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von esther10 12.01.2016 00:11

Europa und die Flüchtlinge: „Starke Themensetzung des Papstes“



Die Neujahrsansprache 2016 von Papst Franziskus an das Diplomatische Corps hatte einen ungewöhnlich starken Fokus. Während die Päpste zu diesem Anlass sonst einen ausgewogenen Rundgang durch die Weltpolitik unternehmen, widmete Franziskus seine Rede an die Diplomaten diesmal fast zur Hälfte der Migration, speziell in Europa. Im Kern hat Papst Franziskus dabei das berühmte Diktum der deutschen Kanzlerin Angela Merkel wiederholt: Wir schaffen das. War die päpstliche Botschaft in dieser Klarheit überraschend? Das fragte Gudrun Sailer den Botschafter der Republik Österreich beim Heiligen Stuhl, Alfons Kloss.
http://de.radiovaticana.va/news/2016/01/...2%80%9C/1200195
„Nein, eigentlich nicht. Ich denke, Papst Franziskus hat generell eine starke Themensetzung, wenn er sich mit weltpolitischen Herausforderungen auseinandersetzt. Das trifft nicht nur für Klimaschutz, Frieden und Abrüstung zu, sondern auch Menschenrechte, Migration, Kampf gegen Menschenhandel. Alle diese Themen hat man in der Rede wiedergefunden, aber, Sie haben recht, ein besonders starker Fokus auf Migration, die natürlich für jemanden, der in Europa lebt, wie Franziskus, eine ganz große und sehr aktuelle Herausforderung ist.“

Franziskus spricht unumwunden von einem „schweren Migrations-Notstand“. Er stellt auch die Frage nach möglichen kulturellen und atmosphärischen Veränderungen, die mit der Aufnahme sehr vieler Flüchtlinge entstehen, das lässt an die Silvestervorkommnisse in Köln denken, die ähnlich auch etwa aus Salzburg gemeldet wurden. Und natürlich an die wachsende Gefahr von Terrorismus. Empfiehlt Papst Franziskus aus Ihrer Sicht die richtigen Mittel, um diesen Gefahren zuvorzukommen?

„Ich denke, der Papst hat in der heutigen Botschaft an die Diplomaten gerade auch die verschiedenen Aspekte ausgewogen dargestellt. Einerseits aus Sicht der Kirche und des Papstes die Notwendigkeit eines verständnisvollen Herangehens an den bedürftigen Mitmenschen, der ja nicht ohne Grund aus seinem Ursprungsland flieht. Franziskus ist eingegangen auf die Dramatik der Krisen, die der Ursprung letztlich dieser Flüchtlingsbewegung sind, und zugleich hat er deutlich gemacht, dass das für die aufnehmenden Gesellschaften eine Herausforderung ist. Da gibt es auch Punkte, die zu berücksichtigen sind und in der Gesamtsituation eine Rolle spielen. Ich habe das Gefühl, er hat ein wenig Druck herausgenommen aus einer Überforderung, weil er die beiden Aspekte dargestellt hat. Mir scheint auch, dass er sehr deutlich alles, was er heute präsentiert hat, ableitet von seinem Motto des Heiligen Jahres: Barmherzigkeit. Die Menschen sind aufgerufen, auf den Mitmenschen, auf die Probleme in der Gesellschaft in diesem Sinn zuzugehen, aber es gibt natürlich Punkte, die ein gesellschaftlicher Zusammenhalt berücksichtigen muss, Ordnung, so hat Franziskus ausdrücklich auf die Gesetze und die Kultur der Aufnahmestaaten hingewiesen.“

Die Angst in den europäischen Aufnahmeländern, diagnostiziert der Papst, entsteht aus der Leere, aus dem Verlust der auch religiösen Identität bei uns. Kann man dieser Diagnose zustimmen, wenn man bedenkt, dass in säkularen Ländern wie Schweden eine hohe Aufnahmebereitschaft herrscht und in starken katholischen Ländern wie Polen viel Angst und Abwehr?

„Generell ist es schwer, die Frage in Schemen zu bringen. Es dürfte stark auch ein Punkt sein, das Umgehen mit dem Thema der Flüchtlinge – einerseits kann es ein theoretisches Thema sein, und da hat man Hinterfragungen, die schwer zu artikulieren sind. Das andere ist: Wenn man dem Menschen gegenüber ist, die Schicksale sieht, wenn man mit den Leuten redet, stellt es sich oft auch anders dar; und da kommt der Aspekt hinzu, den der Papst selbst immer wieder nennt - keine Gleichgültigkeit, er spricht gegen die Globalisierung der Gleichgültigkeit. Und das heißt zugleich, wir müssen auf den anderen zugehen und versuchen, sein Schicksal zu begreifen, aber das ist in einer unmittelbaren Begegnung leichter als in abstrakten Zusammenhängen.“

Franziskus bricht eine Lanze nicht nur für Kriegsflüchtlinge, sondern ruft auch zu Aufnahmebereitschaft für Armuts- und Klimaflüchtlinge auf. Kann ein solches Ansinnen politisch in einem Land wie Österreich, aber auch auf EU-Ebene irgendwie auf fruchtbaren Boden fallen oder ist es schlichtweg naiv?
„Ich glaube, es gibt da ganz klare Regeln für die Art und Weise, welche Flüchtlinge in den Ländern aufgenommen werden sollen, es gibt Kriterien und internationale Vertragswerke, und letztlich ist es eine Situation, die man in der Gemeinschaft, nur zusammen mit den anderen europäischen Partnerstaaten wird lösen können. Wir befinden uns da sicher in einer sehr akuten Situation, wo die Notwendigkeit groß ist, sich gegenseitig abzustimmen, und unter den Partnern ein Vorgehen zu finden, das eine gute Lösung sicherstellen kann.“

Franziskus hat in seiner Neujahrsansprache den Ländern gedankt, die in der Flüchtlingsfrage Großes getan haben. Österreich war 2015 unter den Hauptaufnahmeländern von Flüchtlingen in Europa. Kann sich die Regierung in Wien von den Ermutigungen des Papstes bestärkt fühlen, oder muss sie noch in vielen Punkten, die der Papst nannte, aufholen?

„Ich denke, beides ist sinnvoll – auch anhand des Textes nochmals zu sehen, wo er die Akzente setzt. Was er denkt, was getan werden soll. Das andere ist sicher auch positiv zu vermerken, wie er Ländern dankt, die sich in diesem Bereich positiv engagiert haben und da kann sich Österreich durchaus sehen lassen mit der Zahl der Menschen, die in den vergangenen Monaten aufgenommen oder auf der Durchreise betreut wurden. Es ist klar, dass der Papst ausdrücklich genannt hat er die, die in besonderer Weise exponiert sind, das sind die Nachbarländer: er hat Libanon und Jordanien genannt und die Länder in Europa, die die ersten Anlaufstationen sind, Griechenland und Italien.“

Was waren Ihre allgemeinen Eindrücke von dieser Rede?

„Mein Eindruck war, dass es eine sehr inhaltsreiche Rede war, wo Franziskus sich vieler Themen deutlich und akzentuiert angenommen hat. Als Zeichen dafür, dass für Papst Franziskus sich der Heilige Stuhl aktiv in die globale Agenda einbringen soll, das heißt wir werden auch im kommenden Jahr den Heiligen Stuhl als einen engagierten Partner in der internationalen Außenpolitik sehen, und ich denke, das ist zu begrüßen. Wir haben ja gesehen, dass er abgesehen von der Flüchtlingsthematik, die sehr zentral war, sich eine Reihe von anderen großen Herausforderungen geäußert hat. Bei der Klimafrage hat er ausdrücklich das Ergebnis von COP21 gelobt, die nachhaltigen Entwicklungsziele der UNO, wo er selbst dort war und eine wichtige Rede gehalten hat, das ist ja letztlich auch ein positiver Ausblick in das, was die Staaten und die Welt tun sollte, um eine allgemeine Entwicklung zu fördern. Dann hat er ausdrücklich den Waffenhandel angesprochen, kritisch, wie das der Linie des Heiligen Stuhles entspricht, und den Kampf gegen Armut und Ausgrenzung im Generellen. Das ist das Programm des Papstes in der internationalen Agenda, und ich glaube wir, die Staaten, sehen hier einmal mehr, was in nächster Zeit Punkte sind, wo wir uns als Partner einbringen können.“

Sehen Sie Papst Franziskus als besonders politischen Papst?

„Ich sehe ihn als einen Papst, der sehr stark Themen, die ihm wichtig sind, auch operativ einbringen will. Er prägt es nicht nur als Anliegen der Kirche, sondern will dafür sorgen, dass diese Themen durch den Apparat des Heiligen Stuhles, durch die Diplomatie, die Außenpolitik transportiert wird, aber auch im Dialog mit den Partnern, die Staaten, die wir alle hier vertreten sind und aufgerufen sind zu sehen, was den Papst und den Heiligen Stuhl bewegt und der Papst den Eindruck hat, dass etwas voranschreiten sollte.“
(rv 11.01.2016 gs)

von esther10 12.01.2016 00:11

Papst: „Maria ist die Mutter aller Glaubenden“


Papst Franziskus bei der Neujahrsmesse im Petersdom - AP

01/01/2016 11:39SHARE:
Dank der Menschwerdung Gottes kann die menschliche Zeit zu ihrer Fülle finden. Das betonte Papst Franziskus in seiner Predigt zum Hochfest der Gottesmutter Maria im vatikanischen Petersdom. Es war die erste Heilige Messe im neuen Jahr des Papstes, am Freitagnachmittag feiert Franziskus einen Gottesdienst bei der römischen Basilika Santa Maria Maggiore, wo er auch die dortige Heilige Pforte feierlich eröffnen wird.

Zu Beginn des neuen Jahres hob Papst Franziskus bei der Heiligen Messe zum Hochfest der Gottesmutter Maria im Petersdom die zentrale Rolle Marias für den Glauben hervor. Als „Mutter aller Glaubenden“ habe sie an die Worte des Engels geglaubt, habe den göttlichen Sohn empfangen und sei Mutter des Herrn geworden.

Papst am Silvestertag

http://de.radiovaticana.va/news/2015/12/...%80%9C_/1198095

Durch ihr „Ja“ zum Glauben sei die Fülle der Zeit erreicht. Im Tagesevangelium heiße es: Die Jungfrau „bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach“ (Lk 2,19). Sie zeige sich uns wie ein Gefäß, das stets erfüllt sei von der Erinnerung an Jesus, als Sitz der Weisheit, aus der man schöpfen muss, um seine Lehre richtig zu deuten.

Zum Jahresbeginn lasse die Kirche die Gläubigen die göttliche Mutterschaft Marias als ein Bild des Friedens betrachten. „Was weder die Vernunft der Philosophen noch die Verhandlung der Politik zu erreichen vermag, dazu kann die Kraft des Glaubens gelangen, welche die Gnade des Evangeliums Christi bringt und imstande ist, der Vernunft und den Verhandlungen immer neue Wege zu öffnen,“ so Franziskus.

Beim Apostel Paulus heiße es: „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau“ (Gal 4,4). Mit der Geburt des Gottessohnes beginne eine neue Zeitrechnung. Die Fülle der Zeit bestehe in der persönlichen Gegenwart Gottes in unserer Geschichte. Doch wie könne von einer Fülle der Zeit die Rede sein, wenn die historischen Umstände von Krisen und Kriegen geprägt seien? „Auch Israel war vom Römischen Reich erobert worden, und das erwählte Volk war seiner Freiheit beraubt. Für die Zeitgenossen Jesu war das also sicher nicht die beste Zeit.“

Diese dramatischen geschichtlichen Erfahrungen machten die Menschen auch heute noch: „Die Fülle der Zeit scheint zu zerbröckeln angesichts der zahlreichen Formen von Ungerechtigkeit und Gewalt, die täglich die Menschheit verwunden,“ so Franziskus. Manchmal fragten wir uns: „Wie ist es möglich, dass der Übergriff auf den Menschen durch den Menschen fortdauert; dass die Arroganz des Stärkeren weiter den Schwächeren demütigt und ihn in die trostlosesten Randgebiete unserer Welt verbannt? Wie kann eine Zeit, die uns Scharen von Männern, Frauen und Kindern vor Augen führt, die vor Krieg, Hunger und Verfolgung fliehen und bereit sind, ihr Leben zu riskieren, nur um ihre Grundrechte respektiert zu sehen, die Zeit der Fülle sein?“ Auch die Kinder und Jugendlichen der Pueri Cantores, die sich in diesen Tagen in Rom aufhalten und während der Heiligen Messe zum Hochfest sangen, hätten den Papst während ihrer Audienz am Silvestertag gefragt, wie ist dieses Elend möglich sei. „Auch die Kinder fragen sich das,“ so Franziskus.

Papst zum Weltfriedensta
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http://de.radiovaticana.va/news/2015/12/...BCltig!/1194437

„Und doch ist dieser Hochwasser führende Fluss machtlos gegen den Ozean der Barmherzigkeit, der unsere Welt überflutet. Wir sind alle aufgerufen, in diesen Ozean einzutauchen, uns zu neuem Leben erwecken zu lassen, um die Gleichgültigkeit zu überwinden, die die Solidarität vereitelt, und aus der falschen Neutralität herauszutreten, die das Miteinander-Teilen behindert.“ Die Gleichgültigkeit ist auch der zentrale Kritikpunkt von Franziskus in seiner Botschaft zum 49. Weltfriedenstag, der an diesem 1. Januar begangen wird. Sie trägt den Titel „Überwinde die Gleichgültigkeit und erringe den Frieden“.

Sternsinger brachten Gaben

Es gehört mittlerweile schon zur Tradition im Vatikan, dass jeweils drei Sternsinger aus dem deutschen Sprachraum bei der Neujahres-Messe teilnehmen und die Opfergaben zum Altar bringen. Stefan Waldau (10), Charlotte Schön (12) und Ulrich Bittl (12) aus Eichstätt waren im Petersdom in ihren Sternsinger-Gewändern an der Gabenprozession dabei. Die drei Sternsinger aus dem Bistum Eichstätt gehören zu den 15 kleinen und großen Königen der Dompfarrei in Eichstätt, die ebenfalls im Petersdom anwesend waren. Zum Gottesdienst wurde die Gruppe begleitet vom Präsidenten des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, Prälat Klaus Krämer. Bereits zum zwölften Mal seit 2001 erleben Sternsinger einen Neujahrsgottesdienst mit dem Papst.
(rv 1.1.2016 cz/mg)
http://de.radiovaticana.va/news/2016/01/...2%80%9C/1198250


von esther10 12.01.2016 00:07

„Deutsch-Brasilianische Achse“ gegen den Zölibat
12. Januar 2016 2


Bischof Erwin Kräutler

(Berlin/Brasilia) Von einer „deutsch-brasilianischen Achse“ zur Abschaffung des Priesterzölibats spricht der Vatikanist Sandro Magister. Ein brasilianischer Bischof und ein deutscher Theologe behaupten, daß Papst Franziskus die Absicht habe, „Ausnahmen“ vom Zölibat zu gewähren und damit die Priesterweihe für verheiratete Männer erlauben wolle. „Den Anfang mache Amazonien“.

„Ein Briefwechsel, ein Gespräch und eine bereits Gesetz gewordene Neuerung bestätigen den Willen von Papst Franziskus, die Präsenz eines verheirateten Klerus in der katholischen Kirche auszuweiten“, so Magister.

Briefwechsel zwischen Wunibald Müller und Papst Franziskus

Der Briefwechsel erfolgte auf Initiative des deutschen Theologen und Psychologen Wunibald Müller, Leiter des Recollectio-Hauses der Abtei Münsterschwarzach. Müller schrieb Papst Franziskus im Dezember 2013 einen offenen Brief. Wo er sofort Zustimmung fand, zeigte die Veröffentlichung auf katholisch.de, der Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz mit großer Aufmachung und dem Titel: „Papst Franziskus, öffnen Sie die Tür“. Gemeint war eine kirchliche Alt-68er-Forderung: die Abschaffung des Zölibats für Priester.

Wunibald Müller ist kein Unbekannter, sondern in der Kirche in Deutschland bestens verankert. Sein Recollectio-Haus für Priester in der Sinnkrise wird von acht Diözesen finanziert. Geistlicher Assistent des Hauses ist ein anderer unter den bekanntesten deutschen Katholiken, der Münsterschwarzacher Benediktiner Anselm Grün. Ob der verheiratete Wunibald Müller, ein promovierter Theologe, auch persönliches Interesse an einer „Entkoppelung von Priestertum und Zölibat“ hat, sei dahingestellt.

Nachdem Müller keine Antwort aus Rom bekam, legte er im April 2014 nach und schrieb einen zweiten Brief an Papst Franziskus. Fast 20 Monate später kam eine Antwort.

Am 25. November 2015 berichtete KNA, die Presseagentur der Deutschen Bischofskonferenz über den Briefwechsel und Zeichen der „Öffnung“ durch den Papst. Am 4. Januar veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung ein Interview mit Müller und wollte Details wissen.

Müller erklärte freimütig, es solle verheiratete Priester geben ebenso wie zölibatäre, homosexuelle Priester ebenso wie heterosexuelle.

Papst Franziskus habe ihm für seine Überlegungen gedankt, doch seien sie für die Weltkirche nicht realisierbar. „Regionale Lösungen“ könnten aber denkbar sein. Müller erwähnte den österreichischen Missionsbischof Erwin Kräutler. Diesen habe Franziskus, so Müller, bereits aufgefordert, zu prüfen, ob es in seiner Diözese geeignete „viri probati“, also verheiratete Männer gibt, die zu Priestern geweiht werden könnten. Der Papst suche nach Freiräumen, so Müller, um etwas zu ändern, das dann, einmal angestoßen, eine Eigendynamik entfalten könne.

Bischof Erwin Kräutler und der Amazonas


Bischof Erwin Kräutler
Bei näherer Betrachtung entpuppt sich die „deutsch-brasilianische Achse“ als deutsches Phänomen und zeigt, daß der Schoß noch immer fruchtbar ist, aus dem in den vergangenen 50 Jahren zahlreiche Fehlentwicklung in der Kirche gekrochen sind. Der Österreicher Erwin Kräutler gehört zu den auch in der Kirche in die Jahre gekommenen Alt-68ern. Sein 75. Lebensjahr vollendete er bereits im Juli 2014, doch zeigt Papst Franziskus keine Eile, Dom Erwin zu emeritieren. Es gibt eine Reihe von Punkten, die Franziskus den Vorarlberger offenbar sympathisch machen: sozial- und gesellschaftspolitisch links, kirchlich liberal, statt im Bischofsornat meist im T-Shirt anzutreffen und von kapitalistischen Großgrundbesitzern verfolgt, kurzum links gemocht, rechts verfolgt. Kräutler hat zudem ein besonderes Anliegen, mit dem er bei Benedikt XVI. abblitzte. Der Missionsbischof von Xingu klagt seit Jahren über den Priestermangel in seiner flächenmäßig gigantischen Amazonas-Prälatur. Die Gründe: das Land ist dünnbesiedelt, weite Strecken müssen zurückgelegt werden, und die Unzugänglichkeit der indigenen Bevölkerung für das Priestertum, besonders als zölibatäre.

Das grundsätzliche Problem liberaler Kleriker mit dem Thema Zölibat ist dabei ursächlich ein Grund für den Berufungsmangel. Kräutler selbst enthüllte sein Denken, als er von einer Audienz bei Papst Benedikt XVI. berichtete. Er habe ihm sein Anliegen vorgebracht, verheiratete Männer zu Priestern zu weihen. Benedikt habe ihm statt dessen als Antwort auf den Priestermangel das Gebet um Berufungen vorgeschlagen. „Da mache ich nicht mit“, erklärte ein verärgerter Kräutler gegenüber der Presse.

So sucht auch Kräutler nach strukturellen Lösungen. Priesterberufungen werden nicht als Gnade gesehen, sondern als Frage von Kirchengesetzen. Ändere man das Gesetz, sei auch das Problem behoben.

Der 76 Jahre alte Kräutler ist auch Sekretär der Amazonas-Kommission der Brasilianischen Bischofskonferenz. Über den brasilianischen Kardinal und Franziskus-Wähler Claudio Hummes wurde Kräutler mit dem Papst bekannt und seither mehrfach im Vatikan empfangen, zuletzt kurz vor Weihnachten. Grund der Treffen ist ein Thema: die eventuelle Zulassung verheirateter Männer zum Priestertum zur Lösung des Priestermangels in Xingu.

Kräutler-Bericht über die jüngste Audienz bei Papst Franziskus

Wie Wunibald Müller so hat auch Bischof Kräutler freien Zugang zu den offiziellen kirchlichen Medien. Radio Vatikan veröffentlichte am 22. Dezember ein Interview mit dem Österreicher.

Radio Vatikan: Sie haben dem Papst unterschiedliche Erfahrungen aus Ihrer langjährigen Tätigkeit als Bischof in Brasilien geschildert, haben mit ihm auch über Probleme und Schwierigkeiten in Lateinamerika gesprochen. Ein Punkt dabei sind die eucharistielosen Gemeinden. Was hat Ihnen der Papst gesagt?

Erwin Kräutler: „Wir sollen konkrete Vorschläge machen. Er sagt sogar, dass wir den Mut haben sollen, beinahe verwegene Vorschläge, kühne Vorschläge zu machen. Er wird das nicht im Alleingang machen, sondern wie man es auch spürt: Er hört auf die Leute. Er will, dass Konsens geschaffen wird oder dass man in irgendeiner Region Versuche startet, damit Leute tatsächlich Eucharistie feiern können. Wenn man die Enzyklika „Dies domini“ von Johannes Paul II. liest, dann sagt dieser ganz klar, es gibt keine christliche Gemeinde, es sei denn, sie versammle sich um den Altar. Um Gottes Willen: Dann müssen wir auch Wege schaffen, dass das passiert. Wie diese Wege aussehen, da gibt es in Brasilien bereits eine Kommission.“

Radio Vatikan: Zum Schluss, Herr Bischof Kräutler, was dürfen wir uns vom Pontifikat von Papst Franziskus in Zukunft erwarten?

Erwin Kräutler: „Eine Wende. Es ist schon eine Wende. Ich glaube, wir sind da schon angekommen an einem ‚Point of no return‘. Ich glaube kaum, dass ein nächster oder übernächster Papst das einfach ungeschehen machen kann, was Franziskus heute bedeutet.“
In einem Interview mit der Wochenzeitung Credere, dem offiziellen Presseorgan des Heiligen Jahres, sagte Kräutler am 12. Juli 2015: „Der Papst hat die Amazonas-Kommission bereits im vergangenen April um einen konkreten Vorschlag gebeten“.

Gründe für den Priestermangel

Magister thematisiert weder die liberalen Vorbehalte unter Bischöfen und Priestern gegen Priesterberufungen noch kulturelle Hürden der indigenen Bevölkerung, nennt aber „das schlechte Vorbild“ von Teilen des brasilianischen Klerus als möglichen Grund für den Berufungsmangel. Die unverdächtige katholische Zeitschrift Il Regno des Dehonianerordens zeichnete in einer Studie ein etwas anderes Bild, als es wahrscheinlich Bischof Kräutler den Päpsten präsentiert.

„Die Gläubigen sind auch in den Städten gezwungen, sich ohne Priester in der Kirche zu versammeln, um eine Art von Messe zu zelebrieren, wo es ausreichend Priester gibt. An Sonntagen könnten sich diese auf die verschiedenen Kirchen aufteilen, statt dessen ziehen sie es vor, untereinander zu konzelebrieren. Die Gläubigen überlassen sie entfesselten Fanatikern, falls die Zelebranten nicht selber Fanatiker sind, die manchmal willkürlich die liturgischen Texte ändern, weil sie nicht einmal imstande sind, sie zu begreifen, die den Gesang des Sanctus in einen tanzbaren Rhythmus verwandeln, die sich im Hochgebet weder an Papst noch Bischof noch die Verstorbenen erinnern. Priester, die solche Taugenichtse sind, daß sie am Montag wie die Friseure in Italien ausruhen und nicht einmal in den Kathedralen eine Heilige Messe zelebrieren, die weder die Kranken besuchen noch die Sterbesakramente spenden, ja nicht einmal die Begräbnisse zelebrieren.“
Papst Franziskus erlaubte den Ostkirchen den weltweiten Einsatz ihres verheirateten Klerus

Neben Wunibald Müllers und Bischof Erwin Kräutlers Hinweise sieht Magister ein weiteres Indiz, daß Papst Franziskus verheiratete Männer zur Priesterweihe zulassen will, so wie „viri probati“ bereits als Diakone geweiht werden. Am 14. Juni 2014 erlaubte Franziskus dem verheirateten Klerus der mit Rom verbundenen Ostkirchen weltweit tätig zu sein und nicht nur in historischen Verbreitungsgebieten. Damit tilgte er mit einem einfachen Dekret 150 Jahre strenger Verbote, die den Jurisdiktionsbereich der Ostkirchen und der lateinischen Kirche streng trennten.

Gerade in Amerika und Westeuropa hatten die Bischöfe Klage geführt, daß der durch Migrationsbewegungen eingetroffene verheiratete Ostklerus den Gläubigen „gravissimum scandalum“ war.

Papst Franziskus hob die territorialen Schranken auf und rechtfertigte seinen Schritt mit einem Verweis auf die Apostolische Konstitution Anglicanorum coetibus von Papst Benedikt XVI. von 2009, der einen ehemaligen anglikanischen, aber verheirateten Klerus in Gebieten zuließ, für die noch das Verbot für den verheirateten Ostklerus galt. Ob mit dem Verweis auf seinen Vorgänger nur möglichen Kritikern Wind aus den Segeln genommen werden sollte oder tatsächlich ein Präzedenzfall vorlag, müssen Kirchenrechtler entscheiden.

Nachkonziliarer Höhenrausch: 1971 Aufhebung des Zölibats versucht

Die Weihe von verheirateten Männern zur Priestern, natürlich „viri probati“ und nur in besonderen Fällen und aufgrund besonderer pastoraler Notwendigkeiten, wurde bereits 1971 thematisiert und zwar gleich von der Zweiten ordentlichen Bischofssynode seit der Einführung der Bischofssynode im Jahr 1965. „Der priesterliche Dienst und die Gerechtigkeit in der Welt“ lautete das Thema der Synode.

Der Forderung nach Abschaffung des Zölibats wurde jedoch von anderen Synodenvätern mit einem eigenen Antrag entgegengetreten, mit dem für den lateinischen Klerus der Zölibat ausnahmslos Gültigkeit behalten sollte. Bei der Abstimmung setzte sich die Beibehaltung des Zölibats mit 107 gegen 87 Stimmen durch.

„Seit damals sind 45 Jahre vergangen und offenbar sieht Papst Franziskus die Zeit reif, die Frage erneut zu prüfen und dem verheirateten Klerus einen Bahn zu brechen“, so Magister. Ausgangspunkt dafür scheinen einige Gegenden Lateinamerikas zu sein, in denen akuter Priestermangel herrscht. Die Devise lautet, der Zölibat sei keine Frage des Glaubens, sondern der Ordnung.
http://www.katholisches.info/2016/01/12/...n-den-zoelibat/
Text: Giuseppe Nardi
Bild: Radio Vatikan (Screenshoots)

von esther10 12.01.2016 00:00

Udo di Fabio: CSU-Kritik an der Asylpolitik und Obergrenzen-Forderung bestätigt

Veröffentlicht: 12. Januar 2016 | Autor: Felizitas Küble
Der Staat ist zum Grenzschutz verpflichtet

Ministerpräsident Horst Seehofer hat den bekannten Staatsrechtler und ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht Prof. Dr. Dr. Udo di Fabio mit der Erstellung eines Gutachtens zur Flüchtlingspolitik des Bundes beauftragt. be2004_38_551


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Das Gutachten kommt zum eindeutigen Ergebnis, dass die bayerischen Einwände hinsichtlich des massenhaften und unkontrollierten Zustroms von Flüchtlingen absolut berechtigt sind.
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CSU-Chef Seehofer hat eine Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen pro Jahr für Deutschland gefordert. Das sei eine Orientierungsgröße, die ein Land hinsichtlich der Integrationsleistung verkraften könne. Seehofers Forderung wird durch das Di-Fabio-Gutachten bestärkt:
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Das Grundgesetz garantiere jedem Menschen in Deutschland eine menschenwürdige Behandlung. „Das Grundgesetz garantiert jedoch nicht den Schutz aller Menschen weltweit durch faktische oder rechtliche Einreiseerlaubnis. Eine solche unbegrenzte Rechtspflicht besteht weder europarechtlich noch völkerrechtlich.“
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Das Rechtsgutachten bestätigt damit, dass es sehr wohl eine Obergrenze des Asylrechts gibt. „Eine völkerrechtliche Verpflichtung zur unbegrenzten Aufnahme von Opfern eines Bürgerkrieges oder bei Staatszerfall besteht nicht“, so das Gutachten weiter.
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Das Gutachten erklärt auch: „Der Bund ist verpflichtet, wirksame Kontrollen der Bundesgrenzen wieder aufzunehmen, wenn das gemeinsame europäische Grenzsicherungs–und Einwanderungssystem vorübergehend oder dauerhaft gestört ist.“

.https://charismatismus.wordpress.com/201...ung-bestaetigt/

Für Seehofer ist es völlig unverständlich, warum der Bund das Angebot der Staatsregierung zur Unterstützung bei der Grenzsicherung nicht annimmt. „Die Sicherheit beginnt an der Grenze. Nach dem Grundgesetz lässt sich die Sicherung unserer Grenzen problemlos auf andere übertragen. Deshalb haben wir mehrfach angeboten, dass bayerische Polizisten Grenzübergänge kontrollieren könnten, die n och nicht gesichert sind”, betont der bayerische Ministerpräsident.
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Quelle: http://www.csu.de/common/csu/content/csu...htenDiFabio.pdf

von esther10 11.01.2016 00:57




Sonntag, 10. Januar 2016
Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit: offene Pforten- leere Beichtstühle
Sandro Magister ist häufiger Adressat von interessanten Briefen - oft von Priestern - zur Lage in der Kirche, den Vorgängen im Vatican und mit Kommentaren zu theologischen Aussagen des Papstes oder von Kardinälen, die er dann auf seinem blog www.chiesa im L´Espresso veröffentlicht. Auch heute.
Hier geht´s zum Original: klicken
http://chiesa.espresso.repubblica.it/articolo/1351203?eng=y


"JUBIÄUMSJAHR DER BARMHERZIGKEIT, ABER MIT LEEREN BEICHTSÜHLEN"
"Schockierender Brief eines Priesters in der Seelsorge. Immer weniger Beichtende, immer weniger Bereuende. Der kontraproduktive Effekt einer zu weit aufgerissenen Tür.



Eine Meldung, die es am Ende des Jahres in die Nachrichten schafften, waren die von der Präfektur des Päpstlichen Hauses zur Verfügung gestellten Daten der Teilnehmerzahlen an den öffentlichen Audienzen von Papst Franziskus, mit einer annähernden Halbierung der Zahl im Vergleich zumVorjahr,

An den mittwöchlichen Generalaudienzen gab es ein Absinken der Besucherzahlen von 1,1 Millionen 2014 auf 704.100 in 2015. Während sie beim Angelus von 3,04 Millionen auf 1,585 Millionen abfiel.

Das ändert nichts an der Tatsache, daß der Papst überwältigend populär bleibt. Seine Popularitätswerte aber reichen nicht aus, um den Level der effektiven religiösen Praxis zu bestimmen, die mit ihr korrespondiert.

Andere Feststellungen haben diesbezüglich einen viel höheren Aussagewert, z.B.: die offiziellen Zahlen, die ISTAT jedes Jahr in Italien auf der Basis täglich erhobener Daten einer repräsentativen Auswahl von Bürgern (fast 24.000 Familien, mit mehr als 58.000 Personen, die in 850 großen und kleinen Städten leben) veröffentlicht.

Im jüngsten veröffentlichten Jahresbericht ist der Prozentsatz von Personen, die älter sind als 6 Jahre, die mindestens einmal pro Woche eine Kirche aufsuchen, mit 28,8% angegeben.

Die Tatsache daß mehr als ein Viertel der Italiener mindestens einmal pro Woche in die Kirche geht, kann sowohl in sich selbst als auch im Vergleich zu anderen Ländern als wichtig angesehen werden. Aber wenn man diese Zahl mit den Resultaten der vorherigen Jahre vergleicht, kann man auch hier ein Absinken feststellen.

Während der 7 Jahre des Pontifikates von Benedikt XVI lag dieser Indikator regelmäßig und anhaltend über 30% , durchschnittlich bei 32-33%. Defintiv höher als 2014, dem ersten vollen Jahr des Franziskus-Pontifikates, dem Jahr in dem seine Popularität ihren Höhepunkt erreichte.

Der folgende Brief berücksichtigt diesen statistischen Indikator. Aber er bewertet den wahren Franziskus-Effekt auf das religiöse Leben durch den näheren und direkteren Blick des Seelenhirten im Beichtstuhl.
Der Autor schreibt, daß er während dieses Pontifikates nicht nur eine weitere Abnahme der Praxis der sakramentalen Buße erlebte, sondern auch eine Abnahme in der Qualität der Beichten selbst.
Eine Abnahme, die mit der Nutzung bestimmter Bemerkungen von Jorge Mario Bergolgio selbst verbunden sind, die in den Medien einen enormen Erfolg hatten.

Der Autor des Briefes ist ein Kirchenmann von höchstem Spezialisierungsgrad und mit bedeutenden Lehraufträgen in Italien und im Ausland, der aber auch einen Großteil seiner Zeit und Energie der pastoralen Sorge widmet.
Seine Bewertung spiegelt die wachsende Zahl von Hirten wider, die - privat - nicht zögern, ihren Bischöfen ähnliche Sorgen anzuvertrauen.

www. chiesa garantiert dem Autor des Briefes ebenfalls Vertraulichkeit, weil der andernfalls zu sehr der vorhersehbaren Vergeltung des neuen "klerikalen Establishments"- wie er es nennt- ausgesetzt wäre, dessen konformistisches Katzbuckeln gegenüber diesem Pontifikat einer seiner verheerendsten Fehler ist.

Eine Vertraulichkeit, die "parrhesia" oder Freiheit der Rede erlaubt, zu der so großartig von Papst Franziskus selbst ermutigt wurde, der sogar während der Synode wollte, daß die Aufmerksamkeit auf das gelegt werden sollte, was gesagt wird und nicht wer es sagt."




"WER BIST DU ÜBER MICH ZU URTEILEN? DIE BEICHTE EINES BEICHTVATERS"

"Lieber Magister,
es ist nicht wenig geschrieben worden über den Effekt des Pontifikates von Papst Franziskus - sowohl innerhalb der Kirche - "ad intra" als auch außerhalb "ad extra Ecclesiae", wenn es um die Erneuerung des spirituellen Lebens der Gläubigen geht und ihre gemeinsame Teilnahme am Leben der Kirche, und auf die erhoffte Rückkehr zu einer evangelikalen und sakramentalen Praxis derer, die sich in den letzten Jahrhzehnten entfernt hatten.

Und es wurde aus verschiedenen Perspektiven geschrieben: Theologie, Anthropologie, Geschichte, Soziologie, Kultur, Kommunikation und Politik. Ich glaube nicht, daß es nötig ist, dem irgendetwas hinzuzufügen, u.a. weil viele dieser Fakten und Überlegungen erst durch ruhige und kritische Reflektion verdaut werden müssen.

Nichtsdestotrotz bleibt diese Identifizierierung einer robusten Spiritualität und eines pastoralen Indikators offen und teilweise ungenau, mit dem man den Effekt des Personenwechsels, der Änderung der Disziplin oder der Lehre auf die Seelen und das Volk Gottes messen kann. Ich bin mir dessen bewußt.

Die Seelen und das Volk Gottes sind zwei theologische und kirchliche Kategorien, die heute abgewertet sind, teilweise in den Statements des aktuellen Pontifex´ und seines neuen Establishments.
Aber mangels Beweisen für das Gegenteil sind sie immer noch Teil des Katholischen Glaubens - wie das II. Vaticanische Konzil selbst bestätigte.
Und ihre Vernachlässigung bringt eine Gefahr mit sich, die alles andere als vorübergehend ist: das "salus animarum" und das "bonum Dei populi" gegen den "popularis consensus" einzutauschen. ich übersetze: "das Heil der Seelen für die Wünsche einiger und das Wohl des Gottesvolkes gegen Popularität."

Ich überlasse den Begeisterten der Religionssoziologie, der öffentlichen Kommunikation des Glaubens und der Kirchenpolitik jede Beurteilung der Teilnehmerzahl der Gläubigen und Nichtgläubigen an öffentlichen Events, bei denen der Hl. Vater anwesend ist (General-Audienz, Angelus, liturgische Feiern), deren offizielle Statistik von der Präfektur des Päpstlichen Hauses zur Verfügung gestellt wurden und die eine markante Abnahme vom ersten zum dritten Jahr des Pontifikates von Papst Franziskus zeigen - und zu der möglichen Bedeutung, die diese Zahlen für die Umkehr zum Evangelium und die Befolgung der päpstlichen Botschaft Urbi et Orbi für einen neuen Frühling in der Kirche - charakterisiert durch die aufgerissenen Türen mit Zugang für alle - bedeuten (wenn ich richtig erinnere - spricht das Lukas-Evangelium dagegen von einer engen Tür, durch die einzutreten man sich mühen muß, sich anstrengen und von den "vielen, die versuchen einzutreten, aber es nicht können.")

Ich möchte lieber von der Erfahrung berichten, den Fakten, wie sie sich darbieten in der täglichen pastoralen Arbeit in der Peripherie, "contra factum non valet illatio" - eines Priesters der seine restliche Zeit und Energie - nachdem er zuerst den Auftrag erfüllte, den ihm sein Bischof erteilte,- das Werk der sakramentalen Versöhnung widmet, überzeugt, daß die Barmherzigkeit Gottes alles übersteigt - auf ordentliche und immer zugängliche Weise in der Diskretion des Dämmerlichts und des engen Fensters des Beichtstuhles und nicht indem man ins helle Licht der Basilika eintritt und vor den Augen aller durch die große Pforte des Hl. Jahres eintritt. (deren Verdienst ein anderes ist: daß Gott zeitliche Strafen erläßt, für die Schuld von Sünden, für die bereits die Absolution in der sakramentalen Beichte erteilt wurde, (die der erste und fundamentale Weg der Barmherzigkeit Gottes gegenüber uns Sündern bleibt - nach der Taufe.)

Die Fakten sind diese: seit der Eröffnung des von Papst Franziskus gewollten Hl. Jahres und anläßlich der Weihnachtsfeierlichkeiten 2015 - sowie aber auch seit Jorge Mario Begoglio auf dem Thron Petri sitzt, ist die Zahl der Gläubigen, die den Beichtstuhl aufsuchen, nicht angestiegen, weder in normalen noch in Festzeiten. Der Trend zu einer fortschreitenden raschen Abnahme der Frequenz der sakramentalenVersöhnung, die die letzten Jahrzehnte kennzeichnete, ist nicht gestoppt worden. Im Gegenteil: der Beichtstuhl meiner Kirche ist weitgehend verlassen.

Ich habe bei dieser bitteren Erkenntnis Trost darin gesucht, daß die Basiliken, die in Rom und in anderen Städten mit dem Hl. Jahr verbunden sind, oder die Schreine und Klöster, in der Lage wären, größere Zahlen von Bereuenden anzuziehen. Aber ein telephonischer Rundruf bei einigen Mitpriestern, die regelmäßig an diesen Orten die Beichte hören (ich habe die Gelegenheit für die jährlichen Weihnachtswünsche genutzt) hat meine Beobachtung bestätigt, die Reihen der Beichtwilligen sind alles andere als lang, überall, sogar noch kürzer als bei den Feierlichkeiten der vergangenen Jahre.

Und es gibt immer weniger erinnerungswürdige Konversionen von seit vielen Jahren verlorenen Schafen, die in den Pferch des Guten Hirten zurückkehren - durch "nutzlosen Diener" seiner Barmherzigkeit, die wir Priester sind. Wenn es passiert - sehr selten - gibt es nicht mehr ausdrückliche oder nichtausdrückliche Erwähnung der Person oder der Worte des aktuellen Papstes wie zu Zeiten seiner Vorgänger (wieviele junge Leute kamen von den WJT zurück und setzten ihren Entschluss zum häufigen Beichten in die Tat um! )

Weil ich den Zahlen mißtraute, weil sogar die Rettung einer einzigen Seele in den Augen Gottes unendlichen Wert hat, habe ich die "Qualität" der Beichten überprüft, die ich gehört habe und - natürlich unter Wahrung des Beichtgeheimnisses- bei meinen Beichtvaterkollegen nach Neuigkeiten dazu gefragt.
Das Bild, das sich da bietet, ist sicher kein glückliches, weder was das Bewußtsein für die Sünde angeht noch das Wissen über die Vorbedingungen um Gottes Vergeben zu erlangen. (Auch in diesem Fall wird das Wort "Vergebung" zugunsten von "Barmherzigkeit" aufgegeben und läuft Gefahr bald eingemottet zu werden, aber zu welchen theologischen, spirituellen und pastoralen Kosten?)


Zwei Beispiele mögen für alle stehen:
Ein Mann mittleren Alters, den ich diskret und zartfühlend fragte, ob er die wiederholten Serien von Sünden gegen das 7. Gebot "du sollst nicht stehlen" bereut habe, derer er sich selbst mit einer gewissen Frivolität angeklagt hatte und über deren Umstände er fast Witze machte und sie sicher nicht herunterspielte, antwortete mir mit den Worten von Papst Franziskus: "Barmherzigkeit hat keine Grenzen"- und zeigte sich überrascht, daß ich ihn an die Notwenigkeit der Reue und den Beschluss, nicht wieder rückfällig zu werden, erinnerte.
"Was ich getan habe, hab ich getan. Was ich tun werde, entscheide ich, wenn ich hinausgehe. Was ich darüber denke, was ich getan habe, ist eine Frage zwischen mir und Gott. Ich bin nur hier, um das zu bekommen, was jeder mindestens zu Weihnachten verdient, die Gelegenheit um Mitternacht die Kommunion zu empfangen. Und er endete mit einer Paraphrase des mittlerweile erzberühmten Satzes von Papst Franziskus: "Wer bist du, daß du über mich urteilst?"

Eine junge Dame, der ich vorgeschlagen hatte als Akt der Buße, verbunden mit der sakramentalen Absolution einer schweren Sünde gegen das 5. Gebot "Töte nicht"- sie solle vor dem auf dem Altar der Kirche ausgesetzten Allerheiligsten Sakrament niederknien und beten und nach ihrem Dafürhalten ein Werk materieller Barmherzigkeit an einem Armen tun- antwortete mir mit Ärger, daß "niemand irgendetwas im Gegenzug zu Gottes Barmherzigkeit verlangen dürfe, weil die umsonst gegeben werde. Und daß sie weder die Zeit habe, in eine Kirche zu gehen und zu beten (sie müsse noch herumrennen und in der Stadt Weihnachtseinkäufe machen) noch Geld, das sie den Armen geben könne (die es sowieso nicht so brauchten, weil sie mehr haben als wir)."

Es ist klar erkennbar, daß eine bestimmte Botschaft, die sie letztlich vom Papst bekommen haben, die die Gläubigen erreicht, sehr leicht mißverstanden, falsch angewendet werden kann und deshalb keine Hilfe bei der Reifung eines sicheren und aufrechten Gewissens bei den Gläubigen ist, was ihre Sünden und die Bedingungen ihres Erlassens im Sakrament der Versöhnung betrifft.
Mit allem gebotenen Respekt vor Msgr. Dario Viganó, Präfekt des Sekretariates für die Kommunikation des Hl. Stuhls : der Zickzack-Kurs der Konzepte - ohne jegliche Pause, um sie zu erklären - die er als eine "Perle der Kommunikation" des Franziskus-Stils betrachtet, der ihn für den modernen Zuhörer so unwiderstehlich mache - verursacht doch einige spirituelle und pastorale Schwierigkeiten, weit von Trivialität entfernt, weil es um die Gnade und die Sakramente, den Schatz der Kirche geht.

Ich werde hier aufhören, um Ihre Geduld nicht überzustrapazieren. Ich schlage nicht vor, die Zahl und die Qualität der Beichten zum Thermometer des kirchlichen Glaubens zu machen oder allgemeiner den Rückgriff auf die Sakramente - oder nicht - als ausschließlichen Parameter für die Bewertung eines Pontifikates oder des Gesundheitszustandes der Kirche.
Das wäre nicht fair und würde die anderen Dimensionen des Lebens aus dem Blick verlieren - das Evangelium und die kirchliche Mission.
Aber wir sollten auch nicht vernachlässigen, einige beunruhigende Signale in unsere Erwägungen einzubeziehen, die sowohl aus den Kirchen der Peripherie als auch des Zentrums kommen.

Jene Bischöfe hatten nicht ganz Unrecht, die zumindet bis zum II. Vaticanischen Konzil und in vielen Fällen sogar noch danach, während pastoraler Besuche in ihrer Diözese, die Priester vor allem danach fragten, wie viele Beichten sie gehört und wie oft sie die Kommunionen im Jahr gespendet haben und das mit der Zahl der Getauften in ihrer Diözese verglichen.

Noch hatten die Päpste Unrecht, die in der Vergangenheit die Bischöfe bei ihren ad-limina-apostolorum-Besuchen die Gesamtzahl der in ihrer Diözese ausgeteilten Kommunion angeben ließen.

Sie waren Bischöfe und Päpste, die daraus nützliche Schlüsse über den Stand der Seelsorge zogen und der Heiligkeit des Gottesvolkes - einfach durch die Seelenmedizin und die heiligende Gnade.

Sie hatten sicher nicht den Beifall des gesamten Apparates der Institutionen, Kommunikation, Technologie und Organisation, der durch die Religionssoziologie zur Verfügung gestellt wird und von den Print-und elektronischen Medien- aber sie hatten die demütige Gewißheit, daß man die Seelen weder durch das Hätscheln kultureller und anthropologischer Moden der Zeit retten kann, noch indem man den individuellen und sozialen (Vorurteilen) Gefühlen folgt, sondern daß das innerhalb und außerhalb der Kirche erfordert, das Gottesvolk auf dem Weg der Heiligung zu stärken.
http://beiboot-petri.blogspot.de/2016/01...eit-offene.html
Danke für Ihre Aufmerksamkeit und viele herzlichen Grüße-"ad maiorem Dei gloriam"
Unterschrift....."

Quelle: www.chiesa, Sadnro Magister

von esther10 11.01.2016 00:56

Montag, 11. Januar 2016
Peter Tauber wirbt für Schwarz-Grün im Bund
http://www.mz-web.de/politik/bundestagsw...2,33487074.html


„Tauber, Peter-8785“ von Foto-AG Gymnasium Melle - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons
Obwohl die nächste Bundestagswahl erst im September 2017 stattfindet, wirbt der Generalsekretär der CDU, Dr. Peter Tauber, erneut für eine Koalition mit den Grünen auf Bundesebene. Möglicherweise hat er solche Bündnisse auch auf Landesebene nach den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg am 13. März dieses Jahres im Blick.

Angesichts dessen, was im Forderungskatalog von Bündnis90/Grüne steht, ist jedoch Taubers schwarz-grüne Vision haarsträubend.


MdB Hans-Christian Ströbele will Inzestverbot aufheben WEITER
http://www.welt.de/politik/deutschland/a...alisierung.html


Grüne Jugend will Ehe abschaffen WEITER
https://gruene-jugend.de/ja-wir-wollen-die-ehe-abschaffen/


Grüne Jugend will Mehr-Eltern-Adoption WEITER
https://gruene-jugend.de/gleiche-rechte-...handlungssache/


Bündnis/Grüne will Ehegesetz für homosexuelle Paare öffnen WEITER
https://www.gruene.de/presse/oeffnung-de...iche-paare.html


Grüne Jugend will Drogen liberalisieren WEITER
http://kultur-und-medien-online.blogspot...jugend-die.html


Bündnis90/Grüne will Nahrungsvorschriften einführen WEITER
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wi...n-12397473.html


Grüne Jugend will die Zweigeschlechtlichkeit überwinden WEITER
https://gruene-jugend.de/uberwindung-der...schlechtigkeit/


Eigenen Pädophlilie-Skandal vertuschen WEITER
http://www.zeit.de/2013/31/gruene-kindes...uch-paedophilie


Hetze gegen Katholische Kirche WEITER
http://www.sueddeutsche.de/politik/gruen...ediger-1.352849

MdB Volker Beck: Papst unternimmt einen "Angriff auf die Menschenrechte" WEITER


Ehegattensplitting abschaffen WEITER (Punkt 1)
https://www.gruene.de/partei/bdk-in-berl...rsmproposal_pi1[proposal]=1931&tx_rsmproposal_pi1[action]=show&tx_rsmproposal_pi1[controller]=Proposal&cHash=3aa76f146471156f5024e9d3451f6b2a

Abtreibung völlig liberalisieren und entkriminalisieren WEITER (Punkt 4)
https://www.gruene.de/partei/bdk-in-berl...rsmproposal_pi1[proposal]=1931&tx_rsmproposal_pi1[action]=show&tx_rsmproposal_pi1[controller]=Proposal&cHash=3aa76f146471156f5024e9d3451f6b2a


Entsprechend der "Gender Mainstreaming"-Ideologie Kinder indoktrinieren WEITER (Punkt 2)
https://www.gruene.de/partei/bdk-in-berl...rsmproposal_pi1[proposal]=1931&tx_rsmproposal_pi1[action]=show&tx_rsmproposal_pi1[controller]=Proposal&cHash=3aa76f146471156f5024e9d3451f6b2a


Fahrverbot am Sonntag WEITER
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/autof...te-a-76394.html

Trotz dieses Wahnsinns mehren sich die Stellungnahmen von C-Politikern, die für eine schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene werben.

In den letzten Monaten sind die völlig konträren Positionen bei der Asylpolitik bzw. Bewältigung der Flüchtlingskrise hinzugekommen.

Eine Koalition der Christdemokraten mit den Grünen würde zwangsläufig die traditionelle Familie noch mehr schwächen und die Einführung der Gender-Indoktrination in den Schulen fördern.

Deshalb:

Keine Koalition mit den Grünen auf Kosten der Ehe, der Familie und der christlichen Werte und Prinzipien in der Politik! Denn ein christliches Deutschland braucht eine christliche Politik. Ansonsten hat Deutschland keine Zukunft und die CDU noch viel weniger.
http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de...s+von+Gersdorff)
Eingestellt von Mathias von Gersdorff um 12:10


von esther10 11.01.2016 00:55

"Wir müssen das Fundament neu bauen"

Bischof Krautwaschl zur Zukunft der Berufungspastoral

Berufungspastoral hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Menschen wollen bei der Suche nach ihrer Lebensberufung begleitet werden. Erst dann wird Berufung "im engeren Sinne" möglich. Diese Entwicklung macht auch vor dem Canisiuswerk nicht Halt.


Bischof Wilhelm Krautwaschl, Graz-SeckauHerr Bischof, Sie sind seit Jahren intensiv mit dem Thema Berufungspastoral befasst. Wie hat sich diese verändert?

Früher war die Aufgabe relativ klar: Berufungen fördern bedeutete, der Entscheidung zu geistlichen Berufen den Weg bahnen. Das funktioniert heute nicht mehr ohne weiteres, da es keine selbstverständlich christlich geprägte Kultur mehr gibt. Die Individualisierung und Pluralisierung macht auch vor der Religion nicht Halt – wir können nichts mehr voraussetzen an religiöser, geschweige denn kirchlicher Sozialisierung. Das heißt für die Berufungspastoral, dass wir überhaupt erst jenes Fundament neu bauen bzw. schaffen müssen, auf dem dann eine Entscheidung für eine bestimmte Berufung aufbauen kann.

Das heißt, Berufungspastoral muss heute lebensweltlich und breit ansetzen?

Ja, wenn wir mit den Menschen heute leben wollen. Das erste Ziel ist es, mit Personen ins Gespräch zu kommen und überhaupt erst die Frage zu artikulieren, was denn die je eigene Berufung ganz allgemein im Leben ist. Diesen breiten Ansatz haben wir übrigens auch im Leitbildprozess des Canisiuswerkes verfolgt, der 2012 endete. Unser Vorschlag sah u.a. vor, die Berufungspastoral in den Diözesen zu stärken, denn dort muss eben dieser Dialog mit den Menschen auf Augenhöhe forciert werden.

Derzeit läuft ein von der Bischofskonferenz begleiteter Prozess der Neuaufstellung des Canisiuswerkes, an der auch Sie aktiv beteiligt sind. Sollen dabei die Vorschläge aus dem neuen, aber noch nicht offiziell beschlossenen Leitbild aufgegriffen werden?

Für mich ist in diesem Prozess das Leitbild und damit ein breiter Ansatz der Berufungspastoral wegweisend. Es geht genau darum: Zu diskutieren, welche Akzente es auf nationaler Ebene braucht und welche Dinge besser in den Diözesen organisiert werden. Aber das bedeutet zugleich auch, dass wir uns in der Bischofskonferenz intensiver damit befassen müssen, was wir jeweils unter Berufungspastoral verstehen.

Das heißt, die Neuausrichtung des Canisiuswerkes muss als Teil eines größeren Diskussionsprozesses über die Zukunft wesentlicher Aspekte moderner Pastoral überhaupt gesehen werden?

So könnte man das sagen, ja. Als Christ wird man nicht geboren, Christsein bedeutet eine bewusste Entscheidung. Und der Weg dazu soll gut und einfühlsam bereitet werden. Das gilt für die Tätigkeit des Canisiuswerkes, aber letztlich genauso für die Seelsorge in jeder Pfarre. In ganz Österreich sind in Pfarren und Diözesen Prozesse der Neuausrichtung und der Neubestimmung der eigenen „Mission“ im Gang.

Inwiefern haben auch finanzielle Fragen etwas mit der laufenden Neuausrichtung zu tun?

Gute Pastoral kostet Geld. Genauso auch eine gute, ertragreiche Berufungspastoral. Mit dem nun begonnenen Prozess sollen die damit verbundenen Fragestellungen auf den Tisch kommen. Es braucht zweifellos weiterhin das Canisiuswerk, es braucht auch weiterhin das „miteinander“, um die Notwendigkeit zeitgemäßer Berufungspastoral medial zu transportieren. Die Spenden sollen auch weiterhin dort ankommen, wo sie benötigt werden: In Maßnahmen zur Förderung der Berufungen im breiten wie im engeren Sinne. Stipendien für Priesterseminaristen gab es immer und wird es auch künftig weiterhin geben –vielleicht sogar dringender denn je angesichts der hohen Zahl an Spätberufenen, die aus einem vorherigen Berufsleben aussteigen. Aber nochmal: Das Finanzielle steht nicht im Vordergrund. Unser Ziel ist es, die Berufungspastoral fit zu machen für die Anforderungen des 21. Jahrhunderts.

Das Interview führte Henning Klingen


Das Gespräch erscheint im nächsten "miteinander", Ausgabe 1-2/2016.

von esther10 11.01.2016 00:54

Montag, 11. Januar 2016
Feministische Kampagne #ausnahmslos ignoriert Prostitution und Pornografie

Die heute ins Leben gerufene Twitter-Kampagne mit dem Hashtag #ausnahmslos ignoriert eine der wichtigsten Ursache von (sexueller) Gewalt gegen Frauen: Prostitution und Pornografie.

Wer ausnahmslos sexuelle Gewalt bekämpfen will, und zwar weltweit, muss mit der Bekämpfung von Prostitution anfangen, denn der größte Teil der Frauen, die in die Prostitution fallen, erleiden Gewalt.

Außerdem treibt Prostitution eine weltweite Industrie des Menschenhandels voran. Im Grunde leben viele Prostituierte in einem Zustand der (Halb-)Sklaverei.

Prostitution und Pornografie sind zwei „Industrien“, die sich gegenseitig alimentieren, denn viele Prostituierte sind auch Darstellerinnen in der Pornoindustrie. Irgendwann werden viele Darstellerinnen zu Prostituierten, besonders wenn sie für Filmaufnahmen zu alt werden.

Vor allem in Deutschland ist es notwendig, auf den hier geschilderten Sachverhalt hinzuweisen, denn das irrsinnige Prostitutionsgesetz der Schröder-/Fischer-Bundesregierung hat Prostitution und Menschenhandel rasant anwachsen lassen.

Zur Erinnerung: Ende 2001 hat die damals regierende rot-grüne Koalition das Prostitutionsgesetz (Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten – ProstG) verabschiedet, das am 1. Januar 2002 rechtswirksam wurde. Im Wesentlichen wurde damit die Prostitution zum normalen Beruf erklärt. Davor war diese Tätigkeit nicht illegal, galt aber als sittenwidrig, wurde also toleriert. Die rot-grüne Regierung argumentierte, sie wolle den Prostituierten mehr Sozial- und Rechtssicherheit geben. In Wahrheit gehörte diese Initiative zu deren gesellschaftspolitischen Vorhaben, wie auch die Einführung der „eingetragenen Lebenspartnerschaft“, die (regulierte) Abgabe von schweren Drogen usw. Medial wurde damals das Gesetz insbesondere durch die Talkshows von Arabella Kiesbauer, Hans Meiser, Vera am Mittag, Sonja und anderer vorbereitet. Dort traten laufend Prostituierte auf und berichteten im Detail von ihrem Broterwerb.

Das Gesetz war aus sozialpolitischer Perspektive ein Flop, denn wenige haben ihre Tätigkeit überhaupt als Gewerbe eintragen lassen. Im Jahr 2007 hatte nicht einmal ein Prozent aller Betreffenden einen Arbeitsvertrag. Eine Krankenversicherung hatten die wenigsten. Trotzdem wurde durch dieses Gesetz Werbung für Prostitution möglich. Davor war sie aufgrund der Sittenwidrigkeit verboten. (Hier gibt es allerdings unterschiedliche Meinungen, doch die wichtigsten Gerichtsurteile begünstigen die Werbefreiheit). Einzige Beschränkung dieser Werbung ist heute der Jugendschutz.

Das Gesetz passierte aufgrund der Mehrheitsverhältnisse leicht die Abstimmungen im Bundestag und erzeugte auch sonst relativ wenig Polemik. Heute sähe das anders aus: Aufgrund des rasant steigenden Menschenhandels – auch in Industriestaaten, inklusive Deutschland – sind Gesetze wie das deutsche Prostitutionsgesetz inzwischen mächtig in die Kritik geraten. Laut Schätzungen der OSZE bringen Menschenhändler jedes Jahr zwischen 120.000 und 500.000 Frauen von Mittel- und Osteuropa nach Westeuropa und zwingen sie oft zur Prostitution (Die Welt vom 5. April 2013). Menschenhandel geht meist mit Zwangsprostitution, Kinderprostitution und Kinderpornografie einher.

Nach zehn Jahren der Einführung des Prostitutionsgesetzes weiß man: Die Anerkennung und die Legalisierung der Prostitution als Beruf erleichtert den Menschenhandel. Eine Studie, die von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben wurde, hat gezeigt, dass Deutschland eine Drehscheibe moderner Sklaverei ist. Demnach stieg der Menschenhandel allein zwischen 2008 und 2010 um 18 Prozent. Der Leiter der Abteilung Organisierte Kriminalität im Landeskriminalamt Niedersachsen, Christian Zahel, geht davon aus, dass neun von zehn Betroffenen zur Prostitution gezwungen werden.

Das rot-grüne Gesetz wirkte sich aus verschiedenen Gründen fatal aus. Zum einen ermöglichte das Gesetz die Einrichtung von Bordellen und damit eine Struktur, in welchem illegale Aktivitäten hinter einer legalen Fassade organisiert werden können.

Aber das ist nicht alles. Der Kriminalexperte Manfred Paulus, der sich mit seinen Büchern über die organisierte Pädophilie einen Namen machte (z. B. „Grünkram“, 1998), erklärte Anfang des Jahres 2013 gegenüber dem Deutschlandfunk, dass das Prostitutionsgesetz die Polizeikontrollen erheblich erschwert habe: „Ich habe dieses Gesetz schon als Zuhälterschutzgesetz bezeichnet, weil ich gewaltige Nachteile einfach sehe. Da wurde im Zusammenhang mit dieser Gesetzgebung zum Beispiel die Förderung der Prostitution aufgehoben, der Tatbestand, das war immer ein Ermittlungstatbestand, der uns die Türen geöffnet hat.
Eingestellt von Mathias von Gersdorff um 15:39
http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de...s+von+Gersdorff)

von esther10 11.01.2016 00:53

Wer sind die nächsten Kardinäle? Gerüchte über neues Konsistorium


Kardinäle und Bischöfe bei der Messe zur Eröffnung der Familiensynode 2015
Foto: CNA/Martha Calderon
Von Marco Mancini

https://vine.co/u/1257605342465265664

VATIKANSTADT , 05 January, 2016 / 4:45 PM (CNA Deutsch).-
Bei Papst Franziskus ist es selbst für erfahrene Vatikanisten schwierig, Vorhersagen zu machen. Vielleicht sogar unmöglich. Aber – wie jedes Jahr um diese Zeit – wird zunehmend über ein Konsistorium zur Kreierung neuer Kardinäle gesprochen. Aktuell besteht das Kardinalskollegium aus 216 Kardinälen: 117 Wahlberechtigte, also unter 80 Jahre alt, sowie 99 über 80-Jährige und somit von einem zukünftigen Konzil ausgeschlossen.

Papst Franziskus hat seine beiden Konsistorien immer im Februar abgehalten und sie in der ersten Januarwoche angekündigt. Auch diesmal könnte er es so machen.

Ein Datum für die Ankündigung vorherzusehen ist unmöglich, ebenso wie die Anzahl und die Namen der zukünftigen Kardinäle, auch weil uns der Papst an große Überraschungen gewöhnt hat, was die Verleihung der roten Birette angeht. Man kann jedoch darüber nachdenken.

Ende 2016 werden es 10 Kardinäle sein, die 80 geworden sind und somit das Wahlrecht und das Recht auf Teilnahme an einem Konzil verlieren: Karl Lehmann, Bischof von Mainz; Roger Mahony, emeritierter Erzbischof von Los Angeles; Ivan Dias, emeritierter Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker; William Levada, emeritierter Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre; Anthony Okogie, emeritierter Erzbischof von Lagos; Antonio Maria Rouco Varela, emeritierter Erzbischof von Madrid; Jaime Ortega, Erzbischof von San Cristobal de La Habana; Nicolas Lopez Rodriguez, Erzbischof von Santo Domingo; Ennio Antonelli, emeritierter Präsident der Päpstlichen Rates für die Familie; Theodore Sarr, Erzbischof von Dakar.

Um 2016 abzudecken und die von Paul VI. auf 120 festgelegte Mindestanzahl an wahlberechtigten Kardinälen aufrechtzuerhalten, könnte Papst Franziskus im ersten Konsistorium also mindestens 13 purpurne Gewänder vergeben.

Unter den Namen, die im Hinblick auf das nächste Konsistorium genannt werden, ist der Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, ebenso wie der Substitut des Vatikanischen Staatssekretariates Angelo Becciu, der Organisator der Jubiläums Rino Fisichella und die neuen Erzbischöfe von Bologna und Palermo Matteo Maria Zuppi und Corrado Lorefice. Beide haben aber Vorgänger, die Kardinäle sind: Carlo Caffarra, Salvatore De Giorgi und Paolo Romeo - zwei davon (Caffarra und Romeo) noch wahlberechtigt.

Der Papst könnte wieder verblüffen und erneut historisch mit Kardinälen versehene Diözesen wie Venedig und Turin außen vor lassen, um hingegen eine am Rande auszuzeichnen, vielleicht im Süden. Nachdem er die Erzbischöfe von Perugia-Città della Pieve, Ancona-Osimo und Agrigento zur Kardinalswürde erhoben hat, ist nicht auszuschließen, dass der Papst zum Beispiel den Erzbischof von Taranto oder jenen von Campobasso-Boiano auswählt.

In Europa könnte das Purpurrot ausser nach Berlin an Bischofssitze wie Madrid oder Brüssel gehen, während sich in den Vereinigten Staaten Los Angeles oder Philadelphia durchsetzen könnten. In Asien wartet vor allem Japan schon lange auf die Eingliederung einer seiner Bischöfe ins Kardinalskollegium. Die größte Überraschung könnte aus Afrika kommen. Der Papst könnte dem Erzbischof von Bangui,


Dieudonnè Nzapalainga, der seit jeher ein Herold des Friedens in der Zentralafrikanischen Republik ist, ein rotes Birett aufs Haupt setzen.

Was das Datum des Konsistoriums angeht, ist es ebenfalls praktisch unmöglich Voraussagen zu machen. 22. Februar? 20. November? Das wird zu gegebener Zeit allein Papst Franziskus entscheiden. Das gleiche gilt selbstverständlich auch für die Namen.
http://de.catholicnewsagency.com/story/w...nsistorium-0355

von esther10 11.01.2016 00:51

In Verantwortung gerufen
Verantwortung kann bisweilen auch eine Zumutung sein


„Überwältigend!“ Mit diesem Ausruf haben unzählige Menschen in den vergangenen Wochen ihr Empfinden angesichts der Welle an Hilfsbereitschaft in der Flüchtlingskrise auf den Punkt gebracht. Überwältigend das Empfinden, anderen helfen zu können; überwältigend auch das Empfinden der eigenen Hilflosigkeit angesichts des „Flüchtlingsstroms“. Hilflosigkeit, die inzwischen nicht selten in Ablehnung oder gar Hass gegen „die Fremden“ umschlägt.

Dennoch überwiegt weiterhin – Gott sei Dank – die Hilfsbereitschaft und Menschen übernehmen Verantwortung: in Gemeinden und Pfarren, in Vereinen und privaten Initiativen. Sie antworten auf den Ruf des anderen, des Fremden, der plötzlich entwaffnend nackt in Gestalt von Familien und kleinen Kindern vor einem steht. Dieser Ruf ist viel unmittelbarer als alle Abwehrhaltung gegen angebliche „Überfremdung“, als alle Sorge um die eigene Identität.

Verantwortung ist auch eine Zumutung: Man braucht Mut dazu, man will sie vielleicht nicht. Und doch ist sie unausweichlich, wenn man die Rede von der Würde jedes Menschen ernstnimmt: Denn dann gibt es keinen Verstoß gegen die Würde des Menschen mehr, gibt es kein Leiden auf dieser Welt mehr, das mich, das uns nichts angeht. Ich kann mich taub stellen gegen diesen Ruf der Leidenden, ich kann ihn ignorieren, lächerlich machen – entkommen kann ich ihm nicht. „Bin ich der Hüter meines Bruders?“, antwortet Kain auf die Frage Gottes, wo sein Bruder sei. „Ja, das bist du!“, möchte man ihm entgegnen. Von Beginn an.

Im Glauben erhoffen wir eine höhere Gerechtigkeit. Nicht für uns, sondern für den anderen, die Opfer der Geschichte. Dort, wo unsere Verantwortung endet, hoffen wir darauf, dass Gottes Verantwortungsbereich beginnt. Dass er antwortet. Auch sich selbst verantwortet für seine Schöpfung, die oft defizitär daherkommt, zerbrechlich, zerbrochen, gottverlassen. Müssen wir Gott an seine Verantwortung erinnern? Oder tun wir nicht genau das in jedem Gebet, in jedem Vater unser, wenn wir rufen „Dein Reich komme“?

Zu Weihnachten feiern Christen eben dies: das Kommen des Reiches Gottes. Anfanghaft in einem Kind. Zart, zerbrechlich, angewiesen auf unsere Verantwortung. In diesem Sinne wünscht Ihnen die Redaktion des miteinander ein frohes Weihnachtsfest: Denn wer um die Last der Verantwortung weiß, die sich Gott und Mensch gleichermaßen aufbürden, der kann umso befreiter die Menschwerdung Gottes, dieses Wunder höchster Verantwortlichkeit, feiern.

Henning Klingen
Chefredakteur
http://www.miteinander.at/page/miteinand...ticle/7664.html

von esther10 11.01.2016 00:49

Der Imam, der den IS stoppen soll

VON ELISABETH LEHMANN25. NOVEMBER 2015
picture alliance


Imam Ahmad Al Tayyeb (l). wurde erst im Mai von Außenminister Steinmeier besucht

Wenn Frankreichs Präsident François Hollande eine Allianz gegen den „Islamischen Staat“ schmiedet, wird er auch ideologische Hilfe aus der muslimischen Welt brauchen. Die hat der wichtigste Scheich des sunnitischen Islams, Ahmad Al Tayyeb, angeboten. Was verbirgt sich hinter der Theologie des Religionsführers?


Großscheich Ahmad Al Tayyeb ist seit den Anschlägen von Paris ein gefragter Mann. Seit Tagen spricht er in Mikrofone, um seine Solidarität mit den Opfern zu bekunden – und vor allem, die Terroristen zu verurteilen. Die Welt, sagte er nach den Anschlägen, müsse sich „einen, um diesem Monster entgegenzutreten“.

Al Tayyeb ist Rektor der Al-Azhar-Universität in Kairo, eine der führenden Institutionen des sunnitischen Islam, den 90 Prozent der Muslime praktizieren. Die Strahlkraft des Instituts reicht bis nach Südostasien und zieht jährlich Tausende Studenten nach Ägypten. Wenn sich jemand gegen die geistige Vergiftung des Sunni-Islams stellen kann, dann er.

Al Tayyeb ist Frankreich besonders verbunden. Er war dort nicht nur Gastprofessor, er hat auch zahlreiche Schriften aus dem Französischen ins Arabische übersetzt und sich damit einen Namen unter Islamwissenschaftlern gemacht.

Er spricht von der „Bestie Terror“

Als ich mit Khalid El Kaoutit den Imam im April interviewte, begrüßte er uns mit Schokolade: „Französische, keine ägyptische.“ Er reichte mir als europäischer, nicht verschleierter Frau auch die Hand und schaute mir im Gespräch in die Augen.

Schon damals fand er für den sunnitischen Extremismus starke Worte und sprach von der „Bestie Terror“.

Seine Botschaft hat sich insofern nicht geändert – sie ist höchstens eindringlicher geworden. Am Samstag nach den Terroranschlägen sagte Al Tayyeb am Rande einer Konferenz über einen „neuen Aufbruch des islamischen Denkens“ auch: „Solche Taten laufen allen religiösen, humanitären und zivilisierten Prinzipien zuwider.“

Am Montag ließ er seinen Vize Abbas Shuman gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklären: Die Al-Azhar-Universität sei bereit, „gemäßigte“ Imame für Europa und speziell Frankreich auszubilden, um den Extremismus zu bekämpfen. Das „Heilmittel“ gegen den Extremismus müsse auch ein intellektuelles sein und dürfe sich nicht auf einen sicherheitspolitischen Ansatz beschränken.

Al Tayyeb legt den Islam sehr konservativ aus

Diese Erkenntnis sickert langsam auch im Westen durch, kurz nachdem der französische Präsident Hollande von einem „Krieg“ gesprochen hatte. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte in der Talkshow von Günther Jauch, der Kampf gegen den „Islamischen Staat“ sei keiner des Westens allein, „sondern vor allem der arabisch-muslimischen Welt.“ Entscheidend sei der „politische Versöhnungsprozess. Da brauchen wir die Hilfe der syrisch-muslimischen Welt. Ich glaube, wenn wir zusammenstehen, dann können wir den IS auch besiegen.“

In seiner Auslegung des Islam ist Al Tayyeb allerdings sehr strikt und konservativ.

Bei der Frage, ob der Islam eine „fundamentale Erneuerung“ brauche, fühlte er sich angegriffen. „Das Wort fundamental bedeutet, den Koran und die Fundamente der Religion anzutasten. So ist es nicht gemeint“, sagte er damals. Und: „So wie ihr nicht fordert, dass sich die Bibel ändern muss, fordert bitte auch nicht, dass sich der Koran ändern muss.“

Seine konservative Lehre zeigt sich auch an seiner Haltung zu Israel. An einer Stelle ließ er sich dazu hinreißen zu fragen, welche Existenzberechtigung dieser Staat habe, wenn man seine religiöse Decke abnehme. Auf den Einwurf, dass es den Holocaust gegeben habe, stellte er die Gegenfrage: „Haben wir die Leute vergast? Nein, im Gegenteil! Die, die die Menschen vergast haben, sind im Westen.“

Opportunist und Anhänger Al Sisis

Diese konservative Lehre ist natürlich auch Teil des Erfolgs der Al Azhar. Über Dissens innerhalb der Universität ist wenig bekannt. In Ägypten selbst gelten die Interpretationen, die Azhar zu Sachverhalten veröffentlicht, als absolut.

Ahmad Al Tayyeb, 69, hat Islamwissenschaften im pakistanischen Islamabad, in Assuan und Qina gelehrt, bevor er 2002 Großmufti von Ägypten wurde. Es folgte das Rektorat an der staatlich finanzierten Al Azhar Universität, der zweitältesten Hochschule der Welt. 2010 wurde er zum Scheich ernannt.

Al Tayyeb gilt als Opportunist. Er war ein treuer Anhänger Mubaraks und sogar Mitglied des Politbüros der damaligen Regierungspartei NDP. Er stellte sich gegen die Proteste auf dem Tahrir-Platz, versuchte, die Jugend zurückzupfeifen. Ohne Erfolg. Die Muslimbruderschaft von Mursi unterstützte er indes nicht – weil er einen politischen Islam ablehnt. Damit zog Al Tayyeb auch die Feindschaft der Muslimbrüder auf sich. Heute wiederum ist er ein treuer Anhänger Al Sisis.

Versöhnung mit den Schiiten

Großscheich Ahmad Al Tayyeb hatte uns in seinem Amtssitz, dem Hauptgebäude der Al Azhar, empfangen. Das Gebäude an sich war heruntergekommen, eine große Baustelle. Doch der Trakt des Großscheichs in der dritten Etage ähnelte einem Palast. Die Wände waren überzogen mit aufwendigen Mosaiken, der Parkettboden glänzte. Der Scheich selber residiert hinter einem edlen Holzschreibtisch, den ein reich verzierter Koran schmückt.

Generell ist Al Tayyeb darauf bedacht, als Versöhner und Stimme der Vernunft aufzutreten. Einen Krieg zwischen Sunniten und Schiiten sieht er nicht. Dieser sei konstruiert: „Warum sollten sich Kinder derselben Religion bekämpfen?“ Man muss seine Worte jedoch immer vor der Hintergrund der aktuellen Politik – vor allem auch der ägyptischen – sehen.

Während des gesamten Gesprächs waren Al Tayyebs Assistenten anwesend. Einer filmte die Szenerie. Sie verhielten sich auffällig unterwürfig ihm gegenüber, küssten ihm zur Begrüßung die Hand, redeten stets mit gesenktem Kopf und Blick zu Boden mit ihm. Als sie den Raum verließen, kehrten sie ihm nie den Rücken.

Ein Satz von Al Tayyeb wirkt heute schon fast prophetisch. „Sollte der Terror hierbleiben“, sagte er uns damals, „wäre es vollkommen falsch zu denken, dass der Westen verschont bleibt.“

Mitarbeit: Khalid El Kaoutit und Petra Sorge

von esther10 11.01.2016 00:49

Kanzlerin Merkel ist verantwortlich für Islamisierung und illegale Einwanderung
Veröffentlicht: 11. Januar 2016 | Autor: Felizitas Küble

Von Dr. Hans Penner

Unbedingt gewarnt werden muß vor der angeblich “christlich-demokratischen” Union und vor ihrer Vorsitzenden Dr. Angela Merkel.

Die Behörden nehmen an, daß die Sylvester-Übergriffe eine konzertierte Aktion waren. Das würde bedeuten, daß es in Deutschland nicht nur eine islamische Gegengesellschaft gibt, sondern daß auch eine islamische Partisanen-Truppe entsteht, die durch Mobilfunk vernetzt ist. Unsere Polizei ist dieser Partisanen-Truppe offensichtlich nicht gewachsen. 032_29A

Diese fatale Situation hat die Bundeskanzlerin hervorgerufen, welche die illegale Einwanderung von hunderttausenden Islam-Anhängern nicht nur ermöglicht, sondern auch gefördert hat. Die Bundeskanzlerin weigert sich, die islamische Immigration zu begrenzen und die Grenzen Deutschlands zu sichern. Weitere Millionen werden erwartet.

Der Islam ist eine totalitäre Ideologie, die nach Weltherrschaft strebt. Die Lehre des Islam ist im Koran unabänderlich festgelegt. Der Koran verbietet Meinungsfreiheit und fordert die Ausbreitung des Islam mit Gewalt (siehe www.fachinfo.eu/fi033.pdf). Unvereinbar mit dem Grundgesetz ist auch, daß der Koran die Minderwertigkeit der Frau lehrt (siehe www.fachinfo.eu/fi156.pdf).

Frau Dr. Merkel hat den verfassungswidrigen Islam legalisiert und zum Bestandteil Deutschlands erklärt. Damit hat sie der Islamisierung Deutschlands Tür und Tor geöffnet. Die Evangelische Kirche beteiligt sich an der Planung eines antichristlichen islamischen Zentrums in München (http://www.focus.de/politik/deutschland/....html?drucken=1), das von Saudi-Arabien finanziert wird (http://www.metropolico.org/2015/12/15/is...rn-transparenz/).



Die New York Times fordert den Rücktritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen ihres Versagens in der Asylkrise. Unter der Überschrift „Germany on the Brink” (Deutschland am Abgrund) fordert die einflußreichste amerikanische Tageszeitung: „Merkel muß gehen, damit Deutschland nicht einen zu hohen Preis für ihre Dummheit bezahlen muß” (http://www.nytimes.com/2016/01/10/opinio...?ref=world&_r=1)
https://charismatismus.wordpress.com/201...e-einwanderung/


von esther10 11.01.2016 00:46



http://www.cicero.de/karikaturen/was-tut-merkel

von esther10 11.01.2016 00:43

Weniger Hysterie und mehr Differenzierung bitte
VON ALEXANDER GRAU9. JANUAR 2016
picture alliance

Pegida-Demonstranten versammeln sich im Dezember in Dresden


Haben wir verlernt zu differenzieren?

Kolumne: Grauzone. Dieses Land kultiviert eine neue Borniertheit. Es wird lieber diffamiert statt diskutiert, entweder von Horrorszenarien gesprochen oder Dinge schöngeredet. Genau das erzeugt erst die Ressentiments, die es zu bekämpfen gilt. Es wird Zeit, rhetorisch abzurüsten


Noch ist das Jahr jung, noch ist es nicht zu spät für ein paar Neujahrswünsche. Denn das neue Jahr, so hat man den Eindruck, knüpft unmittelbar da an, wo das alte aufgehört hat. Also bei Aufregung, Tumult und Hysterie.

Das hat natürlich Ursachen: Die Lage in der Welt ist alles andere als beruhigend. Im Nahen Osten nimmt das Desaster unaufhaltsam seinen Lauf. In Ostasien schwelt derweil ein Dauerkonflikt. Die wirtschaftliche Situation Chinas ist schwierig. Vielleicht können die Planwirtschaftler in Peking das hausgemachte Krisentableau mit zusätzlichen Milliarden noch einmal in den Griff bekommen. Doch der Crash ist unvermeidlich. Folgen: verheerend.

Und auch in Europas unmittelbarer Nachbarschaft sieht es wenig verheißungsvoll aus: In Nordafrika zerbröselt die staatliche Ordnung ebenso wie südlich der Sahara. In der Türkei herrscht eine nationalistisch-islamische Regierung, die zur Beruhigung der Situation wenig beiträgt. Russland spielt sein Spiel um Einflusssphären in Syrien und in der Ukraine. Weitere Flüchtlinge werden kommen.

Derweil driftet die EU auseinander. In Polen und Ungarn regieren nationalistische, ultrakonservative Regierungen. In Südeuropa stellen linke Bewegungen notwendige Reformprozesse infrage. Die Probleme in Griechenland sind ungelöst. In Frankreich klopft der Front National an die Tore zur Macht. Und bei einem Austritt der Briten aus der EU droht ein Super-Gau, der unabsehbare Zentrifugalkräfte freisetzen kann.

Da ist es eigentlich auch schon egal, dass in den USA ein Wahlkampf mit erheblichen Risiken tobt und die 2008er Finanzkrise immer noch weiter schwelt.

Emotional und voreingenommen

Kurz: Die Lage ist ungemütlich. Da wäre es wünschenswert, wenn hierzulande ein politischer Diskurs kultiviert würde, der sachlich ist und ideologisch unvoreingenommen, Dinge weder schönredet noch Horrorszenarien malt und sich von veralteten Denkschablonen verabschiedet. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Es herrscht ein Klima von Engstirnigkeit – in allen politischen Lagern. Offensichtliche Probleme werden nicht benannt, weil sie ideologisch nicht genehm sind, kritische Einwände werden überhört oder gleich diskreditiert. Manchmal hat man den Eindruck, eine ganze gesellschaftliche Kaste verbarrikadiert sich hinter lieb gewordenen Gesinnungsphrasen.

Diese neue Borniertheit verhindert nicht nur, dass die Probleme, die dieses Land zu bewältigen hat, mit Nachdruck angegangen werden, sondern erzeugt zudem erst jene Ressentiments, die zu bekämpfen sie vorgibt – mit gefährlichen innenpolitischen Folgen.

Von der Fähigkeit, zu differenzieren

Wie wäre es, im neuen Jahr rhetorisch abzurüsten und anstelle von Pauschalisierungen auf das differenzierte Denken zu setzen? Differenzieren bedeutet Unterscheiden. Und das Unterscheidungsvermögen, das wusste schon Aristoteles, ist eine intellektuelle Grundfähigkeit.

Also: Nicht jeder, der Angst vor einem kulturellen Identitätsverlust hat, ist ein Rechtsradikaler. Und nicht jeder, dem angesichts moderner Völkerwanderungen ein ungutes Gefühl beschleicht, ist ein Rassist.

Desgleichen gilt: Nicht jeder Muslim ist ein Islamist oder gar Terrorist. Nicht jeder Mohammedaner möchte das Abendland islamisieren und unterjochen. Und nicht jeder Pegida-Demonstrant ist eine verführte oder sonst wie limitierte Dumpfbacke.

Das bedeutet auch: Nicht jeder Befürworter einer pluralistischen, offenen Gesellschaft ist ein vertrottelter Gutmensch und nicht jeder Nationalkonservative gleich ein Nazi.

Zudem ist nicht jeder Kritiker der Genderpolitik homophob. Nicht jeder, der sich gegen Quotierungen ausspricht, ist misogyn. Und im Übrigen: Nicht jeder Politiker ist inkompetent, abgehoben und nur an der eigenen Karriere interessiert.

Für den inneren Frieden

Das alles ist sowieso klar und selbstverständlich? Stimmt. Nur leider halten wir uns nur allzu selten an diese Binsenweisheiten. Statt zu diskutieren wird lieber diffamiert. Statt zu versuchen, den anderen zu verstehen, wird niedergemacht und moralisch abgeurteilt. Das gilt nicht nur für die sozialen Netzwerke.

Auch die traditionellen Medien spielen bei diesem Spiel eine nicht immer rühmliche Rolle. Statt neutral zu berichten, wird bewertet und Stellung bezogen. Das ginge vielleicht noch, wenn diese Bewertung ausgewogen wäre und vielstimmig. Doch das ist sie häufig nicht.
http://www.cicero.de/salon/engstirnigkei...ung-bitte/60342
Offene Gesellschaften leben davon, dass man einander zuhört und den anderen ernst nimmt, auch wenn man seine Ideale oder seinen Lebensstil nicht teilt. Pauschalverurteilungen helfen nicht nur nicht weiter, sie blockieren eine Gesellschaft und machen sie handlungsunfähig. Zudem gefährden sie den inneren Frieden. Und der ist in diesen Zeiten ein hohes Gut.

von esther10 11.01.2016 00:40

Diener sein, die ihr Leben schenken, und nicht Funktionäre, die ihren Dienst verrichten

Predigt von Papst Franziskus im Petersdom bei der heiligen Messe zum Gedenken an die im letzten Jahr verstorbenen Kardinäle und Bischöfe

Britta Dörre ZENIT.org | Papst Franziskus | Rom | 34

http://www.zenit.org/de/articles/franzis...-zu-verurteilen



Wer diene und schenke, erscheine in den Augen der Welt als Verlierer, stellte Papst Franziskus heute Vormittag während seiner Predigt im Petersdom bei der heiligen Messe zum Gedenken an die Kardinäle und Bischöfe fest, die im letzten Jahr verstorben sind. In Wirklichkeit sei jedoch genau das Gegenteil der Fall: Wer sein Leben verliere, finde es wieder, bekräftigte der Papst und erinnerte die Anwesenden an ihren Dienst in der Kirche.

Während sie für die Verstorbenen beteten, seien sie aufgerufen, ihre Wahl zum Dienst an der Kirche zu erneuern. Wie Jesus, der die Füße gewaschen habe, müssten auch sie dienen. Dienen und nicht bedient werden zeichne einen guten Hirten aus, der bereit sei, sein Leben für seine Schafe zu geben. Wer sich in der Liebe verliere, ahme Jesus nach, besiege den Tod und schenke Leben.


Für den Menschen erscheine der Tod dunkel und angsterregend, erklärte Papst Franziskus. Jesus aber sei dem Tod nicht entflohen, sondern habe ihn auf sich genommen und zeige uns einen sehr demütigen Sieg. Während Jesus gekreuzigt worden sei, habe er fortgefahren zu lieben. Jesus habe das Übel genommen und durch Taten in Gutes verwandelt. Wer die demütige und zu Diensten stehende Liebe wähle, bleibe siegreich bis in alle Ewigkeit.

Papst Franziskus erinnerte daran, die Gedanken gen Himmel zu richten, nicht auf die Welt, sondern auf die Liebe Gottes und die Nächstenliebe. „Möge Er ausreichen, in dem Leben, Erlösung, Auferstehung und Freude sind. Dann werden wir gemäß seinem Herzen sein: nicht Funktionäre, die ihren Dienst verrichten, sondern geliebte Söhne, die ihr Leben für die Welt schenken.“
http://www.zenit.org/de/articles/diener-...enst-verrichten


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