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von 11.04.2013 08:02

OSTERZEIT
2.WOCHE - DONNERSTAG

12

IN STAAT UND GESELLSCHAFT

Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Christliches Zeugnis in Staat und Gesellschaft.
Kritisches und aktives Mitwirken.


I. Den Aposteln war bei Strafe verboten worden, jemals wieder im Namen Jesu zu predigen und zu lehren1. Natürlich lassen sie sich nicht einschüchtern und setzen freimütig ihre Verkündigung fort. Viele lassen sich taufen, die Kirche wächst. Und wieder einmal, so berichtet uns die erste Lesung der heutigen Messe, stehen die Glaubensverkünder vor den Richtern: Man führte sie herbei und stellte sie vor den Hohen Rat. Der Hohepriester verhörte sie und sagte: Wir haben euch streng verboten, in diesem Namen zu lehren; ihr aber habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt. (...) Petrus und die Apostel antworteten: Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.2

Die Apostel sind keine Rebellen, sie sind Zeugen Christi, schlicht und ohne Dünkel erinnern sie die Träger der legitimen Gewalt daran, daß diese nicht absolut ist, sondern unter dem Gesetz Gottes stehen muß.

Nach der Herabkunft des Heiligen Geistes sind sie erstarkt für das Bekenntnis, weise im Eingehen auf die Lehre ihres Meisters und verantwortlich für die ihnen anvertraute Sendung. Sie geben all das an jene weiter, die sich auf ihr Wort hin bekehren, und durch sie durch die Jahrhunderte hindurch an uns.

Die Begebenheit aus der Apostelgeschichte hat einen bleibenden Wert. Was sich damals vor dem Hohen Rat ereignete, wiederholt sich im Laufe der Geschichte in unterschiedlichen Formen. »Wenn der Apostel Paulus von den bösen Geistern spricht, die das Luftreich beherrschen, dann meint er sicher, übersetzt in unsere Situation, jene Geister, die die öffentliche Meinung bestimmen und gegen die wir eigentlich machtlos sind, weil wir in der öffentlichen Meinung leben und wir sie einfach miteinatmen. Dann ist der Instinkt nötig, der uns wittern läßt, woher die Geister kommen.«3

Unsere heutige Situation in den europäischen Ländern »stellt das Christentum und die Kirche vor die radikalste Herausforderung, die die Geschichte bisher gekannt hat«, sagt Papst Johannes Paul II.4 Denn der Mensch ist »so sehr mit den Aufgaben des Aufbaus der >irdischen Stadt< beschäftigt (...), daß er die >Stadt Gottes< aus dem Blick verloren hat oder sie bewußt ausschließt. (...) Dieser Mensch, der so gern erwachsen, reif und und frei sein möchte, ist auch ein Mensch, der vor der Freiheit flieht, um sich dem Konformismus zu überlassen, ein Mensch, der einsam ist, von vielfältigem seelischen Unbehagen bedroht, den Tod beiseite schieben will und in erschreckendem Maß die Hoffnung verliert.«5

Jeder trägt Verantwortung für sein persönliches Zeugnis und sein apostolisches Wirken in einer sich zunehmend säkularisierenden Gesellschaft. »Zahlreiche Realitäten des irdischen Lebens - beispielsweise der Technik, der Wirtschaft, der Gesellschaft, der Politik oder der Kultur - werden zu ungeheuren Hindernissen für ein Leben aus dem Glauben, wenn sie sich selbst überlassen bleiben oder wenn sie allein von Menschen bestimmt werden, denen das Licht des Glaubens fehlt. Diese Realitäten bilden dann einen ummauerten Bezirk, aus dem die Kirche feindselig ausgeschlossen bleibt.

Du - Forscher, Schriftsteller, Wissenschaftler, Politiker, Handwerker ... - hast als Christ die Pflicht, all dies zu heiligen. Denke an die Worte des Apostels, daß die gesamte Schöpfung wie in Geburtswehen liegt und auf die Befreiung der Kinder Gottes wartet.«6

II. »Es gibt in unserer Zeit wohl keine größere Torheit als den Versuch, in dieser Welt eine feste und brauchbare Ordnung aufzubauen ohne das notwendige Fundament, nämlich ohne Gott; die Größe des Menschen zu verherrlichen und dabei die Quelle versiegen zu lassen, aus der diese Größe fließt und genährt wird, indem man versucht, das Verlangen nach Gott zu schwächen oder womöglich zu unterdrücken«7.

Materialismus, Hedonismus, Säkularismus charakterisieren die Situation im Europa des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts. Lebensmodelle, die im Widerspruch zum Glauben stehen, breiten sich aus, propagiert durch die Massenmedien und den fragwürdigen Lebensstil einzelner. Auch Gutwillige geraten am Ende in den Sog hedonistischer Lebensweisen.

In dieser Orientierungslosigkeit weist die Kirche den Christen auf die Pflicht und das Recht hin, die menschliche Gesellschaft prägend mitzugestalten. Denn wie das Zweite Vatikanische Konzil lehrt: »In Verfolgung ihrer eigenen Heilsabsicht vermittelt die Kirche nicht nur den Menschen das göttliche Leben, sondern läßt dessen Widerschein mehr oder weniger auf die ganze Welt fallen, vor allem durch die Heilung und Hebung der menschlichen Personwürde, durch die Festigung des menschlichen Gemeinschaftsgefüges, durch die Erfüllung des alltäglichen menschlichen Schaffens mit tieferer Sinnhaftigkeit und Bedeutung. (...) Wer Christus, dem vollkommenen Menschen, folgt, wird auch selbst mehr Mensch.

Aus diesem Glauben heraus vermag die Kirche die Würde des menschlichen Wesens allen Meinungsschwankungen zu entziehen, die beispielsweise den menschlichen Leib zu sehr abwerten oder über das rechte Maß emporheben. Durch kein menschliches Gesetz können die personale Würde und die Freiheit des Menschen so wirksam geschützt werden wie durch das Evangelium Christi, das der Kirche anvertraut ist.«8

Besonders die Laien sind hier gefordert. »Sie« so heißt es in einem anderen Text des Zweiten Vatikanums, »müssen den Aufbau der zeitlichen Ordnung als die gerade ihnen zukommende Aufgabe auf sich nehmen und dabei, vom Licht des Evangeliums geleitet sowie von christlicher Liebe gedrängt, unmittelbar und entschieden handeln«9 und zwar »aus ihrer spezifischen Sachkenntnis heraus und in eigener Verantwortung als Bürger«10.

Die entschiedene Reaktion der Apostel auf einen anmaßenden Befehl der Obrigkeit gibt ein Beispiel christlicher Entschlossenheit, die Welt durch die Frohe Botschaft zu erleuchten. Es ist nicht Aufgabe des kirchlichen Lehramtes, zu Tagesfragen der Politik, Wirtschaft, Kultur oder der Gesellschaft Stellung zu nehmen, es sei denn, christliche Wertvorstellungen würden verletzt. Der einzelne Gläubige muß sich gedrängt fühlen, wo immer, bei einer politischen Wahl, wenn es um Schule und Ausbildung der Kinder oder den Ferienort für die Familie geht, oft gegen gängiges Verhalten und weitverbreitete Vorurteile nach seinem christlichen Gewissen zu handeln: »Konfessionslosigkeit, Neutralität. - Alte Mythen, die sich immer neu aufputzen wollen.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie absurd es ist, daß man aufhört, katholisch zu sein, wenn man in der Universität, in der Berufsorganisation, bei einer wissenschaftlichen Tagung, im Parlament auftritt wie jemand, der seinen Hut an der Garderobe abgibt?«11

III. Ein Christ sieht seinen konkreten Lebensbereich und weiß im Licht des Glaubens: hier beginnen Verantwortung und Sorge für die anderen, und sein katholischer Geist - offen, weit - sieht über die eigenen vier Wände hinaus und sucht nach Möglichkeiten, das Geschehen in Kirche und Welt mitzugestalten. Seine Verwurzelung in der Kirche läßt ihn verbindliche Äußerungen des Lehramtes dankbar annehmen, ohne sich von Tendenzen anstecken zu lassen, die Papst Johannes Paul II. mit folgenden Worten charakterisiert: »Die Uneinigkeit in Lehre und Moral erscheint als ein mehr oder weniger typisches Symptom des >reichen< Westens und somit auch Europas. In gewisser Hinsicht scheint sie von einer Verlagerung ziviler Lebensmodelle und der politischen Auseinandersetzung auf das religiöse und kirchliche Gebiet herzurühren; unter einem anderen Aspekt kann sie wohl einen stolzen menschlichen Geist ausdrücken, der von den Forderungen des Evangeliums ebensowenig wissen will wie von der Notwendigkeit der Gnade Gottes, um sie anzunehmen und zu leben.«12

Der ureigene Bereich des Laien ist die Welt. »Ohne das Wirken und das Zeugnis der Laien könnte das Evangelium niemals das gesamte menschliche Leben durchdringen und in das ganze Leben der Gesellschaft hineingetragen werden.«13 Indem der Laie hier seine Gaben und Talente einsetzt, trägt er zur Sendung der ganzen Kirche bei: »daran zu arbeiten, daß die Menschen fähig werden, die gesamte zeitliche Ordnung richtig aufzubauen und durch Christus auf Gott hinzuordnen.«14 Nicht nur Initiative und apostolische Passion sind dazu notig, sondern vor allem die Gabe der Unterscheidung, kritisches Vermögen also. Nicht das Machbare ist der Maßstab, sondern der Einklang mit dem Willen des Schöpfers. Alles weltliche Tun des Menschen muß auf Gott und seine Gebote bezogen bleiben. Wenn eine politische Initiative oder eine künstlerische Tätigkeit diese Gottbezogenheit leugnet, werden sie zum Werkzeug des Bösen.

Ein christlicher Staatsbürger, der sich seiner Aufgabe in der Gesellschaft bewußt ist, wird daher die Hintergründe politischer, gesellschaftlicher oder kultureller Initiativen prüfen und werten. Aber nicht nur kritisch prüfen ist die Aufgabe eines Christen in der Welt, sondern auch, selbst initiativ zu werden.

Ein kritisches Gespür für gegenwärtige Entwicklungen, aktives Mitwirken aus menschlicher Verantwortung und apostolischem Geist, gegründet auf eine große Liebe zur Kirche und ihrer Lehre: So ist ein Christ fähig, in einer an diesseitigen Interessen verödenden Welt befruchtend zu wirken. »Meinungsforschung und Werbung sind für uns keine Kriterien. Die Frage ist, wer sagt uns, was wir brauchen, und wer führt uns, etwa mit Mitteln der Meinungsforschung und der Werbung, bloß dahin, wohin er uns haben will? Wo sind wir frei und wo werden wir insgeheim gesteuert als Menschen, die man an ihren Wünschen und Emotionen ziehen kann wie Marionetten, auch in der Kirche? Wissen wir auf all das klare Antworten? Ich kenne nur die eine aus dem Mund der Mutter Christi, die den Jüngern sagt: >Was er euch sagt, das tut.<«15

1 Apg 4,18. - 2 Apg 5,27-27. - 3 J.Kard.Meisner, Gedanken zur Neuevangelisierung, in: Seelsorge am Anfang?, St.Ottilien 1990, S.14. - 4 Johannes Paul II., Ansprache an die Teilnehmer am 6. Symposion der europäischen Bischöfe, 11.10.1985, 1. - 5 ebd., 11. - 6 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.311. - 7 Johannes XXIII., Enz. Mater et Magistra, 15.5.1961, 217. - 8 II.Vat.Konz., Konst. Gaudium et spes, 40-41. - 9 II.Vat.Konz., Dekret Apostolicam actuositatem, 7. - 10 ebd. - 11 J.Escrivá, Der Weg, Nr.353. - 12 Johannes Paul II., a.a.O., 17. - 13 ebd., 15. - 14 II.Vat.Konz., Dekret Apostolicam actuositatem, 7. - 15 J.Kard.Meisner, a.a.O., S.22.

von 10.04.2013 12:23

OSTERZEIT
2. WOCHE - MITTWOCH

11

AUS LIEBE HANDELN

In Christus wird die göttliche Liebe menschlich greifbar.
Auf Christus schauen und lernen, was Treue heißt.
Das Gefühl einzuordnen wissen.


I. Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.1 Diese Worte aus dem Evangelium der heutigen Messe stellen uns die Hingabe Jesu bis zum Tod als den höchsten Erweis der Liebe Gottes zu uns vor Augen. Gott ergreift die Initiative, er schenkt uns seinen geliebten Sohn, an dem er Gefallen gefunden hat2. »Unser Glaube offenbart die Güte, das Erbarmen, die Liebe Gottes zu uns. Gott ist die Liebe (vgl. 1 Joh 4,16) heißt, er ist eine Liebe, die sich verschwenderisch entfaltet. Diese Wahrheit enthält alles, sie erklärt alles, sie erleuchtet alles. Die Geschichte Jesu muß in diesem Licht gesehen werden. Er hat mich geliebt, schreibt Paulus. Und ebenso kann und soll jeder von uns sich selbst sagen: Er hat mich geliebt und hat sich für mich hingegeben (Gal 2,20).«3

Christi Opfer auf Golgota besiegelt, daß die Liebe und Hingabe unseres Erlösers keine Grenzen kennt. Paulus sieht darin die Quelle jeder Zuversicht: Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?4

Daß der Herr sich uns hingibt, ist ein Aufruf zur eigenen Hingabe an ihn, seine Liebe zu uns eine Aufforderung, sie großherzig zu erwidern. Wenn Gott, der die Liebe ist5, den Menschen nach seinem Bild und Gleichnis erschaffen hat6, dann ist das menschliche Herz nicht nur fähig für die Liebe, sondern geradewegs für sie gemacht.

Deshalb ist der Wesenskern des Strebens nach Heiligkeit nicht der Kampf gegen die Sünde, sondern die Liebe zu Gott in Christus. In Christus ist die göttliche Liebe zugleich menschlich und so leichter faßbar für uns. Wir begreifen, daß alles, was die Liebe unter Menschen begründet und entfaltet, Teil unserer Gottesliebe ist. Wir begegnen Christus im Gebet, im Evangelium und in den Sakramenten, besonders in der Eucharistie. Wir bitten ihn, er möge uns befähigen, ihn zu lieben. »Den Herrn anrufen heißt aber nicht: mit den bloßen Lippen oder auch mit halbem Herzen sprechen: Herr, Herr! Den Herrn anrufen heißt: ihn als den Herrn anerkennen, ihn als den Herrn mit voller Zuversicht anflehen, ihn als den Herrn mit dem innersten Gemüte anbeten, heißt: mit ganzer Seele zu ihm sprechen: (...) Der du reich bist für alle, die dich anrufen, sei auch reich für mich; gib mir die heilige Liebe - und ich bin reich genug. Denn mit der heiligen Liebe habe ich den Frieden aus Gott und mit Gott; mit der heiligen Liebe habe ich Stärke des Geistes, zu tun, zu lassen, zu tragen, zu entbehren, was ich soll; mit der heiligen Liebe habe ich die Seligkeit, hier in Hoffnung, dort im vollen Genusse.«7

Wir bitten um die heilige Liebe für uns im Blick auf den, der der Sohn ist und uns diese Liebe zugänglich macht. Ja, er wird das höchste Opfer vollbringen und sich ans Kreuz nageln lassen; doch zunächst sehen wir ihn in unser menschliches Dasein, in unseren gewöhnlichen Alltag hinabsteigen. Die Liebe Christi - von der wir lernen wollen - erfüllt alles, was in einem kleinen Dorf vor sich geht: sie ist aufgeschlossen für den Nachbarn, kompetent im Beruf, aufmerksam in der Sorge um die Mutter ... Alles wahrhaft Menschliche ist von Gott durch die Menschwerdung berührt, geheiligt worden.

II. Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen.8 Immer haben heiligmäßige Menschen staunend und dankbar vor dieser Glaubenserkenntnis gestanden. Der Ausruf des seligen Josemaría Escrivá im Weg läßt sich nur aus solch gläubiger Annahme der Liebe Gottes verstehen: »Zu wissen, daß du mich so sehr liebst, mein Gott, und ... ich habe noch nicht den Verstand verloren?«9 Der Auferstandene sendet uns, diese Frohe Botschaft, die unser Leben prägt, weiterzugeben.

Alles, was der Herr für uns getan hat und tut, ist eine Entfaltung dessen, was wir in den vergangenen Wochen und Monaten betrachtet haben: seine Menschwerdung, sein Leiden, seinen Tod am Kreuz. Sie werden für uns wirksam, indem er uns immer wieder vergibt, uns zur Anbetung im Tabernakel ruft, über uns Gnaden ausgießt, die wir manchmal merken und manchmal auch nicht. Deshalb werden wir nie sagen können, wir hätten seine Liebe zur Genüge vergolten. Immer stehen und bleiben wir in seiner Schuld.

Abtragen können wir diese Schuld nicht. Aber wir können auf Christus schauen, um zu lernen, wie unsere Antwort sein soll. Der Herr lehrt uns Treue, eine unverbrüchliche Anhänglichkeit an den Willen Gottes. Für alles, was Christus lehrt und tut, gilt sein Wort: die Gebote des Vaters halten und in seiner Liebe bleiben10.

Tatsächlich zeigt sich uns der Wille Gottes vor allem in seinen Geboten und im Wort der Kirche. Sie zu beherzigen, mag uns manchmal recht trocken vorkommen; zwar kann der Herr uns spürbare Gefühle schenken, damit wir großzügiger werden; aber er kann sie uns auch vorenthalten, damit wir beständiger werden. Nicht in Gefühlen, sondern im entschiedenen Ja zum göttlichen Willen besteht die Liebe. Fragen wir uns deshalb hin und wieder: Richtet sich hier und jetzt mein Tun auf den Willen Gottes, und zwar unabhängig von meiner augenblicklichen Stimmung? Denke ich an den Herrn vor Beginn einer Arbeit, danach und auch mittendrin?

Solche Fragen festigen unsere Vorsätze. Die Liebe will konkret werden. Weder die Liebe noch der Wille könnten ohne die Hilfe Gottes etwas ausrichten, die uns als Licht erreicht, in dem wir erkennen, was er will, und als Kraft, es zu tun. Dazu gehört auch die gottgegebene Klugheit. Der heilige Franz von Sales weist auf die Gefahr hin, die darin liegt, im inneren Kampf nicht das rechte Augenmaß zu wahren. »Manche Eingebungen« schreibt er, »wollen uns nur veranlassen, die gewöhnlichen Pflichten außergewöhnlich gut zu verrichten. Hüten wir uns jedoch, uns allzuviel auf einmal vorzunehmen. Der böse Feind will uns oft dazu verleiten, eine ganze Menge verschiedener Dinge zu beginnen, damit die Mühe unsere Kräfte übersteige und wir dann schließlich nichts vollenden. Und häufig drängt er uns, irgendein gutes Werk in Angriff zu nehmen, von dem er voraussieht, daß wir es nicht zu Ende führen werden, um uns von einem weniger glanzvollen Werk abzuhalten, das wir leicht hätten ausführen können. Es macht ihm nichts aus, daß wir viele Vorsätze fassen und vieles beginnen, wenn wir nur nichts vollenden. Der Verführer will uns verlocken, beim Anfang zu verweilen, uns mit den Blüten des Frühlings zu begnügen. Der Geist Gottes hingegen läßt uns den Anfang nur im Hinblick auf das Ziel betrachten, so daß wir uns der Blüten nur freuen, weil wir die Früchte wünschen«11»

III. Verstehen wir es, in unserem geistlichen Leben dem Gefühl seinen richtigen Stellenwert zu geben? Der heilige Franz von Sales weist uns hier in einem einfachen Beispiel die Richtung: »Ein hervorragender Lautenspieler wurde plötzlich taub. Da er jedoch große Fertigkeit in seiner Kunst erworben hatte, beeinträchtigte sein Gebrechen nicht die Schönheit seines Gesanges und seines Spieles. Nur hatte er selbst keine Freude mehr an seinem Musizieren, da er es nicht hörte. So sang und spielte er einzig zur Freude seines Fürsten, bei dem er aufgezogen worden war und dem er herzliche Liebe und Dankbarkeit entgegenbrachte. Es war sein größter Wunsch, dem Fürsten Freude zu bereiten, und wenn dieser ihm zeigte, daß sein Gesang ihm gefiel, war er außer sich vor Freude. Doch zuweilen wollte der Fürst die Liebe des Musikanten auf die Probe stellen: er befahl ihm zu singen und verließ das Zimmer, um auf die Jagd zu gehen. Dem Sänger war nur eines wichtig: den Willen seines Herrn zu tun. Darum gab er sich beim Singen und Spielen so große Mühe, als ob der Fürst anwesend wäre, obwohl es ihm selbst nun keinerlei Freude gewährte.«12 Die Gefühle sind ein Geschenk Gottes, aber sie sind nicht das Wesentliche: Wenn wir Gott lieben, so beglückt uns das. Doch es kann geschehen, daß uns die Freude, die mit dieser Liebe verbunden ist, wichtiger wird als das göttliche Wohlgefallen. Dann aber suchen wir nicht mehr Gott, sondern uns selbst. Entzieht uns Gott, wenn wir beten oder seinen heiligen Willen tun, die gefühlsmäßige Befriedigung dabei, dann dürfen wir annehmen, daß er uns läutern und stärken will.

Der begnadete Seelenführer erläutert die Konsequenzen der kleinen Geschichte: »Wer beim Beten auf sein Gebet achtet, der ist nicht ganz gesammelt. Denn er wendet seine Aufmerksamkeit von Gott ab und seinem Gebet zu. Sogar das Bemühen, jede Zerstreuung zu meiden, führt oft zu großer Zerstreuung. Einfalt ist das beste im geistlichen Leben. Wer innig beten will, muß an Gott denken und nicht an sich selber und an sein Gebet. Und wer von heiliger Liebesglut entflammt ist, beobachtet nicht seine Liebe, sondern richtet alle seine Gedanken auf Gott, den er liebt. Der Sänger, der wahrhaft liebt, will mit seinem Singen Gott gefallen, nicht sich selbst.«13 Was also tun, wenn wir Widerwillen empfinden, uns keinerlei Trost zuteil wird und wir meinen, unsere Liebe sei nutzlos, ja unecht, weil sie keinerlei Freude in uns auslöst? »Bist du in Bedrängnis geraten, so achte nicht auf deine Lage, sondern schau auf Gott: er wird alles zum Besten lenken. Ein Mensch, der den heiligen Gleichmut besitzt, ist bereit, alles anzunehmen, was immer geschehen mag.«14 Etwas ähnliches lehrt uns der selige Josemaria Escrivá: »Wenn du dich wirklich auf den Herrn verläßt, wirst du lernen, dich zufriedenzugeben mit allem, was auf dich zukommen mag. Du wirst die Gelassenheit nicht verlieren, selbst wenn ein Vorhaben trotz deines persönlichen Engagements und trotz des Einsatzes aller vernünftigen Mittel nicht deinen Erwartungen gemäß gelungen ist. (...) Es wird eben nur insoweit seine Erfüllung gefunden haben, als es den Plänen Gottes entspricht.«15 Das Ja Mariens war bedingungslos und bewährte sich in Freude und Leid, im Überschwang und in Trockenheit: Mir geschehe, wie du es gesagt hast.16

1 Joh 3,16. - 2 vgl. Mt 3,17. - 3 Paul VI., Homilie zu Fronleichnam, 13.6.1975. - 4 Röm 8,32. - 5 vgl. 1 Joh 4,8. - 6 vgl. Gen 1,27. - 7 J.M.Sailer, Blick des heiligen Paulus in die Tiefen der Weisheit, Gesammelte Reden, Teil 3, Grätz 1820, S.96. - 8 1 Joh 4,16. - 9 J.Escrivá, Der Weg, Nr.425. - 10 vgl. Joh 15,10. - 11 Franz von Sales, Über die Gottesliebe, Zürich/Einsiedeln 1985, S.132. - 12 ebd. S.149-50. - 13 ebd. S.151. - 14 ebd. S.155. - 15 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.860. - 16 Lk 1,38.

von 09.04.2013 12:19

OSTERZEIT
2. WOCHE - DIENSTAG

10

DIE ERSTEN CHRISTEN

Geschwisterlichkeit, in der Einheit begründet.
Einheit, Vielfalt, Christusnähe.
Die Sprengkraft christlicher Nächstenliebe.


I. Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele1. Mit diesen Worten faßt die Apostelgeschichte ein Pänomen unter den Urchristen zusammen, das ihre Zeitgenossen stark beeindruckte. In ihrer Einheit und Geschwisterlichkeit wurde die Lehre des Herrn im konkreten Leben greifbar. Mit Worten des Kirchenvaters Johannes Chrysostomos: »Die Jünger gaben nicht nur mit dem Wort, sondern auch mit ihren Tugenden von der Auferstehung Zeugnis.«2

Die Einheit ist das erste, die Geschwisterlichkeit folgt aus ihr. Christus hat die Einheit der Kirche ausdrücklich gewollt. Er spricht von der einen Herde und dem einen Hirten3, er schildert bildhaft, daß kein Reich, keine Stadt und keine Familie, die in sich gespalten sind, Bestand haben können4, er nennt das Fundament der Kirche einen Fels5.

Damals wie heute findet die Einheit ihren Ausdruck im Bekenntnis des einen Glaubens, im Leben aus der einen Quelle der Sakramente und in der einen, von Christus gestifteten Hierarchie. Zu den Christen auf den Philippinen sagte Papst Johannes Paul II.: »Unser Herr wollte alle Völker unter einem Hirten zu einer einzigen Herde versammeln. Sein Gebot lautete, alle Völker, in Ost und West, zu seinen Jüngern zu machen, und unsere Antwort ist diese riesige Menge von Menschen verschiedener Sprachen und Hautfarbe, verschiedener Kulturen und Berufe, die in der kirchlichen Gemeinschaft vereint sind, um teilzuhaben am Wort Gottes und am Brot des ewigen Lebens. Ihr bildet hier rund um euren Erzbischof und um den Tisch des Wortes Gottes und des eucharistischen Opfers eure Ortskirche, eure örtliche Kirchengemeinde. Ihr seid vereint in der Einheit eines Glaubens und eines Gottesdienstes und in dem Band der Liebe, das das Kennzeichen der wahren Jünger Christi ist.«6

Die Einheit im Glauben gibt Halt nach innen und Elan nach außen. Bei Irenäus von Lyon spüren wir um die Mitte des 2. Jahrhunderts etwas von diesem Schwung: »Diesen Glauben (...) hütet die über die Welt hin verstreute Kirche sorgsam, da sie ja gleichsam ein einziges Haus bewohnt und in ihrem Glauben denen gleicht, die sozusagen nur eine Seele hatten und ein Herz; sie verkündigt, lehrt und überliefert im Gleichklang wie mit einem einzigen Mund. Denn wenn auch auf der Welt unterschiedliche Sprachen bestehen, so ist die Kraft der Überlieferung doch nur eine und dieselbe. Weder überliefern oder glauben die in Germanien gegründeten Kirchen anders noch die bei den Iberern noch die bei den Kelten noch die im Orient, nicht die in Ägypten oder die in Libyen oder die, die sich in der Mitte der Welt befinden. Vielmehr wie die Sonne, Gottes Geschöpf, in der ganzen Welt eine und dieselbe ist, so leuchtet auch das Licht, die Verkündigung der Wahrheit, überall und leuchtet allen Menschen, die zur Erkenntnis der Wahrheit kommen wollen.«7

Um der Einheit des Glaubens willen nahmen die ersten Gläubigen Verfolgungen und sogar das Martyrium auf sich. Das Gebet der Kirche für die Einheit nimmt das Gebet Christi beim Letzten Abendmahl auf: Ut omnes unum sint ... Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein.8

Für die Einheit beten heißt für den Bestand der Kirche beten. Denn jedes Reich, das in sich gespalten ist, geht zugrunde, und keine Stadt und keine Familie, die in sich gespalten ist, wird Bestand haben9. Aus dem persönlichen Gebet um dieses hohe Gut erwächst der wirksame Wunsch, selbst zur Einheit beizutragen: zur Einheit mit dem Papst und mit den Bischöfen, mit unseren Brüdern und Schwestern im Glauben und - auf einer anderen Ebene - mit allen Menschen, damit alle zur Einheit in Christus gelangen.

II. »Durch das Eine wird nicht die Vielheit aufgehoben, sondern nur die Teilung (...). Die Vielheit aber hebt nicht die Einheit auf, sondern das Geteiltsein.«10 Dieses Wort des heiligen Thomas von Aquin ist keine philosophische Abstraktion - auch für die Lebenspraxis der Kirche ist es wichtig zu wissen, daß nicht Vielfalt, sondern nur das Geteiltsein das Band d= 10 Dieses Wort des heiligen Thomas von Aquin ist keine philosophische Abstraktion - auch für die Lebenspraxis der Kirche ist es wichtig zu wissen, daß nicht Vielfalt, sondern nur das Geteiltsein das Band der Einheit zerreißt. Vielfalt ist nicht Minderung er Einheit, sondern Zeichen des Lebens: »Innerhalb der umgreifenden Einheit ist eine Vielfalt der Verkündigungsweisen, Gottesdienst- und Frömmigkeitsformen, Theologien, Kirchengesetze, von Formen gesellschaftlichen Engagements und sozialen Dienstes möglich, ja wünschenswert. Anders könnte die Kirche nicht Menschen aus allen Völkern, Rassen, Kulturen, Sprachen, Denk- und Lebensformen vereinigen. Nur durch eine solche Vielfalt in der Einheit kann sie allen alles werden.«11 Auch deswegen nennen wir die Kirche katholisch, allumfassend. In einem Text des Zweiten Vatikanischen Konzils heißt es: »Die Kirche (...) fördert und übernimmt Anlagen, Fähigkeiten und Sitten der Völker, soweit sie gut sind. Bei dieser Übernahme reinigt, kräftigt und hebt sie sie aber auch. (...) Kraft dieser Katholizität bringen die einzelnen Teile ihre eigenen Gaben den übrigen Teilen und der ganzen Kirche hinzu, so daß das Ganze und die einzelnen Teile zunehmen aus allen, die Gemeinschaft miteinander halten und zur Fülle der Einheit zusammenwirken.«12

Das Wort der Apostelgeschichte, daß die Christen ein Herz und eine Seele waren, schloß dennoch Spaltungen nicht aus. Derselbe Irenäus, der so beeindruckend von der Ausbreitung des einen Glaubens spricht, klagt über Menschen, »die Spaltungen verursachen. Leer von Gottesliebe, schauen sie auf den eigenen Nutzen, aber nicht auf die Einsicht der Kirche, wegen kleiner und nichtiger Ursachen zerschneiden sie den großen und herrlichen Leib Christi in Stücke und möchten ihn, soviel an ihnen liegt, töten. Sie sagen Friede und machen Krieg, seihen die Mücken und verschlingen das Kamel. Denn nimmermehr können sie irgendeine Besserung bewerkstelligen, die so groß ist wie der Schaden eines Schismas.«13

Damals wie heute gilt: Wo Gottesliebe durch »Eigennutz« verdrängt wird, ist die Spaltung nicht mehr weit. Das Gespür aber für die Einheit in der Kirche kann nur auf dem Boden des persönlichen Ringens um Einheit mit Christus, um mehr Nähe zu ihm wachsen. Papst Johannes Paul II. ermahnte die Mitglieder der Römischen Kurie: »Wir werden in der Arbeit für die Gesamtkirche, die meine und eure tägliche Aufgabe ist, wenig tun können, wenn wir nicht zur Vertrautheit mit dem Herrn Jesus gelangt sind: wenn wir nicht wirklich mit ihm und wie er in der Wahrheit geheiligt sind; wenn wir nicht sein Wort in uns bewahren und jeden Tag seinen verborgenen Reichtum zu entdecken versuchen; wenn nicht die Liebe Gottes zu seinem Gesalbten tief in uns Wurzel faßt.«14

III. Der Apostel Paulus fordert die Epheser eindringlich auf, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging15. Was kennzeichnet dieses Leben? Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe, und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält. All dies war für die Heiden, unter denen die erste Christengeneration lebte, ganz neu: »Für einen Heiden ist es überraschend, wenn er Menschen begegnet, die einander lieben, die mit der Einigkeit, der gegenseitigen Hilfe und dem Teilen in ihrem Leben ernst machen, und wenn er eine Gesellschaft findet, die in echter Brüderlichkeit einen Ausgleich zwischen dem Besitz der Armen und Reichen herstellt. Kaiser Julian muß zwei Jahrhunderte später anerkennen, daß das Geheimnis des Christentums von >seiner Menschlichkeit gegenüber Fremden und seiner Sorge für die Bestattung der Toten< herrührt, kurz, von der besonderen Art seiner Nächstenliebe.«16

Die Liebe zur Einheit der Kirche manifestiert sich bei den Urchristen in der Liebe zu ihren Mitchristen, die alle gesellschaftlichen, ethnischen und kulturellen Schranken sprengt. Ein Kenner der frühchristlichen Geschichte schreibt: »Von der sozialen Situation waren am schlimmsten betroffen die Kranken, die Gebrechlichen, die Notleidenden, die Arbeitslosen, die Alten, besonders Sklaven, die nicht mehr arbeiten konnten, und die Schiffbrüchigen, die in den Hafenstädten, in denen sich die ersten Gemeinden konzentrieren, besonders zahlreich sind (...). In Rom wurden leidende und gebrechliche Sklaven oft auf der Tiberinsel ausgesetzt und dem Gott Äskulap überlassen. Die Vernachlässigung ging so weit, daß Kaiser Claudius die Herren verpflichtete, ihre Sklaven zu pflegen. Er setzte ebenfalls fest, daß die Geheilten freizulassen seien. Ein Herr, der einen kranken Sklaven, um ihn nicht pflegen zu müssen, tötete, sollte wegen Mordes verfolgt werden. Dieses Gesetz spricht Bände über die Unmenschlichkeit römischer Sitten zu einer Zeit, da die Zivilisation in hoher Blüte steht.«17

Dem steht die Liebe der Christen zueinander gegenüber, die einer der ersten christlichen Apologeten - der Athener Aristides - in seiner an Kaiser Hadrian gerichteten Apologie so zusammenfaßt: »Sie lieben einander. Die Witwen mißachten sie nicht; die Waisen befreien sie von dem, der sie mißhandelt. Wer hat, gibt neidlos dem, der nicht hat.«18

Das Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe ist weder bloße Anleitung zum zivilisierten Umgang miteinander noch ein allgemeiner Aufruf zu einer menschenfreundlicheren Gesinnung. Der an die Christen ergangene Ruf kommt aus der Quelle der Liebe, er kommt vom dreifaltigen Gott. Deshalb verbindet der Apostel die Ermahnung zur geschwisterlichen Liebe mit Worten, die er wahrscheinlich aus der urchristlichen Taufliturgie übernimmt und die auf das Wesen Gottes selbst, Urquell der Einheit, verweisen: Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles in allem ist.

Prüfstein der Liebe ist das entschlossene Zeugnis für den eigenen Glauben. Die Unerschrockenheit der Zeugen mitten in den Verfolgungen festigt den Glauben aller, wie wir bei Tertullian lesen: »Wir wachsen weiter mit jedem Mal, da ihr uns niedermäht. Das Blut der Märtyrer ist der Same der Christenheit.«19

Die Apostelbriefe des Neuen Testaments lassen aber auch auf betrübliches Verhalten bei den Christen der Urzeit schließen, auf Sünde, Verrat, ja sogar Spaltung. Am Ende unseres Gebetes wollen wir dies nicht vergessen; denn auch das soll uns - wie die Festigkeit eines Glaubens, der sich in Einheit und Brüderlichkeit ausdrückt - eine Lehre sein.

1 Apg 4,32-37. - 2 Johannes Chrysostomos, Homilien über die Apostelgeschichte, 11. - 3 vgl. Joh 10,16. - 4 vgl. Mt 12,25. - 5 vgl. Mt 16,18. - 6 Johannes Paul II., Ansprache in Davao City (Philippinen), 20.2.1981. - 7 Irenäus von Lyon, Gegen die Häresien, I,10,2. - 8 Joh 17,21. - 9 Mt 12,25. - 10 Thomas von Aquin, Summa Theologica, I,q.30,a.3. - 11 Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bonn 1985, S.281. - 12 II.Vat.Konz., Konst. Lumen gentium, 13. - 13 Irenäus von Lyon, Gegen die Häresien, IV,33,7. - 14 Johannes Paul II., Predigt beim Wortgottesdienst mit den Mitgliedern der Römischen Kurie, 23.1.1981. - 15 Eph 4,1-5. - 16 A.Hamman, Die ersten Christen, Stuttgart 1985, S.143. - 17 ebd., S.150-151. - 18 Aristides, Apologie, 15,5-7. - 19 Tertullian, Apologeticum, 50,13.

von 08.04.2013 09:01

Wo Geheimmittel keine Kraft mehr haben
Das Geheimnis von uns Christen liegt nicht beschlossen in der Weisheit heidnischer Vernünfteleien, sondern in der Kraft des Glaubens, der uns von Gott durch Jesus Christus gewährt worden ist. Und dass die Verkündigung wahr ist, sehet ihr daran, dass wir an Gott glauben, obwohl wir keine Bildung haben, indem wir aus seinen Werken seine Fürsorge für alles erkennen. Und dass unser Glaube wirksam ist, sehet jetzt, wir stützen uns auf den Glauben an Christus, ihr aber auf eure sophistischen Wortstreitigkeiten. Eure Scheinbilder werden vernichtet, unser Glaube aber breitet sich überall aus. Ihr könnt trotz eurer Syllogismen und Sophismen nicht vom Christentum zum Heidentum bekehren; wir aber, die wir den Glauben an Christus lehren, wir nehmen auch die Götterfurcht, da alle erkennen, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist. Ihr hindert durch eure Schönrednerei die Lehre Christi nicht; wir aber verfolgen im Namen des gekreuzigten Christus alle Dämonen, die ihr wie Götter fürchtet. Wo das Zeichen des Kreuzes aufgerichtet wird, da schwindet der Zauber, und die Geheimmittel haben keine Kraft mehr.

(ANY b6uwf5o)

von esther10 08.04.2013 00:37


PREDIGT DES HEILIGEN VATERS JOHANNES PAUL II. ZUM BARMHERZIGKETSSONNTAG

APOSTOLISCHE REISE NACH POLEN

WEIHE DES NEUEN HEILIGTUMS DER GÖTTLICHEN BARMHERZIGKEIT

PREDIGT DES HEILIGEN VATERS JOHANNES PAUL II.

Krakau-Łagiewniki
Samstag, 17. August 2002

»O unbegreifliche und unergründliche Barmherzigkeit Gottes,
wer vermag dich würdig zu ehren und zu rühmen?
Du größte Eigenschaft des Allmächtigen Gottes,
Du süße Hoffnung des sündigen Menschen«
(Tagebuch, 951).

Liebe Brüder und Schwestern!

1. Heute wiederhole ich diese einfachen und aufrichtigen Worte der hl. Faustyna, um gemeinsam mit ihr und mit euch allen das unbegreifliche und unergründliche Geheimnis der göttlichen Barmherzigkeit zu verehren. Ebenso wie sie wollen auch wir bekennen, daß es für den Menschen keine andere Quelle der Hoffnung als das Erbarmen Gottes geben kann. In tiefem Glauben wiederholen wir: Jesus, ich vertraue auf dich!

Diese Botschaft, die das Vertrauen auf die allmächtige Liebe Gottes zum Ausdruck bringt, brauchen wir vor allem in der heutigen Zeit, in der der Mensch mit Verwirrung den zahlreichen Formen des Bösen gegenübersteht. Die flehentliche Bitte um das göttliche Erbarmen muß aus der Tiefe der Herzen kommen, die voller Leid, Angst und Unsicherheit sind, gleichzeitig aber nach einer untrüglichen Quelle der Hoffnung suchen. Daher sind wir heute an diesen Ort gekommen, zum Heiligtum von Lagiewniki, um in Christus das Antlitz des Vaters wiederzuentdecken:das Antlitz dessen, der »Vater des Erbarmens und der Gott allen Trostes« (2 Kor 1,3) ist. Mit den Augen der Seele wollen wir fest in die Augen des barmherzigen Jesus schauen, um in der Tiefe dieses Blickes den Widerschein seines Lebens sowie das Licht der Gnade zu finden, das wir schon so oft empfangen haben und das uns Gott jeden Tag und am letzten Tag erweist. Zeit und Raum gehören vollkommen Gott

2. Nun werden wir dieses neue Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes weihen. Doch zuvor möchte ich all jenen herzlich danken, die zu seiner Errichtung beigetragen haben. Insbesondere danke ich Kardinal Franciszek Macharski, der sich in treuer Verehrung der göttlichen Barmherzigkeit so sehr für dieses Vorhaben eingesetzt hat. Von Herzen umarme ich die Schwestern aus der Kongregation der Muttergottes von der Barmherzigkeit und danke ihnen für ihr Wirken zur Verbreitung der von Schwester Faustyna hinterlassenen Botschaft. Ferner grüße ich die Kardinäle und Bischöfe Polens mit ihrem Oberhaupt, dem Kardinalprimas, sowie die Bischöfe aus verschiedenen Teilen der Welt. Die Anwesenheit der Priester, Ordensleute und Seminaristen der Diözese erfüllt mich mit Freude.

Von Herzen grüße ich alle Teilnehmer an dieser Feier, insbesondere die Vertreter der Stiftung für das Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit, die sich um die Bauarbeiten gekümmert hat, sowie das Personal der verschiedenen Unternehmen. Ich weiß, daß viele der hier Anwesenden diesen Bau in materieller Hinsicht hochherzig unterstützt haben. Gott möge ihre Großzügigkeit und ihren Einsatz mit seinem Segen belohnen!

3. Brüder und Schwestern! Während wir diese neue Kirche weihen, können wir uns jene Frage stellen, die König Salomon quälte, als er den Tempel von Jerusalem zum Haus Gottes weihte: »Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe, selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wieviel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe« (1 Kön 8, 27). Ja, auf den ersten Blick könnte es unangemessen scheinen, einen bestimmten »Raum« mit der Gegenwart Gottes in Verbindung zu bringen. Doch wir sollten uns daran erinnern, daß Zeit und Raum vollkommen Gott gehören. Auch wenn die Zeit und die ganze Welt als sein »Tempel« anzusehen sind, so gibt es dennoch Zeiten und Orte, die Gott wählt, damit die Menschen in ihnen seine Gegenwart und Gnade auf besondere Art und Weise erfahren. Und die Menschen, vom Geist des Glaubens bestärkt, kommen an diese Orte in der Gewißheit, Gott, der in ihnen gegenwärtig ist, wahrhaft gegenüberzutreten.

Mit dem gleichen Glaubensgeist sind sie nach Łagiewniki gekommen, um dieses neue Heiligtum zu weihen in der Überzeugung, daß es ein besonderer Ort ist, den Gott auserwählt hat, um die Gnade seines Erbarmens allen zuteil werden zu lassen. Möge diese Kirche stets ein Ort der Verkündigung der Botschaft von der erbarmenden Liebe Gottes sein, ein Ort der Bekehrung und der Reue, ein Ort der Feier der Eucharistie, Quelle des Erbarmens, ein Ort des Gebets, an dem inständig das Erbarmen für uns und für die ganze Welt erfleht wird. Mit den Worten Salomons bete ich: »Wende dich, Herr, mein Gott, dem Beten und Flehen deines Knechtes zu! Höre auf das Rufen und auf das Gebet, das dein Knecht heute vor dir verrichtet. Halte deine Augen offen über diesem Haus bei Nacht und bei Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast, daß dein Name hier wohnen soll. Höre auf das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte verrichtet. Achte auf das Flehen deines Knechtes und deines Volkes Israel, wenn sie an dieser Stätte beten. Höre sie im Himmel, dem Ort, wo du wohnst. Höre sie, und verzeih!« (1 Kön 8, 28–30).

4. »Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit;denn so will der Vater angebetet werden« (Joh 4, 23). Wenn wir diese Worte des Herrn Jesus im Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit lesen, wird uns in besonderer Weise bewußt, daß man hier einzig und allein im Geist und in der Wahrheit verweilen kann. Es ist der Heilige Geist, Tröster und Geist der Wahrheit, der uns auf den Wegen des göttlichen Erbarmens führt. Er, der die Welt »überführt« und aufdeckt, was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist (Joh 16, 8), offenbart gleichzeitig die Fülle des Heils in Christus. Dieses Aufdecken der Sünde steht in einem zweifachen Zusammenhang zum Kreuz Christi. Einerseits ermöglicht uns der Heilige Geist, durch das Kreuz Christi die Sünde, jede Sünde, in der ganzen Dimension des in ihr enthaltenen und verborgenen Bösen zu erkennen. Andererseits ermöglicht uns der Geist, wiederum durch das Kreuz Christi, die Sünde im Licht des »mysterium pietatis« zu sehen, d.h. im Licht der erbarmenden und nachsichtigen Liebe Gottes (vgl. Dominum et vivificantem, 32).

Und so wird das »Aufdecken der Sünde« gleichzeitig zur Überzeugung, daß die Sünden verziehen werden und der Mensch erneut der Würde des von Gott geliebten Sohnes entsprechen kann. »Im Kreuz neigt sich Gott am tiefsten zum Menschen herab … Im Kreuz werden gleichsam von einem heiligen Hauch der ewigen Liebe die schmerzlichsten Wunden der irdischen Existenz des Menschen berührt« (Dives in misericordia, 8). An diese Wahrheit wird stets der Grundstein dieses Heiligtums erinnern, der vom Kalvarienberg stammt; er wurde gewissermaßen unter jenem Kreuz hervorgeholt, auf dem Jesus Christus die Sünde und den Tod besiegt hat.

Ich glaube fest daran, daß dieses neue Heiligtum stets ein Ort sein wird, an dem die Menschen im Geist und in der Wahrheit Gott gegenübertreten. Sie werden mit jenem Vertrauen kommen, das diejenigen stärkt, die demütig ihr Herz dem barmherzigen Wirken Gottes öffnen, mit jener Liebe, die auch die schwerste Sünde nicht besiegen kann. Hier, im Feuer der göttlichen Liebe, brennen die Herzen im Verlangen nach Bekehrung, und jeder, der Hoffnung sucht, wird Trost finden.

5. »Ewiger Vater, ich opfere Dir den Leib und das Blut auf, die Seele und die Gottheit Deines geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, als Sühne für unsere Sünden und die der ganzen Welt. Um Seines schmerzhaften Leidens willen habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt« (Tagebuch, 476). Mit uns und mit der ganzen Welt …Wie dringend braucht die heutige Welt das Erbarmen Gottes! Aus der Tiefe des menschlichen Leids erhebt sich auf allen Erdteilen der Ruf nach Erbarmen. Wo Haß und Rachsucht vorherrschen, wo Krieg das Leid und den Tod unschuldiger Menschen verursacht, überall dort ist die Gnade des Erbarmens notwendig, um den Geist und das Herz der Menschen zu versöhnen und Frieden herbeizuführen. Wo das Leben und die Würde des Menschen nicht geachtet werden, ist die erbarmende Liebe Gottes nötig, in deren Licht der unfaßbare Wert jedes Menschen zum Ausdruck kommt. Wir bedürfen der Barmherzigkeit, damit jede Ungerechtigkeit in der Welt im Glanz der Wahrheit ein Ende findet.

In diesem Heiligtum möchte ich daher heute die Welt feierlich der Barmherzigkeit Gottes weihen mit dem innigen Wunsch, daß die Botschaft von der erbarmenden Liebe Gottes, die hier durch Schwester Faustyna verkündet wurde, alle Menschen der Erde erreichen und ihre Herzen mit Hoffnung erfüllen möge. Jene Botschaft möge, von diesem Ort ausgehend, überall in unserer geliebten Heimat und in der Welt Verbreitung finden. Möge sich die Verheißung des Herrn Jesus Christus erfüllen: Von hier wird »ein Funke hervorgehen, der die Welt auf Mein endgültiges Kommen vorbereitet« (vgl. Tagebuch, 1732).

Diesen Funken der Gnade Gottes müssen wir entfachen und dieses Feuer des Erbarmens an die Welt weitergeben. Im Erbarmen Gottes wird die Welt Frieden und der Mensch Glückseligkeit finden! Euch, lieben Brüdern und Schwestern, der Kirche in Krakau und Polen und allen, die die Barmherzigkeit Gottes verehren und aus Polen und der ganzen Welt diesen Ort aufsuchen, vertraue ich diese Aufgabe an. Seid Zeugen der Barmherzigkeit!

6. Gott, barmherziger Vater,
der Du Deine Liebe in Deinem Sohn Jesus Christus offenbart
und über uns ausgegossen hast im Heiligen Geist, dem Tröster,
Dir vertrauen wir heute die Geschicke der Welt und jedes Menschen an.

Neige dich zu uns Sündern herab,
heile unsere Schwäche,
besiege alles Böse,
hilf, daß alle Menschen der Erde Dein Erbarmen erfahren,
und in Dir, dem dreieinigen Gott, die Quelle der Hoffnung finden.

Ewiger Vater,
um des schmerzvollen Leidens und der Auferstehung Deines Sohnes willen,
habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt!

Amen.


* * *

Am Ende der Eucharistiefeier sagte der Papst:

Zum Abschluß dieses festlichen Gottesdienstes möchte ich anmerken, daß viele meiner persönlichen Erinnerungen mit diesem Ort in Verbindung stehen. Ich kam vor allem während der Besatzung durch die Nationalsozialisten hierher, als ich in der nahegelegenen Solvay-Fabrik arbeitete. Noch heute erinnere ich mich an den Weg von Borek Falecki nach Debniki, den ich jeden Tag mit Holzschuhen an den Füßen zurücklegen mußte, wenn ich zur Schichtarbeit ging. Wer hätte geglaubt, daß dieser Mann mit den Holzpantoffeln eines Tages die Basilika von der Göttlichen Barmherzigkeit in Lagiewniki bei Krakau weihen wird.

Ich freue mich über den Bau dieses schönen Gotteshauses, das der Göttlichen Barmherzigkeit geweiht ist. Ich empfehle der Obhut von Kardinal Macharski, der ganzen Erzdiözese Krakau und den Schwestern der Muttergottes von der Barmherzigkeit das Heiligtum und vor allem dessen geistliche Dimension an. Möge diese Zusammenarbeit bei der Verbreitung der Verehrung des barmherzigen Jesus reiche Früchte des Segens in den Herzen der Gläubigen in Polen und der ganzen Welt hervorbringen.

Der barmherzige Gott segne alle Pilger, die heute und in Zukunft hierherkommen, mit seinen überreichen Gaben.


von esther10 08.04.2013 00:35

APOSTOLISCHE PÖNITENTIARIE

DEKRET

Andachtsübungen zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit
mit Ablässen verbunden

»Großer Gott, dein Erbarmen und deine Güte sind unerschöpflich …« (Gebet nach dem Te deum), und »Großer Gott, du offenbarst deine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen . . .« (Tagesgebet vom 26. Sonntag im Jahreskreis), singt die Heilige Mutter Kirche in Demut und Treue. Gottes unermeßliche Zuwendung sowohl dem gesamten Menschengeschlecht als auch dem einzelnen Menschen gegenüber leuchtet vor allem dann auf, wenn Sünden und moralische Fehler vom allmächtigen Gott vergeben und die Schuldigen wieder in väterlicher Liebe zur Freundschaft mit ihm zugelassen werden, die sie verdientermaßen verloren hatten.

Die Gläubigen werden dadurch in ihrem Herzinnersten zum Gedächtnis und zur andächtigen Feier der Geheimnisse der göttlichen Vergebung bewogen. Sie erfassen auch sehr gut die hohe Angemessenheit, ja Pflichtschuldigkeit, daß das Volk Gottes die Göttliche Barmherzigkeit durch besondere Gebetstexte lobpreist und daß es gleichzeitig, nachdem es die erforderlichen erke dankbaren Herzens vollbracht und die notwendigen Bedingungen erfüllt hat, geistlichen Gewinn aus dem Schatz der Kirche ziehen kann. »Das Paschamysterium ist der Gipfelpunkt der Offenbarung und Verwirklichung des Erbarmens, das den Menschen zu rechtfertigen und die Gerechtigkeit wiederherzustellen vermag im Sinne der Heilsordnung, die Gott vom Anbeginn her im Menschen und durch ihn in der Welt wollte« (Enzyklika Dives in Misericordia, 7).

Die Göttliche Barmherzigkeit weiß tatsächlich auch die schwersten Sünden zu vergeben, aber während sie es tut, bewegt sie die Gläubigen dazu, einen übernatürlichen, nicht nur psychologischen Schmerz über die eigenen Sünden zu verspüren, damit die Gläubigen, immer mit Hilfe der göttlichen Gnade, den festen Vorsatz fassen, nicht mehr zu sündigen. Mit einer solchen inneren Haltung erlangt der Gläubige wirklich die Vergebung der Todsünden, wenn er das Bußsakrament fruchtbringend empfängt oder sie in einem Akt vollkommenen Schmerzes und vollkommener Liebe bereut mit dem Vorsatz, baldmöglichst das Bußsakrament zu empfangen. Denn unser Herr Jesus Christus lehrt uns im Gleichnis des verlorenen Sohnes, daß der Sünder sein Elend vor Gott mit den Worten »Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein« (Lk 15, 18–19) bekennen und auch spüren muß, daß es Gottes Werk ist: Er »war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden« (Lk 15, 32).

Unter dem Antrieb der Liebe des Barmherzigen Vaters und mit vorausschauender pastoraler Einfühlsamkeit wollte Papst Johannes Paul II. diese Gebote und Lehren des christlichen Glaubens tief in die Herzen der Gläubigen einsenken. Deshalb hat er den zweiten Sonntag der Osterzeit dazu bestimmt, dieser Gnadengaben mit besonderer Verehrung zu gedenken, und ihn mit der Bezeichnung »Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit« versehen (Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Dekret Misericors et miserator, 5. Mai 2000).

Im Evangelium vom zweiten Sonntag der Osterzeit wird von den Wundertaten erzählt, die unser Herr Jesus Christus nach seiner Auferstehung in der ersten öffentlichen Erscheinung vollbracht hat: »Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!em ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert« (Joh 20, 19–23).

Damit die Gläubigen diese Feier mit ganzem Herzen begehen, hat der Papst festgelegt, daß der vorgenannte Sonntag – wie in der Folge noch näher erklärt wird – mit dem vollkommenen Ablaß ausgestattet wird. Das hat den Zweck, daß die Gläubigen das Geschenk des Trostes des Heiligen Geistes in höherem Maß empfangen und so eine wachsende Liebe zu Gott und zum Nächsten entfalten können und, nachdem sie selbst die Vergebung Gottes empfangen haben, ihrerseits angeregt werden, sogleich den Brüdern und Schwestern zu vergeben.

Die Gläubigen werden dann den Geist des Evangeliums vollkommener beobachten, indem sie ihr Innerstes erneuern, entsprechend den Worten und der Einführung des II. Ökumenischen Vatikanischen Konzils: »Die Christen können, eingedenk des Wortes des Herrn: ›Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebt‹ (Joh 13, 35), nichts sehnlicher wünschen, als den Menschen unserer Zeit immer großherziger und wirksamer zu dienen … Der Vater will, daß wir in allen Menschen Christus als Bruder sehen und lieben in Wort und Tat« (Pastoralkonst. Gaudium et spes, 93).

Mit dem brennenden Wunsch, im christlichen Volk diese Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit auf Grund der von ihr zu erhoffenden reichen geistlichen Früchte zu fördern, hat der Papst in der Audienz am 13. Juni 2002 sich gewürdigt, den unterzeichneten Seiten der Apostolischen Pönitentiarie die Ablässe unter folgenden Bedingungen zu gewähren:

Der vollkommene Ablaß wird unter den gewohnten Bedingungen (Empfang des Bußsakraments, der heiligen Eucharistie und Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters) dem Gläubigen gewährt, der mit reinem, jeder, auch der läßlichen Sünde abgewandtem Herzen am zweiten Sonntag der Osterzeit, das heißt, dem »der Göttlichen Barmherzigkeit«, in einer Kirche oder einem Oratorium an den zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit durchgeführten Andachtsübungen teilnimmt oder wenigstens vor dem Allerheiligsten Sakrament der Eucharistie – öffentlich ausgesetzt oder im Tabernakel aufbewahrt – das »Vater unser« und das »Credo« betet mit dem Zusatz einer kurzen Anrufung des Barmherzigen Herrn Jesus (z.B. »Barmherziger Jesus, ich vertraue auf dich!«)

Ein Teilablaß wird dem Gläubigen gewährt, wenn er mit reuigem Herzen an den Barmherzigen Herrn Jesus eine der rechtmäßig genehmigten Anrufungen richtet.

Die Seefahrer, die ihre Pflicht im weiten Meer tun; die zahllosen Brüder und Schwestern, die durch das Unheil des Krieges, die politischen Wirrnisse, die Unbarmherzigkeit der Orte und aus anderen Gründen ihre Heimat verlassen haben; die Kranken und ihre Pfleger und alle, die aus berechtigten Gründen nicht außer Haus gehen können oder zugunsten der Gemeinschaft eine unaufschiebbare Tätigkeit ausüben, können den vollkommenen Ablaß am Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit gewinnen, wenn sie unter vollständiger Abkehr von jeder Sünde, wie zuvor gesagt, und mit dem Vorsatz, baldmöglichst die drei gewohnten Bedingungen zu erfüllen, vor dem Bild Unseres Barmherzigen Herrn Jesus das »Vater unser« und das Glaubensbekenntnis beten und eine Anrufung an den Barmherzigen Herrn Jesus hinzufügen (z.B. »Barmherziger Jesus, ich vertraue auf dich«).

Sollte den Gläubigen auch das nicht möglich sein, können an demselben Tag den vollkommenen Ablaß erlangen, die sich in der Absicht und Gesinnung des Herzens geistig mit denen vereinen, die in ordentlicher Weise das für den Ablaß vorgeschriebene Werk erfüllen und dem Barmherzigen Gott ein Gebet und die Leiden, die Krankheit und die Beschwerlichkeiten ihres Lebens aufopfern, wobei auch sie den Vorsatz haben, baldmöglichst die für die Gewinnung des vollkommenen Ablasses vorgeschriebenen drei Bedingungen zu erfüllen.

Die Priester, die den pastoralen Dienst versehen, vor allem die Pfarrer, sollen ihre Gläubigen in der angemessensten eise von dieser heilsamen Verfügung der Kirche unterrichten; sie sollen selbstlos und hilfsbereit deren Beichte hören und am Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit nach der Feier der heiligen Messe oder der Vesper oder während einer Andacht zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit die vorgenannten Gebete mit der dem Ritus entsprechenden Würde leiten; sie sollen, gemäß dem Wort des Herrn: »Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden« (Mt 5, 7), die Gläubigen in der Katechese behutsam dazu drängen, so häufig wie möglich Werke der Barmherzigkeit zu tun und dem Beispiel und Auftrag Jesu Christi folgen, wie es in der zweiten allgemeinen Gewährung des Enchiridion Indulgentiarum angegeben ist.

Das vorliegende Dekret bleibt immer in Kraft, ungeachtet jeglicher gegenteilig lautenden Vorschrift.

Rom, beim Sitz der Apostolischen Pönitentiarie, am 29. Juni 2002, am Hochfest der hll. Apostel Petrus und Paulus 2002.

LUIGI DE MAGISTRIS
Titularerzbischof von Nova
Pro-Großpönitentiar

von 07.04.2013 07:11

OSTERZEIT
ZWEITER SONNTAG

8

DER GLAUBE DES THOMAS

Den Skeptikern und Distanzierten sagen: Christus lebt.
Thomas' Zweifel heilt die Wunden unseres schwachen Glaubens.
Den Glauben kennen, um ihn bekennen zu können.


I. Der erste Tag der Woche1 - der Tag der Auferstehung - ist voll aufregender Erlebnisse, vom frühen Morgen, als eben die Sonne aufging2, bis am Abend3, als Jesus den Seinen erschien und sie mit dem Friedensgruß aufrichtete. Nicht alle konnten Christi Wort - Der Friede sei mit euch! - und Gebärde - er zeigte ihnen seine Hände und seine Seite - wahrnehmen. Thomas war nicht dabei.

Wer war Thomas? Das Evangelium überliefert uns von ihm nur wenige Worte. Sie charakterisieren ihn als einen mutigen Freund Jesu - dann laßt uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben, sagt er einmal in kritischer Situation4 - und als einen Menschen, der sich nicht scheut, einzugestehen, daß er etwas »nicht versteht« Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?5, warf er ein, als Jesus beim Letzten Abendmahl sagte: Wohin ich gehe, den Weg dorthin kennt ihr.6»Vielleicht haben ihn die Apostel überall gesucht, bis sie ihn fanden. Die gewandelte Atmosphäre beeindruckt jedoch den Realisten nicht: Wir haben den Herrn gesehen! Der Herr ist tot: gekreuzigt und begraben. Ist das nicht die Wirklichkeit? Und also: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.7

Die übrigen Apostel können nur wiederholen: Aber wir haben ihn doch gesehen! Erst Christus selbst wird Thomas zeigen, daß seine Einstellung die Wirklichkeit verkürzt, weil sie nicht mit der Macht Gottes rechnet.

Auch wir spüren hin und wieder eine Art Ohnmacht gegenüber Menschen, die nur die Dimension des Greifbaren, Berührbaren gelten lassen. In unserem Christus lebt erblicken sie den eitlen Versuch, die Trostlosigkeit zu bemänteln. Sie mögen Christus bewundern, aber als einen Toten, als ein Stück wundervoller menschlicher Geschichte, das aber ins reale Leben nicht einzugreifen vermag. Wir können solcher Kurzsichtigkeit selten mit Worten abhelfen; aber wir können um Licht für diese Menschen bitten und ihnen durch unsere Art zu leben zeigen, daß der Glaube an den Auferstandenen unverbrüchlich trägt. Wir können diese Menschen nachdenklich stimmen und ermutigen, den Anfang einer Öffnung zu wagen. Gelegentlich werden auch wir die Erfahrung machen: »Was tagelange Glaubensdiskussionen mit einem zweifelnden oder ungläubigen Gesprächspartner nicht bewirkten, nämlich Klarheit zu gewinnen, bewirkte die Befolgung eines praktischen Rates, einfach wieder zu beten oder erst einmal zur Beichte zu gehen. Es ist der Rat, der in die gleiche Richtung weist wie jener, den Jesus seinen suchenden und fragenden Jüngern gab: >Kommt und seht!<«8

II. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!9

Die Antwort des Thomas ist keine Rechtfertigung, keine Entschuldigung. Im Mein Herr und mein Gott! fallen Anbetung, Glaube, Hingabe und Reue zusammen. Auf einen Schlag muß er einsehen, wie kurzsichtig vermeintlicher Realismus und Objektivität waren. Er erfährt den österlichen Realismus, der jede menschliche Logik und alle »Fakten« hinter sich läßt.

Gregor der Große sieht den Zweifel des Thomas als Stärkung des Glaubens für alle, die nach ihm den Glauben an Christus angenommen haben: »Meint ihr etwa, es sei Zufall gewesen, daß jener Apostel abwesend war und daß er heimkehrend von der Erscheinung hörte, hörend zweifelte, zweifelnd nach Greifbarem verlangte und beim Ergreifen glaubte? Es war kein Zufall, sondern Gottes Fügung. Die göttliche Barmherzigkeit erwies sich wieder einmal als wunderbar: als der zweifelnde Apostel die Wunden am Leib seines Meisters berührte, heilte er in uns die Wunden des Unglaubens.«10

Wenn unser Glaube stark ist, werden andere sich auf ihn stützen. Und unser Glaube wird stark, wenn wir es lernen, Tag für Tag Menschen und Dinge im Licht des Evangeliums zu sehen und unser Tun so auszurichten, daß es auf die Lebendigkeit der Lehre Christi schließen läßt. Und wenn uns trotzdem - wie Thomas - Zweifel oder Anfechtungen überkommen: bei Schwierigkeiten im Apostolat, bei Ereignissen, die uns unbegreiflich erscheinen, oder bei innerer Dunkelheit, dann, weil Gott uns läutern will. In einem Text des Zweiten Vatikanischen Konzils heißt es: »Nur im Licht des Glaubens und in der betenden Versenkung in Gottes Wort wird es möglich, immer und überall Gott zu erkennen, in dem >wir leben, uns bewegen und sind< (Apg 17,28), in allem Geschehen seinen Willen zu suchen, in allen Menschen, ob sie uns nahe- oder fernstehen, Christus zu sehen und richtig zu beurteilen, welche Bedeutung und welchen Wert die zeitlichen Dinge in sich selbst und in Hinordnung auf das Ziel des Menschen haben.«11

Das heutige Evangelium ruft uns zur Besinnung auf. »Wir wollen wieder unsere Aufmerksamkeit dem Meister zuwenden. Vielleicht vernimmst auch du in diesem Augenblick den Tadel, den Christus an Thomas richtete: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände. Reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite und sei nicht mehr ungläubig, sondern gläubig. Ebenso wie Thomas rufe auch du in aufrichtiger Reue: Mein Herr und mein Gott! - Ich erkenne dich an für immer als meinen Meister, und für immer will ich, mit deiner Hilfe, deine Lehren wie einen Schatz hüten und in Treue zu befolgen suchen.«12

III. Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.13 Gregor der Große schreibt dazu: »Darin sind auch wir mitgemeint, die wir im Geiste den bekennen, den wir im Fleische nicht gesehen haben. Mitgemeint sind wir, vorausgesetzt, daß wir nach dem Glauben leben; denn nur der glaubt wirklich, der tut, was er glaubt.«14

Christi Auferstehung ist ein Aufruf an jeden Christen zum Zeugnis durch die Echtheit seines Lebens. Bei den Urchristen wurde die Evangelisierung »ohne sonderlichen Auftrag allein durch die Kraft des in der Taufe gegründeten Glaubens betrieben und geht in der Regel von jedem beliebigen Christen aus. Wir treffen auf Priester, aber die Laien sind in der Mehrzahl. Das Christentum sickert durch, es breitet sich im Bereich der Familie, der Arbeit und des persönlichen Umgangs aus (...). Erstaunlich an den Christen des 2. Jahrhunderts ist ihre Präsenz im Leben der Menschen, in den Läden und Werkstätten, in den Lagern und auf den öffentlichen Plätzen. Sie nehmen am wirtschaftlichen und sozialen Leben teil, sie sind in den Alltag verwoben und leben wie jedermann (...). In diesem Miteinander des gemeinsamen Lebens bereiten sich die Bekehrungen vor.«15

Glaubenszeugnis verlangt Glaubenskenntnis. Die Kirche hat deshalb die wichtigsten Glaubensaussagen im Katechismus zusammengefaßt. Der heilige Augustinus weist in seinen Predigten für die Katechumenen, die sich auf die Taufe vorbereiten, darauf hin: »Nun also, wir werden am nächsten Samstag die Vigil feiern. Ihr werdet, so Gott will, nicht das Gebet (das Vaterunser) durchnehmen, sondern das Symbolum (das Glaubensbekenntnis). Ihr sollt es jetzt lernen, denn später, in der Kirche, werdet ihr es nicht jeden Tag vom betenden Volk hören. Nachdem ihr es gelernt habt, betet es täglich, damit ihr es nicht vergeßt: betet euer Symbolum beim Aufstehen und beim Schlafengehen, betet es zu Gott, bringt es euch ins Gedächtnis, säumet nicht damit. Denn Wiederholung ist zum Behalten gut. Sagt also nicht: >Ich habe es schon gestern gebetet und heute und jeden Tag, ich habe es mir also gut eingeprägt.< Denn es soll wie ein Denkzettel deines Glaubens und wie ein Spiegel sein, in welchem du dich anschaust. Schau dich also an in diesem Spiegel, prüfe dich, ob du weiter all die Wahrheiten glaubst, die du im Worte bekennst, freue dich Tag für Tag am Glauben. Denn diese Wahrheiten sollen dein Reichtum sein und wie das schöne Kleid deiner Seele.«16 Diese Worte sind auch heute aktuell, da viele Christen wesentliche Inhalte des Glaubens nicht mehr gegenwärtig haben.

Der Herr erwartet, daß wir ihn ebenso mit unseren Taten vor den Menschen bekennen. Es liegt nahe, sich zu fragen: Hätte ich nicht in jener Situation mutiger sein können? Haben meine Arbeitskollegen erkennen können, daß ich nach dem Glauben lebe? Bin ich furchtsam im apostolischen Zeugnis? Bin ich mit den wesentlichen Inhalten meines Glaubens gut vertraut? Fragen, die uns helfen können in unserem Bemühen, Zeugnis vom Auferstandenen zu geben. Die »treue Jungfrau« und »Königin der Apostel« möge uns dabei helfen.

1 vgl. Joh 20,1. - 2 Mk 16,2. - 3 Joh 20,19. - 4 Joh 11,16. - 5 Joh 14,5. - 6 Joh 14,4. - 7 Joh 20,25. - 8 F.Kard.Hengsbach, Plädoyer für den Glauben, Köln 1991, S.92. - 9 Joh 20,26-27. - 10 Gregor der Große, Homilien über die Evangelien, 26,7. - 11 II.Vat.Konz., Dekret Apostolicam actuositatem, 4. - 12 J.Escrivá, Freunde Gottes, 145. - 13 Joh 20,29. - 14 Gregor der Große, a.a.O., 26,9. - 15 A.Hamman, Die ersten Christen, Stuttgart 1985, S.72-75. - 16 Augustinus, Predigt 58, 15.

von 06.04.2013 10:28

OSTERZEIT
OSTEROKTAV - SAMSTAG

7

GEHT HINAUS IN DIE GANZE WELT

Recht und Pflicht zum christlichen Zeugnis.
Der Widerspruch der Welt.
Neuevangelisierung
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I. Die Apostel erfuhren die Auferstehung »als die entscheidende Selbsterschließung des Herrn, die sie überwältigte, als den Aufgang eines sieghaften Glaubens, als die endgültige Einführung in den Sinn des Christusereignisses, als die Erfüllung mit Heiligem Geist und als die Bevollmächtigung zu einem universalen Sendungsauftrag.«1 Diese Bevollmächtigung ruft zum Zeugnis für ihn bis zum Ende der Zeiten auf. jede Erscheinung des auferstandenen Christus mündet in einen Auftrag und eine Sendung. Zu Maria von Magdala spricht er: Geh zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater.2 Den anderen Frauen trägt er auf: Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.3 Die Jünger von Emmaus fühlen den Drang, gleich aufzubrechen und den Elfen zu sagen, daß Jesus lebt.4 Im heutigen Evangelium hören wir den gebieterischen Befehl, der von nun an für immer gelten wird: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!5

Die Apostel beginnen alsbald, im Namen des Herrn allen Völkern, angefangen in Jerusalem, zu verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.6 Sie verkünden keine Theorien, sondern bezeugte Heilstaten: Ihr seid Zeugen dafür7, hatte der Herr ihnen gesagt. Als nach dem Tode des Judas die Zwölfzahl ergänzt werden mußte, suchte man den Nachfolger im Kreis jener, die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus, der Herr bei uns ein und ausging. Denn nur ein solcher konnte zusammen mit uns Zeuge seiner Auferstehung sein.8

In den Elf ist die ganze Kirche präsent. Der Auftrag an sie setzt sich durch die Jahrhunderte in jedem Christen fort. Christen verkünden, daß ihr Herr lebt, daß er Sünde und Tod besiegt hat und uns Anteil am göttlichen Leben gibt. Diese Verkündigung macht Freude - sie ist ein Recht und eine Pflicht, denn »die christliche Berufung ist ihrer Natur nach auch Berufung zum Apostolat t«9. »Alle Gläubigen, vom Papst bis zum jüngsten Täufling, haben Anteil an derselben Berufung, am selben Glauben, am selben Geist, an derselben Gnade (...). Alle haben aktiven und verantwortlichen Anteil an der einen Sendung Christi und der Kirche.«10

Die erste Lesung der heutigen Messe zeigt uns, wie tief die Apostel sich ihres Auftrags bewußt waren: Die Führer des Volkes haben ihnen verboten, im Namen Jesu zu lehren. Petrus und Johannes antworten: Ob es vor Gott recht ist, mehr auf euch zu hören als auf Gott, das entscheidet selbst. Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben.11

Es gibt in unserer Welt viele, die unwissend sind und orientierungslos, die Irrwege gehen. Nur Menschen, die die Freude, Christ zu sein, kennen, können ihnen Zeugnis vom Heil geben: »>Man zündet nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter, dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.<

Und als die Zeit seines Wirkens auf Erden vollendet ist, befiehlt der Herr: >Euntes docete< - geht hin und lehrt! Er will, daß sein Licht in den Taten und Worten seiner Jünger aufleuchte - auch in deinem Handeln, in deinem Reden...«12

II. Mit dem Beginn des mutigen Zeugnisses für Christus erfahren die Apostel zugleich auch Widerspruch, Verfolgung, schließlich das Martyrium. »Ein Zeugnis bloßer Worte wiegt nicht schwer; es kann auch falsches Zeugnis sein. Wo aber mit dem Zeugnis des Leidens das Leben selbst zum Zeugnis wird, sind andere Gewichte im Spiel. Die Apostel zeugen für Jesus mit ihrem Leben, weil er selbst lebendig, das Leben, ist und weil sie dessen völlig sicher sind. Das Zeugnis des Lebens gilt dem, den sie als Lebendigen gesehen haben.«13

Unverständnis und Widerspruch begleiten die christliche Botschaft: Ein Jünger steht nicht über seinem Meister14. Sie sind wie eine Feuerprobe für den Christen und eine Gelegenheit, in Glaube, Hoffnung und Liebe zu wachsen. Durch sie finden wir leichter zum Gebet, zum Opfer und zum inneren Gleichmut, den Rat des Apostels beherzigend: Besiege das Böse durch das Gute!15

Ein Text des Zweiten Vatikanums sagt über das Verhalten vieler Gläubigen, »daß sie durch Vernachläßigung der Glaubenserziehung, durch mißverständliche Darlegung der Lehre oder auch durch die Mängel ihres religiösen, sittlichen und gesellschaftlichen Lebens das wahre Antlitz Gottes und der Religion eher verhüllen als offenbaren«16. Sind das nicht in der Tat Verhaltensweisen, die nicht selten die Atmosphäre, ob im Gespräch unter Kollegen oder in den Medien, prägen? Materieller Wohlstand gilt vielen als das einzig erstrebenswerte Lebensziel. Sie verschließen sich den Werten des Glaubens und sehen zu, wie andere eine Welt ohne Gott aufzubauen suchen. Ein Christ, der Glaubenszeugnis geben will, hat sich nicht selten gegen den Strom gängiger Vorstellungen und modischer Medientrends zu behaupten. »Zu den dringlichsten Aufgaben des Christen gehört die Wiedererlangung der Fähigkeit zum Nonkonformismus, das heißt die Fähigkeit, sich so manchen kulturellen Entwicklungen der Umwelt zu widersetzen.«17

Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Das Wort des Herrn gilt ganz besonders in unserer Zeit. Christus will, daß seine Jünger überall gegenwärtig und tonangebend sind: in der Familie, in der Universität, in Produktionshallen oder auf dem Feld. Überall braucht Christus Männer und Frauen, die nicht kneifen. Papst Johannes Paul II. sagt zur Neuevangelisierung Europas: »Es werden Herolde des Evangeliums gebraucht, die Experten im Umgang mit den Menschen sind, die das Herz des heutigen Menschen gründlich kennen, seine Freuden und Hoffnungen, Ängste und Sorgen teilen und zugleich beschauliche Freunde Gottes sein wollen. Dazu bedarf es neuer Heiliger. Die großen Evangelisatoren Europas waren die Heiligen.«18

III. Die Kirche entsteht aus dem österlichen Geheimnis. Nach rein irdischen Maßstäben ist sie von der Ohnmacht des Kreuzes geprägt - doch im tiefsten ist ihr Gesetz das des Lebens. Für sie gilt das Gleichnis vom Sämann19, ablesbar schon am Leben und Werk Christi selbst: »Alle wahrhaft fruchtbaren Dinge beginnen in dieser Welt im Geringen und im Verborgenen. Und Gott selber hat sich mit seinem Werk in der Welt diesem Gesetz angepaßt. Gott selber tritt in dieser Weltenzeit inkognito auf, in der Gestalt der Armseligkeit, der Ohnmacht. Und die Wirklichkeiten Gottes - die Wahrheit, die Gerechtigkeit, die Liebe sind geringe, getretene Wirklichkeiten in dieser Welt. Dennoch leben die Menschen, lebt die Welt von ihnen und könnte nicht bestehen, gäbe es sie nicht.«20 Die Kirche trägt in sich eine weltverwandelnde Energie. Aber es ist nötig, daß die, die ihr angehören, diese Energie weitergeben.

Ein Christ, der weiß, daß er aus dem Reichtum der Kirche lebt, wird auch in einer gottflüchtigen Welt in seinem Bemühen freudig ausharren, der Gesellschaft ein christlicheres und menschlicheres Antlitz zu geben »mit einem übernatürlichen Optimismus, der im Glauben verwurzelt ist, von der Hoffnung genährt wird und dem die Liebe Flügel verleiht. (...) Glauben: Meidet den Defaitismus und die unnützen Klagen über die religiöse Lage eurer Länder und fangt an, mit Elan zu arbeiten, indem ihr viele andere Menschen dazu bewegt. Hoffnung, denn >Gott verliert keine Schlachten< (...). Wenn die Hindernisse auch groß sind, um so größer ist das Übermaß der göttlichen Gnade: Der Herr wird sich euer als Hebel bedienen, um die Menschen aufzurichten. Liebe: Arbeitet mit größter Lauterkeit, aus Liebe zu Gott und zu den Menschen. Habt Zuneigung und Geduld für den Nächsten, sucht nach neuen (apostolischen) Möglichkeiten und Initiativen: denn die Liebe macht erfinderisch.«21

Nachdem die Elf den Auftrag des Herrn, das Evangelium zu verkünden, erhalten hatten, versammelten sie sich im Abendmahlssaal zusammen mit Maria. Die Kirche preist sie als Königin der Apostel. Sie war die Mitte der betenden Gemeinde, bis der Heilige Geist auf sie herabkam und sie mit der Kraft zum Zeugnisgeben erfüllte.

1 L.Scheffczyk, Katholische Glaubenswelt, Aschaffenburg 1978, S.237. - 2 Joh 20,17. - 3 Mt 28,10. - 4 vgl. Lk 24,33. - 5 Mk 16,9-15. - 6 vgl. Lk 24,47. - 7 Lk 24,48. - 8 vgl. Apg 1,21-22. - 9 II.Vat.Konz., Dekret Apostolicam actuositatem, 2. - 10 A.del Portillo, Gläubige und Laien in der Kirche, Paderborn 1971, S.23. - 11 Apg 4,19-20. - 12 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.930. - 13 J.Kard.Ratzinger, Diener eurer Freude, Freiburg 1988, S.62-63. - 14 Mt 10,24. - 15 Röm 12,21. - 16 II.Vat.Konz., Konst. Gaudium et spes, 19. - 17 J.Kard.Ratzinger, Zur Lage des Glaubens, München 1985, S.117. - 18 Johannes Paul II., Ansprache an die Teilnehmer am 6. Symposion der europäischen Bischöfe, 11.10.1985. - 19 vgl. Lk 8,4-15. - 20 J.Kard.Ratzinger, Diener eurer Freude, Freiburg 1988, S.15. - 21 A.del Portillo, Hirtenbrief, 25.12.1985.

von esther10 06.04.2013 00:52

Homilie am Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit 7. April 2013, Lesejahr C
der göttlichen Barmherzigkeit
7. April 2013, Lesejahr C

L 1: Apg 5,12-16; L 2: Offb 1, 9-11a.12-13.17-19; Ev: Joh 20,19-31
Die liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch.
http://stjosef.at/predigten/

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Im Tod und in der Auferstehung Jesu Christi wirkt Gott das Heil der Menschen. Das Geheimnis der Erlösung ist vor allem ein Erweis der göttlichen Barmherzigkeit. So ist es angebracht, dass wir den 2. Sonntag der Osterzeit als Sonntag der Barmherzigkeit Gottes begehen.
Wenn wir die Weltgeschehnisse beobachten, aber auch wenn wir mit verschiedenen Erfahrungen unseres Alltags konfrontiert sind, dann scheint uns mitunter: Die Welt ist kälter geworden. Egoismus und Rücksichtslosigkeit geben den Ton an; die Werte des Mitleids und des Erbarmens zählen wenig in einer Gesellschaft, die vor allem den Kult des Schönen und Gesunden sowie der Leistung aus eigener Kraft pflegt. Und doch gibt es unbeschreiblich viel Not auf der Welt, und dies in allen ihren Erscheinungsformen: materielle Not, Krankheiten und Behinderungen, soziale Ausgrenzung, psychische Leiden und Beschwerden – und nicht zuletzt jene Not, die damit zu tun hat, dass der Mensch Gott nicht mehr kennt und anerkennt und sich radikal von ihm absondert und entfremdet (denn nichts anderes besagt der Begriff „Sünde“ als Absonderung und Trennung von Gott).
Ob wir es wahrnehmen oder nicht, ob es den einzelnen bewusst ist oder nicht – im Grunde durchdringt unsere Welt ein „Schrei nach Erbarmen“: denn dort wo alles kalt und herzlos geworden ist, bleibt doch die Sehnsucht nach liebevoller Nähe und Zuwendung; dort wo alles in Brüche gegangen ist und wo die Bande menschlicher Beziehungen zutiefst verletzt sind, bedarf der Mensch umso mehr des Geschenks der Versöhnung, um einen Neubeginn mit Gott und den Menschen wagen zu können.
Der auferstandene Herr macht seinen Jüngern und damit der Kirche insgesamt das einzigartige Geschenk seiner Barmherzigkeit: Er ermächtigt die Apostel, in seinem Namen den Menschen die Sünden zu vergeben. Im Bußsakrament wird uns die Überfülle des göttlichen Erbarmens zuteil. Der Mensch klagt sich selber an, doch er wird vom Priester in der Person Christi nicht verurteilt, sondern losgesprochen! Wie heilsam ist doch diese Erfahrung; wie sehr brauchen wir alle täglich neu das Geschenk des göttlichen Erbarmens, wie gut tut es uns doch, wenn wir das Sakrament der Buße (die heilige Beichte) wieder neu entdecken – und das nicht zur zu Ostern oder an gewissen „heiligen Zeiten“, sondern in bewusster Entscheidung auch öfter, damit die Quellen des göttlichen Erbarmens für die Kirche und Gesellschaft unserer Zeit neu erschlossen werden.
Der selige Papst Johannes Paul II. hat es so formuliert: „Jesus Christus ist der einzige Erlöser der Welt. In der Fülle der Zeiten ist in ihm das Erbarmen Gottes Fleisch geworden, um der durch die Sünde verletzten Menschheit das Heil zu schenken.“
Danken wir unserem Herrn Jesus Christus für seine erbarmende Liebe, in der er uns das Antlitz des himmlischen Vaters zeigt! Wir wollen uns der Fürbitte der Jungfrau Maria anempfehlen. Sie ist die „Mutter der göttlichen Barmherzigkeit“. Als Zeugen der Liebe und des göttlichen Erbarmens wollen wir zu den Menschen gehen, wo immer sie auf uns warten und der erbarmenden Liebe bedürfen.
Amen.

von esther10 06.04.2013 00:26

Barmherzigkeitssonntag und vollkommener Ablaß, ein Sonntag nach Ostern

JESUS OFFENBART SCHWESTER FAUSTINA KOWALSKA:

"Künde der Welt Meine große, unergründliche Barmherzigkeit.

http://www.barmherzigkeitssonntag.de/

Bereite die Welt vor auf Meine zweite Ankunft.

Bevor ich als Richter komme, öffne Ich noch ganz weit die Tore Meiner Barmherzigkeit."

Barmherzigkeitsrosenkranz
http://www.rosenkranzgebete.de/jesus/bar...kranz/index.php



O Seelen der Menschen, wohin werdet ihr flüchten am Tage des göttlichen Zornes? Nehmt jetzt Zuflucht zur Quelle der Barmherzigkeit Gottes. 0, welch große Zahl von Seelen sehe ich, die Gottes Barmherzigkeit gepriesen haben und in Ewigkeit das Loblied singen werden.

Festes der göttlichen Barmherzigkeit

am ersten Sonntag nach Ostern.



Jesus verband zwei Verheißungen mit der Verehrung des Bildes:

"Ich verspreche der Seele, die dieses Bild verehrt, dass sie nicht zugrunde gehen wird. Ich verspreche ihr ferner schon hier auf Erden den Sieg über die Feinde, aber in besonderer Weise in der Stunde des Todes. Ich selbst werde sie verteidigen wie meine eigene Ehre. Ich wünsche, dass ein Fest der göttlichen Barmherzigkeit am ersten Sonntag nach Ostern gefeiert wird. . . Ich will, dass die Priester diese meine große Barmherzigkeit den sündigen Seelen verkünden; der Sünder fürchte sich nicht, sich mir zu nahen; es verzehren mich die Flammen der Barmherzigkeit, und ich will sie in den Seelen entzünden. Das Misstrauen der Seele zerfleischt mein Inneres. Noch weit mehr schmerzt mich das Misstrauen einer auserwählten Seele. Trotz meiner unerschöpflichen Liebe vertrauen sie mir nicht, nicht einmal mein Tod genügt ihnen. Wehe der Seele, die meine Liebe missbraucht!"





Der Heiland sprach folgende Worte zu ihr:

Ich wünsche, dass der erste Sonntag nach Ostern zum Feste der göttlichen Barmherzigkeit bestimmt wird. Sage deinem Beichtvater, dass er meine große Barmherzigkeit der ganzen Welt verkünde. Wer immer an diesem Tage sich der Quelle des Lebens nähert, wird die vollkommene Nachlassung aller Sünden und Strafen erlangen. Das menschliche Geschlecht wird nicht eher den Frieden finden, bis es mit Vertrauen sich an meine Barmherzigkeit wendet. Meine Seele erfreut sich an diesem Titel der Barmherzigkeit, da die Barmherzigkeit die größte aller göttlichen Eigenschaften ist. Alle Werke meiner Hände sind von Barmherzigkeit gekrönt. Ehe ich als gerechter Richter komme, komme ich als König der Barmherzigkeit. Oh, wie mich das Misstrauen der Seelen verwundet! Solche Seelen bekennen zwar, dass ich heilig und gerecht bin; aber sie glauben nicht, dass ich barmherzig bin, und erkennen meine Güte nicht an. Auch die Teufel ehren meine Gerechtigkeit, aber sie glauben nicht an meine Güte, und dies ist die Ursache, dass sie Teufel sind."

Ein anderes Mal sagte ihr Jesus:

"Meine Tochter, sprich zur ganzen Welt von meiner unvorstellbaren Barmherzigkeit. Ich wünsche, dass das Fest der Barmherzigkeit eine Zuflucht und eine Heimstätte sei für alle Seelen und vor allem für die armen Sünder. An jenem Tage wird sich das Innerste meiner Barmherzigkeit öffnen. Ich werde ein Meer von Gnaden auf die Seelen ausgießen, welche sich dem Brunnen meiner Barmherzigkeit nähern werden. Die Seele, die an diesem Tage beichtet und kommuniziert, wird die vollkommene Nachlassung aller Schuld und aller Strafen erhalten. Möge keine Seele sich fürchten, sich mir zu nähern. selbst wenn ihre Sünden rot wie Purpur wären! Dieses Fest ist hervorgequollen aus dem Schoß der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, die durch mich, das göttliche Wort, euch den Abgrund ihrer göttlichen Barmherzigkeit zu erkennen gibt. Ich wünsche, dass es am ersten Sonntag nach Ostern feierlich begangen werde."

Einmal, als ich durch den Korridor zur Küche ging,

hörte ich in meiner Seele die Worte:

«Bete unablässig den Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit, den Ich Dich gelehrt habe.
Wer auch immer ihn beten wird, der erfährt in seiner Todesstunde Meine große Barmherzigkeit. Die Priester werden ihn den Sündern als letzten Rettungsanker reichen. Sollte es der verstockteste Sünder sein - falls er nur ein Mal diesen Rosenkranz betet, wird ihm die Gnade Meiner unendlichen Barmherzigkeit zuteil. Ich wünsche, dass die ganze Welt Meine Barmherzigkeit erkennt. Unbegreifliche Gnaden will ich jenen Seelen erteilen, die Meiner Barmherzigkeit Vertrauen schenken.»

Bei Sterbenden

JESUS lehrte Sr. Faustine einen besonderen Rosenkranz und versprach: »Jeder, der ihn betet, wird meine Barmherzigkeit im Leben und besonders in der Todesstunde erfahren. Wird er bei einem Sterbenden gebetet, besänftigt sich der Zorn Gottes, und eine unermeßliche Barmherzigkeit umfängt mit Rücksicht auf das schmerzliche Leiden des göttlichen Sohnes diese Seele«.


ZUR VORBEREITUNG AUF DAS
"Fest der göttlichen Barmherzigkeit"

sollte die

"Novene zur Göttlichen Barmherzigkeit"

gebetet werden.
Die Novene beginnt am Karfreitag und endet am Samstag vor dem Barmherzigkeitssonntag.

Die Novene zur göttlichen Barmherzigkeit kann zu jeder Zeit gebetet werden, aber besonders ab Karfreitag.

Wer nicht durch die Pforten Meiner Barmherzigkeit eingehen will,

muss vor Meiner Gerechtigkeit erscheinen.

http://www.barmherzigkeitssonntag.de/

BEICHTE IST AM
07.04.2013: dem Barmherzigkeitssonntag

BEICHTE AM BARMHERZIGKEITSSONNTAG


Die Seele, die an diesem Tage beichtet und kommuniziert, wird die vollkommene Nachlassung aller Schuld und aller Strafen erhalten.

Möge keine Seele sich fürchten, sich mir zu nähern, selbst wenn ihre Sünden rot wie Purpur wären!

Zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses sind die Verrichtung des mit dem Ablass versehenen Werkes und die Erfüllung folgender drei Bedingungen erforderlich:

sakramentale Beichte,

eucharistische Kommunion

und Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters.

Darüber hinaus ist das Freisein von jeder Anhänglichkeit an irgendeine auch lässliche Sünde erforderlich.
Damit jemand fähig ist, Ablässe zu gewinnen, muss er getauft sein; er darf nicht exkommuniziert sein und muss sich wenigstens beim Abschluss der vorgeschriebenen Werke im Stand der Gnade befinden.




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APOSTOLISCHE PÖNITENTIARIE

DEKRET

Andachtsübungen zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit
mit Ablässen verbunden
http://www.vatican.va/roman_curia/tribun...cree-ii_ge.html


»Großer Gott, dein Erbarmen und deine Güte sind unerschöpflich …« (Gebet nach dem Te deum), und »Großer Gott, du offenbarst deine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen . . .« (Tagesgebet vom 26. Sonntag im Jahreskreis), singt die Heilige Mutter Kirche in Demut und Treue. Gottes unermeßliche Zuwendung sowohl dem gesamten Menschengeschlecht als auch dem einzelnen Menschen gegenüber leuchtet vor allem dann auf, wenn Sünden und moralische Fehler vom allmächtigen Gott vergeben und die Schuldigen wieder in väterlicher Liebe zur Freundschaft mit ihm zugelassen werden, die sie verdientermaßen verloren hatten.

Die Gläubigen werden dadurch in ihrem Herzinnersten zum Gedächtnis und zur andächtigen Feier der Geheimnisse der göttlichen Vergebung bewogen. Sie erfassen auch sehr gut die hohe Angemessenheit, ja Pflichtschuldigkeit, daß das Volk Gottes die Göttliche Barmherzigkeit durch besondere Gebetstexte lobpreist und daß es gleichzeitig, nachdem es die erforderlichen erke dankbaren Herzens vollbracht und die notwendigen Bedingungen erfüllt hat, geistlichen Gewinn aus dem Schatz der Kirche ziehen kann. »Das Paschamysterium ist der Gipfelpunkt der Offenbarung und Verwirklichung des Erbarmens, das den Menschen zu rechtfertigen und die Gerechtigkeit wiederherzustellen vermag im Sinne der Heilsordnung, die Gott vom Anbeginn her im Menschen und durch ihn in der Welt wollte« (Enzyklika Dives in Misericordia, 7).

Die Göttliche Barmherzigkeit weiß tatsächlich auch die schwersten Sünden zu vergeben, aber während sie es tut, bewegt sie die Gläubigen dazu, einen übernatürlichen, nicht nur psychologischen Schmerz über die eigenen Sünden zu verspüren, damit die Gläubigen, immer mit Hilfe der göttlichen Gnade, den festen Vorsatz fassen, nicht mehr zu sündigen. Mit einer solchen inneren Haltung erlangt der Gläubige wirklich die Vergebung der Todsünden, wenn er das Bußsakrament fruchtbringend empfängt oder sie in einem Akt vollkommenen Schmerzes und vollkommener Liebe bereut mit dem Vorsatz, baldmöglichst das Bußsakrament zu empfangen. Denn unser Herr Jesus Christus lehrt uns im Gleichnis des verlorenen Sohnes, daß der Sünder sein Elend vor Gott mit den Worten »Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein« (Lk 15, 18–19) bekennen und auch spüren muß, daß es Gottes Werk ist: Er »war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden« (Lk 15, 32).

Unter dem Antrieb der Liebe des Barmherzigen Vaters und mit vorausschauender pastoraler Einfühlsamkeit wollte Papst Johannes Paul II. diese Gebote und Lehren des christlichen Glaubens tief in die Herzen der Gläubigen einsenken. Deshalb hat er den zweiten Sonntag der Osterzeit dazu bestimmt, dieser Gnadengaben mit besonderer Verehrung zu gedenken, und ihn mit der Bezeichnung »Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit« versehen (Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Dekret Misericors et miserator, 5. Mai 2000).

Im Evangelium vom zweiten Sonntag der Osterzeit wird von den Wundertaten erzählt, die unser Herr Jesus Christus nach seiner Auferstehung in der ersten öffentlichen Erscheinung vollbracht hat: »Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!em ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert« (Joh 20, 19–23).

Damit die Gläubigen diese Feier mit ganzem Herzen begehen, hat der Papst festgelegt, daß der vorgenannte Sonntag – wie in der Folge noch näher erklärt wird – mit dem vollkommenen Ablaß ausgestattet wird. Das hat den Zweck, daß die Gläubigen das Geschenk des Trostes des Heiligen Geistes in höherem Maß empfangen und so eine wachsende Liebe zu Gott und zum Nächsten entfalten können und, nachdem sie selbst die Vergebung Gottes empfangen haben, ihrerseits angeregt werden, sogleich den Brüdern und Schwestern zu vergeben.

Die Gläubigen werden dann den Geist des Evangeliums vollkommener beobachten, indem sie ihr Innerstes erneuern, entsprechend den Worten und der Einführung des II. Ökumenischen Vatikanischen Konzils: »Die Christen können, eingedenk des Wortes des Herrn: ›Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebt‹ (Joh 13, 35), nichts sehnlicher wünschen, als den Menschen unserer Zeit immer großherziger und wirksamer zu dienen … Der Vater will, daß wir in allen Menschen Christus als Bruder sehen und lieben in Wort und Tat« (Pastoralkonst. Gaudium et spes, 93).

Mit dem brennenden Wunsch, im christlichen Volk diese Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit auf Grund der von ihr zu erhoffenden reichen geistlichen Früchte zu fördern, hat der Papst in der Audienz am 13. Juni 2002 sich gewürdigt, den unterzeichneten Seiten der Apostolischen Pönitentiarie die Ablässe unter folgenden Bedingungen zu gewähren:

Der vollkommene Ablaß wird unter den gewohnten Bedingungen (Empfang des Bußsakraments, der heiligen Eucharistie und Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters) dem Gläubigen gewährt, der mit reinem, jeder, auch der läßlichen Sünde abgewandtem Herzen am zweiten Sonntag der Osterzeit, das heißt, dem »der Göttlichen Barmherzigkeit«, in einer Kirche oder einem Oratorium an den zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit durchgeführten Andachtsübungen teilnimmt oder wenigstens vor dem Allerheiligsten Sakrament der Eucharistie – öffentlich ausgesetzt oder im Tabernakel aufbewahrt – das »Vater unser« und das »Credo« betet mit dem Zusatz einer kurzen Anrufung des Barmherzigen Herrn Jesus (z.B. »Barmherziger Jesus, ich vertraue auf dich!«)

Ein Teilablaß wird dem Gläubigen gewährt, wenn er mit reuigem Herzen an den Barmherzigen Herrn Jesus eine der rechtmäßig genehmigten Anrufungen richtet.


Die Seefahrer, die ihre Pflicht im weiten Meer tun; die zahllosen Brüder und Schwestern, die durch das Unheil des Krieges, die politischen Wirrnisse, die Unbarmherzigkeit der Orte und aus anderen Gründen ihre Heimat verlassen haben; die Kranken und ihre Pfleger und alle, die aus berechtigten Gründen nicht außer Haus gehen können oder zugunsten der Gemeinschaft eine unaufschiebbare Tätigkeit ausüben, können den vollkommenen Ablaß am Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit gewinnen, wenn sie unter vollständiger Abkehr von jeder Sünde, wie zuvor gesagt, und mit dem Vorsatz, baldmöglichst die drei gewohnten Bedingungen zu erfüllen, vor dem Bild Unseres Barmherzigen Herrn Jesus das »Vater unser« und das Glaubensbekenntnis beten und eine Anrufung an den Barmherzigen Herrn Jesus hinzufügen (z.B. »Barmherziger Jesus, ich vertraue auf dich«).

Sollte den Gläubigen auch das nicht möglich sein, können an demselben Tag den vollkommenen Ablaß erlangen, die sich in der Absicht und Gesinnung des Herzens geistig mit denen vereinen, die in ordentlicher Weise das für den Ablaß vorgeschriebene Werk erfüllen und dem Barmherzigen Gott ein Gebet und die Leiden, die Krankheit und die Beschwerlichkeiten ihres Lebens aufopfern, wobei auch sie den Vorsatz haben, baldmöglichst die für die Gewinnung des vollkommenen Ablasses vorgeschriebenen drei Bedingungen zu erfüllen.

Die Priester, die den pastoralen Dienst versehen, vor allem die Pfarrer, sollen ihre Gläubigen in der angemessensten eise von dieser heilsamen Verfügung der Kirche unterrichten; sie sollen selbstlos und hilfsbereit deren Beichte hören und am Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit nach der Feier der heiligen Messe oder der Vesper oder während einer Andacht zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit die vorgenannten Gebete mit der dem Ritus entsprechenden Würde leiten; sie sollen, gemäß dem Wort des Herrn: »Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden« (Mt 5, 7), die Gläubigen in der Katechese behutsam dazu drängen, so häufig wie möglich Werke der Barmherzigkeit zu tun und dem Beispiel und Auftrag Jesu Christi folgen, wie es in der zweiten allgemeinen Gewährung des Enchiridion Indulgentiarum angegeben ist.

Das vorliegende Dekret bleibt immer in Kraft, ungeachtet jeglicher gegenteilig lautenden Vorschrift.

Rom, beim Sitz der Apostolischen Pönitentiarie, am 29. Juni 2002, am Hochfest der hll. Apostel Petrus und Paulus 2002.

LUIGI DE MAGISTRIS
Titularerzbischof von Nova
Pro-Großpönitentiar

GIANFRANCO GIROTTI, O. F. M. Conv.
Regent

von esther10 06.04.2013 00:19



Franziskus: über den Glauben verhandelt man nicht, den Glauben verkauft man nicht an den Bestbietenden, sonst tut sich der Weg der Apostasie, der Untreue zum Herrn auf. Von Armin Schwibach
Rom (kath.net/as) Es ist in den gut drei Wochen des Pontifikats von Papst Franziskus zu einer Gewohnheit geworden, dass er jeden Tag im Gästehaus des Vatikans „Domus Sanctae Marthae“ zusammen mit verschiedenen Leuten oder Gruppen aus dem Vatikan die heilige Messe feiert. Zu diesen gehörten bisher seine Mitbewohner des Gästehauses – Priester, die in den verschiedenen Diaksterien des Heiligen Stuhls tätig sind –, das Reinigungspersonal des Petersplatzes, die Mitarbeiter in der vatikanischen Apotheke, Angestellte der Druckerei, Mitarbeiter des Osservatore Romano und andere. Wie auch das umfangreiche liturgische Programm des Papstes für die kommenden Monate deutlich macht: der Papst will nicht allein sein. Er will Menschen um sich haben, die heiligen Geheimnisse mit ihnen feiern, wie ein guter Pfarrer das für die ihm anvertraute Gemeinde tut.

Was ihn wohl von den meisten Priestern in der „Werktagsmesse“ unterscheidet: für Franziskus ist jede heilige Messe eine Gelegenheit, das Tagesevangelium auszulegen, kurze und bündige, jedoch im eigentlichen Wortsinn „be-eindruckende“ Gedanken zur Heiligen Schrift anzubieten, gleichsam kleine „Pillen des Geistes“ für den Tag, in freier und „begeisteter“ Rede vorgetragen. Der „Herr Pfarrer Papst“ will es nicht, dass eine Messe zur Gewohnheit wird oder dass man gar einen wesentlichen Bestandteil des täglichen Feierns übergeht, selbstverständlich vor sich hinliest, um dann zu anderem überzugehen.

So auch am Freitag der Osteroktav in der heiligen Messe, die der Papst für eine Gruppe von Angestellten der vatikanischen Apotheke und einige „Sediari“ feierte: „Dominus Iesus“ war das Leitwort, unter dem die Worte des Franziskus zusammengefasst werden könnten. Die Lesungen des Tages kommentierend (Apg 4, 1-12; Joh 21, 1-14) rief der Papst mit einem Wort des heiligen Apostels Petrus in Erinnerung, dass wir allein im Namen Jesu gerettet sind: „In keinem anderen ist Heil“ (vgl. Apg 4,12: „Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen“). Petrus, der einst Jesus verleugnet habe, lege nun im Gefängnis mutig Zeugnis ab und erkläre, dass es dank der Anrufung des Namens Jesu gewesen sei, dass er einen Lahmen geheilt habe.

Petrus aber, so Franziskus, spreche den Namen Jesu nicht alleine, sondern „vom Heiligen Geist erfüllt“ aus. Denn: „Wir können Jesus nicht bekennen, wir können nicht von Jesus sprechen, wir können nichts von Jesus sagen ohne den Heiligen Geist“. Der Geist sei es, der die Christen dränge, Jesus zu bekennen oder Vertrauen in ihn zu haben: „Jesus, der auf dem Weg unseres Lebens, immer“.

Der Papst erzählte hierzu eine kleine Anekdote über einen bescheidenen Mann, der sei 30 Jahren in der Kurie in Buenos Aires gearbeitet habe. Bevor dieser etwas unternommen habe, habe er immer „Jesus“ ausgerufen. Auf die Frage, warum er immer Jesus anrufe, habe ihm der Mann geantwortet: „So fühle ich mich stark, bereit für die Arbeit, und ich weiß, dass er an meiner Seite steht, dass er mich bewahrt“. Dieses Zeugnis rufe in Erinnerung, so Franziskus, dass es in dieser Welt, „die uns so viele ‚Retter’ anbietet, nur der Name Jesu ist, der rettet.

Viele Menschen würden auf Hellseher, Kartenleser oder „Hexen“ zurückgreifen, um ihre Probleme zu lösen. Doch: „allein Jesus rettet, und wir müssen dafür Zeugnis ablegen. Er ist der einzige!“ So rief Franziskus abschließend auf, sich von Maria begleiten zu lassen: „Die Gottesmutter bringt immer zu Jesus. Vetrauen wir uns dem Namen Jesu an, rufen wir den Namen Jesu an, lassen wir es zu, dass der Heilige Geist uns dazu drängt, vertrauensvoll im Namen Jesu zu beten.... das wird uns gut tun!“.

Dominus Iesus – Jesus ist der einzige Herr, der rettet. Der Jesuitenpapst Franziskus spricht ganz aus jenem Teil seines Wappens heraus, welcher das Zeichen der Gesellschaft Jesu ist – Siegel des heiligen Ignatius von Loylola: das Trigramma IHS, das das nomen sacrum Jesu bedeutet (ΙΗΣΟΥΣ), umschlossen von der strahlenden Sonne, „Iesus Hominum Salvator“ in einer lateinischen Lesart, Symbol schlechthin der Verehrung des allerheiligsten Namens Jesu.

Sendung der Jesuiten ist es, „omnia ad maiorem Dei gloriam“ – alles zur größeren Ehre Gottes zu tun, ohne Abstriche, ohne Verkürzungen, ohne vom Glauben etwas abzuschneiden: „mutig die Ganzheit des Glaubens zu bezeugen“, wie Franziskus dies in seiner heutigen Predigt nannte, denn: „Über den Glauben verhandelt man nicht, den Glauben verkauft man nicht an den Bestbietenden“. In der Geschichte des Volkes Gottes hätte es immer wieder die Versuchung gegeben, „ein Stück vom Glauben wegzuschneiden“, so der Papst, die Versuchung, „ein wenig so sein, wie das alle tun“, die Versuchung, „nicht allzu streng zu sein“. Werde so gehandelt, „dann beginnen wir den Weg der Apostasie, der Untreue gegenüber dem Herrn“.

Gerade dem allerheiligsten Namen Jesu ist die Hauptkirche der Jesuiten in Rom geweiht, in der die sterblichen Überreste des heiligen Ignatius unter einem der prächtigsten Barockaltäre verwahrt sind, die die ansonsten schon an Schönheit nicht arme Ewige Stadt vorzeigen kann. Heute beeindruckt der volle Name des Gotteshauses vielleicht noch mehr, als dies bisher der Fall war: „Chiesa del Santissimo Nome di Gesù all'Argentina“.

von esther10 06.04.2013 00:04

von esther10 06.04.2013 00:26
Barmherzigkeitssonntag und vollkommener Ablaß, ein Sonntag nach Ostern

JESUS OFFENBART SCHWESTER FAUSTINA KOWALSKA:

"Künde der Welt Meine große, unergründliche Barmherzigkeit.

http://www.barmherzigkeitssonntag.de/

Bereite die Welt vor auf Meine zweite Ankunft.

Bevor ich als Richter komme, öffne Ich noch ganz weit die Tore Meiner Barmherzigkeit."

Barmherzigkeitsrosenkranz
http://www.rosenkranzgebete.de/jesus/bar...kranz/index.php



O Seelen der Menschen, wohin werdet ihr flüchten am Tage des göttlichen Zornes? Nehmt jetzt Zuflucht zur Quelle der Barmherzigkeit Gottes. 0, welch große Zahl von Seelen sehe ich, die Gottes Barmherzigkeit gepriesen haben und in Ewigkeit das Loblied singen werden.

Festes der göttlichen Barmherzigkeit

am ersten Sonntag nach Ostern.



Jesus verband zwei Verheißungen mit der Verehrung des Bildes:

"Ich verspreche der Seele, die dieses Bild verehrt, dass sie nicht zugrunde gehen wird. Ich verspreche ihr ferner schon hier auf Erden den Sieg über die Feinde, aber in besonderer Weise in der Stunde des Todes. Ich selbst werde sie verteidigen wie meine eigene Ehre. Ich wünsche, dass ein Fest der göttlichen Barmherzigkeit am ersten Sonntag nach Ostern gefeiert wird. . . Ich will, dass die Priester diese meine große Barmherzigkeit den sündigen Seelen verkünden; der Sünder fürchte sich nicht, sich mir zu nahen; es verzehren mich die Flammen der Barmherzigkeit, und ich will sie in den Seelen entzünden. Das Misstrauen der Seele zerfleischt mein Inneres. Noch weit mehr schmerzt mich das Misstrauen einer auserwählten Seele. Trotz meiner unerschöpflichen Liebe vertrauen sie mir nicht, nicht einmal mein Tod genügt ihnen. Wehe der Seele, die meine Liebe missbraucht!"




Der Heiland sprach folgende Worte zu ihr:

Ich wünsche, dass der erste Sonntag nach Ostern zum Feste der göttlichen Barmherzigkeit bestimmt wird. Sage deinem Beichtvater, dass er meine große Barmherzigkeit der ganzen Welt verkünde. Wer immer an diesem Tage sich der Quelle des Lebens nähert, wird die vollkommene Nachlassung aller Sünden und Strafen erlangen. Das menschliche Geschlecht wird nicht eher den Frieden finden, bis es mit Vertrauen sich an meine Barmherzigkeit wendet. Meine Seele erfreut sich an diesem Titel der Barmherzigkeit, da die Barmherzigkeit die größte aller göttlichen Eigenschaften ist. Alle Werke meiner Hände sind von Barmherzigkeit gekrönt. Ehe ich als gerechter Richter komme, komme ich als König der Barmherzigkeit. Oh, wie mich das Misstrauen der Seelen verwundet! Solche Seelen bekennen zwar, dass ich heilig und gerecht bin; aber sie glauben nicht, dass ich barmherzig bin, und erkennen meine Güte nicht an. Auch die Teufel ehren meine Gerechtigkeit, aber sie glauben nicht an meine Güte, und dies ist die Ursache, dass sie Teufel sind."

Ein anderes Mal sagte ihr Jesus:

"Meine Tochter, sprich zur ganzen Welt von meiner unvorstellbaren Barmherzigkeit. Ich wünsche, dass das Fest der Barmherzigkeit eine Zuflucht und eine Heimstätte sei für alle Seelen und vor allem für die armen Sünder. An jenem Tage wird sich das Innerste meiner Barmherzigkeit öffnen. Ich werde ein Meer von Gnaden auf die Seelen ausgießen, welche sich dem Brunnen meiner Barmherzigkeit nähern werden. Die Seele, die an diesem Tage beichtet und kommuniziert, wird die vollkommene Nachlassung aller Schuld und aller Strafen erhalten. Möge keine Seele sich fürchten, sich mir zu nähern. selbst wenn ihre Sünden rot wie Purpur wären! Dieses Fest ist hervorgequollen aus dem Schoß der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, die durch mich, das göttliche Wort, euch den Abgrund ihrer göttlichen Barmherzigkeit zu erkennen gibt. Ich wünsche, dass es am ersten Sonntag nach Ostern feierlich begangen werde."

Einmal, als ich durch den Korridor zur Küche ging,

hörte ich in meiner Seele die Worte:

«Bete unablässig den Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit, den Ich Dich gelehrt habe.
Wer auch immer ihn beten wird, der erfährt in seiner Todesstunde Meine große Barmherzigkeit. Die Priester werden ihn den Sündern als letzten Rettungsanker reichen. Sollte es der verstockteste Sünder sein - falls er nur ein Mal diesen Rosenkranz betet, wird ihm die Gnade Meiner unendlichen Barmherzigkeit zuteil. Ich wünsche, dass die ganze Welt Meine Barmherzigkeit erkennt. Unbegreifliche Gnaden will ich jenen Seelen erteilen, die Meiner Barmherzigkeit Vertrauen schenken.»

Bei Sterbenden

JESUS lehrte Sr. Faustine einen besonderen Rosenkranz und versprach: »Jeder, der ihn betet, wird meine Barmherzigkeit im Leben und besonders in der Todesstunde erfahren. Wird er bei einem Sterbenden gebetet, besänftigt sich der Zorn Gottes, und eine unermeßliche Barmherzigkeit umfängt mit Rücksicht auf das schmerzliche Leiden des göttlichen Sohnes diese Seele«.


ZUR VORBEREITUNG AUF DAS
"Fest der göttlichen Barmherzigkeit"

sollte die

"Novene zur Göttlichen Barmherzigkeit"

gebetet werden.
Die Novene beginnt am Karfreitag und endet am Samstag vor dem Barmherzigkeitssonntag.

Die Novene zur göttlichen Barmherzigkeit kann zu jeder Zeit gebetet werden, aber besonders ab Karfreitag.

Wer nicht durch die Pforten Meiner Barmherzigkeit eingehen will,

muss vor Meiner Gerechtigkeit erscheinen.

http://www.barmherzigkeitssonntag.de/

BEICHTE IST AM
07.04.2013: dem Barmherzigkeitssonntag

BEICHTE AM BARMHERZIGKEITSSONNTAG


Die Seele, die an diesem Tage beichtet und kommuniziert, wird die vollkommene Nachlassung aller Schuld und aller Strafen erhalten.

Möge keine Seele sich fürchten, sich mir zu nähern, selbst wenn ihre Sünden rot wie Purpur wären!

Zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses sind die Verrichtung des mit dem Ablass versehenen Werkes und die Erfüllung folgender drei Bedingungen erforderlich:

sakramentale Beichte,

eucharistische Kommunion

und Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters.

Darüber hinaus ist das Freisein von jeder Anhänglichkeit an irgendeine auch lässliche Sünde erforderlich.
Damit jemand fähig ist, Ablässe zu gewinnen, muss er getauft sein; er darf nicht exkommuniziert sein und muss sich wenigstens beim Abschluss der vorgeschriebenen Werke im Stand der Gnade befinden.





****************

APOSTOLISCHE PÖNITENTIARIE

DEKRET

Andachtsübungen zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit
mit Ablässen verbunden
http://www.vatican.va/roman_curia/tribun...cree-ii_ge.html


»Großer Gott, dein Erbarmen und deine Güte sind unerschöpflich …« (Gebet nach dem Te deum), und »Großer Gott, du offenbarst deine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen . . .« (Tagesgebet vom 26. Sonntag im Jahreskreis), singt die Heilige Mutter Kirche in Demut und Treue. Gottes unermeßliche Zuwendung sowohl dem gesamten Menschengeschlecht als auch dem einzelnen Menschen gegenüber leuchtet vor allem dann auf, wenn Sünden und moralische Fehler vom allmächtigen Gott vergeben und die Schuldigen wieder in väterlicher Liebe zur Freundschaft mit ihm zugelassen werden, die sie verdientermaßen verloren hatten.

Die Gläubigen werden dadurch in ihrem Herzinnersten zum Gedächtnis und zur andächtigen Feier der Geheimnisse der göttlichen Vergebung bewogen. Sie erfassen auch sehr gut die hohe Angemessenheit, ja Pflichtschuldigkeit, daß das Volk Gottes die Göttliche Barmherzigkeit durch besondere Gebetstexte lobpreist und daß es gleichzeitig, nachdem es die erforderlichen erke dankbaren Herzens vollbracht und die notwendigen Bedingungen erfüllt hat, geistlichen Gewinn aus dem Schatz der Kirche ziehen kann. »Das Paschamysterium ist der Gipfelpunkt der Offenbarung und Verwirklichung des Erbarmens, das den Menschen zu rechtfertigen und die Gerechtigkeit wiederherzustellen vermag im Sinne der Heilsordnung, die Gott vom Anbeginn her im Menschen und durch ihn in der Welt wollte« (Enzyklika Dives in Misericordia, 7).

Die Göttliche Barmherzigkeit weiß tatsächlich auch die schwersten Sünden zu vergeben, aber während sie es tut, bewegt sie die Gläubigen dazu, einen übernatürlichen, nicht nur psychologischen Schmerz über die eigenen Sünden zu verspüren, damit die Gläubigen, immer mit Hilfe der göttlichen Gnade, den festen Vorsatz fassen, nicht mehr zu sündigen. Mit einer solchen inneren Haltung erlangt der Gläubige wirklich die Vergebung der Todsünden, wenn er das Bußsakrament fruchtbringend empfängt oder sie in einem Akt vollkommenen Schmerzes und vollkommener Liebe bereut mit dem Vorsatz, baldmöglichst das Bußsakrament zu empfangen. Denn unser Herr Jesus Christus lehrt uns im Gleichnis des verlorenen Sohnes, daß der Sünder sein Elend vor Gott mit den Worten »Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein« (Lk 15, 18–19) bekennen und auch spüren muß, daß es Gottes Werk ist: Er »war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden« (Lk 15, 32).

Unter dem Antrieb der Liebe des Barmherzigen Vaters und mit vorausschauender pastoraler Einfühlsamkeit wollte Papst Johannes Paul II. diese Gebote und Lehren des christlichen Glaubens tief in die Herzen der Gläubigen einsenken. Deshalb hat er den zweiten Sonntag der Osterzeit dazu bestimmt, dieser Gnadengaben mit besonderer Verehrung zu gedenken, und ihn mit der Bezeichnung »Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit« versehen (Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Dekret Misericors et miserator, 5. Mai 2000).

Im Evangelium vom zweiten Sonntag der Osterzeit wird von den Wundertaten erzählt, die unser Herr Jesus Christus nach seiner Auferstehung in der ersten öffentlichen Erscheinung vollbracht hat: »Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!em ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert« (Joh 20, 19–23).

Damit die Gläubigen diese Feier mit ganzem Herzen begehen, hat der Papst festgelegt, daß der vorgenannte Sonntag – wie in der Folge noch näher erklärt wird – mit dem vollkommenen Ablaß ausgestattet wird. Das hat den Zweck, daß die Gläubigen das Geschenk des Trostes des Heiligen Geistes in höherem Maß empfangen und so eine wachsende Liebe zu Gott und zum Nächsten entfalten können und, nachdem sie selbst die Vergebung Gottes empfangen haben, ihrerseits angeregt werden, sogleich den Brüdern und Schwestern zu vergeben.

Die Gläubigen werden dann den Geist des Evangeliums vollkommener beobachten, indem sie ihr Innerstes erneuern, entsprechend den Worten und der Einführung des II. Ökumenischen Vatikanischen Konzils: »Die Christen können, eingedenk des Wortes des Herrn: ›Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebt‹ (Joh 13, 35), nichts sehnlicher wünschen, als den Menschen unserer Zeit immer großherziger und wirksamer zu dienen … Der Vater will, daß wir in allen Menschen Christus als Bruder sehen und lieben in Wort und Tat« (Pastoralkonst. Gaudium et spes, 93).

Mit dem brennenden Wunsch, im christlichen Volk diese Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit auf Grund der von ihr zu erhoffenden reichen geistlichen Früchte zu fördern, hat der Papst in der Audienz am 13. Juni 2002 sich gewürdigt, den unterzeichneten Seiten der Apostolischen Pönitentiarie die Ablässe unter folgenden Bedingungen zu gewähren:

Der vollkommene Ablaß wird unter den gewohnten Bedingungen (Empfang des Bußsakraments, der heiligen Eucharistie und Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters) dem Gläubigen gewährt, der mit reinem, jeder, auch der läßlichen Sünde abgewandtem Herzen am zweiten Sonntag der Osterzeit, das heißt, dem »der Göttlichen Barmherzigkeit«, in einer Kirche oder einem Oratorium an den zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit durchgeführten Andachtsübungen teilnimmt oder wenigstens vor dem Allerheiligsten Sakrament der Eucharistie – öffentlich ausgesetzt oder im Tabernakel aufbewahrt – das »Vater unser« und das »Credo« betet mit dem Zusatz einer kurzen Anrufung des Barmherzigen Herrn Jesus (z.B. »Barmherziger Jesus, ich vertraue auf dich!«)

Ein Teilablaß wird dem Gläubigen gewährt, wenn er mit reuigem Herzen an den Barmherzigen Herrn Jesus eine der rechtmäßig genehmigten Anrufungen richtet.


Die Seefahrer, die ihre Pflicht im weiten Meer tun; die zahllosen Brüder und Schwestern, die durch das Unheil des Krieges, die politischen Wirrnisse, die Unbarmherzigkeit der Orte und aus anderen Gründen ihre Heimat verlassen haben; die Kranken und ihre Pfleger und alle, die aus berechtigten Gründen nicht außer Haus gehen können oder zugunsten der Gemeinschaft eine unaufschiebbare Tätigkeit ausüben, können den vollkommenen Ablaß am Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit gewinnen, wenn sie unter vollständiger Abkehr von jeder Sünde, wie zuvor gesagt, und mit dem Vorsatz, baldmöglichst die drei gewohnten Bedingungen zu erfüllen, vor dem Bild Unseres Barmherzigen Herrn Jesus das »Vater unser« und das Glaubensbekenntnis beten und eine Anrufung an den Barmherzigen Herrn Jesus hinzufügen (z.B. »Barmherziger Jesus, ich vertraue auf dich«).

Sollte den Gläubigen auch das nicht möglich sein, können an demselben Tag den vollkommenen Ablaß erlangen, die sich in der Absicht und Gesinnung des Herzens geistig mit denen vereinen, die in ordentlicher Weise das für den Ablaß vorgeschriebene Werk erfüllen und dem Barmherzigen Gott ein Gebet und die Leiden, die Krankheit und die Beschwerlichkeiten ihres Lebens aufopfern, wobei auch sie den Vorsatz haben, baldmöglichst die für die Gewinnung des vollkommenen Ablasses vorgeschriebenen drei Bedingungen zu erfüllen.

Die Priester, die den pastoralen Dienst versehen, vor allem die Pfarrer, sollen ihre Gläubigen in der angemessensten eise von dieser heilsamen Verfügung der Kirche unterrichten; sie sollen selbstlos und hilfsbereit deren Beichte hören und am Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit nach der Feier der heiligen Messe oder der Vesper oder während einer Andacht zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit die vorgenannten Gebete mit der dem Ritus entsprechenden Würde leiten; sie sollen, gemäß dem Wort des Herrn: »Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden« (Mt 5, 7), die Gläubigen in der Katechese behutsam dazu drängen, so häufig wie möglich Werke der Barmherzigkeit zu tun und dem Beispiel und Auftrag Jesu Christi folgen, wie es in der zweiten allgemeinen Gewährung des Enchiridion Indulgentiarum angegeben ist.

Das vorliegende Dekret bleibt immer in Kraft, ungeachtet jeglicher gegenteilig lautenden Vorschrift.

Rom, beim Sitz der Apostolischen Pönitentiarie, am 29. Juni 2002, am Hochfest der hll. Apostel Petrus und Paulus 2002.

LUIGI DE MAGISTRIS
Titularerzbischof von Nova
Pro-Großpönitentiar

GIANFRANCO GIROTTI, O. F. M. Conv.
Regent

von esther10 05.04.2013 10:36

“Ich bleibe in Santa Marta, um mich nicht zu isolieren” – Papst Franziskus im Dezember in Argentinien
(Vatikan) Papst Franziskus bestätigte einem mit ihm befreundeten argentinischen Priester, daß er im Dezember 2013 sein Heimatland Argentinien besuchen wird. Demselben Priester erklärte er auch die Gründe, die ihn veranlaßt haben, trotz Umbauarbeiten nicht in die päpstliche Wohnung einzuziehen, sondern im Gästehaus des Vatikans, im Domus Santa Marta zu bleiben, wo er bereits mit den anderen 114 Kardinälen während des Konklave einquartiert war.
Im Hotel des Vatikans sind Prälaten und andere Gäste aus der ganzen Welt untergebracht, wenn sie nach Rom kommen, um den Papst oder Behörden der Römischen Kurie zu besuchen. Mit diesen könne er, der Papst, der den normalen Speisesaal wie alle anderen benützt, gemeinsam und ungezwungen essen, reden und direkt Nachrichten und Kommentare aus aller Welt austauschen, wie der Vatikanist Andrea Tornielli berichtet.
Am Nachmittag des Ostersonntags telefonierte Papst Franziskus mit Don Jorge Chichizola, dem Pfarrer der Pfarrei der heiligen Märtyrer von Posadas: „Er rief mich um 17.10 Uhr an, weil ich Geburtstag hatte. Ich habe mir sofort gedacht, daß er es ist: Manchmal rief er mich schon am Tag vorher an, um sicher zu gehen, daß die Leitung frei ist. Er fragte mich: ‚Wie geht es Dir?‘“
Don Chichizola erzählte den Verlauf des Telefongesprächs dem argentinischen Radiosender LT4 Red Ciudadana. Dabei gab er bekannt, daß er mit dem damaligen Kardinal Bergoglio auch wenige Stunden vor Beginn des Konklaves telefoniert hatte.
Dem argentinische Priester, der demselben Weihejahrgang wie Papst Franziskus angehört, bestätigte der Papst, im kommenden Dezember Argentinien besuchen zu wollen. Der Papst „vergißt seine Freunde nicht“, so Don Chichizola.
Der Papst habe ihm am Telefon auch erklärt, warum er entschieden habe, im Hotel des Vatikans zu bleiben. Franziskus „ist der Ansicht, daß es schön ist, den Tisch, die Nachrichten, die Kommentare mit anderen zu teilen, und nicht isoliert zu bleiben“. Die päpstliche Wohnung sei ihm sofort „viel zu groß“ vorgekommen.
Der Papst habe am Telefon noch hinzugeführt, „seine Leibwächter, die Sicherheitsbeamten verrückt zu machen, weil es ihm gefällt, sich den Menschen zu nähern. Aber sie würden sich nun langsam daran gewöhnen“, so der argentinische Priester und Freund von Papst Franziskus, Don Jorge Chichizola.
Wie das gestern bekanntgegebene Programm des Papstes für April und Mai zeigt, bleibt der Papst bei der Gewohnheit, jeden Sonntag und auch jeden Wochentag öffentlich zu zelebrieren, was seine Vorgänger nur zu besonderen Anlässen taten. Der Papst zelebriert damit ausschließlich nur „Ad Populum“ nach dem Novus Ordo.
Alle Päpste zelebrierten bisher meist in ihrer Privatkapelle oder in der Capella Paolina des Vatikans in denen es keinen Volksaltar gibt „Ad Deum“. Von Papst Benedikt XVI. heißt es, er habe privat sogar im Alten Ritus zelebriert.
Papst Franziskus zieht die Zelebration in der futuristisch-kahlen Hauskapelle des Domus Santa Marta vor, wo jeweils gerade anwesende Prälaten und Priester mit ihm konzelebrieren.
Da kommt es dann auch vor, daß der neue Papst einfach irgendwo in der Kapelle unter den Gläubigen sitzt, bevor die Heilige Messe beginnt.

von 05.04.2013 05:37

OSTERZEIT
OSTEROKTAV - FREITAG

6

DIE GEDULD DES FISCHERS

Christus steht am Ufer: »Es ist der Herr!«
Menschenfischer in Geduld.
Geduld nach dem Beispiel Christi.


I. Entsprechend der Weisung des Herrn sind die Apostel von Jerusalem nach Galiläa gegangen.1 Einige treffen sich am See von Tiberias2, Schauplatz ihres Berufes und Ort ihrer Berufung. Es ist Abend. Viele Boote sind bereits zum Fischfang ausgelaufen. Die altvertraute Atmosphäre scheint Petrus anzuregen: Ich gehe fischen ... Er ist sich wohl unschlüssig über den Fortgang der Dinge, denn alles scheint jetzt in der Schwebe. Der Herr ist auferstanden - wie soll es weitergehen? Papst Johannes Paul II. sieht hierin Berührungspunkte mit der heutigen Situation in der Kirche: »Es klingt nach Resignation: Ich gehe fischen ..., wir kommen auch mit. Der Aufbruch zu neuen Ufern in der Nachfolge Christi scheint vorbei. Und selbst in ihrem kleinen begrenzten Erfahrungsbereich als Fischer am See bleiben sie ohne Erfolg: In dieser Nacht fingen sie nichts. Obwohl die Jünger sich die ganze Nacht abgemüht hatten, blieb ihr Netz leer. Diese Erfahrung der Erfolglosigkeit, die leicht zu Mutlosigkeit führt, wird heute von vielen Menschen geteilt.«3

Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war. Sie sind etwa hundert Meter vom Ufer entfernt und können die Stimme verstehen, die ihnen zuruft: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie müssen ihr Scheitern eingestehen. Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Petrus gehorcht, das Netz ist randvoll - sie konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Johannes ahnt: Es ist der Herr! Der ungestüme Petrus springt in den See, er will nicht warten, bis die Boote das Ufer erreicht haben, es drängt ihn, sich Jesus zu Füßen zu werfen.

»Die Liebe! Die Liebe sieht den Herrn schon von weitem. Die Liebe ist es, die zuerst jene aufmerksame Geste Christi gewahr wird. Der jugendliche Apostel, der Jesus mit der ganzen Festigkeit, Reinheit und Zartheit eines Herzens liebt, das niemals verdorben war - er ruft: Es ist der Herr.«4 Und Petrus? »Petrus ist der Glaube. Mit bewundernswertem Übermut stürzt er sich ins Wasser. Mit der Liebe des Johannes und mit dem Glauben des Petrus - wie weit werden wir kommen?«5

Es ist nicht schwer, diese österliche Begebenheit auf unseren Alltag zu übertragen: die vergebliche Mühe eines Schaffens gleichsam in der Nacht, ohne das Licht Christi, und die reiche Frucht der Arbeit am Morgen, im Licht seines Wortes. »Jesus steht am Ufer; wir erkennen ihn zunächst nicht, aber durch die Stimme der Kirche hören wir: Er ist es. An uns liegt es, aufzubrechen, ihn zu suchen und ihm näher zu kommen. Im Hören auf die Schrift, im Mitleben mit den Sakramenten, in der Begegnung des persönlichen Gebetes mit ihm, in der Begegnung mit denen, deren Leben von Jesus erfüllt ist, in verschiedenen Erfahrungen unseres Lebens und auf vielerlei Weisen begegnen wir ihm, sucht er uns, und so lernen wir ihn kennen.«6

Viele Menschen leben heute verbittert, denn sie haben Christus vergessen. »Das Leben ohne Gott und gegen Gott, das zunächst so verlockend und befreiend erscheint, hat in Wirklichkeit nur eine große Traurigkeit und einen wachsenden Zorn geschaffen. Der Mensch ist wütend gegen die Gesellschaft, gegen die Welt, gegen sich und gegen die anderen; sein Leben erscheint ihm als eine Fehlkonstruktion. (...) Er hat sein Lebenselement verloren, und alles schmeckt ihm nach Salz - nach Tod und nach Bitterkeit.= 7 Erst wenn er sich wieder der Gnade öffnet - Es ist der Herr! -, gelingt es ihm, den perspektivischen Punkt wiederzuentdecken, in den die Linien seines Lebens münden.

II. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriß das Netz nicht. Viele Kirchenväter sehen im Fischerboot und im Netz, das nicht zerreißt, ein Sinnbild für die Kirche im weiten Meer der Welt. Auch die große Menge der gefangenen Fische deuten sie als symbolischen Hinweis auf die Universalität der Kirche und auf die Zahl der von Gott Berufenen. Und die Fischer? Hätte Jesus nicht gebildetere Menschen als seine ersten Jünger berufen können? Selbstverständlich, und einige waren es. Aber die Berufung so einfacher Menschen verdeutlicht, daß der Herr die Nachfolge anders bewertet als nach »Bildung= im herkömmlichen Sinn. Alle - gebildet oder nicht - können zu ihm stoßen. Was zählt, ist ein schlichtes, offenes Herz.Anhand der Arbeit eines Fischers läßt sich besonders gut verdeutlichen, was Christus eigentlich will: »Menschen fischen« Für die Urchristen besaß das Fischsymbol eine Fülle von Bedeutungen. Es wurde sehr früh - schon auf Katakombenfresken - zur Bezeichnung der getauften Christen verwendet. Allmählich entwickelte sich aus diesem Symbol die reizvolle Vorstellung, die Christ»n seien die »pisciculi« die kleinen Fische im Gefolge des einen Fisches Jesus Christus. Dabei sah man in den Buchstaben des griechischen Wortes für Fisch »ichtys« ein komprimiertes Glaubensbekenntnis, das ins Deutsche übersetzt lautet: »Jesus Christus, Gottes Sohn und Heiland«.7

Wir verbinden mit dem Bild des Fischers Geduld und Wartenkönnen auf die Frucht der eigenen Mühe. Das gilt nicht anders für »Menschenfischer« Die Geduld ist Bestandteil der Tugend des Starkmutes. »Geduldig sein heißt: sich durch die Verwundungen, die aus der Verwirklichung des Guten erwachsen, nicht die Heiterkeit und Klarsichtigkeit der Seele rauben lassen. Geduld bedeutet nicht den Ausschluß von energisch zupackender Aktivität, sondern just und ausdrücklich und einzig den Ausschluß von Traurigkeit und Verwirrung des Herzens.«8 Als Menschenfischer brauchen wir Geduld, um die natürlichen Mittel und die Mittel des Glaubens beharrlich einzusetzen, aber auch um eigene wie fremde Fehler gelassen zu ertragen.

III. »Der Glaube ist eine unerläßliche Voraussetzung für das Apostolat. Er erweist sich oft darin, mit Ausdauer von Gott zu sprechen, auch wenn die Früchte lange auf sich warten lassen.

Wenn wir durchhalten und unsere Sendung in uns lebendig bleibt, überzeugt davon, daß der Herr es so will, dann wird man nach und nach überall, auch in deiner Umgebung, die Anzeichen einer >christlichen Revolution< wahrnehmen: Die einen werden sich Gott ganz hingeben, die anderen ihr inneres Leben ernst nehmen und wieder andere - die etwas Bequemeren - zumindest wachsamer werden.«9

Auch der Herr hat Geduld. Die Fehler und Armseligkeiten seiner Apostel kennt er nur zu genau. Doch sie sind kein Hindernis für die Liebe. Als sie an jenem Morgen des wunderbaren Fischfangs gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? (...) Weide meine Lämmer! (...) Weide meine Schafe!10 Der Herr rechnet mit diesen Menschen, um seine Kirche zu bauen. Er hat Geduld und nimmt sich Zeit, sie nach und nach zu bilden.

Auch uns gegenüber rechnet der Herr mit der Zeit. Er formt uns allmählich und paßt sich jeweils der Eigenart dessen an, dem er sein Bild einprägen und den er zum Werkzeug seiner Gnade für andere machen will. Der Herr läßt in seiner Sorge um uns niemals nach. Warum sollten wir da nachlassen in unserer Sorge um jene, die wir für Christus und als seine Zeugen gewinnen möchten?

Die eigene Erfahrung hilft uns, geduldig jenen gegenüber zu sein, die nicht gleich auf unsere apostolischen Bemühungen eingehen. Der eine reagiert gleichgültig, der andere zögert, ein dritter wehrt ab ... Auf dem langen Weg zum Himmel schenkt der Herr nur selten seine Gaben so, daß man in kurzer Zeit die Heiligkeit erlangt. Als Menschenfischer im Namen Christi werden wir diesen Freunden durch unser Gebet und unser Opfer nahe bleiben, bemüht, die bestehende Freundschaft mit der Zeit zu festigen.

Aus der Geduld erwächst jene gewinnende Art des Umgangs, wie sie in Episoden am Rande der eigentlichen Aussage des Evangeliums durchschimmert: Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Der Herr vergißt nicht das Naheliegende. Diese Jünger, die Christus hier liebevoll umsorgt, werden später als seine Gesandten, als seine Freunde, das Leben für ihn hingeben.

Mit der Hilfe Unserer Lieben Frau wird es uns gelingen, die Freundschaft und den guten menschlichen Kontakt zu den uns Nahestehenden nicht bloß passiv zu verstehen. »Zu einem echten Freund kannst du nur werden, wenn du deinen Freunden hilfst. Vor allem mit dem Beispiel deiner Lebensweise, dann auch mit deinem Rat und durch den Einfluß, der auf deiner absoluten Vertrauenswürdigkeit beruht.«11

1 vgl. Mt 28,7. - 2 Joh 21,1-14. - 3 Johannes Paul II., Homilie im Gelsenkirchener Parkstadion, 2.5.87. - 4 J.Escrivá, Freunde Gottes, 266. - 5 ebd. - 6 J.Kard.Ratzinger, Diener eurer Freude, Freiburg 1988, S.63. - 7 ebd., S.67. - 8 J.Pieper, Vom Sinn der Tapferkeit, München 1963, S.51. - 9 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.207. - 10 Joh 21,15-17. - 11 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.731.

von esther10 05.04.2013 00:32

Einladung an Papst Franziskus nach Econe?



http://www.katholisches.info/2013/03/18/...kus-nach-econe/

(Rom) Papst Benedikt XVI. hatte die Gespräche zwischen der Priesterbruderschaft St. Pius X. und dem Heiligen Stuhl angestoßen. Wenige Monate nach seiner Wahl empfing er Bischof Bernard Fellay, den Generaloberen der Bruderschaft auf Castel Gandolfo. Trotz seiner geduldigen Bemühungen während eines acht Jahre dauernden Pontifikats kam die von ihm gewünschte Überwindung des Bruchs und eine kanonische Anerkennung der Bruderschaft nicht zustande.
Am 21. Februar hob Benedikt XVI. ein von der Glaubenskongregation für den 22. Februar gesetztes „Ultimatum“ für eine Antwort der Piusbruderschaft auf die „Doktrinelle Präambel“ von Juni 2012 wieder auf. Damit überließ er die Entscheidung, wie es mit der Bruderschaft weitergehen sollte, seinem Nachfolger.
Während die radikale Linke auf politischer Ebene ihren Kampf gegen die Kirche auch unter Papst Franziskus unbeeindruckt fortsetzt, bemühen sich die Modernisten am ausgefransten, linken Rand der Kirche um Hans Küng und Leonardo Boff dem neuen Stellvertreter Christi auf Erden zu applaudieren und ihn möglichst zu vereinnahmen. Hinter diesem plakativ zur Schau gestellten Jubel verbirgt sich nur eine andere Form, um Papst Benedikt XVI. und dessen Pontifikat zu kritisieren. Indem sie dessen Nachfolger loben, setzen sie ihr Lieblingsfeindbild Benedikt herab.
Natürlich geht es auch um den ungeschminkten Versuch, durch Lob für den neuen Papst, eigene Positionen in einem hoffähigen Licht erscheinen zu lassen. Leonardo Boff behauptet in einem Spiegel-Interview, der neue Papst sei homo-freundlich eingestellt und für ein Adoptionsrecht für Homosexuelle. Seine Ablehnung der Homo-Ehe in Argentinien sei nur nach römischem Druck zustandegekommen. Auch eine Form, ein Pontifikat von außen lenken zu wollen. Doch die Realität sieht anders aus. Die Stellungnahmen des damaligen Erzbischofs von Buenos Aires gegen die Einführung der Homo-Ehe sind ebenso authentisch, wie der dadurch entstandene Konflikt mit der argentinischen Staatspräsidentin Kirchner. Beleg, daß Boffs Darstellung nicht der Wahrheit entspricht, ist ein internes Schreiben vom 22. Juni 2010 des damaligen Kardinals Bergoglio an die Klausurklöster der Karmelitinnen in Argentinien. In diesem Schreiben verurteilt er die Homo-„Ehe“ auf das schärfste und bittet die Ordensfrauen intensiv zu beten, damit die argentinischen Senatoren dem damals im Parlament diskutierten Gesetzentwurf nicht zustimmen.
Soweit die ins Alter gekommenen Modernisten. Wie aber steht es um die Piusbruderschaft?
Zum Verhältnis des neugewählten Papstes Franziskus und der von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten Piusbruderschaft nahmen jüngst der amerikanische Priester Father John Zuhlsdorf und die italienische Seite Cantuale Antonianum Stellung.
Einen weiteren Diskussionsbeitrag lieferte inzwischen die traditionsverbundene Seite Cordialiter. In dem Beitrag Reise von Papst Franziskus nach Econe heißt es:
„In der Zukunft könnten wir eine schöne Überraschung erleben, eine apostolische Reise von Papst Franziskus nach Econe (Schweiz), um in der historischen Hochburg der Lefebvrianer ein Friedensabkommen zu unterzeichnen. Das wäre wirklich eine schöne und konkrete Geste brüderlicher Liebe. Ich denke nicht, daß es sich um einen nicht verwirklichbaren Traum handelt. Inzwischen ist bekannt, daß der Erzbischof von Buenos Aires herzliche Beziehungen mit den Piusbrüdern pflegte und ich glaube, wenn Msgr. Bernard Fellay Franziskus nach Econe einladen würde, könnte der Papst die Einladung sogar annehmen. In diesen Tagen haben wir gesehen, daß er ein spontaner Mensch ist, der sich nicht in Schablonen pressen läßt, der auch zu ungewohnten und unvorhersehbaren Gesten bereit ist. Ich denke, daß er sich vom Gezeter der Progressisten nicht einschüchtern lassen würde. Man stelle sich den Papst in der Hochburg der Piusbruderschaft vor. Das wäre wirklich eine historische Begegnung.
In der Zwischenzeit würde es sich für die Piusbruderschaft empfehlen, freundschaftliche Kontakte zum Patriarchen von Moskau zu beginnen. Es wäre nichts Schlechtes dabei, wenn sich Msgr. Fellay und Patriarch Kyrill zum Abendessen treffen würden, um freundschaftlich über die dramatische geistliche Lage in Europa und zu anderen für die Christenheit wichtige Themen sprechen würden. Das würde in keiner Weise den Lehrinhalten der lehramtlichen Enzyklika Mortalium Animos des großen Papstes Pius XI. widersprechen. Wenn Msgr. Fellay fotografiert würde, während er und der Patriarch von Moskau sich die Hand schütteln und sich die Nachricht verbreitet, daß die beiden Freunde sind, würde dies die Position der Piusbruderschaft erheblich stärken. Die Modernisten könnten sie nicht mehr so hart angreifen, da sie andernfalls Gefahr laufen, die diplomatischen Beziehungen mit den Orthodoxen zu beschädigen, denen gegenüber sie bekanntlich eine freundlichere und respektvollere Haltung einnehmen als gegenüber der Piusbruderschaft.“

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