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von esther10 27.12.2015 00:56

Impuls zum Fest der Heiligen Familie, Lesejahr C -- 27. Dezember 2015



Msgr. Dr. Peter von Steinitz | 26. Dez | ZENIT.org | Kommentar zu Sonntagslesungen im

Wir feiern kurz nach Weihnachten das Fest der Heiligen Familie, Jesus, Maria und Josef.

Darin soll noch einmal zum Ausdruck kommen, dass Gott Mensch geworden ist und zwar nicht in einer abstrakten, besonders herausgehobenen Form, sondern im besten Sinne des Wortes “normal”, nämlich im Schoß einer Familie. Damit soll uns gezeigt werden, dass Gott der Allmächtige sich ganz und gar auf unsere “condition humaine” einlassen wollte, also nicht nur von außen her dazu kommen wollte, um uns aus sicherer Distanz seine göttlichen Lehren mitzuteilen.

Etwa wie im Alten Testament solche großen Gestalten wie Melchisedek oder Rafael, die unerkannt unter den Menschen auftauchen, eine Mission erfüllen und dann wieder verschwinden. Nein, der Sohn Gottes ist nicht nur nach dem äußeren Anschein ein Mensch wie der Erzengel Rafael, der mit Tobias eine ganze Zeitlang zusammen ist, dann aber zu erkennen gibt, dass er nicht ein wirklicher Mensch ist, dass sein Äußeres nur ein Scheinleib war.

Der sagenhafte Hohepriester Melchisedek – “ohne Stammbaum, ohne Vater ohne Mutter” (Hebr 7,3) – tritt auf, feiert vor den Augen Abrahams, der ihm den Zehnten darbringt, ein Opfer, das sinnbildlich auf das Messopfer hinweist, und verschwindet anschließend wieder. In die Lebenswelt der Menschen sind beide nicht eigentlich eingetreten.

Jesus, der Logos, der wesensgleiche Sohn Gottes, nimmt bei seiner Menschwerdung alle Züge des Menschseins in sich auf, beginnend mit der Existenz im Mutterschoß, einer Kindheit, dem Erwachsenwerden: dreißig Jahre von dreiunddreißig verbringt er in einer Familie. Obendrein in einer Familie, mit der sich jeder Mensch mehr oder weniger identifizieren kann: Vater, Mutter, Alltag, Arbeit, durchschnittliche Mitmenschen – alles Dinge, die im Leben der meisten Menschen so oder so ähnlich auch vorkommen.

Es ist sicher nicht vorstellbar, dass Gott bei seiner Menschwerdung dreißig Jahre einfach nur vorübergehen lässt, bis der Zeitpunkt seiner Mission erreicht ist, sozusagen als Staffage. Vielmehr sind diese dreißig Jahre eine genauso wichtige Botschaft wie später sein Evangelium vom Reich Gottes. Nicht mit vielen Worten, sondern einfach indem er es selber vorlebt, zeigt Christus, dass dies ein Weg der Heiligung ist: gewöhnliche Arbeit (auch Jesu Handwerksberuf hat nichts “Besonderes” an sich) und Eingebundensein in eine Familie. Jeder Mensch zu allen Zeiten und in jedem Volk kann sich sagen: “Wenn ich leben will wie Gott auf Erden, dann muss ich es etwa so anstellen wie Jesus, Maria und Josef”. Tatsächlich ist es einfach.

Später wird Christus zum Thema Ehe und Familie einiges sagen (“Was Gott verbunden hat, darf der Mensch nicht trennen” (Matt 19,3) und “Wer einem dieser Kleinen ein Ärgernis gibt, für den wäre es besser, dass er mit einem Mühlstein um den Hals im Meer versenkt würde” (Mk 9,42) und denken wir ferner an Jesu Anwesenheit bei der Hochzeit zu Kana).

Zum Thema Ehe von Mann und Frau sagt die Hl. Schrift gleich zu Anfang im Buch Genesis: “Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch” (Gen 2,24).


Von anderen eheähnlichen Verbindungen ist nicht die Rede.

In den letzten beiden Jahren haben zwei große Bischofssynoden das Thema der Familie diskutiert. Man kann eigentlich nicht behaupten, dass viele Neues dabei heraus gekommen ist – außer vielleicht einigen schrägen Meinungen – aber Gott sei Dank! Denn es ist bereits alles dazu gesagt worden. Es geht tatsächlich darum, nicht neue Gesichtspunkte aus der sog. Lebenswirklichkeit der Menschen herauszusuchen, sondern schlicht und einfach die gute Lehre zu verwirklichen.

Ein heute häufig gemachter Fehler, der schon manche Ehe und Familie zerstört hat, ist die Auffassung, dass es in der Ehe immer nur rosig sein muss, ein permanenter Honeymoon. Kommt aber dann Widriges in Form von Sorgen, Krankheit oder einfach Altwerden, muss man sich nach etwas Neuem umsehen.

Das Gefühl wird absolut gesetzt. Wahre Liebe aber ist nur bedingt im Gefühl, sie ist eine Sache des Verstandes und des Willens. Die echte Liebe weiß auch um Verzicht und Selbstvergessenheit.


Machen wir es uns zum Anliegen, die Familien, die so sehr in Bedrängnis sind, zu stärken, wo wir können. Auch – wenn es in unserer Macht steht – gegen alles anzugehen, was der Familie schadet. Unsere Stimme zu erheben, wenn es darum geht, die Werte der Familie zu verteidigen.

Weihnachten macht uns wieder einmal deutlich: unsere Welt hat ein gebrochenes Verhältnis zum Kind. Früher sah man in jedem Kind einen Segen, heute empfinden viele ein Kind als Störung, ja als Bedrohung. Jemand hat einmal gesagt: für ein Kind ist der gefährlichste Ort der Mutterleib.

Der Kindermord von Bethlehem ist nicht nur Vergangenheit, er vollzieht sich in unserem Land täglich hundertfach. Nicht wie bei Herodes mit Schwert und Blut, sondern klinisch sauber, Personen in weißen Kitteln, mit dem äußeren Anstrich des medizinisch und rechtlich Erlaubten.

Es muss wieder so kommen, dass die eheliche Treue das Normale ist und Kinder jederzeit willkommen sind. Durch gesetzliche Regelungen ist das nicht zu erreichen. Wir müssen alle uns besinnen und umkehren.

Jesus, Maria und Josef sind uns in der Zeit entrückt, in Wahrheit aber sind sie nahe. Unsere Familien bedeuten ihnen viel. Warum wenden wir uns nicht öfter an sie. Sie wissen um die Probleme, die in einer Familie damals wie heute auftauchen, die auch manchmal sehr schwer sind. Sie sind immer sehr bereit, Hilfestellung zu geben.

In diesem Jahr fällt das Fest der Hl. Familie mit dem Fest des hl. Evangelisten Johannes zusammen. Unsere Aufmerksamkeit gilt heute in besonderer Weise Maria, zu der Jesus am Kreuz sagte: “Siehe da dein Sohn”. Er sagte es auch mit Blick auf jeden von uns. Welch eine wunderbare Familie, die Familie der Kinder Gottes!


Msgr. Dr. Peter von Steinitz war bis 1980 als Architekt tätig; 1984 Priesterweihe durch den hl. Johannes Paul II.; 1987-2007 Pfarrer an St. Pantaleon, Köln; seit 2007 Seelsorger in Münster. Er ist Verfasser der katechetischen Romane: „Pantaleon der Arzt“, „Leo - Allah mahabba“ (auch als Hörbuch erhältlich) und „Katharina von Ägypten“.
http://www.zenit.org/de
http://www.zenit.org/de/articles/familie...fur-fluchtlinge

von esther10 27.12.2015 00:55

Papstmesse: Mit der Weisheit der Kinder


Papstmesse im Regen: Rizal-Park, Manila - RV

18/01/2015 08:14SHARE:

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Mit einer Messfeier an diesem Sonntagnachmittag (Ortszeit) beendete Papst Franziskus seine zweite Asienreise. Die Polizei spricht davon, dass bis zu sechs Millionen Menschen gekommen sind, um mit dem Papst die Messe zu feiern. Wieder kam das Wetter dazwischen, wegen erwarteter Regenfälle war der Beginn der Messe um eine halbe Stunde vorverlegt worden.
Auf den Philippinen wird dieser Sonntag als der „Jesuskind-Sonntag“ gefeiert, was Papst Franziskus auch in seiner Predigt aufgriff: „In diesen Tagen während meines ganzen Besuches habe ich euch das Lied singen hören: „Wir alle sind Kinder Gottes“. Das ist es, was das Jesuskind uns sagt. Es erinnert uns an unsere eigentliche Identität. Wir alle sind Kinder Gottes, Mitglieder der göttlichen Familie. Heute hat der heilige Paulus uns verkündet, dass wir in Christus Gottes Adoptivkinder geworden sind, Brüder und Schwestern in Christus. Das ist es, was wir sind. Das ist unsere Identität. Einen wunderschönen Ausdruck davon haben wir gesehen, als die Philippinen sich um unsere vom Taifun betroffenen Brüder und Schwestern geschart haben.“
Berufen seien die Christen dazu, Zeugen der Wahrheit und Gerechtigkeit Gottes zu sein, so der Papst. Die Philippinen als das „führende katholische Land in Asien“ hätten hier eine besondere Berufung: „hervorragende Missionare des Glaubens in Asien zu sein“. Gott habe uns seine Schöpfung als wunderschönen Garten geschenkt, fuhr der Papst fort, aber die Sünde habe ihn entstellt. Der Mensch hat „auch die Einheit und Schönheit unserer Menschheitsfamilie zerstört und Gesellschaftsstrukturen geschaffen, die Armut, Unwissenheit und Korruption fortbestehen lassen. Manchmal, wenn wir überall um uns Mühen, Schwierigkeiten und Unrecht sehen, sind wir versucht aufzugeben.“
Die Versuchung sei, zu glauben, dass die Verheißungen des Evangeliums nicht gelten würden und dass sie unrealistisch seien. Das sei aber eine Versuchung, die der Teufel brächte, es sei eine Lüge und der Teufel der Vater der Lügen.
„Oft verbirgt er seine Fallen hinter dem Anschein der Kultiviertheit, hinter der Verlockung, „modern“ und „wie alle anderen“ zu sein. Er lenkt uns ab mit dem Köder kurzlebiger Vergnügen, oberflächlichen Zeitvertreibs. Und so vergeuden wir unsere gottgegebenen Geschenke, indem wir uns mit Schnickschnack beschäftigen; wir verschwenden unser Geld für Spiel und Getränke und drehen uns um uns selbst. Wir vergessen, auf die Dinge ausgerichtet zu bleiben, auf die es wirklich ankommt. Wir vergessen, im Innersten Kinder Gottes zu bleiben. Denn Kinder haben, wie der Herr uns sagt, ihre eigene Weisheit, die nicht die Weisheit der Welt ist.“
Diese Weisheit spräche Christen zutiefst an und erinnere an die eigene Identität. Diese Identität gelte es zu schützen und der erste Schutzraum dafür sei die Familie. Papst Franziskus beklagte auch hier die Versuche der Welt, diese Schutzräume zu zerstören: „Leider muss die Familie in unseren Tagen allzu oft gegen heimtückische Angriffe und Programme verteidigt werden, die im Gegensatz zu all dem stehen, was uns wahr und heilig ist, zum Schönsten und Edelsten in unserer Kultur.“
Genauso wie die Familie müssten Kinder und Jugendliche geschützt werden, fügte der Papst an. Jedes Kind müsse als Geschenk angenommen werden, man dürfe nicht zulassen, dass ihnen Hoffnung geraubt wird und sie gezwungen seien, auf der Straße zu leben.
Erneut griff Papst Franziskus den Jesuskind-Sonntag auf: Gott selbst sei als schutzbedürftiges Kind zur Welt gekommen, so habe er Güte, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit in die Welt bringen wollen. „Gottes Sohn widersetzte sich der Unehrlichkeit und der Korruption, welche die Erbschaft der Sünde sind und besiegte sie durch die Kraft des Kreuzes. Jetzt, am Ende meines Besuches auf den Philippinen, empfehle ich euch ihm, Jesus an, der als ein Kind in unsere Mitte kam. Möge er all die geliebten Menschen dieses Landes befähigen zusammenzuarbeiten, indem sie beim Aufbau einer Welt der Gerechtigkeit, der Rechtschaffenheit und des Friedens einander beschützen – angefangen bei euren Familien und Gemeinschaften.“
Papst Franziskus schloss seine Predigt mit dem Wunsch nach dem Segen Gottes für das Land ab, die Christen aber mögen in Asien und in der Welt Zeugen und Missionare der Freude des Evangeliums sein.
http://de.radiovaticana.va/news/2015/01/..._kinder/1118784
(rv 18.01.2015 ord)

von esther10 27.12.2015 00:42

Worte, die für sich stehen


Um die Tagebücher der Anne Frank, dem vielleicht wirkmächtigsten Zeitzeugnis der NS-Judenverfolgung, tobt derzeit über mehrere Länder hinweg ein Urheberrechtsstreit, der angesichts des nahenden Jahreswechsels mit jedem Tag heftiger wird. Grund dafür ist der Tod der 15-Jährigen im Jahr 1945. Bücher sind nur 70 Jahre lang für die Erben der Rechte geschützt, ab dem Jahr 71 ist das Werk gemeinfrei.

Nur noch die verbleibenden Tage bis zum Jahreswechsel ist der Anne-Frank-Fonds zweifelsfrei Alleininhaber der Rechte. Seit der Gründung des Fonds fließen alle Profite aus der Publikation der Bücher in weltweit 70 Sprachen in Projekte zur Kinder- und Jugendhilfe und zur Erziehung gegen Rassismus. Zudem wacht die Stiftung über möglichen Missbrauch der Tagebücher. An beidem will sie festhalten und sieht sich deshalb offenbar zu einer fragwürdigen Argumentation gezwungen.


Fonds sieht Werk bis mindestens 2051 geschützt
Der Fonds wurde von Anne Franks Vater Otto gegründet. Er überlebte als einziges Familienmitglied den Holocaust und bekam die Tagebücher nach dem Ende der Nazi-Herrschaft von seiner vormaligen Sekretärin Miep Gies ausgehändigt, die die vierköpfige Familie Frank mit vier anderen Menschen ab dem Sommer 1942 zwei Jahre lang in Amsterdam verstecken half - bis das Versteck von bis heute unbekannten Kollaborateuren dem österreichischen SS-Mann Karl Silberbauer verraten wurde.

Tagebücher der Anne FrankAPA/dpa
Originalseiten aus Anne Franks Tagebüchern

Otto Frank starb 1980 in der Schweiz. Darauf baut nun der Anne-Frank-Fonds seinen Versuch auf, die Oberhoheit über die Tagebücher zu behalten: Der Fonds argumentiert, Otto Franks Beitrag zu den Tagebüchern in ihrer publizierten Form sei so groß, dass er als Mitautor zu sehen sei und ihm deshalb auch ein eigenes Urheberrecht zustehe. Soll heißen: Über das Copyright auf die Tagebücher braucht man aus der Sicht des Fonds frühestens im Jahr 2051 diskutieren, 70 Jahre nach dem Tod von Otto Frank.

Erst durch Otto Frank „lesbar“ gemacht?
Der Fonds widmete dem Urheberrechtsschutz der Tagebücher eine eigene Website. Dort wird insistiert, erst Otto Frank habe aus Annes Aufzeichnungen „lesbare Bücher“ gemacht. An anderer Stelle wird darauf hingewiesen, dass auch die Übersetzungen jeweils ihr eigenes Urheberrecht hätten. Einige der Übersetzer - darunter für die deutschsprachige Ausgabe die bekannte Kinder- und Jugendbuchautorin Mirjam Pressler - seien noch am Leben, womit ein Übergang der Tagebücher in noch weitere Ferne rücke.

Dass es Neuübersetzungen braucht, ist auch jenen bewusst, die die Tagebücher schon am 1. Jänner veröffentlichen wollen, etwa dem französischen Kommunikationswissenschaftler Olivier Ertzscheid, der bereits bewusst illegal das niederländische Original im Internet veröffentlichte, um „eine Diskussion anzustoßen“, wie er zuletzt gegenüber der britischen Zeitung „Guardian“ sagte. Zum Jahreswechsel will er eine französische Neuübersetzung der Tagebücher ins Netz stellen.


Anne Frank


„Alle Argumente des Anne-Frank-Fonds’ sind falsch und rechtlich unzutreffend“, so der stets um Medienpräsenz bemühte Ertzscheid, der sich seit Jahren für ein „freies Internet“ starkmacht. Ebenfalls in Frankreich will auch die Grünen-Abgeordnete Isabelle Attard die Tagebücher im Original per 1. Jänner frei verfügbar machen. Die Nachfahrin von Holocaust-Überlebenden argumentiert das aber mit dem erlöschenden Urheberrecht von „Mein Kampf“.

Auch Adolf Hitler starb 1945, auch das Copyright an seiner Hetzschrift „Mein Kampf“ erlischt damit zum Jahreswechsel. Attard verteidigte in diesem Zusammenhang ihre Pläne für eine Veröffentlichung der Tagebücher auf ihrer Website. Den Gedanken, dem „Missbrauch von publizistischen Freiheiten“ durch Rechtsradikale ab Jahreswechsel nichts entgegensetzen zu können, bezeichnet sie als „unerträglich“ und sieht Anne Franks Tagebücher als nötiges Gegengewicht dazu.

Wenn die Mutter die Tochter zum Nazi-Flirt ermutigt
Einer der Hauptschauplätze der Debatte ist auch deshalb Frankreich, weil dort bereits der Verlag Fayard seine Neuauflage von „Mein Kampf“ ankündigte und damit eine breite Debatte auslöste. Dabei geht es nicht um die Frage der Publikation allein. Fayard ist immerhin eine 100-Prozent-Tochter des Großverlags Hachette/Lagardere, und es stellt sich die Frage, ob der Verlagsmulti damit Rechtsradikale als gerngesehene Kundschaft willkommen heißt. Versprochen wird allerdings eine kommentierte Ausgabe.


Anne Frank im Jahre 1940

Der Versuch, Unbelehrbare zu belehren
Ohnehin war das Buch durch eine Rechtslücke seit 1934 ununterbrochen im Programm eines französischen Kleinverlags, der pro Jahr nur zwei Dutzend Exemplare davon absetzte. Auf Deutsch wurde das Buch seit 1945 nicht mehr aufgelegt - auch das dank dem Urheberrecht, dessen Wahrung noch bis Jahresende allein dem Freistaat Bayern obliegt. Im Jänner will das Münchner Institut für Zeitgeschichte rechtsradikalen Wildpublikationen mit einer kommentierten Ausgabe des Hitler-Buches zuvorkommen.

Auch über die kommentierte deutsche Ausgabe wird gestritten. Und das wohl ebenso vergeblich wie über Anne Franks Tagebücher. Denn jene, die es am Dringendsten nötig hätten, wird ohnehin nichts umstimmen: Einschlägig belastete Kreise ereifern sich schon jetzt im Netz über die „Verstümmelung“ und „Verfälschung“ des Buchs durch „Gesinnungsterroristen“. Allen anderen müssten eigentlich Hitlers Worte allein reichen, um sich ein Bild zu machen.

Viel zu wenige Leser nach Churchills Geschmack
Unter jenen, die sich für die größtmögliche Verbreitung von „Mein Kampf“ einsetzten, war schon Winston Churchill. Der britische Staatsmann schrieb, er hätte sich gewünscht, dass möglichst viele Menschen zum frühestmöglichen Zeitpunkt (ab 1925) Hitlers Buch wirklich gelesen hätten. Sei es doch „geschwollen, geschwätzig, unförmig, aber bedeutungsschwanger in seiner Botschaft“ - und beinhalte auch den Plan, alle Juden ausrotten zu wollen, weil sie der „Todsünde des Pazifismus“ schuldig seien.

„Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß“, hielt Hitler in seinem Buch zudem mit der Bewertung der eigenen Anhänger nicht hinter dem Berg. Das Mädchen Anne Frank schrieb dagegen in einem seiner letzten Tagebucheinträge: „Wie schön und gut würden alle Menschen sein, wenn sie sich jeden Abend vor dem Einschlafen die Ereignisse des ganzen Tages vor Augen führten und überlegten, was gut und was schlecht gewesen ist.“
http://orf.at/stories/2311390/2311391/
Lukas Zimmer, ORF.at

******************
Wohl früher als gedacht gestorben

Der 4. August 1944 ist ein sonniger Tag. Kurz nach 10.00 Uhr hält ein Auto in der Prinsengracht 263 in Amsterdam, SS-Oberscharführer Karl Silberbauer und holländische Polizisten in Zivil steigen aus. Ihr Ziel: das Hinterhaus. Verborgen hinter einem Bücherregal führt eine steile Stiege in das Versteck von acht Menschen, darunter auch das jüdische Mädchen Anne Frank.

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Drei Tage vor dem Verrat des Verstecks und der Verhaftung schreibt die 15-jährige Anne zum letzten Mal in ihr Tagebuch. Etwa sechs Monate später ist sie tot. Sie stirbt im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Flecktyphus, nur wenige Wochen vor der Befreiung am 15. April 1945. Über das Leben im Versteck wissen wir durch Annes Tagebücher viel. Doch was in den Monaten nach der Verhaftung geschieht, ist kaum bekannt. Im Auftrag der Amsterdamer Anne-Frank-Stiftung machten sich Historiker auf Spurensuche.

Familie in Auschwitz getrennt
Doch 70 Jahre später ist das schwierig. Zumal die deutsche Leitung des KZ Bergen-Belsen fast alle Unterlagen vernichtete. Und britische Soldaten verbrannten nach der Befreiung alle Baracken. Doch mit Hilfe von Archiven und Erinnerungen ehemaliger Häftlinge konnten die Historiker Annes letzte Monate skizzieren.

Die Familie Frank wird am 3. September mit dem letzten Transport aus dem niederländischen Deportationslager Westerbork nach Auschwitz gebracht. Anne, ihre Schwester Margot und Mutter Edith werden von Vater Otto getrennt. Die Frauen leisten schwerste Zwangsarbeit, durchstehen stundenlange Zählappelle, leiden unter Hunger und Gewalt. Am 30. Oktober müssen sie sich mit Hunderten Frauen erneut auf einem „Appellplatz“ versammeln. Anne und Margot werden für die Zwangsarbeit in der deutschen Kriegsindustrie ausgewählt. Sie sehen ihre Mutter zum letzten Mal.

„Sie war da schon ein Skelett“
In einem Viehwaggon werden die Mädchen abtransportiert und erreichen am 3. November Bergen-Belsen in der Lüneburger Heide. Es ist kalt, regnet, die Mädchen sind viel zu dünn gekleidet. Bewaffnete Wärter mit Hunden treiben die Häftlinge an. Immer wieder fallen Schüsse. Das Lager ist bereits übervoll. Auf dem Platz stehen Zelte ohne Licht und mit primitiver Wasserversorgung. Die Häftlinge liegen auf völlig verlausten Strohballen. Wenige Tage später zerstört ein heftiger Sturm die Zelte. Panik bricht aus, überall liegen Tote und Verletzte.

In Bergen-Belsen treffen Anne und Margot Bekannte aus Amsterdam und früheren Lagern. Nanette Blitz zum Beispiel sieht ihre frühere Schulkameradin Anne im Dezember 1944 zufällig. „Sie war da schon ein Skelett“, erinnert sie sich später. „Sie war in eine Decke eingehüllt. Sie konnte ihre eigenen Sachen nicht mehr anziehen, denn die waren voller Läuse.“ Immer neue Transporte erreichen das Lager. Es gibt kaum noch Essen und Wasser, Flecktyphus bricht aus. Täglich sterben mehr als 1.000 Menschen. Auch Margot und Anne werden krank, berichten Bekannte. Sie sehen im Jänner 1945 die ersten Symptome: Fieber, Hautausschlag.

„Ein gebrochenes Mädchen“
Doch Anne schleicht sich noch manchmal zu dem Zaun zwischen zwei Lagerteilen, wo Häftlinge Nachrichten austauschen. Dort trifft sie im Jänner ihre beste Freundin aus Kindertagen: Hanneli Goslar. Hier in der grausamen Wirklichkeit von Bergen-Belsen, so erinnert sich Hanneli später, war von dem lebenssprühenden Mädchen nichts mehr übrig. „Das war nicht dieselbe Anne, die ich gekannt hatte. Das war ein gebrochenes Mädchen.“

Anne leidet unter Hunger und ist davon überzeugt, dass ihre Eltern tot sind, sagte Hanneli Jahre später in einem Interview. „Ich denke immer, wenn Anne gewusst hätte, dass ihr Vater noch lebte, dann hätte sie mehr Kraft zum Überleben gehabt.“ Dreimal treffen sich die Freundinnen am Zaun, sehen können sie sich wegen großer Strohballen zwischen dem Stacheldraht nicht. Einmal wirft Hanneli Anne ein kleines Päckchen zu. Wahrscheinlich sind es Lebensmittel, die Hannelis Großmutter vom Roten Kreuz bekommen hatte.

Zum letzten Mal lebend gesehen am 7. Februar
Am 7. Februar endet die Spur, unwiederbringlich. Freundinnen und Bekannte werden in andere Lager geschafft. Das Rote Kreuz stellt später den 31. März als Annes Todestag fest. Das aber ist laut den Historikern unwahrscheinlich. Sie war im Jänner bereits an Flecktyphus erkrankt, die meisten Patienten sterben daran innerhalb von zwölf Tagen. Anne starb also vermutlich im Februar, kurz nach ihrer Schwester Margot. Genau wird man das nie wissen. „Eines Tages“, erinnert sich die ehemalige Mitschülerin Rachel van Amerongen, „waren sie einfach nicht mehr da.“
http://orf.at/stories/2311390/2311414/
Annette Birschel, dpa


von esther10 27.12.2015 00:41

Berlin-Wedding: vier Männer auf offener Straße angegriffen, einer verstorben

Veröffentlicht: 27. Dezember 2015 | Autor: Felizitas Küble
Berliner Polizeimeldung Nr. 3243:

In Wedding wurden vier Männer von Unbekannten attackiert und verletzt, ein Mann verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus. Nach den bisherigen Ermittlungen, die von der 7. Mordkommission des Landeskriminalamtes geführt werden, sind die Männer im Alter von 31, 36, 44 und 56 Jahren gegen 13.10 Uhr unvermittelt in der Hochstädter Straße angegriffen worden. Dabei erlitten sie Stich-, Schnitt-, und Schussverletzungen. Leh - Foto Markierungen Polizei 1 min -IMG_1931



BILD: Tatort mit Resten der Polizei-Markierungen (Foto: Michael Leh)

Die unbekannten Täter flüchteten mit einem Pkw. Alarmierte Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr und ein Notarzt konnten dem schwer verletzten 31-Jährigen nicht mehr helfen. Die drei anderen kamen mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser, wo sie versorgt werden. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an. Eine Obduktion des Verstorbenen wird noch heute durchgeführt werden.

Quelle: https://www.berlin.de/polizei/polizeimel...lung.428417.php

von esther10 27.12.2015 00:40

"Der Islam in der extremen Form des IS spielte für sie keine Rolle"


Lydia Wilson interviewte drei zum Tode verurteilte IS-Kämpfer im Irak. Zu deren Motiven meint sie: "Der Islam spielte für sie schon eine Rolle, aber nicht in der extremen Form, wie es die Führer des 'Islamischen Staates' verlangen."
(Foto: Wilson mit einem kurdischen Sicherheitsbeamten vor den Interviews.)
Archivbild aus dem Juni 2015: ein Kämpfer des "Islamischen Staates" in Kirkuk, Nordirak.


INTERVIEW RAINER SCHÜLLER 27. Dezember 2015, 12:42 191 POSTINGS Die britische Wissenschafterin Lydia Wilson hat im Irak zum Tode verurteilte IS-Kämpfer interviewt und psychologische Tests mit ihnen durchgeführt. Im Interview berichtet sie über die Ergebnisse Mit Kämpfern des "Islamischen Staats" (IS) über die Motive ihrer Taten zu sprechen ist kein leichtes Unterfangen. Die britische Wissenschafterin Lydia Wilson hat im Irak drei zum Tode verurteilte Vertreter einer lokalen IS-Gruppe interviewt. Das Ziel: Die Forscherin wollte mehr über die Psychologie der Terroristen wissen.

Da das Sample sehr klein war, hat Wilson keinen wissenschaftlichen Text über die Tiefeninterviews verfasst, sondern in dem US-Magazin "The Nation" über ihre Erfahrungen berichtet. Im Gespräch mit dem STANDARD erzählt sie, wieso der Islam nicht der wichtigste Beweggrund für die Befragten war, sich am Kampf des IS zu beteiligen, warum der IS so stark rekrutiert und was seinen Kampf von dem von Al-Kaida unterscheidet. STANDARD: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Interviews mit zum Tode verurteilten IS-Terroristen zu machen? Wilson: Ich untersuche seit vielen Jahren Konflikte aus anthropologischer und psychologischer Sicht. Ich mache sehr viel Feldforschung, bei der ich mit internationalen Kollegen aus verschiedenen Disziplinen zusammenarbeite. Unsere Hauptfragen sind, wann, wie und warum Menschen wie eben auch die Kämpfer des Islamischen Staates ihr wertvollstes Gut, ihr Leben, hergeben. STANDARD:



Wie haben Sie Ihre Interviewpartner gefunden? Wilson: Ich bin vor fünf Jahren zum ersten Mal in den Irak gekommen, wo ich zunächst Kämpfer der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) interviewte. Danach war ich längere Zeit im Libanon und kehrte 2013 wieder in den Irak zurück, als dort der "Islamische Staat" begann, sich als solcher zu bezeichnen, und es sehr heftige Kämpfe gab. Die Kontakte zu Kurden und irakischen Sicherheitskräften waren schnell hergestellt. IS-Kämpfer für meine Interviews zu finden war ungleich schwieriger. Ich hatte es auch vorgezogen, meinen Kopf zwischen den Schultern zu behalten. Viele IS-Kämpfer wurden außerdem im Kampf getötet.

Vonseiten der Kurden hörten wir, dass Festnahmen auch nicht erwünscht waren, weil viele verletzte IS-Kämpfer eine versteckte Sprengladung am Körper hatten. Es wurden also nicht sehr viele von ihnen gefangen genommen. Mit denen, die gefasst wurden, wurde auch nicht zimperlich umgegangen, wie wir hörten. Ein Peschmerga erzählte uns, wie fünf IS-Kämpfer gefangen genommen und nach kurzer Befragung durch Kopfschuss hingerichtet worden seien. Im März 2015 erfuhr ich, dass in Kirkuk die kurdische Polizei Aktionen gegen den IS durchführte, bei denen Kämpfer auch festgenommen wurden. Über einen lokalen Polizeichef wurde mir und meinem Kollegen erlaubt, die Interviews zu machen. Wir fuhren dann nach Kirkuk, wo die Festgenommenen vom Gefängnis zur Polizeistation gebracht wurden. In Handschellen, begleitet von vielen Polizisten. STANDARD: Wer waren die IS-Kämpfer? Wilson: Es handelte sich um drei sunnitisch-arabische Iraker, 21, 26 und 27 Jahre alt. Sie waren Teil einer lokalen Terrorzelle. Einer kam direkt aus Kirkuk, die anderen beiden zogen in ihrer Kindheit hierher. Der jüngste war Analphabet, die anderen hatten drei und sechs Jahre lang die Grundschule besucht. STANDARD: Wofür wurden sie verurteilt? Wilson: Sie waren für viele Autobombenanschläge in Kirkuk verantwortlich, bei denen es eine sehr hohe Opferzahl gab. Sie haben die Bomben auf Marktplätzen gezündet, um möglichst viele Menschen zu töten.



Einer von ihnen war auch an der Ermordung eines Polizisten beteiligt. STANDARD: Haben Sie mitbekommen, wie viele IS-Kämpfer in irakischen Gefängnissen waren? Wilson: Nur sehr wenige werden lebendig gefasst. Viele sprengen sich in die Luft, bevor sie festgenommen werden, auch um den Schaden zu maximieren. Wenn sie gefasst werden, werden sie im Irak nach dem Terrorgesetz verurteilt, was in den meisten Fällen die Todesstrafe bedeutet. STANDARD: Alle drei Befragten wurden zum Tode verurteilt? Wilson: Zwei schon, einer bekam 15 Jahre Gefängnis. STANDARD: Was haben Sie die Gefangenen gefragt? Wilson: Wir haben einen psychologischen Test mit ihnen gemacht, den wir auch schon in anderen Ländern durchgeführt haben. Damit wollten wir herausfinden, was ihre wirklich wichtigsten Werte sind, die ihnen heilig sind. Wir testeten auch, wie sie ihre eigene Gruppe der arabischen Sunniten wahrnehmen im Vergleich zu anderen, die ihr Leben bestimmt haben. Wir haben von ihnen nicht erwartet, dass sie uns erzählen, dass sie die größten Fans des IS sind oder die größten Hasser der USA. Hier hätten sie sicher vorbereitete Antworten für uns gehabt. Wir haben sie eher mit ungewöhnlichen Fragen konfrontiert, die sie vielleicht noch nie zuvor in ihrem Leben gefragt wurden. Ihnen über diesen psychologischen Ansatz zu begegnen war ein guter Weg, damit sie sich uns öffneten und mehr von sich herausließen. STANDARD:

Welche Antworten kamen da? Wilson: Wir hatten ihnen zur Einstimmung Karten gezeigt, auf denen mehrere Bodybuilder zu sehen waren, vom ganz schwachen bis zum stärksten. Darauf war auch die Flagge des IS. Wir fragten sie nach ihrer Einschätzung der Stärke des IS. Der Jüngste zeigte auf das Bild mit dem schwächsten Mann, wohl um so zu tun, als ob er kein Unterstützer des "Islamischen Staates" sei. Dann legten wir ihnen die Bilder mit einer kurdischen Fahne vor: Hier zeigte er auf den zweitstärksten. Bei den irakischen Sicherheitskräften zeigte er auf das mittlere, der Iran wurde ein wenig schwächer bewertet, und die USA wurden als die Stärksten eingeschätzt. STANDARD: Was waren Ihre wesentlichen Erkenntnisse? Warum kämpfen diese jungen Leute für den IS? Wilson: Bei den Gesprächen hat sich gezeigt, dass die Befragten zum Großteil nicht wirklich die extremen Ansichten vertraten, die von der IS-Propaganda verbreitet werden. Sie wussten nicht einmal die Hälfte davon. Sie kannten beispielsweise nicht die Geschichte und die Hintergründe des Kalifats. Sie wussten auch nichts über den Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi, ihren vermeintlichen Anführer. Sie sagten zwar, dass sie unter der Scharia leben wollten, wussten aber auf Nachfrage nicht, wie ein solches Leben im Detail aussehen sollte. Sie reagierten sehr verwirrt und konnten auch nicht wirklich erklären, was der Jihad für sie bedeutete. STANDARD: Sie waren also nicht wirklich mit dem Islam vertraut? Wilson: All diese Begriffe, die der IS sehr oft verwendet und die von außen als starker ideologischer Rahmen angesehen werden, wurden von diesen jungen Kämpfern zum Großteil einfach nicht verstanden.


foto: privat
Wilson bei ihrer Recherche im Ira

Das heißt nicht, dass sie sich dem Islam nicht verpflichtet fühlten, das taten sie sehr wohl. Auf die Frage, was Islam für ihn bedeutet, sagte einer: "Mein Leben." Der Islam spielte für sie also schon eine Rolle, aber nicht in der extremen Form, wie es die Führer des "Islamischen Staates" verlangen. Hier ging es nicht darum, in den Himmel, in das Paradies zu kommen. STANDARD: Was hat sie dann angetrieben? Wilson: Sehr viel klarer war, dass diese Kämpfer überzeugt waren, für ihr Land, für ihre Familie und ihre Würde zu kämpfen. Allen gemeinsam war ein tiefer Hass auf die USA und ihre eigene Regierung im Irak. Sie fühlten sich sehr diskriminiert und in ihrer politischen Vertretung nicht repräsentiert. Seit Al-Kaida im Irak ausgelöscht wurde, gab es niemanden, der ihnen anbot, für sie zu kämpfen. Bis der IS kam. Der IS gab ihnen die Gelegenheit, ihre Identität zu verteidigen und stolz darauf zu sein, Sunnit zu sein. Es ging ihnen aber auch um profanere Gründe wie Geld. Einer von ihnen stammte aus einer Familie mit 17 Geschwistern. Er gab an, aufgrund einer Rückenverletzung arbeitsunfähig geworden zu sein. Das Geld, das ihm der IS bot, war also sehr willkommen. Es gab aber auch dieses verbindende Element des Hasses auf die USA. Aber nicht im ideologischen Sinn des IS, wie er beispielsweise über Social Media verbreitet wird. Hier ging es sehr viel mehr um persönliche Erfahrungen. Aus Sicht der Befragten wurde ihnen von den Amerikanern ihre Kindheit und Jugend weggenommen, und somit konnten sie auch kein normales Leben führen. Einer der Verurteilten sagte zu uns:

"Sie haben Saddam beseitigt, aber auch unsere Sicherheit. Ich war kein Anhänger Saddams, weil wir unter ihm Hunger litten, aber wir hatten zumindest keinen Krieg. Als die Amerikaner kamen, hat der Bürgerkrieg begonnen." STANDARD: Also ist einer der Hauptgründe der lokalen Kämpfer die Rache an den USA? Wilson: Nicht wirklich Rache, weil die Amerikaner auch nicht mehr vor Ort sind. Es geht eher darum, dass sie glauben, dass sie von den Amerikanern und den Schiiten ihrer sunnitischen Identität beraubt wurden. Unter der US-Besatzung wurden sehr viele Sunniten inhaftiert. Ihre Kinder wuchsen vaterlos, ohne Identifikationsfigur auf. STANDARD: Was fühlten Sie, als Sie die Terroristen interviewten? Wilson: Das Gefühl, das ich am stärksten empfand, war Traurigkeit. Ich saß sehr jungen Männern gegenüber, die wie junge Buben aussahen, die in großen Schwierigkeiten steckten. Sie waren sehr dünn. Sie kamen in das Zimmer und richteten ihre Augen konstant auf den Boden. Sie machten sich so klein wie nur möglich. Als sie dann während des Gesprächs mehr aufmachten, hatten sie ganz normale minimale Bedürfnisse. Sie wollten ihre Kinder und ihre Familien sehen. Wenn sie über ihre Beteiligung am Kampf und ihre Zeit im Gefängnis sprachen, zeigten sie normale menschliche Reaktionen. STANDARD: Können Sie ein Beispiel nennen? Wilson: Der 26-Jährige war verheiratet und hatte zwei Kinder, einen Sohn namens Rasuul und eine Tochter namens Rusil. Wir legten ihm Karten vor, mit denen wir testeten, wie sehr er sich einer bestimmten Gruppe nahefühlte. Darauf waren Kreise gezeichnet, die auf einer Karte sehr weit voneinander entfernt waren, und solche, die mehr und mehr überlappend waren.

Bei der Frage nach seiner Verbindung zum IS zeigte er auf die Karte mit der geringsten Verknüpfung. Er hatte uns vorher auch schon erzählt, dass das Leben unter dem "Islamischen Staat" die Hölle gewesen sei und er nur kämpfte, weil er von ihnen terrorisiert worden sei. Diese Antwort hatte er aber schon in den Befragungen der Polizei gegeben, sie war also eher erwartbar. Was für ihn unerwartet kam, waren die Fragen nach seiner Familie, nach dem Irak und dem Islam. Ohne lange nachzudenken, zeigte er bei "Familie" sofort auf die Karten mit den überlappenden Kreisen. Er sagte: "Mein größter Wunsch ist, bei meiner Familie, meinen Kindern zu sein." Bei "Irak" und "Islam" wählte er die aus, wo es nur eine teilweise Überschneidung gab. STANDARD: Gibt es Ihrer Erfahrung nach einen Unterschied zwischen irakischen IS-Kämpfern und denen aus dem Ausland? Wilson: Ja, da gibt es einen riesigen Unterschied. Und man kann auch die ausländischen Kämpfer nicht einfach in einen Topf werfen. Ich würde sagen, dass die meisten von ihnen nicht dieselben Gründe haben wie die irakischen Kämpfer, denen es um ihr eigenes Land geht. Die IS-Kämpfer aus dem Ausland teilen grundsätzlich sehr viel stärker die IS-Ideologie, aber auch nicht immer. Hier liegt auch der große Unterschied zu Al-Kaida. Diese hat bei der Aufnahme neuer Mitglieder ein ideologisches Training verlangt, ehe ihnen erlaubt wurde, sich am Kampf zu beteiligen. Man musste diesen ideologischen Background mitbringen. Der IS verlangt das überhaupt nicht. Er verlangt zunächst nur die ultimative Identifikation. Hier erfolgt die Indoktrinierung erst, wenn man schon am Kampf beteiligt ist. Das ist der große Unterschied, der bedeutet, dass der IS eine viel größere Zahl an Menschen anspricht. Wir sehen unter den ausländischen Kämpfern viele unterschiedliche Gründe, sich dem IS anzuschließen. Vor allem unter den Frauen gibt es vermehrt die Motivation, die dekadente westliche Gesellschaft zu verlassen und sich einer Bewegung anzuschließen, die sie als spirituell reiner empfinden. Dann gibt es jene, die die extreme Auslegung des Islam anspricht, und jene, denen das Abenteuer oder der Ruhm eines Krieges eine Identität und Gemeinschaft bietet, die sie in der westlichen Gesellschaft nicht finden, weil sie hier vielleicht auch mit Islamophobie konfrontiert sind. Es gibt also eine sehr große Bandbreite an Gründen. STANDARD: Was erhoffen Sie sich durch Ihre Interviews? Wilson:

Meine Kollegen und ich versuchen mit den Gesprächen noch viel mehr darüber herauszufinden, wer diese Menschen sind, die sich dem IS anschließen, und warum sie tun, was sie tun. Wir wollen den Leuten, die die Macht haben, hier für Veränderung zu sorgen, eine Grundlage geben, um viel besser einordnen zu können, warum es zu gewissen Handlungsweisen kommt. In den Medien und von Politikern werden IS-Kämpfer als das namenlose, gesichtslose Böse beschrieben. Aber diese Pauschalisierung trifft nicht den Kern der Sache. Menschen haben Namen und Gesichter. Jeder Mensch hat eine Geschichte. Manche von ihnen mögen sehr böse sein. Um im Kampf gegen den "Islamischen Staat" Lösungen zu finden, müssen wir jedoch analysieren, wie sie zu diesen Bestien geworden sind. Ich hoffe, dass ich mit meiner Arbeit einen Beitrag zur Schwächung des IS leisten kann. (Rainer Schüller, 27.12.2015) Lydia Wilson ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centre for the Resolution of Intractable Conflict in Oxford und von Artis, Center for Conflict Studies and Field Research. Sie promovierte in mittelalterlicher arabischer Philosophie in Cambridge, ihre Feldforschung betrieb sie bisher vor allem im Irak und dem Libanon. - derstandard.at/2000027496268/Der-Islam-in-der-extremen-Form-des-IS-spielte-fuer
http://derstandard.at/2000027496268/Der-...IS-spielte-fuer

von esther10 27.12.2015 00:37

„In der Familie geschieht Erziehung zur Vergebung”

Papst Franziskus feiert hl. Messe zum Hochfest der Heiligen Familie im Petersdom.
Erstellt von Radio Vatikan am 27. Dezember 2015 um 14:45 Uhr
Heilige Messe im Petersdom


Vatikan (kathnews/RV). „Ich bin dann mal weg“ – als Film ist der Pilger-Bestseller von Hape Kerkeling gerade in den Kinos, und auch als geistliches Tun oder auch nur als Sinnsuche das Pilgern gerade in Mode, nicht nur nach Santiago di Compostela. Eine Pilgerreise endet aber nicht, wenn man das Ziel erreicht hat, sondern erst mit der Rückkehr in den Alltag. Papst Franziskus griff an diesem Sonntag in seiner Predigt den Pilgergedanken auf. Er feierte die Messe zum Hochfest der Heiligen Familie im Petersdom. Die biblischen Lesungen des Tages zeigten das Bild zweier Familien, die ihre Pilgerreise zum Haus Gottes unternehmen, so der Papst.

„Oft haben wir die Pilger vor Augen, die sich zu den Heiligtümern oder zu den Orten begeben, die beliebte Ziele der Volksfrömmigkeit sind. In diesen Tagen haben sich viele auf den Weg gemacht, um zur Heiligen Pforte zu gelangen, die in allen Kathedralen der Welt und auch in vielen Wallfahrtsorten geöffnet ist. Aber das Schönste, das heute das Wort Gottes hervorhebt, ist die Tatsache, dass die ganze Familie die Wallfahrt unternimmt. Vater, Mutter und Kinder gehen gemeinsam zum Haus des Herrn, um das Fest durch das Gebet zu heiligen. Das ist eine bedeutende Lehre auch für unsere Familien.“ Die Weitergabe der Gebete in den Familien, das gemeinsame Feiern und Beten, das alles täte den Familien gut, wie man es auch bei Maria, Josef und Jesus sehen könnte.

„Wie wichtig ist es für unsere Familien, gemeinsam voranzugehen und ein und dasselbe Ziel anzustreben!“, so der Papst. „Was kann für einen Vater und eine Mutter schöner sein, als am Anfang und zum Schluss eines Tages ihre Kinder zu segnen; wie am Tag der Taufe ein Kreuz auf ihre Stirn zu zeichnen?“

Der Papst sprach aber nicht nur vom Unterwegssein im Familienleben, ausdrücklich nahm er die biblischen Berichte von der Pilgerreise auf. „Am Ende jener Wallfahrt kehrte Jesus nach Nazareth zurück und war seinen Eltern gehorsam (vgl. Lk 2,51). Auch dieses Bild enthält eine schöne Lehre für unsere Familien. Die Pilgerreise endet nämlich nicht, wenn man das Ziel des Heiligtums erreicht hat, sondern wenn man nach Hause zurückkehrt und das Alltagsleben wieder aufnimmt und dabei die geistlichen Früchte dessen, was man erfahren hat, in die Tat umsetzt.“ Jesus habe das zunächst nicht getan, er war im Tempel geblieben, wie das Evangelium berichtet. „Für diesen seinen „Ausreißer“ musste wahrscheinlich auch Jesus seine Eltern um Verzeihung bitten. Das Evangelium berichtet nichts darüber, aber ich glaube, wir dürfen das annehmen. … Auf dem Heimweg wird Jesus sich sicher an sie angeschmiegt haben, um all seine Liebe und seinen Gehorsam zu zeigen“, legte der Papst die Geschichte aus.

Die Familien sollen Orte der Freude der Vergebung sein, wie man sie in dieser biblischen Geschichte sehen könne. „Die Vergebung ist das Wesen der Liebe, die den Fehler zu verstehen und wieder gutzumachen weiß. Im Innern der Familie geschieht die Erziehung zur Vergebung, weil man die Gewissheit hat, dass man trotz der Fehler, die man machen kann, verstanden und unterstützt wird.“ Wo es Liebe gebe, da gebe es auch Verständnis und Vergebung, so Papst Franziskus. „Euch allen, liebe Familien, vertraue ich diese so wichtige Mission an, die die Welt und die Kirche braucht wie nie zuvor.“
Foto: Heilige Messe im Petersdom – Bildquelle: Kathnews


von esther10 27.12.2015 00:36

Jesuitische „Selbstbezogenheit“: Raja Yoga statt Evangelium

28. Dezember 2013 Giuseppe Nardi Hintergrund, Liturgie & Tradition 15



raja-yoga-(Rom) Ein sich in der Kritik von Papst Franziskus am häufigsten wiederholendes Wort lautet „autoreferenziale“ und meint Selbstbezogenheit. Tatsächlich herrscht in der Katholischen Kirche viel Selbstbezogenheit, doch die päpstliche Kritik bleibt so vage, daß sich die eigentlich Gemeinten nicht betroffen zu fühlen scheinen. Was, wenn nicht Selbstbezogenheit ist es, wenn ein Priester eigenmächtig in einer Heiligen Messe alles tut, was untersagt ist, alle Gebete bis hin zum Hochgebet nach seinem Gutdünken formuliert? Diese Selbstbezogenheit findet sich auch im Orden von Papst Franziskus, den Jesuiten. “Schau auf das Priesterseminar und du wirst wissen, wie es um deine Diözese bestellt ist”. Dieser Satz wird dem Heiligen Pater Pio von Pietrelcina zugeschrieben. Er wäre zu ergänzen um die theologischen Fakultäten, Hochschulen und Bildungshäuser. Am Beispiel eines Kulturzentrums des Jesuitenordens mit Anspielung auf ein diözesanes Priesterseminar ist Elisabetta Frezza für Corrispondenza Romana der Aufforderung des großen Heiligen gefolgt. Den Lesern wird manches bedauerlicherweise sehr vertraut vorkommen. Hier ihr Bericht:
Jesuiten-Yoga in Padua

von Elisabetta Frezza

Im Priesterseminar von Padua, der Stadt des Heiligen Antonius und des Heiligen Leopold Mandic, der Stadt, in der sich Grab des Evangelisten Lukas befindet, haben Plakate und Flugblätter für den Marsch für das Leben keinen Zutritt. Und wenn es gelingt, sie doch „schwarz“ hineinzuschmuggeln, werden sie sofort entfernt. Im selben Seminar werden jedoch die unterschiedlichsten und unmöglichsten Initiativen beworben.

Darunter zum Beispiel ein Kurs für Raja Yoga, der die Ehre hat, vom Antonianum, dem prestigeträchtigen Kulturzentrum der Jesuiten organisiert zu werden, an dem früher so viele Jugendliche geformt wurden, die dann die Führungselite der Stadt bildeten.

Priesterseminar: Platz für die unmöglichsten Initiativen, aber nicht für den Lebensschutz

Die Räume, in denen der Kurs stattfindet, gehören dem Jesuitenorden. Im Büro des jesuitischen Kulturzentrums wird auch die Anmeldung abgewickelt. Er war schnell ausgebucht. Die gymnastisch-meditativen Treffen, die nun erstaunlicherweise von den Nachfolgern des Heiligen Ignatius angeboten werden, der eigentlich ganz andere Übungen vorschreibt, liefern jenen, die auf der Suche nach psychophysischem Wohlbefinden sind, statt der christlichen Antwort, eine nicht-christliche, „neutrale“ Variante. Einmal eine aszetische Praktik, die viel schicker und „zeitgemäßer“ ist, als das überholte Rosenkranzgebet der Kirche und zum anderen alles unter klerikaler Anleitung, sodaß das sich eventuell regende christliche Gewissen ganz beruhigt sein kann.

Yoga ist ein Sammelbegriff, der vielschichtige Formen und verschiedene Methoden meint. Allen gemeinsam ist es, daß durch physische Übungen, Atemtechniken und Meditationen, Formeln und Elemente östlicher Spiritualität der menschliche Geist von weltlicher Last befreit werden soll, um die materielle Welt durch eine Art psychologische Narkose zu überwinden.

Der Trug: Yoga ist kein „alternativer“ Gymnastikunterricht

Allgemein wird davon ausgegangen, daß es sich bei Yoga um eine harmlose Methode zur physischen Entspannung handelt. Tatsächlich ist Yoga jedoch durch eine Reihe von spirituellen Elementen durchdrungen, die mit dem christlichen Glauben unvereinbar sind. Wer naiv meint, einen „alternativen“ Gymnastikkurs zu besuchen, erhält statt dessen ein religiöses, unterschiedlich gemixtes tao-hindu-buddhistisches Paket serviert. Abgesehen davon, daß die meisten Teilnehmer sich dergleichen gar nicht erwarten, wird dieses Paket unscheinbar eingesaugt durch die Illusion einer hypnotischen Pseudobefreiung, die letztlich in ein esoterisch geprägtes Neuheidentum führt. Wer sich darauf einläßt, findet sich in einem anderen religiösen Credo wieder, das nichts mehr mit dem christlichen Glauben zu tun hat. Daran ändert auch nichts die salbungsvolle Beschönigung einer angeblich christlichen Adaption von Yoga.

Obskurer Synkretismus vom Parlament der Weltreligionen bis zu Küngs Weltethos

In der Werbebroschüre für den Yoga-Kurs der Jesuiten mit dem Titel: „Der Pfad des Gleichgewichts durch Versöhnung von Körper und Geist“, heißt es: „Der Yogin ist der, der inmitten der größten Stille die Aktivität finden kann und inmitten der Aktivität die Stille und die Einsamkeit der Wüste“. Der Gläubige soll nicht mehr der Heiligkeit nachstreben und diese einüben, sondern dem Yogin, dem Yoga-Meister. Nicht gesagt wird, daß Yogin auch „Zauberer“ heißt. Die zitierte Stelle stammt nicht von einer „neutralen“ Quelle, sondern von einem der führenden Autoren der Wiederbelebung des Hinduismus in Indien. Swami Vivekananda (1863-1902) gehörte zu den wichtigsten Apologeten zur internationalen Verbreitung des Hinduismus. Er war treibendes Mitglied des Weltparlaments der Religionen, von dem eine gerade Linie zum entchristlichten „Weltethos“ von Hans Küng führt. Das seit 1893 von Chicago seinen Ausgang nehmende transnationale und ökumenische „Experiment“ hatte unter Vivekananda einen obskuren Synkretismus zwischen Hinduismus und Christentum zum Ziel.

Im übrigen bemüht sich die Werbebroschüre mit andeutungsweise New-Age-Symbolik nichts zu verstecken: „Yoga kommt von der Sanskrit-Wurzel Yug, die Einheit bedeutet“. Gesagt wird nicht, daß Yug eigentlich „Joch“ heißt. Es handle sich „um einen Komplex von Praktiken, die den Praktizierenden zur Einheit des Körpers mit dem Geist und zur Einheit des individuellen Geistes mit dem Unendlichen führt“. Unter dem „Unendlichen“ sollte man in einer zumindest nominell katholischen Einrichtung Gott meinen, doch hier beginnen bereits die Schwierigkeiten und die Grenzüberschreitungen zur Häresie. Es heißt nämlich weiter mit großer Gründlichkeit für Details, daß die Leiter um zum Gott-Unendlichen aufzusteigen, in acht Bereiche untergliedert ist. Der magisch-esoterische Inhalt dieser acht Stufen (von „mentalen Luftwirbeln“ bis zur „artikulierten mystischen Erfahrung der Vereinigung“) wird dabei offen unter dem Logo des Jesuitenordens publiziert.

Yoga vertritt ganz anderes Menschenbild als das Christentum

Yoga akzeptiert Praktiken wie jene der energetischen Kanäle, Vorstellungen wie jene der Meridiane und der Chackren, es werden Mantras rezitiert, also magische Formel, die Geistmächte und Götzen beschwören. Es wird davon ausgegangen, daß jede Seele in ihrer Natur und Substanz mit der Gottheit der kosmischen Seele verbunden sei. Damit wird behauptet, daß der Mensch nicht ein Ebenbild Gottes ist, der von der Ursünde beschädigt ist, sondern daß er selbst Gott ist.

Damit ist die Verletzung des Ersten Gebots offensichtlich und ebenso der Angriff des dreifaltigen Gottes durch dessen Leugnung. Nicht zufällig lehnen die Christen in Indien, dem Ursprungsland des Yoga, dieses Praktik entschieden ab. Eine heidnische Praktik, die ebenso bezeichnend im sich immer arroganter entchristlichenden Westen um so mehr sorglosen Anklang findet.

Wir bewegen uns vor dem Hintergrund des dritten Kapitels des Buches Genesis, wo sich der Hochmut des Menschen zeigt, der nicht bereit ist, sich Gott Vater zu unterwerfen, um sich von Ihm führen zu lassen, sich in Seine Vaterhände zu begeben. Es geht um den Menschen, der sich Natur als Geschöpf ablehnt und sich selbst bestimmen und damit die Schöpfung durch okkulte Kräfte beherrschen will. Damit vollzieht sich eine Umkehrung in der Beziehung unseres menschlichen Seins mit der Gottheit, eine Verzerrung der religiösen Bestimmung des Menschen indem ihm eine „Befreiung“ von seinem Sein angeboten wird.

Neues Heidentum – Benedikt XVI.: Yoga führt „zum Verlust des Glaubens“ und in ein „dämonisches Netz“

Da nistet sich die Falle ein, die die Sehnsüchte des Menschen an innerem Frieden und Transzendenz ausnützt, um ihn durch einen Schein zum Heidentum zu verführen.

Befragt, welchen Preis der Mensch bezahlen muß, wenn er sich Praktiken wie dem Yoga hingibt, antwortete Joseph Kardinal Ratzinger: „den Verlust des Glaubens“ die Verkehrung des Verhältnisses Mensch-Gott „und eine tiefe Desorientierung des menschlichen Seins, so daß der Mensch am Ende sich mit der Lüge verbindet“ und „in ein dämonisches Netz gerät, das viel stärker als er wird“.

Die Tatsache, daß diese der in Jesus Christus offenbarten Wahrheit wiedersprechende Lehre von den Jesuiten propagiert wird, löst Erstaunen und Bestürzung aus. In unserer Zeit ist die heidnische Versuchung so groß, daß ihr selbst so glorreichen Orden wie der Jesuitenorden erliegen, statt einfach das Evangelium in seiner ganzen Größe zu verkünden als wahre und einzige Befreiung. Statt dessen läßt man sich von weltlichen Methoden anstecken und folgt den Vorgaben einer verirrten und gelangweilten Gesellschaft, statt diese zu führen.

Mantra von der Liebe ohne Gesetz führt in die Apostasie

Offensichtlich verführt das neue Mantra, das durch die Kirche kriecht, jenes hämmernde von der Liebe legibus solutus als einzigem Maßstab von Aktion und Reaktion des „nicht ideologischen“ Christen, das unentwegt in den Predigten und den weltlichen Plätzen widerhallt, dazu, begeistert den Feind mit allen Ehren im eigenen Haus willkommen zu heißen. Auch um den kaum mehr wahrgenommenen Preis, dem Synkretismus und der Apostasie zu verfallen.
http://www.katholisches.info/2013/12/28/...att-evangelium/



von esther10 27.12.2015 00:35

Nach Babytod: "Etliche Anrufe" besorgter Eltern 12. Dezember 2015, 14:42 posten Noch keine gesicherten Testergebnisse Linz

– Die nach dem Tod eines Säuglings am Freitag in der Landesfrauen- und Kinderklinik (LFKK) eingerichtete Hotline ist "gut angenommen" worden. "Etliche Anrufe" besorgter Eltern gingen ein. Über erste von weiteren notwendigen Testergebnissen möglicher Betroffener wollte man keine Auskunft geben. Das teilte die Sprecherin des Spitalbetreibers gespag, Jutta Oberweger, am Samstag auf APA-Anfrage mit. Der oö. Krankenhausbetreiber gespag hatte eine Hotline für Eltern eingerichtet. Wer sich nicht sicher war, ob sein Kind während des Aufenthalts in der LFKK mit dem Acinetobacter-Keim in Berührung gekommen sein könnte, solle sich melden. Potenziell infrage kämen nur Patienten, die zwischen dem 19. November und dem 10. Dezember in der chirurgischen Intensivstation lagen, so die gespag.

Warten auf Testergebnisse "Die Anrufe kamen zuerst sowohl beim Portier an, auf mein Diensthandy und bei allen anderen möglichen Stationen," schilderte Oberweger den anfänglichen Ansturm nach Bekanntwerden einer möglichen Keimverseuchung. Zu Deeskalationszwecken wurden die Anfragen schließlich auf eine Hotline gebündelt. Bis Freitagmittag waren die Leitungen offen. "Der Kreis der betroffenen Personen ist aber eher klein", schilderte Oberweger. Daher werde die Hotline auch nicht weiter besetzt. Besorgte Anrufer könnten sich aber weiterhin direkt telefonisch bei der LFKK kompetente Infos zum Acinetobacter-Keim einholen, hieß es am Samstag. Gesicherte Testergebisse zur weiteren Personen mit dem Keim lagen laut Spitalsbetreiber noch nicht vor. Da das Prozedere mehrere Tests über mehrere Tage hinweg zur Sicherstellung einer Keimerkrankung vorschreibe, werde man bis dahin auch nichts bekannt geben. "Alles andere wäre Spekulation",

betonte Oberweger. Am Donnerstagvormittag war in der LFKK ein Säugling vermutlich an dem hochresistenten Keim gestorben. Zwei weitere Kinder dürften ebenfalls betroffen sein, zeigten bisher jedoch keine Symptome. Sie befinden sich aber in Quarantäne. Alle Patienten und Spitalsmitarbeiter, die mit den Betroffenen Kontakt hatten, werden auf den Keim getestet. Es dürften rund 100 Personen sein. Das Ergebnis soll spätestens in acht Tagen vorliegen. (APA, 12.12.2015) - derstandard.at/2000027397035-1256743715264/Nach-Babytod-Etliche-Anrufe-besorgter-Eltern

von esther10 27.12.2015 00:35

„Eine Familie, die in der Freude lebt, wird zum Salz der Erde und Licht der Welt“

Gläubige beim Angelus vom Sonntag, dem 27. Dezember 2015, Fest der Hl. Familie Quelle: ANSA,
Die Worte von Papst Franziskus beim Angelusgebet vom Sonntag, dem 27. Dezember 2015, Fest der Heiligen Familie zu Nazareth -- Volltext

Redaktion | 27. Dez | ZENIT.org | Angelus und Regina Caeli | Vatikanstadt
Wir dokumentieren im Folgenden in einer eigenen Übersetzung die Worte von Papst Franziskus beim Angelusgebet vom Sonntag, dem 27. Dezember 2015.

***


[Vor dem Angelus:]

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Wie gut diese jungen Leute doch singen können! Weiter so!

In der freudenvollen Atmosphäre, die für die Weihnachtszeit typisch ist, feiern wir an diesem Sonntag das Fest der Heiligen Familie. Meine Gedanken gehen zurück an das große Treffen in Philadelphia im vergangenen September, an die vielen Familien, denen ich auf meinen apostolischen Reisen begegnet bin und an alle Familien der Welt. Alle möchte ich mit Wohlwollen und Dankbarkeit grüßen; vor allem in dieser Zeit, in der die Familie Missverständnissen und Problemen aller Art ausgesetzt ist, die sie schwächen.

Das heutige Evangelium ermutigt die Familien dazu, das Licht der Hoffnung aufzunehmen, das aus dem Haus zu Nazareth stammt, in welchem die Kindheit Jesu sich in der Freude entfaltete. An diesem Ort wuchs Jesus heran, „und seine Weisheit nahm zu und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen“ (Lk 2,52). Die kleine Familie, die aus Jesus, Maria und Josef besteht, ist für jeden Gläubigen, besonders aber für die Familien, eine echte Schule des Evangeliums. Hier bewundern wir die Verwirklichung des göttlichen Plans, aus der Familie eine besondere Gemeinschaft des Lebens und der Liebe zu machen. Hier lernen wir, dass jede christliche Familie dazu berufen ist, eine „häusliche Kirche“ zu sein, in der die Tugenden der Evangelien leuchten und die zu einem Sauerteig des Guten in der Gesellschaft wird. Was die Heilige Familie kennzeichnet ist ihre innere Sammlung und das Gebet, das gegenseitige Verständnis und die Achtung voreinander, Aufopferungsbereitschaft, Arbeit und Solidarität.

Aus dem Beispiel und dem Zeugnis der Heiligen Familie kann jede Familie wertvolle Anleitungen für den eigenen Lebensstil ziehen und Kraft und Weisheit für die Mühen des Alltags schöpfen. Maria und Josef lehren uns, die Kinder wie ein Geschenk Gottes aufzunehmen und bei ihrer Zeugung und Erziehung zu Mitarbeitern des wunderbaren Wirkens des Schöpfers zu werden, indem wir der Welt mit jedem Kind ein neues Lächeln schenken. In der geeinten Familie bringen die Kinder ihr Leben zur Reife, indem sie die wichtige und nachhaltige Erfahrung der kostenlosen Liebe, der Zärtlichkeit, der gegenseitigen Achtung, des Verständnisses, der Vergebung und der Freude machen.

Ich will ganz besonders bei der Freude verweilen. Die echte Freude, die man in der Familie erlebt, ist nichts Zufälliges, kein Glücksfall. Diese Freude entspringt der tiefen Harmonie zwischen den Menschen. Dank dieser Harmonie spüren wir die Schönheit des Zusammenseins und des gegenseitigen Beistands auf unserem Lebensweg. Aber an der Wurzel der Freude ist immer die Gegenwart Gottes, seine aufnehmende, barmherzige und geduldige Liebe für alle. Wenn man die Türen der Familie nicht für Gott und seine Liebe öffnet, verliert die Familie ihre Harmonie, nimmt der Individualismus überhand, erlischt die Freude. Eine Familie hingegen, die in der Freude lebt – in der Freude des Lebens und des Glaubens – teilt diese auch spontan mit und wird zum Salz der Erde und Licht der Welt, ist ein Sauerteig für die ganze Gesellschaft.

Jesus, Maria und Josef mögen alle Familien der Welt segnen und behüten, damit in ihnen Ausgeglichenheit und Freude herrschen, zusammen mit der Gerechtigkeit und dem Frieden, den Christus mit seiner Geburt als Geschenk für die Menschheit mitgebracht hat.

[Nach dem Angelus:]

Liebe Brüder und Schwestern,

meine Gedanken gehen in diesem Augenblick an die vielen kubanischen Migranten, die sich in Mittelamerika in großen Schwierigkeiten befinden. Viele von ihnen werden zu Opfern des Menschenhandels. Ich fordere alle Länder der Region auf, mit großzügigem Einsatz alles Nötige zu unternehmen, um eine rasche Lösung für dieses humanitäre Drama zu finden.

Heute geht ein besonders herzlicher Gruß an alle Familien, die sich hier auf dem Platz befinden, an euch alle! Danke für euer Zeugnis. Möge der Herr euch mit seiner Gnade begleiten und euch auf eurem täglichen Weg begleiten.

Ich begrüße euch Pilger, die ihr aus allen Teilen der Welt gekommen seid. Ein besonderer Gruß geht an die Jugendlichen der Diözese Bergamo, die die Firmung empfangen haben. Ich danke auch allen Jugendlichen und Kindern, die so schön gesungen haben und es auch immer noch tun… Ein Weihnachtsgesang zu Ehren der Familien.

Euch allen wünsche ich einen schönen Sonntag. Ich danke euch noch einmal für eure Glückwünsche und Gebete und bitte vergesst nicht, auch weiterhin für mich zu beten. Gesegnete Mahlzeit und auf Wiedersehen!
http://www.zenit.org/de/articles/eine-fa...&utm_term=Image


von esther10 27.12.2015 00:33

Lasst Gottes Vergebung Eure Herzen heilen, sagt Franziskus nach Weihnachten



Von CNA Deutsch/EWTN News

VATIKANSTADT , 26 December, 2015 / 1:59 PM (CNA Deutsch).-
Der Weg für den Christen nach Weihnachten: Für Papst Franziskus geht er weiter nach dem Vorbild des ersten Märtyrers der Kirche – vor allem in der Art, wie der heilige Stephanus seinen Mördern verzieh.

“Wenn wir im Glauben wachsen wollen, müssen wir erst einmal von Gott Vergebung erhalten. Wir müssen dem Vater begegnen, der dazu bereit ist, uns zu verzeihen, für alles und immer”, sagte Papst Franziskus der auf dem Petersplatz zum mittäglichen Angelusgebet versammelten Menschenmenge am heutigen Samstag.

Vergebung “heilt die Herzen und belebt die Liebe wieder”, fügte er hinzu. “Wir dürfen nie müde werden, Gott um Verzeihung zu bitten, denn nur wenn uns verziehen wird, wenn wir fühlen, dass uns verziehen wurde -- lernen auch wir zu vergeben”.

Papst Franziskus sprach am ersten Feiertag nach Weihnachten, dem Tag des ersten Märtyrers der Kirche, Stephanus. Der Festtag erinnert daran, dass von Anfang an Christen verfolgt wurden, auch wenn es heute mehr sind als je zuvor. Experten schätzen, dass rund 80 Prozent aller weltweit verfolgten Menschen Christen sind.

Hauptgrund für diese Verfolgung ist die globlale Radikalisierung von Muslimen, von Indonesien über die Philippinen, den Kaukasus und den Nahen Osten bis nach Nordafrika und Europa.

https://twitter.com/Pontifex_de?ref_src=twsrc%5Etfw

“Gestern betrachteten wir die gnadenreiche Liebe Gottes, der für uns Fleisch geworden ist. Heute sehen wir die konsequente Antwort des Jüngers Jesu, der sein Leben hergibt”, sagte Papst Franziskus. “Gestern wurde der Erlöser auf der Erde geboren. Heute ist ein treuer Zeuge in den Himmel geboren worden. Gestern wie heute erscheint die Dunkelheit der Leugnung des Lebens. Aber stärker noch scheint das Licht der Liebe, die den Hass besiegt und eine neue Welt weiht.”

Der Papst verwies darauf, dass er heilige Stephanus verzieh, bevor er gesteinigt wurde. Stephanus, einer der ersten Christen überhaupt, bat Gott, seine Mörder nicht für ihre Sünde zu bestrafen. Stephanus habe wie Jesus gehandelt: Er habe geliebt, er habe geschenkt, und vor allem habe er verziehen. Verzeihung sei “die höchste Form” des Schenkens, sagte der Papst.

Der Tod des Heiligen beweise die Macht der Vergebung: der anti-christliche Kläger Saulus war bei der Ermordung Stephans anwesend. Aus diesem Saulus wurde Paulus, der große Apostel der Heiden.

“Wir können sagen, dass Paulus durch die Gnade Gottes geboren wurde, und durch die Verzeihung des Stephanus”, sagte Franziskus. “Auch wir sind aus Gottes Vergebung geboren. Nicht nur in der Taufe, sondern jedes Mal, wenn uns vergeben wird, wird unser Herz neu geboren, wird es erneuert.”

Papst Franziskus weiter: “Nur wenn wir geliebt werden, können wir uns selber lieben”.

Zu beten wie der hl. Stephanus sei daher ein Weg, Jesus nachzuahmen: Die großen und kleinen Ungerechtigkeiten zu verzeihen, die ein jeder jeden Tag erleide.

“Es fängt im Herzen an: Im Gebet können wir uns dem Groll stellen, indem wir jene, die Böses getan haben, Gottes Gnade anvertrauen”, sagte Franziskus.

Gebet und Liebe “befreit uns von den Ketten inneren Grolls”, fuhr er fort.

Nach dem Angelus-Gebet, dass Katholiken traditionell um 12 Uhr mittags beten, sagte der Papst, dass er hoffe, dass die Betrachtung des Christkindes zusammen mit Maria und Joseph eine “Haltung der Barmherzigkeit und Liebe für einander” in allen Lebenslagen anrege.

Franziskus dankte für die vielen Grüße und Glückwünsche, die er erhalten habe, und das “Geschenk des Gebets”.
http://de.catholicnewsagency.com/story/l...eihnachten-0334



von esther10 27.12.2015 00:30

Im Innern der Familie geschieht die Erziehung zur Vergebung“

Papst Franziskus bei der Heiligen Messe im Petersdom am Fest der Heiligen Familie, 27. Dezember 2015 Quelle:


Papstpredigt bei der Heiligen Messe am Fest der Heiligen Familie -- Volltext

Redaktion | 27. Dez | ZENIT.org | Sonderjahre und Jubiläen | Vatikanstadt | 77

Am heutigen Sonntag, dem 27. Dezember 2015, am dem das Jubiläum der Familien begangen wird, feierte Papst Franziskus im Petersdom die Heilige Messe zum Hochfest der Heiligen Familie. Er hielt dabei eine Predigt, die wir hier in deutscher Übersetzung dokumentieren. Der Text wurde auf der Internetseite von Radio Vatikan veröffentlicht.

***

Die biblischen Lesungen, die wir gehört haben, zeigen uns das Bild zweier Familien, die ihre Pilgerreise zum Haus Gottes unternehmen. Elkana und Hanna bringen ihren Sohn Samuel zum Tempel in Schilo und weihen ihn dem Herrn (vgl 1 Sam 1,20-22.24-28). In gleicher Weise ziehen Josef und Maria gemeinsam mit Jesus als Pilger zum Paschafest nach Jerusalem hinauf (vgl. Lk 2,41-52).

Oft haben wir die Pilger vor Augen, die sich zu den Heiligtümern oder zu den Orten begeben, die beliebte Ziele der Volksfrömmigkeit sind. In diesen Tagen haben sich viele auf den Weg gemacht, um zur Heiligen Pforte zu gelangen, die in allen Kathedralen der Welt und auch in vielen Wallfahrtsorten geöffnet ist. Aber das Schönste, das heute das Wort Gottes hervorhebt, ist die Tatsache, dass die ganze Familie die Wallfahrt unternimmt. Vater, Mutter und Kinder gehen gemeinsam zum Haus des Herrn, um das Fest durch das Gebet zu heiligen. Das ist eine bedeutende Lehre auch für unsere Familien.

Wie gut tut es uns, wenn wir bedenken, dass Maria und Josef Jesus gelehrt haben, die Gebete zu sprechen! Und zu wissen, dass sie während des Tages gemeinsam beteten; und dass sie dann am Sabbat zusammen in die Synagoge gingen, um die Schriften des Gesetzes und der Propheten zu hören und mit dem ganzen Volk den Herrn zu loben! Und während der Pilgerreise nach Jerusalem haben sie sicher singend die Psalmworte gebetet: »Ich freute mich, als man mir sagte: „Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.“ Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem!« (122,1-2).

Wie wichtig ist es für unsere Familien, gemeinsam voranzugehen und ein und dasselbe Ziel anzustreben! Wir wissen, dass wir einen gemeinsamen Weg zurückzulegen haben; einen Weg, auf dem wir Schwierigkeiten begegnen, aber auch Momente der Freude und des Trostes erleben. Auf dieser Pilgerreise des Lebens teilen wir auch Momente des Gebetes miteinander. Was kann für einen Vater und eine Mutter schöner sein, als am Anfang und zum Schluss eines Tages ihre Kinder zu segnen; wie am Tag der Taufe ein Kreuz auf ihre Stirn zu zeichnen? Ist das nicht das einfachste Gebet der Eltern für ihre Kinder: sie zu segnen, das heißt sie dem Herrn anzuvertrauen, damit er ihr Schutz und ihr Halt sei in den verschiedenen Momenten des Tages? Wie wichtig ist es für die Familie, sich auch zu einem kurzen Moment des Gebetes vor dem gemeinsamen Essen zusammenzufinden, um dem Herrn zu danken für diese Gaben und um zu lernen, das Empfangene mit denen zu teilen, die am meisten in Not sind!

All das sind kleine Gesten, die aber die bedeutende erzieherische Rolle zum Ausdruck bringen, die die Familie hat.

Am Ende jener Wallfahrt kehrte Jesus nach Nazareth zurück und war seinen Eltern gehorsam (vgl. Lk 2,51). Auch dieses Bild enthält eine schöne Lehre für unsere Familien. Die Pilgerreise endet nämlich nicht, wenn man das Ziel des Heiligtums erreicht hat, sondern wenn man nach Hause zurückkehrt und das Alltagsleben wieder aufnimmt und dabei die geistlichen Früchte dessen, was man erfahren hat, in die Tat umsetzt.

Wir wissen, was Jesus damals getan hatte. Anstatt mit den Seinen nach Hause zurückzukehren, war er in Jerusalem im Tempel geblieben und hatte damit Maria und Josef, die ihn nicht mehr fanden, große Mühsal und Sorge bereitet. Für diesen seinen „Ausreißer“ musste wahrscheinlich auch Jesus seine Eltern um Verzeihung bitten. Das Evangelium berichtet nichts darüber, aber ich glaube, wir dürfen das annehmen. Die Frage Marias bringt im Übrigen einen gewissen Vorwurf zum Ausdruck, indem sie die Sorge und die Angst, die sie und Josef durchgemacht hatten, deutlich werden lässt. Auf dem Heimweg wird Jesus sich sicher an sie angeschmiegt haben, um all seine Liebe und seinen Gehorsam zu zeigen

Möge im Jahr der Barmherzigkeit jede christliche Familie ein bevorzugter Ort sein, wo man die Freude der Vergebung erfährt. Die Vergebung ist das Wesen der Liebe, die den Fehler zu verstehen und wieder gutzumachen weiß. Im Innern der Familie geschieht die Erziehung zur Vergebung, weil man die Gewissheit hat, dass man trotz der Fehler, die man machen kann, verstanden und unterstützt wird. Verlieren wir nicht das Vertrauen in die Familie! Es ist schön, einander immer das Herz zu öffnen, ohne irgendetwas zu verbergen. Wo es Liebe gibt, da gibt es auch Verständnis und Vergebung. Euch allen, liebe Familien, vertraue ich diese so wichtige Mission an, die die Welt und die Kirche braucht wie nie zuvor.
http://www.zenit.org/de/articles/im-inne...&utm_term=Image
(Quelle: Radio Vatikan, 27.12.2015)

von esther10 27.12.2015 00:26

26.12.2015

Christen sind die meistverfolgte und -bedrängte Minderheit weltweit
Schlimmer als im Alten Rom?
Am zweiten Weihnachtstag gedenkt die katholische Kirche des ersten christlichen Märtyrers Stephanus und aller verfolgten Christen weltweit. Auch Papst Franziskus rief via Twitter zum Gebet auf.


Christenverfolgung
26.12.2015

Christen werden heute schlimmer verfolgt als im Alten Rom - so schreibt Papst Franziskus im Vorwort zu einer neuen Bibelausgabe für Jugendliche. Auf 100 Millionen der rund 2,3 Milliarden Christen weltweit beziffert das evangelikale Hilfswerk Open Doors die Zahl der "Verfolgten". Doch auch die beiden großen Kirchen in Deutschland halten diese Zahl für wenig seriös und nicht überprüfbar. Tragfähige niedrigere Zahlen nennen sie in ihrem "Ökumenischen Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit" aber ebensowenig wie das US-Außenministerium in seinem internationalen Jahresbericht zur Religionsfreiheit. Häufig wird formuliert, die Christen seien nicht nur die größte, sondern auch die zahlenmäßig am meisten bedrängte Religionsgruppe weltweit, gefolgt von Muslimen.

Fast drei Viertel der Weltbevölkerung leben nach Angaben des US-Forschungsinstituts Pew Research Center in Ländern mit religiösen Repressionen; 2011 waren es demnach erst 50 Prozent. In fünf der sieben bevölkerungsreichsten Länder der Welt mit insgesamt 3,3 Milliarden Einwohnern (bei 7,3 Milliarden Menschen weltweit) werden Christen auf die ein oder andere Art wegen ihres Glaubens verfolgt: in China, Indien, Indonesien, Pakistan und Nigeria.

Islamischer Extremismus

Der weitaus größte Teil von Ländern mit massiver Christenverfolgung hat eine muslimische Bevölkerungsmehrheit. Dazu kommen einige kommunistische, kommunistisch verbrämte oder sonstige Diktaturen in Asien sowie eine stark zunehmende Zahl von Konfliktstaaten in Afrika - wo zudem islamistischer Terror deutlich auf dem Vormarsch ist.

Der mit Abstand wichtigste Beweggrund für Christenverfolgung weltweit ist islamischer Extremismus, sei es als Fundamentalismus (Verweigerung von Religionsfreiheit etc.) oder in Form von Gewalt und Terrorismus (IS, Al-Kaida, Taliban, Al-Shabaab, Boko Haram). Zweiter Hauptgrund für Christenverfolgung sind verschiedene Formen von Despotismus, etwa im kommunistischen Nordkorea, in Vietnam oder in China.

Schwierige Definition

Eine exakte Definition und Bezifferung von Verfolgung ist äußerst schwierig, gibt es doch die unterschiedlichsten Spielarten und Empfindungen von Verfolgung und Verfolgtsein. Am augenfälligsten ist Gewalt: Hinrichtung, Ermordung, Verstümmelung, Geiselnahme, Versklavung. Andere, durchaus wirksame, sind behördlicher oder sozialer Druck, Ächtung in allen Lebensbereichen, Konversions- und Blasphemiegesetze, Ungleichheit vor dem Gesetz, Drohungen, Schock durch Einzeltaten (Pakistan), politische oder berufliche Benachteiligung, Diskriminierung in Schule und Bildung sowie die Beschränkung der Religions- und Kultusfreiheit.

Eine weitere staatliche Praxis sind Gewährenlassen und Straffreiheit, zum Beispiel bei spontanen oder organisierten Mobs (Indien) oder auch in von Drogenkriminalität geplagten Ländern Südamerikas wie Kolumbien oder Mexiko, wo engagierte Christen den Drogenbaronen moralisch im Weg sind.

Am einfachsten zu bewerkstelligen scheint Christenverfolgung dort zu sein, wo staatliche Strukturen äußerst schwach (Somalia, Afghanistan, Irak) oder besonders stark ausgebildet sind (Nordkorea, Saudi-Arabien). Im konfliktfreien, aber stark regulierten Singapur gibt es eine staatlich verordnete Religionsfreiheit; Proselytenmacherei ist streng untersagt. Die einzige Gruppe, die zuwiderhandelt und den durch staatlichen Druck erzwungenen religiösen Frieden stört, sind (evangelikale) Christen, die in anderen Vierteln missionieren.

Sehr schwierig ist die Abgrenzung bei blutigen Konflikten, die entlang ethnisch-religiöser Linien verlaufen, so etwa in der Zentralafrikanischen Republik, in Zentralnigeria oder in den Grenzzonen zwischen dem Sudan und dem Südsudan. Im ersten Fall geht es um soziale Hoffnungslosigkeit, im zweiten um Herden und Land, im dritten um Öl.

Mittelbare Christenverfolgung

Ein Gegenbeispiel: In Burundi droht ein neuer Völkermord zwischen zwei christlichen Ethnien. Niemand würde aber dort von Christenverfolgung sprechen. Robert Mugabe in Simbabwe oder die Chavisten in Venezuela lassen ihr Volk verelenden; Christen hungern oder werden eingesperrt - ist das auch Christenverfolgung?

Ein in den gängigen Statistiken nicht beachteter, weil nicht messbarer Faktor ist die mittelbare Christenverfolgung. Hier dürfte der westliche Bündnispartner Saudi-Arabien weltweit an der Spitze liegen. Mit Milliarden Dollars haben die Saudis unzählige symbolträchtige Moscheen finanziert und damit das interreligiöse Klima in moderat muslimischen Ländern wie dem Kosovo vergiftet. Und woher kommen Waffen und Material des IS? Konsequent zu Ende gedacht, würde das allerdings auch deutsche, französische und US-amerikanische Rüstungsexporteure zu mittelbaren Christenverfolgern machen.
www.domradio.de
Alexander Brüggemann
(KNA)


von esther10 27.12.2015 00:25

26.12.2015

Franziskus prangert Schweigen über Christenverfolgung an
Angelus an Weihnachten


Angelus an Weihnachten
© Di Meo (dpa)

Papst Franziskus hat der westlichen Welt ein "beschämendes Schweigen" angesichts von Verfolgung und Bedrohung der Christen im Nahen Osten, Afrika und Asien vorgeworfen.

"Beten wir für die Christen, die in der Verfolgung leben, oft unter dem beschämenden Schweigen so vieler Mitmenschen", heißt es in einer am Samstag verbreiteten Twitter-Botschaft. Zum Abschluss des traditionellen Angelus-Gebets auf dem Petersplatz rief der Papst am gleichen Tag zum Gebet für die verfolgten Christen in aller Welt auf, die wie der heilige Stephanus wegen ihres Glaubens verfolgt würden. "Leider sind das sehr viele", so Franziskus.

Anlass des Appells war das Fest des heiligen Stephanus, der am zweiten Weihnachtstag (26. Dezember) als erster Märtyrer der katholischen Kirche verehrt wird. In seiner Weihnachtsbotschaft hatte der Papst die internationale Gemeinschaft am ersten Weihnachtstag aufgefordert, die "Grausamkeiten" des islamistischen Terrorismus zu stoppen.

Zuverlässige Statistiken zu religiös motivierter Diskriminierung, Bedrohung und Verfolgung von Christen weltweit gibt es nicht. Vor allem im Irak und in Syrien werden Christen von der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) verfolgt. Nach Angaben des Hilfswerks "Open Doors" sind weltweit mehr als 100 Millionen Christen betroffen, mit steigender Tendenz. Die beiden großen Kirchen in Deutschland halten diese Zahl für nicht überprüfbar.

Aufruf zur Vergebung

Zuvor hatte Franziskus zu Vergebung aufgerufen. Dies sei mehr als eine "gute Tat", die letztlich nur Symbolcharakter habe, sondern könne auch ganz "konkrete Ergebnisse" haben, sagte er beim Angelus-Gebet. Stephanus habe Gott bei seiner Steinigung um Vergebung für seine Peiniger gebeten, so der Papst. Damit habe er zusammen mit der Gnade Gottes auch die Bekehrung des damaligen Christenverfolgers und Mitbeteiligten Saulus zum Apostel Paulus bewirkt.

Vergeben sei sehr schwierig, räumte der Papst vor mehreren zehntausend Besuchern ein. "Wo sollen wir anfangen, die kleinen und großen Ungerechtigkeiten zu vergeben, die wir jeden Tag erleiden?" Beginnen müsse jeder in seinem eigenen Herzen und im Gebet, erklärte Franziskus. "Dann entdeckt man, dass dieser innere Kampf um die Vergebung vom Bösen reinigt und das Gebet und die Liebe von den inneren Ketten des Grolls befreit".
www.domradio.de
(KNA


von esther10 27.12.2015 00:25

26.12.2015

Bundesjustizminister Maas über den Umgang mit der Flüchtlingsdebatte und Religionsgemeinschaften

"Die schweigende Mehrheit darf nicht länger schweigen"


Justizminister Heiko Maas
© Paul Zinken (dpa

Bundesjustizminister Heiko Maas hat sich wiederholt gegen Rechtsradikale gewandt

. Im Gespräch erklärt er, was er von der Justiz bei der Verfolgung rechter Täter erwartet und was er von den Kirchen erwartet.

epd: Herr Minister, die Angriffe auf Flüchtlinge und deren Unterkünfte haben in diesem Jahr einen erschreckenden Rekord erreicht. Kippt das gesellschaftliche Klima in Deutschland?

Maas: Was da passiert, ist mehr als bedenklich. Jeder dieser Angriffe ist eine Attacke auf unsere Grundwerte. Auch in den sozialen Netzwerken stellen wir eine wachsende verbale Radikalität fest. Erst fallen die Hemmschwellen bei den Worten, anschließend folgen die Taten. Gegen diese besorgniserregende Entwicklung müssen der Rechtsstaat und die gesamte Gesellschaft mit aller Kraft vorgehen. Insofern: Wir müssen alle unseren Teil dazu beitragen, dass das Klima nicht kippt. Hoffnung macht, dass es so viele Menschen gibt, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge einsetzen. Sie alle setzen ein Zeichen der Zuversicht.

epd: Auch die sind Anfeindungen ausgesetzt. Überrascht Sie der Hass?

Maas: Ich befürchte, was jetzt an Verbalradikalismus zu Tage tritt, ist nicht neu entstanden, sondern leider schon latent in unserer Gesellschaft vorhanden gewesen. Er äußert sich unverhohlener. Der radikale Hass sollte uns Ansporn sein, noch entschlossener für unsere Freiheit einzutreten.

epd: Viele Taten, wenig verurteilte Täter - sind Sie zufrieden mit der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden?

Maas: Es gibt viele Verfahren, die noch nicht abgeschlossen sind, in denen also noch ermittelt wird. Man muss einfach sehen, dass in diesem Jahr leider viel geschehen ist und die Staatsanwaltschaften in den Ländern extrem damit beschäftigt sind, diese Verfahren abzuarbeiten. Ich bin mir sicher: Polizei und Justiz werden alles tun, um die Aufklärungsquoten zu erhöhen. Die Täter müssen konsequent ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden.

epd: Im Frühjahr hat der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, wonach Straftaten aus fremdenfeindlichen Motiven nun schärfer geahndet werden. Hat sich der Paragraf bereits bemerkbar gemacht?

Maas: Wir haben eine ausdrückliche Regelung geschaffen, damit rassistische, fremdenfeindliche oder sonstige menschenverachtende Motive bei der Strafzumessung stärker berücksichtigt werden können. Das war eine Konsequenz, die wir aus den NSU-Morden gezogen haben. Dadurch müssen diese Motive bereits bei den Ermittlungen eine Rolle spielen. Ich gehe davon aus, dass das auch bei den Gerichten angepackt wird.

epd: Braucht es bei den Strafverfolgungsbehörden stärkere Spezialisierungen auch beim Thema Hasskriminalität?

Maas: Es gibt einige Initiativen, diese Dinge in einzelnen Staatsanwaltschaften zusammenzubinden. Wichtig ist: Bei Hasskriminalität darf es keinerlei Toleranz geben. Die Verfahren sollten so schnell wie möglich abgeschlossen werden. Wie die Länder das am besten organisieren, dafür sind sie vor Ort zuständig.

epd: Müsste der Rechtsstaat bei Volksverhetzung nicht noch deutlichere Zeichen setzen?

Maas: Den Missbrauch der Meinungsfreiheit darf niemand tatenlos hinnehmen. Für die Aufstachelung zum Hass, Gewaltaufrufe oder die Billigung von Straftaten darf bei uns kein Platz sein. Das gehört weder ins Internet noch auf den Marktplatz, sondern vor einen Richter. Wenn die Grenzen zur Straftat überschritten sind, muss die Justiz dagegen sehr entschieden vorgehen. Und das tut sie auch immer stärker.

epd: Wo findet das grundgesetzlich geschützte Recht auf Demonstrationsrecht ein Ende?

Maas: Das Demonstrationsrecht als kollektive Ausformung der Meinungsfreiheit geht sehr weit. Man muss ertragen, was bei "Pegida" oder auf anderen Demonstrationen geschieht, auch wenn es hässlich ist. Wenn aber auf solchen Demonstrationen mit Äußerungen, Plakaten oder Symbolen die Grenzen der Strafbarkeit überschritten werden, muss das verfolgt werden. Selbst wenn Einzelne sich strafbar machen, kann nicht zwingend die ganze Demonstration verboten werden. Und: Mit einem Verbot der Demonstration wäre es längst noch nicht getan. Es würde zwar diese Veranstaltung stoppen. Der Hass der Menschen wäre aber leider noch immer da.

epd: Kürzlich haben sie gemeinsam mit Facebook und anderen die ersten Ergebnisse der Task Force gegen Hass im Netz vorgestellt. Wie geht es damit weiter?

Maas: Es ist ein wichtiger Schritt, dass Unternehmen wie Facebook, Google oder Twitter sich bereit erklärt haben, Hasskriminalität innerhalb von 24 Stunden aus dem Netz zu entfernen. Trotzdem ist die Arbeit in der Task Force erst am Anfang. Wir werden prüfen, ob die Unternehmen sich an ihre Zusagen halten. Und wir müssen auch sagen: Die Hasskommentare stammen nicht von den Mitarbeitern der Unternehmen, sondern von unseren Nachbarn. Insgesamt bleibt das natürlich ein gesamtgesellschaftliches Problem.

epd: Wo muss noch mehr passieren?

Maas: Dieses Problem geht jeden Einzelnen an. Wenn sich Fremdenfeindlichkeit artikuliert, dann muss es Gegenreaktionen geben. Die schweigende Mehrheit darf nicht länger schweigen. Dafür muss man keine Regierungserklärung abgeben. Das findet in der Kneipe statt, auf dem Fußballplatz, am Arbeitsplatz. Nirgends dürfen wir den Brandstiftern das Feld überlassen. Wir alle müssen öfter mal den Mund aufmachen und Haltung zeigen, als es in unserer Wohlstandsgesellschaft heute manchmal der Fall ist.

epd: Bei der Integration von Flüchtlingen rückt die Rolle der Muslime, die schon lange in Deutschland sind, stärker in den Fokus. Drängt die Zeit, die muslimischen Verbände den Kirchen gleichzustellen?

Maas: Integration ist mit Blick auf die Zahl der Menschen, die zu uns kommen, wichtiger als je zuvor. Die Möglichkeiten, die das Grundgesetz den Religionsgemeinschaften bietet, stehen nicht nur den christlichen Kirchen, sondern auch den Muslimen offen. Staatsverträge könnten ein wichtiger Schritt sein, um den Platz des Islam in der Mitte unserer Gesellschaft zu stärken. So könnten wir etwa die Ausbildung islamischer Theologen an deutschen Universitäten noch breiter regeln. Das wäre doch besser als wenn der Unterricht in Hinterhof-Moscheen durch Imame geschieht, die möglicherweise ganz andere Vorstellungen von Grundrechten haben als wir.

epd: Woran scheitert in Ihren Augen denn die Anerkennung? Sträuben sich die Verantwortlichen in den Ländern oder verhindern die muslimischen Verbände das?

Maas: Den muslimischen Verbänden stehen alle Rechte offen, aber sie haben eine Bringschuld. Damit der Staat Verträge schließen kann, müssen sich die Muslime noch besser mitgliedschaftlich organisieren. In der jetzigen Situation haben sie eine besondere Verantwortung. Es ist ein Missbrauch des Islam, wenn in seinem Namen gemordet wird. Fundamentalistische Auswüchse dürfen in keiner Gemeinde verharmlost werden.

epd: Wie sehr brauchen wir neben der formellen Anerkennung eine Debatte über das Verhältnis des Islam zur Gesellschaft in Deutschland?

Maas: Der Dialog ist insbesondere mit Blick auf die Flüchtlingsdebatte äußerst wichtig, auch um klarzumachen: Es gibt bei uns die Religionsfreiheit und die gilt für alle Religionen. Freiheit ist immer gleiche Freiheit. Durch den Dialog zwischen den Religionen werden wir mehr übereinander erfahren. Je weniger wir uns mit dem vermeintlich Fremden auseinandersetzen, desto größer werden die Ängste. Ressentiments und Vorurteile gegen Flüchtlinge sind oft dort am größten, wo der Ausländeranteil am geringsten ist. Niemand in Deutschland muss Angst haben vor einer sogenannten Islamisierung des Abendlandes, erst recht nicht in Sachsen.

epd: Um ein konkretes Beispiel zu machen: Die CDU hat auf ihrem Parteitag ihre Ablehnung der Vollverschleierung von Frauen bekräftigt. Wie halten Sie es damit?

Maas: Ich bin dagegen, einzelne Themen zu dramatisieren. Sicherlich muss man in den muslimischen Gemeinden deutlich sagen, dass bei uns jede Einzelne selbst eine Entscheidung treffen kann, wie sie sich der Öffentlichkeit zeigt. Solange das der Fall ist, habe ich kein Problem damit, wenn jemand ein Kopftuch trägt oder sich verschleiert. Wo aber jemand dazu genötigt wird, ist die Grenze überschritten. Völlig unabhängig davon gibt es aber auch andere Religionen, die in Deutschland weit verbreitet sind, deren Werte oder Regeln der ein oder andere inzwischen als befremdlich empfindet.

epd: Wo sehen Sie zum Beispiel Reformbedarf?

Maas: Man kann schon darüber reden, ob es im kirchlichen Arbeitsrecht nicht weiter Modernisierungsbedarf gibt. Natürlich sollen die Kirchen ihren Glauben frei praktizieren können, solange die Grundrechte gewahrt bleiben. Homosexuellen eine Beschäftigung wegen ihrer sexuellen Orientierung zu verwehren, darüber sollten die Kirchen allerdings dringend mal nachdenken. Grundsätzlich tut sich die Kirche keinen Gefallen, wenn sie bestimmte gesellschaftliche Realitäten nicht zur Kenntnis nimmt.
www.domradio.de
Das Gespräch führten Corinna Buschow und Jens Büttner.

(epd)

von esther10 27.12.2015 00:24

26.12.2015

Prager Erzbischof weist Kritik an Umgang mit Geflüchteten zurück
Kardinal mit Generalverdacht?


Prags Kardinal Dominik Duka
© KNA

Der Prager Kardinal Dominik Duka hat zu Vorsicht angesichts der derzeitigen Flüchtlingssituation aufgerufen und Kritik an der Abschottung osteuropäischer Länder zurückgewiesen. Skeptisch äußerte sich er auch zum Zusammenleben verschiedener Religionen.

"Mitgefühl und Emotion ohne vernünftiges Verhalten führen in die Hölle", sagte der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz in einem Weihnachtsinterview der slowakischen Tageszeitung "Dennik N". Weder alle noch niemanden aufzunehmen sei richtig; vielmehr müsse man einen kühlen Kopf bewahren und "rational vorgehen", so Duka.

In dieser "Flüchtlingswelle ohne jede Kontrolle, in der die Staaten "völlig versagt" hätten, müsse sorgfältig geprüft werden, "wer tatsächlich hilfsbedürftig und wessen Leben bedroht ist", sagte der böhmische Primas und Dominikaner. Die Flüchtlingswelle bediene "auch bestimmte Pläne und Programme der Dschihadisten".

Christen bevorzugt

Duka führte aus, da es sich aktuell um eine Vertreibungswelle handele, die mit der Vertreibung der Armenier vor 100 Jahren begonnen habe, sei man in Tschechien "in erster Linie darauf vorbereitet, christliche Flüchtlinge aufzunehmen". Christen würden "in diesen Ländern permanent verfolgt und von niemand anderem unterstützt". Man könne "auch nicht einen einzigen Flüchtling aufnehmen, ohne dass dieser einen staatlichen Überprüfungsprozess durchlaufen hat".

Wenn man den Flüchtlingen zurufe "kommt und nehmt", dann müsse man auch etwas anzubieten haben, so der 72-Jährige. Faktisch aber verfüge Tschechien weder über genügend Lehrer noch ausreichend Dolmetscher. Zudem hätten die Flüchtlinge keinerlei Interesse, nach Tschechien, in die Slowakei oder nach Ungarn einzuwandern. Der Prager Kardinal hinterfragte die zuletzt beschlossenen Quoten zur Verteilung der Flüchtlinge auf die 28 EU-Staaten. "Wohin dann mit jenen, die wir nicht werden haben wollen?"

Die kommunistische Tschechoslowakei trage am Nahost-Konflikt eine Mitschuld, da sie Waffen in die heutigen Bürgerkriegsstaaten exportiert habe. Seit der Revolution von 1989 hingegen habe allein Tschechien eine halbe Million Flüchtlinge aufgenommen, vorzugsweise aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und aus Vietnam sowie "eine große Menge slowakischer Roma". Dieser Zuwachs sei durchaus mit jenem in den westeuropäischen Ländern vergleichbar, sagte Duka zu Vorwürfen, die Länder der "Visegrad-Vier" (Ungarn, Slowakei, Polen, Tschechien) machten es sich zu leicht und hätten vergessen, wie viele Flüchtlinge der Westen aus ihnen zur Zeit des Kommunismus aufgenommen hätten.

Misstrauen gegenüber Muslimen

Zu seinen Kontakten mit Muslimen sagte der Prager Kardial, er habe gleich nach seinem Amtsantritt 2010 einen Vertreter der muslimischen Gemeinde empfangen und diesem mit einiger Mühe eine Verurteilung terroristischer Anschläge abgerungen. Bald danach habe das Tschechische Fernsehen denselben Mann in einem Gebetssaal mit verdeckter Kamera aufgenommen, wie er die angesprochenen Attacken rühmte. Daher identifiziere er sich "völlig mit jenen, die die Muslime verdächtigen, Beileid nur aus Selbstverteidigung zu bekunden". Aus dreimaliger Lektüre des Koran wisse er, "dass ein gläubiger Muslim nicht verpflichtet ist, mir gegenüber sein Wort zu halten".

Skeptisch äußerte sich Duka auch zum Zusammenleben verschiedener Religionen auf einem Territorium. "Theoretisch" sei alles möglich, aber man müsse auch die Realitäten betrachten. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) seien 50 Jahre verstrichen, und in akademischen Räumen werde ein Dialog geführt. Doch in Wirklichkeit habe sich "das Zusammenleben in den Ländern des Nahen Ostens radikal verschlechtert".

Im Widerspruch zu Schönborn und Woelki

Der Prager Erzbischof setzte darin deutlich andere Akzente als Wiens Kardinal Christoph Schönborn, der vor Weihnachten in einem Gespräch mit dem Pressburger Magazin "Tyzden" und in einer Stellungnahme in der "Kronenzeitung" Kritik an jenen EU-Ostländern geübt hatte, die sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen stellen und europäische Solidarität eingemahnt hatte.

Auch der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hatte Bestrebungen einiger osteuropäischer Länder, nur christliche Flüchtlinge aufzunehmen, als skandalös bezeichnet. Jedes Staatswesen in Europa sei verpflichtet, Menschen in Not unabhängig von ihrer Hautfarbe, Religion und ethnischer Zugehörigkeit zu helfen, sagte Woelki im September gegenüber domradio.de. Eine solche Auswahl sei für einen europäischen Staat nicht hinnehmbar, erst recht nicht unter einem christlichen Gesichtspunkt. Die europäische Idee werde beschädigt, wenn sich Staaten wie die Slowakei, oder auch Tschechien und Großbritannien hier ihrer Verantwortung entledigen, so Woelki weiter. Den betreffenden Staaten warf er eine Flüchtlingspolitik nach dem Sankt-Florian-Prinzip vor: "Da wird um Quoten und Aufnahme-Kontingente gefeilscht wie sonst um Abgasmengen oder Schadstoffe. Jeder hält seine Haustür zu und verweist auf den Nachbarn, der doch bitte die Flüchtlinge aufnehmen soll." Woelki fügte hinzu: "Es geht doch hier nicht um die Pest, die wir ins Haus holen, sondern um Menschen, die unsere Hilfe brauchen." Menschen verließen nicht freiwillig ihre Heimat, sondern wegen Krieg, Terror, Not, Elend und Armut.
www.domradio.de
(KNA, Kathpress, dr)


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