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von 26.12.2013 09:06

Drei merkwürdige Gäste
und ein guter Stern



Autor unbekannt

Die vornehmen Leute aus dem Osten hatten den Stall und die Krippe noch nicht lange verlassen, da trug sich eine seltsame Geschichte in Bethlehem zu, die in keinem Buch verzeichnet ist. Wie die Reitergruppe der Könige gerade am Horizont verschwand, näherten sich drei merkwürdige Gestalten dem Stall. Die erste trug ein buntes Flickenkleid und kam langsam näher. Zwar war sie wie ein Spaßmacher geschminkt, aber eigentlich wirkte sie hinter ihrer lustigen Maske sehr, sehr traurig. Erst als sie das Kind sah, huschte ein leises Lächeln über ihr Gesicht. Vorsichtig trat sie an die Krippe heran und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. Vorsichtig trat sie an die Krippe heran und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. "Ich bin die Lebensfreude", sagte sie. "Ich komme zu dir, weil die Menschen nichts mehr zu lachen haben. Sie haben keinen Spaß mehr am Leben. Alles ist so bitterernst geworden." Dann zog sie ihr Flickengewand aus und deckte das Kind damit zu. "Es ist kalt in dieser Welt. Vielleicht kann dich der Mantel des Clowns wärmen und schützen."
Darauf trat die zweite Gestalt vor. Wer genau hinsah, bemerkte ihren gehetzten Blick und spürte, wie sehr sie in Eile war. Als sie aber vor das Kind in der Krippe trat, schien es, als falle alle Hast und Hektik von ihr ab. " Ich bin die Zeit", sagte die Gestalt und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. " Eigentlich gibt es mich kaum noch. Die Zeit sagt man, vergeht wie im Flug. Darüber haben die Menschen aber ein großes Geheimnis vergessen. Zeit vergeht nicht, Zeit entsteht. Sie wächst wie Blumen und Bäume. Sie wächst überall dort, wo man sie teilt." Dann griff die Gestalt in ihren Mantel und legte ein Stundenglas in die Krippe. "Man hat wenig Zeit in dieser Welt. Diese Sanduhr schenke ich dir, weil es noch nicht zu spät ist. Sie soll dir ein Zeichen dafür sein, dass du immer soviel Zeit hast, wie du dir nimmst und anderen schenkst."
Dann kam die dritte Gestalt an die Reihe. Die hatte ein geschundenes Gesicht voller dicker Narben, so als ob sie immer und immer wieder geschlagen worden wäre. Als sie aber vor das Kind in der Krippe trat, war es, als heilten die Wunden und Verletzungen, die ihr das Leben zugefügt haben musste. "Ich bin die Liebe", sagte die Gestalt und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. "Es heißt, ich sei viel zu gut für diese Welt. Deshalb tritt man mich mit Füßen und macht mich fertig." Während die Liebe so sprach, musste sie weinen und drei dicke Tränen tropften auf das Kind. " Wer liebt, hat viel zu leiden in dieser Welt. Nimm meine Tränen. Sie sind, wie das Wasser, das den Stein schleift. Sie sind wie der Regen, der den verkrusteten Boden fruchtbar macht und selbst die Wüste zum Blühen bringt."
Da knieten die Lebensfreude, die Zeit und die Liebe vor dem Kind des Himmels. Drei merkwürdige Gäste brachten dem Kind ihre Gaben dar. Das Kind aber schaute die drei an, als ob es sie verstanden hätte. Plötzlich drehte dich die Liebe um und sprach zu den Menschen, die dabeistanden: "Man wird dieses Kind zum Narren machen, man wird es um seine Lebenszeit bringen und es wird viel leiden müssen, weil es bedingungslos lieben wird. Aber weil es Ernst macht mit der Freude und weil es seine Zeit und Liebe verschwendet, wird die Welt nie mehr so wie früher sein. Wegen dieses Kindes steht die Welt unter einem neuen, guten Stern, der alles andere in den Schatten stellt." Darauf standen die drei Gestalten auf und verließen den Ort. Die Menschen aber, die all das miterlebt hatten, dachten noch lange über diese rätselhaften Worte nach.....

von 24.12.2013 08:06

Das unscheinbare Kind in der Krippe

Ganz klein, ein unscheinbares Kind,
wirst du im Stall geboren.
Für Menschen, die verloren sind,
von Gott selbst auserkoren.

Da liegst du nun, du Kindlein klein,
was soll daraus noch werden?
Du sollst der Menschen Heiland sein,
ein Friedefürst auf Erden.

Ich schau` dich an, oh Kindlein klein,
und frage mich im Stillen:
Ist das der Retter, der allein
uns hilft nach Gottes Willen?

Ja, dieser ist`s vom Himmel her,
bist du ein Mensch geworden.
Wir lieben dich, oh Heiland, sehr,
nun weichen alle Sorgen.

Den Menschen wird`s jetzt warm ums Herz,
Gott lässt sein Licht uns scheinen.
Und Freude überstrahlt den Schmerz,
die Not und auch das Weinen.

Willkommen seist du, Kindlein klein!
Wir öffnen dir die Herzen.
Beim Lobgesang, beim Freudenschein,
und bei dem Glanz der Kerzen.

Es jauchzt dir meine Seele zu,
die Freiheit ist gekommen.
Sohn Gottes, oh wie gut bist du!
Ein Heiland aller Frommen.




Autor: Heinrich Ardüser, 2009)

von 23.12.2013 00:35

Der Heiland ist geboren

Der Heiland ist geboren,
freu dich, o Christenheit,
sonst wär'n wir gar verloren
in alle Ewigkeit.


Freut euch von Herzen, ihr Christen all',
kommt her zum Kindlein in den Stall,
freut euch von Herzen, ihr Christen all',
kommt her zum Kindlein in dem Stall.

Ein Kindlein auserkoren,
freu dich, du Christenheit!
Sonst wär'n wir gar verloren
in alle Ewigkeit!

Die Engel lieblich singen,
freu dich, du Christenheit;
tun gute Botschaft bringen,
verkündigen große Freud’!

Der Gnadenbrunn tut fließen,
freu dich, du Christenheit!
Tut all’ das Kindlein grüßen!
Kommt her zu ihm mit Freud’!

von 22.12.2013 06:59

4. Adventssonntag

Erste Lesung Jes 7, 10-14


In jenen Tagen sprach der Herr noch einmal zu Ahas; er sagte:
Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe.
Ahas antwortete: Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen.
Da sagte Jesaja: Hört her, ihr vom Haus David! Genügt es euch nicht, Menschen zu belästigen? Müsst ihr auch noch meinen Gott belästigen?
Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben.


Zweite Lesung Röm 1, 1-7

Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, auserwählt, das Evangelium Gottes zu verkündigen,
das er durch seine Propheten im Voraus verheißen hat in den heiligen Schriften:
das Evangelium von seinem Sohn, der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkomme Davids, der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten, das Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn.
Durch ihn haben wir Gnade und Apostelamt empfangen, um in seinem Namen alle Heiden zum Gehorsam des Glaubens zu führen; zu ihnen gehört auch ihr, die ihr von Jesus Christus berufen seid.
An alle in Rom, die von Gott geliebt sind, die berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.


Evangelium Mt 1, 18-24

Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.
Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte:
Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.
Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.


4. Advent Die Geburt des Gottessohnes

Mit dem heutigen Evangelium (Mt 1,18-24) sind wir schon mitten im Weihnachtsgeschehen. Nachdem Matthäus zum Beginn seines Werkes im Stammbaum die göttliche Abstammung Jesu aufgezeigt hat, macht er nun deutlich, wie Jesus Christus, der Sohn Gottes, in diese Welt gekommen ist:

Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.

Was Matthäus hier in einfachen Worten erklärt, wird immer wieder missverstanden und belächelt. Wer nur mit rationalen Argumenten eine Erklärung für das Geschehen sucht, wird die Schwangerschaft Mariens auf andere Ursachen zurückführen, als das Wirken des Heiligen Geistes (Beispiele dafür gibt es genug, sie müssen hier nicht erwähnt werden). Immer haben diese vermeintlich rationalen Erklärungsversuche zugleich auch eine Leugnung der Göttlichkeit Jesu zur Folge. Wer aber in Jesus Christus nur einen besonders erleuchteten Menschen sieht, wie es ihrer viele gab auf Erden, dem verstellt sich auch der tiefere Blick auf den Sinn des Weihnachtsgeschehens.
Wenn wir verstehen wollen, was an Weihnachten geschehen ist, dann müssen wir die Geschichte von ihrem Ende her betrachten. Die prägende Erfahrung der Jünger mit Jesus Christus war seine Auferstehung. Schon in seinem Leben auf Erden hat Jesus immer wieder darauf hingewiesen, dass er mehr ist als ein normaler Mensch, immer wieder bricht in den Schilderungen der Evangelien seine besondere Beziehung zum Vater im Himmel durch. Dieser Vater im Himmel erweckt Christus nach seinem Tod am Kreuz wieder zum Leben und nimmt ihn auf in seine Herrlichkeit.
Dieser Platz zur Rechten des Vaters ist aber nicht ein Platz, den Jesus erst nach seiner Himmelfahrt einnimmt, sondern diesen Platz hat er schon seit Ewigkeit. Von dort ist er auf die Erde gekommen und nach seinem irdischen Leben kehrt er dorthin wieder zurück. Matthäus versucht das für Menschen letztlich unergründliche Geschehen darzustellen, wie Gottes Sohn vom Himmel in den Schoß Mariens gelangt, eben durch das Wirken des Heiligen Geistes.

Erfüllung der Verheißung

Das, was hier geschieht, war dem Volk Israel schon durch die Jahrhunderte hinweg verheißen. In der Geburt Jesu Christi erfüllt sich, was der Prophet Jesaja (7,14) gesagt hat:

Siehe, die junge Frau wird schwanger werden und einen Sohn gebären. Du sollst seinen Namen nennen: Immanuel (Gott mit uns).

Betrachten wir zunächst einmal dieses Zitat im Kontext des 7. Kapitels des Jesajabuches. Den historischen Hintergrund bildet der sogenannte syrisch-ephraimitische Krieg. Durch die Ausbreitung des Assyrischen Reiches sind die Kleinstaaten des Vorderen Orient in Bedrängnis geraten. Es werden unterschiedliche Bündnisse geschlossen. Ein Großteil des Nordreiches Israel ging damals verloren. Ahas, der König von Juda, betrachtet mit Bangen die Ereignisse um ihn herum. Gegen die Übermacht Assurs wird er Juda und Jerusalem nicht verteidigen können. In diese Situation hinein spricht der Prophet Jesaja zum König. Er ermutigt ihn, auf Gott zu vertrauen, darauf, dass Gott nicht zulassen wird, dass Jerusalem erobert wird. Doch dem König fehlt dieses Vertrauen. Er ist nicht einmal dazu bereit, ein Zeichen zu erbitten, das dieses Vertrauen stärken könnte. Darum wird Gott selbst ein Zeichen geben: die Geburt des Immanuel.
Wenn man sich in diese Situation hineinversetzt – der drohende Untergang des Volkes angesichts der Übermacht der Feinde – so ist der Trost zu spüren, der aus den Worten des Propheten spricht. Selbst in der größten Not lässt Gott sein Volk nicht im Stich. Er wird zu allen Zeiten ein Zeichen für seine Nähe, für seine Gegenwart unter den Menschen setzen. Gott ist mitten unter uns. Auch wenn er uns vor manchem Unheil und Finsternissen nicht bewahrt (hier immer wieder die Frage so vieler Menschen: warum lässt Gott das zu?), so geht er doch mit uns in diese hinein und durch diese hindurch.
In der Geburt Jesu Christi schenkt Gott den Menschen das größte und unüberbietbare Zeichen seiner Gegenwart: Gott selbst wird Mensch, durchlebt das ganze Menschsein vom Mutterschoß bis zum Tod. Er kommt selbst, um die Menschen aus der Tiefe ihres Daseins emporzuheben in seine Göttlichkeit. In einem Gebet der Ostkirche heißt es:

Das seit Ewigkeit verborgene Geheimnis
wird heute offenkundig:
der Sohn Gottes wird ein Sohn des Menschen,
damit er in der Annahme des Schlechteren
mir schenke das Bessere.
Einst wurde Adam betrogen:
Als er begehrte, Gott zu werden, wurde er es nicht.
Doch Gott wird Mensch,
damit er zu Gott den Adam mache.
Jubeln soll die Schöpfung!


Alma Mater

Immer wieder wird darüber diskutiert, ob Matthäus breits die Jungfräulichkeit Mariens vor Augen hatte, oder ob diese erst eine spätere theologische Interpretation des Geschehens ist. Bei Jesaja steht im Originaltext das Wort „alma“, das zunächst einmal junge Frau bedeutet. Die Septuaginta, die Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische, verwendet aber bereits das Wort „parthenos“, das Jungfrau bedeutet. Es ist also nicht erst christliche Interpretation, in Jesaja 7,14 die Jungfrauengeburt zu sehen. Hören wir, was der hl. Hieronymus zu diesem Thema sagt:

„Im Hebräischen wird eine Jungfrau „bethula“ genannt, aber dieses Wort steht an dieser Stelle nicht beim Propheten, sondern er hat dafür das Wort „alma“ verwendet und das übersetzen alle (außer der Septuaginta) mit „junge Frau“. ... So weit ich mich aber erinnere, habe ich glaube ich nirgends gelesen, dass das Wort „alma“ für eine verheiratete Frau verwendet wurde. Vielmehr wird es von einer Jungfrau gesagt, die nicht nur Jungfrau, sondern auch in jungem Alter ist.“

Manche mögen zwar die Jungfräulichkeit Mariens vor der Geburt annehmen, interpretieren aber den letzten Satz des heutigen Evangeliums dahingehend, dass Maria und Josef nach der Geburt Jesu Christi ehelichen Verkehr hatten. Hören wir, was hierzu Basilius der Große sagt:

„Der Satz ‚Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar (Mt 1,25)‘ legt die Vermutung nahe, dass Maria, nachdem sie bei der vom Heiligen Geist vollzogenen Geburt des Herrn in Reinheit mitgewirkt hatte, den erlaubten ehelichen Verkehr nicht mehr abgelehnt hat. ... Wir Christusfreunde können aber solches Gerede nicht billigen, dass die Gottesgebärerin einmal nicht mehr Jungfrau war.“

Basilius macht deutlich, dass das Wort „bis“ nicht zwangsläufig eine zeitliche Begrenzung angibt. Das sieht er in dem Wort Jesu „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt (Mt 28,20)“ ausgedrückt:

„Der Herr wird doch wohl auch nach dieser Weltzeit bei den Heiligen sein! Denn die Verheißung der Gegenwart weist hin auf die Fortdauer, sie ist kein Ausschluss der Zukunft. In derselben Weise ist nach unserer Überzeugung auch hier das ‚bis‘ zu verstehen.“

Schön kommt das über die Jungfräulichkeit Mariens gesagte in der Marianischen Antiphon „Alma Redemptoris Mater“ zum Ausdruck, die in der Kirche während der Advents- und Weihnachtszeit zum Abschluss des Tages gesungen wird:

Alma Redemptoris Mater,
quae pervia caeli porta manes,
et stella maris, succurre cadenti,
surgere qui curat, populo:
tu quae genuisti, natura mirante,
tuum sanctum Genitorem
Virgo prius ac posterius,
Gabrielis ab ore sumens illud Ave,
peccatorum miserere.

Erhabene Mutter des Erlösers,
du allzeit offne Pforte des Himmels
und Stern des Meeres, komm, hilf deinem Volke,
das sich müht, vom Falle aufzustehn.
Du hast geboren, der Natur zum Staunen,
deinen heiligen Schöpfer.
Unversehrte Jungfrau,
die du aus Gabriels Munde nahmst das selige Ave,
o erbarme dich der Sünder.

Was im Deutschen mit „unversehrte Jungfrau“ übersetzt ist, heißt wörtlich „Jungfrau davor und danach“, was nochmals deutlich die Lehre der Kirche von der immerwährenden Jungfräulichkeit Mariens vor, während und nach der Geburt deutlich macht.

Der Traum Josefs

Rückblickend aus der Sicht des Glaubens erscheint das alles großartig, was in jenen Tagen geschehen ist. Der Glaube an die Jungfräulichkeit Mariens wischt alle Zweifel an ihrer Sittlichkeit hinweg. Doch wenn sogar heute noch der Spott der Welt über jene Ereignisse ausgegossen wird, wie groß mag er damals gewesen sein, als noch keiner etwas wusste vom glorreichen Leben und Auferstehen des Gottessohnes. Maria war mit Josef verlobt. Damals war ein solches Verlobungsjahr üblich, in dem Mann und Frau noch getrennt lebten, bevor sie dann nach der Hochzeit feierlich zusammenzogen. Dass eine Frau in dieser Zeit schwanger wurde, galt als Schande, und wenn das Kind wie im Fall Mariens nicht vom eigenen Verlobten war, so drohte eine Anklage auf Ehebruch und in deren Folge die Steinigung.
Josef hatte also allen Grund, darüber nachzudenken, was denn zu tun sei. Die Situation war höchst brisant, seine Ehre und das Leben seiner Verlobten standen auf dem Spiel. Josef wird ein Gerechter genannt. Wäre diese Gerechtigkeit eine alleinige Gesetzesgerechtigkeit, so hätte er Maria dem Gericht übergeben müssen. Doch dies war nicht seine Absicht. Er wollte sich in aller Stille von Maria trennen – wenn da nicht Gott durch seinen Engel ihm zu etwas anderem geraten hätte. Gott stellt Josefs Glauben auf eine harte Probe. Kann er darauf vertrauen, dass das Kind in ihrem Leib nicht von einem anderen Mann stammt, sondern – solches hat man noch nie gehört – durch Gottes Heiligen Geist gewirkt wurde?

„Aus drei Gründen erschien der Engel dem Josef und sagte dies zu ihm. Zunächst, damit der gerechte Mann in guter Absicht nicht aus Unwissenheit ein Unrecht begehe. Sodann wegen der Ehre der Mutter selbst. Wäre sie nämlich entlassen worden, hätte sie bei den Ungläubigen einem schändlichen Verdacht nicht entgehen können. Drittens, damit Josef im Wissen um ihre heilige Empfängnis sich umso sorgsamer als früher von ihr fernhalte. ... Der Engel entschuldigt Maria nicht allein von unreinem Umgang, sondern er offenbart auch, dass sie auf übernatürliche Weise empfangen hat. Er nimmt nicht nur die Befürchtung hinweg, sondern er fügt sogar Freude hinzu.“
Johannes Chrysostomus

4. Advent
Wenn wir nun das Geschehen im Evangelium mit der Situation von Jesaja 7 vergleichen, so sehen wir auf der einen Seite den ungläubigen König Ahas, der das verheißene Zeichen nicht verstehen will. Hier aber ist Josef, der erkennt und glaubt. Er tut, was der Engel ihm geboten hat, er nimmt Maria zu sich, nimmt ihr Kind als das seine an, wissend um das göttliche Geheimnis, das auf ihm ruht. In einem Gebet der Ostkirche heißt es:

Als Josef von Trauer verwundet ward und
nach Betlehem zog, sprachst du, Jungfrau, zu ihm:
Warum bist traurig du und verwirrt
beim Anblick meiner Schwangerschaft?
Erkennst du denn nicht
das schaudervolle Geheimnis in mir?
Überwinde endlich alle Angst
und sinne über das Wunder nach.
Denn Gott kam zur Erde in seinem Erbarmen,
in meinem Schoß jetzt nahm er Fleisch an.
Wenn er geboren ist,
wirst nach seinem Wohlgefallen du ihn sehen
und wirst, erfüllt von Freude,
ihn anbeten als deinen Schöpfer.
Ihn preisen in Hymnen die Engel ohne Unterlass
und verherrlichen ihn mit dem Vater und dem Heiligen Geist.

Auch wir wollen staunend dieses Geheimnis betrachten. Wir preisen Gottes Nähe, der zu uns kam als ein hilfloses Kind. Gott-mit-uns. Wer voller Vertrauen auf ihn hofft, wird seine Gegenwart und Nähe erfahren. Auch heute.

Immanuel

Der heilige Augustinus schreibt:

Christus ist geboren von einem Vater und von einer Mutter,
zugleich aber ohne einen Vater und ohne eine Mutter:
von einem Vater geboren als Gott,
von einer Mutter als Mensch;
ohne eine Mutter als Gott,
ohne einen Vater als Mensch.

Wunderbar und unbegreiflich ist uns dieses Geheimnis, wie Gottes Sohn, der von Ewigkeit her beim Vater ist, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, in der Zeit Mensch werden konnte, geboren von einer Jungfrau.

Ohne aufzuhören, der zu sein, der er war, wollte er werden, was er selbst geschaffen hatte.

Gott wollte Mensch werden zu unserem Heil. Das bekennen wir, wenn wir mit dem ganzen Volk Gottes den Namen des Kindes nennen, das da geboren wurde, wie es heißt (Mt 1,23):

Man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.

In der Menschwerdung Gottes erkennen wir Gottes Liebe zu uns Menschen. Augustinus sagt:

Wie sehr hast du uns geliebt, gütiger Vater!
Wäre dein Wort nicht Fleisch geworden
und hätte es nicht unter uns gewohnt,
so hätten wir glauben müssen,
dass keine Verbindung ist
zwischen Gott und der Menschheit.

So aber hat Gott den Weg bereitet, auf dem wir zu ihm gehen können. Es ist der Weg, auf dem er selbst zu uns gekommen ist. Gott will mit uns in Verbindung treten, will bei uns Menschen sein und will, dass wir einmal auf ewig bei ihm sind in der Heimat im Himmel, die er für uns bereitet hat.
Folgen wir also dem Wort Gottes, das Fleisch geworden ist. Er ist nicht nur ein Wegweiser, der uns durch sein Leben den Weg zeigt, den wir gehen sollen. Er ist selbst der Weg. Wir sind in ihm und er in uns, wenn wir ihm folgen. Wir sind nicht allein auf diesem Weg, weil er immer bei uns ist.

von 22.12.2013 06:11

Das HANDY und seine Gefahren - Eine Warnung aus Liebe

Das Handy (Mobiltelefon; engl. mobile phone) ist ein einzigartiges Gerät zur Kommunikation und Unterhaltung. Man kann damit nicht nur telefonieren, sondern inzwischen auch im Internet surfen, SMS senden, Musik hören, fotografieren, navigieren und manches mehr. Viele Menschen, besonders Jugendliche, sind davon begeistert.

Wie bei vielen technischen Errungenschaften sind mit dem Handy-Gebrauch aber nicht nur Chancen, sondern auch Gefahren verbunden, die nicht zu unterschätzen sind:

Die Strahlenbelastung: Jedes Handy bringt eine Strahlenbelastung für den Körper mit sich. Es wird in der Forschung zur Zeit noch darüber diskutiert, wie weit dies Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Mögliche Folgen sind: erhöhtes Krebsrisiko (vor allem Gehirntumore), Unfruchtbarkeit, Erbschäden und anderes. Die Weltgesundheitsorganisation stuft Handystrahlung als "möglicherweise krebserregend" ein. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, sich "so selten wie möglich elektromagnetischen Feldern auszusetzen". Das bedeutet: Handys so viel wie möglich ausgeschaltet lassen und nur kurze Telefonate führen! Jugendliche und Kinder reagieren auf Strahlung besonders empfindlich und werden davon am meisten geschädigt.

Die Überwachbarkeit: Infolge GPS (Navigation) im Handy ist der Benutzer ständig ortbar, das heißt: Über Satellit lässt sich herausfinden, wo er sich befindet. Je mehr Daten der Benutzer zudem über Handy eingibt, desto "gläserner" wird er für Interessengruppen und den Staat.

Die Suchtgefahr: Wie Fernsehen und Internet, so kann auch das Handy als überall verfügbares Medium süchtig machen. In der Tat sieht man heute viele Menschen, die offenbar ständig ihr Handy in Gebrauch haben und es kaum mehr abschalten können.

Auf der Seite soulsaver.de ist über das Thema "SMS-Sucht" durch Handys Folgendes zu lesen:

Kurzmitteilungen (SMS) an Freunde zu schicken, ist eine bequeme Sache. Man kann kurz und knapp eine Botschaft verschicken, ohne große Worte zu machen. Neuerdings gibt es Untersuchungen über das Suchtpotential von SMS. Ein Psychotherapeut machte vor kurzem auf die Gefahren aufmerksam. Er kam auf eine Zahl von 380.000 SMS-Süchtigen allein in Deutschland – Tendenz steigend.

Einer der Patienten des Psychotherapeuten, ein 17-Jähriger, bekam nach zweimonatigem "Simsen“ eine Rechnung von 6000 Euro nach Hause geschickt. Ein anderer Extremfall war ein Ehepaar, beide um die 30 Jahre alt, die im Wohnzimmer Rücken an Rücken sitzen, kein Wort mehr miteinander reden, sich aber ständig „simsen“.

Es gibt auch Leute, die sinnlos SMS an wildfremde Leute verschicken mit Texten wie: „Ich bin`s, dein Handy, hol mich mal wieder aus der Tasche!“

Betroffenen wird in der Therapie erst einmal das Handy weggenommen, dann wird über die Probleme geredet. Ursachen sind Einsamkeit und Lustlosigkeit am realen Leben ...

Interessant, dass im Zeitalter der modernen Kommunikationsmittel wirkliche Kommunikation immer schwieriger wird. Die Leute verbringen immer mehr Zeit vor ihrem Computer oder am Handy und haben dabei immer weniger Zeit für ihre Freunde und Familie.

Aus christlicher Sicht ergibt sich eine Reihe weiterer Gefahren, die die Bibel mit dem Begriff "Sünde" bezeichnet. Sünde ist Rebellion gegen Gott und Beherrschtsein von der Macht des Bösen. Der Handygebrauch wird – wie der Gebrauch elektronischer Medien überhaupt – dann zur Sünde und trennt von Gott, wenn der Benutzer (oder die Benutzerin)

* sündige Dinge betrachtet (Unzucht, Okkultismus, Gewalt usw.).

* seine Zeit mit dem Handy sinnlos totschlägt, die er ansonsten sinnvoll zum Beispiel zum Lernen, zum Arbeiten und zum Dienst an Menschen in seiner Umgebung einsetzen könnte und sollte.

* abhängig von der Berieselung durch das Handy (und ähnliche Medien) wird, also nicht mehr die Kraft hat, auf sie zu verzichten oder sie rechtzeitig abzuschalten.

* das Handy über Gott und Gottesdienst stellt – dann wird das Handy zum Götzen.

Solches zeigt sich ganz praktisch dann, wenn Menschen immerzu ihr Handy in Betrieb haben - sogar da, wo es verboten oder unerwünscht ist (z.B. beim Autofahren, während des Unterrichts oder im Gottesdienst), weil sie meinen, nicht auf "online-sein" verzichten zu können. Wenn das Handy so bereits zum Götzen geworden ist, hat der Betreffende oft nicht mehr die Kraft oder Bereitschaft, es während des Gottesdienstes, der Bibelstunde, der Gebetsstunde oder der Jugendstunde auszuschalten. Online zu sein, ist ihm dann wichtiger als Gottes Wort.

Ein solches Verhalten ist jedoch aus dem Grund keine Bagatelle, sondern eine schwere Sünde, weil derjenige, der solches tut, Gott und Sein Wort durch Nichtbeachtung und Respektlosigkeit mit Füßen tritt. Verantwortliche in den christlichen Gemeinden können und dürfen zu einem solchen Verhalten nicht schweigen, gerade um des Seelenheils der Betroffenen willen.

Abschließend einige Hilfen, wie Menschen von der Handy-Abhängigkeit frei werden können:
→ Bitte Gott im Gebet um Kraft, dir zu helfen und dich von der Sucht zu befreien.

→ Lies treu die Bibel (als reales Buch und nicht auf dem Handy!) und bitte Gott um Stärkung durch Sein Wort.

→ Lerne einen normalen, zweckmäßigen Umgang mit dem Handy. Es ist ein Gebrauchsgegenstand und kein Spielzeug. Gebrauche es so, wie es ursprünglich gedacht war: nur für wirklich notwendige Anrufe und Mitteilungen.

→ Lasse es ausgeschaltet, wenn du nicht unbedingt erreichbar sein musst. Lerne es, die Stille auszuhalten – ohne Ablenkung, Dauerberieselung u.ä. Nutze die Stille zur Gemeinschaft mit Gott.

→ Mache viele Spaziergänge in der Schöpfung - ohne Handy.

→ Suche mehr Begegnungen mit (realen) Menschen in deiner Umgebung (nicht so sehr mit weit Entfernten in der virtuellen Welt).

→ Fasse den festen Entschluss, während des Unterrichts, während der Arbeit (so weit beruflich möglich) und vor allem während des Gottesdienstes dein Handy konsequent ausgeschaltet zu lassen.

→ Bist du bereits Handy-süchtig, dann verzichte ganz auf das Handy und verwende für Gespräche nur ein normales Telefon (ohne die Handy-Funktionen).

→ Sei dankbar für die Liebe von Jesus Christus, der dich so sehr liebt, dass Er Sein Leben für dich in den Tod gegeben hat, um dich von Sünde, Tod und Teufel und allen Süchten zu erlösen. Er hat so viel für dich getan – und was tust du für Ihn?

Soulsaver.de schreibt zutreffend:

Gott ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche erreichbar, Er ist nur ein Gebet weit von dir entfernt. Wenn die Beziehung zu Gott stimmt, tut man sich auch mit den Menschen leichter. Gott verspricht folgendes: „Ihr werdet Mich anrufen und hingehen und zu Mir flehen, und Ich will euch erhören“ (Jeremia 29,12). Wer Jesus mit aufrichtigem Herzen sucht, wird Ihn finden!



(-Autor: Lothar Gassmann)

von 21.12.2013 06:04

Eine kleine Weihnachtsgeschichte
Wie in jedem Jahr am 1. Dezember, kam auch in diesem Jahr der Weihnachtsengel zu Gott, um mit ihm über die bevorstehende Weihnachtszeit zu reden. Doch diesmal war irgendetwas anders. Gott machte so ein finsteres Gesicht, wo er doch sonst die Freundlichkeit in Person ist. Der Weihnachtsengel ging also hin und fragte was los ist. Gott lief hin und her. Dann sagte er „ Ich weiß gar nicht, wie ich es Dir beibringen soll, Du wirst in diesem Jahr nicht auf der Erde die Weihnachtsvorbereitungen leiten. Du wirst hier bleiben und die himmlische Weihnacht zusammen mit den anderen Engeln vorbereiten. Der Weihnachtsengel wurde sehr traurig und wollte wissen warum. Da sagte Gott zu ihm „Die Menschen haben den Glauben an die Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft verloren und nach der Weihnachtsbotschaft braucht man erst gar nicht zu fragen.“ Der Weihnachtsengel entgegnete darauf: „Aber doch nicht alle. Lass mich wenigstens zu denen, die noch daran glauben“. Gott aber hatte schon was anderes beschlossen: „Es sind schon über 75% die nur noch an ihr eigenes Wohl denken. Ich muss jetzt den Menschen eine Lektion erteilen.“ „Wie willst Du das denn machen?“ fragte der Weihnachtsengel. „Nun, ich werde sie einfach so weiter machen lassen, aber ohne Deine Unterstützung in der Weihnachtszeit“ antwortete Gott. „Was soll das denn bringen?“ wollte da der Weihnachtsengel wissen. „Das wirst Du bald sehen“ erwiderte Gott darauf. Und Gott hatte Recht! Bald darauf wurde es immer kälter in den Herzen der Menschen. Niemand war mehr da, der dem Herz mal einen Ruck gibt, um einem anderen zu helfen. Alle dachten nur noch an sich selbst. Nachts konnte man sich nicht mehr auf die Straße trauen, denn Obdachlose haben sich zusammengerottet, um Leute zu überfallen, denn keiner war mehr da, um ihnen Spenden oder Essen zukommen zu lassen. Beim Weihnachtsengel der im Himmel geblieben war, wollte keine rechte Weihnachts- stimmung aufkommen, denn er grübelte pausenlos über die Situation auf der Erde nach. Er musste etwas unternehmen, da waren doch noch die restlichen Menschen, welche noch an das Gute in ihnen glaubten. Er beschloss heimlich, sich zu ihnen auf die Erde zu begeben und machte sich sofort auf den Weg, denn im Himmel wäre er sowieso zu nichts nütze, wenn er missmutig ist. Doch als er unten ankam, musste er feststellen, dass auch die letzten aufrechten Menschen ihre Gesinnung geändert haben. Das traf ihn hart. Was Gott da vorhat, kann Jahrzehnte dauern, ehe die Menschen mal zur Besinnung kommen und sich daran erinnern, wie schön doch das Gefühl war, jemandem geholfen zu haben. Er hatte schon jegliche Hoffnung aufgegeben und wollte mit hängenden Flügeln gen Himmel ziehen, da erinnerte er sich an eine Familie, die weit draußen im Wald wohnt und vielleicht von der ganzen Herzenskälte nicht angesteckt worden ist. Da keimte in ihm ein Fünkchen Hoffnung und er machte sich auf den Weg zu ihnen. Unterwegs musste er über Felder und Wälder fliegen. Auf einer Lichtung traf er Mutter Natur. Sie wirkte sehr beschäftigt, doch dem Weihnachtsengel kam eine Idee. ´Ich werde Mutter Natur um Rat fragen,` dachte er, ´die weiß immer einen Ausweg.` Also flog er runter zu ihr und schilderte die Situation. Darauf hin sagte Mutter Natur „ Ich werde mir was einfallen lassen, wenn ich hier fertig bin, denn auch die Natur leidet unter der Hartherzigkeit der Menschen, aber erst muss ich ein Tauwetter machen, denn sonst kommen die Tiere nicht mehr ans Futter ran und müssen verhungern. Die Menschen bringen ihnen ja nichts mehr. Es darf aber nicht zu warm werden, sonst wachen die Winterschläfer auf.“. „Na gut“ sagte der Weihnachtsengel „ich werde erst die Einsiedler besuchen.“ und er flog über den Wald.

Als er durch das Fenster sah, dass der Vater sich gerade um ein krankes Reh kümmerte, wäre er am liebsten in der Luft ein paar Loopings geflogen. Nun wusste er: Hier ist alles in bester Ordnung!! Das gibt Hoffnung und Mutter Natur weiß bestimmt, was zu tun ist. Kaum hatte er das gedacht, da tippt sie ihm schon von hinten an die Flügel. „Mir ist da was in den Sinn gekommen,“ sagte sie „aber für die Menschen wird es sehr hart werden. Dafür werden sie hinterher wieder die Nächstenliebe in Person sein und einander helfen wo es geht.“ „Na dann erzähl mal!“ sagte der Weihnachtsengel und Mutter Natur erzählte ihm von einem Plan, große Unwetter, wie Hochwasser und Stürme, über die Menschen zu schicken. Nur wenn sie all ihr Hab und Gut verlieren würden und ihnen nur noch das nackte Überleben bleibt, würden sie zur Besinnung kommen und sich gegenseitig helfen. Der Weihnachtsengel überlegte kurz und sagte dann „ Das könnte hinhauen, aber irgendwie müssen wir Gott noch davon überzeugen.“ „Mach dir darüber mal keine Sorgen,“ sagte Mutter Natur „ Gott ist wie mein großer Bruder, den wickle ich um meinen kleinen Finger“. Gesagt, getan: Gott hörte sich den Vorschlag an und willigte ein, denn auch die anderen Engel im Himmel rebellierten langsam. Gott und Mutter Natur machten sich gemeinsam daran, die Unwetter zu schaffen und der Weihnachtsengel durfte wieder den Herzen der Menschen einen Ruck geben, wenn sie zauderten zu helfen. So hatten die Menschen in diesem Jahr durch ihre eigene Schuld eine sehr ärmliche Weihnacht zu feiern, aber das war ihnen nun egal, denn sie hatten sich gegenseitig gerettet und sie hatten ihre Liebe zueinander wiedergefunden und das ist doch das Wichtigste. Und der Weihnachtsengel feierte jetzt im Himmel zusammen mit Gott und Mutter Natur und all den anderen Engeln das fröhlichste Weihnachtsfest, das sie jemals gefeiert haben. Ich hoffe, wir brauchen nicht erst große Unwetter um uns gegenseitig zu unterstützen und zu lieben oder haben sie schon angefangen?




Autor: Bernd Schmidt

von 20.12.2013 09:29

20. Dezember - Hl. Philogonius

Der wohl irgendwann innerhalb der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts geborene Philogonius lebte zu Beginn des 4. Jahrhunderts als Rechtsgelehrter in Antiochia. Unter Kaiser Maximinus Daia (s. 6.12.) bekannte er sich treu zum katholischen Glauben. Dasselbe tat er auch, als unter Kaiser Licinius (308 - 324) die durch das Mailänder Edikt von 313 beendete Verfolgung im Osten des Imperiums erneut begonnen wurde (s. 10.12.).

Nachdem die Ehefrau des hl. Philogonius verstorben war, wählte man den für die Reinheit seines Lebenswandels bekannten Juristen im Jahre 318 zum Nachfolger des verstorbenen Bischofs von Antiochia.

Sogleich nach seinem Amtsantritt begann St. Philogonius dem sich ausbreitenden Arianismus entgegenzutreten. - Der Diakon Arius war in Ägypten von dem heiligen Bischof Achillas (311 - 313) zum Priester geweiht worden, obwohl er zu den von Achillas bekämpften Meletianern (s. 26.11.) gehörte. Daraus entstand später das Gerücht, der Heilige sei in Wahrheit ein Arianer gewesen, was aber gewiß unzutreffend ist. Sein Nachfolger, der heilige Bischof Alexander von Alexandria (313 - 328) , versuchte Arius, der als Priester an der Baukaliskirche der Stadt amtierte, gütlich von seinen irrigen Ansichten abzubringen. Daraus erwuchs dem Heiligen der Vorwurf zu großer Milde. 318 endlich verurteilte eine von Alexander einberufene Synode in Alexandria den Arianismus (vgl. 2.5.). Daraufhin beugte sich der exkommunizierte Irrlehrer nicht, sondern suchte Verbündete außerhalb Ägyptens. Zahlreiche Bischöfe schlossen sich ihm an. Nur wenige zeigten sich als entschiedene Verteidiger der Rechtgläubigkeit; Arius nennt in einem seiner Briefe drei von ihnen: den hl. Philogonius von Antiochia, den hl. Macarius I. von Jerusalem (um 313 - 334) sowie Hellanicus von Tripolis in Phönizien .

Das erste ökumenische Konzil von Nicaea verurteilte 325 den Arianismus (vgl. 31.12.). - St. Philogonius war bereits 323 verstorben. Im Jahr darauf siegte Konstantin (306 - 337) über Licinius, womit die Verfolgung auch im Osten ein Ende fand.

Am 20. Dezember gedenkt die Kirche ebenfalls zweier Priester, der hll. Eugenius und Macarius.

Sie hielten Kaiser Julian (361 - 363), der die Christen erneut verfolgen ließ (vgl. 2.12.), seinen Abfall vom katholischen Glauben vor. Daraufhin wurden sie grausam geschlagen und anschließend in die arabische Wüste verbannt. Jene Gegend hatte ein so ungesundes Klima, daß die dorthin Verbannten meist schon ein Jahr nach ihrer Ankunft verstarben. Die hll. Eugenius und Macarius jedoch verloren ihr irdisches Leben bereits nach zwei Wochen. - Möglicherweise wurden sie enthauptet. - Jedenfalls soll an der Stelle ihres Hinscheidens eine Quelle frischen Wassers entsprungen sein.

Am 20. Dezember wurde früher die Vigil des Festes des heiligen Apostels Thomas (21.12.) begangen (vgl. 29.11.).

von 18.12.2013 13:45

Gutes im Herzen behalten

Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Während der Wanderung kam es zu einem Streit und der eine schlug dem anderen im Affekt ins Gesicht.

Der Geschlagene war gekränkt. Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand:

"Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen."

Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen bald darauf zu einer Oase. Dort beschlossen sie beide, ein Bad zu nehmen. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb auf einmal im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter Minute.

Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein:

"Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet."

Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt: "Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?"

Der andere Freund antwortete: "Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand Schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist, dann können wir das in einen Stein gravieren, damit kein Wind es jemals löschen kann."

von 17.12.2013 11:01

Der Mensch kann den Heiligen Geist nicht kontrollieren: Das ist das Problem!

Papst Franziskus

Am 12. Juni 2013 hielt Papst Franziskus in der Kapelle vom Haus St. Martha eine Ansprache zum Tagesevangelium (Mt 5,17-19), wo Jesus sagt: «Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben».

Die Freiheit macht Angst

Dieser Abschnitt des Evangeliums folgt auf die Seligpreisungen, die «Ausdruck des neuen Gesetzes» sind, «das anspruchsvoller ist als jenes des Mose». «Die Reife dieses Gesetzes» ist vergleichbar «mit einer Knospe, die aufbricht und zur Blume wird».
Jesus «ist der Ausdruck der Reife des Gesetzes», «die Stunde der Erfüllung des Gesetzes», welches «das Gesetz des Heiligen Geistes» ist.
«Auf dieser Straße zur Reife des Gesetzes, ist immer Furcht gegeben, Furcht vor der Freiheit, die der Geist schenkt. Das Gesetz des Geistes macht uns frei. Diese Freiheit macht uns ein wenig Angst»; das Gesetz des Geistes «bringt uns auf die Straße der beständigen Unterscheidung, um den Willen Gottes zu tun, und das macht uns Angst». Diese Angst führt zu «zwei Versuchungen».

Die Versuchung, rückwärts zu gehen

Die erste Versuchung: «rückwärts zu gehen» und dabei zu denken «bis hier hin und nicht weiter». Diese Versuchung «ist ein wenig die Versuchung der Angst vor der Freiheit, der Angst vor dem Heiligen Geist». Eine Angst, aufgrund derer «es besser ist, auf Nummer sicher zu gehen».
Diese Versuchung «rückwärts zu gehen» kommt, weil sich der Gläubige «nach rückwärts sicherer fühlt». Doch «die volle Sicherheit liegt im Heiligen Geist, der dich vorwärts bringt, der dir dieses Vertrauen schenkt», der «aber auch anspruchsvoller ist».
Der Heilige Geist «gibt uns nicht diese menschliche Sicherheit»: Der Mensch «kann den Heiligen Geist nicht kontrollieren: Das ist das Problem! Das ist eine Versuchung.»
Um diese Versuchung, den Heiligen Geist kontrollieren zu wollen, zu illustrieren, erzählte der Papst von einem Generaloberen, der in den 30er Jahren «alle gegen das Charisma gerichtete Vorschriften für seine Ordensleute gesammelt habe. Eines Tages habe er einen Benediktinerabt in Rom besucht. Als dieser gehört habe, was er getan hatte, habe er ihm gesagt, dass er auf diese Weise das Charisma der Kongregation getötet habe, weil «das Charisma die Frucht in der Freiheit schenkt» und er habe «das Charisma getötet».

Pubertäres Fortschrittsdenken

Der Papst diagnostizierte eine weitere Versuchung, das «pubertäre Fortschrittsdenken», das einen «vom Weg abkommen lässt». Es bestehe darin, eine Kultur zu sehen und von dieser keinen Abstand zu halten: «Wir nehmen ein bisschen von hier, ein wenig von da, die Werte dieser Kultur… Sie wollen ein Gesetz machen? Beschließen wir das Gesetz. Sie wollen damit weitergehen? Machen wir den Weg ein wenig breiter…»
«Am Ende ist das kein wahres Fortschrittsdenken. Das ist ein pubertärer Progressismus, wie die Pubertierenden, die voll Begeisterung alles haben wollen. Und am Schluss rutscht man aus… Es ist, als sei die Straße vereist und das Auto rutscht ab und kommt von der Straße ab…» Dieses Fortschrittsdenken ist die andere Versuchung in diesem Moment», sagte Papst Franziskus.
«In diesem Moment der Geschichte der Kirche» darf der Christ «weder rückwärts gehen noch von der Straße abkommen». Diese Straße ist «jene der Freiheit des Heiligen Geistes, der frei macht, in der beständigen Unterscheidung des Willens Gottes», sagte der Papst abschließend.

(12. Juni 2013) © Innovative Media Inc.

Die frohe Botschaft in Einfachheit verkünden

Am 11. Juni 2013 predigte der Papst bei der morgendlichen Messe über das Wort: «Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel» (Mt 10,7-13).

Unentgeltlich schenken

Der Herr will, dass «die Verkündigung in Einfachheit geschieht, die der Kraft des Wortes Gottes ihren Platz lässt», und dafür braucht man «Vertrauen auf das Wort Gottes».
Für den Papst ist das «Schlüsselwort» der von Jesus gegebenen Unterweisungen folgendes: «Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben…Die Verkündigung des Evangeliums entsteht aus der Unentgeltlichkeit, aus dem Staunen über das Heil, das kommt – und was ich umsonst empfangen habe, muss ich umsonst geben».
Zwei Zeichen zeigen, dass ein Apostel aus dieser Unentgeltlichkeit lebt: die Armut und die Fähigkeit zu loben:
«Die Verkündigung des Evangeliums muss die Straße der Armut beschreiten. Das heißt, wer verkündet, hat keine Reichtümer und sucht keinen Reichtum und er will auch nicht zu einem Organisator oder einem Unternehmer werden…»; sein einziger Reichtum ist «das Geschenk, das er empfangen hat: Gott».
Andererseits gilt: «Wenn ein Apostel diese Unentgeltlichkeit nicht lebt, verliert er die Fähigkeit, den Herrn zu loben». Der Lobpreis des Herrn «ist im Wesentlichen unentgeltlich, er ist ein unentgeltliches Gebet: Wir bitten nicht, wir preisen nur». Hingegen ist «eine reiche Kirche und eine Kirche ohne die Unentgeltlichkeit des Lobpreises» eine «alternde» Kirche, die zu einer NGO wird und «kein Leben mehr hat».

Nein zum Proselytentum

Der Papst erinnerte daran, dass sie (die Apostel) «am Anfang so waren» und unentgeltlich wirkten. «Der heilige Petrus hatte kein Konto auf der Bank, und als er die Steuern entrichten sollte, hat ihn der Herr ans Meer geschickt, um einen Fisch zu fischen und ein Geldstück in diesem Fisch zu finden, um damit zu bezahlen.
Als Philippus auf den Wirtschaftsminister der Königin Kandake gestoßen ist, hat er nicht gedacht: Ah, gut, schaffen wir eine Organisation zur Unterstützung des Evangeliums… Nein! Er hat keinen «Handel» mit ihm abgeschlossen; er hat verkündigt, getauft und er ist weitergezogen».
Das Reich Gottes «ist ein unentgeltliches Geschenk», betonte der Papst und wies darauf hin, dass «die Versuchung gegeben ist, die Kraft anderswo zu suchen», während die «Kraft» der Verkündigung jedoch in der «Unentgeltlichkeit des Evangeliums» liegt.
«In der Kirche hat es diese Versuchung immer gegeben», die bewirkt, dass die Verkündigung für «Proselytentum» gehalten wird, sagte der Papst. Der Herr hat uns jedoch aufgefordert, zu verkündigen und kein Proselytentum zu betreiben, wie es auch schon Benedikt XVI. gesagt hat: «Die Kirche wächst nicht durch Proselytentum, sondern durch Anziehung».
Diese Anziehung kommt vom Zeugnis derer, die «die Unentgeltlichkeit des Heils unentgeltlich verkünden», «alles ist Gnade. Alles.» Und wenn die Gnade «außer acht gelassen wird», dann «bleibt das Evangelium unwirksam».
Zum Schluss rief der Papst dazu auf, um «die Gnade zu bitten, diese Unentgeltlichkeit, dieses Geschenk Gottes zu erkennen» und «bei der Verkündigung des Evangeliums mit dieser Unentgeltlichkeit voranzuschreiten».

(11.06.2013) © Innovative Media Inc.

von 16.12.2013 08:32

Egal, wie müde man noch ist,

egal, ob "Morgenmuffel" oder muntere "Lerche", die gerne früh aufsteht, eines geht IMMER und jeden Tag:

Beginne JEDEN TAG im Zeichen des Heiligen Kreuzes und in Gottes Namen!

"Im Namen des VATERS und des SOHNES und des HEILIGEN GEISTES. Amen."
Warum denn eigentlich? Weil es einen unendlichen Unterschied macht, unter welchem Vorzeichen unser Leben steht.

Wenn Du ein Konto bei einem Kreditinstitut hast - ist es von größter Bedeutung, ob vor den Zahlen auf Deinem Kontoauszug ein "+" oder ein "-" steht, nicht wahr?

So ist es auch im Leben! Ohne die Kraft und Gnade der Erlösung JESU, die uns im Kreuz geschenkt ist und uns die Gabe der Auferstehung der Kindschaft Gottes schenkt, ist es, als ob unser Lebenskonto ein dickes, rotes Minus als Vorzeichen hat.

Warum? Weil wir niemals so viel "Guthaben" hätten, dass es ausreichen würde, um all die "Schuldigkeiten" und Aufgaben unseres Lebens damit zu begleichen. Wir sind voller Fehler-Minus, voller Sünden-Minus, voller Enttäuschungs-Minus, Mangel-Minus, Versagnes-Minus ... dass es einfach nicht genügen kann. Je höher dann die Zahl, die darauf folgt, desto größer das Desaster.

Wenn wir jedoch schon direkt nach dem Aufwachen das Kreuzzeichen machen und im Namen Gottes diesen ganzen, kommenden Tag dem Segen und seiner Gnade übergeben, ... dann kann noch so viel geschehen - je höher der "Faktor" aller Ereignisse des Alltags, wir sind immer nur noch mehr im PLUS durch unseren Herrn und Erlöser JESUS CHRISTUS!

Das ist jeden Morgen neu unser absoluter Gewinn für den ganzen Tag.

Wenn wir das richtige Vorzeichen setzen, werden wir mächtig reich für die Ewigkeit sein und es wir immer noch genug übrig bleiben, so dass wir auch für all die Menschen Gaben bereit halten können, die ohne JESUS ins absolute "Minus" geraten würden.

Jeder Tag, jede Arbeit, die Ruhe und vor allem das Gebet, ... einfach alles beginnt und schließt also für einen Christen IMMER mit dem Kreuzzeichen: "Im Namen des + VATERS und des + SOHNES und des + HEILIGEN GEISTES. Amen."
Bete dann z.B. das Vaterunser oder das Ehre sei dem Vater
oder sage beispielsweise mit eigenen Worten zum HERRN:

Schon ist erwacht

Schon ist erwacht der Sonne Strahl,

drum flehn zu dir wir allzumal,

dass du in allem Tun uns heut

bewahrest frei vor Sünd und Leid.


Der Zunge lege Zügel an,

dass nimmer Streit anheben kann;

und unsre Augen decke du

vor allem eitlen Trugbild zu!

Des Herzens Innerstes soll rein

und frei von allem Zorne sein.

In Speis und Trank durch rechtes Maß

der Sinne Lust uns zügeln lass!
Dass, wenn der Tag dann von uns ging und gütig uns die Nacht umfing,

wir, durch Entsagung froh und rein,
dir, unserm Gott, das Danklied weihn.


Lob sei dem Vater auf dem Thron

und seinem eingebornen Sohn,

dem Heil'gen Geist auch allezeit

von nun an bis in Ewigkeit. Amen.

von 15.12.2013 14:10

Das Licht in der Blindgasse - Eine kleine Adventsgeschichte

Am unteren Ende des Marktplatzes zweigt relativ unscheinbar zwischen den vornehmen Häusern eine kleine Gasse ab. Folgt man ihr, so biegt nach einigen Metern eine noch unscheinbarere Gasse nach rechts ab, die man nur in wenigen Stadtplänen verzeichnet findet, da sie so klein ist. Blindgase wurde sie irgendwann einmal genannt und das vielleicht deshalb, weil sie nur ein kurzes Stück bis zu einem Haus führt und dort endet. Gerade mal sieben Hausnummern gibt es in dieser Gasse, drei ungerade auf der rechten und drei gerade auf der linken Seite. Das Haus am Ende der Gasse, obwohl weder links noch rechts, sondern eben einfach in der Mitte gelegen, hat die Hausnummer Sieben bekommen. In diesem Haus war früher einmal ein kleines Geschäft. Hans Ohrenbeißer verkaufte dort allerlei kleinen Handwerkerbedarf, Schrauben, Nägel und das passende Werkzeug dazu. In seiner kleinen Werkstatt hinter dem Haus hat er kleine Reparaturen durchgeführt, denn er war sehr geschickt. Die Leute kamen mit ihren kaputten Fahrrädern zu ihm. Aber auch, um ihre Messer schleifen zu lassen. Selbst kleinere Möbelstücke zimmerte Herr Ohrenbeißer in seiner Werkstatt.
Entgegen seinem Namen war Hans Ohrenbeißer ein sehr friedlicher Mensch. Er war nicht etwa Boxer oder so in einem früheren Leben. Nein, er wohnte schon immer im Haus Nummer Sieben, wie auch schon seine Eltern und Großeltern. Seine Frau ist früh gestorben und sie hat ihn mit einer bildhübschen Tochter zurückgelassen. Ina war sein ein und alles. Wenn er am Morgen aufwachte und ihr Lächeln sah, dann wusste er, dass es sich auch diesen Tag wieder lohnte zu leben und den nächsten und so weiter. Dieses Lächeln war sein Sonnenschein, auch wenn es um ihn herum immer trüber wurde. Immer weniger Leute kamen in sein Geschäft, schließlich machte er den Laden zu, er war zu alt, um große Modernisierungen durchzuführen, die sein Geschäft attraktiver gemacht hätten. Daher verirrte sich auch kaum ein Mensch mehr in die Blindgasse, außer dem Postboten, der die wenigen Briefe brachte, die Herr Ohrenbeißer noch bekam.
Irgendwann hat seine Tochter geheiratet. Ein ganz netter Mann vom anderen Ende der Stadt. Herr Ohrenbeißer freute sich für sie, auch wenn er nun allein im Haus zurück blieb, in seiner kleinen Wohnung im ersten Stock über dem Laden. Doch trotz seines Alters war er noch gut zu Fuß und konnte seine Tochter und dann auch das bald geborene Enkelkind regelmäßig besuchen. Dann konnte er immer etwas Lebensfreude tanken, die ihm über die stillen Tage in seiner einsamen Wohnung hinweghalf. An den langen Tagen bastelte er liebevoll in seiner Werkstatt aus Holz allerlei Spielzeug für den kleinen Jonas, Holzfiguren, eine Krippe, ein Polizeiauto, eine Eisenbahn. Immer hatte er neue Ideen und Jonas freute sich schon darauf, was sein Opa ihm als nächstes mitbrachte.
So hätte es noch lange weitergehen können. Doch das Leben spielt mit den Menschen und gerade wenn man dabei ist, es sich schön und gemütlich zu machen, reißt es einen jäh aus den süßen Träumen. Eines Abends stand Ina vor der Tür, in der einen Hand einen Koffer, in der anderen den kleinen Jonas. Als Herr Ohrenbeißer Tochter und Enkel da stehen sah, wusste er, dass etwas Schlimmes passiert sein musste, aber er fragte nicht, führte die beiden in die gemütliche Wohnstube und kochte erst einmal einen Tee. Seither wohnen Ina und Jonas wieder in der Blindgasse, im zweiten Stock unter dem Dach.
Ina hat einen guten Beruf bei der Bank, das Geld reicht aus, so dass sie für sich und ihren Sohn sorgen kann. Mit ihren Kollegen auf der Arbeit versteht sie sich gut. Doch oft vermisst sie die Geborgenheit, wenn sie nach Hause kommt. Aber ihre Tage sind so ausgefüllt, dass sie kaum zum Nachdenken kommt. Auch kommt ihr Vater langsam in ein Alter, in dem er nicht mehr alles selbst erledigen kann und mehr und mehr muss Ina sich um all die anfallenden Reparaturen kümmern, damit das Haus in der Blindgasse in einem einigermaßen guten Zustand bleibt.
Jonas hat gute Noten in der Schule. Mit seinen Freunden versteht er sich gut. Doch wenn ein Schulfest oder eine Sportveranstaltung anstehen – Jonas spielt leidenschaftlich gerne Fußball – dann wird ihm doch bewusst, wie sehr ihm ein Vater fehlt, auf den er stolz sein kann und der stolz ist auf seinen Sohn, nicht nur, wenn er wieder einmal das entscheidende Tor geschossen hat. Auch wenn seine Mutter ihm so viel Liebe schenkt, kann sie doch den Vater nie ganz ersetzen.
Es gab immer wieder Männer, die um Ina warben. Sie ist eine attraktive Frau. Aber sie hat auch ihren eigenen Kopf. Nachdem sie ihr Leben nun so gut selbst organisiert hatte, konnte sie keinen Mann brauchen, der nur eine liebe Frau im Haus hinter dem Herd suchte. Sie wollte nicht nur ein kleines Glück, um das Leben etwas angenehmer zu machen und die Einsamkeit zu vertreiben, sondern sie wünschte sich das große Glück, das das ganze Leben durchdrang und einen nie zur Ruhe kommen lässt, sondern hinführt zu immer neuen Entdeckungen.
„Du, Papa“, sagt sie eines Abends zu ihrem Vater, „was ist denn eigentlich mit dem Geschäft? Da steht alles noch so herum, wie du es vor zehn Jahren zurückgelassen hast. Ich habe da eine Idee, was wir machen könnten.“ Ihr Vater blickt sie etwas skeptisch an, er weiß, dass seine Tochter manchmal ungewöhnliche Ideen hat und er staunt immer wieder darüber, was sie so alles fertig bringt. Was hat sie wohl jetzt wieder im Sinn? Über den Laden hat er sich lange keine Gedanken mehr gemacht. Zuerst fand sich kein Mieter, denn wer hätte schon in dieser abgelegenen Gasse einen Laden eröffnen wollen. Nun wollte er auch keinen mehr, denn das bringt ja doch nur Komplikationen mit sich. Aber nun schien seine Tochter ihm ja die ohnehin nicht allzu großen Sorgen um den Laden abgenommen zu haben.
„Ich würde gerne ein kleines Café aufmachen, aber nicht eines für die schicken Leute, sondern eines, wo sich alte und einsame Menschen treffen können. Wir backen selber etwas Kuchen und die Leute können dann bei einer Tasse Tee gemütlich beisammen sitzen.“
„Da steckt aber viel Arbeit drin, wie willst du denn das Geschäft so einfach umbauen?“
„Ach lass mich mal nur machen, ich hab da schon meine Ideen. Den Ladentisch können wir gut als Tresen nehmen, die Regale dahinter für das Geschirr. Da müssen wir nur alles etwas aufräumen und neu Streichen, dann sieht das prima aus und den anderen Krempel schmeißen wir raus, dann haben wir Platz für die Tische.“
Tatsächlich hat Ina mit Hilfe einiger Freunde bis zum Samstag vor dem Ersten Advent alles hinbekommen. Der Laden war nicht wieder zu erkennen. Durch einen glücklichen Zufall hatte sie noch irgendwo Tische und Stühle herbekommen, die sie dann ebenfalls frisch lackiert hatte. Alles glänzte. Am Abend zuvor hat sie mehrere Kuchen gebacken, Kirschstreusel, Marmorkuchen und leckere Plätzchen. Das Teewasser kochte, es gab auch Glühwein und Kinderpunsch. In der Stadt hingen Zettel aus, die auf die Neueröffnung hinwiesen. Manch älteren Menschen in der Nachbarschaft, die sie kannte, hat Ina eine Einladung in den Briefkasten geworfen mit einem Gutschein für ein Stück Kuchen und eine Tasse Tee. Das Café sollte in der Advents- und Weihnachtszeit immer Samstags und Sonntags am Nachmittag geöffnet sein, dann würde man weitersehen.
Für das Schaufenster hat Ina sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie hat eine große Krippenlandschaft aufgebaut. Noch war der Stall von Betlehem leer und die Hirten auf den Feldern mit ihren Herden ahnten nichts von dem, was hier bald geschehen würde. Doch von fern waren schon die Heiligen Drei Könige mit ihrem prunkvollen Gefolge zu sehen, mit Pferden, Kamelen und Elefanten. Und die Engel im Himmel beratschlagten schon darüber, wie sie die große Freude auf Erden wohl am eindrucksvollsten verkünden könnten, welche Instrumente man wählten sollte und was wohl der beste Spruch wäre, um die Botschaft von dem, was da geschehen sollte – aber pssst, noch war es streng geheim – am besten rüberzubringen.
Zunächst schien es so, als würde niemand das kleine Café in der kleinen Gasse abseits des Marktplatzes ansteuern, aber dann kam doch eine ältere Dame aus dem Nachbarhaus. Früher, sagte sie, habe sie immer bei Inas Vater eingekauft, kannte auch noch den Großvater. Nun wollte sie mal sehen, was aus dem Laden, der so lange leer gestanden hat, geworden ist. Es kam auch noch ein älterer Herr, der zwei Straßen weiter wohnte. Dann kam eine Familie mit drei Kindern, die den Zettel am Marktplatz gelesen hatten und nun die Krippe anschauen wollten. Bald saß eine kleine Gruppe von Menschen zusammen und man unterhielt sich über dies und jenes. So sollte es nun jedes Wochenende sein. Ein kleiner Kreis älterer Stammgäste bildete sich heraus, die sich schon die ganze Woche auf das Zusammensein im Café freuten. Und immer wieder kamen neue Gäste hinzu.
Besonders freute sich Ina über die Kinder, die ihre Eltern vom Marktplatz weg in die kleine Gasse zogen und staunend die Krippe betrachteten. Und da gab es jedes Wochenende etwas Neues zu entdecken. An einem Wochenende sah man Maria, wie sie ihre Cousine Elisabeth im hintersten Winkel des Gebirges besuchte. In der anderen Woche sah man Maria auf dem Esel mit Josef, wie sie von zuhause aufbrachen. Dann sah man sie in Betlehem vergeblich an verschlossene Türen klopfen. Und dann war der Tag da, an dem das Kindlein in der Krippe lag, die Engel ihren lange vorbereiteten Lobgesang auf Erden anstimmten und die Hirten ganz verwirrt von ihren Schafen zur Krippe eilten.
Auch wenn das Café am Weihnachtstag geschlossen blieb, so war doch ganz neues Leben eingekehrt in die sonst so stille Blindgasse. Und immer wieder machten die Leute bei ihrem Weihnachtsspaziergang einen keinen Umweg vom Marktplatz weg, um nach der Krippe zu sehen. Und an den Abenden, an denen es früh schon dunkel wurde, leuchtete das Licht der Krippe aus dem Schaufenster bis an den Anfang der kleinen Gasse. In der Stadt war ein kleines neues Licht aufgegangen, neues Leben erwacht. Und die Menschen, die in die Blindgasse kamen, nahmen etwas mit von diesem Licht mit nach Hause und so kam es, dass es in der ganzen Stadt etwas heller zu sein schien als zuvor.
An einem Samstag – Ina erinnert sich noch genau an diesen Tag – kam ein junger Mann in das Café. Er setzte sich an einen Tisch im Eck und trank in Ruhe seinen Tee. Dabei las er in seinem Buch und schien die Welt um sich herum nicht wahrzunehmen. Er kam öfter, immer saß er an dem Tisch im Eck. Doch eines Tages fing er an, mit den älteren Menschen zu reden. Und schon nach einiger Zeit wurde er von den Stammgästen sehsüchtig erwartet und herzlich begrüßt. Sie freuten sich, wenn er da war und ihnen zuhörte, wenn sie ihre Geschichten erzählten. Sie freuten sich über sein Lächeln, das sie mit ihren Geschichten auf sein Gesicht zaubern konnten. Und eines Tages merkte auch Ina in ihrem Herzen, dass sie auf das Kommen dieses Gastes wartete. Doch das ist eine andere Geschichte, die wir vielleicht später einmal erzählen wollen.

von 14.12.2013 14:05

14.12.Hl. Johannes vom Kreuz
1542-1591
Ordenspriester Kirchenlehrer



Hl. Johannes vom Kreuz In einer dunklen Nacht,
entflammt von Liebessehnen,
o seliges Geschick!
entfloh ich unbemerkt,
da nun mein Haus in Ruhe lag.
So beginnen die Gesänge einer Seele des Hl. Johannes vom Kreuz. Johannes vom Kreuz (1542-1591) lebte in Spanien. Mit 18 Jahren trat er in den Karmeliterorden ein. Der Zustand dieses Ordens erschütterte ihn und er gründete zusammen mit Teresa von Avila mit den "Unbeschuhten Karmeliten" einen Reformzweig. Dabei hatte er mit heftigem Widerstand seitens des Ordens zu kämpfen und wurde sogar monatelang eingekerkert.
Besonders in der Zeit der Kerkerhaft wurden ihm mystische Gotteserfahrungen zu Teil. Die Gedichte und dazugehörigen Erklärungen, die er niedergeschrieben hat, zeugen von diesen Erfahrungen. 1926 wurde er zum Kirchenlehrer erhoben.
Was ist nun jene dunkle Nacht die Johannes vom Kreuz besingt? Sie ist ein Zustand, in den Gott die Seele führt, die er liebt. Ein Mensch, der nur Gutes erfährt, der gleichsam immer auf der Sonnenseite des Lebens steht, vergißt zu leicht, dass alles, was er hat, nur Geschenk ist, ihm nur vorübergehend anvertraut, vergänglich. Allzu schnell können weltlicher Besitz und weltliches Glück vergehen.

"Da die Festtracht, die ihr tragt, euch veranlaßt, nicht so gering wie billig von euch zu denken, so legt sie ab, damit ihr, wenn ihr euch fortan im Werktagskleid vorfindet, einseht, dass ihr nicht mehr verdient und wer ihr überhaupt seid. Dies Beispiel führt der Seele ihre Erbärmlichkeit vor Augen, die ihr vorher verborgen war; denn als sie noch festlich einherging und viel Trost, Süßigkeit und Unterstützung bei Gott fand, war sie selbstsicherer und mit sich selbst zufriedener, und es kam ihr vor, Gott einigermaßen zu Diensten zu sein."

Die dunkle Nacht ist die Selbsterkenntnis unserer Schwachheit und Armseligkeit, die Erkenntnis, dass wir alles, was wir sind und haben, allein und ganz Gott verdanken. Diese Einsicht kann sehr schmerzhaft sein und doch ist sie der entscheidende Schritt hin zu einer tieferen Vereinigung mit Gott. Denn wenn wir erkennen, dass wir aus uns nichts haben, sondern alles als Geschenk von Gott empfangen, so werden wir auch offen und dankbar für seine Geschenke und nun kann Gott uns in noch viel größerem Maße als zuvor seine Liebe erweisen.
Nach dieser Liebe Gottes sehnt sich unsere Seele. Nur Gott kann unsere tiefste Sehnsucht stillen. Wenn wir das Verlangen nach irdischen Gütern abgelegt haben, wenn wir nicht mehr falschen Trost suchen, dann kann Gott unser Verlangen stillen und uns bleibenden Trost schenken. Loslassen, um zu empfangen, nichts haben wollen, um alles zu bekommen, das ist das Geheimnis des Weges mit Gott. Davon sagt der Hl. Johannes vom Kreuz: [/b[b]]"Um dahin zu kommen, alles zu schmecken,
wolle an nichts Geschmack haben.
Um dahin zu kommen, alles zu besitzen,
wolle in nichts etwas besitzen.
Um dahin zu kommen, alles zu wissen,
wolle in nichts etwas wissen."

Loslassen von allem Irdischen, frei sein, zur Ruhe kommen. So kann die Seele dem irdischen Gefängnis entfliehen und zu ihrer wahren Heimat bei Gott gelangen. Das meint keine pessimistische Weltverachtung. Die Welt an sich ist sehr gut von Gott geschaffen. Aber es ist unsere Versuchung, uns an diese Welt zu binden und dabei den Schöpfer, an den allein wir uns binden sollen, zu vergessen.
Bitten wir Gott, dass er uns Momente der Selbsterkenntnis schenken möge, wenn sie auch noch so schmerzhaft sind. Bitten wir ihn, dass er uns Kraft gebe, alles Irdische loszulassen. Bitten wir ihn, dass er uns frei mache, damit wir in Freiheit zu ihm gelangen. Haben wir Verlangen nach der Liebe Gottes, die allein unsere Sehsucht stillt und uns allein glücklich machen kann.

So blieb ich und vergaß mich selbst,
neigte das Antlitz über den Geliebten.
Alles erlosch, ich gab mich auf,
ließ meine Sorge fahren,
vergessen unter Lilien.

von 13.12.2013 10:26

13.12.Hl. Luzia , ca. 286 - 310
Jungfrau, Märtyrin


Hl. Luzia Lucia war ein hübsches, freundliches und lustiges Mädchen. Sie stammte aus einer reichen Familie aus Syrakus auf Sizilien. Und sie war begeistert von Jesus Christus. Seine Liebe spürte sie in ihrem Herzen, diese Liebe wollte sie anderen weiterschenken, wollte deren Leben hell machen mit dieser Liebe.
Doch ihre Eltern konnten nicht verstehen, was sie an diesem Jesus fand, wollten sie mit einem ordentlichen Mann verheiraten. Luzia aber wollte um Jesu Willen Jungfrau bleiben.
Damals wurden die Christen verfolgt. Die hl. Luzia gehörte um das Jahr 300 zu den treuen Anhängern Jesu. Diese kamen damals in den dunklen Gängen der Katakomben zusammen, die unterhalb der Stadt lagen, und beteten zu Gott. Die hl. Luzia brachte dort ihren Freunden heimlich Lebensmittel. Sie setzte sich dabei einen Lichterkranz auf ihren Kopf, damit sie in der Dunkelheit den Weg fand und die Hände frei hatte, um das Essen tragen und verteilen zu können.
Als ihre Mutter krank wurde, unternahm Lucia mit ihr eine Wallfahrt nach Catania zum Grab der hl. Agatha. Ihre Mutter wurde gläubig und half nun Luzia dabei, den für sie auserkorenen Bräutigam wieder los zu werden. Mutter und Tochter verteilten das ganze Vermögen an die Armen. Der zukünftige Bräutigam merkte, dass etwas nicht stimmte, doch zunächst konnte die Mutter ihn sogar mit einer List dazu überreden, beim Verschenken des Vermögens mitzuhelfen.
"Luzia hat ein nützlicheres Gut gefunden und dafür gibt sie alles her, was sie hat."
Dass dieses nützlichere Gut kein Irdisches war, sondern vielmehr ein bleibender Schatz im Himmel, ahnte der zukünftige Bräutigam zunächst nicht. Doch bald merkte er, dass er um die erhoffte reiche Mitgift betrogen wurde. Aus Wut zeigte er Luzia bei den Behören als Christin an. Sie wurde vor den Statthalter geführt und legte vor ihm Zeugnis für den Glauben ab: "Ich habe mein Gut an einen sicheren Ort gelegt", antwortete sie, als sie gefragt wurde, was mit dem Erbe der Familie geschehen war.
Sie sagte, dass sie ihre Reinheit bewahren wolle, um so ein Tempel des Heiligen Geistes zu sein. Doch der Statthalter verspottete sie und wollte sie in ein Haus bringen lassen, wo ihr die Unschuld geraubt werden sollte. Doch tausend Männer und mehrere Ochsengespanne vermochten es auf einmal nicht, Luzia von der Richtstätte wegzubewegen. Sie legte vor der immer größer werdenden Menschenmenge Zeugnis ab für Jesus. Da stieß man ihr ein Schwert durch die Kehle, doch sie sprach weiter. Auch die Augen soll man ihr ausgerissen haben. Erst als ein Priester kam und ihr die Heilige Kommunion spendete entschlief sie in Frieden und ging heim zu ihrem geliebten Bräutigam Jesus Christus.
Ihr Grab wurde in der Luzia-Katakombe in Syrakus wiederentdeckt, was sie auch in der Augen der Geschichtswissenschaftler zu einer historischen Person macht. Besonders in Schweden ist der Luzia-Tag mit besonderem Brauchtum geschmückt. Die älteste Tochter geht am Morgen mit einem Lichtkranz durch das Haus und weckt mit ihrem Licht und duftendem Gebäck ihre Eltern und Geschwister.

Luzia heißt übersetzt "die Leuchtende". In den langen Nächten des Winters sehnen wir uns besonders nach dem Licht. Luzia will uns den Sieg des Lichtes über die Finsternis verkünden. Gott will, dass es bei uns hell wird. Wir selber sollen, wie die hl. Luzia es getan hat, das Licht Gottes bei uns leuchten lassen und es weiter tragen zu den Menschen. Gott hat es nicht aufgegeben, es hell bei uns werden zu lassen.
Gott will, dass wir Menschen einander vertrauen, dass wahrer Friede herrscht, Freude und Gerechtigkeit. Mit Gott dürfen wir Hoffnung haben, dass dies möglich ist. Wir wollen dieses Licht der Hoffnung in unsere Herzen einlassen und es nach Hause tragen in unsere Familien, Schulklassen und an unseren Arbeitsplatz, damit sich an diesem Licht Neues entzünden kann und unsere Welt heller wird.
Möge Gottes Licht uns die dunkle Zeit erhellen, möge sein Licht uns den Weg zeigen und unseren Herzen Hoffnung schenken.

von 12.12.2013 19:55

12. Dezember - Aus dem Kirchenjahr

Mitten in der vorösterlichen Fastenzeit liegt der Sonntag Laetare. Er ist benannt nach dem Anfangswort seines Introitus: Laetare Jerusalem, Sei fröhlich, Jerusalem. Zu Laetare wurde ehedem vom Papst eine goldene Rose geweiht, mit deren Überreichung einer der christlichen Fürsten ausgezeichnet wurde. Der Sonntag hieß danach auch Domenica de Rosa, Rosensonntag.

Die römischen Priester dürfen an diesem Tage rosenfarbene Messgewänder tragen. Vom Rosensonntag, der mancherorts karnevalsähnlich begangen wurde, ist der Name in Köln auf den Rosenmontag, den Termin des festlichen Umzugs, übertragen worden. Zu Laetare wurde Mitt-Fasten begangen, nachdem von Donnerstag auf Freitag nach Oculi die Mitte der Fastenzeit erreicht worden war. Die Woche von Laetare endet mit dem Samstag Sitientes, wiederum benannt nach dem Anfangswort des Introitus: Sitientes venite ad aquas dicit Dominus, Ihr Dürstenden, kommet zu den Wassern, spricht der Herr. Danach beginnt mit dem Sonntag Judica die Passionszeit.

Um den 12. bis 13. Dezember herum liegt die Mitte der Adventszeit. Der Sonntag Gaudete ist benannt nach dem Anfangswort seines Introitus: Gaudete in Domino semper; iterum dico gaudete, Freuet euch im Herrn allezeit; noch einmal sage ich: freuet euch. Gaudete, der dritte Sonntag im Advent, fällt auf den 11. bis 17. Dezember. So kann man Gaudete als Mitte der Adventszeit ansehen. Wie zu Laetare dürfen die Priester an Gaudete rosenfarbene Gewänder tragen. Wie zu Laetare die Vorfreude durchbricht, so scheint sie auch auf am dritten Advent. Dann sind es noch acht bis vierzehn Tage bis zum Weihnachtsfest (25.12.).

Mit dem Sonntag Gaudete beginnt die Quatemberwoche, die den Beginn des Winters anzeigt. - Die Kirche im Osten beging seit etwa 300 in der Zeit vor Weihnachten ein Fest der Mutterschaft Mariens (vgl. 11.10.), das um 500 in Rom übernommen und auf den Mittwoch nach Gaudete festgesetzt wurde. So erhielt der Quatembermittwoch im Advent den Namen Missa aurea, Goldene Messe. Aus dieser wiederum sind die Rorate-Messen (s. 15.12.) hervorgegangen. - Frühlings-Quatember ist in der Woche nach Invocabit, Sommer-Quatember in der Pfingstoktav und Herbst-Quatember in der Woche, die auf diejenige folgt, in der das Fest der Kreuzerhöhung (14.9.) begangen wird.

Die Quatember-Tage zu Beginn der vier Jahreszeiten sind der Mittwoch, der Freitag und der Samstag der jeweiligen Quatember-Woche. Am Mittwoch gibt es drei statt zwei Lesungen. Seinen Höhepunkt findet die Quatember-Woche am Samstag mit sieben Lesungen. Dann werden häufig auch die heiligen Weihen gespendet, insbesondere die Priesterweihe.

Die Quatember-Tage sind traditionell Fasten- und Bußtage. - Die frühen Christen fasteten nicht wie die Pharisäer montags und donnerstags, sondern mittwochs und freitags. Dies erhielt sich an den Quatembertagen, die auch noch den Samstag umfassen, den die Juden als Sabbath feierlich begehen. - In voll ausgebildeter Form sind die vier Quatember-Wochen ab St. Leos des Großen (11.4.) Pontifikat nachzuweisen (vgl. 14.10.). Ihr Name ist abgeleitet von den Worten quattuor tempora, vier Zeiten.

Während der Adventszeit, an den Weihnachtstagen , am Fest der Beschneidung des Herrn (1.1.) und dem der Epiphanie (6.1.), während der vorösterlichen Fastenzeit sowie der Vorfastenzeit, der Osteroktav, Misericordia Domini, Christi Himmelfahrt (s. 30.4.), in der Pfingstoktav und an den Quatembertagen wurde die hl. Messe früher vom Papst in bestimmten, bedeutenden Kirchen Roms zelebriert. Diese Stationskirchen sind in den vier Quatember-Wochen stets dieselben: mittwochs Groß St. Marien (s. 5.8.), freitags die Kirche zu den hll. Zwölf Aposteln und samstags St. Peter (s. 18.11.).

von 11.12.2013 11:42

8. Dezember - Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariae

Immaculata :Am 8. Dezember feiert die Kirche eines der höchsten Marienfest, das Fest der Unbefleckten Empfängnis.

Das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis wurde vom seligen Papst Pius IX. (1846 - 1878) am 8. Dezember 1854 feierlich verkündigt. Dies bestätigend erschien die Muttergottes vier Jahre darauf zu Lourdes als Unbefleckte Empfängnis (siehe 11.2.).

Der Osten feierte das Fest an manchen Orten seit dem 10. bis 12. Jahrhundert als Tag der Empfängnis der Allerheiligsten Gottesmutter durch Anna, im Westen führte es Anselm von Canterbury um 1100 für seine Diözese ein. 1477 führte Papst Sixtus IV. das Hochfest in Rom ein. 1708 wurde das Fest als Mariä Empfängnis durch Clemens XI. für die ganze katholische Kirche vorgeschrieben.

Papst Pius IX. schließlich verkündete am 8. Dezember 1854 in seiner Bulle (auch Päpstliche Bulle) Ineffabilis Deus (‚Der unbegreifliche Gott') das Dogma von der unbefleckten Empfängnis Mariens:


„Zur Ehre der Heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit, zur Zierde und Verherrlichung der jungfräulichen Gottesgebärerin, zur Erhöhung des katholischen Glaubens und zum Wachstum der christlichen Religion, in der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und der Unseren erklären, verkünden und bestimmen Wir in Vollmacht unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und in Unserer eigenen: Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch einzigartiges Gnadengeschenk und Vorrecht des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechts, von jedem Fehl der Erbsünde rein bewahrt blieb, ist von Gott geoffenbart und deshalb von allen Gläubigen fest und standhaft zu glauben. Wenn sich deshalb jemand, was Gott verhüte, anmaßt, anders zu denken, als es von Uns bestimmt wurde, so soll er klar wissen, dass er durch eigenen Urteilsspruch verurteilt ist, dass er an seinem Glauben Schiffbruch litt und von der Einheit der Kirche abfiel, ferner, dass er sich ohne weiteres die rechtlich festgesetzten Strafen zuzieht, wenn er in Wort oder Schrift oder sonstwie seine Auffassung äußerlich kundzugeben wagt."

Tota pulchra es Maria,
et macula originalis non est in te.
Tu gloria Ierusalem.
Tu laetitia Israel.
Tu honorificentia populi nostri.
Tu advocata peccatorum.
O Maria,
o Maria,
virgo prudentissima,
mater clementissima,
ora pro nobis,
intercede pro nobis ad Dominum Iesum Christum.
Amen

Ganz schön bist du, Maria,
keine Makel der Erbschuld ist an dir.
Du bist der Ruhm Jerusalems,
du die Freude Israels.
Du bist die Ehre unseres Volkes,
du die Fürsprecherin der Sünder.
O Maria,
o Maria,
du weiseste Jungfrau,
du mildeste Mutter,
bitte für uns,
tritt ein für uns bei unserem Herrn Jesus Christus.
Amen


(Grenoble, 1402)

Am 8. Dezember wird ebenfalls der hll. Sabina, Alfreda bzw. Elfriede und Editha gedacht. Diese drei Frauen wurden 819 von ins Land einfallenden Normannen im flämischen Hennegau umgebracht (vgl. 21.10.). - Seit dem Überfall auf das schottische Kloster Lindisfarne im Jahre 793 suchten die heidnischen Wikinger bzw. Normannen plündernd und raubend die Reiche des zu jener Zeit entstehenden Abendlandes heim. Auch das Frankenreich hatte unter ihnen stark zu leiden, insbesondere im 9. Jahrhundert (vgl. 2.2.). In Caestre bei Hazebrouck wurden Sabina, Alfreda und Editha beigesetzt. Von diesem Ort aus verbreitete sich ihre Verehrung.

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