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von esther10 12.11.2015 10:49

Das Problem der „Schwertverse“ im Koran

11. November 2015 16:44 | Mitteilung an die Redaktion


Scharia in EuropaEine Auseinandersetzung mit Navid Kermani und Halis Albayrak.

Ein Gastbeitrag von Hubert Hecker.

Der iranisch-deutsche Orientalist und Schriftsteller Navid Kermani bedauerte in seiner Rede zur Verleihung des Friedenspreis’ des deutschen Buchhandels, dass die heutigen Zeitgenossen mit einer brutalen Gegenwart des Islams konfrontiert seien. Er verwies dabei auf den kriegerischen IS-Terrorismus und auch auf den Rigorismus Saudi-Arabiens. Dabei habe der Islam in früheren Zeiten eine wirklich hochstehende und auch attraktive Kultur hervorgebracht. Der heutige Islam sei vielfach ein Bruch mit dieser Tradition und ein Verlust des kulturellen Gedächtnisses.
Rückkehr des Islam – aber wohin?

Dieser Einschätzung möchte man zustimmen, aber was folgt daraus für den Islam? Kann eine Kultur einfach wieder zu ihrer früheren Blüte vor tausend Jahren zurückkehren? Auch die heutigen salafistischen Strömungen wollen eine Rückkehr – aber noch weiter zurück, ins Frühmittelalter zu der Zeit Mohammeds und der Altvorderen. Sowohl der arabische Wahabismus wie auch der gewalttätige Islam des IS verstehen sich als Wiedererweckung vom wahren Islam des Koran und der kriegerischen Frühzeit. Bei der Auseinandersetzung mit diesem ‚brutalen’ Islam wird man unweigerlich mit den gewalthaltigen Stellen des Korans konfrontiert. Denn die Salafisten berufen sich allein auf die muslimischen Urschriften und lehnen die späteren Rechtsschulen und muslimischen Kulturen als Degeneration des Islam ab.
Einzelne muslimische Theologen versuchen nun, die Gewaltaufrufe von Allah und Mohammed im Koran zu relativieren. Der Münsteraner Islam-Theologe Muhanad Khorchide meint, dass die „Barmherzigkeit“ Allahs alle anderen Koranverse überformen und auch die sogenannten Schwertverse aufheben würde.

Relativierung der koranischen Gewaltaufrufe


Halis Albayrak

Der türkische Theologe Halis Albayrak glaubt, dass die zahlreichen Gewaltverse des Korans gegen Andersgläubige ausschließlich politisch verstanden werden müssten und damit religiös irrelevant wären. Unter dem Titel: „Von Zwang steht da nirgends etwas“ will er in einem FAZ-Artikel vom 18. 2. 2015 beweisen, dass der Islam des Korans jeglichen Zwang und Gewalt gegenüber Ungläubigen ablehne.

Im ersten Teil seines Textes, der auf einen Vortrag des Autors in Tübingen zurückgeht, begründet Albayrak in sechs Thesen, dass und wie der Koran gegen Zwang in der Religion argumentiere. Neben dem bekannten Vers, dass in Religionsdingen kein Zwang herrschen dürfe, führt der Koran-Exeget zehn weitere Suren an, die eine freie Entscheidung der Menschen für oder gegen den Islam belegen sollen – wie etwa Sure 39,41: „Wer sich führen lässt (von Allah), tut es zu seinen Gunsten, wer vom Wege abweicht, tut es zu seinem Schaden. Du bist nicht verantwortlich für sie.“ Noch deutlicher in Sure 10,99: „Willst du die Menschen etwa zwingen, dass sie gläubig werden?“ Bei der Abwendung vom Islam werden in mehreren Suren Allahs Höllenstrafen für die Abtrünnigen beschworen. Aber eine ausdrücklich juristische Maßnahme gegen Apostaten führt der Koran nicht auf. Die Begründung für irdische Strafen oder gar die Todesstrafe für Menschen, die sich vom Islam abwenden, wie sie in zahlreichen islamisch dominierten Staaten angewandt werden, finden sich nur in der nachkoranischen Überlieferung. Allerdings gelten diese Hadithe in den Theologen- und Rechtsschulen des Islam als ebenso authentisch wie der Koran.

Kein Zwang in Glaubensdingen

Bemerkenswert ist, dass Albayrak seine These auch mit philosophisch-anthropologischen Argumenten untermauert – wie: Glauben ist „eine Tatsache der Innerlichkeit“ und schon aus diesem Grunde verbiete sich Zwang (übrigens eine Argumentation, die schon Thomas von Aquin vorbringt). Und weiter: Zwang komme „einer Missachtung der Menschenwürde gleich, ja einem Angriff auf sie.“ Zu diesem Komplex gehört auch, dass der Autor das koranische Verbot von Zwang in Religionsdingen mit dem modernen Wort „Religionsfreiheit“ umschreibt. Eine solche Beweisführung mit nicht-koranischer Argumentation ist seit dem 11. Jahrhundert in der islamischen Welt nicht mehr üblich und seither geächtet.

Der Islam erkennt Religionsfreiheit und Menschenrechte nicht an

Es ist aber höchst problematisch, „Religionsfreiheit“ und „Menschenwürde“ als Begriffe der europäischen Neuzeit auf den frühmittelalterlichen Koran zurückzuprojizieren. Denn die genannte Freiheit hat einen Rechte-Charakter – im vorliegenden Fall das Recht, seine Religion frei wählen und wechseln zu können. Diese und andere Freiheiten und Menschenrechte hat der Mensch von Geburt an, also von Natur aus. Sie werden demnach nicht gewährt oder verliehen, sondern sind vom Staat zu gewährleisten. Die Begründung der Menschenrechte aus dem Naturrecht ist dem Koran völlig fremd, da alle menschlichen Gegebenheit wie Leben, Gesundheit, freier Wille, Familie etc. als Allahs Gabe betrachtet, also von ihm ‚gewährt’ werden. Aus diesem Grund stellten die islamischen Staaten in der Kairoer „Erklärung der Menschenrechte im Islam“ von 1990 die Menschenrechte der UNO-Charta unter den Vorbehalt, dass sie nur gälten, insofern sie nicht der Scharia widersprächen.

Diese Einschränkung bedeutet praktisch die Aufhebung der Menschenrechte. Das bestätigen die Scharia-Kodifizierungen etwa für Juden und Christen in islamisch beherrschten Staaten: Ihnen wird Duldung gewährt, aber sie haben keinen Rechtsanspruch auf freie Religionsausübung.
Tötet die Polytheisten, wo immer ihr sie findet!


Islam und Gewalt
Ein weiterer Kritikpunkt an Albayraks Argumentation besteht darin, dass seine vollmundig verkündete Religionsfreiheit eben doch nicht allgemein gilt. Das Verbot von Zwang in Glaubensentscheidungen bezieht sich nur auf die Gläubigen der sogenannten Buchreligionen, also Muslime, Juden und Christen. Aber was ist eine Freiheit wert, die nur für bestimmte Gruppen gilt? Der Autor gibt diese Einschränkung in einem Nebensatz selbst zu: „…den Polytheismus ausgenommen“. Die einschlägige Stelle zu Zwang und Gewalt gegen Polytheisten ist in Sure 9,5 zu finden: „Wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Polytheisten, wo immer ihr sie findet, greift sie an, belagert sie und lauert ihnen auf jedem Weg auf. Wenn sie umkehren, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, dann lasst sie ihres Weges ziehen.“ Als die Milizen des Islamischen Staates bei ihren Eroberungen im Herbst letzten Jahres die Jesiden, die bei den Sunniten als Polytheisten gelten, vor die Alternative stellten: Konversion oder Tod, konnten sie sich durch die zitierte Koranstelle legitimiert fühlen.
Eindeutige Gewalt-Aufforderungen

Den zweiten Teil seines Textes leitet Albayrak mit dem folgenden Satz ein: „Auf der anderen Seite enthält der Koran auch Verse, die von Konflikten mit anderen Glaubensgemeinschaften handeln.“ Überraschenderweise zitiert er von diesen Gewalt- oder „Schwertversen“ keinen einzigen, während er für seine These von der islamischen Religionsfreiheit im ersten Teil elf Koranbelege aufführt. Diese Zitatenlücke soll hier aufgefüllt werden: „

Und tötet sie, wo immer ihr sie trefft, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben. (…) Das ist die Vergeltung für die Ungläubigen“ (Sure 2,192). „Wenn sie sich abkehren, dann greift sie und tötet sie (die Ungläubigen), wo immer ihr sie findet“ (Sure 4,90). „Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Gott und nicht an den Jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Gott und sein Gesandter verboten haben, …bis sie, die Angehörigen der Buchreligionen, Tribut entrichten als Erniedrigte“ (Sure 9,30). „Oh ihr, die ihr glaubt, kämpft gegen diejenigen von den Ungläubigen, die in eurer Nähe sind. Sie sollen von eurer Seite Härte spüren“ (Sure 9,124).
Haben die Schwertverse des Koran nur politischen Inhalt?

Es wird an dieser Zitatenauswahl deutlich, dass Mohammed im Namen Allahs die muslimischen Gläubigen zu Kampf, Gewalt und Tötung von Andersgläubigen aufruft. Genau diese offenkundige Einsicht will aber Albayrak unbedingt vermeiden. Seine Gegenthese lautet: „Das sind Verse politischen Inhalts, die uns von den politischen Konflikten jener Zeit erzählen.“ Als Hilfsthese führt er an, dass man den Koran nicht mit der „Unmethode der Buchstabentreue“ lesen dürfe, sondern “jeder Vers in seinem eigenen Kontext und seinem existentiellen Bezugsrahmen“ gelesen werden müsse. Doch der Autor wendet seine These selbst nicht konsequent an, denn für die Koran-Zitate zu Religionsfreiheit bevorzugt er durchaus die wörtliche Auslegung. Seine Forderung der Kontextberücksichtigung bezieht sich anscheinend nur auf die „Schwertverse“ des Korans, um diese zu entschärfen. Aber auch zu diesem Komplex geht er nicht auf den jeweiligen Bezugsrahmen der einzelnen Verse ein und erst recht nicht unterzieht er den Kontext einer genauen Prüfung. Die konkrete Untersuchung vermeidet er, um diese Verse a priori und pauschal in einen politischen Zusammenhang zu stellen.

Mohammeds Feldzüge gegen Polytheisten und Christen


Navid Kermani
Nun ist zwar richtig, dass bei Kriegen zwischen staatlich oder stammesmäßig organisierten Religionsgemeinschaften immer auch politisch-wirtschaftliche Motive und Ziele eine Rolle spielen – etwa die zu erwartende Tributzahlungen oder Beute. Der Prophet hatte ein Fünftel für den Staat und vier Fünftel für die Krieger festgelegt. Aber eine Analyse von Mohammeds Kriegszügen zeigt, dass von Seiten des Propheten immer die Ausbreitung und Vorherrschaft des Islam sowie Unterwerfung der Andersgläubigen im Vordergrund seiner Kriegspolitik standen, also religiöse Motive: Die Zeit von April 630 bis zum gleichen Monat 631 wird als „Jahr der Abordnungen“ bezeichnet. Damals hatte Mohammed – inzwischen politisch-religiöser Herrscher über große Teile Arabiens – an alle ihm bekannten Völker einen Brief schreiben lassen, in dem er sie zum Übertritt zum Islam aufforderte. Städte und Stämme, die sich diesem Ansinnen widersetzten, überzog er mit Krieg. So ließ Mohammed zunächst die „polytheistischen Widerständler“ der Stadt Ta´if belagern und später die nordarabische Christenstadt Tabuk. Auf diese beiden Kriegszüge beziehen sich viele der Kampfverse in den Suren 8 und 9: „Zieht in den Kampf, leicht- oder schwerbewaffnet, und kämpft mit Gut und Blut für die Religion Allahs“ (Sure 9,42). „Wenn ihr nicht zum Kampfe auszieht, wird euch Allah mit schwerer Strafe belegen“ (Sure 9,40). „Wenn die Gläubigen töten oder getötet werden, so werden sie das Paradies erlangen, indem sie für die Religion Allahs kämpfen…“ (Sure 9,112). „Nicht ihr habt den Feind in der Schlacht von Bedr erschlagen, sondern Allah hat es getan“ (Sure 8,18). Offensichtlich führte der Prophet nach Motiv und Ziel in erster Linie Religionskriege gegen Andersgläubige.

Albayrak dagegen will genau diesen offensichtlich religiösen Charakter von Mohammeds Kriegen unter den Tisch fallen lassen. Alle Kriege seien als allgemein-„menschliche Tatsachen“ anzusehen: „Die Existenz politischer Autoritäten macht von Zeit zu Zeit kriegerische Auseinandersetzungen offenbar unvermeidbar.“ Auch Mohammeds Kriege seien primär aus politischen Konflikten erwachsen. Wenn Albayrak konsequent seine eigene Forderung nach Kontextberücksichtigung angewandt hätte, würde das seine Behauptung vom nicht-religiösen Charakter der Kriege Mohammeds unhaltbar machen.
Mohammeds Angriffskriege waren Vorbild für die späteren Eroberungskriege

Eine Analyse von Text und Kontext der oben zitierten Schwertverse lässt eine weitere These des islamischen Theologen zusammenbrechen, nämlich dass die Feldzüge des Propheten und Kriegsherrn Mohammed ausschließlich defensiven Charakter gehabt hätten: Die „junge muslimische Glaubensgemeinschaft“ habe damals nur um ihr Dasein und ein Leben in Sicherheit gekämpft. Die Korananalyse sowie historische Studien zeigen aber, dass Mohammeds Feldzüge zumindest seit 630 Eroberungs- und Unterwerfungskriege waren, also Offensiven „im Namen Allahs“.

Allah als Motivator und Belohner der islamischen Kriegszüge

Mit dem Nachweis, dass die beiden Grundthesen Albayraks nicht zutreffen, fällt auch seine Schlussfolgerung zusammen. Er hatte so argumentiert, dass in Mohammeds politisch motivierten Defensivkriegen der Prophet von Allah durch „herabgesandte Sprüche mit Weisheit und Wissen“ kriegstaktischer Art unterstützt worden sei. Dieser Behauptung stehen die oben angeführten Koran-Zitate diametral entgegen. Denn daraus spricht, dass Allah zentrale Bedeutung für Mohammeds Kriege hat als Motivator der Kriegszüge, als Paradiesbelohner der Gefallenen und als Strafrichter für Verweigerer. Die Religion Allahs wird im Koran als Motiv und Ziel der Feldzüge hingestellt. Schließlich soll es Allah selbst sein, der die Feinde erschlägt – von wegen kriegstaktische Wissens-Weisungen.
http://www.katholisches.info/2015/11/11/...verse-im-koran/



von esther10 12.11.2015 09:41




Franziskus in Florenz: Die Freude des Christen ist es, gegen den Strom zu schwimmen


Papst Franziskus in der Kathedrale Santa Maria del Fiore am 10. November 2015
Foto: CNA/Marco Mancini

FLORENZ , 11 November, 2015 / 2:56 PM (CNA Deutsch).-
War dies ein Vorgeschmack auf sein Apostolisches Schreiben zur Familie? Mit einer programmatischen Rede von knapp 50 Minuten Dauer hat Papst Franziskus seine Vorstellung der Kirche und der katholischen Glaubenslehre vorgestellt.

Franziskus sprach in der historischen Kathedrale von Santa Maria del Fiore vor den in Florenz versammelten Bischöfen der Kirche in Italien; doch seine Worte galten der Weltkirche und ihrer Lehre. In ersten Reaktionen haben sie Vatikanisten ein “Manifest” seiner Reformanliegen genannt.

Es sei, so wörtlich, “unnützlich”, im Konservativismus oder Fundamentalismus Lösungen zu suchen, so der Papst. Er plädiere für eine freie Kirche, die offen sei für die Herausforderungen der Gegenwart, niemals defensiv aus der Angst heraus, etwas zu verlieren, sagte Franziskus.

Mit Blick auf das Motto des Treffens, das einen “neuen Humanismus” in Jesus Christus thematisierte, warnte Papst Franziskus vor zwei Häresien: Dem Pelaganismus, der die Existenz der Ursünde ablehnt und besagt, dass Menschen ihre Erlösung durch ihr eigenes Tun erlangen können, ohne die Gnade Gottes. Und zweitens die Gnostik, der zufolge Erlösung durch das Aneignen von Wissen zu erreichen ist, nicht durch den Glauben.

Darüber hinaus betonte Franziskus erneut, was er schon im Lehrschreiben Evangelii Gaudium 2013 zum Programm machte: Die Kirche müsse sich erst einmal um die Armen kümmern: In der Begegnung und im Dialog mit ihnen das Gute zu suchen, sei ihr Auftrag.

Die Freude des Christen war Thema der Ansprache des Papstes bei der späteren Messe im Stadion von Florenz. Diese Freude bestehe darin, gegen den Strom zu schwimmen und die öffentliche Meinung zu überwinden, die damals wie heute in Jesus nicht mehr als einen Propheten und Lehrer sehe, so Franziskus.

Den Angelus betete Franziskus zur Mittagstunde mit kranken und behinderten Menschen, und nahm sein Mittagessen mit Armen ein. Per Hubschrauber kehrte er am Abend zurück nach Rom.
http://de.catholicnewsagency.com/story/f...-schwimmen-0175

von esther10 12.11.2015 09:38




Esst mit der Familie, nicht mit Eurem Smartphone!


Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 11. November 2015
Foto: CNA/Daniel Ibanez

VATIKANSTADT , 11 November, 2015 / 2:48 PM (CNA Deutsch).-
Ein Lob der Familie und der Gemeinschaft bei Tisch: Papst Franziskus hat bei der heutigen Generalaudienz auf dem Petersplatz daran erinnert, wie wichtig die gemeinsamen Mahlzeiten in der Familie sind – und zwar ohne Smartphones und andere Ablenkungen.

"Eine Familie, die fast nie zusammen isst, or nie bei Tisch miteinander spricht sondern das Fernsehen oder das Smartphone anschaut, ist fast keine Familie", so Franziskus wörtlich vor tausenden Pilgern auf dem Petersplatz.

Die Ansprache war die jüngste zum Thema Familie im Rahmen der Generalaudienzen, die sich seit vergangenem Herbst mit der Familie beschäftigen.

Zusammen bei Tisch zu sitzen sei das konkreteste Zeichen von Gemeinschaft als Familie, so der Papst. Christen hätten eine besondere Berufung, die "Tugend der Gemeinschaft" zu leben, sagte Franziskus.

Die Eucharistie sei eine "Schule der Inklusion", die lehre, wie man sich um die Bedürfnisse der anderen kümmere.
http://de.catholicnewsagency.com/story/e...smartphone-0174

von esther10 12.11.2015 09:28




Prophetische Haltung statt zurückgedrehte Uhren: Stephan Kampowski über die Familiensynode
CNA-Interview über einen neuen Ansatz zu Familie, Ehe, Sexualität – und den menschlichen Körper aus christlicher Sicht


"Die Familie ist die Urzelle des gesellschaftlichen Lebens. Sie ist die natürliche Gemeinschaft, in der Mann und Frau zur Hingabe der Liebe und zur Weitergabe des Lebens berufen sind. Die Autorität, die Beständigkeit und das Gemeinschaftsleben innerhalb der Familie bilden die Grundlage von Freiheit, Sicherheit und Brüderlichkeit innerhalb der Gesellschaft". (Katechismus der Katholische

VATIKANSTADT , 10 November, 2015 / 7:57 AM (CNA Deutsch).-
"Man hat die Uhr gut 40 Jahre zurückgedreht": So das scharfe Urteil über den Abschlussbericht der Familiensynode von Stephan Kampwoski. Der Theologe und Autor ist Professor für philosophische Anthropologie am Päpstlichen Institut "Johannes Paul II." für Studien über Ehe und Familie in Rom. Bereits vor der Synode hat er Aufsehen erregt mit seinem Buch "Das wahre Evangelium der Familie: Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit", das er mit Professor Juan Perez-Soba schrieb.

Mit seinem neuen Buch "Familienmodelle in der Diskussion: Unvollkommene Ausdrücke desselben Ideals?" plädiert er für einen "prophetischen" Ansatz. Im CNA-Interview antwortet er auf Kritiker und plädiert für eine fortschrittliche Haltung im Sinne Jesu Christi.

CNA: Herr Professor Kampowski, nach dem Abschlussbericht der Familiensynode gehen nicht nur die Interpretationen weit auseinander; auch das Ringen um die Deutungshoheit ist in vollem Schwunge. Wie beobachten Sie die Debatten?

KAMPOWSKI: Man hat den Eindruck, dass sich die der Veröffentlichung folgende Debatte hauptsächlich auf das bezieht, was das Abschlussdokument nicht sagt, auf das, was es nicht ausdrücklich erlaubt, aber auch nicht ausdrücklich verbietet. Und in der Tat muss man feststellen, dass der Bericht wenig Neues sagt. Es ist am Ende ein Kompromissdokument, aus dem die brisantesten Themen entfernt worden sind.

CNA: Wie soll man es dann interpretieren können?

KAMPOWSKI: Zur Interpretation mag es helfen, auch auf die Dynamik zu schauen. Wo das ursprüngliche Arbeitspapier über Gemeinplätze hinausging, war dies manchmal in Spannung oder im Gegensatz zur kirchlichen Überlieferung. Es gab sogar eine Stelle – Paragraph 137 –, die nahelegte, eine moralische Norm könne im Gegensatz zum Willen Gottes für mein Leben stehen, so als ob Gott von mir wollen könnte, dass ich das Sittengesetz übertrete. Dies wurde zum Glück korrigiert. Die grundsätzliche Bewegung vom Arbeitspapier zum Abschlussbericht ist eine Bewegung in Richtung Kontinuität mit der kirchlichen Überlieferung, so dass es im endgültigen Dokument keine Stelle gibt, die einen Bruch mit der gegebenen kirchlichen Lehre und Praxis darstellt. Außerdem ist natürlich immer zu bedenken, dass hier von einem Synodendokument und nicht von einem Konzilstext die Rede ist. Im Gegensatz zu einem Konzil hat eine Synode allein beratende Funktion. Sie berät den Papst in seiner Entscheidungssuche. Ihr Abschlussbericht hat keinerlei lehramtliche Autorität – er bindet weder den Papst noch die Gläubigen. Er ist einfach eine Art Brief der Bischöfe und Kardinäle an den Papst.

CNA: Ein Hauptthema war, ist und bleibt die Frage, ob zivil geschiedene Wiederverheiratete zur Kommunion zugelassen werden sollen. Der Moraltheologe Eberhard Schockenhoff hat zum Umgang gesagt, "das, was sich bisher vielerorts als bewährte Praxis gezeigt hat, kann gestärkt weitergehen. (...) Und zwar mit gutem Gewissen und voller Überzeugung." Stimmen Sie zu?

KAMPOWSKI: Die in Deutschland angeblich „bewährte“ Praxis ist doch, dass zivilrechtlich wiederverheiratete Geschiedene in Deutschland vielerorts eingeladen werden, zur Kommunion zu kommen. Angesichts des zum Teil dramatischen Schwunds an Glaubenssubstanz in vielen deutschen Bistümern und Gemeinden hätte man sich doch vielleicht eher eine Neuerung wünschen sollen, etwas Anderes, das man noch nicht ausprobiert hat.

CNA: Es geht eben um die Frage, ob und wie und was sich ändert.

KAMPOWSKI: Natürlich. Wissen Sie, es ist schon ironisch. Auf der einen Seiten drängen die Repräsentanten der deutschen Bischofskonferenz bei der Synode darauf, dass es angesichts der dramatischen Situation in den deutschen Ortsgemeinden an der Zeit für etwas Neues sei, dass die Universalkirche etwas an ihrer Praxis ändere. Auf der anderen Seite freut sich ein der Bischofskonferenz nahestehender Theologe darüber, dass nach seiner, zumindest zweifelhaften Lesart, nun alles beim Alten bleibe. Dabei meine ich, dass die deutschen Bischöfe schon Recht haben, wenn sie auf Veränderung in der Familienpastoral drängen. Die Frage ist nur eben wo: in den Ländern, wo es noch gläubige, junge und kinderreiche Familien gibt oder in Ländern wie Deutschland, wo diese Familien doch immer mehr wegbrechen.

CNA: Kritiker sagten schon vor der Synode: In Deutschland scheinen nicht nur die Bischöfe, sondern vor allem auch die Medien sich auf ein absolutes Rand-Thema eingeschossen zu haben, dass Schätzungen zufolge nicht einmal 1 Prozent der Katholiken überhaupt betrifft.

KAMPOWSKI: Von der Familienpastoral her gesehen, ist die Frage nach der Kommunion für zivilrechtlich wiederverheiratete Geschiedene durchaus ein Randthema: es betrifft nur Wenige. Gleichzeitig geht es bei dem Thema um ganz viel, nämlich um nichts weniger als die sakramentale Struktur der Kirche selbst, die besonders in der Eucharistiefeier zum Ausdruck kommt. In der Eucharistie gibt sich Christus leibhaftig seiner Kirche hin. Ja, die Grundwahrheit des christlichen Glaubens ist doch: das Wort ist Fleisch geworden. Wenn das wirklich stimmt, dann ist auch das, was wir im Leib tun, wirklich bedeutsam. Dann ist es bedeutsam, wenn Menschen gewohnheitsmäßig geschlechtlich miteinander verkehren – sich einander leiblich hingeben –, obwohl sie mit jemand anderem verheiratet sind. Dann ist dies ein objektiver Stand, über den die Kirche richten kann, unabhängig von jeder Beurteilung des Gewissens des Einzelnen und der Frage, wie dieser nun wirklich vor Gott steht. Die Kirche kann dann sagen, dass dies ein Stand ist, der objektiv dem widerspricht, was in der Eucharistie gefeiert wird: die immerwährende Treue und leibliche Hingabe Jesu an seine Braut, die Kirche. Es ist eben nicht nur wichtig, was jemand sozusagen desinkarniert meint, „aus Liebe“ zu tun. Die Wahrheit der Liebe misst sich auch an dem, was er im Leibe tut, weil das Wort eben Fleisch geworden ist. Es geht bei der Frage der Zulassung der zivilrechtlich wiederverheirateten Geschiedenen also durchaus um sehr viel: um das Eheverständnis, das Sakramentenverständnis, das Kirchenverständnis.

CNA: In Ihrem Buch "Familienmodelle in der Diskussion: Unvollkommene Ausdrücke desselben Ideals?" plädieren Sie für einen "prophetischen Ansatz", statt eines pragmatischen, wie ihn mehrere deutsche Bischöfe und prominente Theologen wie Eberhard Schockenhoff etwa fordern nach dem Motto: "Das kirchliche Ideal von Ehe und Familie ist lebensfern, wir müssen an die Menschen in ihrer 'wirklichen' Situation herankommen". Was meinen Sie mit "prophetisch"?

KAMPOWSKI: Ein Kommentar, den ich zu meinem Text gelesen hatte, drückte ein gewisses Unverständnis dafür aus, dass ich angeblich unbedingt die Zukunft vorhersagen wolle. Mit „prophetisch“ meine ich nichts dergleichen. Es geht nicht um eine Vorhersage des Kommenden, sondern um eine mutige Auseinandersetzung mit der Gegenwart. Natürlich hatten die alttestamentlichen Propheten Träume und Visionen über die Zukunft. Aber diese hatten fast immer ganz konkreten Bezug auf die gegenwärtige Situation. Die Hauptaufgabe des Propheten bestand darin, die Menschen mit der Wahrheit zu konfrontieren, ob sie es wollten oder nicht. Der Prophet ist ein Diener der göttlichen Barmherzigkeit. Er übt sich in den geistlichen Werken der Barmherzigkeit, indem er die Unwissenden lehrt und die Sünder zur Umkehr ruft. Das größte Problem der Menschen ist weder die Wirtschaft noch das Klima. Es ist die Sünde. Am Ende wissen wir das auch alle im Tiefsten unseres Herzens.

CNA: Wir wissen es, aber handeln nicht danach?

KAMPOWSKI: Wir wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen. Wir fühlen uns oft machtlos und neigen daher dazu zu sagen: so bin ich eben, da kann ich nichts machen, ich muss mich so annehmen. Aber so wollen wir doch gar nicht sein. Wenn nun jemand kommt, dessen Name Jesus ist, das heißt ja „bei Gott ist Rettung“, und sagt: „Das Reich Gottes ist nahe, kehrt um und glaubt an das Evangelium“ [Mk 1, 15], dann ist das eine gute Nachricht. Er sagt: „Du kannst anders sein! Du braucht dich nicht mit deiner Sünde zu arrangieren.“

CNA: Wir sind alle dazu persönlich berufen, Heilige zu werden.

KAMPOWSKI: Genau. Mit Gottes Gnade ist es möglich, sich zu bekehren und gottgefällig zu leben, ja, die Heiligkeit ist eine wahre Möglichkeit für den Gläubigen geworden. Jesus, der neue Moses, gibt nicht nur ein neues Gesetz, das noch mehr fordert als das des Mose, sondern er gibt auch ein neues Herz, das es seinen Jüngern – allen Christgläubigen – ermöglicht, danach zu leben und somit frei zu sein, nämlich das zu tun, was sie wirklich wollen: in Wahrheit zu lieben. Eine solche Verkündigung nenne ich prophetisch. Sie ignoriert die gesellschaftlichen Umstände nicht, nimmt ihre Maßstäbe aber nicht diesen, sondern misst sie am Maßstab Jesu. Sie appelliert an etwas, von dem sie glaubt, dass es sich im Herzen eines jeden Menschen wiederfindet: ein Sehnen nach Gemeinschaft mit Gott und mit anderen Menschen, ein Wunsch nach Versöhnung, eine Hoffnung, dass sich die Liebe noch offenbart. Eine solche Verkündigung, die die Aufgabe der Kirche ist, hat etwas für die Menschen sehr Anziehendes. Dies gilt auch für den Bereich von Ehe und Familie, wo sich ja das konkrete Leben der Menschen auch heute noch größtenteils abspielt.

CNA: Dann gehen Sie aber offensichtlich davon aus, dass das "traditionelle" christliche Bild von Ehe und Familie alternativlos ist?

KAMPOWSKI: Vieles, für das die traditionelle oder bürgerliche Familie kritisiert wird, ist ja wirklich kritikwürdig: von ungesunden Machtstrukturen über Besitzstreben bis hin zum Familienegoismus. Unsere postmoderne Gesellschaft schlägt als Lösung vor, den Begriff der Familie unter Beibehaltung des Namens einfach aufzulösen. Man fängt an, jede auch nur denkbare Lebenskonstellation mit dem Namen „Familie“ zu bezeichnen. Somit verliert der Name jeglichen Inhalt. Was ich in meinem Buch als alternativlos darstelle ist die christliche Familie, die durchaus revolutionär war und ist.

CNA: Wie meinen Sie das?

KAMPOWSKI: Die Ehefrau ist gehalten, ihren Ehemann zu achten, der Mann soll sogar bereit sein, für seine Frau zu sterben. Beide sind berufen, in der Welt die Liebe darzustellen, mit der Christus seine Kirche geliebt hat. Sie nehmen freudig die Kinder an, die Gott ihnen schenken mag, erziehen diese aber nicht in erster Linie für sich selbst – als Altersversicherung oder Betriebsnachfolger – sondern für das Reich Gottes, als Bürger der Kirche. Sie praktizieren Gastfreundschaft. Der Mann verlässt seine Frau nicht, wenn sie ein paar Falten hat; die Frau verlässt ihren Mann nicht, wenn sie sich nicht ganz von ihm verstanden fühlt. Sie gehen durch dick und dünn und sind einander treu, bis dass der Tod sie scheidet. Nun wird gesagt, dies sei ein unerreichbares Ideal. Aber jeder Kritiker muss zumindest zugeben, dass dieses Bild sogar als Ideal ganz neu ist und im Widerspruch steht sowohl zum antiken als auch zum modernen, postmodernen oder bürgerlichen Familienverständnis. Es handelt sich um eine Revolution, etwas ganz Neues und etwas, das wir im Herzen wirklich wollen. Die gute Nachricht ist, das dies in Wirklichkeit mehr ist als nur ein Ideal: es ist eine reale Möglichkeit, und zwar weil Gott seine Gnade verheißen hat und sie auch wirklich gibt wenn wir uns danach ausstrecken.

CNA: Wie wichtig ist die Theologie des Leibes des heiligen Papstes Johannes Paul II. hierbei?

KAMPOWSKI: Die Theologie des Leibes des heiligen Johannes Pauls II. ist ein großer Reichtum für die christlichen Familien und die ganze Kirche. Sie hilft uns, die personalistische Bedeutung unserer Leiblichkeit wiederzuentdecken. Dies ist gerade in einer Zeit sehr wichtig, in der der Leib oftmals einfach wie ein unbeseelter Körper unter anderen angesehen wird. Für Johannes Paul II. ist die Bedeutung des Leibes das Geschenk. Der Leib „spricht“ zu uns davon, dass wir unsere Existenz empfangen haben und dass wir berufen sind, uns selbst in der ehelichen Liebe zum Geschenk zu machen und gemeinsam im Leben fruchtbar zu sein. Der heilige Papst ist sich dabei durchaus der durch den Sündenfall entstandenen Schwierigkeiten bewusst. Die Begehrlichkeit, Konsequenz der Ursünde, kann unsere Liebe verzerren und verwunden. Zugleich gibt es wirksame, uns durch die Gnade zur Verfügung gestellte Mittel, durch die wir schon heute in Christus leben können, ganz konkret in unserem Leib.

CNA: Wir warten alle auf den Abschlusstext von Papst Franziskus. Was erwarten Sie sich davon, und was würden Sie sich wünschen, auch persönlich als katholischer Laie?

KAMPOWSKI: Die göttliche Vorsehung hat der Kirche gerade durch das Pontifikat von Johannes Paul II. einen unglaublichen Schatz anvertraut. Der „Papst der Familie“, wie Papst Franziskus ihn nennt, hat die kirchliche Reflexion über Ehe und Familie auf immense Weise vertieft. Die katholischen Laien haben ihn dafür geliebt – ganz besonders die jüngeren, wie man am Zuspruch, den er bei den Weltjugendtagen erfahren hat, sehen kann. Da war es für mich traurig zu verfolgen, wie sich fast die gesamte synodale Diskussion in Begriffen und Problemstellungen abspielte, die aus dem Anfang der 1970iger Jahre stammten, fast so, als ob es das Pontifikat von Johannes Paul II. nie gegeben hätte. Es hieß einmal während der Synode, man wolle nicht einfach nur das wiederholen, was Familiaris Consortio gesagt habe. Mit anderen Worten, man wolle nach vorne schauen und nicht zurück. Das war die Absicht.

CNA: Ist man das denn nicht?

KAMPOWSKI: In Wirklichkeit ist man noch viel weiter zurückgegangen, zurück in die Zeit der Diskussionen nach Humanae vitae und vor Johannes Paul II. Man hat die Uhr gut 40 Jahre zurückgedreht. Das ist kein Fortschritt. Meine Hoffnung ist, dass Papst Franziskus die Uhr wieder nach vorne stellt, zurück in eine Zeit, in der Johannes Paul II. grundlegende und tiefgreifende Beiträge zum christlichen Verständnis von Ehe und Familie gegeben hat, über die die Kirche noch über Jahrzehnte mit größtem Gewinn reflektieren kann.

Das Buch "Familienmodelle in der Diskussion: Unvollkommene Ausdrücke desselben Ideals?" ist kürzlich erschienen im Grignion Verlag und hat 110 Seiten Umfang. "Das wahre Evangelium der Familie: Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit" ist 2014 im Media Maria Verlag erschienen und widmet diesem Thema 240 Seiten.
http://de.catholicnewsagency.com/story/p...liensynode-0169

von esther10 12.11.2015 00:49

„Wir erleben einen der besten Momente in der Geschichte der Freimaurerei“
12. November 2015 11:27 | Mitteilung an die Redaktion


Freimaurer tagten in Santiago de Compostela
(Madrid) „Wir leben in einem der besten Momente für die Freimaurerei.“ Das bekennt die Großloge von Spanien in der aktuellen Ausgabe von El Oriente.

El Oriente, das Presseorgan der Großloge, gibt damit Worte von Oscar de Alfonso, dem Großmeister der Großloge von Spanien, wieder. Bei einem Freimaurertreffen in Santiago de Compostela, das unter dem Motto „El Camino hacia la Luz“ (Der Weg zum Licht) stand, sagte der Großmeister wörtlich: „Wir erleben einen der besten Momente in der Geschichte der Freimaurerei.“

Ende Oktober fand in Santiago de Compostela eine internationale Freimaurer-Tagung stand, die beschürzte Brüder aus Spanien, Argentinien, Chile, Brasilien, Bolivien, Paraguay, Peru und Uruguay versammelte. Das Ergebnis der 6. Konferenz der Interamerikanischen Freimaurer-Konföderation ist eine „Freimaurer-Charta“, die von den Logen-Delegierten beschlossen wurde.
„Freimaurer-Charta“ beschlossen


Wappen der Großloge von Spanien

Vertreten waren in Santiago de Compostela die Großloge von Spanien, die Großloge der Freien und Angenommenen Maurer von Bolivien, die Großloge von Argentinien, der Großorient von Brasilien, die Großloge von Chile, die Symbolische Großloge von Paraguay, die Großloge der Alten, Freien und Angenommenen Maurer der Republik Peru, die Legale Großloge von Portugal und die Großloge der Freimaurerei von Uruguay.
Laut Großloge von Spanien vereinen die genannten Großlogen „10.400 Logen mit 350.000 Freimaurern“. Sie richten sich am Schottischen Ritus der Großloge von England aus.

Was genau in der „Carta Masonica“ steht, wurde von den Logen nicht veröffentlicht. El Oriente liefert in einem Bericht lediglich einige Hinweise. Wie aussagekräftig sie über den tatsächlichen Inhalt der beschlossenen Charta sind, kann daher nicht gesagt werden. Die „Freimaurer-Charta“ stellt demnach fest, daß die Gesellschaft vor neuen Problemen stehe. Genannt werden ausdrücklich: „Fundamentalismus, Intoleranz, das Eindringen von Wirtschaftskriminalität in den republikanischen Gemeinsinn, der soziale Feindschaft erzeugt“.

Neue „Lenkungsformen“ in der Politik gefordert


Der Großmeister Oscar de Alfonso der Großloge (mit Kette)

Zudem diagnostiziert die Freimaurer-Charta eine allgemeine Krise der Regierungsführung und Lenkungsform in der Politik. Als Grund dafür werden verschiedene Formen der Korruption und des ethischen Relativismus genannt. Dagegen fordert die Freimaurer-Charta die Schaffung „eines neuen Menschen“, dessen Ideale „humanistisch, laizistisch und tolerant“ sind „auf der Grundlage von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“. Dieser „neue Mensch“ sei durch die Errichtung einer „offenen Gesellschaft“, „neue Formen des Zusammenlebens“, „neue Produktionsformen“ und „neue Formen der staatsbürgerlichen, demokratischen und repräsentativen Formen“ zu verwirklichen.

Die interamerikanische Freimaurer-Konferenz sprach sich auch für die Legalisierung der Tötung ungeborener Kinder durch Abtreibung in Chile aus und unterstützt damit die Bestrebungen der ehemaligen UN-Women-Direktorin und UNO-Untergeneralsekretärin, der nunmehrigen sozialistischen, chilenischen Staatspräsidentin Michelle Bachelet.

El Oriente, die Publikation der spanischen Großloge wird vom Kommunikationssekretariat der Großloge herausgegeben.
Vom 18.-21 November 2015 tagt in San Francisco in den USA die XIV. Weltkonferenz der regulären Freimaurer-Großlogen, also des Schottischen Ritus, unter dem Motto „The Chain of Union: Strengthening Fraternal Bonds in a Changing World“
http://www.katholisches.info/2015/11/12/...r-freimaurerei/

von esther10 12.11.2015 00:44

Exklusiv-Interview: „Unsere Hoffnung liegt nicht in der Synode, sondern in Gott.“
Ein Gespräch mit Dr. Wanda Półtawska über Ehe, Familie, Liebe und Gott


Mit dem heiligen Papst Johannes Paul II verband sie eine enge Freundschaft: Dr. Wanda Poltawska (links) mit ihrer Familie.
Foto: privat

KRAKAU , 23 October, 2015 / 4:35 PM (CNA Deutsch).-
Sie ist eine der letzten großen Zeugen des 20. Jahrhunderts: Dr. Wanda Półtawska, 93 Jahre alt, verheiratet seit 67 Jahren mit Professor Andrzej Półtawski, vier Töchter, 8 Enkel, Psychiaterin, Ehe- und Familienberaterin, Universitätsdozentin für pastorale Medizin unter anderem in Krakau und am Johannes-Paul-II Institut in Rom, Mitglied in der Päpstlichen Akademie für das Leben, langjähriges Mitglied im Päpstlichen Rat für die Familie, Mitarbeit beim Päpstlichen Rat für die Pastoral im Krankendienst, Trägerin des Gregorius-Orden.

Sie überlebte nicht nur die deutschen Konzentrationslager, eine Erfahrung, die sie in Ihrem Buch „Und ich fürchte meine Träume“ verarbeitete, sondern auch die Herausforderung der kommunistischen Ideologie. Doch nie empfand sie deswegen Hass, eher Verwunderung darüber, wie ein Mensch dem anderen solches Leid zufügen kann. Deswegen entschied sie sich, Psychiaterin zu werden. Doch ihre größte Leidenschaft war diejenige Aufgabe, die der Heilige Johannes Paul II. als drängendste Aufgabe der Gegenwart erkannte: Heilung der Ehen und Familien, zum Gelingen von Ehen und Familien beizutragen.

Schließlich war sie auch eine, wenn nicht die engste Freundin des „Heiligen der Familie“, Johannes Paul II.

Während der Familiensynode gewährte Sie Robert Rauhut von EWTN/CNA ein exklusives Interview über Ehe, Familie, Liebe und Gott.

CNA: Liebe Frau Wanda Półtawska, Sie gelten als eine der weltweit größten Kennerinnen der „Theologie des Leibes“ des Heiligen Johannes Paul II. Sie waren mit ihm persönlich und eng befreundet. In Rom tagt nun die ordentliche Bischofssynode von Ehe und Familie. Welche Aspekte sind dem großen Heiligen mit Blick auf Ehe und Familie besonders wichtig gewesen? Und warum?

POLTAWSKA: Der heilige Johannes Paulus II, ein tief glaubender Theologe und Philosoph, wollte den Leuten helfen, das ewige Glück zu erreichen, das heißt vor allem, die Heiligkeit der Familie zu retten. Er war überzeugt, dass unser Leben hier auf der Erde nur eine Wanderung ist, nicht mehr als ein Weg zum Himmel, weil der Mensch nicht für die Erde, sondern für den Himmel geschaffen wurde. – Das sagte er beim Treffen der Jugend in Paris.

CNA: Wir hören: Die Welt hat sich geändert, also müsse sich auch die Kirche ändern; zum Beispiel die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Heiligen Kommunion und die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Was halten Sie von diesen Neuerungen?

POLTAWSKA: Die Veränderungen in der Welt können nicht die Wahrheit über den Menschen ändern. Jeder(mann) ist von Gott geschaffen und jeder Mensch muss sterben. Der Weg zum Himmel kann nicht grundsätzlich geändert werden.

CNA: Wir hören immer wieder: Die Lehre soll nicht geändert werden, die Praxis aber schon. Wird durch eine veränderte Praxis nicht letztlich auch die Lehre verändert werden?

POLTAWSKA: Die Lehre der Kirche von so wichtigen Grundthemen der Offenbarung wie der Eucharistie kann nicht geändert werden. Aber die Praxis des Gerichtsverfahrens, was die Gültigkeit der Ehe betrifft, schon.

CNA: Die Worte Jesu sind eindeutig: Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Diese Worte fehlen im Instrumentum Laboris, der Grundlage der Synodendiskussion. Wie bewerten sie diesen Mangel? – 13 Kardinäle der katholischen Kirche, darunter die Kardinäle Carlo Caffara, Gerhard Ludwig Mülller und Robert Sarah haben in einem Brief ihre tiefe Sorge über das theologisch sehr defizitäre Instrumentum Laboris, die mangelhaften und willkürlichen Prozeduren der Familiensynode sowie schwerwiegende Herausforderungen – die Forderung nach Kommunion für zivil wiederverheiratete Geschiedene – , die die katholische Lehre über die Ehe und damit die Sakramentalität der Ehe in Frage stellen, zum Ausdruck gebracht. Der Papst hat darauf nicht reagiert. Wie beurteilen Sie das?

POLTAWSKA: Die Worte Christi sind im Evangelium geschrieben und können nicht geändert werden. Meine Erfahrungen von der vorigen Synode sind, dass es nicht wichtig ist, welche Ansichten in den Diskussionen geäußert werden, sondern das letzte Dokument. Ungeachtet verschiedener schockierender Äußerungen, die man während der Diskussionen hörte, das schöne Dokument Familiaris consortio ist gültig bis heute. Als ich aus Rom wegfuhr, sagte mir Johannes Paul II.: „Vergiss nicht, dass Gott alles weiß, und dass Er der wahre Verwalter der Welt ist.”

CNA: Papst emeritus Benedikt XVI. hat unterstrichen, dass eine der großen Errungenschaften von Papst Johannes Paul II. die Enzyklika „Veritatis Splendor“ ist. Etliche Theologen und Bischöfe stellen diese bei der Synode in Frage. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

POLTAWSKA: Es gab immer, es gibt und es wird immer Leute geben, die zweifeln.

CNA: Bestimmte Gruppen forcieren auf der Synode das Thema der „Homo-Ehen“. Wie beurteilen Sie das? Befürworter einer Ehe für alle argumentieren, dass gleichgeschlechtliche die gleichen Rechte haben sollten, weil ihr Verhältnis das gleiche ist wie zwischen Mann und Frau. Aus medizinischer Sicht - Sie sind Ärztin und Psychiaterin - stimmen Sie dem zu? Ist mit anderen Worten die Sexualität zwischen zwei Männern etwa das gleiche wie zwischen Mann und Frau?

POLTAWSKA: Das ist das Problem eines Mangels an gesundem Menschenverstand. Man braucht nicht ein Weiser zu sein, um den Unterschied der Geschlechter zu erblicken. Das Buch Genesis sagt klar: „Als Mann und Frau schuf er sie”. Natürlich ist es wahr, dass die sündigen Leute alle Gebote Gottes brechen, also auch das sechste Gebot. Gemäß dem Wesen der Ehe kann sie nicht eingeschlechtig sein, denn sie soll dem Leben, der Familie dienen. Die Einheit „zweier in einem Leibe” kann zwischen zwei Personen eines Geschlechts nicht realisiert werden.

CNA: Ihre mehr als 40-jährige pastorale Erfahrung bringt es mit sich, dass Sie auch das Problem von „Homosexualität und Klerus“ kennen. Gibt es in der Kirche eine Homo-Lobby und stellt diese eine Gefahr für dieselbe dar? Und wenn ja, welche genau?

POLTAWSKA: Es gibt keine „Homosexualität des Klerus”. Es existiert nur eine Pathologie des Verhaltens bei manchen Männern und Frauen. Es gibt Leute, die gegen das 6. Gebot sündigen. Von diesem Standpunkt kann jede Lebensgeschichte als eine Sündengeschichte betrachtet werden, denn nur die heilige Mutter war sündlos. Ich beschäftige mich, als Psychiater, seit 60 Jahren mit dieser Pathologie und ich fand mehr unter zum Beispiel den Soldaten und den Ärzten als im Klerus. Das ist eine Tendenz, die öfter bei den Männern als bei den Frauen vorkommt ─ wenigstens in meiner Praxis.

CNA: In der Enzyklika „Veritatis Splendor“ ist die Rede von „intrinsisch schlechten Handlungen“. Gibt es solche Handlungen? Und wenn ja, welche sind dies mit Blick auf Ehe und Familie?

POLTAWSKA: Nicht nur die Enzyklika Veritatis splendor spricht von den intrinsisch bösen Taten, der ganze Katechismus der katholischen Kirche lehrt, was das Böse ist. In der Ehe ist das deutlichste „Böse in sich” alles, was gegen das Leben wirkt: Abtreibung, Euthanasie, künstliche Befruchtung, „In vitro”, die „Pille danach”.

CNA: 60 international renommierte Philosophen und Theologen weisen in einem Appell darauf hin, dass in der Nr. 137 des Instrumentum Laboris eine wesentliche Erkenntnis der Enzykliken Humanae Vitae und Veritatis Splendor verkürzt dargestellt wird, mit der Gefahr, dass eine neue Moraltheologie Einzug hält: mit dem Gewissen als letzter und höchster Instanz. Ist das Gewissen letzte und höchste Instanz? Oder was ist letzter Maßstab?

POLTAWSKA: Es gibt nichts Neues seit dem seligen Paul VI., man widerspricht immer wieder der Lehre der katholischen Kirche über die Ethik des Lebens in der Familie. Ein Teil der Katholiken, auch der Mitglieder des Klerus, hat die Lehre der Enzyklika Humanae vitae nicht akzeptiert.

CNA: Sie haben zwei totalitäre Systeme erlebt. Sie waren in deutschen Konzentrationslagern. Und sie erlebten den Kommunismus. Heute gibt es die Gender-Ideologie. Sehen Sie diese in Kontinuität zu diesen totalitären Systemen. Was ist daran so gefährlich und wie kann sich der Mensch davor schützen?

POLTAWSKA: In der Gender-Ideologie sehe ich vor allem einen Mangel an gesundem Menschenverstand und eine Missachtung der Biologie. Jeder vernünftige Mensch weiß sehr gut, dass er Mann oder Frau ist. Das zu verneinen kann nichts ändern. Man kann sich natürlich verstümmeln und sich das Zeugungsorgan abzuschneiden lassen, das ändert aber das Geschlecht der Person nicht wirklich, denn es ist genetisch determiniert und so ist auch jede Zelle unseres Leibes determiniert als männlich oder weiblich.

CNA: Bestimmte Kreise fordern eine „neue, positive Sprache“. Alle reden zum Beispiel von „Ehe“, verstehen aber was ganz anderes darunter. Führt eine neue Sprache nicht letztlich zu einem neuen Glauben und einer neuen Kirche?

POLTAWSKA: Keine neue Sprache kann eine alte Wahrheit ändern und ─ ob du es willst oder nicht ─ du bekommst dein Geschlecht als deine Existenzweise.

CNA: Zunehmend werden die Worte Jesu Christi über die Ehe infragestellt. Was kann man tun und wie kann man sich vor den neuen Totalitarismen schützen?

POLTAWSKA: Man soll einfach ein Zeugnis für den Realismus des Glaubens geben und sich nicht allzu sehr darüber aufregen, was die Leute sagen. Die katholische Kirche braucht keine Diskussionen in der Presse, sondern Zeugen. Johannes Paulus II. sagte: „Fürchtet euch nicht, für Christus Zeugnis abzulegen”.

CNA: Manche Kreise sprechen von den positiven Zeichen, die es in der Welt gibt. Alles sei schön und gut. Doch es gibt doch auch ganz viele tragische Erfahrungen: Ehen die scheitern, Eheleute, die verlassen werden, Kinder, die traumatisch zurückbleiben. Was halten Sie davon, die Welt nur in rosaroten Farben zu sehen?

POLTAWSKA: Immer schaue ich auf die Welt, weil sie schön ist; und immer muss man sich daran erinnern, dass man auf den Tod wartet ─ auf eine Begegnung mit Gott. Der Tod ist das einzige, was ganz sicher im Menschenleben ist. Es geht darum, dass er schön und glücklich sein soll, dass man in den Himmel eintreten soll; in den Himmel, wo es „viel Platz gibt”.

CNA: Sie selber sind Ärztin. Manches sexuelle Verhalten ist ganz gefährlich für den Menschen. Ist die Kirche nicht geradezu dazu berufen, darauf aus Liebe zum Menschen hinzuweisen? Welches ist solch fragwürdiges Verhalten und warum sollte man es verhindern?

POLTAWSKA: Alle menschliche Handlungen sind männlich oder weiblich. Im Allgemeinen verbinden die Leute die Sexualität mit den Zeugungsorganen. In Wahrheit aber ist der ganze Körper des Menschen und alle seine Handlungen geschlechtlich stigmatisiert. Der Mensch handelt aber als Person, als Mensch, und der Besitz der Zeugungsorgane ist ein Privileg für die Personen, die zur Ehe und zur Elternschaft berufen sind; diese Berufung ist oft, nicht aber allgemein.

CNA: Sie haben über viele Jahre viele Eheleute begleitet und beraten. Worauf sollten die Menschen bei der Partnersuche besonders achten? Welche Faktoren sind entscheidend?

POLTAWSKA: Es geht überhaupt nicht darum, „einen Partner zu suchen”, sondern darum, den Willen Gottes zu suchen. Man soll seine Berufung finden, und eigene Wahlen soll man „im gutgeformten Gewissen” treffen, um den Vater oder die Mutter für unsere Kinder zu finden. Die Ehe soll dem Leben dienen.

CNA: Macht es einen Unterschied, dass man Gott in eine Beziehung „hineinlässt“. Und wenn ja, welchen?

POLTAWSKA: Der selige Paul VI. schrieb, wie die eheliche Liebe sein soll: „Wer seinen Gatten wirklich liebt, liebt ihn um seiner selbst willen, nicht nur wegen dessen, was er von ihm empfängt. Und es ist seine Freude, dass er durch seine Ganzhingabe bereichern kann” (H.V., 9). Gott ist überall, so dass, wenn man im Stande der Gnade ist, tut man alles mit dem Heiligen Geist. Der Mensch ist nicht nur ein Körper, er hat einen Körper, der dem Geiste untergeordnet sein soll.

CNA: Und wenn man dann in der Ehe ist. Welches sind die grundlegenden Faktoren, dass eine Ehe gelingen kann? Worauf sollte man besonders achten?

POLTAWSKA: Die Ehe ist nur dann gelungen, wenn das Ehepaar sein ganzes Leben lang nach der Heiligkeit strebt.

CNA: Welche Hoffnungen verbinden sie mit der Familiensynode? Was möchten Sie den Synodenvätern mit auf den Weg geben?

POLTAWSKA: Unsere Hoffnung liegt nicht in der Synode, sondern in Gott. Es geht nur um eines: um den Realismus der „schönen Liebe” ─ und der kann nur mit der Hilfe der Gaben des Heiligen Geistes realisiert werden.

CNA: Ganz herzlichen Dank für das Interview.

http://de.catholicnewsagency.com/story/e...rn-in-gott-0129

von esther10 12.11.2015 00:42

Religionspsychologe11. November 20150
Dankbarkeit kann man lernen


Der Religionspsychologe Prof. Henning Freund. Foto: Evangelische Hochschule Tabor

Wetzlar (idea) – Dankbarkeit kann man lernen. Davon ist der Religionspsychologe Prof. Henning Freund überzeugt. Dazu sei es erforderlich, für die Segnungen im eigenen Leben aufmerksam zu werden, sagte der an der Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg lehrende Forscher in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Außerdem benötige man das Wissen, „dass es für alle Gaben auch einen Geber gibt“. Der moderne Mensch müsse Dankbarkeit oft erst entdecken, weil er sich stark durch seine Unabhängigkeit und eigene Leistung definiere: „Dankbarkeit ist jedoch das Bewusstsein, von anderen abhängig zu sein – von Gott, aber auch von unseren Mitmenschen.“ Dem Wissenschaftler zufolge ist Dankbarkeit aber kein Allheilmittel. Es gebe Situationen, in denen sie zurückstehen müsse, etwa bei der Trauer über den Verlust eines Angehörigen oder auch bei berechtigtem Ärger: „Dann ist es wichtig, diese Gefühle auch zu äußern und nicht mit Dankbarkeit zu übertünchen.“ Das gelte auch, wenn es darum gehe, Missstände im Leben zu ändern und Probleme zu lösen. Dann gehe es nicht darum, in einer dankbaren Haltung zu verharren, sondern aktiv zu werden.

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Sind Christen dankbarer?

Nach Ansicht Freunds „trägt jeder Mensch die Anlage zur Dankbarkeit in sich – er bringt sie nur nicht immer ausreichend zum Ausdruck“. Jeder erlebe immer wieder Dinge, für die man dankbar sein könne, speichere sie aber als Selbstverständlichkeiten ab. Freund ging auch auf die Frage ein, ob Christen dankbarer sind als andere Menschen. Sie beschrieben sich zwar so, zeigten dies aber in der konkreten Situation nicht immer. Forscher sprächen deshalb von einer „religiösen Dankbarkeitsdiskrepanz“. Aufgrund der eindeutigen biblischen Botschaft verstünden viele Christen Dankbarkeit als Rollenbeschreibung, der sie gerne entsprechen möchten. Bei der Umsetzung vergäßen sie dies jedoch manchmal und blieben hinter der eigenen Erwartung zurück.

Singen hilft, dankbarer zu werden

Laut Freund hilft das Singen, Dankbarkeit viel stärker zu erfahren. Hilfreich sei auch, dass man eine bestimmte Körperhaltung einnehme, um dieses Gefühl auszudrücken, etwa indem man beim Beten kniet oder die Hände zum Himmel hebt. Laut Freund ist es auch möglich, Dankbarkeit zu speichern, zum Beispiel durch ein „Dankbarkeitstagebuch“. So könne man jeden Abend fünf Dinge aufschreiben, für die man dankbar ist.
idea


von esther10 12.11.2015 00:32

Politik » Deutschland
Knigge für Asylsuchende3
„Wir Deutschen sind manchmal sehr seltsam“


Abbildung aus dem Knigge für Asylsuchende Quelle: http://www.originalsozial.de; Foto: JF

ROSTOCK. Die Linkspartei in Mecklenburg-Vorpommern hat einen Knigge für Asylsuchende erstellt, damit diese sich in Deutschland besser zurechtfinden. Dieser solle am Hauptbahnhof in Rostock an Asylbewerber verteilt werden, erläuterte Landesgeschäftsführer Kay Kröger.

„Statt den Hilfesuchenden aus anderen Ländern mit erhobenem Zeigefinger das Leben in Deutschland zu erklären, wollen wir mit diesem Comic ein wenig auf die ‘Marotten’ der hier lebenden Bevölkerung hinweisen“, heißt es in dem auf Deutsch, Englisch und Arabisch verfaßten 34seitigen Ratgeber. In diesem erfahren die Asylsuchenden unter anderem, daß die Deutschen manchmal „sehr seltsam“ seien und für alles Regeln hätten. Pünktlichkeit sei ihnen wichtig.

„Für alles andere gibt es Toiletten“

Bäume in Deutschland bräuchten nur Wasser. „Für alles andere gibt es Toiletten.“ Außerdem wüschen sich die Deutschen „ständig“ die Hände. „Deutsche schimpfen gern, besonders über Müll auf der Straße“, warnt die Linkspartei weiter. Außerdem werde hierzulande der Müll getrennt.

Auch reagierten die Deutschen sehr sensibel, wenn Fremde ihre Gärten beträten. Wer mit dem Bus oder der Bahn fahre, benötige ein Ticket, und Rauchen sei fast überall verboten. Gleiches gelte für das Besprühen von Wänden. Zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens herrsche Nachtruhe. Straßenmusiker seien in Deutschland zwar beliebt, aber auch für das Singen auf der Straße gebe es Regeln.

Erst im Oktober hatte die baden-württembergische Gemeinde Hardheim für Schlagzeilen gesorgt, als sie Asylsuchenden in einem „Leitfaden“ ermahnte, sich an die in Deutschland geltenden Regeln und Gebräuche zu halten. (krk)

von esther10 12.11.2015 00:32

Bevölkerung von Bosnien-Herzegowina beispielhaft
Papst Franziskus empfängt Präsidenten und Delegation aus Bosnien-Herzegowina


Rom, 11. November 2015 (ZENIT.org) Redaktion | 182 klicks


Vor der heutigen Generalaudienz empfing Papst Franziskus den Turnus-Präsidenten von Bosnien-Herzegowina, Dragan Čović, sowie dessen Delegation, die aus Mitgliedern des Organisationskomitees des Staates und der Kirche bestand, welches an der Vorbereitung des Besuchs von Papst Franziskus in Sarajevo am 6. Juni 2015 beteiligt war. An der Begegnung heute Vormittag nahm außerdem der Erzbischof von Sarajevo, Kardinal Vinko Puljic, teil.

Papst Franziskus sprach den Anwesenden seinen Dank aus und betonte die große Fähigkeit der Bevölkerung in Bosnien-Herzegowina, zu leiden, zu vergeben und sich darum zu bemühen, sich zu vereinen, gemeinsam zu arbeiten und miteinander zu sprechen. Die Bevölkerung in Bosnien-Herzegowina sei ein Beispiel für die Menschheit. Papst Franziskus erklärte, dass der interreligiöse und interkulturelle Dialog im Land dem Wohl des ganzen Landes dienten, und bat darum, die Bevölkerung, vor allem die jungen Menschen, zu grüßen. Abschließend erteilte Papst Franziskus den päpstlichen Segen. (bd)

(11. November 2015) © Innovative Media Inc.

von esther10 12.11.2015 00:29

Führt Kaffeehaus-Kette einen Krieg gegen das Christentum?


Die neuen roten Becher ohne Weihnachtsmotive. Foto: picture-alliance/dpa
Seattle (idea) - In den USA ist über fehlende Weihnachtsmotive auf Pappbechern der Kaffeehaus-Kette Starbucks (Seattle, Bundesstaat Washington) ein Streit entbrannt. In den vergangenen Jahren waren darauf Schneemänner, Sterne, Tannenbäume, Weihnachtsbaumkugeln oder Schneeflocken zu sehen. 2015 verzichtet das Unternehmen auf Symbole und verkauft den Kaffee in schlichten roten Bechern. Das rief den Evangelisten Joshua Feuerstein (Fountain Hills, Bundesstaat Arizona) auf den Plan. In einem über soziale Netzwerke verbreiteten Video warf er der Kette vor, sie würde Weihnachten von ihren Bechern entfernen, weil sie Jesus hasse. Er regte an, Starbucks zu überlisten: Bei der Kette ist es üblich, dass die Mitarbeiter bei der Bestellung den Namen des Käufers auf den Becher schreiben. Feuerstein schlug vor, nun als Namen „Merry Christmas“ (Frohe Weihnachten) anzugeben, um so die Mitarbeiter zu zwingen, dies auf den Becher zu schreiben. Dann müsse das Unternehmen am Ende doch noch „Frohe Weihnachten“ wünschen. Feuersteins Video haben mittlerweile rund 14 Millionen Menschen gesehen, 500.000 haben es weiterempfohlen, und zahlreiche Medien berichteten darüber. Der 34-Jährige bekommt laut einer Meinungsanalyse auf der Online-Plattform Twitter überwiegend positive Rückmeldungen. Kritiker hingegen weisen darauf hin, dass Starbucks in den vergangenen Jahren nie Wörter wie Weihnachten benutzt habe, sondern beispielsweise „Hoffnung“ oder „Freude“. Auch die Symbole seien winterlich, aber nicht weihnachtlich gewesen.

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Feuerstein: Es geht nicht um den Becher

Feuerstein sagte gegenüber der Zeitung „Washington Post“, dass es ihm nicht um die Becher gehe. Sie seien ein Beispiel für einen viel größeren Krieg gegen Weihnachten und das Christentum. Im Namen der politischen Korrektheit würden, so Feuerstein gegenüber „today.com“, Weihnachtskrippen abgebaut und Weihnachtsbäume in Einkaufszentren verboten: „Wir sagen als Verbraucher, dass diejenigen, die versuchen, Christus aus Weihnachten zu entfernen, mit heftiger Gegenwehr rechnen müssen.“ Laut dem Nachrichtensender CNN (Atlanta/Bundesstaat Georgia) äußerte sich auch der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Springfield (US-Bundesstaat Illinois). Er werde bei Starbucks nichts mehr kaufen. Damit argumentiere er, so Trump, gegen seine eigenen Interessen. Denn in seinem „Trump Tower“ in New York befinde sich als Mieter einer der erfolgreichsten Starbucks-Läden. Trump: „Vielleicht sollten wir Starbucks boykottieren? Ich weiß es nicht. Ernsthaft. Das ist das Ende dieses Mietvertrags.“ Wenn er Präsident werde, „werden wir alle wieder ,Fröhliche Weihnachten’ zueinander sagen“. Starbucks teilte in einer Erklärung mit, dass das Unternehmen mit seiner Entscheidung für den roten Becher eine Kultur der Zugehörigkeit, der Inklusion und Vielfalt schaffen sowie Kunden aus allen Religionen weltweit in ihren Geschäften willkommen heißen wolle.

von esther10 12.11.2015 00:27

Kardinal Müller besucht Heiligenkreuz


Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, wird am kommenden Wochenende die Philosophisch-Theologische Hochschule in Heiligenkreuz besuchen. Anlass ist das 40-Jahr-Jubiläum des zur Hochschule gehörenden “Überdiözesanen Priesterseminars Leopoldinum Heiligenkreuz”. Müller war als Regensburger Bischof (2002-2012) mit dem Priesterseminar eng verbunden und hat die Geschichte des Leopoldinums “maßgeblich beeinflusst”, betonte Rektor P. Karl Wallner.

http://www.stift-heiligenkreuz.org/

Höhepunkt des Besuchs ist die Sponsion 27 Studierender am Samstag, dem 14. November, um 14 Uhr im Kaisersaal. Müller wird die Sponsion vornehmen. Im aktuell laufenden Wintersemester haben sich 295 Studenten in Heiligenkreuz inskribiert; 253 davon absolvieren ein Vollstudium, 42 sind als Gasthörer gemeldet. 158 der 295 Studierenden sind Ordensleute und Priesteramtskandidaten. Die Hochschule ist somit die größte Priesterausbildungsstätte im deutschen Sprachraum. Von den 27 neuen “Magistri” sind 21 Ordensleute und zukünftige Priester.

Um 18 Uhr folgt eine Pontifikalvesper zum Fest des Heiligen Leopold in der Abteikirche. Tags darauf, am Sonntag, steht Kardinal Müller um 9.30 Uhr einem Pontifikalamt in der Abteikirche vor und wird anschließend das neu errichtete Priesterstudenten-Wohnheim “Pax” segnen.

Der Ausbau des Priesterseminars war aufgrund der steigenden Seminaristenzahl nötig geworden. Aktuell leben 38 Priesteranwärter im Seminar, das aber nur über 28 Zimmer verfügt. Zehn der 38 Seminaristen leben deshalb in Wohncontainern. Im Februar sollen die zukünftigen Priester nun in das neue Wohnheim “Pax” übersiedeln.

Müller hat Geschichte “maßgeblich beeinflusst”

Kardinal Müller habe die Geschichte des Priesterseminar als Bischof von Regensburg “maßgeblich beeinflusst”, sagte Wallner. 1975 war das heutige Leopoldinum von seinem Vorgänger Rudolph Graber als “Collegium Rudolphinum” gegründet worden, um dort Priester für seine Diözese auszubilden. 2006 zog Bischof Müller die Studenten aus Heiligenkreuz ab und holte sie nach Regensburg zurück. Seither ist das Priesterseminar in der Trägerschaft des Zisterzienserstiftes und wird als “Überdiözesanes Priesterseminiar” geführt.

Zugleich setzte die Österreichische Bischofskonferenz 2006 eine Ständige Kommission ein, deren Aufgabe in der Aufsicht des Leopoldinum besteht. Diese Kommission setzt sich aus dem Erzbischof von Wien, dem Diözesanbischof von Graz-Seckau und dem Diözesanbischof von St. Pölten zusammen. Das Seminar hat in den letzten 40 Jahren über 200 Priester hervorgebracht.

Die Feierlichkeiten zum 40-Jahr-Jubiläum des Seminars starten am Montag, 16. November, 9 Uhr, mit einem Festakt. Im Kaisersaal wird eine Festschrift und ein Dokumentarfilm präsentiert. Im Anschluss findet ab 10.30 Uhr eine Festmesse in der Katharinenkapelle des Priesterseminars statt. Hauptzelebrant ist Abt Maximilian Heim. Die Messe wird von EWTN.de live übertragen.

Studierendenzahl seit 1999 vervierfacht

Aktuell studieren 253 Vollzeit-Studenten und 42 Gasthörer an der Hochschule Heiligenkreuz. Seit seiner Gründung 1999 hat sich die Studierendenzahl somit vervierfacht – “ein Zeichen für den außerordentlichen Wachstum und erstaunliche Blüte der Hochschule”, so Wallner.

Die Studierenden im Vollstudium haben alle die Matura, ein Dutzend hat außerdem spezielle Curricula, etwa ältere Ordensleute oder bewährte ständige Diakone auf dem Weg zur Priesterweihe. Zwei Drittel der Studierenden sind deutschsprachig – davon sind 93 aus Österreich, 100 aus Deutschland und sieben aus der Schweiz.

Die größte fremdsprachige Gruppe kommt aus Vietnam. Insgesamt studieren an der Hochschule Menschen aus 35 Nationen, die größte Gruppe darunter sind die Vietnamesen. 14 vietnamesische Zisterzienser absolvieren ihre Ausbildung in Heiligenkreuz.
http://www.stiftspfarre-heiligenkreuz.at...-heiligenkreuz/
(KAP)

von esther10 12.11.2015 00:23

Papst: Was sagst du Gott, wenn du ein ausgebeutetes Kind siehst?


Opfer von Kinder-Zwangsarbeit in Guatemala - REUTERS

12/11/2015 10:39SHARE:
„Immer unter Spannung leben, sich nicht an die Weltlichkeit verkaufen“: So sollten Jesuiten sein – und Jesuitenschüler und überhaupt alle, die versuchen, im Geist des heiligen Ignatius von Loyola zu leben. Das sagte Papst Franziskus in einer Meditation, die er per Video an ein Treffen ehemaliger Jesuitenschüler in der ecuadorianischen Stadt Guayaquil schickte. Franziskus ist selbst Jesuit und hat an Schulen seines Ordens unterrichtet. Er ging in seiner Meditation von den „Geistlichen Exerzitien“ des heiligen Ignatius aus.
„Der Jesuit – und auch der, der bei Jesuiten in die Schule gegangen ist – hat ein bestimmtes Erbe mitbekommen: Er muss immer in Spannung sein, ständig unter Spannung stehen. In der Spannung zwischen dem Himmel, der Erde und sich selbst. Er kann nicht wie der Vogel Strauß den Kopf vor der Realität der Welt in den Sand stecken. Er kann sich nicht eine eigene Welt erschaffen mit einer „Religiosität light“ angesichts der Realität Gottes. Und er kann sein Gewissen nicht an die Weltlichkeit verkaufen!“ Drei Fragen sollten sich seine Zuhörer einmal stellen: „Wie stehe ich da vor Gott? Wie stehe ich da vor der Welt? Wie stehe ich da angesichts des Geistes der Weltlichkeit, der sich mir immer wieder anbietet? Wenn Sie auf diese drei Fragen antworten, können Sie ermessen, inwieweit Ihre Jesuiten-Erziehung Sie wirklich prägt – oder inwieweit sie im Schrank eingeschlossen geblieben ist.“
Wenn sie über die Menschwerdung Gottes in der Welt nachdächten, dann sollten sie daran denken, dass Gott in eine ganz konkrete Welt mit brennenden Problemen komme, empfahl der Papst den Jesuitenzöglingen. Typisch Franziskus: ein Sprung vom Thema Inkarnation ins Heutige. „Sie treffen sich ja in Lateinamerika – wie sieht es denn da aus? Wie viele Kinder gehen nicht zur Schule? Warum können sie das nicht? Wie viele Kinder haben nicht genug zu essen? Wie viele Kinder sind krank? Drei Dinge: Gesundheitswesen, Ernährung, Bildung. Denken Sie darüber nach. Denken Sie über die menschlichen Tragödien – ich will jetzt nicht „soziale Tragödien“ sagen! – nach. Menschliche Tragödien, weil jeder Mensch ein Tempel der Dreifaltigkeit ist. Denken Sie an die menschlichen Tragödien in Lateinamerika! Was mir in Buenos Aires sehr zu denken gab: In einer Gegend am Fluss gab es 36 Restaurants nebeneinander, alle barbarisch teuer. Die waren meist gut besucht. Gleich daneben eine Bahnstation, und dahinter eine Favela.“
Unter denen, die in den guten Restaurants am Fluss speisten, seien doch sicher viele Christen, überlegte Papst Franziskus. Vielleicht hätten doch auch viele von ihnen katholische Schulen besucht... Nun gut, das sei jetzt „nur ein Beispiel“. „Wenn Sie in sich den Jesus-Christus-Virus haben, dann sollten Sie darauf achten, was Sie Gott sagen, wenn Sie diese Ungleichheit sein. Was Sie Gott sagen, wenn Sie die Ausbeutung von Kindern sehen, das Ausnutzen der Arbeiter. Wenn Sie sehen, dass sich niemand um die Erde kümmert und dass Wälder abgeholzt werden. Wenn Sie sehen, wie Bergbau-Unternehmen das Mineral mit Arsen zutage fördern, und wie das der Gesundheit so vieler Menschen schadet, unter ihnen auch Kinder.“
Ignatius lade in den „Geistlichen Exerzitien“ dazu ein, sich den Blick Gottes auf die Erde und die Menschen zu eigen zu machen. „Wie schaust du auf die Wirklichkeit? Oder anders gesagt: „Wie übersteigst du dich selbst? Oder bist du in dich selbst eingesperrt? Kannst du dir vorstellen, wie Maria die Tür zusperrt, damit sie bloß keinen Auftrag von Gott bekommt? Nein, das kannst du dir nicht vorstellen. Aber wenn Sie ein Christ sind, dann tun Sie doch das, was sie getan hat.“ Das heißt: Türen auf, damit Gott mit seinen Ansprüchen und seinem Ruf an uns herantreten kann wie damals in Nazareth, als der Engel zu Maria kam.
„Wie siehst du auf die Menschen? Mit welchem Blick? Dem Blick deiner Bequemlichkeit, deiner Ruhe? Dem Blick eines Menschen, der keine Scherereien will? Oder mit dem Blick deiner Brieftasche? Und wie schaust du auf Gott? Von Angesicht zu Angesicht? Zu wem sprichst du? Zu einem „Spray-Gott“, der sich fast in nichts auflöst, oder zu deinem Vater? ... So will ich Sie haben: in Spannung. Die Wahrheit erreicht man nur in der Spannung, die Wahrheit ist nicht ruhig, sie ist nicht kristallisiert, sie ist buchstäblich spannend; sie bringt dich dazu, zu handeln, dich zu ändern, Gott den Schöpfer, Erlöser, Heiligen nachzuahmen; sie bringt dich dazu, Mensch zu werden.“
(rv 12.11.2015 sk)

von esther10 12.11.2015 00:16

"Die Welt braucht mehr Martinus": Martinsjahr im Eisenstädter Dom eröffnet
Hl. Martin von Tours
Bischof Zsifkovics erläutert Jubiläumsjahr "1700 Jahre Martin von Tours" der Diözese Eisenstadt - Vorbild des Hl. Martin "Dauerauftrag an Kirche und


MARTINSFEST 11.11.2015, 10:36 Uhr Österreich/Kirche/Geschichte/Jubiläumsjahr /Martinus/Zsifkovics

Eisenstadt, 11.11.2015 (KAP) Mit einem Festgottesdienst im Eisenstädter Martinsdom hat am Mittwochvormittag das traditionelle Martinifest im Burgenland seinen Anfang genommen. Der Gottesdienst, dem Bischof Ägidius Zsifkovics vorstand, war zugleich auch der Startschuss für das Jubiläumsjahr "1.700 Jahre Martin von Tours", das in der Diözese Eisenstadt - aber auch in vielen anderen Diözesen der Welt, darunter die Papstheimatdiözese Buenos Aires - begangen wird.

"Die Welt bracht mehr 'Martinus'", plädierte Bischof Zsifkovics in seiner Predigt. Der heilige Martin habe aus seinem Glauben heraus viele Taten der Nächstenliebe - "Martinstaten" - gesetzt. "Er ist uns Burgenländern nahe, weil er als Mensch und Christ die 'Einheit in der Vielfalt' lebte - ein Dauerauftrag an die Kirche und Politik in unserem Land."

Es gehe im Jubiläumsjahr nicht um "Nostalgie oder Jahreszahlenakrobatik, sondern darum, uns als Christen an sein Vermächtnis zu erinnern", betonte Bischof Zsifkovics. Dieses Vermächtnis bestehe darin, "das lebendige Feuer der Nächstenliebe weiter durch die Welt zu tragen", im Hier und Heute aufzugreifen. Die wegweisende Spur des heiligen Martin lasse sich anhand dreier fundamentaler Wegmarken des christlichen Unterwegsseins zum Ausdruck bringen: Spiritualität, Solidarität und Barmherzigkeit.

Spiritualität im Sinne des Heiligen sei keine weltfremde Frömmigkeit sondern führe "mitten hinein ins konkrete Leben". Sie habe zugleich auch "den Blick für den Nächsten, besonders den Armen, Notleidenden, Kleinen, Schwachen, Flüchtling und Verfolgten".

Wie gelebte Solidarität aussehen kann, verdeutlichte Bischof Zsifkovics am "Neuen Pastoralen Weg" der Diözese Eisenstadt: "Kirche und Gesellschaft stehen mitten in einem tiefgreifenden Wandel, der durch Umbrüche, Abbrüche und auch neue Aufbrüche gekennzeichnet ist". Diese Zeichen der Zeit habe die Diözese veranlasst, bereits im September 2013 eine Neuausrichtung der Seelsorge zu starten.

Zum diesjährigen Martinsfest wird dieser Weg nach einem synodalen Prozess in der Diözese zur Umsetzung verabschiedet. "Als solidarische Kirchengemeinschaft wollen wir zeitgemäße Antworten auf die Lebenswelten der Menschen im 21. Jahrhundert finden", erläuterte Bischof Zsifkovics. In 41 neuen Seelsorgeräumen, die bis zum Jahr 2025 schrittweise verwirklicht werden sollen, werden Pfarren und Pfarrverbände ein "Netz der Teamarbeit und gegenseitigen Hilfe bei der Erfüllung seelsorglicher Dienste bilden". Der dafür wesentliche Ausgangspunkt sei die "Berufung jedes Einzelnen auf Taufe und Firmung".

Eindringlich appellierte der Bischof an alle Mitarbeiter und Gläubigen, diesen solidarischen Weg mitzugehen: "Haben wir wie Martin den Mut, für Neues offen zu sein, Grenzen zu überwinden und nicht neue aufzustellen, denn wir Burgenländer wissen zu gut, was Grenzen bedeuten."

Hinsichtlich der Barmherzigkeit verwies der Bischof auf das von Papst Franziskus angekündigte "Jahr der Barmherzigkeit", das am 8. Dezember beginnt. "So wie der zerschnittene Mantel, das christliche Urbild des Mantelteilens ohne Barmherzigkeit zu einer sinnlosen Geste verkommt, so ist auch das Leben als solches ohne Barmherzigkeit ein dunkles, leeres, trostloses Tal", sagte Bischof Zsifkovics.

Flüchtlinge als "geringste Brüder" sehen

Er brachte nochmals die Zuwendung zu Flüchtlingen und Not Leidenden zur Sprache: "Ich kann verstehen, dass es Gründe gibt, diesen Menschen reserviert zu begegnen - sie kommen aus einem anderen Kulturkreis, sprechen eine andere Sprache, haben eine andere Religion." Doch die Botschaft Jesu im Evangelium sei eindeutig: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."

Mit Bischof Zsifkovics konzelebrierten u.a. Altbischof Paul Iby, der für die Orden zuständige Bischofsvikar P. Lorenz Voith, der Rektor des Österreich-Hospizes in Jerusalem, Markus Bugnyar, sowie der Rektor der Anima in Rom, Franz Xaver Brandmayr. Auch der orthodoxe Metropolit Arsenios Kardamakis und der evangelische Superintendent Manfred Koch nahmen an dem Gottesdienst teil. Die Politik war an erster Stelle von Landeshauptmann Hans Niessl vertreten. Für die musikalische Gestaltung sorgten der Eisenstädter Domchor, der Chor der Bergkirche und das Domorchester. Am Beginn des Gottesdienstes dankten Flüchtlinge aus Syrien für ihre Aufnahme in der Diözese Eisenstadt.

Buntes Jubiläumsprogramm

Im Jubiläumsjahr "1700 Jahre Heiliger Martin" stehen in der Diözese Eisenstadt zahlreiche Aktivitäten auf dem Programm. Vom 16. bis 20. August 2016 lädt die Diözese Eisenstadt zur diözesanen Pilgerreise nach Tours und Paris auf den Spuren des Hl. Martin, mit Besuch des Grabes in Tours. Pilger können weiters den "Martinusweg" erwandern, der als Europäischer Mittelweg von Tours über Deutschland nach Wien, weiter in die Diözese Eisenstadt nach Donnerskirchen, Eisenstadt, Mattersburg und St. Martin und schließlich über Kophaza bis Szombathely, den Geburtsort von Martinus, führt. Weiters geplant ist ein regionaler "Pannonischer Martinusweg" von Bratislava bis St. Martin an der Raab.

Für Kinder und Jugendliche bieten die Katholische Jugend und Jungschar eine Vielzahl von Initiativen an: So beispielsweise Österreichs größte Jugendsozialaktion - "72 Stunden ohne Kompromiss" - vom 19. bis 22. Oktober 2016 in der Diözese Eisenstadt. Außerdem wird ein Kinderbibeltag zum Hl. Martin angeboten, das Jungschar- und Ministrantenlager "MiniMania 2016" steht heuer ebenfalls im Zeichen des Heiligen, ebenso auch eine Fußwallfahrt mit Jugendlichen auf der Route des "Pannonischen Martinusweges".

Auch das Bildungswesen lässt sich vom Hl. Martin inspirieren: Der Lehrgang "Solidaritätsstiftendes Lernen - caritativ handeln" der Pädagogischen Hochschule Burgenland (PHB) findet über vier Semester von Oktober 2015 bis Mai 2017 statt. Im Eisenstädter Haus der Begegnung ist ein Theologischer Tag mit Fokus auf die Barmherzigkeit am Vorbild des Heiligen am 3. März 2016 geplant. Das Katholische Bildungswerk wird eine Reihe von Vorträgen und Workshops zum Heiligen Martin in den Pfarren und Gemeinden der Diözese initiieren und teils in Zusammenarbeit mit dem Burgenländischen Volksbildungswerk umsetzen. Mit dem Martinsjahr beschäftigt sich zudem auch eine Reihe von Publikationen für unterschiedliche Zielgruppen. Das Diözesanmuseum plant schließlich eine Ausstellung mit allen Martinsdarstellungen des Burgenlandes.

Große Abschlussfeier 2016

Die Caritas der Diözese Eisenstadt plant im Rahmen des Martinsjahres im Juni 2016 ein Fest der Begegnung mit Menschen mit Behinderung. "Playing for Change" heißt ein burgenländisches Musikprojekt, in das Menschen aus allen Caritas-Einrichtungen, von Kindern in Kindergärten bis zu Asylwerbern und Menschen mit Behinderungen, eingebunden werden sollen.

Feierlicher Abschluss des Jubiläumsjahres ist das Martinsfest am 11. November 2016. Dazu werden alle österreichischen Bischöfe in Eisenstadt erwartet.

(Alle Infos: www.martinus.at)

Ein O-Ton von Bischof Zsifkovics ist in Kürze unter www.kathpress.at/audio abrufbar.

von esther10 12.11.2015 00:12



11.11.2015 15:30
Der Gipfel der Religionen
Ressourcen gegen den Culture Clash: Wofür können Religionen mobilisieren? Von Martin Kugler
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Die brennenden Fragen rund um die Flüchtlingskrise, die großen Themen Migration und Integration werden in Zukunft unbefangener, ehrlicher und mit ganz neuen Perspektiven behandelt werden müssen. Und die Rolle der Religionen als Ursache und mögliche Antwortgeber auf die bestehenden und zu erwartenden Konflikte muss viel intensiver und konkreter in den Blick genommen werden. Diese beiden Erkenntnisse zogen sich wie ein roter Faden durch die Diskussionen des in St. Christoph am Arlberg in Tirol tagenden ersten „Gipfels der Religionen“. Im traditionsreichen Arlberg Hospiz Hotel ging am vergangenen Wochenende mit prominenten Vertretern der drei monotheistischen Weltreligionen der Erstling eines neuen Veranstaltungsformats über die Bühne. In dem kleinen Ski-Ort wird in wenigen Tagen nicht nur die höchstgelegene Kunsthalle Europas eröffnet, man will auch in die Fußspuren des „Philosophicum“ im nahegelegenen Lech am Arlberg treten, mit einem anderen Fokus und gleicher Ambition.

Zu Beginn stellte der deutsche Theologe Thomas Möllenbeck die Frage: „,Religion‘ – was ist das? Ist es gefährlich?“ Und er wandte sich gegen das häufige Vorurteil, der vielbeschworene „clash of cultures“ wäre weniger dramatisch, wenn die Religionen schon so erfolgreich „verweltlicht“ wären, wie in den sogenannten „offenen“ Gesellschaften des Westens. „Ihre Säkularisierung kann Religionen genauso gefährlich machen wie ihre Verabsolutierung“, so der am Internationalen Theologischen Institut (ITI) in Trumau bei Wien lehrende Möllenbeck, und spielte damit auf die Vereinnahmung der Religion durch die Politik an. Wenn „Gott“ nicht ernst genommen und „zum Funktionieren“ der Gesellschaft verzweckt wird, dann ist der nächste Schritt meist die totalitäre Verzweckung des Menschen durch den „Gott“ Gesellschaft. Dass diese Warnung sich ebenso an islamische wie an europäische Mächte richte, bestätigte die Religionswissenschaftlerin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz in einem historischen Rekurs: „Es scheint unzweifelhaft, dass beide, die rote und die braune Großideologie, ihren ,Erfolg‘ einer pseudoreligiösen Aufladung ihrer Botschaft verdankten, das meint: einer Bindung religiöser Sehnsüchte an eine politische ,Heilslehre‘, verkörpert in den ,Großen Führern‘ aller Couleur.“

Das Herzstück der Tagung widmete sich der Frage, welche Ressourcen Christen, Moslems und Juden gegen den Culture Clash mobilisieren könnten. Der bekannte liberale Berliner Rabbiner Walter Rothschild brachte angesichts der Langfristigkeit der aktuellen Krise die spezifische Fähigkeit gläubiger Menschen ins Spiel, im Kontext zu denken und ohne „schnelle Antworten“ zu leben. „Religiöse Menschen denken langfristig. Es gab eine Zeit vor der Zeit und es wird eine Zeit nach der Zeit geben. Areligiöse Menschen denken oft nur an hier und jetzt. Auch die Politik denkt in der Flüchtlingskrise nur kurzfristig.“

Ein Vertreter der bosnischen Muslime, Muhamed Fazlovic aus Sarajevo, unterstrich die authentisch-europäische Spielart des Islam in seinem Land und die Bedeutung seiner Gemeinschaft als „Vermittlerin“ eines Konfliktes, den die meisten Referenten mit Navid Kermani als innerislamischen Krieg sahen. Fazlovic nannte die Krise der Familienwerte als eines mehrerer Felder, auf denen eine Zusammenarbeit von Christen und Muslimen in Europa fruchtbar sein könnte.

Als weltkirchliche Stimme kam Prälat Gianpietro Dal Toso, Sekretär des Päpstlichen Rats „Cor Unum“, zu Wort und widmete sich zunächst den Schwächen eines Europa, das seine christliche Seele vergessen habe. Es diktiere vielfach die Angst als Reaktion der Schwäche gegenüber einem Phänomen historischer Dimension. „Angst um unseren materiellen Wohlstand, Angst um unser kulturelles Erbe, Angst um den gesellschaftlichen Zusammenhalt, Angst, dass unsere kirchliche Gemeinschaften einst wie Minderheiten sein werden wie jetzt im Mittleren Orient. Angst ist allerdings keine gute Ausgangsbasis für (...) eine fruchtbare Begegnung mit dem Anderen, weil Angst Aggression auslöst.“ Und doch seien diese Ängste sehr ernst zu nehmen.

„Jesus selbst war als Flüchtling in Ägypten“

Der aus Südtirol stammende Mitarbeiter des Papstes wies auf die Verantwortung eines Kontinents hin, der für Millionen Menschen weltweit ein Anziehungspunkt sei. „Seit der Gründung der Europäischen Union wiederholen wir, dass Europa eine Seele braucht. Europa scheint sich aber jahrzehntelang nur um Fragen der Wirtschaft gekümmert zu haben (...) Wir haben die Wirklichkeit allein mit der betäubenden Droge des Wohlstands wahrgenommen. Aber dies bedeutet, dass wir nur um uns selbst kreisen, um unsere authentischen oder vermeintlichen Bedürfnisse, um Interessen, Rechte, Positionen (...). Wir haben aber ein viel größeres Potenzial. Die Europäer sind über unbekannte Meere hinausgesegelt, haben die Größe einer sinngebenden Synthese vermittelt, haben eine globale Kultur ermöglicht. Dessen sollten wir uns neu bewusst werden.“

Der „Entwicklungshilfeminister des Vatikans“ erinnerte daran, dass Migration immer schon ein zweischneidiges Thema war. „Jesus selbst war als Flüchtling in Ägypten, da er von Herodes verfolgt war. (...) Die Geschichte ist von solchen Erscheinungen durchdrungen, wobei die Begegnung der Völker zwar viel Leid auslösen kann, aber der Menschheit zugleich immer neue Impulse gibt. Ohne Migration wären heute die Schweiz oder Deutschland nicht das, was sie sind.“ Dal Toso warnte aber auch vor einer generellen Dämonisierung von Grenzen: „Territorial gesehen braucht jeder Staat eine Grenze, um überhaupt festzulegen, für wen er da ist. Ein Verfassungsstaat braucht Grenzen, um eine Ordnung stiften zu können.“ Grenzen seien einfach notwendig, damit der Staat seine Funktion ausüben kann. „Dass also eine Grenze passierbar ist, bedeutet nicht, dass es überhaupt keine Grenzen geben soll. Über jede plumpe Vereinfachung hinaus wird uns also heute in dieser Krise das Spannungsverhältnis zwischen universal und lokal am Beispiel der Grenzen neu bewusst.“

Dal Toso sprach für viele Teilnehmer, als er Europa nur im christlichen Glauben die Kraft zusprach, den Wert des Lebens neu zu entdecken. „Wir können erfülltes Leben anbieten. Das ist unsere Rolle heute auf der Bühne der Welt, aber das geht nicht ohne eine Wiederentdeckung des Gottes des Lebens und der Liebe. Insofern stellt das Phänomen der Migration eine Herausforderung für uns dar, die uns Gutes tun kann.“

Der vitale Beitrag zur Konfliktüberwindung durch Menschen, die ihrem gereiften Gewissen treu bleiben, war auch Thema eines Abends mit dem deutschen Regisseur und Autor Patrick Roth und einer „Antigone“-Lesung mit Filmstar Tobias Moretti und der Schauspielerin Gabriele Schuchter. Die Tagung soll in ähnlicher Form im Oktober 2016 eine Fortsetzung finden und zu einem Fixpunkt geistiger Auseinandersetzung im Westen Österreichs werden.

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