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von esther10 13.05.2013 00:31

Montag, 13 Mai 2013
Gedenktag Unserer Lieben Frau in Fatima

Am 13. Mai 1917 hüteten drei Kinder eine kleine Herde in der Nähe von Fátima: die 10 Jahre alte Lúcia de Jesus, ihr neunjähriger Vetter Francisco Marto und dessen siebenjährige Schwester Jacinta Marto. Die Kinder besuchten keine Schule, Lucia musste schon seit einem Jahr die kleine Schafherde hüten, nachdem ihr alkoholabhängiger Vater einen Teil des Vermögens seiner achtköpfigen Familie verbraucht hatte.

Jacinta und Francisco schlossen sich mit ihren Schafen der größeren Lúcia an. Um die Mittagszeit, als sie wie gewöhnlich den Rosenkranz gebetet hatten, sahen sie plötzlich ein strahlendes Licht, das sie für einen Blitz hielten. Sie wollten fliehen, aber sogleich erhellte ein zweiter Blitz die Stelle, und über einer kleinen Steineiche sahen sie eine Dame, strahlender als die Sonne, die einen weißen Rosenkranz in Händen hielt. Die Dame ermahnte die Kinder, viel zu beten, und lud sie ein, in den fünf folgenden Monaten jeweils am 13. zur selben Stunde wieder zur selben Stelle zu kommen. Tatsächlich erschien ihnen die Dame jeweils am 13. Juni, Juli, September und Oktober erneut und sprach mit ihnen. Am 19. August hatten sie die Erscheinung etwa 500 m von ihrem Heimatort Aljustrel bei Fátima entfernt, weil die Kinder an diesem Tag vom Bezirksvorsteher festgehalten wurden.

Bei der letzten Erscheinung am 13. Oktober, als rund 70.000 Menschen anwesend waren, sagte ihnen die Dame, dass sie Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz sei und dass man ihr zur Ehre eine Kapelle an dieser Stelle bauen solle. Nach der Erscheinung konnten alle Anwesenden das den Kindern schon im Juli und September versprochene Wunder sehen: die Sonne, die einer Silberscheibe ähnlich wurde, konnte man ohne Schwierigkeit ansehen. Sie drehte sich um sich selbst wie ein Feuerrad, und es schien, als würde sie auf die Erde herabstürzen. Drei Offenbarungen wurden den Kindern zuteil, deren letzte als Geheimnis von Fátima Jahrzehnte lang auch zu vielen Spekulationen Anlass gab.

Unter dem Pseudonym Visconde de Montelo verfasste der Lissaboner Theologieprofessor Nuñes Formigão 1927 eine Zusammenfasung der Protokolle der Marienbotschaften von Fátima. Der Schweizer Theologe Otto Karrer beurteilt diese Botschaften als Projektion der Kinder auf Grund der ihnen von ihrer Mutter erzählten Berichte der Marienerscheinungen von La Salette bei Grenoble in Frankreich, wo Maria schon 1846 Hirtenkindern erschienen war.

Nach dem frühen Tod von Francisco und Jacinta trat Lúcia 1921 in Porto in das Kollegium der Dorotheenschwestern ein, später schloss sie sich den Dorotheenschwestern in Tuy / Tui in Spanien an, wo sie Maria Lúcia von den Schmerzen genannt wurde. Danach erschien ihr Unsere Liebe Frau noch drei Mal: am 10. Dezember 1925 und am 15. Februar 1926 im Konvent von Pontevedra in Spanien sowie in der Nacht vom 13. auf 14. Juni 1929 im Konvent von Tuy / Tui. Sie erbat die Andacht der fünf ersten Samstage: den Rosenkranz beten, die 15 Geheimnisse des Rosenkranzes betrachten, die Beichte und die Kommunion zur Sühne für die Sünden, die gegen das Unbefleckte Herz Mariä begangen werden sowie die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens. Diese Bitte hatte die Erscheinung schon am 13. Juli 1917 ausgesprochen im sogenannten Geheimnis von Fátima.

1948 ging Maria Lúcia nach Coimbra und wurde Karmeliterin im Karmel der Teresa von Ávila, wo sie den Namen Maria Lúcia vom Unbefleckten Herzen annahm. Als Papst Paul VI. 1967 zum 50. Jahrestag der Erscheinungen in Fátima weilte, durfte auch Maria Lucia bei den Feierlichkeiten zugegen sein, ebenso als Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1982 in Fátima weilte.

Der 13. Mai wurde im Jahr 2002 ins neue Missale Romanum aufgenommen als nicht gebotener Gedenktag Unserer Lieben Frau in Fátima. Der Leichnam von Lúcia wurde 2006 in Fátima neben dem ihrer Kusine Jacinta beigesetzt.

Papst Pius XII. vollzog 1942 die Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariä, die Unsere Liebe Frau von Fátima ausdrücklich gewünscht hatte. Zwei Jahre später ordnete er für die ganze katholische Kirche das Fest vom Unbefleckten Herzen Mariä am 22. August an und im Heiligen Jahr 1950 verkündete er das Dogma von der leiblichen Aufnahme der Maria in den Himmel.

www.heiligenlexikon.de
©Evangelizo.org 2001-2013

von 12.05.2013 05:35

Es ist ein Name her und groß

Es ist ein Name her und groß,
er ist für mich das schönste Los.
Es ist der Name Mutter.
Wenn schwer das Herze, müd der Gang,
wenn meine Seele matt und bang,
wenn aus dem Aug' die Träne rinnt ...
die Mutter, sie versteht ihr Kind.
Sie tröstet sanft, sie stillt den Schmerz;
und froh und leicht wird nun das Herz.
Nur einer kann noch trösten mehr:
Es ist der gute, treue Herr,
der rechte Tröster: Jesus.

Doch wenn die Freude mich durchglüht,
das Mutterauge froh es sieht
und teilt mit mir die Wonne.
Sie freut sich, wenn mein Herze singt,
sie jubelt, wenn das Werk gelingt.
Und bietet mir des Lebens Glück,
so wiederstrahlt es auch ihr Blick.
Ja, alles was mein Herz bewegt,
die treue Mutter mit mir trägt.
Nur einer fühlt mit mir noch mehr:
Es ist der gute, treue Herr,
mein bester Freund, mein Jesus.

Und bricht das letzte Stündlein an
auf meiner Mutter Lebensbahn,
muss ich das Beste lassen ...
O tiefes Leid, o großer Schmerz!
Der Kummer bricht mir fast das Herz.
Die Mutter lässt mich ganz allein.
Doch nein ... ich muss nicht einsam sein.
Ein Vaterherz schlägt für mich treu;
und jeden Morgen gibt er neu
mir Gnad' und Trost aus Himmelshöhn.
Ich spüre seines Geistes Weh'n.
Er ist's, der mich noch liebet mehr,
mein guter Vater, Gott der Herr,
und du mein Heil, mein Jesus.

von 11.05.2013 13:40

OSTERZEIT
6. WOCHE - SAMSTAG

42

DIE GABEN DES HEILIGEN GEISTES: WISSENSCHAFT

Gotteslob der Schöpfung.
Unterscheidung der Geister.
Zeugen der Güte der geschaffenen Dinge.


I. Alles Geschaffene enthält Gottes Spuren, die Welt ist ein Abglanz seiner Herrlichkeit. Gott »gibt den Menschen jederzeit in den geschaffenen Dingen Zeugnis von sich.«1 In der Schöpfung spiegeln sich die Macht und Weisheit, der Glanz, die Güte und Schönheit Gottes wider: Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.2

Jedoch ist es nicht immer leicht, die Spuren Gottes auch wahrzunehmen und sich von ihnen zu ihrem Urheber emporzuschwingen; denn die Ursünde und unsere persönlichen Sünden verstellen uns die Sicht: Im Buch der Weisheit werden jene getadelt, die die Welt in ihrer Vollkommenheit vor Augen hatten, ohne den wahrhaft Seienden erkennen zu können. Beim Anblick der Werke erkannten sie den Meister nicht, sondern hielten das Feuer, den Wind, die flüchtige Luft, den Kreis der Gestirne, die gewaltige Flut oder die Himmelsleuchten für weltbeherrschende Götter. Wenn sie diese, entzückt über ihre Schönheit, als Götter ansahen, dann hätten sie auch erkennen sollen, wieviel besser ihr Gebieter ist; denn der Urheber der Schönheit hat sie geschaffen.3

Damals wie heute kann uns das Gewaltige und Schöne, das in der Schöpfung aufleuchtet, blenden. Naturbetrachtung bleibt dann in sich befangen; unfähig, das Wahrgenommene zu transzendieren, mündet sie in pantheistische Frömmigkeit, einen fragwürdigen Religionsersatz, der in Schlüsselmomenten des menschlichen Lebens versagen muß.

Die Gabe der Wissenschaft soll im menschlichen Verstand das Gespür dafür schärfen, daß die geschaffenen Dinge Fingerzeige Gottes sind. Mit dieser Gabe ist nicht die »Wissenschaft« im üblichen Sinn gemeint, nämlich durch die systematische Anwendung der Vernunft Erkenntnisse zu erwerben, gemeint ist vielmehr eine übernatürliche innere Bereitschaft, die Seele in das göttliche Wissen eintauchen zu lassen: »Eine Gabe, die unter der erleuchtenden Einwirkung des Heiligen Geistes die Tugend des Glaubens vervollkommnet, da sie uns die geschaffenen Dinge in ihren Beziehungen zu Gott erkennen läßt.«4 Unter dem Walten dieser Geistesgabe erkennen wir die Dinge in ihrem Ursprung als gottgeschaffen und von ihm im Sein erhalten, von ihrem Wesen her als göttlichen Widerschein, von ihrem Zweck her als Wegweiser zu ihm. So erfassen wir, »daß die ganze Schöpfung, das Kreisen der Erde und der Gestirne, das gute Streben des Menschen und der Fortschritt in der Geschichte, daß alles von Gott kommt und auf ihn hinzielt5.

Zwar hat das Wort »Wissenschaft« einen abstrakten Klang. Doch ist nichts konkreter als dieses Wissen um das Beschenktwerden durch die Schöpfung. Im Lobgesang der drei jungen Männer, die der König Nebukadnezzar in einen Feuerofen werfen ließ, weil sie sich weigerten, ein von ihm errichtetes Götzenbild anzubeten, wird die ganze Schöpfung aufgerufen, Gott zu preisen: Preist den Herrn, all ihr Werke des Herrn, lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! ... Ihr Himmel ... all ihr Wasser über dem Himmel ... Sonne und Mond ... ihr Sterne am Himmel ... aller Regen und Tau ... all ihr Winde ... Frost und Hitze ... Rauhreif und Schnee ... ihr Nächte und Tage ... Licht und Dunkel ... ihr Berge und Hügel ... all ihr Gewächse auf Erden ... ihr Quellen ... ihr Meere und Flüsse ... ihr Tiere des Meeres ... ihr Vögel am Himmel ... all ihr Tiere, wilde und zahme ... singt ihm Lob und Dank, denn ewig währt seine Güte.6

In dem alten Hymnus »Komm Schöpfer Geist« betet die Kirche: »Accende lumen sensibus « Zünde an ein Licht in den Sinnen. Es ist die Bitte an den Heiligen Geist, er möge unsere Sinne hell und durchdringend machen, damit wir nicht im Reiz des Äußeren stecken bleiben, sondern hinter allem die Schöpferhand Gottes sehen und so vom Schauen und»Staunen zum Frohlocken über Gottes Werke gelangen.

II. Wie können wir erfassen, was zu Gott hin- und was von ihm wegführt? Die Gabe der Wissenschaft hilft uns dabei. Sie befähigt uns zur Unterscheidung der Geister. Denn nicht nur die Natur, auch die Werke von Menschenhand und -geist können zu Götzen werden: »Der Widerstand gegen den Heiligen Geist, den der heilige Paulus in der inneren und subjektiven Dimension als Spannung, Kampf und Auflehnung im menschlichen Herzen unterstreicht, findet leider in den verschiedenen Geschichtsepochen und besonders in unserer modernen Zeit auch ihre äußere Dimension, indem er sich als Inhalt der Kultur und der Zivilisation, als philosophisches System, als Ideologie, als Aktions- und Bildungsprogramm für das menschliche Verhalten konkretisiert. Dieser Widerstand findet seinen höchsten Ausdruck im Materialismus, sei es in seiner theoretischen Form, als Gedankensystem, sei es in seiner praktischen Form, als Methode der Interpretation und Bewertung der Tatsachen sowie als Programm eines entsprechenden Verhaltens.«7

Die Gabe der Wissenschaft verhilft uns außerdem zum rechten Umgang mit der Schöpfung. Da die meisten Christen ohnehin mitten in der Welt leben, ist es ihre Aufgabe, die zeitlichen Dinge und Tätigkeiten auf Gott hinzuordnen. Dann halten wir uns von ungeordnetem Besitzenwollen oder von Anhänglichkeiten frei, die etwas an sich Gutes in Böses verkehren können. Dank der Geistgabe der Wissenschaft scheinen selbst Alltäglichkeiten, wie Haushalt, Studium oder Krankenpflege, als Weg zu Gott auf, als apostolisches Zeugnis im Dienst an der Gesellschaft. »Jede noch so alltägliche Situation birgt etwas Heiliges, etwas Göttliches in sich8, sagt der selige Josefmaria Escrivá und ergänzt: »Wenn ein Christ die unbedeutendste Kleinigkeit des Alltags mit Liebe verrichtet, dann erfüllt sich diese Kleinigkeit mit der Größe Gottes. Das ist der Grund, warum ich immer und immer wieder betont habe, daß die christliche Berufung darin besteht, aus der Prosa des Alltags epische Dichtung zu machen.«9

Kraft dieser Gabe lieben wir die irdischen Dinge gemäß ihrem rechten Wert, auf Gott hin. So verstellen sie uns niemals den Blick für das Wichtigste: Tempel des Heiligen Geistes zu sein. »Wenn Gott in unserer Seele wohnt, ist alles andere - mag es auch noch so wichtig erscheinen - nebensächlich und vorübergehend: wir aber, in Gott, sind das Bleibende.«10

Deshalb betrachten wir den Glauben als unseren größten Schatz, ungleich wichtiger als alle irdischen Güter und als selbst das Leben. Auch dazu verhilft uns die Gabe der Wissenschaft. In ihrem Lichte erkennen wir dann auch die Bedeutung von allem, was unseren Glauben stärkt: die Sakramente, das Gebet, die Askese.

III. Menschen, die unter dem Einfluß des Heiligen Geistes die göttliche Dimension ihres Lebens entdecken, sind in der Lage, »sich aus den verschiedenen Zwängen zu befreien, die hauptsächlich von den materialistischen Grundlagen des Denkens, der Praxis und der entsprechenden Methoden herrühren. In unserer Zeit sind diese Faktoren bis in das Innerste des Menschen eingedrungen, in jenes Heiligtum des Gewissens, wo der Heilige Geist ununterbrochen das Licht und die Kraft des neuen Lebens gemäß der >Freiheit der Kinder Gottes< mitteilt. Die Reifung des Menschen in diesem Leben wird durch die Beeinträchtigung und den Druck behindert, welche die in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft bestimmenden Strukturen und Mechanismen auf ihn ausüben.«11 Unter diesen Bedingungen »tragen die Christen als Zeugen der wahren Würde des Menschen durch ihren Gehorsam dem Heiligen Geist gegenüber zur vielfältigen >Erneuerung des Antlitzes der Erde< bei, indem sie mit ihren Brüdern zusammenarbeiten, um all das zu verwirklichen und zu vervollkommnen, was im heutigen Fortschritt der Zivilisation und Kultur, der Wissenschaft und Technik und der anderen Bereiche des menschlichen Denkens und Wirkens gut, edel und schön ist.«12

Unser Ja zur Welt aber schließt die Einsicht ein, daß alles Irdische nur insoweit einen Wert hat, als es Weg zum Ewigen ist; denn das Leben auf Erden ist kurz, und das irdische Glück zählt im Vergleich zum Glück, das Gott jenen verheißen hat, die ihn lieben, wenig. Möchten wir da nicht in Reue wiedergutmachen, daß wir Gott in der Vergangenheit so oft hintangesetzt haben?

So erscheint alles in dieser Welt - die wir lieben und die der Ort unserer Heiligung ist - durch die Vergänglichkeit geprägt. Aber gleichzeitig wissen wir uns dazu berufen, »ex umbris et imaginibus ad veritatem« aus Schatten und Bildern zur Wahrheit zu gelangen, wie es in der Grabinschrift des großen Kardinals Newman heißt.»Nur das, was Johannes die Begierde der Augen13 nennt, kann diese Sicht von der Welt, von Ereignissen und Menschen verdunkeln. Dann verschließt sich der Verstand dem wahren Licht und wird nicht selten an den irdischen Wirklichkeiten irre, weil sie am Ende nicht einlösen können, was sie versprochen haben. Durch den ungeordneten Wunsch nach materiellen Gütern und das Streben nach einem Glück des bloßen Genießens verblendet, verfällt die Seele in eine Art Blindheit. Jede Hoffnung richtet sich dann ausschließlich auf das Materielle. Und alles, was Opfer und Selbstverleugnung erfordert, erscheint als Zumutung.

Diese rein irdische Sicht der Wirklichkeit blendet das Wissen von der göttlichen Wahrheit aus. Wenn überhaupt, dann erscheint sie als etwas Theoretisches, sinnlos für das praktische Leben und belanglos für die Gestaltung der realen Existenz. Die Seele wird unfähig, das Übernatürliche zu erfassen, weil ihre Augen sich nur dem trügerischen Glanz der irdischen Güter öffnen wollen.

Der Heilige Geist möge uns in diesen Tagen der Vorbereitung auf Pfingsten lehren, dankbar, demütig und mit innerer Freiheit die irdischen Güter zu handhaben. Das Bewußtsein seiner Gegenwart in uns kann uns helfen, Gott inmitten unserer Beschäftigungen nicht aus dem Auge zu verlieren. Das ist die wahre Wissenschaft, um die wir auch Maria bitten, die Mutter der schönen Liebe, der Furcht, der Erkenntnis und der heiligen Hoffnung14. »Maria ist auch Mutter der Erkenntnis, denn an ihrer Hand kann man die wichtigste aller Lektionen lernen: daß nichts lohnt, wenn wir dem Herrn nicht nahe sind; daß alle herrlichen Dinge dieser Erde und alle erfüllten Wünsche unseres Herzens nichts sind, wenn dieses Herz nicht von der Flamme der lebendigen Liebe und vom Licht der heiligen Hoffnung erhellt wird, die uns die unendliche Liebe in der endgültigen Heimat ahnen lassen.«15

1 II.Vat.Konzil, Konst. Dei Verbum, 3. - 2 Ps 19,1-2. - 3 Weish 13,1-5. - 4 A.Tanquerey, Grundriß der aszetischen und mystischen Theologie, Paris 1931, S.921. - 5 J.Escrivá, Christus begegnen, 130. - 6 Dan 3,52-90. - 7 Johannes Paul II., Enz. Dominum et Vivificantem, 18.5.1986, 56. - 8 J.Escrivá, Gespräche, 114. - 9 ebd., 116. - 10 J.Escrivá, Freunde Gottes, 92. - 11 Johannes Paul II., a.a.O., 60. - 12 ebd. - 13 1 Joh 2,16. - 14 Sir 24,24 (Vg.). - 15 J.Escrivá, Freunde Gottes, 278.

von esther10 11.05.2013 00:28

Vom extremen Bedürfnis, Macht auszuüben ...

11.05.2013, | dpa
Cleveland,Entführung,Vergewaltigung (Quelle: dpa)

Der mutmaßliche Entführer von Cleveland, Ariel Castro, beim Verlesen der Anklageschrift (Quelle: dpa)

Das Verbrechen von Cleveland schockiert und löst Unverständnis aus: Wie konnte der Täter über so viele Jahre hinweg seine Opfer so extrem quälen? Die Psychiaterin Adelheid Kastner versucht, Hinweise zu geben. Demnach haben Kidnapper weltweit ähnliche Persönlichkeitsmerkmale, unabhängig vom jeweiligen Kulturkreis. Es geht um das extrem starke Bedürfnis, Macht über eine andere Person auszuüben, sagt die Expertin.

Dazu kommen häufig eine sadistische Veranlagung, keinerlei Mitgefühl - und eine passende Gelegenheit.

Menschen haben sich wenig geändert

Entführungen wie der jüngst aufgedeckte Fall in Cleveland sind laut der Psychiaterin keine Seltenheit. "In der Menschheitsgeschichte gibt es tausendjährige Phasen von Sklavenhaltung - und die Menschheit hat sich seither nicht dramatisch verändert", so Kastner. Einzig die gesellschaftliche Einstellung und die rechtliche Situation habe sich in den vergangenen 200 Jahren stark geändert.

Solche Taten präventiv einzudämmen sei daher nicht möglich: "Man sieht auch in Studien, dass die Todesstrafe etwa in den USA nicht abschreckend wirkt. Die Täter gehen nie davon aus, dass sie gefasst werden."
Foto-Serie: Entführung in Cleveland

Spektakuläres Ende einer Entführung in Cleveland: Die Beamten konnten drei Frauen befreien, die seit Jahren verschwunden waren. Festgenommen wurden drei Brüder. Als Haupttäter gilt der Schulbusfahrer Ariel Castro (links).
In diesem Haus hielten die Brüder die drei Frauen gefangen. (Quelle: dpa)
Castro scheint einen Hang zur Gewalt zu haben. Seinen Sohn hat er laut dessen Aussage regelmäßig verprügelt. Auch seine Ex-Frau habe der brutale Vater einmal fast totgeschlagen, als sie sich von einer Gehirnoperation zu erholen versuchte. (Quelle: dpa)

Kastner hatte im Prozess gegen den zu lebenslanger Haft verurteilten Inzest-Täter Josef Fritzl das psychiatrische Gutachten erstellt. Fritzl hielt seine Tochter 24 Jahre lang in einem fensterlosen Verlies in seinem Keller im österreichischen Amstetten gefangen. Er vergewaltigte sie und zeugte mit ihr sieben Kinder. Sechs davon überlebten.

Kastner stellte nach stundenlangen Gesprächen mit Fritzl fest, dass er an keiner Geisteskrankheit litt, die seine Schuldfähigkeit ausschließen würde.

Jahrelang galten drei junge Frauen in Cleveland, Ohio als vermisst. Nun haben sie sich offenbar aus den Händen eines Geiselnehmers befreien können. zum Video
Noch zahlreiche weitere Opfer

Bevor der Fall Fritzl bekannt wurde, hatte die Wienerin Natascha Kampusch nach acht Jahren vor ihrem Entführer fliehen können. In Medien wurde danach von zwei schockierenden österreichischen Einzelfällen gesprochen. Kastner sagte damals, dass weltweit "noch genug" Opfer gefangen gehalten würden. "Das hat sich dann auch bewahrheitet", sagte Kastner.

Das zeigen zahlreiche Beispiele wie etwa der Fall der Amerikanerin Jaycee Lee Dugard zeigte. Sie war 1991 als Mädchen entführt und 18 Jahre lang gefangen gehalten worden.

Cleveland-Kidnapper: "rücksichtsloser Eigennutz"

Unterdessen ist der mutmaßliche Kidnapper der drei jungen Frauen in Cleveland offiziell wegen Vergewaltigung und Entführung angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft Ariel Castro vor, Amanda Berry, Gina DeJesus und Michelle Knight etwa ein Jahrzehnt in seinem Haus festgehalten, vergewaltigt und geprügelt zu haben.

Berry habe in der Zeit eine Tochter bekommen - sie wird als vierter Entführungsfall behandelt. Das Gericht setzte die Kaution gegen den Arbeitslosen auf acht Millionen Dollar (umgerechnet etwa sechs Millionen Euro) fest.

Castros Handlungen seien vorsätzlich und verkommen gewesen, sagte Staatsanwalt Brian Murphy. Der Täter habe die drei jungen Frauen aus rücksichtslosem Eigennutz eingesperrt, vergewaltigt, verprügelt, hungern lassen und gefesselt.

von esther10 10.05.2013 21:12

US-Jahresbericht: Islamische Länder mißachten die Religionsfreiheit am meisten
Veröffentlicht: 10. Mai 2013 | Autor: Felizitas Küble | Einsortiert unter: CHRISTEN-Verfolgung | Tags: Christenverfolgung, Iran, islam, Nigeria, Nordkorea, Pakistan, Religionsfreiheit |Schreibe einen Kommentar »

Zehn der 15 Staaten, in denen die Religionsfreiheit weltweit am stärksten missachtet wird, sind Länder mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit. Zu diesem Ergebnis kommt die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit in ihrem Jahresbericht für 2013.

Die intolerantesten Länder sind demnach derzeit Ägypten, Burma, China, Eritrea, Iran, Irak, Nigeria, Nordkorea, Pakistan, Saudi-Arabien, Sudan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam.

In Ägypten beispielsweise habe es die Regierung versäumt, die koptischen Christen vor Übergriffen zu schützen, so die Kommission. Obwohl sie zehn Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes ausmachten, würden Kopten verfolgt, eingesperrt oder gar ermordet.

Nicht besser sei die Lage im Iran für religiöse Minderheiten wie Christen, Bahai oder Sufis. Dort hätten Drohungen, Übergriffe und Inhaftierungen in den vergangenen Monaten zugenommen. - In Pakistan und Nigeria sorgten Extremisten für eine Welle der Gewalt „in noch nie dagewesenem Ausmaß“, die langfristig sogar die Stabilität der beiden Länder bedrohe.

Das Land, das die Religionsfreiheit weltweit am meisten unterdrückt, bleibt dem Bericht zufolge aber das kommunistische Nordkorea, wo Bürger wegen „illegaler religiöser Aktivität“ in Arbeitslager gesperrt würden.

Quelle: http://www.idea.de

von 10.05.2013 08:40

OSTERZEIT
6. WOCHE - FREITAG

41

DIE GABEN DES HEILIGEN GEISTES: VERSTAND

Licht, das uns in die Heilswahrheiten tiefer eindringen läßt.
Wirkungen im Alltag.
Ein Weg für alle: Beschaulich inmitten der Welt.


I. Jede Seite der Heiligen Schrift - »Gottes Rede, insofern sie unter dem Anhauch des Heiligen Geistes schriftlich aufgezeichnet wurde= 1 - bezeugt die göttliche Herablassung, uns Licht auf dem irdischen Weg zu ihm zu sein. Im Alten Bund erscheint der Herr als das wahre Licht, das dem Volk Israel den Weg erhellt; ohne dieses Licht gerät es in die Irre. Die großen Führer des Volkes wenden ich immer wieder an Jahwe, denn nur so können sie Israel den Weg weisen und die Not wenden. Mose weiß, daß er ohne die göttliche Unterweisung nicht in der Lage wäre, das Volk ins Verheißene Land zu führen: Laß mich doch deinen Weg wissen!2 bittet er. Nicht minder eindringlich erfleht König David von Gott: Gib mir Einsicht, damit ich deiner Weisung folge und mich an sie halte aus ganzem Herzen.3

Im Neuen Testament scheinen Gottes Licht und Wahrheit unter uns auf. Gott sendet »seinen Sohn, das ewige Wort, das Licht aller Menschen«4. Er ist es, der »durch die Sendung des Geistes der Wahrheit die Offenbarung erfüllt und abschließt und durch göttliches Zeugnis bekräftigt, daß Gott mit uns ist, um uns aus der Finsternis von Sünde und Tod zu befreien und zu ewigem Leben zu erwecken«5. Jesus verheißt den Seinen den Geist der Wahrheit, der die ganze Kirche erleuchten wird. Erst nach Pfingsten erfassen die Apostel ganz, was diese Worte bedeuten. »>Durch die Hilfe des Heiligen Geistes< geschieht es, daß die Kirche >wächst< (vgl. Apg 9,31). Der Heilige Geist ist die Seele dieser Kirche. Er ist es, der den Gläubigen den tiefen Sinn der Lehre Jesu und seines Geheimnisses erklärt. Er ist derjenige, der heute wie in den Anfängen der Kirche in all jenen am Werk ist, die das Evangelium verkünden und sich von ihm ergreifen und führen lassen; er legt ihnen Worte in den Mund, die sie allein niemals finden könnten, und bereitet zugleich die Seele des Hörers auf den Empfang der Frohbotschaft und die Verkündigung des Gottesreiches vor.«6

Der Heilige Geist »vervollkommnet den Glauben ständig durch seine Gaben, um das Verständnis der Offenbarung mehr und mehr zu vertiefen«7. Durch die Gabe des Verstandes läßt er uns immer tiefer in die geoffenbarten Geheimnisse eindringen. Während der Glaube die einfache Zustimmung zum Offenbarungsinhalt ist, »hat der Verstand die Aufgabe, in diesen Offenbarungsinhalt einzudringen. Die Gabe des Verstandes vervollkommnet also unseren Glauben«8. Durch sie wird der Verstand erleuchtet, so daß er mit bis dahin ungeahnter Klarheit den tieferen Sinn der Glaubensgeheimnisse erfassen kann. jeder Betende hat solche Augenblicke erfahren, die von existentieller Bedeutung sein können: Da ist ein Wort, das wir oft gehört und betend betrachtet haben; in einem bestimmten Augenblick »geht es uns auf« und ergreift uns, überwältigt uns, als hätten wir es bis dahin nie richtig erfaßt.

Auch wenn die Geheimnisse des Glaubens in sich verhüllt bleiben - dank der Gabe des Verstandes erhält die Seele eine Klarheit über das, was sie glaubt, die mehr ist als die Klarheit des Natürlichen. Auf Erden ist nur eine unvollkommene Gottesschau möglich: »Wenn wir auch in ihr von Gott nicht sehen, was er ist, so sehen wir doch, was er nicht ist; je vollkommener wir in diesem Leben Gott erkennen, umso mehr werden wir uns klar, daß er alles übersteigt, was nur immer im Intellekt erfaßt wird.«9 Dies gehöre zur Gabe des Verstandes, sagt der heilige Thomas.

In diesem Licht, das die übernatürlichen Wahrheiten heller aufleuchten läßt und eine Art Intuition ermöglicht, erfaßt die Seele dann eine große Freude, die wie eine Ahnung der seligen Gottesschau in der Vollendung ist.

Was können wir tun, um diese besondere Gabe des Heiligen Geistes in uns zu entfalten? Gott zugewandt das Herz läutern. Dann sehen wir die Schöpfung gleichsam von Gott her, an seiner alles durchdringenden Sicht teilhabend. Wir beten den Schöpfer und Allmächtigen in Ehrfurcht an, lieben ihn kindlich und verstehen es, die geschaffenen Dinge richtig einzuschätzen. Und in dem Maße, in dem unsere Liebe wächst, erhellt sich der Verstand mit der Klarheit, die von Gott kommt.

Der Wunsch nach Klarheit verlangt zuallererst innere Reinigung. Unter den vielen Wegen dahin müssen wir immer wieder den sakramentalen Weg der Beichte gehen. Prüfen wir, ob wir sie regelmäßig genug empfangen, ob wir uns um eine Geiwssenserforschung im Lichte Gottes bemühen, ob wir den Heiligen Geist um eine Liebe bitten, die uns auch die kleinen Sünden und Fehler bereuen läßt.

II. In einer Katechese über den Heiligen Geist sagt Cyrill von Jerusalem im 4. Jahrhundert: »Wenn einer im Finstern war und dann plötzlich die Sonne erblickt, dann werden seine leiblichen Augen hell, und er sieht deutlich, was er früher nicht sehen konnte. So ist es auch mit dem, der des Heiligen Geistes gewürdigt wird: Seine Seele wird hell, und er schaut über alle menschliche Möglichkeit hinaus, was er (von sich aus) nicht wissen konnte.«10 Die Gabe des Verstandes läßt uns in den innersten Sinn der geoffenbarten Wahrheiten eindringen. Die heilige Theresia von Avila nimmt einen Vergleich zu Hilfe: »Es ist, als würde einer, der nie gelernt und sich nie um Lesenlernen bemüht hat, feststellen, daß er ein Wissen besitzt, dessen Wie und Woher er sich nicht erklären kann, denn er hat sich ja niemals um dieses Wissen bemüht, ja nicht einmal um das Lernen des Alphabets. Ein solcher Vergleich lehrt uns etwas über diese himmlische Gabe, denn die Seele sieht in einem Augenblick das Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit und weitere hohe Geheimnisse mit einer solchen Klarheit, daß sie es mit jedem Theologen aufnehmen würde bei der Diskussion über solche Wahrheiten.«11

Die Gabe des Verstandes führt zum Erfassen des tieferen Sinnes der Heiligen Schrift, des Lebens aus der Gnade, der Gegenwart Christi in den Sakramenten, besonders seiner realen Gegenwart in der Eucharistie. Sie vermittelt uns eine Art Instinkt für das Wirken Gottes in der Welt. In ihrem Licht erkennen wir Konturen der Dinge, die uns sonst entgehen würden. Die Dreifaltigkeit, die Menschwerdung, die Erlösung, die Kirche bleiben geheimnisvoll - jedoch werden sie zugleich zu äußerst lebendigen Wirklichkeiten, aus denen wir leben. Sie befruchten die Arbeit, das Familienleben, die gesellschaftlichen Kontakte - das Gebet wird einfacher, tiefer.

Wer den Eingebungen des Heiligen Geistes zu folgen bereit ist, läutert sich, hält den Glauben wach, entdeckt Gott durch die Dinge der Schöpfung und die Ereignisse des Lebens. Anders, wer in der Lauheit lebt: er vernimmt den Anruf der Gnade nicht, seine Seele bleibt taub gegenüber den göttlichen Eingebungen, sein Glaubenssinn verflüchtigt sich und das Gespür für die Pläne Gottes stumpft ab. Die Gabe des Verstandes hingegen läßt uns Gott inmitten unserer alltäglichen Aufgaben und in den gewöhnlichen wie außergewöhnlichen Ereignissen des Lebens gewahren: in Freude und Schmerz, bei Arbeit wie Entspannung.

III. Zur Erlangung und Entfaltung dieser Gabe ist ein lebendiger und schlichter Glaube notwendig: Gib mir Einsicht, damit ich deine Gebote lerne.12 Dazu brauchen wir innere Sammlung. Es gibt eine Überreizung der äußeren Sinne, die sie unmöglich macht: »Es ist geradezu Symbol, daß das moderne Haus weithin die Wand aufgibt: der Mensch lebt, indem er drinnen ist, unmittelbar draußen und meint, dadurch werde er frei. In Wahrheit verdunstet die innere Welt. Und als ob das noch nicht genug wäre, wird die äußere noch ausdrücklich hereingeholt. Wir kennen ja die Wohnungen, in denen es nie ruhig wird, weil immerfort das Radio lärmt oder der Fernsehapparat in die Stunden, während derer der Mensch bei sich selbst sein sollte, die Sensation des Weltgeschehens hereinträgt.«13

Zurückhaltung hierin trägt zur Lauterkeit des Herzens bei, und nur jene, die ein reines Herz haben, werden Gott schauen.14 »Wer mit dieser Herzensreinheit nur das sexuelle Gebiet meint, dem ist nie zum Bewußtsein gekommen, was es um die Gottesschau für eine Bewandtnis hat. Rein ist der, der jenseits der Dinge, jenseits des Geschöpflichen steht, der auf dem Weg der (...) Verneinung, der Versagung und Verleugnung, sowohl der intellektuellen (es gibt auch eine solche!) als auch der ethischen, die Verwandtschaft, die connaturalitas, wie Thomas sagt, zu dem Göttlichen hergestellt hat und in die caligo Dei, in das Dunkel Gottes eingegangen ist und nunmehr Gott erlebt und schaut in dem, was Gott nicht ist.«15 Deshalb ist es nötig, auch die inneren Sinne, Phantasie und Gedächtnis, mehr auf Gott auszurichten.

Paulus lehrt uns, daß die Unreinheit, die Anhänglichkeit an irdische Güter, die Willfährigkeit gegenüber dem Begehren des Leibes abstumpfend auf den Geist wirken: Der irdisch gesinnte Mensch aber läßt sich nicht auf das ein, was vom Geist Gottes kommt. Torheit ist es für ihn, und er kann es nicht verstehen, weil es nur mit Hilfe des Geistes beurteilt werden kann.16 Anders ist es mit dem geisterfüllten Menschen, der in der Gnade Gottes lebt und den Heiligen Geist in Verstand, Willen und Gemüt wirken läßt. Seine saubere, nüchterne, entsagungsfreudige Art zu leben macht aus seinem Inneren eine würdige Stätte, in die der Heilige Geist mit dem Gefolge seiner Gaben einziehen kann.

Dann nimmt der Heilige Geist von der Seele Besitz »und man läßt der Vertrautheit mit Gott freien Lauf, ist bei ihm, schaut auf ihn, beständig und mühelos. Wir leben dann wie Gefangene, gleichsam in Ketten. Während wir, bei all unseren Fehlern und Unzulänglichkeiten, so vollkommen wie möglich die Aufgaben und Pflichten unseres Standes erfüllen, sehnt sich unsere Seele nach Befreiung. Sie drängt zu Gott hin, angezogen von ihm wie das Eisen vom Magneten. Wir beginnen Jesus auf eindringlichere Weise zu lieben, in seliger Bestürzung.«17

Am Ende unseres Gebetes bitten wir die Mutter Gottes - sie besaß die Fülle des Glaubens und die Gaben des Heiligen Geistes -, uns zu lehren, besonders jetzt - während der Tage der Vorbereitung auf das Pfingstfest - für alle Anregungen des Geistes empfänglich zu sein.

1 II.Vat.Konz., Konst. Dei Verbum, 9. - 2 Ex 33,13. - 3 Ps 119,34. - 4 II.Vat.Konz., a.a.O., 4. - 5 ebd. - 6 Paul VI., Apost. Schreiben Evangelii nuntiandi, 8.12.75, 75. - 7 II.Vat.Konz., a.a.O., 5. - 8 R.Graber, Die Gaben des Heiligen Geistes, Regensburg 1936, S.129. - 9 Thomas von Aquin, Summa Theologica, II-II,8,7c. - 10 Cyrill von Jerusalem, Katechese 16. - 11 Theresia von Avila, Leben, 27,8-9. - 12 Ps 119,73. - 13 R.Guardini, Tugenden, Mainz/Paderborn 1987, S.149. - 14 vgl. Mt 5,8. - 15 R.Graber, a.a.O., S.136-137. - 16 1 Kor 2,14. - 17 J.Escrivá, Freunde Gottes, 296.

von esther10 10.05.2013 01:16

Rosenkranzgesätzchen zum Heiligen Geist
Der Rosenkranz wird mit folgenden Geheimnissen gebetet:

1. Der unser Herz für die Gnadenfülle des Heiligen Geistes empfänglich machen wolle.
2. Der uns den Heiligen Geist erbitten und in uns die drei göttlichen Tugenden vermehren und stärken wolle.
3. Der uns durch den Heiligen Geist stärken, erleuchten, leiten, regieren, führen und heiligen wolle.
4. Der unser Herz mit der Liebe des Heiligen Geistes entzünden und mit tiefster Demut, Sanftmut, Geduld, Ergebung, Hingabe, Kraft und Heiligkeit erfüllen wolle.
5. Der uns die sieben Gaben und die zwölf Früchte des Heiligen Geistes erflehen, alles Gute verleihen und alles Böse abhalten wolle.

von esther10 10.05.2013 00:40

Alevitischer Aufruf zur Distanzierung von der islamischen Scharia
Veröffentlicht: 10. Mai 2013 | Autor: Felizitas Küble | Einsortiert unter: ISLAM (Grundsatzthemen) | Tags: Aleviten, Ercan Kara, Grundgesetz, islam, Scharia |Schreibe einen Kommentar »
Gemäßigte islamische Glaubensrichtung verteidigt Grundgesetz und Rechtsstaat gegen die Scharia

Gemeinsame Pressemitteilung von Vereinen und Verbänden der Alevitischen Gemeinden in Bayern:

Die Scharia (der politische Islam) ist das Haupthindernis der Integration von Islamangehörigen und die Hauptgefahr des friedlichen Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Glaubensrichtungen.

Die Distanzierung von der Scharia ist der Hauptschlüssel für die notwendige Integration und Partizipation von unterschiedlichen Religions- und Glaubensgemeinschaften in unserer Gesellschaft.

Laut Artikel 1,1 des Grundgesetzes ist die Würde des Menschen unantastbar. Diese Ewigkeitsklausel unseres Grundgesetzes wird von der Scharia und ihren Anhängern nicht beachtet, weil diese deren Meinung nach „nicht von Allah, sondern von Menschen gemacht worden“ sei. Diese ruft zu Recht bei den Menschen in Deutschland berechtigte Ängste hervor.
“Scharia ruft berechtigte Ängste hervor”

Die islamistische Scharia stellt für die elementaren Grundrechte, wie z.B. Achtung der Menschenwürde, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Freiheit der Meinungsäußerung sowie der Religionsfreiheit eine große Gefahr und Bedrohung dar. Unsere Werte müssen von überzeugten Demokraten mit Selbstbewusstsein vertreten und gleichzeitig der Verzicht auf die Scharia energischer einfordert werden.

Verbänden und Vereinen, die sich für die Integration, Partizipation und das friedliche Zusammenleben mit unterschiedlichen Religions- und Glaubensangehörigen in unserer Gesellschaft einsetzen wollen, müssen sich aktiv von der Scharia distanzieren und sich gleichzeitig uneingeschränkt zum Grundgesetz bekennen.

Dafür setzt sich Dr. Aydın Fındıkçı seit Jahren ein. Aus diesem Grund wird er von den Anhängern der islamistischen Scharia öffentlich verleumdet, beleidigt, beschimpft und sogar als „islamfeindlich“ bezeichnet.
“Die Scharia ist nicht vereinbar mit dem Grundgesetz”


Mit unserer gemeinsamen Erklärung möchten wir uns der Forderung Dr. Aydın Fındıkçıs anschließen, mit ihm solidarisieren und folgende Botschaften übermitteln:
1. Die Scharia ist nicht mit dem Grundgesetz vereinbar.
2. Wir lehnen anachronistische Glaubenssätze ab.
3. Wir setzen uns für die demokratischen und freiheitlichen Werte sowie für die Gleichstellung der Geschlechter ein.
4. Die Kooperation und Unterstützung der öffentlichen Stellen mit Anhängern der Scharia leistet keinen Beitrag zur Integration und friedlichem Zusammenleben von unterschiedlichen Religions- und Glaubensgemeinschaften in unserer Gesellschaft.

Die Unterzeichner dieser Erklärung bekennen sich uneingeschränkt zum Grundgesetz und distanzieren sich mit aller Deutlichkeit von der Scharia.

Ingolstadt, den 7. Mai 2013.

Unterzeichner:
1. Alevitisches Kulturzentrum Ingolstadt, Seeholzer Str. 22, 85053 Ingolstadt
2. Alevitische Gemeinde München e.V. Neuherbergstr. 2, 80937 München
3. Alevitische Gemeinde Neufahrn und Umgbung e.V.,Gottfried-von-Cramm-Str. 7,85375 Neufahrn
4. Alevitische Jugend München, Neuherbergstr. 2, 80937 München
5. Alevitische Gemeinde Krumbach, Dr. Schlögelstr. 10, 86381 Krumbach
6. Alevitisches Kulturzentrum Und Cem Haus Augsburg E.V., Jörg-Breu-Str. 9, 86154 Augsburg
7. Alevitisches Kulturzentrum Augsburg, Bozener Str. 4a, 86165 Augsburg
8. Alevitischer Kulturverein Landshut, Tuchwalkerstr. 5, 84034 Landshut
9. Alevitischer Kulturverein Günzburg, Stadtberg 29, 89312 Günzburg
10. Alevitische Gemeinde Hof, Gabelsbergerstr. 1, 95028 Hof
11. Alevitisches Kulturzentrum Mainburg, Bahnhofstr. 9a, 84048 Mainburg
12. Alevitisches Kulturzentrum Nürnberg, Rehdorferstr. 6, 90431 Nürnberg
13. Alevitischer Kulturverein Plattling, Silostr. 6, 94447 Plattling
14. Aleviten Kulturzentrum Miesbach e. V., Tiefenbachstr. 5 D-83734 Hausham
15. Alevitisches Kulturzentrum Rosenheim, Schönfeldstr. 19, 83022 Rosenheim
16. Alevitisch-Bekt. Kulturbund, Grabenstr. 6, 90552 Rothenbach-Pegniz
17. Alevitisches Kulturzentrum Schweinfurt, Johann-Georg-Gademann Str. 7, 97424 Schweinfurt
18. Alevitischer Kulturverein Memmingen e.V., Mittereschweg 1, 87700 Memmingen
19. Şahhaydar Kılıç: Mitglied des Ausländerbeirats München
20. Hüseyin Çelik: Generalsekretär des Diplinärausschußes Föderation der Alevitschen Gemeinde in Deutschland
Vorsitzende: Ercan KARA, Seeholzer Str. 22, D-85053 Ingolstadt
Mail: ercan.kara@arcor.de

von 09.05.2013 07:45

CHRISTI HIMMELFAHRT

40

JESUS ERWARTET UNS IM HIMMEL

Der verherrlichte Herr in seiner Vollendung.
Sein Fortgehen zum Vater stärkt unsere Hoffnung.
Als Jünger Christi in die Welt gesandt.


I. Der Herr erhob seine Hände und segnete sie. Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben1. Die segnenden Hände sind die letzte Geste, das letzte sichtbare Zeichen Jesu auf Erden. Matthäus ergänzt: als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder2 - vor ihrem Meister und Gott. Nun sind die Jünger jeglichen Zweifels enthoben: jener, dem sie als Rabbi gefolgt waren, ist der Messias. Rückblickend staunen und freuen sie sich bei dem Gedanken, daß ihr Herr und Gott ihnen immer ganz nahe war - auch zu Zeiten schwachen Glaubens. Während der vierzig Tage, in denen sich der Auferstandene immer wieder zeigte, hat sich ihre Zeugenschaft gefestigt, aber erst durch die Herabkunft des Heiligen Geistes wird sie unerschütterlich werden.

Jesu Worte sind nun mehr als die lebenserfüllte Belehrung des Meisters; jetzt spricht der souveräne Gott zu ihnen: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden3. Er überträgt seine göttliche Vollmacht auf jene, die er zur Fortsetzung des Heilswerkes um sich gesammelt hat. Sie werden im Taufsakrament neues Leben schenken, im Sakrament der Beichte Sünden vergeben. Christi göttliche Vollmacht lebt in der Kirche fort. Leo der Große sagt in einer Predigt zum heutigen Festtag: »Was also an unserem Erlöser sichtbar war, ist übergegangen in die Sakramente. Damit unser Glaube verdienstlicher und fester würde, ist an die Stelle der >sinnlichen Wahrnehmung< die >Lehre< getreten, deren gewichtigem Worte die von himmlischen Strahlen erleuchteten Herzen der Gläubigen folgen sollen.«4 Jesus kündigt dies mit Worten an, die wir in der ersten Lesung der Messe hören: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, in ganz Jadäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.

Dann heißt es: Als er dies gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.5 »Der Vorgang der >Himmelfahrt< wird im Passiv dargestellt. (...) Das Geschehen ist also als eine Machttat Gottes geschildert, der Jesus in den Raum seiner Nähe einbezieht, nicht als eine Flugreise nach oben. Das Bild der Wolke, das in diese Richtung zu weisen scheint, ist in Wahrheit ein uraltes Bild alttestamentlicher Kulttheologie: Zeichen der Verborgenheit Gottes, der gerade in seiner Verborgenheit der Nahe und der Mächtige ist, der allzeit über uns und dennoch immerfort in unserer Mitte ist, der sich all unserem Greifen- und Verfügenwollen entzieht und eben darin über uns alle verfügt. Durch dieses Bild der Wolke wird die Erzählung von der Himmelfahrt eingefügt in die ganze Geschichte Gottes mit Israel, beginnend mit der Wolke am Sinai und über dem Bundeszelt in der Wüste bis zu der lichten Wolke, die auf dem Berg der Verklärung die Nähe Gottes verkündete.«6

Die Himmelfahrt des Herrn fügt sich als letztes Geschehen seines Lebens auf Erden in das Ganze des erlösenden österlichen Geheimnisses von Leiden, Tod und Auferstehung ein. Jene, die Zeugen der Schmach des Leidens und der Erniedrigung des Kreuzes geworden waren, werden nun zu Zeugen seiner Erhöhung eingedenk der Worte, die er einst zu ihnen gesprochen hatte: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.7 Und ebenso: Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.8

In einer Betrachtung zum zweiten Geheimnis des glorreichen Rosenkranzes heißt es beim seligen Josemaría Escrivá: »Jesus ist wieder beim Vater. - Zwei Engel in weißen Gewändern nähern sich uns und sagen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel hinauf? (Apg 1,9)

Petrus und die anderen kehren nach Jerusalem zurück - >cum gaudio magno<, mit großer Freude (Apg 24,52). - Es ist nur gerecht, daß der heiligen Menschheit Christi von dem ganzen Chor der Engel und all den Scharen der Seligen im Himmel Huldigungen und Jubelrufe und Anbetung entgegengebracht werden.«9

II. Papst Leo der Große sagt in der bereits zitierten Predigt weiter: »Heute begehen und feiern wir mit Recht den Tag, an dem Christus unsere niedrige Natur über alle himmlischen Heerscharen, über alle Chöre der Engel und alle ihre erhabenen Mächte auf den Thron seines Vaters emporhob. Unserer Festigung, unserer Förderung diente diese Aufeinanderfolge der Taten des Herrn. Es sollte sich die Wirksamkeit der göttlichen Gnade in noch wunderbarerem Lichte offenbaren, wenn dem Blick des Menschen entzogen wird, was notwendig Ehrfurcht erwecken muß, und trotzdem der Glaube nicht versagt, die Hoffnung nicht wankt und die Liebe nicht erkaltet. Denn darin zeigt sich die Stärke großer Geister, darin die Erleuchtung gläubiger Seelen, daß sie bereitwillig für wahr halten, was sie nicht mit körperlichem Auge sehen, daß sie dorthin ihr Sehnen richten, wohin ihr Blick nicht zu dringen vermag.«10

Der Aufstieg des Herrn, die Erhöhung des Herrn - dies die eigentliche liturgische Bezeichnung des heutigen Festes - stärkt unsere Hoffnung. Denn Jesus, so beten wir in der Präfation, kehrt zum Vater heim, nicht um uns Menschen zu verlassen, er gibt den Gliedern seines Leibes die Hoffnung, ihm dorthin zu folgen, wohin er als erster vorausging11. Der Herr »tritt aus der Geschichte hinaus, in den Bereich der Vollendung, wo weder Geschehen noch Schicksal mehr ist, sondern nur ewig-lebendes Sein. Er geht fort - und ist zugleich in einer neuen Weise da, wie er selbst gesagt hat: >Ich gehe fort und komme zu euch< (Joh 14,28). Von diesem wiedergekommenen Christus redet Paulus: Er sitzt im Himmel zur Rechten des Vaters - ist aber auch in uns, und wir in ihm. Er ist in der Ewigkeit - aber auch, nach neuer Weise, in der Zeit, in der Innerlichkeit des Werdens.«12 Im Werden der Zeit hilft er uns, zu ihm zu gelangen, indem wir seinen verherrlichten Leib mit den Zeichen des heilbringenden Leidens betrachten.

Die Hoffnung auf den Himmel prägt unseren irdischen Weg. Es ist der Weg, den die Apostel nach der Himmelfahrt gingen: »Sie wurden so in ihrem Glauben gefördert, daß für sie alles, was ihnen vorher Furcht eingeflößt hatte, nunmehr ein Grund zur Freude wurde. All ihre Blicke waren jetzt zu dem emporgerichtet, der als Gott zur Rechten des Vaters thront. Nicht mehr hinderte sie die Schranke ihres leiblichen Auges, den in ihrem Geiste zu schauen, der sich weder durch sein Herniedersteigen zur Erde vom Vater entfernt, noch durch seinen Aufstieg zum Himmel von seinen Jüngern getrennt hatte.«13

Hatte er nicht gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?14 »Christus erwartet uns. Laßt uns bereits jetzt wie Bürger des Himmels leben (Phil 3,20), indem wir vollkommen als Bürger der Erde leben inmitten von Schwierigkeiten, Ungerechtigkeit und Unverständnis, aber auch inmitten der Freude und Gelassenheit, die aus dem Wissen kommt, daß Gott uns als seine Kinder liebt.

Wenn aber trotz allem die Himmelfahrt des Herrn in unserem Herzen einen Nachgeschmack von Bitternis und Traurigkeit zurücklassen sollte, dann wollen wir uns an seine Mutter wenden wie damals die Apostel: Sie kehrten nach Jerusalem zurück (...) und verharrten einmütig im Gebet (...) mit Maria, der Mutter Jesu (Apg 1, 12-14).«15

III. Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.16

»Auch wir verharren, wie die Apostel, halb staunend, halb traurig, weil er uns zurückläßt. Denn es ist wahrhaftig nicht leicht, sich an die leibliche Abwesenheit Jesu zu gewöhnen. Mich bewegt der Gedanke, daß er, in einer Großtat der Liebe, gegangen und doch geblieben ist: Er ist in den Himmel aufgefahren, und er schenkt sich uns als Nahrung in der heiligen Hostie. Aber wir vermissen sein menschliches Wort, seine Art zu handeln, zu blicken, zu lächeln und Gutes zu tun. Gern würden wir ihn noch einmal ganz aus der Nähe betrachten, wie er sich müde vom anstrengenden Weg am Brunnen niedersetzt (vgl. Joh 4,6), wie er um Lazarus weint (vgl. Joh 11,35), wie er lange im Gebet verweilt (vgl. Lk 6,12), wie er sich der Volksmenge erbarmt (vgl. Mt 15,32; Mk 8,2).«17

Was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Das Wort der Engel klingt wie eine liebevolle Mahnung: Kehrt zurück zu eurem Alltag, nehmt die große Aufgabe in Angriff, die auf euch wartet, die Zeit drängt. »Sie sollten nicht in die Zukunft starren, nicht grübelnd warten auf die Stunde seiner Wiederkunft. Nein, sie sollten erkennen, daß er gar nicht aufhöre, immerfort anwesend zu sein, ja, durch sie immer mehr anwesend werden wollte: Die Gabe des Geistes und die Aufgabe des Zeugnisses, der Verkündigung, der Mission sind die Weise, wie Christus jetzt schon anwesend ist.«18

Mit der Himmelfahrt ist das Werk Christi auf Erden vollendet. Nun beginnt unsere Zeit: die Zeit der Kirche, der Mission. Da werden die Worte, die der Herr an den Vater für uns richtete, zum eigenen Gebet: Ich bitte nicht, daß du sie aus der Welt nimmst, sondern, daß du sie vor dem Bösen bewahrst.19 Der Herr will uns nicht herausnehmen aus unserem Milieu, aus unserer Arbeit, aus unserer Familie. Ja, er will, daß wir vor Ort bleiben und überall seinem Wort den Boden bereiten. Dann werden - zumindest dort, wo Christus durch uns wirken kann - Menschenwürde, Gerechtigkeit, Frieden kein utopischer Traum bleiben.

»Das heutige Fest erinnert uns daran, daß der Eifer für die Seelen ein liebenswertes Gebot des Herrn ist, der uns bei seiner Himmelfahrt in die ganze Welt hinaussendet. Unsere Verantwortung ist groß; denn Zeuge Christi sein erfordert vor allem, nach seiner Lehre zu leben, uns anzustrengen, daß unser Verhalten Christus erkennen läßt und an seine liebenswerte Gestalt erinnert.«20

Jesus geht, aber er bleibt uns ganz nahe, besonders in der Eucharistie. Vielleicht ist ganz nahe bei unserem Arbeitsplatz, gleich um die Ecke, eine Kirche - und Christus dort im Tabernakel gegenwärtig. Und wenn es die konkreten Umstände nicht zulassen sollten, ihn dort aufzusuchen, können wir uns ihm zumindest mit dem Herzen nähern und ihn bitten, er möge unsere Sendung in der Welt segnen.

Christi Himmelfahrt! »Der Herr sitzt zur Rechten des Vaters; aller Wandelbarkeit der Geschichte entrückt; im stillen, wartenden Triumph, der einst in den offenbaren, die Welt erschütternden Sieg des Gerichtes ausbrechen wird. Zugleich aber ist er aufs neue bei uns Menschen; an den Wurzeln alles Geschehens; im Innersten jedes Glaubenden; in Innersten des gläubigen Gesamt, der Kirche; als Gestalt, Macht, Führung und Einheit. Indem er den allgemeinen geschichtlichen Raum des offenen Dastehens verläßt, bildet sich im Heiligen Geist der neue christliche Raum: die Innerlichkeit des glaubenden Einzelnen und der Kirche, wechselseitig bezogen und eins.«21 Und es bildet sich der Raum unserer Sendung in der Welt. Die Apostel kehrten in großer Freude nach Jerusalem zurück22. Dort verharrten sie im Gebet, vereint mit Maria, in Erwartung der Kraft des Heiligen Geistes.

1 Lk 24, 50-51. - 2 Mt 28,17. - 3 Mt 28,18. - 4 Leo der Große, Predigt 74. - 5 Apg 1,8-9. - 6 J.Kard.Ratzinger, Dogma und Verkündigung, München 1973, S.362-363. - 7 Joh 20,17. - 8 Joh 17,11. - 9 J.Escrivá, Der Rosenkranz, 2. glorreiches Geheimnis. - 10 Leo der Große, a.a.O. - 11 Präfation von Christi Himmelfahrt I. - 12 R.Guardini, Der Herr, Würzburg 1951, S.508. - 13 Leo der Große, a.a.O. - 14 Joh 14,2. - 15 J.Escrivá, Christus begegnen, 126. - 16 Apg 1,10-11. - 17 J.Escrivá, a.a.O., 117. - 18 J.Kard. Ratzinger, a.a.O., S.364. - 19 Joh 17,15. - 20 J.Escrivá, a.a.O., 122. - 21 R.Guardini, a.a.O., S.511. - 22 Lk 24,52.

von esther10 09.05.2013 00:13

Mittwoch, 8. Mai 2013 Heavy Metal weiterhin ein Kassenschlager



Heavy Metal weiterhin ein Kassenschlager

http://de.wikipedia.org/wiki/Metal

Heavy Metal wird immer populärer. Eine Untergattung des Heavy Metals sind Death Metal und Black Metal, die oft satanische Elemente und Gotteslästerung enthalten.

Drei Heavy Metal Bands stehen zur Zeit in den Top 5 der deutschen Albumcharts.

Die Südtiroler Rockband Frei.Wild hat es in der 18. Kalenderwoche auf den ersten Platz der deutschen Albumcharts geschafft. Ihr Album „Feinde deiner Feinde“ hatte schon im Herbst 2012 den zweiten Platz belegt. Selbst die Chart-Ermittler von Media Control sind über den Erfolg mit dem Wiedereinsteiger-Album „Gold Edition“ überrascht. Dabei hat die italienische Band ihr Comeback auch der Diskussion um ihre rechte Gesinnung zu verdanken, denn ihre Texte klingen wie Hymnen und schüren Fremdenhass.



Frei.Wild haben ihre Wurzeln in der deutschen Rock- und Metal-Szene Südtirols. Aufgrund ihrer beachtlichen Verkaufszahlen waren sie im März für die Verleihung eines Echo-Preises nominiert doch wegen ideologischer Bedenken wieder ausgeladen worden. Dies führte zu heftigen Diskussionen und einem veritablen Medienrummel.

Auf dem zweiten Platz findet sich diese Woche die Band Heaven Shall Burn aus dem thüringischen Saalfeld wieder. Ihr Album klingt noch härter als der Volksmetal von Frei.Wild.
Auch die dänische Band Volbeat bewegt sich mit ihrem Bestseller „Outlow Gentelman & Shady Ladies“ in der 17. Kalenderwoche in Deutschland, Dänemark, Österreich, der Schweiz und Norwegen auf der Spitzenposition. Auch Volbeat lassen sich der Metal-Szene zurechnen.

Doch nur durch das Kaufverhalten der - anscheinend überzeugten - Plattenkonsumenten kommen die unglaublichen Zahlen von 100.000 verkauften Alben im vergangenen Jahr zustande.

um Mittwoch, Mai 08, 2013



Labels: Heavy Metal

1 Kommentar:

Old Geezer hat gesagt…

Warum sollte sich daran auch etwas ändern - es ist eine konstante Marktpräsenz seit rund 20 Jahren, wieso erwarten Sie im letzten halben Jahr da einen radikalen Umschwung?

"Dabei hat die italienische Band ihr Comeback auch der Diskussion um ihre rechte Gesinnung zu verdanken"

Soviel Kritik ob das wegen gerade von Ihnen, der sonst so gerne wörtliche aus der "Jungen Freiheit" zitiert, die nun kein Jota besser ist?

100.000 verkaufte Alben sind keine große Hausnummer, nichtmal in Deutschland, zumal dabei wahrscheinlich auch bezahlte Downloads dabei sind.

8. Mai 2013 12:44

Hauptseite von "Kinder in Gefahr"
http://aktion-kig.de/

http://aktion-kig.de/kampagne/death_metal_A.html

**************

DER SATAN sitzt in den Medien, mit seinen Haßparolen, mit seinen Sexparolen, mit seinen Manipulierparolen, mit seinen Abtreibungs und Mörderparolen, mit seinen Selbsttötungsparolen....und, und und ...um damit die Menscheit für sich zu gewinnen und am Ende man dann in der Hölle landet, aus der dann niemand mehr entrinnen kann......Es ist wirklich furchtbar. Geben WIR ihm doch keine Chance, wir, die das lesen, dann ist schon einiges gewonnen....

Geben wir ihm keine Chance. Er verdirbt unsere Kinder, Jugendlich und Erwachsene sonst weiterhin, bis er mal die Meisten in den Klauen hat und die gibt er kaum mehr frei, höchstens durch ein Wunder. Und die geschehen selten.

Beten wir in diesen Anliegen und geben gutes Beispiel -
seien wir Jünger Christi und helfen den Glauben zu verbreiten.
Admin.

von 08.05.2013 16:24


Ein Bittgebet um Gedeihen der Feldfrüchte


•Gebet um Regen
Bittgebet um Gedeihen der Feldfrüchte


Barmherziger Gott und Vater,
du gütiger Erhalter unseres Lebens.
Wir rufen zu dir um das tägliche Brot und um alles,
was wir zu unserem Unterhalte brauchen.
Gib den Feldfrüchten Wachstum und Gedeihen.
Sende zur rechten Zeit erquickenden Regen und milden Sonnenschein.

Schöpfer und Herr des Himmels und der Erde!
Alles steht in deiner Macht;
du kannst uns deinen Segen geben und entziehen.
Darum bitten wir dich kindlich:
segne die Früchte unserer Felder
und beschütze sie vor Mißwachs,
Dürre, Nässe, Reif und Hagel.
Zwar sind wir sündige Menschen deiner Gaben und Gnaden,
die du uns täglich,
ja stündlich erweisest, nicht würdig;
aber, o gütiger Vater im Himmel,
siehe nicht auf unsere Sünden,
die wir von Herzen bereuen,
sondern erbarme dich unser um Jesu,
deines Sohnes, willen, der für uns
sein kostbares Blut vergossen hat
und am Kreuze gestorben ist.

Wir setzen all unser Vertrauen auf dich und geloben dir,
daß wir unsere Standespflichten treu erfüllen
und im Unglück wie im Glücke
mit deinen weisesten Anordnungen zufrieden sein wollen.
Nie wollen wir es vergessen,
daß du unser Vater bist
und daß du es gut mit deinen Kindern meinest,
du magst geben oder nehmen segnen oder strafen.
Wir bitten dich, barmherziger Vater,
verlaß deine armen, hilfbedürftigen Kinder nicht.
Erbarme dich auch ferner über uns und segne uns mit Gnade
und Barmherzigkeit in allem,
was unser zeitliches und ewiges Heil betrifft.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, deinen Sohn,
unseren Herrn und Heiland.
Amen.



Gebet um Regen
V: Bedecke, Herr, den Himmel mit Wolken!
A: Und sende Regen der dürstenden Erde!
V: Gott, in dem wir leben, uns bewegen und sind gewähre uns gedeihlichen Regen, damit wir, für unsere zeitlichen Bedürfnisse genügend versorgt, um so vertrauensvoller nach dem Ewigen trachten. Sende uns, Herr erquickenden Regen und begieße das dürre Erdreich in Güte mit den Wassern vom Himmel her; durch Christus, unseren Herrn.
A: Amen


von 08.05.2013 06:06

OSTERZEIT
6. WOCHE - MITTWOCH

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FRÜCHTE DES APOSTOLATS

Das Zeugnis des Paulus in Athen.
Aussaat und Ernte. Geduld: die Tugend des Sämanns.
Die Frau als Trägerin der Evangelisierung.


I. Die Lesung der heiligen Messe zeigt uns, wie lebendig und ansprechend der heilige Paulus die Frohbotschaft Menschen verkündet, die ganz außerhalb des Glaubens leben, die der Verfasser der Apostelgeschichte so charakterisiert: Alle Athener und die Fremden dort taten nichts lieber, als die letzten Neuigkeiten zu erzählen oder zu hören.1 Paulus war sich sicher, daß die Lehre, die er auf dem Areopag von Athen verkündet, die Athener schockieren würde; dennoch spart er die grundlegenden Wahrheiten nicht aus, versucht nicht, sich soweit »anzupassen« daß er auf Kosten der Lehre »verständlicher«»erfolgreicher« »zeitgemäßer« erscheint. Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, andere aber sagten: Darüber wollen wir dich ein andermal hören.2 Aber Paulus verläßt nicht der Mut.

Was bewegte den Apostel? Papst Benedikt XV. faßte in einer Enzyklika 1917 die Grundhaltung des Apostels so zusammen: »Dahin wirken, daß Jesus Christus unter den Menschen mehr und mehr bekannt sei, und zwar dank einer Kenntnis, die nicht nur auf den Glauben, sondern auf das Leben abzielte, das ist es, wofür er die ganze Kraft seines Apostelherzens einsetzte. Deshalb handelte er von allen Glaubenswahrheiten und Sittengeboten Christi, selbst von den anspruchsvolleren; und zwar sprach er ohne die geringste Zurückhaltung und Abschwächung von der Demut, der Selbstverleugnung, der Keuschheit, der Geringschätzung irdischer Güter, vom Gehorsam, von der Nachsicht gegenüber den Feinden und von ähnlichen Gegenständen. Und er scheute sich auch nicht, offen auszusprechen, daß man zwischen Gott und Belial seinen Dienstherrn wählen müsse, und daß es unmöglich sei, beiden zu dienen; daß alle nach dem Tod ein strenges Gericht zu erwarten haben; daß es bei Gott keine Abfindung gibt; daß entweder das ewige Leben in Aussicht stehe für jene, die das ganze Gesetz beobachten, oder die ewige Verdammung zu gewärtigen sei, wenn man aus Nachgiebigkeit gegenüber den Leidenschaften die Pflicht vernachlässige. Und niemals glaubte >der Prediger der Wahrheit< Gegenstände dieser Art übergehen zu müssen, weil sie angesichts des damaligen Sittenzerfalls seinen Zuhörern allzu hart erscheinen konnten.«3

Wer von Christus Zeugnis gibt, muß damit rechnen, als unzeitgemäß bespöttelt zu werden. Die Mühe, gegen den Strom zu schwimmen, und der Stachel der Erfolglosigkeit könnten ihn dazu verleiten, das Fordernde der Heilsbotschaft zu verharmlosen und Begriffe wie Sühne, Opfer und Abtötung auszusparen, auf Gerechtigkeitssinn im Geschäftsleben und im Beruf zu pfeifen, das Offensein der Eheleute für das Kind und den Wert der standesgemäßen Keuschheit zu verschweigen. Aber: »Verschreibt denn ein Arzt seinem Patienten nutzlose Heilmittel, weil dieser die nutzbringenden verabscheut?«4

Unsere heutige Welt zeigt ein gewandeltes Wertebewußtsein und eine wachsende Gleichgültigkeit gegenüber Glauben und Kirche. Deshalb ist gerade heute ein unerschrockenes und gewinnendes Zeugnis besonders nötig. »Für den modernen Menschen kreist sehr vieles um das eigene Ich und seine Betroffenheit. Den Zeitgenossen scheint dies ganz normal zu sein, und doch ist eine solche Sicht keineswegs selbstverständlich. In der Bibel ist der einzelne in seiner Situation zwar durchaus auch angesprochen. Aber das wandernde Volk Gottes braucht im Gang der Zeiten auch das verläßliche Glaubensbekenntnis der Kirche. Dieses muß gewiß immer wieder neu ausgelegt und frisch übersetzt werden, aber man darf es nicht mit dem Argument beiseite schieben, es entspräche nicht mehr den heutigen Lebenserfahrungen und Bedürfnissen. Ohne Bekenntnis und Lehre gibt es keine Kirche. Das >Credo< der Kirche war über fast zwei Jahrtausende ein unentbehrlicher Wegweiser und Maßstab - wie dürften wir uns einbilden, darauf verzichten zu können?«5

In einem Text des Zweiten Vatikanischen Konzils heißt es: »Allen Christen ist also die ehrenvolle Last auferlegt, mitzuwirken, daß die göttliche Heilsbotschaft überall auf Erden von allen Menschen erkannt und angenommen wird.«6 Unser apostolisches Bemühen muß sich zuallererst an jene richten, die in unserer Nähe sind.

II. Paulus verließ Athen in Richtung Korinth, eine nicht minder schwierige Stadt, »eine Weltstadt ersten Ranges, von internationaler Prägung, mit reichen Verkehrs- und Handelseinrichtungen, wirtschaftlich wie kulturell Austauschplatz zwischen Osten und Westen, eine Stadt der Lebesucht, der Laster, der sozialen Gegensätze«7. Er soll erfahren, daß der Herr die Arbeit fruchtbar werden läßt, wann und wie er will. Der Kommunionvers der heutigen Messe erinnert uns daran: Ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt, daß ihr euch aufmacht und Frucht bringt, und daß eure Frucht bleibt.8

Die apostolische Aufgabe ist manchmal Aussaat - das Korn in die Erde senken, ungeachtet seines Verschwindens -, manchmal Ernte: es zeigen sich die Früchte. Vielleicht haben andere den Samen ausgestreut: durch ihr Wort oder ihr Leiden vom Krankenbett aus oder mit einem unscheinbaren Dienst. Wie auch immer, es gilt, sich an die Worte des Herrn zu erinnern, daß sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen. Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät, und ein anderer erntet.9

Gerade dann, wenn die eigene Arbeit unfruchtbar zu sein scheint, sollten uns diese Worte des Herrn froh stimmen - die Freude jener ahnend, die einmal die Ernte einfahren werden. Freilich, leicht ist es nicht, unsere landläufigen Maßstäbe abzulegen und der Versuchung zu widerstehen, den Wert unserer Bemühungen an greifbaren Ergebnissen zu messen. Aus der Kraft des Gebetes aber kann es uns gelingen, auch hier dem Herrn zu vertrauen und weitsichtig den Samen auszustreuen.

»Unsere Sendung ist immer und überall auf die Zukunft ausgerichtet. Sei es auf die Zukunft, deren wir im Glauben gewiß sind: also die eschatologische; sei es auf die Zukunft, die, menschlich gesehen, unsicher ist. Denken wir an jene, die als erste den europäischen Kontinent als Künder der Frohbotschaft betreten haben, wie Petrus und Paulus. Denken wir an jene, die im Lauf der Geschichte Europas die Wege zu neuen Völkern geebnet haben, die Augustinus oder Bonifatius oder das Brüderpaar aus Saloniki: Cyrillus und Methodius. Nicht einmal sie waren der menschlichen Zukunft ihrer Mission und ihres eigenen Schicksals sicher. Mächtiger aber als diese menschliche Ungewißheit waren Glaube und Hoffnung. Mächtiger war die Liebe Christi, die sie >drängte< (vgl. 2 Kor 5,14). In diesem Glauben, dieser Hoffnung und dieser Liebe tat sich das Wirken des Geistes kund: Auch wir müssen zu gefügigen und wirksamen Werkzeugen seines Wirkens in unserer Zeit werden!«10

Wenn ausbleibender sichtbarer Erfolg uns resignieren läßt, zeugt das oft von mangelnder Lauterkeit der Absicht. Wollen wir für den Herrn arbeiten, oder suchen wir nur die eigene Selbstbestätigung? Doch nicht nur Resignation, auch Übereilung kann zur Versuchung werden. Warum denn warten, bis die Blüte sich öffnet, statt nachzuhelfen? Nicht nur Säen und Pflegen ist unsere Aufgabe, sondern auch geduldiges Wartenkönnen, mit langem Atem, den Menschen Zeit lassend. Der Herr versteht es, Tage, Wochen, Monate, Jahre auf den inneren Ruck, die Umkehr des Sünders zu warten. Die Seelen brauchen Zeit, die zu bemessen wir nicht in der Lage sind. Kümmern wir uns also um eine gute Aussaat und warten wir in Geduld.

III. Der Predigt des Paulus während seines Aufenthalts in Athen verdankt sich die erste christliche Gemeinde in jener Stadt: Einige Männer aber schlossen sich ihnen an und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, der Areopagit, außerdem eine Frau namens Damaris und noch andere mit ihnen.11

Wir kennen den Namen der Frau, die sich zum Glauben bekehrte: Damaris. Sie ist eine der zahlreichen Frauengestalten, die uns in der Apostelgeschichte begegnen und zeigen, daß die Verkündigung des Evangeliums allen gilt. Wie der Herr, so verkündeten die Apostel - trotz der Vorurteile ihrer Zeit - die Frohe Botschaft allen, Männern wie Frauen.

Auch am Anfang der Evangelisierung Europas stand eine Frau, wie Lukas uns überliefert. Von Lydia wissen wir, daß sie eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira12 war: Der Herr öffnete ihr das Herz, so daß sie den Worten des Paulus aufmerksam lauschte. Sie gewann alle, die zu ihrem Haus gehörten, für den Glauben. Einst hatte die Samariterin, die am Brunnen von Sychar die Botschaft Christi hörte, sie als erste unter den Bewohnern ihrer Stadt verbreitet.13

Das Evangelium zeigt uns, wie treu Frauen dem Herrn folgten und dienten. Sie stehen unter dem Kreuz, sie sind die ersten, die zum Grab gehen und die Kunde von der Auferstehung weitergeben. Paulus lobt ausdrücklich einige Frauen für ihre Mitarbeit beim Werk der Evangelisierung.

Damals wie heute spielt die Frau eine wichtige Rolle bei der Bewahrung und Weitergabe des Glaubens. »Die Frau ist dazu berufen, in Familie, Gesellschaft und Kirche etwas hineinzutragen, das nur ihr eigen ist und das nur sie zu geben vermag: feinfühlige Umsicht, unermüdliche Großzügigkeit, Liebe für das Konkrete, Scharfsinn, Einfühlungsvermögen, Ausdauer und eine tiefe, schlichte Frömmigkeit.«14

Das Engagement und das Zeugnis der Frau sind für die Kirche unersetzlich. Denn »auf der Grundlage des ewigen Planes Gottes ist die Frau diejenige, in der die Ordnung der Liebe in der geschaffenen Welt der Personen das Erdreich für ihr erstes Wurzelfassen findet. (...) Die Würde der Frau ist eng verbunden mit der Liebe, die sie gerade in ihrer Weiblichkeit empfängt, und ebenso mit der Liebe, die sie ihrerseits schenkt. So wird die Wahrheit über die Person und über die Liebe bestätigt.«15

Maria ist uns auch hier Wegweisung. Die Mariensäule, die 1638 in der furchtbaren Bedrängnis des Dreißigjährigen Krieges im Herzen Münchens errichtet wurde, »sollte nicht nur die Mitte dieser Stadt sein, sondern die Mitte des ganzen Landes, und in der Tat werden noch heute alle Entfernungen bei uns von diesem Punkt aus gemessen; Maria ist der stille Mittelpunkt aller unserer Straßen geblieben.

Das Bild der Mutter des Herrn gehört zur Herzmitte der europäischen Kultur. Es gehört zur Herzmitte unseres Glaubens. Vor der Mutter verstehen wir uns alle; vor ihr erkennen wir uns alle als Kinder. Von ihr lernen wir Vertrauen; mit ihr lernen wir glauben und beten.«16 Von ihr erbitten wir, sie möge in unseren Familien, in der Gesellschaft, in der Kirche Leitstern unseres Weges zu ihrem Sohn bleiben.

1 Apg 17,21. - 2 Apg 17,32. - 3 Benedikt XV., Enz. Humani generis, 15.6.1917. - 4 ebd. - 5 K.Lehmann, Hirtenwort zur Österlichen Bußzeit 1992, 4.3.92. - 6 II.Vat.Konz., Dekret Apostolicam actuositatem, 3. - 7 Echter-Bibel, Die Apostelgeschichte, Würzburg 1951, S.68. - 8 Joh 15,16. - 9 Joh 4,36-37. - 10 Johannes Paul II., Predigt, 20.6.1979. - 11 Apg 17,34. - 12 Apg 16,14. - 13 vgl. Joh 4,1ff.. - 14 Gespräche mit Msgr.Escrivá de Balaguer, 87. - 15 Johannes Paul II., Apost. Schreiben Mulieris dignitatem, 15.8.1988, 29-30. - 16 J.Kard.Ratzinger, Christlicher Glaube und Europa, München 1981, S.17.

von esther10 07.05.2013 23:37

Jesus geht heim zum Vater – und bleibt dennoch bei uns

Homilie am 6. Sonntag der Osterzeit
5. Mai 2013, Lesejahr C

L 1: Apg 15,1-2.22-29; L 2: Offb 21,10-14.22-23; Ev: Joh 14,23-29

Die liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch.

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Der Evangelist Johannes überliefert uns die Abschiedsreden Jesu. Jesus hat diese im Abendmahlssaal gehalten, bevor er sein Leiden und Sterben auf sich nahm, um durch den Tod hindurch zum Vater zu gehen. Als der Auferstandene hat er sich den Aposteln und Jüngern wiederum gezeigt, freilich in einer neuen Seinsweise. Die Liturgie der Kirche lässt uns die Worte des Herrn in diesen Tagen bedenken, da wir auf das Hochfest Christi Himmelfahrt zugehen.

Abschied von einem lieben Menschen nehmen zu müssen ist mit Schmerz verbunden. Dies gilt auch dann, wenn wir ein Wiedersehen erhoffen. Doch die Zeit der Trennung mag uns fast unerträglich erscheinen, und sehnsüchtig warten wir auf die erneute Begegnung. Wenn nun Jesus Christus, der Erlöser und Herr, Abschied nimmt, ist es da nicht verständlich, dass das Herz der Jünger von großer Traurigkeit erfüllt ist?

Jesus versteht das. Doch er will die Jünger trösten und klärt sie über den wahren Sachverhalt auf. Im Grunde ist es ein Anlass zur Freude, wenn er zu seinem Vater geht. Denn dort wird er den an ihn Glaubenden eine ewige Wohnung bereiten. Außerdem: Jesus entzieht den Jüngern bloß seine sichtbare Gegenwart. In Wirklichkeit bleibt er bei ihnen: in seinem Wort, in den Sakramenten, vor allem in der heiligen Eucharistie, in allen Werken der Liebe und im Gebet jener, die sich in seinem Namen versammeln.

Jesus verheißt den trauernden Jüngern einen Beistand, einen Tröster: den Heiligen Geist, den der Vater in seinem Namen senden wird. In diesem Geist wird den Jüngern Friede zuteil. Es ist ein Friede, wie ihn diese Welt nicht geben kann. Die Freude an Gott wird die Stärke all jener sein, die an Jesus Christus glauben.

Es ist wichtig, dass wir diese Worte des Herrn nicht bloß als etwas begreifen, was damals an die Apostel und Jünger gerichtet war. Nein: Jesus lebt! Und er ist bei seiner Kirche geblieben im Heiligen Geist. Wir dürfen ihm im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe begegnen. Sein göttliches Leben erfüllt uns; das Licht seiner Wahrheit erleuchtet uns; seine Liebe beseelt uns. Jesus sagt selber: „Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.“ Gott selbst will Gast sein in unserem Herzen. Das ist die Frucht jener Gnade, die wir in der heiligen Taufe empfangen haben.

Sollte uns das nicht emporheben über unseren Alltag? Ist das nicht ein Anlass zur Hoffnung in allen Widrigkeiten des Lebens? Gott hat unser Herz so groß gemacht, dass uns nichts auf dieser Erde genügt. Nur Gott allein kann das Herz erfüllen und selig machen! Und er tut es; er wendet sich uns voll Liebe zu in seinem Sohn und im Heiligen Geist.

So beten wir zu Gott um den Beistand des Heiligen Geistes. Er möge uns mit seinen Gaben erfüllen, damit wir wie die Jungfrau und Gottesmutter Maria das Wort Gottes in unserem Herzen bewahren. Christ sein heißt unterwegs sein zum Himmelreich und zugleich fest auf dieser Erde stehen, den Nöten unserer Mitmenschen zugewandt, um sie mit der Liebe Gottes bekannt zu machen!

Amen.
http://spindelboeck.net/

von 07.05.2013 12:52

OSTERZEIT
6. WOCHE - DIENSTAG

38

DER MARIENMONAT MAI

Das Marienlob einer unbekannten Frau.
Reichtum der Volksfrömmigkeit.
Wallfahrten.


I. Während Jesus vom Reich Gottes spricht und seine Jünger lehrt, wie sie beten sollen, tadeln ihn seine Kritiker: Einerseits wollen sie Zeichen sehen, andererseits relativieren sie alle Machterweise, die er wirkt. Aus der Menschenmenge ertönt plötzlich die Stimme einer Frau. Keine Frage, kein Einwand, keine Bitte. Nur ein freudiger Ruf: Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat.1 »Und Jesus erwidert: >Ja, selig sind die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.< Ist das nicht, als sei er mit einmal fort aus dem lärmenden Gedränge? Als gehe es wie ein tiefer Glockenton durch seine Seele, und er sei in Nazaret und fühle seine Mutter?«2 Denn Jesu Antwort greift den Lobpreis auf seine Mutter und auf den Anfang ihrer Berufung, das Mir geschehe bei der Verkündigung des Engels auf. Der heilige Augustinus erklärt es in einer Predigt so: »Von daher also ist auch Maria selig, weil sie das Wort Gottes hörte und bei sich bewahrte: Und mehr bewahrte sie die Wahrheit im Geiste als das Fleisch im Schoße. Die Wahrheit ist Christus, das Fleisch ist Christus: die Wahrheit Christus im Geiste Mariens, das Fleisch Christus im Schoße Mariens; mehr ist, was im Geiste lebt, als was im Schoße getragen wird.«3

Damit erhalten wir für den Marienmonat Ziel und Richtung für unsere Marienverehrung. Die rasche Antwort des Herrn kommt unerwartet, aber ihr Inhalt ist nicht überraschend. Denn »eine Empfängnis im Leibe ohne die im Geist wäre nicht nur sinnlos, sondern furchtbar gewesen, und es kann nicht sein, daß die Erlösung der Menschheit die Erstbeteiligte zerstöre. Mutter dieses mit keinem anderen vergleichbaren Sohnes konnte sie nur werden, wenn sie es auch im personalen Sinne wurde«4. So klingt es aus den Worten Elisabets: Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.5 Marias Antwort auf die Worte Elisabets nimmt gewissermaßen den Ruf der unbekannten Frau vorweg: von nun an preisen mich selig alle Geschlechter6. »Schon seit ältester Zeit wird die selige Jungfrau unter dem Titel der >Gottesgebärerin< verehrt, unter deren Schutz die Gläubigen in allen Gefahren und Nöten bittend Zuflucht nehmen.«7

Dichter und Beter, Könige und Bettler, Männer und Frauen, Erwachsene und Kinder werden in das Lob jener unbekannten Frau einstimmen, und das bis zum Ende der Welt: »In der Person Mariens und ihrer Erscheinung haben Maler, Bildhauer und Schreiber den Widerschein von Gnade und Sündelosigkeit nachzuformen gesucht. Denn es gibt Unschuld, wie es Schuld gibt. Und es existiert das Verlangen, der Unschuld zu huldigen. Vielleicht versteht sie der am besten, der sich selbst in der Verstrickung seiner Schwäche begriffen hat und der mit seinen Fehlern im Streit liegt. Unschuld, das heißt doch wohl: im Kern seiner Person nicht kompromittiert oder durch etwas unversehrt hindurchgegangen sein; etwas behalten haben, was selbst kein Schrecken und kein Altern zerstören konnten - etwas Strahlendes, Unantastbares, Heiliges. Dies ist den Kindern benachbart: ihrer Ursprünglichkeit, ihrer Freiheit zur Freude, ihrer Unfähigkeit, sich lange zu grämen. Diese Bilder Mariens also, was für Ausrufezeichen der Freude, was für Urkunden der Zärtlichkeit Gottes mit dem Menschen, was für Testamente der Unschuld!«8

II. Die Volksfrömmigkeit hat es zu jeder Zeit verstanden, den Glaubensweg Mariens als sicheren Pfad zu Gott zu veranschaulichen: in Bildern, Gebeten, Liedern, Andachten, Wallfahrten. Im 18. Jahrhundert entstand die Gewohnheit, den Monat Mai als Marienmonat zu begehen. Kardinal Newman fragt nach dem Grund: »Warum ist der Mai in ganz besonderer Weise der Verehrung der allerseligsten Jungfrau gewidmet? Weil nach langem Schnee und Eis, nach Frost und Kälte des Winters, nach den Frühlingsstürmen und Regenschauern die Erde im Monat Mai sich mit neuem Grün und frischem Blätterschmuck bekränzt. Weil überall in Feld und Garten, auf Bäumen und an Fenstern die Blumen erstehen, die Tage länger werden und den Sonnenschein uns immer weiter öffnen. Dieser stumme Jubel der Natur ist der natürlichste Ausdruck unserer Verehrung gegen jene, die da genannt wird: >Rosa mystica<, >Domus aurea< - Mystische Rose, Goldenes Haus. Und sollte der Mai auch einmal düster und herbe sein, so bleibt er dennoch der Monat der Hoffnungen und der Verheißungen (...). Und die Verheißung ist, wie nun einmal das Leben sich gestaltet, immer mehr als die Erfüllung und unser Erwarten immer beseligender denn das Erreichen. Als die Fülle der Erwartung müssen wir aber gerade die allerseligste Jungfrau Maria betrachten; darum ist der Monat Mai ihr geweiht.«9

Das Zweite Vatikanische Konzil ermuntert die Christen, »die Gebräuche und Übungen der Andacht zu ihr (der Mutter Gottes), die im Laufe der Jahrhunderte vom Lehramt empfohlen wurden, hochzuschätzen«10. Der Monat Mai bietet Anlaß dazu. »Alle Christgläubigen mögen inständig zur Mutter Gottes und Mutter der Menschen flehen, daß sie, die den Anfängen der Kirche mit ihren Gebeten zur Seite stand, auch jetzt, im Himmel über alle Seligen und Engel erhöht, in Gemeinschaft mit allen Heiligen bei ihrem Sohn Fürbitte einlege.«11

Fragen wir uns in unserem Gebet, was uns die Mutter Gottes, ganz besonders in diesem Monat, bedeutet, was wir uns, sie zu verehren, vorgenommen haben, wie wir es zu verwirklichen suchen. »Spontan und wie selbstverständlich fühlen wir uns zur Mutter Gottes hingezogen, die auch unsere Mutter ist. Wir möchten ihr wie einem lebendigem Menschen begegnen: denn über sie hat der Tod nicht triumphiert, sie ist vielmehr mit Leib und Seele bei Gott dem Vater, bei seinem Sohn und beim Heiligen Geist.(...) Wie begegnen denn normalerweise Kinder ihrer Mutter? Sehr verschieden, aber immer mit Feingefühl und Vertrauen; mit einem Feingefühl, daß sich spontan, je nach der Situation immer anders äußert, niemals aber an Äußerlichkeiten haften bleibt: herzliche Erweise der Zusammengehörigkeit, alltägliche Kleinigkeiten, zu denen sich ein Kind seiner Mutter gegenüber gedrängt fühlt, und die eine Mutter vermißt, wenn es das eine oder andere Mal nicht daran denkt: ein Kuß, eine Zärtlichkeit beim Fortgehen oder Heimkommen, ein kleines Geschenk, ein paar liebevolle Worte.

Auch in unserem Verhalten zur Mutter im Himmel gibt es diese Weisen kindlicher Zuneigung, in denen wir ihr gewöhnlich begegnen. Viele Christen leben den alten Brauch, ein Skapulier zu tragen; manche haben es sich zur Gewohnheit gemacht, die Muttergottesbilder, die man in jedem christlichen Haus oder in den Straßen so vieler Städte antrifft, zu grüßen - Worte sind dazu nicht notwendig, es genügt ein kurzer Gedanke; andere beten den Rosenkranz, dieses schöne Gebet, bei dem man nicht müde wird, dieselben Dinge wie Verliebte immer aufs neue zu wiederholen und dabei die wichtigsten Augenblicke im Leben des Herrn zu betrachten; oder andere widmen einen bestimmten Tag der Woche Maria - (... ) den Samstag -, um sich ihr erkenntlich zu zeigen und ganz besonders darüber nachzudenken, daß sie die Mutter Gottes und unsere Mutter ist.«12

III. Maria machte sich auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.13 Maria reagiert auf die Botschaft des Engels menschlich-spontan. Sie freut sich und will ihre Freude nicht für sich behalten. Drei oder vier Tage mag sie von Nazaret bis zu jenem Flecken in der Nähe Jerusalems unterwegs gewesen sein. Die Landschaft: Berge und Täler, Olivenhaine und Weinberge, interessiert den Evangelisten nicht, er wird sicherlich einmal von Maria selbst den Reisebericht gehört haben; er widmet sich ganz dem inneren Panorama und hebt deshalb hervor: sie eilte. Immer wieder mag ihr Herz, mögen ihre Gedanken unterwegs zu den Worten des Engels zurückgekehrt sein.

Es ist sozusagen die erste christliche Wallfahrt der Geschichte, eine Wallfahrt zu zweit. Noch ist der Mariengruß, wie er sich durch die Geschichte christlicher Frömmigkeit zieht, unvollendet. Der Engel hat den ersten Teil gesprochen, Elisabet fügt ihm ein weiteres Glied an: Gesegnet bist du vor allen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.14 Das Kernstück des Rosenkranzgebetes entsteht.

Im Wallfahren verbindet sich das spontane Empfinden mit der theologischen Sicht des Lebens als ein Unterwegssein. Es gibt die Wallfahrten zu den großen Stätten des Heiles, nach Jerusalem und ins heilige Land, an die Grabstätten der Apostel, nach Rom oder Santiago de Compostela, zu durch Marienerscheinungen geheiligten Orten wie Lourdes und Fatima, schließlich zu »Gnadenbildern« wo Menschen Gottes Gnade in besonderer Weise erfahren haben. Papst Johannes Paul II. sagt dazu: »Man könnte von einer eigenen >Geographie< des Glaubens und der marianischen Frömmigkeit sprechen, die alle diese Orte einer besonderen Pilgerschaft des Gottesvolkes umfaßt, das die Begegnung mit der Muttergottes sucht, um im Bereich der mütterlichen Gegenwart >derjenigen, die geglaubt hat<, den eigenen Glauben bestärkt zu finden.«15

Doch auch das betende Verweilen in einer Marienkapelle, auf die man bei einem Waldspaziergang unverhofft gestoßen ist, hat etwas von diesem Geist des Wallfahrens.

Immer wieder unternehmen Menschen Wallfahrten im Geist der Sühne und Buße; sie verzichten dabei auf Annehmlichkeiten wie Fahren, Essen oder Trinken. Und wie natürlich-apostolisch kann das Wallfahren sein, wenn wir jemanden dazu einladen, der auf diese Weise entdeckt, wie selbstverständlich Beten und ein Sich-Aussprechen unter Freunden sein kann.

Papst Johannes Paul II. ermuntert uns, den Reichtum volkstümlicher Marienfrömmigkeit fruchtbar werden zu lassen - für den einzelnen wie für ganze Völker: »Das Erbe marianischen Glaubens so vieler Generationen darf nicht zu einer bloßen Erinnerung an etwas Vergangenes, sondern muß zu einem Ausgangspunkt auf Gott hin werden. Die dargebrachten Gebete und Opfer, der lebendige Pulsschlag eines Volkes, das vor Maria seine weltlichen Freuden, Betrübnisse und Hoffnungen ausspricht, sind neue Bausteine für die heilige Dimension des Marienglaubens. Denn in dieser religiösen Kontinuität bringt die Tugend neue Tugend hervor. Die Gnade zieht Gnade an. Und die jahrhundertealte Anwesenheit Mariens verwurzelt sich im Laufe der Jahrhunderte immer tiefer und inspiriert und ermutigt die nachfolgenden Generationen. So festigt sich der schwierige Aufstieg eines Volkes nach oben.«16

1 Lk 11,27. - 2 R.Guardini, Der Herr, Würzburg 1951, S.8. - 3 Augustinus, Predigt. - 4 R.Guardini, Die Mutter des Herrn, Würzburg 1955, S.27. - 5 Lk 1,45. - 6 Lk 1,48. - 7 II.Vat.Konz., Konst. Lumen gentium, 66. - 8 E.Kock, Du Grund unserer Freude, Limburg 1979, S.6. - 9 John Henry Newman, Maimonat, Mainz 1921. - 10 II.Vat.Konz., Konst. Lumen gentium, 67. - 11 ebd. 69. - 12 J.Escrivá, Christus begegnen, 142. - 13 Lk 1,39-40. - 14 Lk 1,42. - 15 Johannes Paul II., Enz. Redemptoris Mater, 25.3.1987, 28. - 16 Johannes Paul II., Predigt in Saragossa, 6.11.1982.

von esther10 07.05.2013 00:53

Von der notwendigen Wiederentdeckung der Keuschheit – Ein Ausweg aus sozialer und kultureller Dekadenz

von Josef Spindelböck1

Das Generalthema des diesjährigen „Forums Moraltheologie Mitteleuropa“ befaßt sich mit der Sexualisierung der Medien und ihren Folgen und mit der Suche nach positiven Antworten auf diese Situation aus psychologischer, soziologischer und philosophisch-theologischer Perspektive.

http://www.katholisches.info/category/nachrichten/

Jeder von uns hat seinen besonderen, ja individuellen Zugang zur Wirklichkeit2 ; wir sind geprägt durch unsere Familien- und Lebensgeschichte und durch jeweils konkrete Herausforderungen in Beruf und Gesellschaft. Und doch sind wir alle auch eingebettet in gemeinsame kulturelle und soziale Lebensfelder – in Milieus und Traditionen –, die unser Denken und Handeln in ähnlicher Weise mitbedingen und auch beeinflussen und die wiederum auch von unserer Freiheit in sittlicher Verantwortung gegenüber uns selbst, gegenüber den Mitmenschen und vor allem gegenüber Gott gestaltet werden sollen. Kurz gesagt: Das soziale Milieu prägt uns, doch wir sind auch selbst wieder für dessen Ausformung mitverantwortlich. Dies gilt im Positiven wie im Negativen: in Bezug auf das sittlich Gute, das zu bejahen und zu verwirklichen ist, und in Bezug auf das sittlich Böse, das wir innerlich ablehnen und in allem auch effektiv meiden sollen.

Interaktivität der Medien und sittliche Verantwortung

Wenn von der Sexualisierung der Medien die Rede ist, sollte uns klar sein, daß die Mittel der sozialen Kommunikation in ihren verschiedenen Formen nicht gleichsam hypostasiert für sich allein bestehen, sondern daß es um einen Ausdruck des Denkens und Wollens konkreter Menschen bzw. sozialer Gruppen geht und natürlich auch immer um das Bestreben jener Akteure, das Denken, Wollen und Handeln der Adressaten in der einen oder anderen Weise – positiv oder negativ – zu beeinflussen. Die klassische Aufteilung der medialen Bezugsgruppen in Akteure (oft Medienproduzenten genannt) und Rezipienten (die als Medienkonsumenten gelten) stellt gewiß eine Verkürzung dar. Medien sind ihrem Wesen und Anspruch nach keine Einbahnstraße, sondern Foren des Austauschs und der Kommunikation, also der jeweiligen Wechselwirkung (Interaktion).

Die elektronischen Medien verwirklichen diesen grundlegenden Zusammenhang noch konkreter, wie dies am Beispiel des Internets und damit verbundener neuer kommunikativer Formen und damit verbundener Möglichkeiten des Ausdrucks und Austauschs ersichtlich ist (Webpages, Foren, Blogs, Facebook, Twitter, Youtube etc.). Der ethische Standard des Gebrauchs der einzelnen Medien läßt sich danach bemessen, inwieweit die Personen in ihrer unveräußerlichen Würde geachtet werden und inwieweit es in der Form der Kommunikation um ein Anerkennen und Erstnehmen des personalen Gegenübers in Einsicht und Freiheit geht. Wo diese Wesensmerkmale des verantwortlich gelebten Menschseins gleichsam übersprungen werden, droht die Gefahr der Manipulation. Diese zielt eben gerade nicht darauf ab, andere zu überzeugen und in ihrer unvertretbaren Freiheit zum guten Handeln zu motivieren, sondern möchte andere Menschen wie „blinde Werkzeuge“ für bestimmte Zwecke instrumentalisieren. Dabei bleiben die wirklichen Absichten der Akteure oft im Dunkeln, und die eigentliche Triebkraft des Handelns wird nicht in der Freiheit der Entscheidung gesehen, sondern in den zu weckenden und zu lenkenden Impulsen und Trieben einer auf das Biologische verkürzten menschlichen Natur.

Wenn von einer weit verbreiteten „Sexualisierung der Medien“ zu sprechen ist, dann ist dieses Phänomen gerade hier einzuordnen, wo es um die Problemanzeige eines auf das Biologische verkürzten Menschenbilds und um die Klärung der Differenz zwischen Manipulation und Freiheit geht. Wir stehen vor der Alternative zwischen Wahrheit und Illusion, zwischen einer Freiheit, die sich an das Gute bindet, und grenzenloser Willkür, die den Menschen als Menschen verrät und sein Leben zerstört. Die ethische Frage ist daher nicht, ob die Sexualität des Menschen ein Thema der Medien sein darf, sondern wie diese zum Thema gemacht wird: ob in Ehrfurcht vor der Würde der Person und der spezifischen Aufgabe und Berufung von Ehe und Familie oder in Verkehrung ihres Wesens als angeblich durch keine Grenzen bestimmte Freiheit der Triebbefriedigung, die in Wirklichkeit nicht Freiheit ist, sondern paulinisch gesprochen mit der Sklaverei und Verfallenheit an das „Fleisch“ zusammen fällt.3

Weil wir auf diesem Symposion nicht nur Istzustände analysieren wollen, sondern nach Auswegen suchen, um eine gerade im Bereich der Sexualisierung der Medien zutage tretende soziale und kulturelle Dekadenz zu überwinden, gilt es nach den eigentlichen Ursache bestimmter Entwicklungen zu fragen und die Kräfte der sittlichen Verantwortung im Rahmen der menschlichen Freiheit, die von der Gnade Gottes getragen und unterstützt wird, neu zu wecken. Als hilfreich kann sich fürs erste ein Blick auf soziologisch erhobene und empirisch verifizierte Zusammenhänge zwischen der rechtlichen und sittlichen Regulierung der sexuellen Betätigung und dem jeweiligen kulturellen Standard eines Volkes bzw. einer Gesellschaft erweisen.

Die soziologische Analyse von Joseph D. Unwin – Ein Zusammenhang zwischen sexueller Regulierung und kulturellem Standard

Die aufgrund empirischer Untersuchungen gewonnene und durch „harte Fakten“ bestätigte soziologische Grundthese des Anthropologen Joseph D. Unwin (1895-1936) lautet, in Kürze auf den Punkt gebracht: Je permissiver Völker und Gesellschaften im Hinblick auf das sexuelle Leben sind, desto niedriger ist der jeweilige kulturelle Standard.4 Und umgekehrt: Je mehr sich in einer Gesellschaft in Theorie und Praxis die Achtung und Wertschätzung der unauflöslichen Einehe (Monogamie) und der auf sie gegründeten Familie durchsetzt und die sexuellen Energien dadurch in positiver Weise gebunden werden, desto höher ist das geistig-kulturelle Gesamtniveau einer solchen Gesellschaft. 5 Unwin ist zu seiner Untersuchung durch die Theorie der sexuellen Sublimierung Sigmund Freuds angeregt worden, wonach der Treib „von einem ursprünglichen Ziel – z.B. sexueller Natur – auf ein anderes, kulturell höheres, hingelenkt wird.“6

Sieben Jahre lang erforschte Unwin achtzig verschiedene Naturvölker und sechs verschiedene Kulturvölker im Hinblick auf den vermuteten Zusammenhang zwischen einem Verbot direkter Befriedigung der sexuellen Antriebe und einer damit korrelierenden gesellschaftlichen Förderung von Kultur und Zivilisation. Er sah sich schließlich veranlaßt, seine eigene Lebensphilosophie aufgrund der Ergebnisse seiner Untersuchungen in Frage zu stellen.7

Als ausnahmslos gültiges Ergebnis fand Unwin z.B., daß jene Naturvölker, die eine vollkommene voreheliche Enthaltsamkeit für die Frau (d.h. den Zustand der unversehrten physischen Jungfräulichkeit) vor der Ehe verlangten, in religiöser Hinsicht einem Gottes- bzw. Götterglauben anhingen. Wo nur eine eingeschränkte sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe verlangt wurde (im Sinn der sexuellen Treue zu einem bestimmten Mann), wurde eine manistische religiöse Verehrung (Ahnenkult) festgestellt. Wo schließlich die völlige sexuelle Freizügigkeit vor der Ehe zugelassen war, gab es nur die kulturelle Stufe einer magischen Religiosität.8

Unwin kam weiters zum Ergebnis: Je stärker bei einem Volk die sexuelle Begrenzung in Richtung auf absolute Monogamie innerhalb der Ehe war, desto vorherrschender war ein expansiver Drang des betreffenden Volkes, was nicht notwendigerweise mit Aggressivität gegen andere Völker gleichzusetzen sei.9 Aggressivität ist also keine Folge von sexueller Einschränkung; in der Regel ist der Zusammenhang nach Unwin gerade umgekehrt.

In einem noch weiter fortgeschrittenen Zustand werde die Gesellschaft eines Volks rationalistisch: Das Individuum trete mehr und mehr in den Vordergrund, während frühere Gesellschaften stärker auf die Zugehörigkeit des einzelnen zu sozialen Gruppen aufgebaut waren. 10 Das letzte wäre nach Unwin der wissenschaftlich-produktive Zustand, der dann erreicht werde, wenn ein Volk genügend Energie besitze.11

Der Energiezustand eines Volkes korreliere mit der jeweiligen Intensität verpflichtender sexueller Enthaltsamkeit, die sich ein Volk auferlege, was sich jeweils einige Generationen später im kulturellen Bereich positiv oder negativ auswirke.12 Tradition und Erziehung haben nämlich einen Einfluß auf die jeweils nächste Generation. 13 Den großen Einfluß der auf die Frauen bezogenen normativen Aspekte der Sexualität erklärt Unwin durch die primäre Erziehungsfunktion der Frauen für ihre Kinder, wodurch sie für das Ethos der Gesellschaft besonders prägend seien.14

Den rechtlich-sittlichen Status absoluter Monogamie sieht Unwin in historischer Analyse verknüpft mit einer Dominanz des Mannes über die Frau; erst allmählich sei es in den jeweiligen Gesellschaften zu einer schrittweisen Gleichberechtigung der Frauen gekommen, was allerdings meist mit einer Lockerung der Festigung des Ehebundes einhergegangen sei und in manchen Fällen auch mit einer größeren Freizügigkeit im Hinblick auf voreheliche Enthaltsamkeit verbunden war. In jenen Fällen habe die „Energie der Gesellschaft“ abgenommen, was sich in kulturellem Niedergang ausgewirkt habe.15

Bewertung und Rezeption der Untersuchungen Unwins

Die Grundthese Unwins, wonach es einen eindeutig feststellbaren empirischen Zusammenhang zwischen vorehelicher sexueller Enthaltsamkeit und strikter Monogamie auf der einen und dem höheren kulturellen Status einer Gesellschaft auf der anderen Seite gibt, ist bis jetzt nicht widerlegt. Im Hinblick auf die Zuordnung zu bestimmten Völkern und Gesellschaften ergeben sich freilich Unschärfen, was Unwin auch selber zugibt.

Von einem ethischen und moraltheologischen Standpunkt aus könnte man in Anschluß an Unwin und in Weiterführung seiner Ergebnisse auch den positiven Wert einer sakralen bzw. religiösen Sicht von Ehe, Familie und Sexualität würdigen und feststellen, daß der Glaube an Gott und die damit verbundene religiös-sittliche Praxis zur Stärkung von Ehe und Familie und zur Sublimierung und Integration der sexuellen Urkräfte im sittlichen und kulturellen Bereich wesentlich beitragen.

Etwas konstruiert klingt eine Folgerung Unwins, wonach eine Gesellschaft, die den Ausschluß vorehelicher sexueller Beziehungen sowie die absolute Monogamie in der Ehe verlangt, bei einem relativen Rückfall im ersten Bereich unter Beibehaltung der zweiten Errungenschaft kultisch gesehen den Gottesglauben mit manistischen Elementen vermenge. Damit erklärt er das angeblich erstmalige Auftreten der Heiligenverehrung innerhalb der römisch-katholischen Kirche seit dem 4. Jh. und deren Abschaffung im England des 16. Jh.16

Unschwer wird man in der Analyse der gegenwärtigen Gesellschaft so manches von dem verwirklicht finden können, was Unwin als These aufgestellt hat. Freilich ist gerade die pluralistische Gesellschaft keineswegs nur von einem einzigen Faktor oder einer einzigen Tendenz bestimmt, so daß man einfach sagen könnte, es wäre gegenwärtig nur ein sittlicher Verfall im Hinblick auf Ehe und Familie feststellbar. In „Familiaris consortio“ hat Johannes Paul II. ein differenziertes Bild gezeichnet: es gibt sowohl „Licht“ als auch „Schatten“.17 Dem entsprechen aktuelle soziologische Untersuchungen, wonach bei allem Scheitern und allen Schwierigkeiten von Ehen und Familien auch heute bei vielen Menschen eine tiefe Sehnsucht nach Stabilität einer heterosexuellen Partnerbeziehung in Offenheit für Kinder vorhanden ist, auch wenn dies aus verschiedenen Gründen oft nur unvollkommen oder gar nicht verwirklicht wird. Das „klassische“ Leitbild der Ehe und Familie, das die Kirche sowohl aus der Schöpfungs- als auch aus der Erlösungsordnung begründet, scheint also keineswegs überholt. 18 Seine Substanz ist, wie der Soziologe Franz-Xaver Kaufmann anmerkt, „auch unter liberalen und säkularisierten Bedingungen weitgehend intakt“, wobei er die Werte „Liebe, Treue, wechselseitige Unterstützung, Dauerhaftigkeit ‚bis der Tod Euch scheidet‘“ anführt. 19 Eine Erklärung für diese optimistische Sichtweise trotz aller Defizite läßt sich in der allen Menschen gemeinsamen Wesensnatur und den in sie eingeschriebenen sittlichen Gesetzen auch des ehelichen Zusammenlebens von Mann und Frau finden.20

Die von Unwin in seiner Hauptthese aufgezeigten Zusammenhänge sind zwar in einschlägigen Kreisen bekannt und anerkannt; im öffentlichen gesellschaftlichen Diskurs hindert es gegenwärtig eine so genannte „political correctness“ im Rahmen der Gender- und Homosexualitäts-Ideologie, daß die Ergebnisse Unwins zum Gegenstand weiterer Analysen und Schlußfolgerungen gemacht werden. Die Mentalität des Scientismus, die trotz einer verstärkten Zuwendung zur Natur in ihrem Eigenwert und ihrer Schutzbedürftigkeit noch weiterwirkt, zeigt sich in der vagen und letztlich illusorischen Hoffnung, Wissenschaft und Technik könnten den moralischen Verfall gerade im Bereich der sexuellen Ordnung gleichsam kompensieren. Man meint so im letzten, Moral durch Technik ersetzen zu können. Der Mensch wäre auf diese Weise gleichsam frei geworden von seiner eigenen zweigeschlechtlichen Natur, die nur mehr ein willkürlich zu instrumentalisierendes „biologisches Material“ darstellt. So würde die These Unwins unter den Bedingungen der Industrie- und Informationsgesellschaft angeblich nicht mehr gelten. So jedenfalls die von manchen als Vorwand und Rechtfertigung für das Aufrechterhalten eines sexuell permissiven Lebensstils vorgebrachte Auffassung, die kaum mehr als eine unbewiesene Vermutung darstellt.

Was die Analysen Unwins nicht leisten können und wollen, ist die Ausarbeitung einer philosophischen Anthropologie. Diese aber scheint unerläßlich, um den Stellenwert rechtlicher und sittlicher Verpflichtungen in angemessener Weise begründen und interpretieren zu können. Eine solche Anthropologie im Hinblick auf die personale Gemeinschaft der Ehe und Familie und die damit verbundenen sittlichen Normen betreffend die sexuelle Dimension hat der verstorbene Papst Johannes Paul II. entwickelt, und zwar noch bevor er Papst wurde, nämlich als Anthropologe und Ethiker. Eine umfassende Präsentation seiner Gedanken findet sich im Werk „Liebe und Verantwortung“21 , auf das im folgenden auch Bezug genommen werden soll, wenn die Rede ist von der notwendigen Wiederentdeckung der Keuschheit als Antwort auf die Dekadenz unserer Zeit, die gerade durch die Sexualisierung der Medien sichtbar geworden ist.

Die notwendige Wiederentdeckung der Keuschheit

Die richtige Antwort gegenüber der Herausforderung der „Sexualisierung der Medien“ als bloß instrumentelle Sicht des Menschen und seines Leibes und als einseitige Fixierung auf Sexualität als sinnliche Bedürfnisbefriedigung kann nur eine sittliche und im letzter Konsequenz eine in der Gottesbeziehung gründende sein. Bloß technische „Rezepte“, und seien sie noch so ausgefeilt und gut gemeint, nützen nichts , wenn wir nicht dort ansetzen, wo unser Herr Jesus Christus die Wurzel sowohl des Guten als auch des Bösen verortet: im menschlichen Herz!22

Nicht umsonst spricht Jesus in den Seligpreisungen der Bergpredigt von der „Reinheit des Herzens“, die mit der Verheißung der Gottesschau verbunden ist. 23 Sicher ist damit nicht nur die rechte Ordnung des sexuellen Bereichs gemeint, sondern es geht um die Integrität des Menschen als solchen, um sein Heilsein und Heilwerden in der Wahrheit und in der Liebe vor Gott, doch ist gerade die sexuelle Prägung des Menschseins ein konstitutives Element seiner Person, und die rechte Sicht dieser Wirklichkeit und der Umgang mit der Sexualität als triebhafter Urkraft des Menschen ist wesentlich für alles übrige: für das geistig-kulturelle Leben gemäß der Analyse Joseph D. Unwins und insbesondere für die Gottesbeziehung des Menschen. Wer seinen eigenen Leib, der ein Tempel des Heiligen Geistes sein soll24 , entwürdigt und schändet und wer den Mitmenschen in seinem Leib instrumentalisiert (in Gedanken, Worten und Werken), der trübt auch das Bild Gottes im Menschen und verbaut sich und anderen den Zugang zu Gott, der die Liebe und das Leben ist und den man nur schauen kann mit einem reinen Herzen.

Der Sache nach geht es hier um nichts anderes als um die notwendige Wiederentdeckung der Keuschheit als sittlicher Tugend in der Einheit der Gottes- und Nächstenliebe. Eine Tugend zu besitzen und zu verwirklichen bedeutet viel mehr als bloß bürgerliche Anständigkeit oder Bravheit. Es geht gemäß klassischem aristotelisch-thomanischen Verständnis um „das ultimum potentiae, das Äußerste dessen, was ein Mensch sein kann; sie ist die Erfüllung des menschlichen Seinskönnens.“ Es geht um „die Vollendung des Menschen zu einem Tun, durch das er seine Glückseligkeit verwirklicht.“25

Der Begriff der Keuschheit ist im gesellschaftlichen Kontext fast zum Fremdwort geworden, und auch innerkirchlich gilt man als Exot, wenn man von ihr spricht. Der „Katechismus der Katholischen Kirche“ tut dies dennoch und stellt heraus, was wirklich damit gemeint ist:

„Keuschheit bedeutet die geglückte Integration der Geschlechtlichkeit in die Person und folglich die innere Einheit des Menschen in seinem leiblichen und geistigen Sein. Die Geschlechtlichkeit, in der sich zeigt, dass der Mensch auch der körperlichen und biologischen Welt angehört, wird persönlich und wahrhaft menschlich, wenn sie in die Beziehung von Person zu Person, in die vollständige und zeitliche unbegrenzte wechselseitige Hingabe von Mann und Frau eingegliedert ist.“26

Diese Kurzbeschreibung zeigt auf, daß es bei der Tugend der Keuschheit um keine Unterdrückung und Verleugnung der geschlechtlichen Dimension des Menschseins geht. Im Gegenteil! Ein keuscher Mensch bejaht voll und ganz die eigene sexuelle Prägung und Ausrichtung: Die jeweilige Person nimmt ihr Frau-Sein bzw. Mann-Sein wirklich an und sieht es als Reichtum ihrer Person und als Prägung und Qualifikation, die nicht nur den Leib betrifft, sondern das ganze leibseelische Wesen. Der Sinn so verstandener Keuschheit liegt nicht in der Selbstgenügsamkeit der Person, nicht in einem Sichverschließen gegenüber dem Mitmenschen, vielleicht aus Egoismus oder auch aus falscher „bewahrender“ Ängstlichkeit, sondern in einer Offenheit und Hingabe der Liebe, wie sie in der ehelichen Berufung ihren einzigartigen Ausdruck findet.

Es geht bei der Tugend der Keuschheit sowohl um die Wahrung der „Unversehrtheit der Person“ als auch um die „Ganzheit der Hingabe“, wie der Katechismus ausführt.27 Wesentlich ist es, die Keuschheit als standesgemäße Tugend zu erkennen, d.h. es gibt nach dem heiligen Ambrosius einen Unterschied zwischen der Keuschheit der Verheirateten, der Verwitweten und der Jungfräulichen.28 Dabei gilt:

„Verheiratete sind berufen, in ehelicher Keuschheit zu leben; die anderen leben keusch, wenn sie enthaltsam sind.“29

Die eheliche Keuschheit entspricht voll und ganz dem Wesen ehelicher Liebe als personale Ganzhingabe und Vereinigung der Partner mit Leib und Seele. Die Einheit der Herzen zeigt sich auch im Ein-Fleisch-Werden, d.h. in der sexuellen Vereinigung der Gatten. Diese ist stets auf humane Weise und als Ausdruck personaler Liebe zu vollziehen. 30 Niemals ist es in der Ehe gestattet, den Ehepartner als Instrument der sexuellen Befriedigung zu mißbrauchen. Der innere Zusammenhang der Sinndimensionen der ehelich-sexuellen Vereinigung, nämlich Ausdruck personaler Liebe in Offenheit für das Leben zu sein, darf nicht aufgelöst werden.31

Die Keuschheit der Unverheirateten zeigt sich nicht nur in der wirklichen Enthaltsamkeit von allen sexuellen Akten, sei es mit anderen oder auch allein. Es muß auch die rechte innere Haltung gegenüber dem Geschlechtlichen gegeben sein. Entweder ist die Person von ihrer Fähigkeit und Berufung her offen für eine mögliche Ehe und bereitet sich in entsprechender Weise vor, auch durch eine innere Kultur ihrer Affektivität und durch äußere Weisen der Kommunikation, um den geeigneten Partner fürs Leben zu finden.32 Oder aber eine Person hat erkannt, daß sie entweder nicht (mehr) heiraten kann oder daß im Unverheiratet-Sein sogar ihre eigentliche Berufung liegt, um auf diese Weise einen besonderen Dienst auszuüben und/oder in ausdrücklicher Weise ganz Gott anzugehören. Auch hier darf und soll die sexuelle Prägung und Ausrichtung nicht verleugnet werden. Es ist wichtig, daß auch ehelose und zölibatär-jungfräuliche Menschen eine natürliche und übernatürliche Kultur männlicher bzw. fraulicher Affektivität entwickeln und pflegen, die sie auch befähigt, in sittlich geordneter Freundschaft und Liebe mit anderen Menschen verbunden zu sein. Zugleich muß in kluger Weise dafür Sorge getragen werden, daß allfällige Gefahren für die Wahrung der Keuschheit ausgeschlossen werden und Ärgernisse vermieden werden.

Bei der Einübung in die Tugend der Keuschheit geht es um das schrittweise Erlernen der Selbstbeherrschung und des rechten Maßes im Umgang und Einsatz der uns von Gott geschenkten Kräfte. 33 Dies alles muß im Kontext personaler Liebe geschehen, worin sich die volle Bedeutung der Tugend der Keuschheit zeigt.34 Von daher wird klar, daß die christliche Tradition stets daran festgehalten hat, daß die Keuschheit bei allem menschlichen Bemühen um sie letztlich eine Gabe Gottes ist, d.h. eine Gnade, die auch erbetet werden muß.35

Karol Wojtyła hat in seinen Analysen herausgestellt, daß es bei der Keuschheit um einen zugleich unbefangenen und ehrfurchtsvoll-liebenden Zugang zum eigenen Leib als auch zur leibseelischen Wirklichkeit des Mitmenschen geht.36 Während wir an uns selber den Leib von unserem Innenleben klar unterscheiden können, begegnet uns der Mitmensch gerade auch in seiner Innerlichkeit immer nur vermittelt durch den Leib. Von daher verbietet sich jede Versachlichung und Instrumentalisierung des Leibes gerade der anderen Person. Wir können den Respekt und die Ehrfurcht, die wir dem Leib des Mitmenschen entgegenbringen, nicht vom Respekt gegenüber dieser oder jener konkreten Person trennen.37

Die besondere Perspektive der Medien

In der medialen Präsentation wird nun zwar eine gewisse Distanz gegenüber dem durch Leiblichkeit vermittelten und unmittelbar gegenwärtigen Menschsein aufgebaut, und oft besteht auch eine Anonymität und „Künstlichkeit“ der Perspektive. Doch darf dies nicht zur irrigen Auffassung führen, es gäbe in den Medien überhaupt keinen Bezug zur Wirklichkeit als solcher bzw. zu wirklichen Menschen. Auch wo diese als Schauspieler auftreten oder in eine andere Rolle schlüpfen, können sie doch von ihrer eigenen Persönlichkeit nicht ganz abstrahieren, und insofern kann und darf es nicht gleichgültig sein, welches Verhalten jemand an den Tag legt bzw. welche Rollenerwartung der sog. Rezipient der Medien an die Darsteller hat. Es gibt per se entwürdigende Verhaltensweisen, die durch keine noch so gute Absicht oder Umstände zu rechtfertigen sind.38 Nicht alles darf man daher in den Medien „zeigen“. Wo es um eine Darstellung des Bösen geht (im Kontext einer wirklich sittlichen Bewertung und nicht als Selbstzweck, d.h. nicht zur Verherrlichung des Bösen) muß auch diese eher mit manchen Andeutungen arbeiten als daß sie das Böse einfach „reproduzieren“ darf, um es so möglichst „realistisch“ darzustellen. Denn eine Quasi-Reproduktion des Bösen würde dessen Immoralität gleichsam medial wiederholen bzw. sogar intentional vervielfachen. Ein derart mißverstandener „Realismus“, der beispielsweise eine Vergewaltigung in pornografisch-obszöner Weise zur Darstellung bringt, verleitet eher zu einer partiellen und instrumentellen Sicht der Personen als daß diese Darstellungsform geeignet wäre, das furchtbare Unrecht gegenüber einem Opfer sexueller Gewalt aufzuzeigen.39 Und so weiter.

Insbesondere die Pornografie (von Medienverantwortlichen mitunter verharmlosend als „Vollerotik“ oder „adult entertainment“ bezeichnet) stellt ein massives gesellschaftliches und sittliches Problem dar und verlangt die Wahrnehmung medialer Verantwortung.40

„Pornografie besteht darin, tatsächliche oder vorgetäuschte geschlechtliche Akte vorsätzlich aus der Intimität der Partner herauszunehmen, um sie Dritten vorzuzeigen. Sie verletzt die Keuschheit, weil sie den ehelichen Akt, die intime Hingabe eines Gatten an den anderen, entstellt. Sie verletzt die Würde aller Beteiligten (Schauspieler, Händler, Publikum) schwer; diese werden nämlich zum Gegenstand eines primitiven Vergnügens und zur Quelle eines unerlaubten Profits. Pornografie versetzt alle Beteiligten in eine Scheinwelt. Sie ist eine schwere Verfehlung. Die Staatsgewalt hat die Herstellung und Verbreitung pornografischer Materialien zu verhindern.“41

Der eheliche Akt ist etwas, das den Gatten zu eigen ist. Sie brauchen den notwendigen Raum des Schutzes dafür, um ihn so vollziehen zu können, daß er wirklich ein Ausdruck ihrer Ganzhingabe und Liebe ist. Von seinem Wesen her widersetzt sich gerade dieser Akt der Außenbeobachtung, wie Karol Wojtyła aufgezeigt hat.42
Der voyeuristische Außenbeobachter eines sexuellen Aktes nimmt ja gerade nicht die innere Dimension der Liebe wahr und kann dies auch gar nicht. Insofern dieser heiligste Akt der Gatten dann gleichsam auf sein biologisches Erscheinungsbild reduziert wird, wird er zugleich radikal entwertet und gerät in den Verdacht, nichts anderes zu sein als ein Akt der Unzucht oder gar der Prostitution, wo es nur um die geschlechtliche Befriedigung als solche geht und die jeweiligen Personen bloß Mittel zum Zweck sind. In der Pornografie und im öffentlich präsentierten erotischen Vergnügen wird die Sexualität aus dem intimen und sie schützenden personalen Bezug herausgenommen und der sexuellen Begierde ausgeliefert.43 Sexualität wird so zur Ware, und insbesondere die Würde der Frau wird mißachtet, was im öffentlichen Bewußtsein inzwischen immer mehr erkannt wird.44 Eine besonders schwerwiegende Form des Unrechts und der Gewalt stellt die Kinderpornografie dar, unabhängig davon, ob die dargestellten pornografischen Szenen tatsächlich „real“ sind oder „fiktiv“ bzw. „virtuell“.45

Praktische Schlußfolgerungen für den Umgang mit Medien

Angesichts der Sexualisierung der Öffentlichkeit und des Einflußes der Medien ergeben sich einige praktische Folgerungen:

Entscheidend ist gemäß dem Evangelium das „reine Herz“. Auf dieses kommt es in allem an. Dabei muß uns bewußt sein, daß der Mensch sich nicht selbst erlösen und rechtfertigen kann. Thomas von Aquin hat darum mit Recht festgestellt, daß das neue Gesetz ja gerade die Gnade des Heiligen Geistes ist, der die Liebe ausgießt in die Herzen der Menschen.46
Es braucht gewisse Regeln der Klugheit im Umgang mit den Gefahren: Dabei ist es wichtig nicht zu dramatisieren, aber auch nicht zu verharmlosen. Was für den einen eine ernste Gefahr darstellt, ist für den anderen vielleicht (noch) keine Bedrohung. Vor Selbstsicherheit sollte man sich hüten: „Wer also zu stehen meint, der gebe acht, daß er nicht fällt.“47 Die Gelegenheit zur Sünde ist – in kluger Einschätzung, nicht in Überängstlichkeit – entsprechend den vorhandenen Möglichkeiten und speziellen Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu meiden.48 Gerade die „Starken“ müssen sich jedoch auch bemühen, den „Schwachen“ kein Ärgernis zu geben.49
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat jedenfalls Vorrang vor der Wahrnehmung der Freiheit Erwachsener. Im Kontext medial vermittelter Realität ist es wesentlich, auf den Reifegrad der Personen Rücksicht zu nehmen, die von bestimmten Darstellungen betroffen sind. Nicht umsonst gibt es, auch wenn er vielfach ausgehöhlt ist, den Jugendschutz, und für die Umsetzung entsprechender Empfehlungen sind die Eltern in der Familie die primären Verantwortlichen, die wir darum auch in ihrer Aufgabe unterstützen sollten. So ist es sinnvoll, Zeiten und Möglichkeiten des Fernsehens und der Nutzung des Internets gerade für Minderjährige einzuschränken und hier entsprechende „zensurierende“ Vorkehrungen zu treffen.50 Dies freilich nicht in einer Haltung prinzipieller Abwehr und Angst vor diesen Medien, doch im Gesamtkontext eines verantwortlichen Umgangs, der nicht nur um die vielen Chancen der Medien im Dienst des Guten weiß, sondern auch ganz realistisch konkrete Gefahren erkennt und ihnen mit Klugheit und Entschiedenheit zu begegnen weiß.
Die nötige Selbstdisziplin im Umgang mit den Medien der sozialen Kommunikation müssen sich gerade auch Erwachsene aneignen. Dabei geht es darum, die Medien nicht zu verteufeln, sondern gezielt, d.h. aber auch selektiv nutzen, wie die inzwischen zahlreichen kirchlichen Dokumente zu den Massenmedien, besonders auch zu Fernsehen und Internet ausführen.51 Oft ist weniger mehr. Wer alles Dargebotene unterschiedslos konsumiert, kann das Gehörte und Gesehene nicht wirklich verarbeiten. Er verliert in seinem Denken und Empfinden fast unmerklich die Sensibilität für das Wahre und Gute.52
Nebenbei sei angemerkt, daß die verzerrte und entwürdigende Darstellung der menschlichen Sexualität nicht die einzige Gefahr ist, die von einem Mißbrauch der Medien droht. Ein großes Problem ist der in vielen Filmen (und auch in Computerspielen!) begegnende massive Einsatz von Gewalt, was auf einer anderen Ebene zu Verrohung und Abstumpfung führen kann. Auch wenn dies hier nicht unmittelbar das Thema ist, so sagt doch das Begriffspaar „Sex and Crime“ schon genug aus über einen oft bestehenden Zusammenhang von Haß, Gewalt und sexueller Diskriminierung, der noch stärker beachtet werden sollte.
An dieser Stelle sei ein Wort über kirchliche oder kirchennahe Medien verloren: Natürlich ist es für katholische Christen nicht notwendig, sich nur auf die Nutzung kirchlicher oder kirchennaher Medien zu beschränken. Wir leben nun einmal in dieser Welt und müssen uns auch in angemessener Weise über Vorgänge des öffentlichen Lebens informieren. Außerdem gibt es neben Information und religiös-sittlicher Weiterbildung auch ein Recht auf eine – selbstverständlich sittlich einwandfreie – Unterhaltung. Wollte man sich nur auf „katholische“ oder kirchliche Medien beschränken, so würde die Gefahr einer Gettoisierung drohen. Gerade katholische Christen sollen und dürfen sich im Sinne einer recht verstandenen Präsenz der Laien in dieser Welt auch in säkulare Medien einbringen; sie sollen diese mitgestalten und Verantwortungsaufgaben übernehmen, ohne allerdings unannehmbare Kompromisse zu schließen, die gegen ihr christliches Gewissen sind oder ihre Identität als katholische Christen preisgeben.
Erinnert sei nochmals an das über die standesgemäße Keuschheit Gesagte: Verheiratete sollen die Beziehungen zu ihrem Partner in ehelicher Liebe fördern; auch gute und sittlich geordnete Freundschaften sind wichtig, wie schon der heilige Franz von Sales richtig erkannt hat.53
Jedenfalls sind stets geistliche Hilfen in Anspruch zu nehmen: das Gebet, der Empfang der Sakramente, die geistliche Begleitung, die treue Erfüllung der Standespflichten und beruflichen Aufgaben in einer Haltung der „guten Meinung“, d.h. zur Ehre Gottes und zum Heil der Seelen.

Schlußimpuls

Als Christen leben wir auch in einer weithin von Gott abgewandten Welt immer in der Hoffnung auf Gottes Hilfe und Beistand. Eine Erneuerung der Kultur im christlichen Sinne ist nicht illusorisch. Die Evangelisierung vollzieht sich immer nach dem Prinzip des Sauerteigs im Evangelium54 . Ein guter Anfang, wie immer und wo immer er geschieht, pflanzt sich fort und findet seine Nachahmer. „Exempla trahunt!“ – Gute Beispiele regen an und bewegen. In diesem Sinn sollte jeder seine Aufgabe und Verantwortung wahrnehmen und nach besten Kräften zu erfüllen trachten: Gottes Beistand und Gnade ist uns jedenfalls zugesagt!

Der Priester Josef Spindelböck ist Professor für Moraltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten und Mitglied der Gemeinschaft vom heiligen Josef.
http://www.katholisches.info/2009/12/09/...eller-dekadenz/

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