich um Hilfe, gibt es kein Recht... Meiner Ehre hat er mich entkleidet, die Krone mir vom Haupt genommen. Er brach mich ringsum nieder, ich muss dahin; er riss mein Hoffen aus wie einen Baum" (Ijob 19, 6-10). Wir können dabei an Jesus denken und brauchen nur die Gesetzchen des schmerzhaften Rosenkranzes betrachten oder die 14 Stationen des Kreuzweges. Jesus trug anstelle einer Kopfbedeckung, einer Krone: eine Dornenkrone, er wurde gegeißelt und musste sein Kreuz, an dem er sterben sollte, auf den Berg Golgota tragen. Die Schmerzensmutter Maria musste dies alles mit ansehen und mitleiden.

Wie bei Jesus bleiben auch bei Ijob die absolute Hoffnung und sein Vertrauen auf Gott: "Doch ich, ich weiß: mein Erlöser lebt, als letzter erhebt er sich über dem Staub. Ohne meine Haut, die so zerfetzte, und ohne mein Fleisch werde ich Gott schauen. Ihn selber werde ich dann für mich schauen; meine Augen werden ihn sehen, nicht mehr fremd. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust" (Ijob 19, 25-27).

Viele Menschen sind heute in den Krisengebieten der Welt, aber auch am Arbeitsplatz und in der Familie in der gleichen zwiespältigen Lage wie Ijob: "Meiner Ehre bin ich entkleidet; ... er riss mein Hoffen aus wie einen Baum" (Ijob 19, 6-10), aber: "ohne mein Fleisch werde ich Gott schauen... Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust" (Ijob 19, 25-27).

Der Antwortpsalm (Ps 146 (145), 5-10) ist ebenso erfüllt von diesem Gottvertrauen: "Der Herr hat Himmel und Erde gemacht, das Meer und alle Geschöpfe; er hält ewig die Treue. Recht verschafft er den Unterdrückten, den Hungernden gibt er Brot; der Herr befreit die Gefangenen. Der Herr öffnet den Blinden die Augen, er richtet die Gebeugten auf. Der Herr beschützt die Fremden und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht. Der Herr liebt die Gerechten, doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre. Der Herr ist König auf ewig, dein Gott, Zion, herrscht von Geschlecht zu Geschlecht".

Von diesem siegreichen Ausgang ist auch der hl. Paulus in der 2. Lesung erfüllt: Mit dem Kommen Christi und seinem Opfertod hat das neue Zeitalter begonnen: "Christus ist nicht in ein von Menschenhand errichtetes Heiligtum hineingegangen, in ein Abbild des wirklichen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor Gottes Angesicht zu erscheinen; auch nicht, um sich selbst viele Male zu opfern, denn er ist nicht wie der Hohepriester, der jedes Jahr mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht; sonst hätte er viele Male seit der Erschaffung der Welt leiden müssen. Jetzt aber ist er am Ende der Zeiten ein einziges Mal erschienen, um durch sein Opfer die Sünde zu tilgen. Und wie es dem Menschen bestimmt ist, ein einziges Mal zu sterben, worauf dann das Gericht folgt, so wurde auch Christus ein einziges Mal geopfert, um die Sünden vieler hinweg zu nehmen; beim zweiten Mal wird er nicht wegen der Sünde erscheinen, sondern um die zu retten, die ihn erwarten" (Hebr 9, 24-28). Wir sehen hier, wie sehr der hl. Paulus das Kreuzesopfer Christi betont und ihn deutlich unterscheidet vom "Hohenpriester, der jedes Jahr mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht". "Jetzt aber ist er am Ende der Zeiten ein einziges Mal erschienen, um durch sein Opfer die Sünde zu tilgen. Und wie es dem Menschen bestimmt ist, ein einziges Mal zu sterben, worauf dann das Gericht folgt, so wurde auch Christus ein einziges Mal geopfert, um die Sünden vieler hinweg zu nehmen".

Hier wird die absolute Vorrangstellung Christi im Heilsplan Gottes hervorgehoben. Das absolute Vertrauen Jesu Christi auf seinen himmlischen Vater wird hier sichtbar. Da er der Sohn Gottes ist, ist dieses "Tun Jesu" für alle Menschen zum Heil der Menschen.

Von diesem absoluten Vertrauen auf Gott sind auch die Heiligen der Kirche Christi erfüllt. Am heutigen Tag, den 11. November, feiert die Kirche den heiligen Martin von Tours: Dieser teilte seinen Mantel mit einem Bettler; im Traum erschien ihm Christus und sagte, er sei es gewesen, mit dem er den Mantel geteilt habe. Wir sehen hier den hl. Martin - wie die beiden Witwen in der ersten Lesung und im Evangelium -, der die Not des Nächsten sah und spontan handelte. Wir alle sind aufgerufen, wie die beiden Witwen und der hl. Martin spontan zu handeln.

Entschließen Sie sich, ein "Heiliger" zu werden. Wir werden heute Abend in Illschwang beim Martinsgottesdienst den 1. Teil des Martinsspieles sehen: "St. Martin teilt seinen Mantel". Dieses "Spiel" soll Wirklichkeit werden in unserem Leben. Ich möchte eine Zeit der Stille lassen, wo wir uns überlegen können, dass wir, wie die beiden Witwen und der hl. Martin, handeln. Gerade die neuen Heiligen unserer Zeit sind leuchtende Beispiele der Nächstenliebe: sie haben sich mit allen Kräften für die Mitmenschen eingesetzt; sie hatten jedoch einen wesentlichen Lebensanker: Gott Vater, Christus und den Hl. Geist.

So beten wir im Schlussgebet: "Wir danken dir, gütiger Gott, für die heilige Gabe, in der wir die Kraft von oben empfangen. Erhalte in uns deinen Geist und lass uns dir stets aufrichtig dienen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn". Möge Christus in unserem Leben lebendig werden, dass wir den Namen "Christen" zu Recht tragen, da Christus in unserem Leben lebendig wird. So kann ich Ihnen nur zurufen: schaut auf die beiden Witwen, auf den heutigen Tagesheiligen: den hl. Martin und auf die Heiligen unserer Zeit, und lasst in eurem Leben Christus lebendig werden in und für unsere Zeit.



Gottes Segen,Laudetur Jesus Christus
Herzliche Grüße aus Löbnitz
Michael Schonath

von 07.11.2012 11:22

Frischer Wind
einfach römisch-katholisch und was mich sonst noch so bewegt...
Der Heilige Vater


Der Papst, der Bischof von Rom und Nachfolger des hl. Petrus, ist "das immerwährende und sichtbare Prinzip und Fundament für die Einheit der Vielheit sowohl von Bischöfen als auch von Gläubigen"


II. Vatikanisches Konzil, LUMEN GENTIUM, 23
Scheffczyk zu: "Wiederverh. Geschiedene" und Zulassung zum Kommunionempfang
Leo Scheffczyk


Glaube als Lebensinspiration - Gesammelte Schriften zur Theologie
Johannes Verlag Einsiedeln 1980, S. 371-393

(als "Kurzfassung" empfiehlt es sich, Kapitel 4 "Einwände gegen die dogmatische Lehre" zu lesen)


Eucharistie und Ehesakrament


1. Der zeitnahe Anlaß der Frage


Zu den Problemen, die in dem gegenwärtigen Wandlungsprozeß der Kirche eine besondere Dringlichkeit angenommen haben, zählen die Fragen bezüglich des Sakramentes der Ehe (1). Daß die Fragen in diesem Bereich besonders dringlich werden, hat einen einsichtigen Grund: Die Ehe ist nämlich jenes Sakrament, das am tiefsten in die biologischen, geschichtlichen und sozialen Gegebenheiten des menschlichen Daseins hinabreicht.


Unter dieser Rücksicht ist das Ehesakrament als das "natürlichste" aller Sakramente zu verstehen, weil in ihm ein menschlicher Lebensvollzug selbst (unter Einschluß wesentlicher anthropologischer, soziologischer und rechtlicher Bezüge) zum Zeichen einer besonderen Gnade erhoben wird.


Unter dem Eindruck der "Geschichtlichkeit" (2) aller natürlicher Ordnungen und Situationen kann sich leicht die Annahme einstellen, daß das ganze Sakrament einem Wandel unterworfen sei, der ein verändertes Verständnis seines Wesens und seiner Wesenseigenschaften zutage fördern müsse (3).


Etwas von diesem Wandel ist auch im Bereich ökumenischer Fragestellungen bezüglich des Gegenstandes festzustellen, wo unter der zunächst unverfänglich erscheinenden Behauptung, daß die Ehe ein Sakrament "sui generis" sei, die Auffassung von dem bereits überwundenen Gegensatz in der Ehelehre der christlichen Kirchen propagiert wird (4).




Wenn man einerseits die tiefreichende Natürlichkeit dieser menschlichen Ordnung gewahrt, andererseits an ihrem übernatürlichen Charakter als eines Sakramentes festhält, wird man von der Ehe auch umgekehrt sagen können, daß sie eigentlich das geheimnisvollste Sakrament sei; denn eine so intensive Bindung der Gnadenwirklichkeit an die Natur, eine so innige Vereinigung des sichtbaren natürlichen mit dem unsichtbaren übernatürlichen Leben bedeutet für das gläubige Denken, welches um das "ganz andere" des Göttlichen weiß, tatsächlich eine ähnliche Herausforderung wie etwa das Geheimnis der Menschwerdung Gottes selbst, das ja nicht von ungefähr im Hintergrund auch des Ehesakramentes steht (5).


Dieses Geheimnis droht dem von der einen, monistisch verstandenen Wirklichkeit überzeugten Menschen (6) so vom "Natürlichen" überdeckt oder verstellt zu werden, daß es als Mysterium nahezu entschwindet. Dem entspricht in der gegenwärtigen Glaubenssituation ein weitgehend geschwundenes Verständnis für die besondere Sakramentalität und die Unauflöslichkeit der christlichen Ehe (7).




Dieser Ausfall sakramentalen Denkens muß sich in den konkreten Fällen besonders bemerkbar machen, wo es um die mit der menschlichen Wirklichkeit der Ehe gegebenen Grenzprobleme geht. Ein solcher Grenzfall liegt heute im besonderen in der Frage der Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zu den Sakramenten vor.


Wenn man die Vielzahl der Stellungnahmen überblickt (8), so gehen dem Betrachter an der Diskussion zwei charakteristische Merkmale auf: ihr weithin pragmatischer Charakter und (damit zusammenhängend) die überstarke Tendenz zur Herbeiführung einer praktischen Lösung, die sich aus dem hier zum Zuge kommenden lebensmäßigen Interessendruck verstehen läßt, aber damit noch nicht legitimiert ist.


Dabei treten neben den pastoral-theologischen Begründungen (die gelegentlich nur noch als pastoral, aber kaum noch als theologisch zu erkennen sind) dogmatische Beweisführungen weithin zurück.




Für den Dogmatiker selbst wird dieses Verfahren in jenen Fällen besonders problematisch, in denen von den Befürwortern einer neuen, milderen Praxis der Kirche vorausgehend der Grundsatz geltend gemacht wird: An der Unauflöslichkeit der Ehe ist nicht zu rütteln!


Weil dieser dogmatische Glaube unangegriffen feststehe, brauche - so meinen die betreffenden Autoren - die Unauflöslichkeit der Ehe nicht mehr erörtert zu werden. Die neue Praxis solle deshalb auch nicht als Ausnahme von dem göttlichen Recht der Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe angesehen werden, sondern nur als ein barmherziges Entgegenkommen der Kirche in menschlichen Härtefällen.


Diese Argumentation ist aber aus vielerlei Gründen angreifbar.


Hinter ihr steht die Auffassung, daß eine Lösung, die an der Unauflöslichkeit der Ehe verbal festhält, dem Glauben der Kirche nicht mehr widersprechen könne. Hier wird nicht mehr mit der Möglichkeit gerechnet, daß eine praktische Lösung oder Regelung der zuvor festgehaltenen Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe durchaus widersprechen und sie aushöhlen könne.


Es ist, als wenn mit einer rein formalen Absichtserklärung am Anfang der Problemerörterung die dogmatische Stringenz des Ergebnisses schon gesichert werden solle. Man beachtet hierbei nicht, daß selbst aus wahren Prämissen bei Nichteinhaltung der Folgerichtigkeit durchaus ein falscher Schluß zustande kommen kann.


Aber man setzt bei einem solchen Anfang (mit einer verbalen Behauptung der Unauflöslichkeit der Ehe) auch voraus, daß es heute einen ungebrochenen Glauben an die Sakramentalität und Unauflöslichkeit der Ehe gebe und daß das theologische Denken diesbezüglich alle Implikationen und Konsequenzen schon erfaßt hätte.


Weil man sich des dogmatischen Befundes dieser Art völlig sicher weiß, kommt es am Schluß angesichts der gefundenen praktischen Lösungen häufig auch gar nicht mehr zu der Rückfrage, ob das Ergebnis dem dogmatischen Befund entspricht, was z. T. daraus zu erklären ist, daß man das Gewicht dieses Befundes, seine Folgenschwere und auch seine Strenge nicht bedacht hat.




Deshalb wäre bei der Erstellung aller solcher Lösungen im Nachhinein erst noch einmal zu prüfen, ob sie sich wirklich aus der dogmatischen Wahrheit ableiten lassen und durch sie gedeckt sind.


Aber methodisch am einwandfreiesten wäre ein Vorgehen, das mit der Erörterung der dogmatischen Wahrheit über die Sakramentalität der Ehe und ihrer Konsequenzen hinsichtlich der Wesenseigenschaften beginnt.


Bei einem solchen Vorgehen könnte sich freilich ergeben, daß die Möglichkeiten zu wirklichen Lösungen solcher Grenzprobleme auf dem Boden eines ungeschmälerten dogmatischen Glaubens geringer und subtiler sind, als sie einem experimentierenden Denken vorschweben.


Aber dadurch könnten die Bemühungen um solche Lösungen, deren Angemessenheit und Bedeutung nicht bestritten werden soll, von vornherein der Gefahr eines gewissen kirchlichen Irrealismus entzogen werden. Vor allem aber könnte am Ende der Verdacht ausgeschlossen werden, daß mit der verbalen Behauptung der Unauflöslichkeit der Ehe und der "milderen kirchlichen Praxis" doch eine gewisse "doppelte Wahrheit" etabliert werde, bei welcher Theorie und Praxis nur noch vordergründig zusammenzuhalten sind.]
2. Geschichtliche Voraussetzungen[/b]

Die hier beabsichtigten Überlegungen haben einen dogmatischen Skopus und verfolgen nur die begrenzte Absicht, aus dem Zusammnenhang der sakramentalen Wirklichkeiten "Eucharistie", "Ehe" und "Kirche" (gleichsam aus dem "nexus mysteriorum inter se") (9: Vgl. dazu Vatik.I: DS 3016) eine Einsicht in die theologischen Gründe der Unauflöslichkeit der Ehe zu vermitteln, die auch in Grenzfällen grundsätzlich nicht aufgegeben werden kann (es sei denn, die Begründung hätte in demselben dogmatischen Zusammenhang ihren Anhalt).Trotzdem soll der "traditionsgeschichtliche" Hintergrund der dogmatischen Erörterung wenigstens andeutungsweise umschrieben werden, und dies in der zugegebenermaßen mehr negativ-sichernden Absicht, daß den dogmatischen Erhebungen nicht gravierende Argumente aus der Tradition entgegengehalten werden.


Da die glaubensverbindliche Tradition selbst eine dogmatische Instanz ist, müßte ein aus ihr erhobener gegenteiliger Befund natürlich den dogmatischen Beweis erschüttern. Wegen der hier vorgenommenen Begrenzung auf den eigentlich dogmatisch-systematischen Aspekt soll aber die geschichtliche Problematik nur auswahlweise und an jenen Punkten aufgegriffen werden, wo sie schwierig ist und dem dogmatischen Befund gewisse Widerstände zu bieten scheint.


Was das Neue Testament selbst angeht, so ist es für das in Frage stehende Problem der Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zur Eucharistie nicht direkt und unmittelbar heranzuziehen. Jedoch ist die Tatsache nicht zu übergehen, daß die synoptischen Jesusworte über Ehe- und Ehescheidung (Mk 10,2-12; Mt 5,27-32; 19,3-12; Lk 16,18) durchaus bestimmt gehalten sind und eine entschiedene Forderung nach der Unauflöslichkeit der Ehe in der neuen Heilszeit an sich tragen.


Obgleich natürlich auch hier Unterschiede in der Interpretation dieser Texte aufleuchten, sind doch manche entschärfenden Deutungen, die etwa nur an ein "theologisches Postulat" (10) Jesu denken oder an einen "Appell", dessen Erfüllung "dem gläubigen Gewissen überlassen" (11) bleibt, oder an einen Aufruf zur "freien Treue", (12) als unzureichende Erklärungsvorschläge anzusehen, welche Vorstellungen der eigenen Zeit und Situation in die Texte hineintragen. (13)


Es gibt aber auch hier bemerkenswert positive Urteile, wie etwa bei R. Schnackenburg bezüglich der entscheidenden Markusaussage (Mk 10,11) deutlich wird: "...Markus hat das Ehescheidungsverbot Jesu auf die Verhältnisse der heidenchristlichen Gemeinde angewendet und damit zu verstehen gegeben, daß er das Wort Jesu in einem strikten Sinn, als wirkliches, in den Verhältnissen dieser Welt zu verwirklichendes Gebot Jesu auffaßt. " (14)




Problematischer scheint die Situation bezüglich der sogenannten "Unzuchtsklauseln" beschaffen zu sein (Mt 5,32; 19,9), bei deren Interpretation die Meinungen bezüglich des Grundes für die faktische Lösung eines ehelichen Verhältnisses auseinandergehen. Auch wenn man sich dogmatisch die Lösung nicht dadurch erleichtern sollte, daß man hier (mit manchen Exegeten) alles auf die Einfügung durch Matthäus abstellt, die eben nicht von Jesus stamme, so ist doch die Auffassung durchaus begründbar, daß "jedenfalls von Matthäus keine wirkliche Ausnahme vom Ehescheidungsverbot beabsichtigt" (15) war, auch wenn man sich nicht auf die dazu sehr passende Theorie von H. Baltensweiler (16) beruft. Auch das paulinische Zeugnis ist nicht als Gegeninstanz zu verstehen. (17)




Auch wenn bezüglich der Deutung der neutestamentlichen Ehegebote manche Interpretationsprobleme bestehen bleiben, so ist das ein normaler Befund, der mit dem Wesen der historisch-kritischen Methode zusammenhängt. (18)


Der Traditionsbefund scheint aber, besonders im Hinblick auf die ersten Jahrhunderte, eindeutig für eine strenge Unauflöslich-keitsauffassung der Kirche zu sprechen.


Demgemäß hat G.Pelland (mit H.Crouzel) darauf aufmerksam gemacht, daß kein vornizäischer Vater Mt 19,9 zitiert, die Stelle damals offensichtlich also nicht im Sinne einer Milderung der strengen Praxis gedeutet wurde. Diesbezüglich wird hier dann sogar die Vermutung ausgesprochen, daß es sich bei diesem Text um eine Interpolation handeln könne. (19)




Ein Problem bietet innerhalb dieses Zeitraums nur eine Aussage von Origenes, der davon spricht, daß einige Bischöfe "gegen das Geschriebene" (!) auf Grund der Matthäusklausel die Praxis der Wiederverheiratung zuließen. (20: Origines, In Mt 14,23 (PG 13, 1245).) Aber es ist bezeichnend, daß der alexandrinische Theologe diese Praxis nicht etwa theologisch rechtfertigt, sondern sie nur menschlich verständlich findet.


Im griechischen Bereich, in dem die Entwicklung etwa seit dem 4. Jh. eine andere Richtung nahm, (21) scheint Epiphanius v. Salamis (+ 403) in der Frage der Wiederverheirateten ein gewisses dogmatisches Entgegen-kommen zu zeigen, wenn er von demjenigen, "der sich von seiner Frau wegen Unzucht, Ehebruch oder aus einem anderen Grunde getrennt hat", erklärt, "das Wort Gottes klage ihn nicht an und schließe ihn weder aus der Kirche noch vom Leben aus, sondern dulde sein Verhalten wegen seiner Schwäche". (22) Aber dieses Urteil ist offensichtlich ohne theologische Begründung vorgetragen. (23)


Auch die gelegentlich als ein solches Entgegenkommen gedeutete Aussage Basilius' d. Gr. (+379), daß man eine Frau, die mit einem von seiner ersten Frau im Stiche gelassenen Mann zusammenlebt, nicht einfach als Ehebrecherin bezeichnen solle (24), ist kein Argument für eine neue dogmatische Lehre; denn sonst treten Chrysostomus im Morgenland (25), genauso wie Ambrosius (26), Hieronymus (27) und Augustinus (28) im Abendland angesichts der von der kaiserlichen Gesetzgebung herkommenden Schwierigkeiten entschieden gegen die Erlaubtheit einer Ehescheidung und gegen die Ermöglichung einer Wiederverheiratung auf.


Im Abendland gibt es davon, soweit zu sehen ist, eine gewisse Ausnahme nur im Ambrosiaster, der dem Anschluß an eine offensichtliche Überinterpretation von 1Kor 7,11 dem von einer ehebrecherischen Frau verlassenen Mann eine Wiederverheiratung zugesteht. (29) Aber die Beschränkung dieser Möglichkeit allein auf den Mann zeigt doch deutlich das Einwirken noch nicht ganz überwundener antiker Vorstellungen, so daß dieser Aussage keine besondere dogmatische Relevanz zukommt.


Deshalb darf bis einschließlich zum 5. Jh. das Urteil J. Auers Geltung beanspruchen: "Sonst stimmen Ost- und Westkirche in der Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe überein." (30)




Allerdings scheint die nachfolgende praktische Entwicklung zumal im fränkisch-germanischen Bereich seit der Merowingerzeit in der synodalen Praxis Entwicklungen gefördert zu haben, die der dogmatischen Auffassung der ersten fünf Jahrhunderte widersprechen.


Während in der Zeit zuvor die Partikularsynode von Elvira (etwa um 303) den Ehebruch als Scheidungsgrund ausschließt und der Frau, die dem zuwiderhandelt, die Kommunion verweigert (DS 117), und das Konzil von Kathargo (418) ebenfalls keinerlei Möglichkeit zur Wiederverheiratung (im c.8) (31) eröffnet, machte sich in der fränkischen Landeskirche naturgemäß der Einfluß der alten Stammesgesetzlichkeit geltend, die in ihrer Pragmatik Ehescheidung und Wiederverheiratung nicht ausschließen konnte.




Diese Pragmatik drang auch in die (nicht als offizielle Schriften der Kirche anzusehenden) Pönitentialbücher ein. Von daher ist es nicht verwunderlich, daß einige fränkische Synoden u. a. die Synode von Agde [506], Verberie [756], Compiègne [757]) sich unter dem Druck der Verhältnisse den staatlichen Gepflogenheiten anpaßten. (32)


Aber daß hier keine dogmatischen Überzeugungen bestimmend waren, zeigt in der Folgezeit das beharrliche Bemühen um die Reform dieser Mißbildungen gemäß der abendländischen Tradition und dem römisch-kirchlichen Recht, das vor allem in der Karolingerzeit auch auf synodaler Ebene zum Erfolg führte (Friaul 796, Paris 829). (33)


Symptomatisch für diese Entwicklung ist der Streitfall zwischen Papst Nikolaus I. (+867) und König Lothar II. (+869), in dem jener unter dramatischen Umständen (die sogar die Absetzung der Erzbischöfe von Köln und Trier einschloßen) die alte kirchliche Lehre und Disziplin verteidigte. (34)






Überblickt man diese Entwicklungen, (35) so wird man zwar nicht die großen Schwierigkeiten übersehen können, die sich in der Durchsetzung der kirchlichen Lehre in der Praxis entgegenstellten. Aber auf keinen Fall wird man daraufhin der von manchen konstruierten "Traditionslinie" für eine mildere Praxis zustimmen können, die angeblich als schwächere Parallele neben der "amtlichen" und eindeutigen Linie einherging.






Im Lichte dieser Entwicklung ist dann auch (unter Übergehung der nicht problematischen lehramtlichen Zeugnisse von Innozenz I. [+ 417] bis zum Armenierdekret von 1430 [DS 1327]) der heute vielerörterte Befund des Tridentinums in Sess. XXIV c.7 zu interpretieren.


[Einfügung dieser Anmerkung durch Admin:
Befund des Tridentinums in Sess. XXIV c.7, zitiert aus: Des heiligen und allgemeinen Concils von Trient Beschlüsse und Canones; Verlag Georg Joseph Manz, Regensburg; AD 1860:
Wenn jemand sagt, die Kirche irre (ecclesiam errare), da sie lehrte und lehrt, daß nach der evangelischen und apostolischen Lehre (iuxta evangelicam et apostolicam doctrinam)* wegen des Ehebruches des einen Ehegatten das Band der Ehe nicht aufgelöst werden könne, und daß keiner von beiden, nicht einmal der unschuldige, der nicht Ursache zum Ehebruche gab, eine andere Ehe eingehen könne, solange der andere Ehegatte lebt, und daß derjenige, welcher die Ehebrecherin entläßt und eine Andere ehelicht, und diejenige, welche den Ehebrecher entläßt und einen Andern ehelicht, einen Ehebruch begehe: der sei im Banne.

*dazu werden im Originaltext interessanterweise folgende Schriftstellen angeführt:
Matth 19.9: Ich sage euch: Wer seine Frau entläßt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch.
lk 16,18: Wer seine Frau aus der Ehe entläßt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch; auch wer eine Frau heiratet, die von ihrem Mann aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.
1 Kor 7,11: wenn sie sich aber trennt, so bleibe sie unverheiratet oder versöhne sich wieder mit dem Mann - und der Mann darf die Frau nicht verstoßen.]


Die ausgiebig geführte Diskussion, in der bis auf weiteres die Argumente beider Seiten ausgeschöpft erscheinen, (36) hat ein Ergebnis zutage gefördert, das, rein unter geschichtswissenschaftlichem Aspekt betrachtet (und abgesehen von dem Urteil des Glaubens, das mit dem Ergebnis der historischen Forschung nicht einfach identisch ist), einer restriktiven Deutung des c.7 wenig Anhalt bietet.


Die Auffassung, daß das Tridentinum die Unauflöslichkeit der Ehe nicht definiert, sondern nur die Leugner der kirchlichen Disziplinargewalt über die Ehe habe ausschließen wollen, (37) ist mit der Berufung auf das "iuxta evangelicam et apostolicam doctrinam" nicht vereinbar. Eine gewisse verbleibende Unschärfe bezüglich der vom Konzil verwandten Terminologie von "Häresie" und "Dogma" erlaubt nicht den Schluß, daß hier vom Konzil nur die Forderung nach einer "fides ecclesiastica" erhoben worden wäre. (38)


"Der Verlauf der Debatte um den Zusatz zu 'ecclesiam errare' in Can. 7, die stets unangefochten gebliebene Forderung des Can. 5 und die Begründung der Unauflöslichkeit der Ehe im Proömium sprechen...dafür, daß das Konzil diese als eine in der göttlichen Offenbarung begründete Lehre der Kirche betrachtete." (39)


Auch die neuerdings eingeführte Unterscheidung, wonach das "iuxta evangelicam et apostolicam doctrinam" (im Zusammenhang mit der Tatsache der Nichtverurteilung der griechischen Praxis gesehen) nur die Schrift- und Offenbarungsgemäßheit der katholischen Lehre behaupte, aber die Schriftgemäßheit einer anderen Auffassung nicht negiere, ist zwar formal zutreffend. Aber es ist falsch, daraus zu folgern, daß es noch eine andere schriftgemäße Praxis geben könne (40 Vgl. dazu Fr. Reckinger, a.a.O., 39); denn dann hätte - zunächst historisch betrachtet - das Konzil eine Verurteilung der reformatorischen Auffassung nicht vornehmen können (die Reformatoren hätten sich ja auf diese andere, von der Schrift gebotene Möglichkeit berufen und damit die kirchliche Lehre ins Unrecht setzen können).


Aber es ist auch theologisch ausgeschlossen, daß die Offenbarung in einer entscheidenden Frage, in der es um einen kontradiktorischen Gegensatz geht (Eingehen einer neuen Ehe bei Eheruch oder Nichteingehen einer solchen Ehe), mehrere Möglichkeiten offenlasse. Auch die nachfolgende Interpretation des Tridentinums durch die Päpste schließt eine solche Möglichkeit aus.






Auch wenn der Traditionsbefund hinsichtlich der Frage nach Unauflöslichkeit und Wiederverheiratung objektiv keinen Grund für die Annahme einer Unsicherheit der Kirchenlehre bietet, so ist damit der theologische Beweis für die innere Stringenz dieser Lehre noch nicht erbracht, der von der Dogmatik zu leisten ist.




3. Dogmatische Grundgedanken aus der Einheit von Ehe - Kirche - Eucharistie


a) Es genügt für die Erkenntnis der Sakramentalität der Ehe nicht, sie als im "Grundsakrament der Kirche verwurzelt" zu bezeichnen, von woher den Eheleuten "die unverbrüchliche Treue Gottes zugesprochen ist". (41: So der Beschluß der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland "Christlich gelebte Ehe und Familie", Heftreihe: Synodenbeschlüsse Nr. 11, hrsg.v. J. Homeyer, 7.)


Es ist auch nicht vollauf genügend, zur Erklärung der eigentümlichen Sakralität der Ehe darauf hinzuweisen, daß sich in ihr das Leben und Wirken der Kirche verdichte. Unter Ausschöpfung der tiefsten neutestamentlichen Aussagen über die Ehe in Eph 5,21 -33 (42: vgl. dazu R. Schnackenburg, Die Ehe nach dem Neuen Testament, a.a.O., 28ff., und H. Schlier, Der Brief an die Epheser, Düsseldorf (7) 1991, 252-280.) (eine Stelle, die heute bezeichnenderweise nur wenig herangezogen wird) ist vielmehr zu ersehen: Die Ehe bildet das ganze generelle Sakrament "Kirche" nach, sie formt es in spezieller Weise in eine personal-individuelle Geschlechtsgemeinschaft aus.




Da das "Ganzsakrament" Kirche aber wesentlich in der mysterienhaften und doch auch zeichenhaften Verbindung zwischen Christus und seinem Leib (den Gläubigen) besteht, ist die Ehe näherhin eine wirklich-keitserfüllte Abbildung dieses Christus-Kirche-Mysteriums. Sie ist "das Bild und die Teilhabe an dem Liebesbund Christi und der Kirche". (43: II. Vatik. Gaudium et spes,nr.48.)


Ehe ist so nach katholischem Glaubensverständnis eine besondere Ausformung und Ausgliederung der Heilsgemeinschaft zwischen Christus und Kirche. Sie kann deshalb vom Zweiten Vatikanischen Konzil, besonders sofern sie ihre Fruchtbarkeit in der Familie entfaltet, auch als "Hauskirche" (44: Lumen gentium, nr. 11.) bezeichnet werden. Darin tritt der ekklesiologische Charakter der Ehe hervor, der im Vergleich zur ekklesiologischen Bedeutung der anderen Sakramente einzigartig ist; denn kein anderes Sakrament ist in seiner Struktur ein zwischenmenschlicher, personaler Bund.


Keines kann deshalb die Vollendung des Erlösungswerkes, die in der bleibenden Vereinigung Christi mit der Kirche besteht, so realistisch und intensiv ausbilden, wie es die Ehe als Gemeinschaft vermag. Unter diesem Aspekt ist sie eine besonders subtile Ausformung der in der Kirche Christi weitergehenden Erlösungswirklichkeit.




Diese im Sakrament ausgefaltete Erlösungswirklichkeit kommt wie bei jedem Sakrament "objektiv" zustande, d. h. letztlich durch das Tun Christi, durch welches das sakramentale Geschehen gültig wird, sofern die Empfänger auf dieses Tun mit ihrem Willen eingehen. So ist ein einmal gültig empfangenes Sakrament aufgrund seiner Wirkamkeit "ex opere operato" immer gültig. Das hat nun für die Ehe, die nicht nur ein "sacramentum in fieri", sondern auch ein solches "in esse" ist, eine besonders tiefgehende Bedeutung.


Die Wirkung Christi bezieht sich im vollen Umfang auch auf die weitergehende Ehe. Dies ist aber nicht allein aus der "objektiven" Wirksamkeit auch dieses Sakramentes zu erweisen, sondern auch aus seiner inneren gnadenhaften Ausstattung, wobei nicht sogleich und ausschließlich an die heiligmachende Gnade als die spezifische gratia sacramentalis zu denken ist (die tatsächlich fehlen kann).


Weil nämlich in diesem Sakrament das Abbild der Einheit von Christus und Kirche ausgeformt wird, der Abbildcharakter aber durchaus realistisch als Übertragung des unauflöslichen Verhältnisses Christi zu seiner Kirche verstanden werden muß, ergibt sich daraus als erste Wirkung die Unauflöslichkeit des Ehebandes.




Diese stark rechtlich gehaltene Formulierung hat einen durchaus theologisch-heilshaften Sinn. Sie besagt, daß Christus hier dem Bunde zweier Menschen eine objektive Qualifikation mitteilt, die die Ehegatten mit ihrem freien Willen übernehmen. (45: vgl. dazu M. Schmaus, a.a.O., 522f.; H. Volk, Von der sakramentalen Gnade der Ehe, a.a.O., 77; I.Fr.Görres, Was Ehe auf immer bindet, Berlin 1971, 52.)


Die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe resultiert also nicht allein und erstlich aus einem intersubjektiven Geschehen zwischen den beiden Partnern, sondern aus der Schaffung der Gleichbildlichkeit der Christus-Kirche-Einheit, sofern diese von den betreffenden Personen in Freiheit angenommen wird.


Es ist nun von seiten Christi unmöglich, diese Gleichbildlichkeit, die auf der Ebene der Realität von "res et sacramentum" liegt, jemals zurückzunehmen. Es ist aber genauso unmöglich, daß sie legitimerweise von den Eheleuten zurückgenommen werden könnte.






An dieser Stelle gewinnt nun auch der interpersonale Akt des Konsensaustausches oder des ehelichen Treuegelöbnisses seine anthropologische und theologische Bedeutung. Mit der Notwendigkeit dieses Konsenses und der dahinterstehenden Intention ist zunächst der heute oft erhobene Einwand abgewehrt, daß es für christliche Brautleute einen Automatismus zwischen Ehe und Taufe gebe. Auch ein Getaufter empfängt das Ehesakrament nicht, wenn er keine qualifizierte Intention und keine eindeutige Willenserklärung setzt.


Bezüglich der Bedeutung dieses Willensentscheides ist nun ebenfalls zu erkennen, daß er legitimerweise niemals mehr zurückgenommen werden kann und daß die Unauflöslichkeit der Ehe auch "von unten her", d.h. auch anthropologisch begründet ist.


Allen personalen Entscheidungen, die den Mitmenschen in seinem Wesen und in seinem Kern betreffen, ist nämlich ein Ausschließlichkeits- und ein Totalitätsmoment eingesenkt, das solche Entscheidungen sittlich unwiderrufbar macht. Die ethische Entscheidung zur totalen Hingabe an den anderen kann weder sachlich noch zeitlich begrenzt sein, sonst wäre sie nicht total.




Von hier aus läßt sich auch schon der Widerspruch nachweisen, der in der Behauptung liegt, daß bei einer Wiederverheiratung (immer unter der Vorraussetzung des noch lebenden früheren Ehepartners verstanden) ein ethisch gleichwertiger Akt der Hingabe geleistet werden könne wie bei der ersten Eheschließung; denn ein Akt der Totalhingabe an einen Menschen kann nicht ein zweites Mal und nicht gegenüber einem zweiten Menschen geleistet werden.


Die Behauptung von der gleichwertigen oder gar tieferen Bindung einer zweiten "Ehe" scheitert am Totalitäts- und Ausschließlichkeitsanspruch des ersten Ehegelöbnisses. So wird eine Verschränkung der Seinsgründe für die Unauflöslichkeit der Ehe sichtbar, in der sich die von der Heilsordnung und von Christus herkommende Motivation mit der aus der anthropologischen Ordnung kommenden Begründung (die ja von vornherein auf die Heilsordnung ausgerichtet ist) innerlich verknüpft. (46: vgl. dazu J. Ratzinger, in: Theologie der Ehe, 111.)


Beide Motivationen sind aus dem Wesen des Christusereignisses und seiner bleibenden Vergegenwärtigung auch im Ehesakrament abzuleiten: Die unauflösliche Entscheidung Christi für die Menschheit und zumal für seine Kirche findet ihre Ausweitung in der Entscheidung zweier Menschen füreinander.


An dieser Stelle wird etwas vom Wesen des katholischen Christentums deutlich, zu dem an hervorstehenden Punkten unaufhebbare Entscheidungen gehören, so in der Taufe, im Lebenszeugnis für Christus aber auch in den sogenannten Standessakramenten des Priestertums und der Ehe.




Freilich wird dieser Argumentation heute häufig widersprochen mit dem Hinweis auf die personale Liebe der Eheleute, die zum Wesen der Ehe gehöre und die auch "sterben" könne. (47: G. Sartory-Reidick, Kann die katholische Kirche die Ehescheidung dulden?, in Ehe (Zentralblatt für Ehe- und Familienkunde 6) 50. Vgl. R. Gall, Fragwürdige Unauflöslichkeit der Ehe, Würzburg 1970, 172.)


Diese Auffassung (die im Grunde in der Kirche, welche die Unauflöslichkeit der Ehe festhalten möchte, nicht diskutiert werden müßte) verkennt jedoch gänzlich den spezifischen Charakter der ehelichen Liebe, die von wesentlich anderer ontologischer Qualität und Dignität ist als sinnliche Zuneigung und seelische Affinität.


Diese Liebe ist ein hoher sittlicher Akt der Hingabe an die andere Person in ihrer gottgesetzten Einmaligkeit und Würde. Je höher aber die Qualität und Dignität eines Liebesaktes in der Ordnung der Liebe steht, um so mehr ist dieser Akt mit der Treue zur anderen Person verknüpft. So gehört die Treue zur Substanz der ehelichen Liebe. Sie findet ihren Ausdruck in den Gütern der Ehe (vor allem in der "fides" und im "sacramentum").


Das ist ein objektiver Ausdruck, der auch dann sittlichen Bestand hat und verpflichtend bleibt, wenn die sinnlich-seelische Zuneigung schwindet. So wichtig die menschliche Liebe für die vollkommene natürlich-übernatürliche Ehe auch ist, so kann sie doch nicht als Wesen der Ehe, zumal nicht der sakramentalen Ehe ausgegeben werden. Sie ist integrierender Teil, bei dessen Ausfall das Wesen als solches nicht zerstört wird.


Anders würde nicht nur das natürliche Ethos der Ehe verletzt, sondern auch die sakramentale Gabe Gottes in Jesus Christus in die Verfügung der Menschen gestellt, was dem sakramentalen Denken völlig widerspräche.




Diese spezifische Ausgliederung des universalen Christusgeheimnisses "Kirche" ist gewiß nicht als staunenerregendes Wunder göttlicher Heilsmöglichkeiten erdacht. Es hat selbst heilsökonomische Bedeutung. Es soll das Heil in einer dem Menschen besonders angepaßten, in der Natur vorgegebenen und wegen ihrer Subtilität besonders verletzlichen (durch die Sünde tatsächlich auch verletzten) Ordnung fortzeugen.


Deshalb liegt der Sinn der Ehe nicht in einer zweiten Darstellung des Geheimnisses der Kirche (mit den sich daraus ergebenden Gnadenwirkungen für die Ehepartner), sondern in der Fortführung der Heilswirklichkeit, im Aufbau des Gottesreiches von einzelnen kleinsten Gemeinschaften und Zellen her.


So ergibt sich eine innere Verschränkung von Ehe und Kirche, die sowohl seinshaften wie auch tathaften Charakter besitzt: Die Kirche trägt die Ehe seinshaft, indem sie ihr als Urwirklichkeit zugrunde liegt, sie wird aber auch ihrerseits von der sakramentalen Ehe getragen, insofern sie ohne jene eine Vollkommenheit entbehrte.


Die Kirche erfüllt die Ehe aber auch tathaft mit der aus ihrer Lebensverbindung mit Christus fließenden Gnade; sie erfährt jedoch auch umgekehrt durch die Ehe eine Vervollkommnung, die dem sich vollendenden Leibe Christi notwendig ist. Ehe und Kirche sind demnach als spezifische "Bundes-" und "Gemeinschaftssakramente" in einer unzertrennbaren Weise ineinander verschränkt.


Das Band, das Christus und die Kirche umschließt, schlingt sich in Form einer verkleinerten Schleife auch um die Ehe. Das hat nun eine einschneidende Konsequenz für die faktisch aufgegebene Ehe. Wenn die Gemeinschaft zerstört ist (was in formeller Weise durch eine Wiederverheiratung geschieht), reißt beim katholischen Christen auch das Band zur Kirche (im Bereich der tätigen Gliedschaft), weil das eine Band wesentlich mit dem anderen zusammenhängt, so daß jede Störung der ehelichen Gemeinschaft sich auch auf die Verbindung mit der Kirche auwirkt.


Für den ehelichen Menschen ist deshalb Gemeinschaft mit der Kirche nicht anders möglich als unter grundsätzlicher Wahrung des ehelichen Bandes.




b) Das über das Ganzsakrament "Kirche" in seiner Gemeinschaftsstruktur Gesagte empfängt eine weitere Überhöhung durch den Aufweis des inneren Bezuges zwischen Kirche und Eucharistie. Die Kirche kann nach der gesetzten Ordnung nur deshalb als mystisch-zeichenhafte Einheit zwischen Christus und den Gläubigen bezeichnet werden, weil es die Eucharistie und den eucharistischen Leib Christi gibt.


Der eucharistische Leib, in dem Christus sich realsakramental der Kirche hingibt, bewirkt erst die vollkommene Einigung der Kirche als dem "mystischen" Leib Christi. Es ist eine ursprüngliche Glaubensüberzeugung der Kirche, daß die Eucharistie die in der Taufe und im Glauben geschlossene Gemeinschaft der Kirche aufs neue bezeichnet, aber auch von neuem bewirkt.


Immer galt die Eucharistie als das "sacramentum unitatis" und als "vinculum caritatis" schlechthin. (48: So Augustinus, In ev. Joh. tr.26,13 (PL 35,1613).) Das neuerliche Bewirken der Gemeinschaft ist als höchste Steigerung der Einheit der Gläubigen zu verstehen, als intensivstes Zusammenwachsen der Glieder des Leibes untereinander wie mit ihrem Haupt.


Die Lebensverbundenheit der Gemeinde muß verständlicherweise ihre höchste Intensivierung in dem Geschehen erfahren, in dem sich Christus als Opfer der Kirche hingibt und die Kirche selbst, mit dem Haupt verbunden, sich ebenfalls zum Opfer darbringt; denn "euer eigenes Geheimnis empfanget ihr. Ihr antwortet Amen zu dem, was ihr selbst seid und unterschreibt es durch diese Antwort." In der Eucharistie wird "das Geheimnis unserer Einheit und unseres Friedens auf seinem Tisch konsekriert". (49: Augustinus, Sermo 272 (PL 38, 1247f.).)




Deshalb ist die Eucharistie nicht nur unter individuellem Aspekt "Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens". (50: Lumen gentium, 1.) Sie wird auch unter sozialem Aspekt zum Brennpunkt des christlichen Daseins, in dem sich alle Linien sammeln und zum höchstmöglichen Ausdruck der Gemeinschaft verbinden. Im Vollzug der Eucharistie wird deutlich, daß die Kirche vorzüglich Kommuniongemeinschaft ist.




In diesem Geschehen tritt ihr Gemeinschaftscharakter nicht nur der Intensität, sondern auch dem Umfang nach am vollkommensten in Erscheinung; denn in der Feier der Eucharistie wird die Kirche auch in der Einheit ihrer Ordnungen sichtbar, als Einheit des Glaubens, des allgemeinen und besonderen Priestertums wie als Einheit des Amtes und der Leitung.


So ist die Eucharistie der höchstmögliche diesseitige Ausdruck der inneren und sichtbaren (sakramentalen) Einheit der Kirche.


Da die Gnade dieser Einheit vom Gläubigen auch die höchstmögliche Disposition erfordert und die fundamentale Einheit mit der Kirche voraussetzt, war es beständiger Glaube der Kirche, daß an dieser Feier weder Sünder noch die Schismatiker oder Häretiker teilnehmen könnten, ein Gedanke, der heute dort zu verblassen beginnt, wo die Eucharistie in unklarer Weise als ein per se sündentilgendes Sakrament ausgegeben wird.


Dagegen ist eine aus dem Wesensverständnis der Eucharistie kommende Wahrheit, daß nur die würdigen Glieder der Gemeinschaft am Tisch des Herrn teilnehmen können. Deshalb war in der alten Kirchenbuße der Ausschluß gegenüber den Häretikern und Schismatikern, die wegen des Mangels an dem rechten Glauben oder der Nichtanerkennung der hierarchischen Führung von der aktiven Kirchengemeinschaft getrennt waren.


Es war und ist Glaube der Kirche, daß das höchste Zeichen der Gemeinschaft, die Eucharistie, von denen nicht gesetzt werden kann, die auf der Ebene des sichtbar Zeichenhaften nicht die fundamentale und volle Kirchengliedschaft besitzen.


Derselbe Grundsatz verwehrt es auch, die Eucharistie etwa als Mittel zur Erreichung einer noch nicht vorhandenen höheren Einheit zu benutzen. Das Höchste innerhalb einer Ordnung kann nicht Mittel zum Zweck für etwas angeblich Höheres werden, das es in der sichtbar zeichenhaften Ordnung nicht mehr geben kann.




c) Wenn die Eucharistie der höchste Gemeinschaftsakt der Kirche ist, wenn sich die Kirche in ihr gleichsam zusammenfaßt und in höchster Konzentration verwirklicht, so gilt das auch für die Kirche als Organismus, der aus vielen Teilorganismen und kleineren Gemeinschaften gebildet ist.


Deshalb hat es einen theologischen Grund, wenn kirchliche Teilgemeinschaften (Orden, religiöse Kommunitäten u.ä.) ihr Lebenszentrum in der gemeinsamen Eucharistiefeier suchen; denn als höchstem Gemeinschaftsausdruck eignet der Eucharistie naturgemäß auch die Fähigkeit, jede kirchliche Gemeinschaft (und nicht nur den einzelnen) zu adeln, in ihrer Würde zu erhöhen, in ihrem Bestand zu festigen und zu verinnerlichen.


Das gilt in besonderer Weise von einer Gemeinschaft, die selbst im engsten Sinne ekklesiologischen Charakter besitzt, die eine Ausformung des Universalsakramentes Kirche und ein wesensnotwendiges Organ der Kirche darstellt.


Deshalb ist die Wesensbeziehung von Eucharistie und Ehe immer gesehen worden. Sie hat auch einen gewissen äußeren Ausdruck gefunden in dem früher geübten Ritus der Eheschließung in Verbindung mit der Brautmesse, dessen heutiges Zurückgehen auch nicht nur auf soziologische Änderungen zurückzuführen ist.




Die wesentliche Verbindung, die zwischen Eucharistie und Ehe besteht, kann außer der schon genannten ekklesiologischen Begründung noch mit anderen Argumenten aufgewiesen werden. So besteht eine tief innere Affinität zwischen der Verleiblichung des geistförmigen Christus in der Eucharistie und der Verleiblichung der Liebe in der Ehe, die aus der Kraft des Sakramentes zugleich auch zur Vergegenwärtigung des Leiblichen führen soll.


Der Opfercharakter der Vergegenwärtigung Christi prägt sich auch im Opfercharakter der Ehe aus, die so über die Anerkennung des Kreuzes zu einem Heilsgeschehen für die Gatten wie für die Kirche und Welt werden soll. Aus solchen seinshaft ontischen (und nicht nur aus aszetischen Gründen) hat das Glaubensbewußtsein die Eucharistie immer als den entscheidenden Kraftquell der sakramentalen Ehe betrachtet, aber auch umgekehrt daran festgehalten, daß die sakramentale Ehe zur lebendigen Realisierung des eucharistischen Opfers beiträgt; denn in der sakramentalen Ehe findet sich nicht nur ein realistisch-lebensmäßig erfülltes Abbild der Hingabe Christi an seine Braut, sondern die freud- aber auch opfervolle Hingabe der Gatten in Ehe und Familie strahlt auch auf die Realität des eucharistischen Opfers der Kirche zurück.


In diesem Rückbezug wird das Opfer der Gläubigen von einem bestimmten Stand der Kirche mit lebensmächtiger Realität erfüllt, so daß hier in besonders realistischer Weise ein Stück menschlichen Lebens mitgeopfert wird.


So ist gerade die Teilnahme christlicher Eheleute am Opfer der Kirche ein unersetzlicher Beitrag zur lebensmäßigen Realisierung des eucharistischen Opfergeschehens, dessen Ausbleiben die Kirche um einen spezifischen Beitrag ärmer machen müßte.




Vor allem aber von der Darstellungsfunktion der Eucharistie läßt sich für die innere Verbindung beider Sakramente ein wesentliches Argument gewinnen. Weil die Eucharistie die Kirche als den Leib Christi insgesamt realsymbolisch bezeichnet und darstellt, muß sie dies auch gegenüber der sakramentalen Ehe tun, zumal wenn die Eheleute selbst am Opfer teilnehmen.


Im eucharistischen Opfergeschehen wird dann auch die "Hauskirche", welche die Ehe bildet, als Gnadenzeichen dargestellt, real versinnbildlicht und - weil es sich immer um eine wirksame Darstellung handelt - genauso wie die Kirche aufs höchste konkretisiert, in ihrer Einheit bestärkt und in ihrer Christusverbindung intensiviert.


Es ist ein theologisch folgerichtiger Gedanke, daß jenes Geschehen, welches die "Großkirche" zur höchsten Selbtverwirklichung erhebt, auch die "Hauskirche" zu ihrer vollkommensten übernatürlichen Selbstverwirklichung führen muß.


Wegen des innerwesentlichen Zusammenhangs von Kirche, Eucharistie und Ehe müssen alle Vorzüge, die das Verhältnis von Kirche und Eucharistie qualifizieren, auch auf das Ehesakrament übertragen werden, und dies nicht in metaphorischem Sinne, sondern in sakramental-seinshafter Weise, die objektiv zur Wirkung kommt, selbst wenn christliche Eheleute um diese Zusammenhänge nur in einer Art von fides implicita wissen.




d) Diese seinshaften Zusammenhänge gelten natürlich nur für die sakramentale Ehe, die in ihrem Bestand unangetastet ist, und nicht für ein nichtsakramentales "eheähnliches" Geschlechtsverhältnis.


Von diesem sakramentalen Zusammenhang her kann nun aber auch umgekehrt die innere Unmöglichkeit eines Eucharistieempfanges von geschiedenen Wiederverheirateten erwiesen werden. Die Eucharistie kann keine Geschlechtsgemeinschaft bezeichnen, konkretisieren und festigen, die keine sakramentale Ehe ist.


Wenn ihr das faktisch dennoch zugemutet wird, vollzieht sich ein Vorgang, der einer "simulatio sacramenti" ähnlich ist; denn die Eucharistie kann in diesem Falle das nicht vorhandene Eheband nicht bezeichnen, darstellen oder intensivieren; aber auch die in einer ungültigen "eheähnlichen" Verbindung Lebenden können diese ihre nichtkirchliche Gemeinschaft nicht in der Eucharistie darbringen oder in das Opfer Christi einbeziehen.


Es ist auch nicht zu sehen, wie ihnen (oder einem von ihnen) diese Teilnahme an der Eucharistie die Gnade des Sakramentes spenden soll; denn schon nach patristischer Auffassung (Augustinus) ist die letztintendierte Wirkung der "caro Christi" der "spiritus Christi", d. h. die geistige Gemeinschaft mit Christus und seinem mystischen Leibe. Da aber die betreffenden Menschen die vorausgehende Einheit mit der Kirtche nicht besitzen, kann ihnen auch die Vertiefung und Intensivierung der Einheit durch den Empfang der "caro Christi" nichts nützen. Sie empfangen, unter dogmatischer Perspektive gesehen, die "caro Christi" in einem nur materialen Sinne.




Einen solchen Empfang kann die Kirche aus dogmatischen Gründen nicht erlauben. Sie würde damit in einem ontologischen Sinn unwahrhaft handeln und die sakramentale Ordnung, die sie in ihrem Wesen nicht ändern kann, umstoßen.




4. Einwände gegen die dogmatische Lehre


a) Nun scheint die dogmatische Argumentation an Kraft zu verlieren, wenn sie auf die subjektive Ebene verlagert und mit der persönlichen Situation der betreffenden Gläubigen in Zusammenhang gebracht wird.


Hier kann zunächst der Einwand aufkommen, daß die Sünde oder Schuld der zurückliegenden Auflösung der Ehe wie jede Sünde bereut und damit vor Gott aufgearbeitet werden kann, woraus sich dann die Zulassung zur Eucharistie wie von selbst ergibt. Vor allem wenn zu dieser Reue der gute Vorsatz hinzutritt, allen Schaden bezüglich der menschlich gescheiterten ersten Ehe nach Kräften wiedergutzumachen (auch wenn dies faktisch, wie in vielen anderen Fällen, nicht gelingt), scheint die Disposition für den Kommunionempfang gegeben und die Zurückweisung nicht mehr gerechtfertigt.




Aber das eigentliche Problem liegt nicht in dem moralischen Verhältnis des Wiederverheirateten zu seiner ersten Ehe, deren Zerrüttung ja sogar völlig schuldlos zustande gekommen sein kann, so daß gar keine Reue gefordert ist.

Die Sünde, die das eigentliche Problem bildet, besteht für einen katholischen Christen in der gegen das Gesetz Gottes und das Gebot der Kirche geschehenen Wiederverheiratung und der Usurpierung einer zweiten Ehe.




Nun gibt es freilich auch hier die Möglichkeit einer wirklichen Bereuung und Wiedergutmachung. Diese müßte aber als inneres Wesensmoment die bewußte Abkehr von der gegenwärtigen geschlechtlichen Gemeinschaft in sich schließen, weil nur so das Wesen dieser spezifischen Sünde getroffen werden könnte.


Aber die Befürworter der Zulassung zur Eucharistie halten eine solche Konsequenz aus menschlich-psychologischen Gründen für unzumutbar. Sie führen gelegentlich auch ins Feld, daß die Kirche eine solche Forderung gar nicht verantworten könne, weil sie damit die neue eheähnliche Gemeinschaft gefährde.


Damit ist aber das Argument von der Möglichkeit einer Reue, die sich auf die in diesem Zusammenhang spezifische Sünde des Eingehens und der Fortführung einer neuen Geschlechtsgemeinschaft bezieht, aufgegeben.




Die Behauptung der "Unzumutbarkeit" der Forderung nach Auflösung dieser Gemeinschaft trägt in sich auch die Feststellung der Unzumutbarkeit der für diese bestimmte Sündhaftigkeit geforderten tätigen Reue. Die Kirche, die dieser Argumentation auch nur faktisch nachgeben würde, müßte den theologischen Widerspruch einbeziehen, daß es Kommunionempfang trotz schwerer unbereuter Sünde gibt.




b) Ein weiterer Einwand erfolgt aus dem Bereich der Gewissensproblematik. Hier wird behauptet, daß das Gewissen des einzelnen Gläubigen über Sündhaftigkeit oder Rechtheit des neuen ehelichen Verhältnisses und damit auch über den Kommunionempfang entscheiden könne.


Hinter diesem Argument verbirgt sich die heute weitverbreitete Unsicherheit über Wesen und Funktion des Gewissens.




Bei der Bestimmung des Wesens und der Funktion des Gewissens ist davon auszugehen, und streng im Blick zu behalten, daß es sich beim Gewissen um ein natürliches, aktuelles und subjektives (praktisches) Urteilen handelt. (51: vgl. dazu J. Stelzenberger, Gewissen, Paderborn 1961, 38f)


Von der Natürlichkeit des Gewissens her ist die Folgerung unabweislich, daß das Gewissen nicht bezüglich übernatürlicher Wahrheiten und Ordnungen (wozu auch die Ehe gehört) urteilen kann. Bei der Vorlage einer übernatürlichen, geheimnishaften Wahrheit kann zwar ein Urteil über die Sittlichkeit der Annahme erfolgen, d. h. es kann etwa darüber befunden werden, ob die Annahme aus lauteren oder unlauteren Motiven erfolgt. Die Stellungnahme der Glaubenswahrheit gegenüber erfolgt aber im Glauben oder im Unglauben, nicht im Gewissen. Das Gewissen kann die Glaubenseinsicht nur auf der Ebene menschlicher Sittlichkeit konkretisieren und befestigen. (Anm. von Admin: vgl. Dietrich v. Hildebrand: hier)



Ebenso ist auf den Charakter des Gewissens als aktuelle und subjektive Funktion des praktischen Urteils zu achten. Seine Aktualität ernst nehmend, muß man bezüglich der Eheproblematik folgern: Es kann durchaus den Fall geben, daß sich ein geschiedener Verheirateter beim Eingehen seines neuen "eheähnlichen" Verhältnisses auf einen positiv lautenden Gewissensentscheid stützt und daß er diesen Entscheid "aktuell" dann und wann wiederholt. Sobald ihm aber von der Kirche bedeutet wird, daß dieser Entscheid gegen die natürliche wie gegen die übernatürliche Ordnung verstößt, so tritt beim Festhalten an der eigenen subjektiven Überzeugung etwas völlig Neues zutage: Ein solcher Mensch folgt nicht mehr seinem Gewissensspruch, der ja immer nur aktuell ergeht, er folgt einer bleibenden Wertordnung, die er für sich als die angemessene erkennt.




Wenn die Kirche dieser Haltung stattgeben und die Kommuniongemeinschaft erlauben würde, gäbe es in der Kirche Eheleute, die die Unauflöslichkeit der Ehe mit allen ihren bisweilen bis zur menschlichen Tragik reichenden Konsequenzen um der göttlichen Wertordnung willen festhalten, und andere, die überzeugt einer anderen Wertordnung folgen.

Hier stehen sich tatsächlich nicht mehr zwei verschiedene Gewissensentscheidungen gegenüber (was auch schon für das Wesen der Kirche manche peinliche Frage zuließe), sondern zwei veschiedene Wert- und Glaubensordnungen. Es stehen sich im Grunde Glaube und Unglaube (oder Glaubensmangel) gegenüber.

Die Kirche kann es nicht zulassen, daß in ihr völlig verschiedene Wertordnungen Geltung haben und verschiedene Glaubensauffassungen gleichberechtigt nebeneinander stehen. Es ist dann nicht nur die Gefahr gegeben, daß die leichtere Praxis zahlenmäßig die Oberhand gewinnt, sondern daß aus dem materiellen Unglauben ein formaler wird.

Die Kirche könnte sich aber auch bei Gleichstellung des Glaubens mit dem materiellen Unglauben nicht mehr als Gemeinschaft der Glaubenden, der an einem Glauben Festhaltenden (vgl. Eph 4,5) bezeichnen.




c) Um den menschlich harten Konsequenzen der dogmatischen Lehre zu entgehen, erfolgt in diesem Zusammenhang vielfach der Rekurs auf die "Barmherzigkeit Gottes", die nicht durch die starre institutionelle Ordnung der Kirche gebunden werden könne.


Ein ähnlich gehaltenes Argument beruft sich auf die im orthodoxen Bereich verwendete "oikonomia" (Zuteilung; angewandte Barmherzigkeit), ein Begriff, der wegen seiner Unschärfe besser außerhalb der Diskussion bleiben sollte.




Was den Rekurs auf die göttliche Barmherzigkeit angeht, so kann er nicht als sakramenttheologisches Argument anerkannt werden. Rein formal schon wäre dagegen geltend zu machen, daß die sakramentale Ordnung insgesamt ein Werk der göttlichen Barmherzigkeit ist und daß sie nicht mit Berufung auf die gleiche göttliche Barmherzigkeit aufgehoben werden kann.


Zudem ist gerade nach katholischem Verständnis die Heilsökonomie so geordnet, daß sie immer auch ein Mittun der Menschen, an ihre Disposition wie an gewisse objektive Bedingungen gebunden ist. Eine bedingungslose Berufung auf die göttliche Barmherzigkeit könnte die Existenz einer Heilsordnung und einer Kirche insgesamt zur Bedeutungslosigkeit degradieren.




Es ist an dieser Stelle der Erwähnung wert, daß in der patristischen Theologie, und zwar sogar in sakramenttheologischem Zusammenhang, an einem bestimmten Problempunkt ebenfalls die Berufung auf Gottes Barmherzigkeit erfolgte. Das geschah an der Stelle, wo die Kirche mit ihren Mitteln dem Sünder nicht mehr beizukommen vermag, wie im Falle derjenigen, die sich nicht der öffentlichen Buße stellten und womöglich noch kommunizierten. Diese Kirchenglieder überließ die alte Kirche der "harten Barmeherzigkeit Gottes" (Augustinus).


Das war aber gerade kein Appell an die Kirche zwecks Zulassung zum Sakrament, sondern die Kundgabe eines Vertrauens auf eine (wenn auch harte) außersakramentale Wirksamkeit Gottes in Fällen, wo die sakramentale Ordnung und ihre Möglichkeiten ausgeschöpft sind.




Die heutige Berufung auf die "Barmherzigkeit Gottes" zum Zwecke der Zulassung zur Eucharistie ist aber nicht nur von der Sakramentenlehre her abzuweisen, sondern auch vom Gottesglauben her. Hinter dieser Berufung steht nämlich ein (auch in der heutigen Frage nach Buße und Gericht und letztlich auch nach dem endgültigen Heil zutage tretendes) "hominisiertes" Gottesbild, nach welchem Gott im Grunde nichts anderes vermag als zu verzeihen.


Hier kommt ein reduzierter Gottesglaube zum Vorschein, der die geheimnishafte Größe Gottes auf das Mitleid beschränkt. Demgegenüber ist dann festzuhalten, daß zum Geheimnis Gottes auch seine fordernde Heiligkeit und Gerechtigkeit gehört.


Wer diese "Attribute" nicht beachtet, kann im Grunde den Menschen auch die Barmherzigkeit Gottes nicht nahebringen.




Die genannten Einwände sind nicht von der Art, daß sie den inneren Zusammenhang zwischen gültiger Ehe und Eucharistie (und d.h. auf der Gegenseite die Nichtzulassung zur Eucharistie bei Vorhandensein eines zweiten "eheähnlichen" Verhältnisses) entkräften könnten.


Sie vermögen dies schon deshalb nicht zu leisten, weil sie nicht dogmatischer Natur sind. Sie bedenken aber auch den moraltheologischen Wesensbefund nicht, daß es in der katholischen Kirche keine legitime Geschlechtsgemeinschaft außerhalb der gültigen Ehe geben kann. (52: vgl. Bischof J. Pohlschneider, Sittliche Normen christlicher Sexualerziehung in Schule und Elternhaus, Donauwörth 1976.)


Dieser Grundsatz kann auch nicht durch die beste subjektive Disposition der in einer solchen Gemeinschaft lebenden Partner paralysiert werden, es sei denn, daß in diese Disposition der Verzicht auf die Geschlechtsgemeinschaft aufgenommen ist.




Dieser dogmatische Befund scheint vor allem gegenüber den betroffenen Christen hart und pastoral wenig situationsgemäß zu sein. Aber andererseits ist auch zu erkennen, daß das pastorale Bemühen um diese Gläubigen dadurch nicht verunmöglicht oder gar unnütz wird. Im Gegenteil: Die pastorale Aufgabe wird hier erst in ihrer ganzen Dringlichkeit und Weite offenbar.


Das gleiche kann man von engagiert vorgetragenen pastoralen Erwägungen nicht sagen, die für die betreffenden Gläubigen die Zulassung zu den Sakramenten fordern. Dann wären diese ja den anderen Gläubigen in allem gleichgestellt und nicht mehr Adressaten einer besonderen pastoralen Sorge.


Man kann daran ersehen, wie sehr die rein pragmatischen Lösungen in die Gefahr des Selbstwiderspruches geraten.




Die Problematik der betreffenden Gläubigen und ihrer Situation läßt sich nicht pragmatisch lösen. Die "Lösung", die auf weite Sicht anzustreben ist (die aber, wie bei vielen menschlich-religiösen Existenzproblemen, keine vollkommene Ausmerzung von Last und Not erbringen kann), liegt in einer tieferen Verkündigung des Geheimnis-, des Erlösungs-, aber auch des Kreuzcharakters christlicher Ehe.


Vor der Gefahr "praktischer" Lösungen sollte man die Augen nicht verschließen. Zumal wenn die Zahl solcher "eheähnlicher" Verhältnisse in Zukunft größer werden sollte (wie von den Statistikern immer wieder gesagt wird), müßte die Zulassung der geschiedenen Wiederverheirateten zur Eucharistie eine tiefgehende Dissoziierung in den Glauben und das Glaubensleben der Kirche hineintragen.


Freilich wird diese Gefahr nur von denjenigen als solche gesehen, und empfunden werden, die die Integrität auch des dogmatischen Lehrglaubens als ein wesentliches Gut der Kirche verstehen und hier keine Abstriche gelten lassen.


So weist diese Fragestellung auf ein tiefer liegendes Problem hin, das heute untergründig viele Auseinandersetzungen in der Kirche bestimmt. Es liegt genauerhin in der Frage, welcher Wert dem lehrhaften Glauben und seiner Durchsetzung in der Praxis zukommt.


Wenn an dieser Stelle Konzessionen gemacht werden, erledigt sich natürlich auch das hier behandelte Problem. Wenn man dazu bereit ist, sollte man aber auch weiterfragen und zusehen, wie vieles andere im Glauben und Leben der Kirche "erledigt" werden wird.



Leo Scheffczyk



(1) Aus der reichhaltigen Literatur seien nur einige neuere Untersuchungen genannt: P.Adnès, De Indissolubilitate matrimonii apud Patres. Opiniones recentiores et observationes, in: Periodica 61 (1972) 196-223; W.Aymans, Die Sakramentalität christlicher Ehe in ekklesiologisch-kanonistischer Sicht, in: TThZ 83 (1974) 323-333; A.Hopfenbeck, Privilegium Petrinum. Eine rechtssprachliche und rechtsbegriffliche Untersuchung, München 1975; P.F.Palmer, Was not tut: eine Theologie der Ehe, in: "Communio" 3 (1974) 402-420; J.Pohlschneider, Sittliche Normen christlicher Sexualerziehung in Schule und Elternhaus, Donauwörth 1976; G.Pelland, De controversia recenti relativa ad Testimonium Traditionis de divortio, in: Periodica 62 (1973) 413-421; ders., De Contextu Canonis Tridentiniet Argumenta Traditionis de Divortio, in Periodica 63 (1974) 509-534; Fr. Reckinger, Wiederverheiratete Geschiedene eucharistiefähig?, in: MThZ 24 (1973) 36-54; H.Schauf, Die Zulassung der geschiedenen Wiederverheirateten zu den Sakramenten, in: Theologisches Nr. 67, Nov.1975. Zum Ganzen vgl. auch: Ansprache Pauls VI. an die Mitglieder der Römischen Rota vom 9. Februar 1976, in: AAS 68 (1976) 204-208.

(2) Zu diesem in der katholischen Theologie (trotz der einschlägigen Untersuchungen von G.Bauer [1963], L.v.Renthe-Fink [1982], R.Lauth [1966]) weithin unpräzise gebrauchten Begriff vgl. die kritischen Anmerkungen von A.Günthör, Wider die Aufweichung der Moral, in: H.Pfeil (Hrsg.), Unwandelbares im Wandel der Zeit, Aschaffenburg 1976, 277ff.

(3) Zu welchen extremen Auffassungen es dabei bezüglich der Unauflöslichkeit der Ehe kommt, zeigt paradigmatisch V.Steininger, Auflösbarkeit unauflöslicher Ehen, Graz 1968, 46ff.

(4) So Fr.Böckle, Sakramentaler Charakter der Ehe?: Sexualität ohne Tabu und christliche Moral, Gespräche der Paulusgesellschaft (hrsg. von E.Kellner), München 1970, 167f.

(5) Vgl. dazu H.Doms, Dieses Geheimnis ist groß. Eine Studie über theologische und biologische Sinnzusammenhänge, Köln 1960, 105f; M.Schmaus, Der Glaube der Kirche II, München 1970, 508ff; H.Volk, Christus alles in allen, Mainz 1975, 70-95.

(6) Die Formulierung dieses monistisch-naturalistischen Wirklichkeitsverständnisses und seine Verbindlichkeit auch für das christliche Denken ist u.a. zu finden bei H.Braun, Gesammekte Studien zum Neuen Testament und seiner Umwelt, Tübingen 1971, 302f.

(7) Wie sich dies selbst in qualifizierten theologischen Arbeiten geltend macht, zeigt etwa die Frage bezüglich der gescheiterten (und doch nicht auflösbaren) Ehe: "Besteht eine solche 'Ehe' nicht nur noch in dem Umstand, daß die Partner keine andere Ehe eingehen können?" Vgl. J.G.Gerhartz, Grundfragen kirchlicher Eherechtsreform, in: Zum Thema Ehescheidung, Stuttgart 1970, 8.

(8) Einen Überblick über die Diskussion bietet Kl.Reinhardt, in: Kl.Reinhardt/H.Jedin, Ehe-Sakrament in der Kirche des Herrn, Berlin 1971, 111, Anm. 1; ähnlich Fr.Reckinger, in: MThZ 24 (1973) 39ff.

(10) So P.Hofmann, Jesu Wort von der Ehescheidung und seine Auslegung in der neutestamentlichen Überlieferung, in: Concilium 6 (1970) 331.

(11) So R.Pesch, Die neutestamentliche Weisung für die Ehe, in: Zum Thema Ehescheidung, 36.

(12) Ders., Freie Treue. Die Christen und die Ehescheidung, Freiburg 1971.

(13) Das ist besonders bezüglich des Begriffes der "freien Treue" zu sagen, der weder mit der neutestamentlichen Freiheit als Haltung der je größeren Hingabe und Liebe zu vereinbaren ist noch mit einer logischen Begriffsbildung; denn entweder handelt es sich logisch um einen Pleonasmus (insofern Treue nie ohne Freiheit sein kann) oder um einen widersprüchlichen Begriff, wenn in ihm das Moment der Abkehr von dem Treueversprechen angelegt geehen wird.

(14) R.Schnackenburg, Die Ehe nach dem Neuen Testament, in: Theologie der Ehe, Regensburg 1972, 16. Zur Eheauffassung im Neuen Testament vgl. auch: A.Sand, Die Unzuchtsklausel in Mt 5,31.32 und 19,3-9, in: MThZ 20 (1969

von 06.11.2012 00:00


Familie und Beruf Von wegen Vereinbarkeit

Ehe und Familie werden dem Arbeitsleben untergeordnet, und alle finden es modern – warum nur?


Familie und Beruf sollen also vereinbar sein, und die Politik soll es richten. Niemand in Deutschland würde dem widersprechen. Dass es diese Vereinbarkeit dennoch nicht gibt, dafür sind schnell Schuldige gefunden: Väter, die keine Familienarbeit leisten. Betriebe, die keine familienfreundlichen Arbeitsverhältnisse wie Teilzeitjobs anbieten. Der Staat, der Betreuungsangebote nicht flächendeckend bereitstellt.

Aber wollen wir überhaupt die perfekte Vereinbarkeit? Und um welchen Preis? Die moderne Familie konnte entstehen, weil die private und die ökonomische Sphäre getrennt waren. Die moderne Familie ist nicht wie in Agrarzeiten Wohn- und Arbeitsstätte zugleich. Betrieb und Familie sind getrennt; und die Familienpolitik zielte darauf ab, die Intimität von Eltern und Kindern zu schützen. Darum ging es, als sich die Familie endlich von der Arbeitswelt emanzipierte. Vereinbarkeit mit dem Beruf stand nicht auf dem Zettel. Im Gegenteil: Durch Kindergeld und Freibeträge sollte die Unabhängigkeit der Familie gegenüber der Wirtschaft gestärkt werden. Kinder kosten viel Geld, und deshalb sollten die Belastungen der Familie gegenüber Kinderlosen ausgeglichen werden.
Familienarbeit und Erwerbsarbeit folgen unterschiedlichen Lebensmaximen. Wer nicht versteht, dass Arbeit nie Selbstzweck, sondern dass Arbeiten mit und für andere die ursprüngliche Konstante unserer Menschwerdung ist, wird Familienarbeit nicht zu würdigen wissen. Die Familie folgt ihrem eigenen Sinn des Füreinander, der nicht vereinbar ist mit dem Konkurrenzprinzip. Diese Eigenständigkeit der Familie muss verteidigt werden, wenn wir der totalen Verwirtschaftung des Lebens entgehen wollen.
Norbert Blüm ist 77 Jahre alt und seit 1950 Mitglied der CDU. Von 1982 bis 1998 war er Arbeits- und Sozial minister in der schwarz-gelben Koalition unter Helmut Kohl.

Doch die Programme zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf drohen die Familie sanft, aber bestimmt unter die Knute der Erwerbsgesellschaft zu stellen. Beide Ehepartner sollen in Lohnarbeit stehen. Der Störfaktor Kind soll möglichst früh der staatlichen Erziehungsarbeit übergeben werden. An die Stelle der Amateure »Mama und Papa« tritt eine professionalisierte Elternschaft namens »Schule«. Die Arbeit der Mütter wird erst dann anerkannt, wenn sie fremden Kindern gilt; das ist das System »Tagesmutter«. Wir könnten die Abschaffung der Elternschaft konsequenterweise bis hin zum staatlichen Brutkasten betreiben. Dann würden auch Schwangerschaft und Mutterschutz die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht länger stören.

Die Erwerbsgesellschaft ist imperialistisch und schickt sich an, die Familie zu erobern. Mit dem Programm Kinderhort, Kindertagesstätte, Kindergarten, Ganztagsschule, Ferienbetreuung ist die Kindheit nahezu vollkommen verstaatlicht. Nur noch die Schlafzeit ist fest in Händen der Familie. Wahrscheinlich kommt der aufgeregte Eifer der Schulreformen erst dann zur Ruhe, wenn das ganze Leben – von der Wiege bis zur Rente – in ein staatliches Rundum-Internat gezwängt ist.

Und so löst sich die Familie immer weiter auf. Jedes achte Ehepaar in Deutschland lebt in einer Fernbeziehung. Liebe wird zu Telepathie. Es geht von der Sesshaftigkeit, die wir uns über Jahrtausende mühsam angewöhnt hatten, wieder zurück zum Nomadentum. Mit Greencard sogar global. Die Ehe folgt der Platzanweisung, die ihr die Wirtschaft setzt. Flexibel und mobil, am besten auf Abruf, befristet, ausgeliehen arbeitet der moderne Jobhopper. Beide Ehepartner sollen jeweils dort leben, wo sie eine Anstellung finden. So werden Trennwände zwischen Familie und Erwerbsarbeit eingerissen.

Der moderne Arbeitnehmer ist mit Handy am Gürtel und Computer auf dem Nachttisch immer im Dienst. Feierabend und Familie sind Nostalgie.
Von wegen Vereinbarkeit
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Vereinbarkeit funktioniert nur in einer von Niedriglöhnen und Burn-outs befreiten Berufswelt

Ausgerechnet die linke Arbeiterbewegung will auch die letzte Frau in die von ihr als repressiv bekämpfte Leistungsgesellschaft integrieren. Offenbar sollen Frauen zusammen mit den Männern erst unterdrückt werden, um sich sodann leichter zusammen mit diesen aus dem Elend zu befreien. Das ist eine Dialektik von der spitzfindigsten Art. Auf der anderen Seite sah die feministische Bewegung von jeher die Hausarbeit als Mittel größter Unterdrückung. Sie erkennt in der Fabrikarbeiterin, die in einer Schicht am Fließband 2000 Schrauben anzieht, immer noch mehr Emanzipation als in der Arbeit der Mutter. Warum sollten die Frauen an den Fließbändern eine freiere Entscheidung getroffen haben als jene, die als Mütter zuhause arbeiten?

Heute wird der Prototyp Frau verehrt, der mühelos Familie und Beruf vereinbaren kann. Die siebenfache Mutter mit Kinderfrau und Reitlehrer eignet sich jedoch nicht zur Ikone, vor der die gerade zur Pflegerin umgeschulte ehemalige Schlecker-Mitarbeiterin mit Ehemann im Niedriglohnsektor und drei Kindern im Grundschulalter niederknien soll.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf funktioniert nur in einer von Niedriglöhnen und Burn-outs befreiten Berufswelt. Wenn ordentlich Geld verdient wird, muss die Familienzone nicht auf gnädige Häppchen und organisatorisches Entgegenkommen der Wirtschaft hoffen. Doch die optimal Vereinbarten, das sind Leiharbeiter, befristet Beschäftigte, auf Abruf Tätige, die erst gar keine Familie gegründet haben, um arbeiten zu können.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass eine Große Koalition des vermeintlichen Fortschritts mit enormem Fleiß die Ehe und die Familie zermürbt, auf dass die ungebremste neoliberale Verwirtschaftung das ganze Leben in seinen Strudel reißt. Dabei vergessen einige, dass Familienarbeit nicht nur Mutter-, sondern auch Vaterarbeit ist.

Von der feministischen Bewegung ist keine Lebenshilfe für Ehe und Familie zu erwarten. Hausfrauen und Mütter gehörten nie zur Klientel der modernen Frauenbewegung. Mehr alleinstehende Frauen im Alter sind das traurige Ergebnis dieser Art der Emanzipation von der Familie. Doch die Idee der Ehe ist nach wie vor eine starke kulturelle Kraft. Selbst brutale Kollektivierungen haben sie nie gänzlich auslöschen können. Französische wie russische Revolution versuchten vergebens, Ehe und Familie kaputt zu machen. Die Maoisten waren die Letzten in der Reihe der großen Familienzerstörer. Bisher sind diese Modernisierer mit ihren gewaltsamen Versuchen gescheitert. Werden nun neoliberale Softies auf leisen Sohlen schaffen, was den Gewaltsystemen misslungen ist?

Es könnte sein, dass mit der Familie auch freiheitliche Traditionen zugrunde gerichtet werden. Mit der Verteidigung der Familie wird Privatheit verteidigt. Denn die private Sphäre ist das Ergebnis einer jahrhundertelangen Emanzipation von der Allzuständigkeit der Macht. Die Partnerschaft zwischen zwei Menschen ist die eigentliche Utopie einer herrschaftsfreien Gesellschaft. Das Private musste Wirtschaft, Gesellschaft und Staat abgerungen werden. Soll das jetzt hergegeben werden? Soll die Ehe zur Dependance der Wirtschaft und die Kindheit zum staatlichen Fürsorgeobjekt werden?

Die staatliche Familienpolitik hat inzwischen eine Art von Modernität erreicht, in der niemand recht weiß, welche Funktion die Familie im Zusammenleben der Menschen spielen soll. In vielen Fällen sind Betriebe längst ins Familienleben hineingewachsen. Die so bewunderte Vereinbarkeit von Familienarbeit und Erwerbsarbeit wird jedoch von einer stillen Traurigkeit erfasst, die aus dem Verlust der Familienwelt entsteht.

Wir müssen unsere Hoffnung auf die Verfassung und das Verfassungsgericht setzen, dass sie Ehe und Familie notfalls auch gegen den Zeitgeist verteidigen werden. Doch dafür müssen wir uns Gedanken machen, wie wir eine gute Gesellschaft gestalten wollen, in der ein gelungenes Leben möglich ist.

Nur – wo bleibt bei alldem meine CDU

http://www.zeit.de/2012/42/Ehe-Familie-Karriere

von 05.11.2012 14:28

Sehr geehrte Schwestern und Brüder,

Unsere Gästeliste

Tägliche Meditationen - 5. November 2012

Montag der einunddreißigsten Woche im Jahreskreis
Sel. Bernhard Lichtenberg

P. Steven Reilly LC

Lk 14,12–14
Jesus kam in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen. Er sagte zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

Einführendes Gebet: Gott, danke für die Erlaubnis in deiner Gegenwart sein zu dürfen. Deine Liebe erweitert meine Seele. Ich sehne mich danach, dein Gesicht zu sehen. Mit diesem Gebet zeige ich mein Verlangen, ganz in deiner Nähe zu sein und unter deinem liebenden Blick zu entspannen. Möge meine Gegenwart hier ein Abbild meiner Liebe zu dir sein.

Bitte: Herr, gib mir die Gnade, deine Interessen über meine eigenen zu stellen.

1. In göttlichen Kategorien denken. Einzigartig ist der Mensch, der nicht stets wenigstens mit einem Auge nach seinen eigenen Interessen schielt. Für viele geht es im Leben um Einfluss, und gute Taten sind eine Investition, die zukünftigen Profit bringen wird. In diesem Gleichnis lädt uns Jesus ein, nicht in menschlichen, sondern in göttlichen Kategorien zu denken. Gott erhält keinen persönlichen Gewinn dadurch, dass er uns seine unermessliche Liebe schenkt. Wir können ihm eben nichts geben, was er nicht schon hat. Sollten wir nicht vielleicht unsere Gästeliste erweitern?

2. Die Armen, die Krüppel, die Lahmen und die Blinden. Die selige Mutter Teresa lebte diese Stelle des Evangeliums in beispielhafter Weise. Es wird die Geschichte eines sterbenden Mannes erzählt, der auf der Straße liegend gefunden und zum Haus der Sterbenden der Barmherzigkeitsschwestern gebracht wurde. Sie gaben ihm eine Würde, die er nie gekannt hatte: „Ich habe mein ganzes Leben lang wie ein Hund gelebt. Aber jetzt werde ich wie ein Engel sterben.“ Manchmal haben auch wir die Gelegenheit, anderen in dringender Not zu helfen. Doch zumindest können wir, vielleicht gelegentlich jemandem helfen, der geistlich arm oder verkrüppelt ist. Vielleicht ist es derjenige, der immer schlechte Laune hat, oder der andere, der mal ein Gerücht über mich verbreitet hat. „Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten.“

3. Eigennutz oder Auferstehung? Pater Joe sagte immer folgendes über das Priestertum: „Die Bezahlung ist schlecht, aber die Rente ist phantastisch.” Beim Eigennutz geht es darum, hier und jetzt etwas bezahlt zu bekommen. Wahre Liebe und Barmherzigkeit kann man nicht bezahlen. Nein, wir leben für die Ewigkeit. Bitten wir den Herrn, uns eine bessere Wahrnehmung des großen Bildes zu geben, um zu erkennen, dass diese unbezahlten guten Taten die Besten sind. Also, Eltern der Welt, fasst Mut! Eure Opfer werden wahrhaft belohnt werden „bei der Auferstehung der Gerechten.“

Gespräch mit Christus: Lieber Herr, wie oft denke ich: „Was habe ich denn davon?“ Hilf mir, meine Hand denen auszustrecken, die nicht zu meinem Umfeld gehören. Hilf mir zu sehen, dass du in jeder Seele bist, nicht nur in denen, die mich irgendwie zufrieden stellen.

Vorsatz: Ich werde eine Tat der Nächstenliebe für jemanden vollbringen, der mich nicht mag.



Gottes Segen,Laudetur Jesus Christus
Herzliche Grüße aus Löbnitz
Michael Schonath

von 04.11.2012 16:51

4. November - Hl. Karl Borromäus

Karl Borromäus wurde am 2. Oktober 1538 auf Burg Arona am Lago Maggiore geboren. Er entstammte einer reichen, adligen Familie. Sein Vater war Graf Gilberto Borromeo, die Mutter Margarita de Medici, eine Schwester Papst Pius’ IV. (1560 - 1565). - Karls Mutter starb, als er noch ein Kind war.

Mit zwölf Jahren erhielt Karl die Tonsur und wurde Kommendatarabt des Benediktinerklosters St. Gratinian von Arona, d.h. er erhielt die Einkünfte dieser Pfründe, ohne das Amt selbst auszuüben. - Solche vortridentinischen Bräuche bekämpfte der Heilige später.

Mit sechzehn Jahren nahm Karl Borrmäus in Pavia ein Studium auf, das er 1559 mit einer Promotion zum Doktor beider Rechte (vgl. 2.8.) abschloß, die die höchste Auszeichnung erhielt. - Nach dem Studium verwaltete der Heilige eine Zeit lang die Güter seiner Familie. Durch Kardinal Giovanni Angelo Medici, den Bruder seiner verstorbenen Mutter, bekam er zwei weitere Abteien als Kommenden. - Dann wurde sein Oheim als Pius IV. zum Papst gewählt. Dieser ernannte Karl Borromäus zu seinem Geheimsekretär. Nebenbei studierte Karl Theologie.

Noch im Jahr seines Amtsantrittes erhob Pius IV. den jungen Karl zum Kardinaldiakon (vgl. 26.10.) und Administrator für Mailand. Dieser wiederum sorgte durch seinen Einfluß beim Papst für die Wiedereröffnung und den Abschluß des Trienter Konzils 1562 bis 1563 nach den früheren Sitzungen in Trient (1545 - 1547 und 1551 - 1552) sowie Bologna (1547 - 1549).

Als 1562 plötzlich Karls einziger Bruder Frederigo kinderlos starb, wollte die Familie Karl als den Erben zur Ehe drängen, doch dieser erlegte sich stattdessen eine um so strengere Askese auf und empfing am 17. Juli 1563 heimlich die Priesterweihe; dies geschah am Vortag des siebten Sonntags nach Pfingsten.

Das Trienter Konzil beschloß 1563 den Index zu schaffen, einen Katechismus zu verfassen sowie Brevier und Missale zu erneuern. Der Index librorum prohibitorum wurde 1564 erstellt und 1571 eine Kommission zu seiner Weiterführung eingesetzt. Katechismus (1566), Brevier (1568) und Missale (1570) folgten unter Pius V. (5.5.), für dessen Wahl sich Karl eingesetzt hatte. - Die Aufsicht über die vier Theologen, die die erste Fassung des Catechismus Romanus erarbeiteten, führte der hl. Karl Borromäus.

Am Ambrosiustag (7.12.) des Jahres 1563 wurde Karl Borromäus zum Bischof von Mailand geweiht. Im September 1565 trat er das Amt des Erzbischofs in Mailand an. Der Heilige führte sogleich dringend nötige Reformen durch, auch mit Hilfe seiner familiären Beziehungen. Die Geistlichen des Domkapitels hatten von nun an stets am Chorgebet teilzunehmen. - Die Reformen trafen auch auf Widerstand, vor allem bei Klerikern aus vornehmen Familien. Karls Aufhebung des völlig verkommenen Humiliatenordens führte sogar zu einem Mordanschlag: Am 26. Oktober 1569 schoß ein von drei Ordensoberen gedungener Laienbruder auf den Erzbischof, doch fiel die Kugel wunderbarerweise zu Boden, nachdem sie das Chorhemd des Heiligen berührt hatte.

Der hl. Karl Borrmäus führte die tridentinischen Reformen in seinem Bistum sehr gewissenhaft durch. Er hielt dazu neun Provinzialsynoden und fünfzehn Diözesansynoden ab. Einhundert Bände füllt seine Korrespondenz. - Weil Mailand unter Karl Borromäus anderen Bistümern als Vorbild dienen konnte, wurden die Acta Ecclesiae Mediolanensis gedruckt und in ganz Europa verbreitet.

Seine Pastoralvisiten führten den hl. Karl bis in die entlegensten Alpentäler der Diözese. Überall ging er gegen Unwissenheit im Volk und Priesterkonkubinat vor. - Das Trienter Konzil forderte die Einrichtung von Priesterseminaren zur Förderung und Formung des geistlichen Nachwuchses. Karl gründete ein Seminar in seinem Bistum, das wiederum dem heiligen Bischof Gregorius Barbarigo von Bergamo (17.6.) als Vorbild diente. 1579 kam das helvetische Seminar, das Collegium helveticum, als zweites hinzu. Dort wurden Priester-Missionäre für die katholischen Gebiete der Schweiz, die zur Diözese Mailand gehörten, ausgebildet; der schweizerische Bereich des Bistums war nämlich teilweise protestantisch geworden.

Bruderschaften vom Allerheiligsten Altarsakrament wurden gebildet, um dem Calvinismus zu begegnen. Karl förderte auch Glaubensschulen für das Volk wie sie seit 1535 von dem Priester Castellino da Castello gegründet worden waren. In Mailand richtete er das Collegio dei Nobili für adlige Schüler ein. Zu Pavia wurde das Borromaeum für mittellose Scholaren eröffnet. Karl stiftete ein Mailänder Jesuiten-Kolleg. Die Angehörigen der Gesellschaft Jesu wiederum standen dem heiligen Bischof bei der Durchführung seiner Reformen bei. Dasselbe taten die Angehörigen der von Karl gegründeten Weltpriestervereinigung der Oblaten vom hl. Ambrosius. Der Heilige holte auch die Ursulinen (s. 1.6.) nach Mailand.

Nachdem er im Jahre 1569 während einer Hungersnot schon einmal alle Wertgegenstände seiner Residenz verkauft hatte, um den Notleidenden helfen zu können, organisierte der hl. Karl Borromäus im Sommer 1576 auch die Hilfsmaßnahmen für die Kranken, als die gesamte Stadtverwaltung wegen des Ausbruchs der Pest aus Mailand floh. Der Heilige verwendete Spenden und eigene Gelder für Lebensmittel und Medikamente. Er sorgte für Unterkunft, Pflege und Seelsorge.

Karl war mit Philipp Neri (26.5.) und Andreas Avellinus (10.11.) befreundet, und er war um 1580 des hl. Aloisius (21.6.) geistlicher Leiter.

Seine unermüdliche Tätigkeit für die ihm anvertraute Herde aber zerrüttete die leibliche Gesundheit des Heiligen. Am Passionssonntag des Jahres 1584 legte er die Generalbeichte ab, nachdem er eine Zeit auf dem Monte di Varallo bei Novara in Gebet und Einsamkeit verbracht hatte. Wegen seines geschwächten Zustandes erlag er am 3. November 1584 zu Mailand einem Fieberanfall. Seine letzten Worte waren: „Herr, ich komme.“

Am 4. November wird ebenfalls der hll. Vitalis und Agricola gedacht.

Vitalis war ein Sklave des vornehmen Bürgers Agricola, der in Bononia lebte. Durch seinen Herrn wurde der hl. Vitalis zum katholischen Glauben bekehrt.

Wohl während der diokletianischen Verfolgung (s. 22.4.) wurde St. Vitalis wegen seines Glaubens angeklagt. Als dies geschah, stellte sich der hl. Agricola freiwillig als Christ den Behörden.

St. Vitalis starb im Amphitheater an den Folterqualen, die ihm dort zugefügt wurden. Als seine Seele aufgefahren war, wurde St. Agricola gekreuzigt und von zahlreichen Nägeln durchbohrt.

Die sterblichen Überreste der beiden Martyrer wurden auf dem jüdischen Friedhof von Bononia beigesetzt. - Im Jahre 380 erhob der heilige Bischof Eusebius von Bologna (370 - 390) in Gegenwart des hl. Ambrosius die Gebeine der hll. Vitalis und Agricola.

von 03.11.2012 19:41

P. Dr. Ildefons M. Fux OSB

UNSERE BRÜDER, DIE ARMEN SEELEN Kleine Katechese über das Fegefeuer

Der Verfasser erteilte die freundliche Genehmigung zur Publikation dieses Beitrags auf www.stjosef.at .
Das Original findet sich in der Zeitschrift „Gottgeweiht“, Jg. 25, 2012, Nr. 4, S.77-82.



Man kann gewiss nicht behaupten, dass in der Gegenwart die Glaubensverkündigung bezüglich des Fegefeuers und der Armen Seelen übertrieben großen Raum für sich beanspruche. Das war in manchen Zeitläuften der Kirchengeschichte der Fall; sie sind längst vergangen. Man kann ebenso nicht feststellen, dass die Rede vom Fegefeuer besonders inhaltsreich wäre. Es ist natürlich zutreffend, dass die Heilige Schrift uns keine ausführlichen Nachrichten hinterlässt und die Kirche selbst einige Mühe hatte, die Wahrheit zu erfassen und theologisch zu durchdringen. Das spüren die Prediger: Sie scheuen das Thema, und wenn es sich nicht vermeiden lässt, so begnügen sie sich mit eher wenigen, allgemein gehaltenen Darlegungen. In der Begräbnisliturgie verweilt man dann vorwiegend beim Gedanken des Abschiednehmens und der Danksagung, weniger bei der gebotenen Hilfeleistung durch Gebet und Messopfer. Kühne Ideen über die "Auferstehung im Tode" haben zur Verunsicherung beigetragen, und Privatoffenbarungen sind nicht immer sehr vertrauenserweckend.

So scheint es nicht überflüssig zu sein, sich erneut der Theologie des Fegefeuers zuzuwenden, auch schon im Hinblick auf den herannahenden Allerseelen-Tag und auch auf das bald beginnende "Jahr des Glaubens". Versuchen wir dies zunächst auf dem "Weg der Ausschließung" und stellen wir fest, was das Fegefeuer eben nicht ist:

(1) Wenn vom Reinigungsort gesprochen wird ("Purgatorium"), so ist damit selbstverständlich kein geographischer Ort gemeint: keine Landkarte verzeichnet ihn. Ich halte standhaft fest, dass es einen Reinigungsort gibt, heißt es im tridentinischen Bekenntnis (DH 1867), doch handelt es sich dabei um einen "geistlichen" Ort, und das hinweisende "Hier!" bezeichnet den Vorgang und die Zuständlichkeit seelischer Läuterung.

(2) Man sollte dabei auch an kein physisches Feuer denken, denn die Armen Seelen haben ja in diesem "Zwischenzustand" (bis zur Auferstehung des Fleisches) keinen Leib. Natürlich verstehen wir das Dilemma der bildenden Künstler, rein geistige Wahrheit zu veranschaulichen, und so sind in ihren Werken schreckliche Flammen zu schauen, die die Leiber dieser Armen quälen – nicht viel anders als in der Hölle selbst. Der Glaube darf aber diesem oft unguten Realismus nicht folgen.

(3) Das Fege-Feuer unterscheidet sich vom Höllenfeuer nicht nur graduell und ist nicht als "Hölle im Kleinen" oder als "Hölle auf Zeit" zu begreifen. Warum? Der Sinn ist ja ein ganz anderer: In der Hölle handelt es sich um selbst bereitete Strafe und um Vergeltung, im Fegefeuer geht es um Reinigung und Besserung. Es ist ein Feuer medizineller und pädagogischer Art, denn Gott bleibt diesen Seelen gegenüber Arzt und Erzieher. Hier am Ort des Reinigungsgeschehens gilt das Wort des hl. Hieronymus: Gottes Strafen ist ein Heilen, und andere Kirchenväter sprechen deshalb auch von einem "klugen" Feuer ("ignis sapiens"), das nicht zerstört und verwüstet, sondern die Dinge zum Besseren hinlenkt. In der Hölle ist dem gegenüber eine Besserung der Verdammten gänzlich ausgeschlossen.

(4) Noch ein wichtiger Unterschied ist zu beachten: In der Hölle gibt es keine Hoffnung; sie ist der "Ort" der Verzweiflung. Die Armen Seelen aber haben die Gewissheit des Guten Endes, die sogenannte Heilsgewissheit, denn einmal "wann" und "wie lange" bleibt ihnen freilich verborgen werden sie den Reinigungsort verlassen und der Himmel wird sich ihnen öffnen. Auch das haben sie uns, die wir noch Pilger auf dieser Erde sind, voraus: Sie können nicht mehr sündigen. Sie können den Stand der Gnade nicht mehr verlieren, was sonst allen in der "Streitenden Kirche" widerfahren kann. Selbst der Heilige kann da noch zum Sünder werden. Für uns gilt zu jeder Zeit: Wirkt euer Heil mit Furcht und Zittern! (Phil 2,12); Im Purgatorium gibt es diese Furcht nicht mehr.

(5) Schließlich dürfen wir nicht übersehen: Die Armen Seelen können anderen Gutes tun, auch wenn sie sich selber nicht mehr Gutes tun können. Im Fegefeuer fehlt ja nicht die Liebe, auch nicht die Liebe zum Nächsten, und so sind sie nicht allein imstande Fürsprache anderer zu empfangen, sondern auch selber Fürsprecher zu sein – für uns, die wir "Tag und Nacht" im Kampfe stehen. Das II. Vatikanische Konzil weist extra auf diese Gütergemeinschaft hin, denn die Einheit der Erdenpilger mit den Brüdern, die im Frieden Christi entschlafen sind, wird gestärkt durch die Mitteilung geistlicher Güter. Wir beten für sie, und sie beten für uns: Durch ihre brüderliche Sorge also findet unsere Schwachheit reichste Hilfe (LG 49).

(6) Wir müssen da noch kurz bei diesem Wort vom "Frieden Christi" verweilen, denn die Armen Seelen sind wirklich im Frieden. Es ist eine wahre Zufriedenheit, die sie erfüllt, ein ungetrübtes Ja zu Gott und zu allem was Gott verfügt, auch zu ihrem eigenen, leidvollen Zustand. Ihr Ja gründet nicht zuletzt auch in der Einsicht, dass sie etwas gutzumachen haben, es ist das Ja der Bußgesinnung. Es ist jene Bußgesinnung, die den einen Schächer am Kreuz sprechen ließ: Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten (Lk 23,41). Im Fegefeuer gibt es kein Murren, keine Rebellion, kein Aufbegehren, keine Klage und keine Anklage, kein Selbstmitleid. (In der Hölle ist das ganz anders!) Diese Seelen sind "in der Liebe" und wissen und wollen, dass ihre Liebe zu jener Vollkommenheit heranreifen soll, die sie auf Erden nicht erreicht haben. Reinigung: von allen Resten des Selbstischen, von jeder Ich-Verhaftung; Reifung: wie die Frucht, die in einem "Nachhol-Verfahren" zu voller Qualität gelangen soll. Haben nicht die Heiligen sogar nach dem Leiden verlangt? Das Leiden -ich beanspruche es!, sagte die hl. Therese vom Kinde Jesus (P 35,4), und weiter: Göttliche Flamme, du süßer Schmelzofen! In deinem Feuer nehme ich meinen Aufenthalt ... (P 17,6).

(7) Nun sind wir aber auch in der Lage, die Natur dieses Feuers und dieser Qualen im Purgatorium besser zu begreifen. Wenn die Situation der Armen Seelen die Situation der Liebe ist, dann darf man von einem Liebesfeuer sprechen, gemäß unserem eigenen Bitten: Entzünde in uns das Feuer deiner Liebe! Das ist also bereits geschehen, doch damit sind auch die Qualen der Liebe gegeben. Liebe ist ja immer zielgerichtet, sie sehnt sich nach der Gegenwart dessen, den sie liebt, nach der Vereinigung mit ihm. Die Liebessehnsucht ist mit diesem "Noch-Nicht" notwendig verbunden – und mit der Ungewissheit, wann ihr die Erfüllung zuteil werden wird. Ich bin krank vor Liebe, sagt die Braut im Hohenlied, weil sie den vermisst und den nicht umfangen kann, den ihre Seele liebt (vgl. Hld 5,8). Jeder Liebende macht diese Erfahrung: Ohne Leiden lebt man nicht in der Liebe (Nachfolge Christi III,5,33). Nichts ist so schmerzlich wie die Abwesenheit dessen, den man liebt. Gott ist zwar im Fegefeuer gegenwärtig und den Seelen nahe, doch handelt es sich dabei eben um keine fühlbare und wahrnehmbare Gegenwart bzw. Nähe. So spricht sich die Qual der Armen Seelen in den Worten aus: Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen? (Ps 42,3). Und: In Sehnsucht nach dir verzehrt sich meine Seele (Ps 119,20). Dieses Noch-Nicht der Liebe kreuzigt die Seele und macht das (lateinische) Wortspiel bewusst: "Amare amare est. Lieben ist (auch) bitter."

(8) Maria hat mit der Hölle nichts zu tun, sie ist aber sehr wohl die Mutter der Armen Seelen, die Königin des Fegefeuers. Als Mutter der Kirche ist ihr die gesamte Familie Gottes anvertraut, und zu dieser gehören selbstverständlich auch die Seelen am Reinigungsort. Sie hilft, wenn Christus der Bräutigam seine Braut reinigt, um sie herrlich vor sich erscheinen zu lassen, ohne Flecken, Falten oder sonstige Fehler (vgl. Eph 5,27). Ihre mütterliche Sorge drückt sich im Heilen, Reinigen und Erziehen aus, bis auch der Letzte die volle Mannesreife Christi, des Erstgeborenen, erreicht hat, die ewige Vollendung (vgl. Eph 4,13; LG 62).

An dieser Liebe Mariens zu den Seelen im Fegefeuer sollen auch wir Anteil nehmen durch unsere Gebete und durch die Darbringung des hl. Messopfers. Immer noch gilt das Wort der Schrift, dass dies ein heiliger und frommer Gedanke sei (2 Makk 12,45). Von Anfang an hat die Kirche für die Verstorbenen auch gebetet; das haben die Heiligen im Himmel nicht nötig, und für die Verdammten der Hölle wäre das sinnlos.



Allmächtiger und barmherziger Gott,
du hast deine Diener und Dienerinnen
durch das Wasser der Taufe geheiligt.
Reinige sie im Blute Christi von ihren Sünden
und führe sie voll Erbarmen zur letzten Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.

von 02.11.2012 13:12

Sehr geehrte Schwestern und Brüder,

Ich habe die Schlüssel zu den Toren des Fegefeuers

Tägliche Meditationen - 2. November 2012
Freitag der dreißigsten Woche im Jahreskreis

Allerseelen

P. James Swanson LC

Lk 7,11–17
Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Einführendes Gebet: Herr, ich glaube an dich mit einem Vertrauen, das dich nicht auf die Probe stellen will. Ich vertraue auf dich und hoffe zu lernen, deinen Willen zu akzeptieren und ihm zu folgen, auch wenn ich gerade seinen Sinn nicht erkenne. Ich liebe dich, Herr. Möge meine Liebe zu dir und den Menschen um mich, der Liebe ähnlich sein, die du mir erwiesen hast.

Bitte: Herr hilf mir, die Bedeutung des Fegefeuers und die Pein derer, die dort sind, ernst zu nehmen.

1. Sogar Gott weint über jene, die gestorben sind. Heute gedenken wir unserer Lieben, die von uns gegangen sind, so wie im heutigen Evangelium Maria und Marta ihres Bruders gedenken. Es ist etwas Gutes und Heiliges, traurig zu sein, wenn eine geliebte Person stirbt. Manche meinen, dass Traurigkeit über den Tod eines Menschen ein Zeichen von mangelndem Glauben sei. Jesus aber tadelt Maria und Marta nicht wegen ihrer Traurigkeit; stattdessen tröstet er sie. Später, als er selbst zum Grab kommt, weint Jesus über Lazarus (Joh 11,35). Wie schrecklich muss der Tod sein: Jesus weint über Lazarus, obwohl er weiß, dass Lazarus in wenigen Augenblicken von den Toten auferstehen wird. Wir sind uns der Tragödie des Todes noch nicht genug bewusst – wenn selbst Gott über einen Freund, der tot ist, weint.

2. Wir wollen nicht dorthin kommen. Wir meinen manchmal vielleicht zu schnell, dass jemand nun im Himmel ist. Damit tun wir ihm aber keinen Gefallen. Die meisten von uns werden nicht direkt in den Himmel kommen. Wir werden etwas Zeit im Fegefeuer verbringen müssen, um von den falschen Bindungen und Wünschen, bedingt durch unsere Sündhaftigkeit, gereinigt zu werden, ebenso von jeglicher Sünde, für die wir nicht genug Buße geleistet haben. Wir tendieren dazu, das Fegefeuer zu unterschätzen, vielleicht weil die Seelen dort die Sicherheit haben, in den Himmel zu kommen. Es ist wahr, dass die Seelen im Fegefeuer eine Freude erfahren, die alles in diesem Leben übertrifft, es ist aber auch wahr, dass sie ein Leiden erfahren, dass alles Leiden dieser Welt übertrifft. Das Leiden im Fegefeuer ähnelt dem Leiden in der Hölle, und wir wissen, dass wir das nicht erleben wollen. Das Fegefeuer ist nichts, das wir unseren Lieben wünschen. Wir wollen auch nicht selbst dorthin kommen. Das Großartige dabei ist: wir können etwas dafür tun, dass wir und unsere Lieben nicht dorthin kommen.

3. Allein der Lebendige hat die Schlüssel zum Fegefeuer. Haben wir bisher überhaupt daran gedacht, das Fegefeuer vermeiden zu wollen? Haben wir schon einmal daran gedacht, dass unsere Lieben vielleicht dort sind? Sind wir der Meinung, dass wir nichts mehr für sie tun können? Haben wir uns schon einmal ernsthaft Sorgen darüber gemacht, dass sie vielleicht im Fegefeuer sind? Wissen wir, dass unsere Gebete und Opfer der Schlüssel sind, um sie zu befreien, und dass wir diesen Schlüssel nutzen können, wenn wir wollen? An diesem Tag, an dem wir der Seelen im Fegefeuer gedenken, wäre es gut, etwas für die zu tun, die dort sind; besonders für die, die wir am meisten lieben.

Gespräch mit Christus: Liebster Jesus, hilf mir, an meine Lieben zu denken und häufig für sie zu beten und ihrer in der heiligen Messe zu gedenken. Hilf mir, in meinem Leben die Entscheidungen zu treffen, die notwendig sind, um das ewige Gericht und, wenn möglich auch das Fegefeuer zu vermeiden.

Vorsatz: Ich will heute für meine Lieben meine Gebete darbringen und daran denken, dass für Gott nicht die Größe des Opfers zählt, sondern die Liebe, mit der ich es bringe.





Gottes Segen,Laudetur Jesus Christus
Herzliche Grüße aus Löbnitz
Michael Schonath

von 01.11.2012 11:02

Sehr geehrte Schwestern und Brüder,

Den Wettkampf gewinnen, der allein zählt

Tägliche Meditationen - 1. November 2012
Donnerstag der dreißigsten Woche im Jahreskreis

Allerheiligen

P. James Swanson LC

Mt 5,1-12a
Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

Einführendes Gebet: Herr, ich glaube an dich mit einem Glauben, der auf dich vertraut und dieses Vertrauen nicht auf die Probe stellen will. Ich hoffe darauf, dass ich lerne, deinen Willen zu akzeptieren und zu befolgen, auch wenn ich aus meiner Perspektive oft keinen Sinn erkenne. Lass meine Liebe zu dir und zu den Menschen um mich herum der Liebe ähnlich werden, die du mir gezeigt hast.

Bitte: Herr, hilf mir, die Opfer, die du von mir verlangst, anzunehmen und die Schwierigkeiten zu besiegen, um in den Himmel zu gelangen.

1. WWie kann man die Seligpreisungen verstehen? Am Hochfest Allerheiligen ruft uns die Kirche auf, die Versprechen, die Jesus denen gibt, die ihm nachfolgen, zu betrachten. Zuerst erscheinen sie wenig attraktiv. Jesus zählt eine ganze Reihe von Dingen auf, die die meisten Leute normalerweise vermeiden wollen, weil sie ihren Wünschen und Vorstellungen widersprechen. Doch Jesus sagt, dass wir selig sein werden, wenn wir sie in unserem Leben haben. Tatsächlich bedeutet im Original das griechische Wort “makarios“ glücklich. Das ergibt keinen Sinn. Wenn ich arm bin, wenn ich trauere, sanftmütig bin, ein reines Herz habe, wenn ich um der Gerechtigkeit willen leide, barmherzig bin, Frieden stifte, verfolgt und beleidigt werde, dann soll ich glücklich sein? Das ist nicht das, was ich im Fernsehen, im Kino oder im Internet sehe. Dazu würde mir niemand, den ich kenne, raten. Was will denn nun Jesus mir mit diesen Versprechen sagen? Will er mich unglücklich machen?

2. Opfer für weltlichen Ruhm. Wenn wir genau hinsehen, erkennen wir, dass die ganze Sache nicht so trübselig ist. Jesus sagt, dass wir, wenn wir diese schwierigen Dinge akzeptieren, unseren Lohn erhalten werden. Der Lohn ist sehr verheißungsvoll. Ja, es klingt großartig: das Himmelreich wird uns gehören, wir werden getröstet werden, das Land erben, Gerechtigkeit erlangen, Erbarmen finden, Gott schauen, Kinder Gottes sein, einen großen Lohn im Himmel bekommen. Wer möchte nicht alle diese Dinge? Viele Leute arbeiten viel härter für weniger Lohn. Trainieren nicht die Hochleistungssportler jahrelang, verzichten auf alle möglichen Vergnügungen, unterwerfen sich schwierigsten Entsagungen, nur für den kurzen Moment des Ruhmes, den sie bei einem Sieg erlangen? Arbeiten nicht Geschäftsleute stundenlang, verzichten auf vieles und bringen größte Opfer, um Gewinn zu machen? Ist nicht das, was Jesus uns anbietet, viel besser als das alles? Besser als eine Goldmedaille oder viele Millionen Euro?

3. Interessieren uns überhaupt die himmlischen Dinge? Für Wertvolles sind wir bereit, Opfer zu bringen, und je wertvoller es ist, umso größer wird unsere Bereitschaft sein, dafür Opfer zu bringen. Vielleicht ist es eine Goldmedaille wert, dass der Sportler für sie Opfer bringt, um sie zu gewinnen. Vielleicht sind es die Euro wert, dass der Geschäftsmann Opfer bringt, um sie zu bekommen. Wenn der Himmel wirklich das ist, was er zu sein verspricht, ist er dann nicht all die Opfer wert, die Jesus hier erwähnt – und noch viel größere? Wenn Menschen bereit sind, für Dinge, die vergehen, solche großen Opfer zu bringen, sollten dann nicht auch wir bereit sein, noch größere Opfer zu bringen, um die ewige Glückseligkeit im Himmel zu gewinnen? Natürlich gibt es in dieser Welt auch viele Menschen mit dem Talent, etwas Großes zu erreichen, die es aber nicht schaffen, weil ihnen die rechte Motivation und das nötige Interesse fehlen. Fehlt uns das nötige Interesse? Welche Motivation brauchen wir, damit wir das, was Jesus anbietet, wirklich erlangen wollen?

Gespräch mit Christus: Liebster Jesus, ich tue wenig, um entsprechend den Seligpreisungen zu leben. Hilf mir, den vollen Wert des Himmels zu begreifen. Hilf mir, dass ich jeden Tag mehr nach ihm verlange. Hilf mir, den von dir angekündigten Himmel zu betrachten, damit ich brennend danach verlange. So werde ich bereit, alles zu tun, um dorthin zu gelangen, und anderen dabei zu helfen, ebenso dorthin zu gelangen, egal, was es kostet.

Vorsatz: Ich will heute mindestens fünf Minuten betrachten, wie es im Himmel sein wird. Wie wünsche ich mir den Himmel? Jesus bereitet mir dort eine Wohnung. Er tut alles, was er kann, um mir Freude zu bereiten und mich glücklich zu machen. Mit dieser Betrachtung will ich meine Sehnsucht nach dem Himmel verstärken und die Opfer bringen, die notwendig sind, um dorthin zu gelangen.



Gottes Segen,Laudetur Jesus Christus
Herzliche Grüße aus Löbnitz
Michael Schonath

von 31.10.2012 10:37

Fortschritt Internet?

Also ich gebe zu, dass ich eine ganze Menge über das Internet mache. Meine gesamten Bankgeschäfte wickle ich über das Internet ab, ich bestelle hin und wieder was bei Amazon oder anderen Online-Händlern oder ich ersteigere mir was bei Ebay. Manchmal kommt es mir so vor, als sei das alles schon ziemlich altmodisch, denn die ganz modernen Errungenschaften des Netzes wie Facebook oder Twitter nutze ich gar nicht. Einen Facebook-Account werde ich mir auch auf keinen Fall zulegen, auch meinen Kindern werde ich nahe legen, sich keinen zu beschaffen. Meine Daten bedeuten mir noch was und ich möchte sie nicht irgendeinem Milliardär aus Amerika in den Rachen werfen. In Diensten, bei denen man ehemalige Klassenkameraden oder Freunde wiederfinen kann, wie wer-kennt-wen oder stayfriends, sehe ich ja noch einen Sinn. Aber dort geht es ja auch um das Wiederfinden, nicht um das Kennenlernen.

Konnten wir denn früher Freunde nicht auch ganz „analog“ finden? Ich war erschrocken, als ich hörte, dass in den USA eine Teenagerin wegen Minderwertigkeitskomplexen in psychologischer Behandlung war, weil sie „nur“ 500 Freunde bei Facebook hatte. All ihre Freunde hatten über 1000. Echte Freunde? Soweit ich gehört habe, wird man bei Facebook ganz schnell zu einem „Freund“. Man muss sich dazu nie persönlich kennen gelernt zu haben, man muss dazu nie über Jahre eine Freundschaft gepflegt haben. Ein paar Mausklicks genügen und schon ist man eines anderen Freund.
Ich finde das alles ziemlich oberflächlich. Und macht das unser Leben wirklich besser? Zugegeben, das Internet vereinfacht vieles. Ich spare mir den Gang zu meiner Bank und tätige meine Überweisung eben online. Aber was ist der Preis für die Bequemlichkeit? In der Bibel heisst es, dass die Menschen zum Ende der Zeit immer egoistischer werden:
„Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden;
denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott“ (2. Timotheus 3).


Ich glaube, das Internet leistet dem Vorschub. Was bringt es denn, wenn man darum streitet, wer die meisten „Freunde“ bei Facebook hat? Hier geht es doch gar nicht um wahre Freundschaft sondern um Prahlen und Selbstdarstellung. Es entstehen auch neue Aussenseiter. Kinder, die früher vielleicht viele gute Freunde ganz normal gefunden hätten, verlieren in diesem Wettstreit, weil sie vielleicht nicht ganz so erpicht darauf sind, möglichst viele digitale Freunde ihr Eigen nennen zu können. Und wie beliebig ist das Ganze? Bei Facebook genügt ein Knopfdruck um einen „Freund“ loszuwerden. Wenn man Pech hat, wird man über das Netz und die einschlägigen Seiten gemobbt und gedemütigt – ganz anonym.

„Soziale“ Netzwerke nennt sich das dann. Was soll denn daran sozial sein? Ja, Menschen werden irgendwie zusammen geführt. Aber erbaut werden soll damit das eigene Ego. Einem echten Freund kann ich auch mal im Vertrauen etwas sagen, ihm von meinen Sorgen erzählen. Im Internet sollte man dies tunlichst nicht tun. Zu groß ist die Gefahr, dass man von all den unbekannten Avataren Häme oder Hass erntet. Wirkliche Hilfe, echter aufrichtiger Beistand ist so gar nicht möglich. Und da man so sehr damit beschäftigt ist, möglichst viele oberflächliche, digitale Freundschaften zu schließen, bleibt keine Zeit mehr, sich um wirkliche Freundschaften zu kümmern. Und irgendwann kommt vielleicht der Punkt, wo man einen echten Freund vermisst, jemanden, dem man mal wirklich die ganze Seele ausschütten kann.

Wohin wird das noch führen? Ich glaube, befürchte, dass es so kommen wird, wie es in Gottes Wort vorhergesagt wird. „Sozial“ bedeutet eigentlich „egoistisch“. Es geht darum, das Ego weiter in den Mittelpunkt zu rücken. „Wenn jeder nur an sich selbst denkt, ist auch an alle gedacht“, wird mancher einwenden. Doch unser Leben wird dadurch verkümmern. Bequemlichkeit gegen Menschlichkeit. Ich habe die Sorge, dass dieser Trend nicht mehr aufzuhalten ist. Es sei denn, jemand greift irgendwann von aussen ein…



© Wiebke Dorn

von 30.10.2012 07:52

Der Schlankheitswahn-
Politik & Gesellschaft -
Im Fernsehen habe ich kürzlich einen Bericht über die "Proanas" gesehen. Der Begriff kommt vom lateinischen Pro (für) und Anorexia nervosa (Magersucht). Wer sich der Pro-Ana Bewegung zugehörig fühlt, verherrlicht also die Magersucht und strebt danach, immer dünner zu werden. Es gibt entsprechende Foren, in denen sich magersüchtige Menschen (in der Regel junge Frauen) treffen und sich gegenseitig anspornen noch magerer zu werden. In dem Beitrag wurde eine dieser jungen Frauen portraitiert. Sie sieht ihre Magersucht nicht als Krankheit. Vielmehr betrachtet sie es als Schönheitsideal, wenn z.B. die Knochen hervorstehen. Sie tut alles dafür, um noch mehr "herauszuholen", wie sie es nennt, um ihrem Ideal immer näher zu kommen, sprich noch dünner zu werden. Sie sagt, dass sie derzeit kein anderes Lebensziel hat. Mehrere Stunden am Tag verbringt sie damit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und Tipps zu bekommen, wie man noch dünner werden kann.

In dem Forum gibt es "10 Gebote". Sie heissen z.B. "Du sollst unsichtbar werden", "Du sollst dünn sein" oder "Du sollst hungern und Abführmittel nehmen". Magersucht gilt nicht als Krankheit, sondern als Lifestyle. Der Trend kommt aus den USA und ist dann irgendwann auch hierzulande angekommen. Sich an den Rand des Todes zu hungern gilt als Erfolgserlebnis. Es wird der Eindruck vermittelt, dass diejenigen, die dazu gehören etwas Besonderes sind, die etwas erreichen, dass nicht jeder schafft. Die Realität sieht so aus, dass Magersüchtige an Herz-Rhythmus-Störungen und Haarausfall leiden. Manche werden sogar zeugungsunfähig. Jede fünfte Betroffene stirbt sogar an den Folgen. Magersucht ist die psychosomatische Krankheit mit den meisten Todesfällen. In den Foren werden diese schwerwiegenden Folgen ignoriert oder verharmlost. Wer weiß, wieviel Tote es deswegen schon gegeben hat...
Die vorgestellte Frau ist 1,70m groß und wiegt 53kg. Sieben Kilo sollen noch runter. Am Tag nimmt sie ca. 200-400 Kalorien zu sich. Der Körper macht da irgendwann nicht mehr mit. Trotzdem will sie weitermachen.

Mich erschreckt das sehr. Viele junge Frauen lassen sich von diesem Trend anstecken und hungern sich womöglich zu Tode. Ohne die Gemeinschaft, die es drumherum gibt, wären sie diesem Wahn vielleicht gar nicht verfallen. Ich möchte junge Leserinnen ermutigen mit sowas auf keinen Fall anzufangen oder sofort damit aufzuhören, wenn man bereits drin steckt. Die körperlichen Risiken sind das eine, die Ästhetik das andere. Es sieht wirklich nicht schön aus, wenn bei einem Menschen die Knochen hervorstehen und das Gesicht mehr wie ein Totenkopf aussieht. Gott hat den Menschen so nicht gewollt. Und es gibt immer einen Ausweg. Es gibt Beratungsstellen und man kann sich damit jederzeit an einen Arzt wenden. Denn was bringt die ganze Abnehmerei, wenn man letztlich daran stirbt? Es gibt viele andere Dinge, die einem einen Sinn im Leben geben.


© Wiebke Dorn

von 29.10.2012 09:05

GEBET VON BENEDIKT XVI.

Maria, Unbefleckte Mutter,
an diesem Ort der Gnade,
an dem die Liebe deines Sohnes Jesus,
des Ewigen Hohenpriesters,
uns Söhne im Sohn und seine Priester
zusammengerufen hat,
weihen wir uns deinem mütterlichen Herzen,
um treu den Willen des Vaters zu erfüllen.

Wir sind uns bewußt, daß wir ohne Jesus
nichts Gutes vollbringen können (vgl. Joh 15,5)
und daß wir nur durch ihn, mit ihm und in ihm
für die Welt
Werkzeug des Heils sein können.

Braut des Heiligen Geistes,
erwirke uns die unschätzbare Gabe
der Umgestaltung in Christus.
In derselben Kraft des Geistes,
der dich überschattet
und zur Mutter des Erlösers gemacht hat,
hilf uns, daß Christus, dein Sohn,
auch in uns geboren werde.
Die Kirche möge so
von heiligen Priestern erneuert werden,
die von der Gnade dessen verwandelt wurden,
der alles neu macht.

Mutter der Barmherzigkeit,
dein Sohn hat uns berufen,
so zu werden wie er selbst:
Licht der Welt und Salz der Erde.
(vgl. Mk 5,13.14).

Hilf uns
mit deiner mächtigen Fürsprache,
daß wir dieser erhabenen Berufung nie untreu werden,
daß wir unserem Egoismus nicht nachgeben,
noch den Schmeicheleien der Welt
und den Verlockungen des Bösen.

Bewahre uns mit deiner Reinheit,
beschütze uns mit deiner Demut
und umfange uns mit deiner mütterlichen Liebe,
die sich in vielen Seelen widerspiegelt,
die dir geweiht sind
und uns zu echten Müttern im Geiste geworden sind.

Mutter der Kirche,
wir Priester wollen Hirten sein,
die nicht sich selbst weiden,
sondern sich Gott hingeben für die Brüder und Schwestern
und darin ihre Erfüllung und ihr Glück finden.
Nicht nur mit Worten, sondern mit unserem Leben
wollen wir demütig
Tag für Tag unser „Hier bin ich“
sagen.

Von dir geführt,
wollen wir Apostel
der Göttlichen Barmherzigkeit sein
und voll Freude jeden Tag
das heilige Opfer des Altares feiern
und allen, die darum bitten,
das Sakrament der Versöhnung spenden.

Fürsprecherin und Mittlerin der Gnaden,
du bist ganz hineingenommen
in die einzige universale Mittlerschaft Christi,
erflehe uns von Gott
ein völlig neues Herz,
das Gott mit all seiner Kraft liebt
und der Menschheit dient wie du.

Sprich zum Herrn noch einmal
dein wirkungsvolles Wort:
„Sie haben keinen Wein mehr“ (Joh 2,3),
damit der Vater und der Sohn
über uns den Heiligen Geist
wie in einer neuen Sendung ausgießen.

Voller Staunen und Dank
für deine ständige Gegenwart in unserer Mitte,
will auch ich
im Namen aller Priester ausrufen:
„Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn
zu mir kommt?“ (Lk 1,43).

Maria, seit jeher unsere Mutter,
werde nicht müde, uns zu „besuchen“,
uns zu trösten, uns zu stützen.
Komm uns zu Hilfe
und errette uns aus allen Gefahren,
die uns drohen.

Mit diesem Akt des Anvertrauens und der Weihe
wollen wir dich auf tiefere und vollständigere Weise,
für immer und ganz
in unser Leben als Menschen und Priester hineinnehmen.

Deine Gegenwart lasse die Wüste
unserer Einsamkeit neu erblühen
und die Sonne über unserer Dunkelheit leuchten
und bringe nach dem Sturm die Ruhe zurück,
damit jeder Mensch
das Heil des Herrn sehe,
das den Namen und das Gesicht Jesu trägt,
der sich in unseren Herzen widerspiegelt,
da sie stets eins mit dem deinen sind.

Amen.

von 28.10.2012 06:45

Der hl. Judas Thaddäus wird mit dem hl. Joseph verwandt gewesen sein und zählt darum zu den sog. Herrenbrüdern. Zu diesen gehören auch die hll. Simon der Eiferer (18.2., 28.10.) und Jakobus d.J. (11.5.). - Der Beiname des hl. Judas lautet Thaddäus, der Mutige.

Der ins Neue Testament aufgenommene Brief des hl. Judas Thaddäus bezeichnet den Verfasser als Bruder des hl. Jakobus. Dabei wird der Begriff „Bruder“ im weiteren Sinne gebraucht, denn der Vater des jüngeren Jakobus hieß Alphäus. Judas aber wird am ehesten wie Simon ein Sohn des hl. Klopas bzw. Kleophas gewesen sein. Dieser war nach altkirchlicher Überlieferung ein Bruder des hl. Joseph.

Judas war verheiratet und Vater zumindest eines Kindes. Unter Domitian (81 - 96) wurden nämlich zwei Enkel des hl. Judas Thaddäus als Nachkommen Davids, d.h. als mögliche politische Unruhestifter, angezeigt. Sie kamen nur deshalb frei, weil man sie als unbedeutende Kleinbauern ansah. So lebten sie noch bis zur Regierungszeit Trajans (98 - 117), unter dem möglicherweise Simon der Eiferer das Martyrium erlitten hat (s. 18.2.).

Der Judas-Brief warnt vor Irrlehrern, die den apostolischen Glauben verlassen haben. Diese sind gänzlich auf das Diesseits ausgerichtet. Sie leugnen die Gottheit des Heilandes, lästern die Engel und verkehren die christliche Freiheit in Ausschweifungen. Ihnen wird das Gericht angekündigt. - Der hl. Judas wußte, daß diejenigen, die dem Heiland nachfolgen, nicht von dieser Welt sein dürfen. Wie könnten sie dann noch dem Diesseits hingegeben leben?

Es wird erzählt, daß König Abgar V. Ukkama, d.h. der Schwarze, von Osrhoene (4 v. Chr. - 7 n. Chr. und 13 - 50) zu Edessa ein Antwortschreiben des Heilandes auf seinen Brief an ihn erhielt. Außerdem soll Abgar mit seinem Schreiben einen Maler zum Heiland gesandt haben, der dessen Abbild zu dem kranken König bringen sollte. Da es dem Maler aber nicht gelang, den Heiland abzubilden, drückte dieser sein Angesicht in das Tuch von dessen Gewand. Darauf blieb ein Bild desselben zurück, das dem König nach Edessa geschickt wurde. - Nach der Himmelfahrt des Herrn zog der Jünger Addaj, womit wohl Thaddaj bzw. Thaddäus gemeint ist, nach Edessa und heilte mit dem Brief des Heilands den kranken König Abgar.

Möglicherweise steht hinter dieser Erzählung die Erinnerung daran, daß der hl. Judas Thaddäus nach der Kreuzigung des Heilandes das Grabtuch mit dessen Abbild nach Edessa in Sicherheit brachte. Dort mag zu jener Zeit ein christenfreundlicher König regiert haben. Um 200 wurde Osrhoene das erste Königreich mit einem christlichen Herrscher an der Spitze, Abgar IX. (179 - 216). Das Christentum soll sogar Staatsreligion geworden sein.

Osrhoene gehörte seit 114 zum Imperium, doch regierten zu Edessa weiterhin einheimische Könige unter römischer Oberhoheit bis 216. Im Jahre 525 wurde eingemauert in eine Nische der Stadtmauer Edessas wahrscheinlich dasjenige Grabtuch entdeckt, das man anschließend in Konstantinopel verwahrt haben wird, bis es - wohl nach der Errichtung des Lateinischen Kaiserreiches (1204 - 1261) als Ergebnis des vierten Kreuzzuges (s. 5.9.) - nach Frankreich kam und von dort in Savoyens Hauptstadt Turin . - Früher wurde am Freitag nach Reminiscere ein Festtag zu Ehren des Grabtuches begangen.

Der hl. Judas Thaddäus wurde bis zum 18. Jahrhundert nur in geringerem Umfang verehrt. Dann aber entdeckte man ihn als Patron in verzweifelten Anliegen.

Judas Thaddäus und Simon der Eiferer wirkten eine Zeit lang gemeinsam als Apostel in Persien. Es heißt, daß sie dem Feldhauptmann Baradach, der im Begriff war, mit einem Heer gegen Indien auszuziehen, einen Sieg weissagen konnten, wohingegen dessen Götzen zu Unrecht Unglück prophezeiten. Noch vor Beginn des Feldzuges unterwarfen sich die Inder und bestätigten so, was die beiden Apostel verkündet hatten. Auf ihre Fürbitte hin wurden die Götzenpriester von Baradach nicht zum Feuertod verurteilt. Als Judas und Simon aber die Stadt Suanir betraten, seien sie von den dortigen Götzenpriestern vom Tempel der Sonne umgebracht worden.

Möglicherweise auf Grund ihres gemeinsamen Wirkens erzählte man auch von einem gemeinsamen Martyrium der hll. Judas und Simon. Doch wird der hl. Simon vielleicht eher als Bischof Jerusalems unter Trajan hingerichtet worden sein. Judas aber soll im phönizischen Berythos oder Arados das Martyrium erlitten haben.

Während das Turiner Grabtuch ein nicht von Menschenhand verfertigtes Abbild des gekreuzigten und verstorbenen Heilandes zeigt, stellt das ebenso wunderbar entstandene Gnadenbild von Guadelupe in Mexiko die Muttergottes dar.

Maria erschien am 9. Dezember 1531 dem Bauern Juan Diego auf seinem Weg zur Kirche von Tlatelolco. - Der hl. Juan Diego gehörte dem Volk der Chichimeken an. Deren Territorium war 1467 von den Atzteken besetzt worden, deren Reich mit seiner Hauptstadt Tenochtitlan wiederum 1519 bis 1521 durch den Spanier Hernando Cortez erobert wurde.

Cuauhtlatoatzin kam um 1474 im Chichimekenlande zur Welt. Er wurde Ackerbauer und heiratete eine Indio-Frau, doch blieb ihre Ehe kinderlos. 1524 empfingen Cuauhtlatoatzin und seine Frau die hl. Taufe; sie erhielten die Namen Juan Diego und Lucia. - 1529 starb die Ehefrau, und Juan Diego, dessen Weg bis zur Kirche von Tlatelolco bis dahin vierundzwanzig Kilometer betragen hatte, übersiedelte in ein anderes, zehn Kilometer näher gelegenes Dorf, in dem ein ebenfalls getaufter Oheim von ihm wohnte.

Am Samstag, den 9. Dezember 1531, brach der Witwer Juan Diego in der Frühe auf, um zur Kirche zu wandern. Da erschien ihm bei Tagesanbruch bei einem Hügel, auf dem die Ruine eines Tempels des weiblichen Götzen Tonantzin stand, Maria. Sie bezeichnete sich als immerwährende Jungfrau, Patronin der Landeskinder, als Muttergottes und Mutter aller Gläubigen. Sie forderte die Errichtung eines Heiligtums auf dem Hügel, das eine Zufluchtsstätte für die Hilfesuchenden werden sollte.

Juan Diego begab sich zu Bischof Juan de Zumarraga (1527 - 1548) von Tenochtitlan, einem Franziskaner. Dieser verhielt sich zunächst skeptisch. - Doch dem heimkehrenden Juan Diego erschien Maria noch einmal und sandte ihn erneut zum Bischof. Dieser forderte am 10. Dezember, dem zweiten Sonntag im Advent (vgl. 27.11.) jenes Jahres, ein Zeichen dafür, daß Juan Diego die Wahrheit spreche.

Am Dienstag, den 12. Dezember, erschien Maria dem hl. Juan Diego zum letzten Mal. Sie sandte ihn auf den Hügel, um dort - mitten im Dezember - bunte Blumen zu pflücken, die der Indio in seinem Umhang zum Bischof zu bringen hatte.

Juan Diego stieg auf den Hügel und erblickte zu seinem Erstaunen lauter blühende Rosen. Er sammelt eine Menge und brachte sie vor den Bischof. Als der Heilige aber seinen Umhang öffnete, da erschien darauf ein wunderbares Abbild der Muttergottes. - Sogleich kam der Bischof nun dem Auftrag der Gottesmutter nach und ließ für das Gnadenbild eine Kapelle auf dem Hügel errichten.

Die Darstellung auf dem Umhang des hl. Juan Diego wurde von den Indios des Landes verstanden: Sie zeigt die schwangere Maria, geschmückt mit einem Kreuz, als Siegerin über die heidnische Religion der Atzteken. - Innerhalb von sieben Jahren empfingen nun neun Millionen Indios die hl. Taufe.

St. Juan Diego starb am 30. Mai 1548, der etwa gleichaltrige Bischof Juan de Zumarraga verschied wenige Tage darauf am 3. Juni desselben Jahres. - Seit 1754 wird das Fest der Muttergottes von Guadelupe am 12. Dezember begangen.

Kein menschlicher Maler hätte ein solches Bild auf einem Umhang aus grober Agavenfaser erstellen können. Doch nicht allein darin besteht das Wunder: Während eine Tilma aus Agavenfasern sonst nach zwanzig Jahren zerfällt, besteht diese noch immer. Obwohl sie mehr als einhundert Jahre lang von Gläubigen berührt wurde, ist sie nicht abgenutzt. Kein Kerzenruß verdunkelt die Darstellung. Als 1791 bei der Säuberung eines silbernen Rahmens Salpetersäure auf das Bild floß, entstand nur so etwas wie ein undeutlicher Wasserfleck. Am 14. November 1921 versuchte Mexikos sozialistischer Präsident Alvaro Obregón, ein früherer Revolutionsgeneral (s. 31.10.), das Gnadenbild mittels einer unter Blumen versteckten Bombe zu zerstören, doch fügte die Explosion dem Bild wunderbarerweise keinerlei Schaden zu. 1956 schließlich wurde in den Augen der Muttergottes von Guadelupe das zweifache Brustbild eines Mannes entdeckt in exakt jener Gestalt, wie es sich auf der Hornhaut eines menschlichen Augenpaares widerspiegelt. Inzwischen hat man in den Augen des Gnadenbildes noch weitere Personen aufgefunden. Es handelt sich dabei offenbar um das Abbild all derer, die am 12. Dezember 1531 zugegen waren, als die Tilma geöffnet wurde.

von 27.10.2012 07:09

Bei manchen Menschen

Bei manchen Menschen fragt man sich erstaunt
wie sie mit harten Tagen fertig werden,
und sich in Hoffnung freuen und in Trübsal ausharren,
geduldig ihr Leid tragen hier auf der Erde.
Und will man hinter dies' Geheimnis kommen,
dann sieht man gleich ihr tiefes Gottvertrauen;
durch Demut und Gehorsam dem Willen Gottes
hat sich da im Herzen große Kraft gesammelt.

Gott hat an solchen Leuten Wohlgefallen,
sie sind durch Jesus stark mit Gott verbunden,
Er macht sie reich an Glauben und Vertrauen,
Er segnet ihren Weg, der in Sein Reich sie führet.



Helene Redekop

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