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von 10.08.2013 12:58

10. August - Hl. Laurentius; Ged. d. hl. Philomena

Der hl. Laurentius soll hispanischer Herkunft gewesen sein. - In Rom wurde er Archidiakon des heiligen Papstes Sixtus II. (6.8.). Dieser hatte vor seiner Wahl zum Nachfolger Petri als Archidiakon den Jüngling Laurentius selbst im Glauben unterwiesen.

Es wird berichtet, daß Papst Sixtus auf dem Weg zur Hinrichtung von seinem Archidiakon begleitet wurde. Dieser fragte den Heiligen Vater: „Wohin willst du ohne deinen Diakon gehen? Warum willst du das Opfer darbringen ohne mich, den du selbst unterrichtet hast. Opfere mich auf, damit du in angemessener Begleitung zur Krone gelangest!“ Sixtus entgegnete ihm: „Schwache Schüler gehen dem Lehrer voran, starke folgen ihm, denn sie bedürfen seiner nicht mehr. Nach drei Tagen wirst du deinen Kampf zu bestehen haben und mir folgen.“

Nachdem Sixtus II. und sechs seiner Diakone am 6. August 258 hingerichtet worden waren, ergriff man auch Laurentius, den Erzdiakon des Papstes. Dieser aber bat um drei Tage Zeit, um den Schatz der Kirche heranzuschaffen und ihn dem Kaiser Valerian (253 - 260) zu übergeben. Während dieser drei Tage verteilte Laurentius das gesamte Vermögen der Kirche Roms an Arme und Kranke. Dann rief er diese noch einmal zusammen, führte sie vor den Kaiser und wies auf sie mit den Worten: „Das ist der Schatz der Kirche.“

Daraufhin wollte man St. Laurentius zum Götzenopfer zwingen, das er aber standhaft ablehnte. Er wurde geschlagen und dann in den Kerker geführt, wo er den hl. Romanus (9.8.) taufte. - Bereits in der Nacht führte man ihn wieder heraus und stellte ihn vor den Kaiser. Als Laurentius das Götzenopfer wiederum ablehnte, wurde ein eisernes Gestell in Form eines Bettes herbeigebracht. Darunter entzündete man ein Kohlenfeuer und legte den gebundenen Heiligen auf das Gestell; mit großen Gabeln sollte er gewendet werden. Kurz vor seinem Tode sagte Laurentius zum Kaiser: „Der Braten ist auf der einen Seite schon fertig. Dreh ihn um, und iß!“ Sogleich, nachdem er diese Worte ausgesprochen hatte, starb der hl. Laurentius.

Der heilige Erzdiakon wurde in einem Coemeterium an der Via tiburtina bestattet. Kaiser Konstantin (306 - 337) errichtete eine St. Laurentius-Kirche vor den Mauern. San Lorenzo fuori le Mura ist heute eine der sieben Hauptkirchen Roms (vgl. 26.5.).

Schon zu Beginn des 4. Jahrhunderts zählte der hl. Laurentius zu den meistverehrten Martyrern. Bereits zu jener Zeit wurde der 10. August ihm zu Ehren festlich begangen. - Als Kaiser Otto I. (936 - 973) am 10. August 955 auf dem Lechfeld den entscheidenden Sieg über die bis dahin ständig ins Reich einfallenden Ungarn errang (vgl. 4.7.), schrieb man diesen Erfolg auch der Fürbitte des hl. Laurentius zu. Sein Kult erlebte einen bedeutenden Aufschwung.

Seit dem Spätmittelalter stellte man St. Laurentius häufig zusammen mit dem St. Stephanus (26.12., 3.8.) und St. Vincentius Levita (22.1.) dar und verehrte sie als die drei heiligen Diakone.

Am 10. August wird auch die hl. Philomena geehrt. - Ihre Reliquien wurden am 25. Mai 1802 in der Prsicilla-Katakombe entdeckt. Der Grabstein zeigt außer dem Namen und dem Gruß „Friede sei mit dir. Amen“ Anker, Pfeil, Palmzweig, zwei weitere Pfeile, Geißel und Lilie.

1805 erhielt Don Franziskus de Lucia die Reliquien, die er am 10. August jenes Jahres, dem Vortag des zehnten Sonntags nach Pfingsten, in die Kirche seiner Pfarrei Mugnano überführte. Wunder ereigneten sich, sobald die Reliquien den Ort erreicht hatten. Die Verehrung Philomenas begann, sich zu verbreiten.

Drei Personen empfingen unabhängig voneinander übernatürliches Wissen in bezug auf die hl. Philomena: Ein junger Künstler, ein Priester und eine Ordensfrau. Alle drei stimmten darin überein, daß Kaiser Diokletian (284 - 305) die Heilige zu seiner Gemahlin machen wollte und daß Philomena den Heiden abwies. Dies war dann der Anlaß für ihr Martyrium.

Die Legende der Heiligen erzählt weiterhin, daß sie die Tochter eines griechischen Königs war, der zusammen mit seiner Gemahlin die Taufe empfangen hatte aus Dankbarkeit darüber, daß sie nach langer Zeit vergeblichen Hoffens Eltern wurden. Als ihre Tochter Philomena dreizehn Jahre alt war, besuchte die Familie Rom, denn Diokletian hatte dem kleinen Reich mit Krieg gedroht. Sobald der Kaiser Philomena sah, begehrte er sie zur Frau. Wenn er Philomena bekäme, so versprach er den Eltern, wollte er ihr Königreich verschonen. Philomena hatte jedoch das Gelübde der Keuschheit abgelegt. So wies sie Diokletian ab. Nach ihrer Weigerung wurde die hl. Philomena als Christin eingekerkert und gegeißelt. Als Diokletian erkannte, daß er es nicht vermochte, ihren Willen zu brechen, ließ er Pfeile auf sie schießen, um sie damit zu töten. Doch diese kehrten auf ihrer Bahn um und trafen die Schützen. Daraufhin wurde die hl. Philomena enthauptet. Dies soll am Freitag, den 10. August 302 geschehen sein.

1826 gestattete Papst Leo XII. (1823 - 1829) regional die Feier des Gedächtnisses Philomenas mit einer hl. Messe am 11. August. Gregor XVI. (1831 - 1846) erkannte die Martyrin 1837 noch einmal ausdrücklich als Heilige an und erhob vier Jahre darauf die Feier ihres Gedächtnisses zum Fest. Das Königshaus beider Sizilien (vgl. 2.8.) erwählte St. Philomena zur Landespatronin. Der heilige Pfarrer von Ars (8.8.) gehörte zu ihren glühendsten Verehrern. - 1961 wurde das am 11. August begangene Fest aus dem Kalender entfernt und das Meßformular der hl. Philomena abgeschafft. Man konnte höchstens noch die Messe einer heiligen Jungfrau und Martyrin für sie lesen. Seit geraumer Zeit aber ist das Fest der hl. Philomena am 11. August wieder in den Regionalkalender des Bistums Nola, in dem Mugnano liegt, aufgenommen.

von 09.08.2013 08:42


9. August - Der heilige Johannes Maria Vianney


Man schreibt Vianney und sagt Wi-a-nä, Johannes Maria Vianney. Wie aber kann ein Mann Maria heißen? Das kommt daher, weil manche Männer, um ihrer Verehrung zur Mutter Gottes auch äußerlich Ausdruck zu geben, ihrem Taufnamen den Namen Maria beifügen. So wissen wir jetzt schon mal, dass Johannes Maria Vianney ein Marienverehrer war.

Geboren ist Johannes Maria Vianney in einem kleinen Bauernhaus, wo er als viertes Kind guter Eltern im Jahr 1786 geboren wurde. Weil nach ihm dann noch mehr Geschwister zur Welt kamen und der Platz in der Wohnung immer enger wurde, musste Johannes sein Bett im Stall neben den Tieren aufstellen.

Am Unterricht an der Schule hat Vianney deswegen nur selten teilnehmen können, weil er den Sommer über das Vieh hüten musste. Daher lernte er auch nur notdürftig das Lesen, Rechnen und Schreiben. Dazu kam der traurige Umstand, dass der Bauernjunge nur wenig begabt war. Den Katechismus wusste er allerdings auswendig, wie er denn sowieso ein frommer Junge war, der beim Viehhüten nicht nur Strümpfe strickte, wie es damals üblich war, sondern auch so manchen Rosenkranz betete, wobei er zwischen den einzelnen Gesätzlein ein Marienlied sang. Mit Leib und Seele, also ganz und gar, war Johannes nämlich der Gottesmutter Maria zugetan. In der Rocktasche trug er eine kleine Marienstatue bei sich. Als er einmal Weinbergsarbeit verrichten musste, die für seine Kräfte allzu schwer war, stellte er die Statue immer fünf Schritte weit vor sich hin. So hackte und schaufelte er gleichsam unter Marias Augen auf sie zu. Da ging ihm die Arbeit so rasch vonstatten, dass er damit früher fertig war als der ältere Bruder mit seinem Anteil. Wie froh war Johannes, dass ihm die liebe Mutter Gottes auch da wieder gut vorangeholfen hatte. Maria hilft eben immer allen, die sich in der Not an sie wenden.

Vianneys Jugend fiel in die böse Zeit der Französischen Revolution. Damals wurde die Religion von Staats wegen abgeschafft; manche erlitten wegen ihres Glaubens Kerker und Tod, und diejenigen, die einen der flüchtigen Priester der Polizei auslieferten, feierte man geradezu als Helden.

Wirkliche Helden dagegen waren die Priester, die in allen möglichen Verkleidungen, als Knechte, Handwerker oder Hausierer, stets gehetzt und in Angst, von Ort zu Ort zogen. Nachts in abgelegenen Feldscheunen oder im Wald unter freiem Himmel feierten sie die heilige Messe, spendeten die Taufe, hörten die Beichte und segneten Ehen ein. Bei einer solchen Gelegenheit erhielt Johannes Vianney in einer Scheune in der Nacht die erste heilige Kommunion. Bei dieser Feier, angeregt durch das Beispiel der mutigen Priester, fasste er den Entschluss, selbst auch Priester zu werden, koste es, was es wolle.

Viel, sehr viel sollte ihn die Ausführung des Planes kosten. Solange die Glaubensverfolgung dauerte, konnte Johannes an das Studieren nicht denken. Und später kam er von Pflug und Rebmesser nicht los. Jahr um Jahr arbeitete er auf dem Hof der Eltern als Knecht ohne Lohn, bis er zwanzigjährig das Studium endlich beginnen konnte. Da jedoch stellte es sich heraus, dass sein Gedächtnis verrostet war. Alles, was er mühevoll lernte, hatte er am folgenden Tag wieder vergessen. Nichts blieb bei ihm hängen, und bei den Prüfungen fiel er regelmäßig durch.

In dieser Not machte der bedauernswerte Student zu Fuß eine Wallfahrt nach einem hundert Kilometer weit entfernten Gnadenbild der Mutter Gottes. Und Maria half ihm auch diesmal wieder. Zwar hatte er es beim Lernen noch nicht leichter, aber er kam wenigstens voran und erhielt schließlich als Dreißigjähriger die Priesterweihe. Es ist nun einmal so, dass alle, die auf die Mutter Gottes ihr Vertrauen setzen, von ihr nicht im Stich gelassen werden.

Über vierzig Jahre hat Vianney dann in dem kleinen Dorf Ars als ein heiliger Priester segensreich gewirkt. Vor allem war er ein begnadeter Beichtvater, der täglich sechszehn Stunden Beichte hörte. Von weither kamen die Leute, nur um sich einmal bei ihm aussprechen zu können. Und wer kam, der musste gewöhnlich acht Tage warten, bis er an der Reihe war. So groß war der Andrang am Beichtstuhl des heiligen Pfarrers von Ars. Und wenn das Holz des Beichtstuhles in der Pfarrkirche zu Ars reden könnte, so würde es von Gnadenwundern ohne Zahl berichten. Von dem heiligen Priester Johannes Vianney ist in der Tat ein unabsehbarer Segen ausgegangen.

von 09.08.2013 00:38

Frevel gegen das Heiligste Sakrament

Die Französische Revolution war eine Zeit manigfacher Verbrechen. Mord und Diebstahl, Niederbrennen und Plünderung der Gotteshäuser,
Verfolgung der Gläubigen schien manchen eine Heldentat. Die Gottlosigkeit machte keinen Halt an den französischen Grenzen,
sondern hatte sehr nachteilige Wirkungen auf viele benachbarte Länder.
In der Schreckenszeit des Jahres 1793 zog ein französisches Regiment durch ein italienisches Dorf, als ein furchtbarer Sturm wütete.
Bäume wurden entwurzelt und Dächer abgedeckt. Es regnet in Strömen. Völlig durchnässt drang ein Trupp Soldaten in die alte Dorfkirche ein,
um Schutz zu suchen vor den tobenden Elementen. Fluchend und schreiend ließen sich die Revolutionäre im geweihten Raum nieder
und warfen Waffen und Gepäck neben sich zu Boden. Ihnen galt die Kirche gerade soviel, wie jedes andere Lokal.
Jedermann hätte gewiß eine Ruhepause gerne gegönnt, wenn sie dem ehiligen Ort die schuldige Ehrfurcht entgegengebracht hätten. Doch welch lautes Fluchen und Verwünschungen!.
„Wein her, Wein her!“ befahl einer... Und Becher!“ schrie ein anderer.“ Ich habe Durst!“
Volle Weinkessel wurden herumgeboten, doch jeder der ein Glas verlangt hatte, war nicht gewillt darauf zu warten.
Er sprang fluchend zum Altar hin, riß gewaltsam die Tabernakeltür auf, ergriff das hostiengefüllte Ziborium
und schüttete die geweihten Hostien auf den Kirchenboden. Dann zeigte er seinen gottlosen Kameraden triumphierend den Kelch,
aus dem er zu trinken gedachte. Doch kaum tauchte er den Speisekelch in den Weinkessel, um ihn zu füllen, stürzte er vor aller Augen tot zu Boden.
Wie einst dem gottlosen, betrunkenen König die schreibende Hand an der Wand das Strafgericht Gottes ankündigte,
so traf auch diesen Frevler die strafende Hand Gottes für seinen höhnischen Missbrauch eines geweihten liturgischen Gefäßes.
Und zum unverkennbaren Zeichen, dass Gott selbst die Heiligkeit des geweihten Kirchenraumes und der geweihten Geräte geachtet wissen will,
blieb dem toten Soldaten das geschändete Ziborium so fest in der erstarrten Hand hafften, dass keiner der bestürtzten,
starken Kameraden ihm das heilige Gefäße zu entwinden vermochte. Man musste den Dorfgeistlichen herbeirufen.
Ihnm gelang es ohne jede Schwierigkeit, den entweihten Speisekelch der Hand des Toten abzunehmen.
Für alle anderen Soldaten war dies eine Furchtbare, jedoch sehr heilsame Lehre. Solch plötzliche Strafen verhängt Gott nur selten.
Sie sind eigentlich eine Gunst der göttlichen Barmherzigkeit, denn dem gestraften, verstockten Sünder ist dadurch die Gelegenheit genommen,
seine Seele durch weitere schwere Sünden zu belasten. Die Augenzeugen kommen aber dadurch zur notwendigen Besinnung und Besserung.
Unser ganzes Verhalte im Gotteshaus soll tiefste Ehrfurcht, festen Glauben und kindliche Liebe zum Ausdruck bringen.

Q: „Der Pelikan“, Feldkirch 1895

http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Eucharistie

von 08.08.2013 11:01

Brüder und Schwestern, guten Abend!“
Papst Franziskus I. trat sichtlich bewegt in einer schlichten weißen Soutane auf die Mittelloggia des Petersdoms, bat um einen guten gemeinsamen Weg und um Gebet für sich selbst. Hier seine Worte in einer Arbeitsübersetzung, übernommen von Radio Vatikan:

Brüder und Schwestern, guten Abend.

Ihr wisst, dass das Konklave die Pflicht hatte, Rom einen Bischof zu geben. Es scheint so, als ob meine Kardinalsbrüder fast bis zum Ende der Welt gehen mussten, aber wir sind nun hier. Ich danke euch für den Empfang. Die diözesane Gemeinschaft von Rom mit seinem Bischof. Danke.

Zuerst möchte ich für unseren emeritieren Bischof Benedikt XVI. beten. Beten wir alle gemeinsam für ihn, damit der Herr ihn segne und die Muttergottes ihn behüte.

Vater unser…
Gegrüßt seist du Maria…
Ehre sei dem Vater…

Und nun beginnen wir diesen Weg, Bischof und Volk, diesen Weg der Kirche Roms, die jene ist, die in der Barmherzigkeit aller Kirchen vorsteht, ein Weg der Brüderlichkeit der Liebe, des Vertrauens zwischen uns, beten wir immer für uns, für uns gegenseitig. Beten wir für die gesamte Welt, damit es eine große Brüderlichkeit geben wird. Ich wünsche euch, dass dieser Weg der Kirche, den wir heute beginnen und mir durch die Hilfe meines Kardinalvikars, der neben mir steht, fruchtbar sein wird für die Evangelisierung dieser so schönen Stadt. Und nun möchte ich den Segen erteilen, doch zuerst bitte ich euch um einen Gefallen. Bevor der Bischof das Volk segnet, bitte ich darum, dass ihr den Herrn bittet, damit ich gesegnet werde. Das Gebet des Volkes, das den Segen seines Bischofs bittet. Führen wir dieses eure Gebet für in Stille durch.



Und nun werde ich euch und der ganzen Welt den Segen erteilen, das gilt auch allen Männern und Frauen guten Willens.



Brüder und Schwester

Ich verlasse euch. Danke für den Empfang. Betet für mich und bis bald.
Wir werden uns bald wiedersehen.

Morgen möchte ich bei der Muttergottes beten gehen, damit sie ganz Rom behüte.
Gute Nacht und gute Erholung.

von 06.08.2013 13:14

Heiliger Engel des geliebten Gottes, der du mich auf göttliche Anordnung hin vom ersten Augenblick meines Daseins an unter deinen heiligen Schutz genommen und nie aufgehört hast, mich zu verteidigen, zu erleuchten und zu leiten: ich verehre dich als Herrn, ich liebe dich als Wächter, ich unterwerfe mich deiner Führung und gebe dir alles, damit du in mir herrschst. Durch die Liebe Jesu Christi bitte ich dich und flehe dich an, mich nie zu verlassen, auch wenn ich Dir einmal undankbar sein sollte oder rebellisch gegen deine Eingebungen. Führe mich vielmehr gütig auf sicherem Weg, wenn ich abzuirren drohe. Gib mir Licht in meinen Zweifeln, wenn ich darnieder liege, erhebe mich, und in den Gefahren stärke mich, damit du mich in den Himmel bringst, wo ich mich mit dir ewiger Glückseligkeit erfreuen darf. Amen.

Stoßgebet


Heiliger Engel des Herrn, mein eifriger Beschützer, dir vertraue ich mich an, um die göttliche Barmherzigkeit zu erlangen, führe, bewache, beherrsche und erleuchte mich. Amen.

von 04.08.2013 15:23

4. August – Der heilige Dominikus

Auf manchen Bildern trägt der heilige Dominikus einen Spatz in der Hand. Was es mit dem Spatz für eine Bewandtnis hat, werden wir gleich lesen.

Um den heiligen Dominikus zu verstehen, ist es nötig, zunächst kurz die Zeit zu beleuchten, in der er lebte. Um das Jahr 1200 blühte in Oberitalien, in Frankreich und auch am Rhein die Sekte der Albigenser. Ihre Führer taten sehr fromm und sittenstreng, aßen niemals Fleisch und sagten außerdem, dass man kein Eigentum besitzen dürfe. Auch schafften sie den Eid und die Sakramente ab, und alles Katholische war ihnen ein Gräuel. Sie zerstörten die Kirchen, zertrümmerten Bilder und Kreuze und vertrieben und töteten die Priester. Auf der anderen Seite übten sie eine weitgehende Caritas. Durch die Caritas und durch das Leben der Anführer in Armut und Strenge machten sie einen tiefgehenden Eindruck auf das unwissende Volk. Es drohte ein großer Abfall vom katholischen Glauben. Alles aber, was die Kirche gegen sie unternahm, schlug fehl, bis Dominikus endlich in Erscheinung trat.

Dominikus, aus adeligem Geschlecht, war Seelsorger in der spanischen Stadt Salamanka. Als eine Hungersnot ausbrach, machte er alles, was er besaß, zu Geld, um Brot für die Armen zu kaufen. Nur von seinen Büchern wollte er sich nicht trennen, denn er war ein Bücherwurm. Aber schließlich versilberte er auch diesen Schatz, weil die Not der Menschen so groß war.

Einmal musste Dominikus eine Reise machen, auf der er durch das Gebiet der Albigenser in Südfrankreich kam. Da sah er mit eigenen Augen die Zerstörungen, die die Sekte in den Herzen der Menschen anrichtete. So beschloss er, gleich an Ort und Stelle zu bleiben, um die Leute zu bekehren. Das war aber leichter gesagt als getan. Die Leute verspotteten ihn, warfen mit Steinen nach ihm und lauerten ihm auf, um ihn umzubringen. Es war scheinbar eine hoffnungslose Sache, für die er kämpfte.

Was tut man in einer solchen Lage? Man betet um Gottes Hilfe und Beistand. Dominikus betete also, und beim Beten kam ihm ein guter Gedanke. Wenn nämlich die Anführer dieser Sekte arm lebten, so wollte er noch ärmer leben. Wenn sie fasteten, so wollte er es auch tun. Also verzichtete Dominikus auf alles, bis auf ein einziges Kleid. Er schlief in der Kirche auf einer Bank oder unterwegs in einer Scheune. Er machte sein ganzes Leben zu einem einzigen Fasttag und verausgabte sich im Dienst an den Armen und Kranken. Ein solches Vorbild verstanden die Leute besser als alle Predigten. Langsam mehrten sich die Bekehrungen. Die erste Bresche war geschlagen, aber, bei Licht besehen, war der Erfolg nur klein.

Wieder betete Dominikus, und es erschien ihm nach der Legende die Mutter Gottes und lehrte ihn das Rosenkranzgebet. Seitdem stand die Himmelskönigin hinter dem eifrigen Seelsorger. Und so war es nicht verwunderlich, dass er nun bessere Erfolge aufzuweisen hatte. Als die Arbeit immer mehr wurde, gründete Dominikus den nach ihm benannten Orden der Dominikaner, der Großes im Dienst der Menschen leistete, ungezählte Heilige hervorbrachte und heute noch sehr lebendig ist. Dominikus starb am 6. August 1221 in der italienischen Stadt Bologna, und dreizehn Jahre später wurde er bereits heiliggesprochen.

So ist nun die Legende vom heiligen Dominikus erzählt. Aber wann kommt denn nun der Spatz an die Reihe? Schau dir doch nur einmal solch einen Spatz an! Ein richtiger Landstreicher ist er. Ein ständiges Zuhause kennt er nicht. Er verbringt die Nacht in Mauerritzen, kümmert sich in keiner Weise um den morgigen Tag, lässt trotzdem nie den Kopf hängen, sondern zwitschert fröhlich von früh bis spät sein Lied. Auch dieser Spatz ist ein Geschöpf des lieben Gottes, der mit väterlicher Liebe für ihn sorgt, so dass es nie gehört worden ist, dass je ein Spatz nicht mehr gezwitschert hätte.

Gleicht nicht der heilige Dominikus dem Spatz? Auch er besaß nur ein Kleid, er schlief in einer Scheune und überließ sein ganzes Leben der Sorge des Vaters im Himmel. In der Kirche sang er froh und glücklich Gottes Lob und behielt recht mit seinem übergroßen Gottvertrauen. Er stellte sich und seinen neuen Orden allein auf Gottes Vorsehung.

von 03.08.2013 19:31

Weisheiten


Irgendwie Komisch ...
Komisch, dass 50 Euro nach so viel aussehen, wenn man sie der Kirche spendet, aber so wenig sind, wenn man damit einkaufen will.
Komisch, wie lange es dauert Gott für eine Stunde zu dienen, aber wie schnell 60 Minuten mit Freunden vergehen.
Komisch, wie lange ein paar Stunden in der Kirche sind und wie kurz sie sind, wenn man ein Video schaut.
Komisch, wenn uns nichts einfällt, was wir beten können, aber wir unserem Freund immer etwas zu erzählen haben.
Komisch, wie spannend es ist, wenn es im Fußball in die Nachspielzeit geht und wie wir auf die Uhr schauen, wenn der Gottesdienst länger dauert als sonst.
Komisch, wie schwer es ist, ein Kapitel der Bibel zu lesen, aber wie leicht es ist, 100 Seiten eines Bestsellerromans zu verschlingen.
Komisch, wie sich die Leute auf einem Konzert oder bei einem Spiel um die vordersten Plätze bemühen und sich um einen der hintersten Plätze in der Kirche drängeln.
Komisch, dass wir 2 oder 3 Wochen Vorwarnung brauchen, um ein kirchliches Ereignis in unseren Plan zu bringen, ihn für andere Ereignisse aber im letzten Augenblick umändern können.
Komisch, wie schwer es für Leute ist die Gute Nachricht weiterzugeben, aber wie leicht es ist, den neusten Klatsch und Tratsch zu verbreiten.
Komisch, wie wir der Zeitung glauben, aber in Frage stellen, was die Bibel sagt.
Komisch, wie sich Witze im Internet verbreiten, aber wenn man anfängt Nachrichten, die Gott verherrlichen, zu versenden, denken die Leute zweimal nach, ob sie die weiterschicken.


Die sieben sozialen Sünden
Politik ohne Prinzipien
Reichtum ohne Arbeit
Genuss ohne Gewissen
Wissen ohne Charakter
Geschäft ohne Moral
Wissenschaft ohne Menschlichkeit
Kult ohne Opfer


Leben ohne Liebe
Glauben ohne Liebe macht fanatisch.
Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich.
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.
Macht ohne Liebe macht gewalttätig.
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.
Ein Leben ohne Liebe macht krank.


Das Schönste auf der Welt

Der schönste Tag? - Heute.
Das größte Hindernis? - Die Angst.
Das Leichteste? - Sich irren.
Die Wurzel aller Übel? - Der Egoismus.
Die schönste Zerstreuung? - Die Arbeit.
Die schlimmste Niederlage? - Die Mutlosigkeit.
Die besten Lehrer? - Die Kinder.
Die erste Nowendigkei? - Sich mittelen.
Was mich am glücklichsten macht? - Nützlich für andere sein.
Der schlimmste Fehler? - Die schlechte Laune.
Das gemeinste Gefühl? - Rache und Groll.
Das schönste Geschenk? - Das Veständnis.
Das Unentbehrlichste? - Das Daheim.
Das wohltuenste Empfinden? - Der innere Frieden.
Die beste Lösung? - Der Optimismus.
Die größte Genugtuung? - Die erfüllte Pflicht.
Die stärkste Kraft der Welt? - Der Glaube.
Die notwendigsten Menschen? - Die Eltern.
Das schönste auf der Welt? - Die Liebe.
(Mutter Teresa)


Die Frucht der Stille ist das Gebet.
Die Frucht des Gebetes ist der Glaube.
Die Frucht des Glaubens ist die Liebe.
Die Frucht der Liebe ist das Dienen.
Die Frucht des Dienens ist der Friede.
(Mutter Teresa)


Gut zu wissen
Bist du von Schicksalsschlägen getroffen?
Und doch: Du bist am Leben!
Bist du von Trauer erfüllt?
Und doch: Unzerstörbar lebt auch in deinem Herz die Freude.
Stehst du mit leeren Händen da?
Und doch: Hände, die bereit sind zu geben, sind niemals leer.
Weisheit ist zu wissen:
Nichts gehört uns auf Dauer, und doch: Alles wird uns zum Guten dienen.

von 01.08.2013 13:49

1. August – Die Kettenfeier des heiligen Petrus

Gleich zu Beginn der Lesung heute stößt man auf den König Herodes. Dieser Herodes hatte bereits eine bewegte Vergangenheit hinter sich, als er König wurde. Im sechsten Lebensjahr kam er nach Rom und geriet früh unter die Räder. Ein Schlemmer war er, ein Verschwender und Schuldenmacher, der zeitweilig sogar im Gefängnis saß, bis ihn die Gunst des römischen Kaisers von heute auf morgen zum König erhob. Natürlich wollten die Juden von einem solchen König nicht viel wissen und schnitten ihn, wo sie konnten. Da katzbuckelte Herodes vor den eigenen Untertanen, schmeichelte ihnen auf jede erdenkliche Weise, und als er merkte, dass er bei den Pharisäern Eindruck machen könne, wenn er die verhassten Christen verfolgte, ließ er zunächst um Ostern 44 den heiligen Apostel Jakobus den Älteren hinrichten. Als nächster sollte der heilige Petrus an die Reihe kommen, der im Gefängnis saß.

Es war in der Nacht vor dem Hinrichtungstag. Petrus wurde im Gefängnis wie ein Schwerverbrecher von sechzehn Soldaten in vier Abteilungen bewacht. Zwei weitere Gefangenenwärter befanden sich bei ihm in der Zelle. Außerdem trug der Verurteilte doppelte Ketten. Da war an ein Entweichen oder an eine Befreiung nicht zu denken, aber die christliche Gemeinde in Jerusalem betete ohne Unterlass zum Herrn für Petrus, und es sollte sich tatsächlich zeigen, dass das Gebet stärker ist als alle Wachen und Ketten.

In der Nacht vor dem Hinrichtungstag schlief Petrus trotz der Wachen und Ketten seelenruhig den Schlaf des Gerechten. So fest schlief er, dass der Engel, den Gott zu seiner Befreiung sandte, ihm erst einen kräftigen Stoß geben musste, damit er aufwache, und während er sich verschlafen noch die Augen rieb, fielen ihm die Ketten von den Händen, und schon drängte der Bote des Himmels zur Eile mit den Worten: „Petrus, mal schnell in die Schuhe!“ Petrus tat so, und wieder sagte der Befreier: „Nun nimm den Mantel und dann rasch hinter mir her!“ Petrus tat, wie ihm geheißen wurde, aber bei Verstand war er immer noch nicht, es kam ihm vor, als träume er. Darauf schritten die beiden ungesehen und ungehindert durch die Wachen bis zur dreifach verriegelten eisernen Gefängnistür, und siehe da, das Tor öffnete sich von selbst. Stillschweigend begleitete der Engel seinen Schützling noch ein Stück Wegs und war dann plötzlich verschwunden. Jetzt erst kam Petrus zu sich selbst. Wie versteinert blieb er einen Augenblick stehen, fasste sich mit der Hand an die Stirn und sagte halblaut vor sich hin: „Nun weiß ich sicher, dass der Herr seinen Engel gesandt hat, er hat mich aus der Hand des Herodes und aller Erwartung des Volkes der Juden entrissen.“

Da stand also der befreite Petrus mutterseelenallein auf der nächtlichen Straße und überlegte, was er tun solle. Natürlich durfte er unter den gegebenen Umständen nicht in Jerusalem bleiben. Bevor er jedoch das Weite suchte, wollte er erst den Glaubensbrüdern Bescheid geben. So stapfte er durch die Stadt nach dem Abendmahlssaal, der ersten Kirche der Christenheit, wo zur gleichen Stunde die Gläubigen für ihn beteten. Stürmisch, wie es seine Art war, klopfte er drei-, vier-, zehnmal nacheinander, und es kam auch sogleich eine Magd, und als diese die Stimme des Apostels vernahm, vergaß sie die Tür zu öffnen, rannte vielmehr zu den anderen zurück und meldete, Petrus stehe draußen. Da gab es erstaunte Gesichter, einer warf einen vielsagenden Blick nach dem älteren Mädchen, und ein zweiter meinte: „Du, du bist wohl nicht recht bei Trost, was?“ Währenddessen trommelte Petrus unten an der Tür weiter, und als man ihm endlich öffnete, stand er wirklich da. Groß war die Freude, als Petrus von seiner Befreiung berichtete. Darauf gab er noch schnell einige Anordnungen und verließ in der gleichen Nacht die Stadt, um sich in Sicherheit zu bringen.

Vierhundert Jahre nach dem erwähnten Vorfall kamen die Ketten, die Petrus in Jerusalem getragen und die die dortigen Christen in all der Zeit als Reliquien verehrt hatten, nach der Ewigen Stadt, und als sie der damalige Papst neben die Ketten legte, an die der Apostelfürst später im Kerker zu Rom angeschmiedet war, schlossen sich beide zu einer einzigen Kette zusammen. Da erbaute man zu Ehren der Ketten eine Kirche, die man die Kettenkirche nannte und in der heute noch die Ketten des heiligen Petrus gezeigt und verehrt werden, und wer sie sieht, wird dabei unwillkürlich an die Tatsache erinnert, dass der liebe Gott ein gutes und beharrliches Gebet gern erhört.


1. August – Die Machabäische Mutter mit ihren sieben Söhnen



Die fromme Machabäische Mutter und ihre sieben Söhne waren schon zweihundert Jahre vor Christi Geburt ein leuchtender Beweis, dass den Menschen nichts von der Liebe Gottes zu scheiden vermag, solange er Ihn vor Augen hat und sein Wort im Herzen bewahrt.

Als Antiochus Epiphanes, König in Syrien, Jerusalem erobert hatte, versuchte er die Juden mit Gewalt vom wahren Gott abzubringen und zur Anbetung der aufgestellten Götzenbilder zu bewegen. Viele ließen sich von der Furcht vor dem Tod zum Abfall verleiten; andere aber wählten lieber den Tod. Unter denen war auch die Machabäische Mutter mit ihren sieben Söhnen. Da sie sich weigerten, das Gesetz ihrer Väter zu übertreten, wurden sie auf Befehl des Königs mit Geißeln und Ochsensennen grausam geschlagen.

Der älteste von ihnen antwortete dem König: „Was willst du viel fragen und von uns wissen? Wir wollen lieber sterben, als gegen den Herrn unseren Gott sündigen.“ Über diese Rede wurde der König sehr zornig und ließ ihm, weil er zuerst geredet hatte, die Zunge ausreißen, die Haut abziehen, Hände und Füße abhauen und ihn dann in einem glühenden Kessel lebendig braten. Die Mutter aber und die sechs anderen Brüder mussten zusehen, wie er auf diese langsame Weise zu Tode gemartert wurde.

Hierauf führte man den zweiten zur Marter. Diesem streiften sie die Haut samt den Haaren vom Haupt und fragten ihn, ob er dem Gebot des Königs gehorchen wolle, ehe er an allen Gliedern des Leibes gemartert würde. Er antwortete mit festem Mut: „Nein, ich werde es nie tun.“ Ja noch in den letzten Zügen sprach er zum König: „Grausamer König! Du nimmst uns zwar dieses zeitliche Leben; aber der König des Himmels und der Erde wird uns, weil wir aus Liebe zu Ihm sterben, wieder auferwecken zum ewigen Leben.“

Der dritte bot seine Hände freiwillig dar und sprach voll Zuversicht: „Diese Glieder hat mir Gott zum Himmel gegeben, ich habe sie als Gottes Gabe jeder Zeit in Ehren gehalten und nur um seines Gesetzes willen gebe ich sie gerne hin.“ Er starb mit diesen Worten.

Der vierte sprach noch im Augenblick des Todes: „König! Du hast zwar selbst die Macht uns zu peinigen; wisse aber: Mitten unter den Qualen des Todes sind wir doch selige als du, denn wir haben die Hoffnung, dass uns Gott wieder auferwecken wird zu einem besseren Leben. Dir aber wird die Auferstehung nicht zum Leben, sondern zum Tod und zur Verdammung sein.“

Dann ergriffen sie den fünften und geißelten ihn. Dieser sah auf Antiochus und sprach: „Du bist ein Mensch und musst sterben! Weil du aber Gewalt hast auf der Erde, so tust du jetzt was du willst. Aber nicht lange mehr, so wirst du erfahren, dass Gott noch mächtiger ist als du und dich und dein Geschlecht dafür strafen wird.“

Jetzt wurde der sechste Bruder zur Peinigung herbeigeführt. Dieser sprach noch in den letzten Zügen: „Betrüge dich nicht umsonst, o König! Schreibe die Macht, uns zu töten, nicht deiner Hoheit zu. Wir leiden dies alles bloß aus eigener Schuld. Weil wir gegen Gott gesündigt haben, so lässt er so schreckliche Dinge über uns kommen. Dir aber wird es nicht ungestraft hingehen, dass du es wagst, gegen Gott so zu wüten.“

Nun war noch der jüngste Bruder übrig. Diesen nahm der König zu sich hin und redete überaus freundlich mit ihm. Er beteuerte es ihm mit einem Eid, wenn er das Gesetz seiner Väter verlassen würde, so wolle er ihn reich und glücklich und zu einem großen Herrn machen, ihn für seinen Freund halten und es ihm an nichts fehlen lassen. Der Junge ließ sich aber durchaus nicht dazu bewegen. Da rief der König die Mutter herbei und riet ihr, sie sollte ihn dazu bereden, damit doch wenigstens einer ihrer Söhne am Leben bleibe. Aber die Mutter beugte sich zu ihrem Sohn herab und sagte zu ihm: „Du mein liebes Kind, das ich unter meinem Herzen getragen habe, so lange Zeit ernährt und mit so großer Mühe bis zu diesem Alter erzogen habe,- erbarme dich doch über mich! Ich bitte dich, mein Kind, sieh Himmel und Erde an und alles was darin ist. Sieh, dieses alles und das ganze Menschengeschlecht hat Gott aus nichts gemacht. Fürchte dich daher nicht vor dem Henker, sondern zeige dich deiner Brüder würdig und stirb gerne. So wird der barmherzige Gott, samt deinen Brüdern, dich mir wieder geben.“

Ehe die Mutter noch ausgeredet hatte, sprach der Junge zu den Henkern: „Worauf wartet ihr noch? Ich gehorche allein dem Gebot Gottes, das er uns durch Mose gegeben hat. Du aber, o König! der du dem Volk Gottes alles Leid antust, wirst der Hand Gottes nicht entfliehen. Trotze nicht auf deine Gewalt; denn du bist dem Gericht Gottes, der allmächtig ist und alles weiß, noch nicht entronnen. Meine Brüder sind nun, nach diesen kurzen Leiden, der Verheißung des ewigen Lebens teilhaftig geworden. Du aber wirst noch nach Gottes gerechtem Urteil für deinen Übermut bestraft werden. Ich will nun nach dem Beispiel meiner Brüder Leib und Leben um des Gesetzes meiner Väter willen gerne dahin geben. Gott wird, um was ich herzlich flehe, sich seines Volkes bald wieder erbarmen. Du aber wirst unter großen Qualen und Peinen noch bekennen müssen: Er allein ist der wahre Gott.“

Da der König dies hörte, wurde er wütend vor Zorn. Er ließ ihn noch schrecklicher martern als alle übrigen und zuletzt auch noch die Mutter.

Welch ein hoher Mut, den uns der Blick ins bessere Leben gibt! Der lebendige Gedanke an den Himmel nimmt dem furchtbarsten Tod alles Schreckliche und vernichtet alle verführerischen Reize dieser sichtbaren Welt, wenn wir mit Paulus glauben: „Dass die Leiden dieser Zeit gar nicht zu vergleichen sind mit der Herrlichkeit, die künftig an uns offenbar werden wird.“ (Röm 8,18)

von 31.07.2013 11:16


31. Juli – Der selige Johannes Kolumbini (+ 1367)


Am heutigen Tag feiert die Kirche das Fest eines sehr bekannten Heiligen, es ist Ignatius von Loyola, der Stifter des Jesuitenordens. Wir wollen aber einen anderen Heiligen des heutigen Tages auswählen, der etwas weniger bekannt ist.

Wie der Christ aber überhaupt nichts lesen kann, das ihm größeres Heil brächte, als das Leben der Heiligen, das erwies sich nicht nur am heiligen Ignatius selbst, sondern auch noch an einem anderen Heiligen vom heutigen Tag, an dem heiligen Kolumbini. Ignatius von Loyola war ein spanischer Offizier und wollte in der Langeweile, da er wegen seiner Wunden das Bett hüten musste, Romane lesen; weil im Haus aber keine waren, gab man ihm eine Heiligenlegende zu lesen; und diese Legende wirkte mit der Gnade Gottes so auf ihn, dass er sich bekehrte und ein großer Heiliger wurde. Mit Kolumbini ging es aber so:

Er stammte aus einem vornehmen Geschlecht in Siena in Italien. Diese Stadt war zu jener Zeit (1300 n. Chr.) von fürstlicher Gewalt unabhängig und regierte sich selbst. Heute würde man sagen: Siena war eine Republik. Da Johannes Kolumbini durch diese Verhältnisse Aussicht hatte einmal selbst an der obersten Regierung teilnehmen zu können, widmete er sich in der Jugend den Wissenschaften für den in Aussicht stehenden Beruf; zugleich lernte er auch ein Handelsgeschäft; das wurde damals auch bei adeligen Familien für anständiger gehalten als untätig zu leben. Er war noch jung, als er sich auf den Wunsch seiner Eltern mit Blasia, einer schönen tugendhaften Tochter aus einer angesehenen Familie, verehelichte.

Im Verlauf einiger Jahre wurde diese Ehe auch mit Kindern gesegnet, einem Jungen und einem Mädchen. Allein die Freude darüber wurde bald in ebenso großes Leid verwandelt; die Kinder starben bald wieder. Für Kolumbini war das wohl ein harter Schlag; jedoch hatte die Vorsehung eine gute Absicht dabei, wie wir bald sehen werden.

Als Kolumbini zum Mann geworden war, wurde er als Mitglied in den Magistrat der Stadt aufgenommen und allmählich wurden ihm die wichtigsten Geschäfte anvertraut. Dabei führte er jedoch sein Handelsgeschäft fort, aber der Ausspruch des Apostels ging auch in Erfüllung, der an Timotheus 1,5.9: „Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstricke des Teufels und in viele törichte und verderbliche Begierden, die die Menschen ins Verderben ziehen. Denn die Wurzel aller Übel ist die Habsucht.“ Von Jugend auf bestrebt im Handel zu gewinnen, überschritt allmählich dieses Streben bei Kolumbini das rechte Maß; Habsucht und Geiz schlichen sich ein; hier öffnete er die Hand, um zu fassen was fremd war, dort schloss er sie, um zurückzubehalten, was er nach Billigkeit hätte geben sollen. Zwar hielt ihn ein natürliches Rechtsgefühl noch von größeren Versündigungen gegen fremdes Gut zurück, aber Hausgenossen und sonst Nahestehende merkten wohl, wie er mehr und mehr von Habgier umstrickt wurde. So z.B. hielt er altes Getreide sorgfältig verschlossen, bis gegen Frühjahr der Preis höher wurde und ihm wegen des allgemeinen Mangels ein großes Angebot gemacht wurde. Wenn ihm aber durch das lange Aufbewahren die Frucht verdarb und angefressen war, gab er sie an Bauern und sonst dürftige Leute unter der Bedingung, dass sie ihm zur Erntezeit ein gleiches Maß gesunder Frucht zurückgeben mussten.

Eines Tages kam Kolumbini etwas früher als sonst vom Wechseltisch (Bank, Börse) nach Hause und wollte alsbald essen, da er Hunger hatte. Aber es war eben noch nicht ganz fertiggekocht; deshalb ermahnte er ärgerlich Magd und Frau schnell fertig zu werden. Diese beeilten sich zwar seinem Befehl nachzukommen, aber sie konnten eben doch nicht sogleich die Mahlzeit auftragen, weil das Kochen eben seine Zeit erfordert. Kolumbini, zugleich vom bellenden Magen und nagenden Hunger geplagt, wurde über das Zögern mehr und mehr zornig und erfüllte das Haus mit Schimpfen und Fluchen.

Die rechtschaffene und kluge Gemahlin setzte dem Toben des Mannes Sanftmut entgegen und bat ihn noch ein wenig zu warten, in der Heiligenlegende zu lesen und sich damit die Zeit zu vertreiben, bis das Essen fertig sei. Er aber, aufgebracht, riss ihr das angebotene Buch aus der Hand und warf es auf den Boden und stieß in seinem Zorn Reden aus, die sich für einen gesitteten und ehrbaren Mann nicht geziemen. Um nicht die Flamme noch mehr anzufachen, entfernte sich die betrübte Blasia ohne ein Wort weiter zu sagen und bemühte sich möglichst schnell das Essen zu bereiten.

Da legte sich allmählich der Zorn bei Kolumbini; er kam zur Besinnung und schämte sich seines Fehlers; er hob das Buch wieder vom Boden auf, öffnete es und fing an zu lesen, was sich ihm gerade aufgeschlagen hatte. Es war aber gerade die wunderbare Bekehrung und Buße der Maria aus Ägypten, die vorher eine ganz verrufene Sünderin war, dann aber in 45jähriger Buße in der Wüste zu einer so reinen Seele umgewandelt wurde, dass sie des Umgangs mit Engeln und dem Herrn der Engel gewürdigt wurde. Als Johannes dies las, wurde sein Herz davon ganz erfreut; der Zorn legte sich vollständig und die ungeduldige Stimmung verwandelte sich in fromme Gedanken. Bald hielt er ein wenig mit dem Lesen ein und überließ sich der Bewunderung, bald wandte er die Augen wieder dem Buch zu; ein anderer Hunger war erwacht, an einem heilsameren Mahl erquickte er seine Seele. Die Begierde der Nachahmung stieg in ihm auf und schließlich fasste er den Entschluss, sein Leben zu ändern. Unterdessen erscheint die emsige Gemahlin, meldet, das Essen sei fertig und aufgetragen. Johannes antwortete: „Wartet noch ein wenig und habt jetzt ihr auch Geduld, bis ich die Geschichte, die ich angefangen, fertig gelesen habe.“ – „Recht gern“, sagte die Frau, „fahre nur fort, wir wollen unterdessen sorgen, dass das Essen nicht kalt werde.“ Sie freute sich verwundert über diese Veränderung ihres Mannes, warf sich im Nebenzimmer auf die Knie, dankte Gott dem Allmächtigen und bat inständig, dass er das angefangene gute Werk vollenden, die Augen des Blinden öffnen, seinen Sinn von der Begierde nach Reichtum losreißen und ihm ein gelehriges und zu den göttlichen Geboten bereitwilliges Herz erschaffen möge.

Und dieses Gebet war nicht vergeblich; Johannes wurde in einen anderen Menschen verwandelt. Es war in seine kalte Brust von oben herab ein Funke gefallen, der anfänglich langsam um sich griff, aber doch lebhaft den Vorsatz eines besseren Lebens anfachte und allmählich in volle Flammen ausbrach. Zuerst legte er die Habsucht und das Jagen nach Gewinn ab. Den Teil der Zeit, dem er dem Handelsgeschäft entzog, verwandte er auf das Gebet. Er erbarmte sich der Armen, gab allmählich reichlichere Almosen, besuchte die Kirchen, und zeigte noch andere derartige Merkmale des erwachten innerlichen Lebens. Blasia flehte Tag und Nacht den Herrn an, er möge doch die guten Vorsätze ihres Mannes segnen und stärken und sie selbst nährte sie tagtäglich durch ermunternde, fromme Zusprüche.

Der neue Geist, der bei Kolumbini zur Herrschaft gekommen war, gab sich aber besonders in Bezug auf seine bisherige Hauptleidenschaft zu erkennen. Er forschte fleißig darüber nach, wo und wem er zu wenig gegeben oder zu viel abgenommen habe, um es dann ohne Verzug reichlich zu ersetzen. Desgleichen hinterging er niemanden mehr beim Einkaufen, sondern er gab zuweilen noch etwas mehr; dagegen gab er beim Verkauf die Ware oft unter dem üblichen Preis. Dieses verursachte ihm einen großen Zulauf, obschon er es nicht suchte; aber es erweckte auch allgemein Verwunderung, weil er vorher als ein gewinnsüchtiger Mann, der es selbst bei den Armen äußerst genau zu nehmen pflegte, bekannt war. Einige meinten, irgendein Freund müsse den Kolumbini Vorstellungen gemacht haben, wie er durch seinen Geiz sich und der Familie Schande bringe. Andere sahen diese große Umänderung seines Charakters für ein Zeichen an, dass es in seinem Kopf nicht mehr ganz richtig sei. Nur einige einsichtsvolle Leute errieten das Wahre, dass nämlich die Gnade Gottes ihn ergriffen habe und dieses der Beginn zu einem heiligen Leben sei. Johannes selbst aber war schon so in Christus fest gegründet, dass ihm weder Tadel noch Lob zu Herzen ging.

Nachdem Johannes auf diese Weise angefangen hatte Gott zu dienen, machte er rasche und große Fortschritte. Täglich widmete er mehrere Stunden der Betrachtung, er ging fleißig den Predigten nach, las erbauliche Schriften, besuchte Kranke und Spitäler, suchte Umgang mit Gleichgesinnten. Gleichzeitig mied er um Zeit zu ersparen Gesellschaften und beschränkte sein Handelsgeschäft. Aber auch dies war ihm nicht genug. Mit Einwilligung seiner Frau machte er das Gelübde lebenslänglicher Enthaltsamkeit und nahm sich vor sein Geschäft ganz aufzugeben und allmählich alles den Armen zu verteilen.

Nach einiger Zeit wurde Kolumbini krank. Da machte es ihm Bedenken, dass er zu Hause so sorgfältig in seinem weichen Bett verpflegt werde, während sein Herr nichts hatte, wohin er sein Haupt legen konnte, und niemanden, der ihn am Kreuz getröstet hätte. Deshalb machte er sich in der Nacht, als alle im Haus schliefen, fort und suchte das ärmste Spital in der Stadt auf und bat um Aufnahme und wurde hier, da man ihn nicht kannte, wie ein anderer Armer gehalten. Nach mehreren Tagen entdeckten endlich seine Angehörigen, wo er sich aufhielt, und brachten ihn zu seinem größten Leidwesen wieder in sein Haus.

Nun aber erwuchs dem gottseligen Mann eine Versuchung und schwere Plage von einer Seite, woher man es nicht hätte vermuten sollen. Seiner sonst religiösen Frau nämlich schien das bußfertige Leben des Kolumbini übertrieben; bald machte sie ihm bittere Vorwürfe, bald suchte sie ihn durch schmeichelhaftes Zureden dahin zu bringen, dass er sein Fasten, seine Einfachheit in der Kleidung, sein vieles Beten verringere und zu einer Lebensweise zurückkehre, die der Welt nicht anstößig sei. Kolumbini blieb aber standhaft gegen all diese Anfechtungen; er gab zur Antwort: „Seit die Liebe des Gekreuzigten mein Herz erfasst hat, scheint mir das, was der Welt bitter und abscheulich ist, nichts als Süßigkeit und Honig zu sein.“

So war es schon acht Jahre fortgegangen, als bei der zunehmenden Heiligkeit des Johannes allmählich auch Wunderzeichen zum Vorschein kamen. So leuchtete er einmal in der Nacht während des Gebetes am ganzen Körper; ein Aussätziger, den er nach Hause trug und in das Bett legte, während Blasia darüber schimpfte, erfüllte das ganze Zimmer mit übernatürlichem Wohlgeruch und bei späterem Nachsehen war er verschwunden. Blasia erkannte nun, dass sie bisher dem Heiligen Geist, der ihren Mann getrieben, widerstanden habe. Sie ging in sich und erklärte, von nun an willige sie in alles ein, wozu Gottes Geist ihn mahnen werde. Jetzt erst glaubte Kolumbini wahrhaft frei zu sein. Nachdem er dafür Sorge getragen hatte, dass seine Frau ihren lebenslänglichen Unterhalt habe, gab er sein ganzes Vermögen zu religiösen und wohltätigen Zwecken hinweg, und wollte von nun an in vollkommener Armut nur von dem Brot leben, das er als Almosen bekam. Es war eine wunderbare Erscheinung für die ganze Stadt Siena, den Mann, der einst als Stadtrat in vornehmer Kleidung einherging, von adeligen und hochgestellten Personen begleitet, allenthalben geehrt und gegrüßt, den jetzt zu sehen barfuß, in dürftiger, zerrissener Kleidung, vor den Häusern um ein Stück Brot betteln. Um sich recht zu demütigen, ging er in den Regierungspalast, wo er einst selbst als angesehene Magistratsperson geglänzt hatte und wo öffentliche Gastmähler gehalten wurden. Dort bat er den Küchenmeister, der einen Knecht brauchte, ihn selber dazu anzunehmen. Sobald ihm seine Bitte gewährt war, fegte er den Boden, trug Holz, reinigte die Schüsseln, schwenkte die Gläser, und da das Wasser ziemlich weit von einem Brunnen geholt werden musste, trug er es in großen Gefäßen über die Straßen. Diese Knechtsdienste verrichtete er zwei Monate lang, ohne dass er die geringste Nahrung aus der Küche annahm, sondern er wollte lieber das notwendige Brot erbetteln.

Durch die Überfülle der Liebe Gottes getrieben, konnte sich Kolumbini nicht enthalten, an öffentlichen Plätzen auch zu predigen, d.h. den Leuten recht ernstlich ins Gewissen zu reden, dass sie sich doch von ganzem Herzen von der Sünde und der Welt zu Gott bekehren möchten. Und sein Wort und Beispiel übten eine solche Kraft aus, dass nicht nur viele Sünder Buße taten, sondern dass manche sich dem seligen Kolumbini anschlossen, um in gleicher Weise dem Heiland nachzufolgen. Da aber auch Jünglinge und Männer aus vornehmen Familien die Lebensweise des Dieners Christi ergriffen, so entstand darüber viel Empörung und die Verwandten derselben brachten es zuletzt dahin, dass Kolumbini als Anstifter dieser Verkehrtheiten, wie sie es nannten, von dem Magistrat aus Siena ausgewiesen wurde.

Als der Heilige auf diese Weise die Vaterstadt verlassen musste, entstand ein furchtbares Gewitter mit Hagel und Wolkenbruch, und darauf brach in der Stadt eine verheerende Krankheit aus, die kein Haus verschonte. Das Volk sah diese Heimsuchung allgemein als Strafe an, weil man den Diener Gottes so ungerecht vertrieben habe, und der Magistrat schickte eine Deputation nach Aretino, wohin sich Kolumbini begeben hatte, um ihn um Verzeihung zu bitten und zur Rückkehr einzuladen. Gott hatte aber gerade diese Verbannung zugelassen, um auch in Aretino und anderen Orten das Feuer der Bekehrung durch Kolumbini anzuzünden. Viele Sünder änderten auf seine Bußpredigten hin gänzlich ihr Leben, Feinde versöhnten sich, ungerechtes Gut wurde zurückgegeben, Klöster kehrten wieder zu größerem Eifer und zur Zucht zurück. Er kam auch nach Pisa und in andere Städte. Überall hatte er den gleichen Erfolg, er bekam mehr und mehr Jünger, von denen manche selbst Heilige geworden sind.

Diese Bekehrungen geschahen oft ganz wunderbar. Da er einmal auf seiner apostolischen Wanderung war, traf er im Feld einen Bauern, der gerade pflügte. Kolumbini blieb ein wenig stehen, richtete fest seinen Blick auf ihn und sprach: „Komm und folge mir nach.“ Der Bauer ließ alsbald Pflug und Ochsen stehen und wurde ein so treuer Nachfolger seines neuen Lehrmeisters, an den er sich von nun an hielt, dass er es zu einem hohen Grad von Vollkommenheit brachte. In Viterbo brachte Kolumbini viele zur gründlichen Bekehrung; ein lasterhafter Mann aber war weder durch seine feurigen Predigten, noch durch Unterredung unter vier Augen zur Sinnesänderung zu bringen. Da sprach der Heilige im Übermaß der Liebe zu ihm: „Mein Bruder, wenn du umkehren und deinem Sündenleben ein Ende machen willst, so schenke ich dir alles, was ich bisher an Verdiensten von Gott mir erworben habe und weihe es deinem Seelenheil.“ Darauf sprach sein geistlicher Gehilfe Vincentius: „Und ich nehme die ganze Last deiner Sünden auf meine Schultern und will dafür die Verantwortung vor dem gerechten Richter tragen. Der barmherzige Gott wird die Bürgschaft annehmen, wenn du von deinem bösen Weg dich bekehren willst.“ Dieses überwältigte endlich das steinerne Herz des Sünders so, dass er in heftige Tränen ausbrach.

Das Geschlecht der Piccolomini ist eines der berühmtesten in Italien. Bartholomäus Piccolomini war damals in Siena zu den höchsten Ehrenstellen gelangt und hatte seinen ausgezeichnet begabten und wohlunterrichteten Söhnen gleichsam auch die Bahn dazu eröffnet. Bei diesem zündete auch das heilige Feuer, das aus den Reden des heiligen Büßers strömte. Wie ein Schneehaufen in der Frühlingssonne, zerschmolz all seine bisherige Liebe zum Irdischen; und seine Bekehrung zündete wieder bei den Söhnen. Sie meldeten sich alle drei bei Kolumbini, der sie mit Freuden als seine Genossen annimmt. Der Vater verteilte nun sein ganzes Vermögen; den einen Teil bekamen die Armen, der andere war zur Aussteuer für arme Mädchen bestimmt zum Ehestand oder ins Kloster; den dritten verteilte er auf den Rat einsichtsvoller Männer an seine Verwandten. Seinen Söhnen gab er nichts, weil sie, wie er selbst, den Herrn als ihr Erbteil erwählt hatten. Sie legten miteinander die weltlichen Kleider ab, zogen ein einfaches und grobes Gewand an, gingen barfuß und unbedeckten Hauptes einher; ihre geringe Speise bettelten sie; die Erde war ihr Bett; ihr Vergnügen Bußübungen, Arbeiten und Gebet. Täglich gingen sie auf öffentliche Plätze und riefen: „Vivat Jesus Christus, gelobt sei in Ewigkeit Jesus Christus!“ Es ist unbeschreiblich, welch Aufsehen es machte, dass die angesehensten Männer der Stadt so gänzlich der Welt und all ihrer Hoffart und Lust entsagten; und wie sie selbst durch das Beispiel des heiligen Kolumbini, und der durch das Beispiel der Maria von Ägypten zum Büßerleben erweckt wurde, so wurden nun wieder viele durch der drei Piccolomini bekehrt, ein gottseliges Leben zu beginnen.

Als die Schülerzahl immer größer wurde, wandte sich Kolumbini an Papst Urban V., um von ihm seine Genossenschaft und ihre Regeln gutheißen zu lassen. Dieselbe hatte sich zur Hauptaufgabe Bußübungen und Krankendienst gemacht. Der Papst genehmigte die Genossenschaft. Die Mitglieder wurden „Jesuaten“ genannt. Als nämlich Kolumbini mit seinen Genossen nach Viterbo kam und ihrer Gewohnheit gemäß öfters auf der Straße den Heiland priesen mit den Worten: „Gelobt sei Jesus, Vivat Jesus!“ riefen die Kinder ihnen den Namen „Jesuaten“ nach. Von nun an behielten sie diesen Namen bei; Kolumbini aber starb bald, nachdem der Papst seine Gesellschaft gutgeheißen hatte. Nach seinem Tod bezeugte Gott durch manche Wunderzeichen, wie wohlgefällig dieser Mann vor Ihm, dem unendlich Heiligen, war.

Das Senfkörnlein im Leben des seligen Kolumbini war eine Heiligenlegende, aus deren viertelstündiger Lesung eine große Umwandlung, ein heiliges Leben, die Bekehrung von zahllosen Sündern, mehrere Heilige und eine vielverbreitete religiöse Genossenschaft erwachsen sind. Auch über uns streut Gott zahllose Senfkörnlein aus, von innen durch gute Einsprechungen und von außen durch Predigt, Beispiel, Bücher, Heimsuchung, Ereignisse verschiedener Art. Aber leider will selten eines auf dem gefrorenen Boden unseres Herzens zum Sprießen und zum Gedeihen kommen. Bei Kolumbini ist es spät noch dazu gekommen, er war schon 51 Jahre alt. Allmächtiger, lass es bei uns nicht zu spät sein; streue jedem noch ein solches Senfkörnlein ins Herz und ins Leben, von dem du weißt, dass es einmal keimen und zu mächtigem Wuchs erstarken werde!

von 30.07.2013 14:08

30. Juli – Die heilige Julitta (+ 303)

Wenn bei der Wandlung der Leib und das Blut, das der Heiland für uns hingegeben hat, vom Priester gezeigt wird, so soll der Christ Liebe mit Liebe, Opfer mit Opfer erwidern. Er spricht deshalb: „Jesus dir lebe ich, Jesus dir sterbe ich, Jesus dein bin ich lebendig und tot.“ Was diese Worte sagen, das siehst du am besten ausgelegt im Leben und Sterben der heiligen Julitta. Sollen deine Worte nicht jedes Mal eine Lüge sein, so musst du auch bereit sein, Gut und Blut für deinen Heiland aufzuopfern; und wenn die Lebensverhältnisse solches nicht von dir verlangen, so musst du wenigstens jedes Opfer an Eigentum oder Vergnügen bringen oder jede Mühe auf dich nehmen, wenn es sich darum handelt, keine Sünde zu tun oder eine Pflicht oder gottgefällige Tat zu vollführen.

Der berühmte Kirchenvater Basilius der Große hat selbst auf die heilige Julitta eine Lobrede gehalten, die noch vorhanden ist. Statt einer gewöhnlichen Erzählung wollen wir den heiligen Basilius sprechen lassen, d.h. seine Lobrede auf die heilige Julietta hören:

„Die Ursache der heutigen Versammlung in diesem Tempel ist das Fest, das zu Ehren der heiligen Märtyrerin gehalten wird. Denn wir haben euch diesen Tag angekündigt als Feiertag, der festlich zu begehen ist zum Gedächtnis eines großen ritterlichen Kampfes, den die selige Julitta mit Verwunderung und Entsetzen aller, die sie kämpfen sahen oder davon gehört haben, in weiblichem Körper, aber mit mutiger, mehr als männlicher Seele ausgeführt hat – wenn die eine Frau genannt werden darf, die durch heldenmütige Tapferkeit weit über die Schwachheit weiblicher Natur hinausgeragt hat. Denn ich glaube in Wahrheit, dass von ihr unser gemeinsamer Feind und Widersacher, der Satan, niedergeworfen wurde, zumal ihm am unerträglichsten sein muss, wenn ihm vom weiblichen Geschlecht die Siegespalme entrissen wird. Der nämlich gewöhnt ist, in ohnmächtigem Übermut gewaltig zu prahlen, als werde er den ganzen Erdboden zusammenschmettern, wie auf ein Nest die Hand darauf legen, und die verlassenen Eier daraus rauben, und Städte zu Wüsteneien verwandeln – der nämliche ist durch die Tugend dieser herrlichen Frau zu Schanden geworden. Die, welche er reizte von Christus abzufallen, indem Gott sie nicht schützen und bewahren werde, die fand er in Wahrheit stärker als es ihre Natur mit sich brachte; denn sie verachtete und verlachte die Schreckmittel des Feindes umso mehr, je mehr er gehofft hatte, sie dadurch einzuschüchtern.“

„Sie hatte nämlich eine Anklage vor Gericht gebracht gegen eines der Häupter der Stadt, gegen einen Mann, der durch Betrug und Gewalt große Reichtümer zusammengescharrt hatte. Den größten Teil des Besitztums der Julitta: Felder, Häuser, Vieh und Leibeigene hatte er ebenfalls gewaltsam an sich gezogen; als er zuletzt ihr auch noch den übrigen Hausrat hinweggenommen hatte, stellte er sich im Voraus sicher gegen gerichtliche Anklagen, indem er etliche Verleumder und falsche Zeugen sich verschaffte und zugleich durch schmutzige Bestechung der Richter für seine Sache erkaufte. Da der festgesetzte Tag zur Verhandlung kam, und Richter und Anwälte bereit saßen, fing Julitta an, dem Richter die rücksichtslose Gewalttätigkeit jenes Menschen zu schildern und wollte urkundlich nachweisen, dass sie seit längster Zeit rechtmäßig jene Güter besessen hatte. Da sie aber bitterlich klagte, wie sein gewaltsamer und unersättlicher Geiz fremdes Gut verschlinge, trat jener hervor und erklärte an den Gerichtsschranken, Julitta könne nach dem Gesetz keine Anklage stellen oder einen Prozess beginnen; denn es sei widerrechtlich, dass die, welche die Götter der Kaiser durchaus nicht verehren, anderen Bürgern in irgend einer Sache gleichgestellt werden, wenn sie nicht zuerst den Glauben an Christus abgeschworen haben.“

„Dem Richter schien diese Einrede begründet und dem bestehenden Recht gemäß. Alsbald wurde befohlen, Weihrauch und Kohlen herbeizubringen, und von den Richtern verlangt, wenn sie den Schutz des Gesetzes ansprechen wolle, so möge sie jetzt Christus abschwören; wenn sie aber starrsinnig bei ihrem Glauben verharre, so gebe es für sie keinen Rechtsschutz mehr, ja sie habe überhaupt keinen Teil mehr am Staat, ja sie sei nach den Verordnungen, die zu jener Zeit von den Kaisern gegeben waren, mit der Acht gebrandmarkt.“

„Was tat nun Julitta? Hat bei ihr die Liebe zum Reichtum die Oberhand gewonnen? Hat sie ihr Heil beiseite gesetzt um des Anspruches willen, gerichtlich ihr Recht zu verfolgen? Ward sie durch die Gefahr, die ihr seitens der Richter drohte, im Innern bestürzt und erschrocken? Wahrlich nichts weniger als dies. Was spricht sie? „Lieber möge selbst das Leben verloren sein und alles zeitliche Gut; und lieber bleibe mir nicht einmal mehr der Leib, als dass gegen Gott meinen Schöpfer irgendein böses Wort aus meinem Munde komme.“ Je mehr sie den Richter durch diese ihre Reden in heftiger und grimmiger Zorneswut entbrennen sah, desto mehr Danksagungen brachte sie Gott dar, dass, während sie um hinfälliger Güter willen gegen den Räuber Recht suche, ihr jetzt der Besitz ewiger Güter zuzufallen scheine. Sie sah nämlich, wie ihr die Erde genommen werde, damit sie das Paradies besäße, wie sie der Schmach überantwortet werde, damit sie würdig werde der Krone der Herrlichkeit; wie ihr Körper schmählich zerschlagen und sie dieses zeitlichen Lebens beraubt werde, damit sie teilhaftig sei jener seligen Hoffnung, den Chören aller Heiligen zugezählt in der Wonne des himmlischen Reiches.“

„Endlich als sie mehrmals gefragt wurde und keine andere Antwort gab, als fortwährend, sie sei eine Magd Christi, und da sie sich mit Abscheu von denen wandte, die sie aufforderten, den Glauben abzuschwören: da beraubte sie jener schlechte Ritter nicht nur ihrer großen Güter gegen alles Recht und Gerechtigkeit, sondern er verurteilte sie grausam zum Feuertod. Sie ist aber wohl nie zu irgendetwas, das ihr im Leben Lust gewährt, so schnell gelaufen, als sie zu dem ihr bereiteten Feuer eilte, indem Gesicht, Haltung, Worte und überschwellende Munterkeit die allergrößte Freude offenbarten. „

„Die Frauen, die in ihrer Nähe standen, beschwor Julitta, sie möchten doch keine Mühseligkeiten scheuen, um die christliche Religion zu bewahren und nicht die Schwäche der weiblichen Natur vorschützen. Denn aus demselben Stoff, aus dem die Männer, bestehen auch wir, sagte sie: nach dem Ebenbild Gottes sind, wie jene, auch wir geschaffen. Es ist wahrlich die Frau vom Schöpfer ebenso gut als der Mann zur Tugend bestimmt. Sind wir den Männern nicht ebenbürtig in allem? Denn um die Frau zu bilden ist nicht bloß Fleisch genommen worden, sondern auch Bein von Gebein; daher sind wir dem Herrn nicht weniger als die Männer Festigkeit und Standhaftigkeit im Glauben schuldig und in Widerwärtigkeiten Geduld.“

„Da sie solches gesprochen hatte, sprang sie auf den angezündeten Scheiterhaufen; der umfing gleichsam als Brautbett den Leib der heiligen Julitta, die Seele aber förderte er an jenen himmlischen Ort und zu jener Ruhe, die ihren Verdiensten gebührte. Der verehrungswürdige Leib blieb jedoch ganz unverletzt und ist jetzt ein Heiligtum des prächtigen Tempels, in dem er beigesetzt ist; heute noch feuert er die, die dorthin wallfahren, zu erhöhter Frömmigkeit an.“

„Auch quoll die Erde, durch die Ankunft jener Seligen gesegnet, Wasser hervor, das durch seine Eigenschaften überaus kostbar ist, so dass diese Märtyrerin, einer fruchtbaren Mutter ähnlich oder einer Amme, gleichsam wie mit ihrer Milch die Bewohner der ganzen Stadt reichlich tränkt. Dieses Wasser ist den Gesunden ein Vorbeugungsmittel, den davon Kostenden ein Vergnügen, ein Heilmittel der Kranken. Die Märtyrerin brachte uns gütig dieselbe Wohltat, welche einst Elias den Bewohnern von Jericho brachte, indem er das salzige, untrinkbare Wasser durch seinen Segen verwandelte in süßen, höchst wohlschmeckenden Trank.“

von 28.07.2013 11:17


Zitate/Sprüche mit allgemeinen Weisheiten

Wenn Menschen gottlos werden, sind die Regierungen ratlos, die Lügen grenzenlos, die Schulden zahllos, die Besprechungen ergebnislos, die Aufklärung hirnlos, die Politiker charakterlos, die Christen gebetslos, die Kirchen kraftlos, die Völker friedlos, die Verbrechen maßlos.
Antoine de Saint -Exupery (1900-1944)



Eine unheilige Kirche: Sie ist unnütz für die Welt und ohne Achtung vor den Menschen. Sie ist ein Greuel, das Gelächter der Hölle, die Abscheu des Himmels. Die schlimmsten Übel, die je über die Welt gekommen sind, sind über sie gebracht worden von einer unheiligen Kirche.
(C.H. Spurgeon)



Wieviel ganze Christen bekommt man aus 1000 halben Christen? Nicht einen einzigen!
(Autor unbekannt)



Wer Menschen gewinnen will, muss sein Herz an die Angel hängen
(ein Missionar, Name ist uns nicht bekannt)



Einen jeglichen dünkt sein Weg recht; aber der HERR prüft die Herzen.
Die Bibel, Sprüche 21,2



Ich ziehe deshalb den Herbst dem Frühjahr vor, weil das Auge im Herbst den Himmel, im Frühjahr aber die Erde sucht.
Sören Kiergegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller



Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.
Die Bibel, Sprüche 16,18



Weil der gefallene Mensch Gottes Gestalt nicht wieder finden und annehmen kann, darum gibt es nur einen Weg zur Hilfe: Gott selbst nimmt die Gestalt des Menschen an und kommt zu ihm.
Dietrich Bonnhoeffer (1906-1945), Theologe und Märtyrer des dritten Reiches



Es ist mit der so genannten "Endzeit" wie bei alten Menschen, die am Lebensende oft wieder kindisch werden: Die kindische Phase der damaligen Korinther-Gemeinde (mit Zungenrede und Prophetie; 1. Kor. 3,1 + 15,34) lebt wieder neu auf .
Das dramatische dabei: Jesus sagte voraus, dass es FALSCHE Propheten sein werden (Matth. 24,11) ...
Rainer Jetzschmann, Internetevangelist



Viele Menschen, die die Bibel noch nie zur Hand genommen haben, denken, dass es sich dabei um sterile und belehrende Texte handelt. Ich behaupte das Gegenteil: Die Bibel mit ihren vielen spannenden und guten Geschichten fasziniert mich, weil sie mir direkt für meinen Alltag positiven Sinn und Motivation geben kann.
Dr. Markus Merk, Zahnarzt, nebenberuflich Bundesliga-Schiedsrichter aus Kaiserslautern; 2005+2006 zum besten Schiedsrichter der Welt gewählt



Deutschland tötet derzeit pro Jahr mindestens 300.000 ungeborene Kinder und hat derzeit einen jährlichen Bedarf von etwa 300.000 zusätzlichen Gastarbeitern, um das Wirtschafts- wie Pensionssystem auch nur in Gang zu halten. Das bedeutet, dass Deutschland laufend die selbst produzierte Zukunft wegwirft und sich fremd produzierte Zukunft hereinholt mit allen damit verbundenen Konflikten.
Dr. Siegfried Buchholz, Management-Berater, 2001



Wer Unrecht sät, der wird Unglück ernten, und die Rute seines Übermuts wird ein Ende haben.
Die Bibel, Sprüche 22,8



Man tötet (bei der Abtreibung) nicht nur Leben, sondern stellt sein eigenes Ich über Gott. Menschen entscheiden, wer leben und wer sterben soll. Sie wollen sich selbst zum allmächtigen Gott machen.
Mutter Teresa (1910-1997)



Die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung besagt, dass der Schöpfer uns das Recht auf Freiheit übertragen hat. Es scheint, als ob der Mensch diese Freiheit erst wirklich begreifen kann, wenn er den nicht vergisst, der sie ihm gegeben hat.
Vaclav Havel, Politiker und Schriftsteller, 1993-2003 Präsident der Tschechischen Republik



Ich lese jeden Abend einen Abschnitt aus der Bibel. Das schenkt mir Ruhe und Gelassenheit - mehr noch: das Gefühl der Geborgenheit bei Gott. Ich kann die Ereignisse des Tages dadurch besser verarbeiten und gewinne Klarheit.
Veronica Carstens, Ärztin und Witwe des ehem. Bundespräsidenten Karl Carstens



Nur mit einer guten Beziehung kommt man in den Himmel: Einer Gottesbeziehung.
Peter Karner, österreich. Pfarrer und Journalist



Ich bin von ganzem Herzen dankbar für alle Niederlagen und Krisen, denn nur sie sind es, die mich wieder zurücktreiben in das Gebet und in die Arme Gottes.
Sören Kirkegaard, dänischer Religions-Philosoph



Den Garten des Paradieses betritt man nicht mit den Füßen sondern mit dem Herzen
Bernhard von Clairvaux



Was der Gottlose fürchtet, das wird ihm begegnen; und was die Gerechten begehren, wird ihnen gegeben.
Die Bibel, Sprüche 10,24



Werde nie so reich an Geist, dass du arm würdest am Herzen.
Otto Ludwig



Besser einer Bärin begegnen, der die Jungen geraubt sind, als einem Toren in seiner Torheit.
Die Bibel, Sprüche 17,12



Wer Streit anfängt, gleicht dem, der dem Wasser den Damm aufreißt.
Die Bibel, Sprüche 17,14



Viele schmeicheln dem Vornehmen; und wer Geschenke gibt, hat alle zu Freunden.
Die Bibel, Sprüche 19,6



Das Geschenk des Menschen schafft ihm Raum und bringt ihn zu den großen Herren.
Die Bibel, Sprüche 18,16

von 28.07.2013 08:16

Hymnus

Jesus, Erlöser aller Welt, du aller Heil'gen Zier und Kron, wer dir nachfolgt in dieser Zeit, dem bist du übergroßer Lohn. Wer vor der Welt dein Jünger ist, wer vor den Menschen dich bekennt, wer harrt die lange Nacht auf dich, wer seine Lampe brennend hält; Des' Nam nennst du, Herr Jesus Christ, im Himmel vor des Vaters Thron. Prägst seiner Stirn dein Zeichen ein; mit dir ist er "geliebter Sohn". Wenn unsres Lebens Sonne sinkt, wenn's Abend wird und dunkle Nacht, führ uns zu deinen Heil'gen ein, in deines Gottesreiches Pracht. Dem Vater auf dem hohen Thron, dir, Christ, Erlöser aller Welt, sei mit dem Geist der Heiligkeit, Lobpreis in alle Ewigkeit. Amen.

von 27.07.2013 12:41

27. Juli – Der selige Berthold, Abt (+ 27. Juli 1142)

An dem linken Ufer der Enns in der Nähe der Stadt Steyr in Oberösterreich liegt die herrliche Klosterkirche von Garsten. Einst ein angesehenes Benediktinerstift, dienen die ausgedehnten Klostergebäude seit 1787 profanen Zwecken. Trotz dieses Verfalls und vielfacher Änderungen im Lauf der Zeiten lebt in Oberösterreich das Andenken an den ersten Abt des Stiftes, den seligen Berthold, fort. Auf Bitten des ehrwürdigen Dieners Gottes Franz Josef Rudigier, Bischof von Linz, hat der Apostolische Stuhl am 30. August des Jahres 1883 die Feier des Festes des seligen Abtes Berthold für die Diözese Linz für den heutigen Tag gestattet.

Berthold oder Berchtold, das heißt „der glänzend Herrschende“, stammte aus dem Geschlecht der Grafen von Bogen in Niederbayern und ward um das Jahr 1090 geboren. Er wurde in den Benediktinerstiften Admont in Steiermark und St. Blasien im Schwarzwald erzogen und wurde im letzteren selbst Mönch.

Der junge Ordensmann zeichnete sich bald so sehr durch Tugenden aus, dass er zum Prior ernannt wurde; später wurde er in das Stift Göttweig in Niederösterreich als Nachfolger des seligen Wirnto berufen, und im Jahr 1111 zum ersten Abt des Stiftes Garsten gewählt. Dieses hatte 1080 Markgraf Ottokar III. von Stermark gegründet und 1108 den Benediktinern von Göttweig übergeben.

Berthold war seinen Mönchen als Abt wirklich das, was sein Name sagt, ein Vater und Meister, Vater durch unbegrenzte Liebe, der den Seinen in allem mit schönstem beispiel voranging, ein Meister, der genau für Einhaltung der klösterlichen Zucht sorgte, wie er sie in St. Blasien gelernt hatte.

Für sich lebte der Abt streng und begnügte sich mit dem geringsten Maß von Speise und Trank und Ruhe und verzichtete auf alle Bequemlichkeit. So viel es möglich war, oblag er geistlichen Betrachtungen und Studien und der Sorge für seine Untergebenen und die vielen Leute, die um Rat und Hilfe von allen Seiten zu ihm kamen.

Voll Eifer für das Heil der Seelen, brachte er gar viel Zeit im Beichtstuhl zu, so dass seine Untergebenen manchmal darüber klagten. Als Beichtvater genoss er bald einen solchen Ruf, dass unzählige von allen Seiten, Arme und Hohe, das einfache Landvolk und vornehme Herrschaften, zu ihm kamen, um bei ihm Trost zu suchen und zu finden. Kaiser Konrad III. wählte den frommen und klugen Mann zum Beichtvater. Markgraf Leopold der Heilige benützte seine Vermittlung in einer wichtigen Angelegenheit.

Da das Stift wegen des guten Geistes, der in ihm herrschte, bald bekannt wurde, mehrte sich von Jahr zu Jahr die Zahl derer, die um Aufnahme baten. Aber so groß auch die Zahl der Diener Gottes wurde, so hatten sie doch nie einen Mangel. Dafür sorgte ihr geistlicher Vater, der Abt.

Auch Arme und Gäste fanden immer liebevolle Aufnahme. Dem Erzbischof Konrad von Salzburg, der vor Kaiser Heinrich V. fliehen musste, gewährte Berthold in seinem Kloster ein Asyl. Aus Dankbarkeit und Verehrung für den vortrefflichen Abt, der vor allem das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit suchte, kamen viele Reiche und Wohlhabende dem Stift durch bedeutende Schenkungen und Vermächtnisse zu Hilfe.

Streng sah Berthold darauf, dass nichts auf unrechtmäßige Weise erworben wurde; wo er das vermutete, ließ er die Schätze lieber in die Enns werfen, als dass er ungerechtes Gut unter seinem Dach geduldet hätte.

Gott selbst half oft mit Wundern, die auf das Gebet des heiligen Abtes geschahen. So vermehrte er den Vorrat an Brot und Fischen, mit denen viele Gäste gesättigt werden sollten. Unzählige Kranke und vom bösen Geist Gepeinigte heilte er durch sein Gebet und das Zeichen des heiligen Kreuzes. Er erkannte das Innere fremder Menschen und sagte kommende Ereignisse voraus.

So leitete der Abt in Heiligkeit und Weisheit durch 30 Jahre seine Ordensfamilie; sie und die ganze Umgebung von Garsten betrachteten und verehrten ihn wie ihren geistlichen Vater, Wohltäter und Führer und liebten und schätzten ihn über alles.

Als im Jahr 1142 Nachricht vom Stift Admont kam, sich dorthin zum Begräbnis des Abtes Godefried zu begeben, sagte Abt Berthold zu den Boten: „Kehret um; euer Herr befindet sich wieder besser und wird genesen. Aber saget ihm, wenn Botschaft von mir kommt, soll er nicht zögern, zu mir zu kommen.“ Abt Godefried war wirklich genesen; Berthold aber musste sich todkrank zu Bett legen. Er hörte noch die Bekenntnisse der Seinen, gab ihnen rührende Ermahnungen, empfahl ihnen seinen Kaplan Eberhard als Nachfolger und betete mit ihnen die Litanei, bis er seine reine Seele aushauchte; es war am Fest des heiligen Pantaleon, dem heutigen Tag. Abt Godefried geleitete ihn zur letzten Ruhe.

Viele Wunder verherrlichten Bertholds Andenken; Prozessionen kamen an sein Grab, dem Mann Gottes, der im Leben so mitleidig und liebevoll gewesen, sich zu empfehlen. Mancherlei Schicksale kamen über sein Stift; wurde es auch durch die unglückseligen Klosteraufhebungen Kaiser Josef II. seinem ursprünglichen Zweck entzogen, Kirche und Gebäude blieben erhalten und das Andenken an den edlen ersten Abt ist im oberösterreichischen Land nicht erloschen. Es erfüllte sich an ihm die Worte des Heiligen Geistes: „Geliebt ward er von Gott und den Menschen; sein Andenken ist ein Segen; er hat ihn wie einen Heiligen verherrlicht, ihn groß gemacht zum Schrecken der Feinde, und ließ auf sein Wort große Plagen aufhören. Er verherrlichte ihn vor Königen, gab ihm Befehle an sein Volk und zeigte ihm seine Herrlichkeit. Um seiner Treue und Sanftmut willen heiligte er ihn und erwählte ihn vor allem Fleisch... Er gab ihm selber die Gebote und das Gesetz des Lebens und der Zucht.“ (Jesus Sirach 45,1-6)

von 26.07.2013 08:42

Die heilige Anna - Mutter der allerseligsten Jungfrau Maria

Festtag, Gedenktag oder auch Verehrungstag genannt ist der 26. Juli

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Zur Zeit, da das jüdische Reich dem Verfall nahe war und kein König aus Judas Stamme, sondern der Fremdling Herodes das Zepter führte, lebten zu Nazareth, in der Nähe des Berges Karmel, die beiden gottesfürchtigen Eheleute Joachim, der in der heiligen Schrift auch Heli genannt wird, und Anna, „die Unmutige” oder „Gnädige ” nach unserer Sprache.

Beide wandelten gerecht vor Gott. Ihr zeitliches Habe teilten sie in drei Teile; der Eine gehörte zur Zierde des Tempels, der Andere wurde für die Armen verwendet, der Dritte diente ihnen zum Unterhalte. Ihr Leben verfloß unter Arbeit und Gebet in stiller Zurückgezogenheit. Nur Eines fehlte ihnen, sie hatten kein Kind, und das machte sie traurig; denn Unfruchtbarkeit war in Israel eine Schande.

Oft lag Anna im stillen Kämmerlein oder im Garten unter einer Palme auf ihren Knieen und flehte herzinniglich zu Gott, er möchte die Schande von ihr nehmen und ihr ein Kind schenken. Oft wenn Joachim sein geliebtes Weib so betrübt sah, seufzte er zum Himmel um Erhöhung ihrer Bitte. es genügte aber der heiligen Anna nicht, in der Stille zu beten, sie ging auch in den Tempel, opferte Gaben und flehte mit heißer Innbrunst, Gott möge sie Mutter werden lassen; auch machte sie das Gelübde, im Falle ihr ein Kind geschenkt werde, dasselbe dem Dienste Gottes ganz zu weihen. Endlich nach zwanzig Jahren der Unfruchtbarkeit, da Anna wegen hohen Alters kein Kind mehr hoffen durfte und sich ganz in den heiligen Willen Gottes ergeben hatte, erschien ihr eines Tages im Garten, wo sie betete, ein Engel und brachte ihr die trostvolle Botschaft, daß sie ein Kind empfangen werde. Groß war die Freude des frommen Weibes, aber noch größer wurde diese Freude, als sie nach 9 Monaten DIEJENIGE wirkliche zur Welt brachte, welche die Mutter des Messias, des Sohnes Gottes, werden sollte. Ein Engel offenbarte ihr und ihrem Manne, daß sie das Kind Maria heißen sollten, und daß es von Gott auserwählt sei zur Mutter seines Sohnes, des Erlösers Israels und der ganzen Welt. Da dankte die glückselige Anna laut dem Herrn und stimmte folgenden Lobgesang an, den die Überlieferung uns aufbewahrt hat:



„Ich will lobsingen meinen Gott, der mich heimgesucht und weggenommen von mir die Schmach meiner Feinde. Er hat mir gegeben reichliche Frucht der Gerechtigkeit vor seinem Angesichte.”

„Wer wird verkünden den Söhnen Rubens, daß Anna säuge ein Kind! höret, o höret ihr zwölf Stämme Israels, Anna säuget ein Kind!”

Achtzig Tage nach der Geburt ihrer heiligen Tochter Maria zog Anna mit dem Kinde und ihrem Manne nach Jerusalem, um es Gott, dem Herrn, darzustellen und das gesetzliche Opfer zu entrichten. — Nachdem sie ihr Opfer dem Priester eingehändigt, warf sie sich nieder zur Erde, dankte Gott für das hohe Geschenk, das er ihr noch im hohen Alter gemacht, hob freudetrunken das liebliche Kind, das wie ein Engel lächelte, empor und gelobte feierlich, dieses Kind zu seiner Zeit wieder in den Tempel zurückzubringen und dem Dienste im Heiligtume zu weihen. Joachim bestätigte dies Gelübde seiner frommen Gattin, und wanderte dann wieder mit ihr und dem Kinde nach Nazareth zurück.

Anna betrachtete ihr Kind als den kostbarsten Schatz, den ihr Gott anvertraut; mit unsäglicher Wonne ruhte ihr mütterliches Auge auf demselben. Sie wußte, daß Maria makellos von jeglicher Sünde, daß sie der Tempel des heiligen Geistes sei und einst die glückseligste Mutter der Welt werden und den Heiland, auf den Himmel und Erde mit Sehnsucht warteten, gebären sollte. Wer wird wohl beschreiben können, welchen Segen dieses heilige Kind ihren Eltern brachte, welch` himmlischer Friede im Hause einer so heiligen Familie waltete!

Drei Jahre waren so verflossen, wunderbar war Maria wie eine reine Himmelsblume heranblüht; schon war ihre Vernunft erwacht, und ihr klarer Verstand überstieg weit ihr Alter, da gedachten die frommen Eltern ihres Gelübdes und setzten sich in Bereitschaft, nach Jerusalem zu reisen, um Maria im Tempel unterzubringen. Gerne hätte Anna das Kind bei sich behalten, allein Gottes Wille war ihr heilig und der Gehorsam siegte über ihre Mutterliebe.

Und so reisten die frommen Eltern mit ihrem Töchterlein nach Jerusalem, wo der Priester Zacharias, ihr naher Verwandter und Vater des heiligen Johannes schon die Aufnahme im Tempel vorbereitet hatte. Nicht ohne Schmerz, aber ganz ergeben in des Herrn Willen, übergab Anna den Priestern ihr einziges, geliebtes Kind, das freudig die Tempelstufen hienaufstieg und sich dem himmlischen Vater vollkommen zum Opfer brachte. Anna und Joachim segneten Maria, küßten sie zum Abschiede und mit dem Vorgefühle, ihre Tochter in dieser Welt nicht mehr zu sehen, kehrten sie still trauernd in ihre Heimat zurück. Bald darauf starb Joachim und nach ein paar Jahren auch die heilige Anna, beide schon im hohen Alter und voll Verlangen, Gottes Herrlichkeit im Himmel zu schauen.

Die heilige Anna wurde in den ersten Zeiten des Christentums hochverehrt als die gebenedeite Mutter der heiligen Gottesgebärerin, die uns das Heil gebracht und die Ursache unserer Freude ist. Schon frühzeitig wurde über dem Hause der heiligen Anna, wo sie in Jerusalem, so oft sie dahin kam, gewohnt hat, ein Kloster gebaut, welches jetzt in eine türkische Moschee verwandelt ist. Kaiser Justinian ließ ihr zu Ehren im Jahre 550 zu Konstantinopel eine Kirche bauen. Im Jahre 710 kam ihr heiliger Leib auch dahin und durch die Kreuzfahrer kamen dann heilige Reliquien davon in das Abendland. Auf die Fürbitte der heiligen Mutter Anna sind viele Wunder geschehen, besonders wird sie als Patronin der Armen verehrt, denen sie in ihrem Leben so viel Gutes getan.

Sie wird gewöhnlich abgebildet, wie sie die heilige Jungfrau unterrichtet.



Quelle: Legende von den lieben Heiligen Gottes, nach den besten Quellen neu bearbeitet und herausgegeben von Georg Ott, Stadtpfarrer in Abendsberg (1863)

von 25.07.2013 11:48

25. Juli - Der heilige Christophorus

Sicher ist es, dass der heilige Christophorus gelebt hat und für Christus gestorben ist. Und wenn auch alles andere, was man von ihm erzählt, nicht sicher ist, so ist es doch schön, und deshalb soll es erzählt werden. Die Legende wird erzählt, weil sie einen tieferen Sinn hat.

Im 3. Jahrhundert wurde im Land Kanaan ein Junge geboren, der wuchs und wuchs und wuchs, bis er drei Meter groß war und noch etwas darüber. Wenn er Kirschen pflücken wollte, brauchte er keine Leiter, sondern reichte mit dem ausgestreckten Arm bis in die Krone der Bäume. Dabei war er durchaus nicht mager, sondern von breitem, festem Körperbau. Er hatte tellergroße Fäuste, Arme wie Eichenäste und Muskeln wie von Stahl. Als ihn einmal ein Bär anfiel, drückte er das Tier so fest an die Brust, dass der Bär nicht mehr atmen konnte und schließlich besiegt war. Als das geschehen war, musste sich der Riese allerdings einen Augenblick setzen. Der Schweiß brach ihm von der Anstrengung aus allen Poren. Aber nach fünf Minuten erhob er sich wieder, warf sich den zentnerschweren Bären über die Schultern und trug ihn heim. Wer den Hünen mit der schreckhaften Gestalt zum erstenmal sah, lief vor Angst gleich davon. Und allgemein nannte man den Riesen Reprobus, was auf deutsch Bösewicht heißt. Mit diesem Namen tat man ihm allerdings Unrecht, denn nur von außen sah er gefährlich aus. Innerlich war er ein herzensguter Kerl.

Wie die meisten Leute, so hatte auch Reprobus einen Tick. Seine Schrulle bestand darin, dass er nur dem mächtigsten Herrn dienen wollte. Lange suchte er nach ihm, bis er ihn schließlich in einem König gefunden zu haben glaubte. Der König freute sich natürlich darüber, dass Reprobus in seine Dienste trat, denn er ersetzte ihm ein ganzes Regiment Soldaten und entschied jede Schlacht zu seinen Gunsten. So war alles in bester Ordnung, bis eines Tages der König bei dem Namen des Teufels, der im Gespräch fiel, das Kreuzzeichen machte. Sofort fragte Reprobus, was das Zeichen zu bedeuten habe. Der König entgegnete, wenn er das Kreuzzeichen mache, könne ihm der Satan nicht schaden. Über diese Antwort dachte der Riese lange nach und fand schließlich heraus, dass der Teufel wohl stärker sein müsse, weil der König ihn fürchte. Deshalb nahm er seinen Abschied, um den Satan zu suchen und ihm seine Dienste anzubieten.

Reprobus machte sich auf den Weg, und bald schon begegnete er dem Teufel. Es war in einer pechschwarzen Nacht, mitten in einem finsteren Wald. Gerade schlug die Uhr mit zwölf Schlägen und kündigte die Geisterstunde an. Da fuhr ein gewaltiger Sturm daher, so dass sich die Bäume bis auf den Boden bogen. Zugleich ritt auf nie gesehenen Tieren, die noch am ehesten riesigen Wildschweinen glichen, ein ganzes Heer von Teufeln heran. Alle saßen rücklings und hielten sich am Schwanz der wilden Schweine fest. Furchtlos ließ Reprobus die Schar rechts und links an sich vorübersausen, bis schließlich auf einem mächtigen Keiler mit gewaltigen Hauern der Oberteufel vor ihm stand, der den Riesen gern in seine Dienste nahm. Sogleich ging die wilde Jagd weiter, doch da erhob sich am Weg ein schlichtes Kreuz. Und als es der Teufel sah, machte er auf der Stelle kehrt und floh, und alle Teufel flohen mit ihm Hals über Kopf davon. Reprobus aber stand allein vor dem Bild unseres Herrn Jesus Christus und wusste nicht, wie ihm geschah.

Da kam mit der Morgendämmerung ein Einsiedler daher. Diesem erzählte der Riese das nächtliche Abenteuer und teilte ihm auch seinen Wunsch mit, dass er nur dem Stärksten dienen wolle. Da erklärte ihm der Gottesmann, dass der Gekreuzigte der stärkste von allen sei. Ihm diene man, wenn man ihm in den Mitmenschen gefällig sei. So erhielt der Riese christlichen Unterricht, wurde getauft, und um dem stärksten Herrn Jesus Christus in den Mitmenschen zu dienen, trug er ab jetzt auf seinen breiten Schultern Wanderer über einen brückenlosen Strom.

Da weckte ihn in einer Nacht ein kleiner Junge mit der Bitte, dass er ihn hinübertrage. Wie eine Feder so leicht war anfangs das Kind. Aber mit jedem Schritt, den der Riese tat, wurde es schwerer und schwerer, bis der Träger schließlich sagte: „Kind, du bist mir fast zu schwer! Mir ist´s, als läge die ganze Welt auf mir.“ Da antwortete Christus, der das Kind war: „Mehr noch trägst du, denn ich bin der Stärkste, derjenige, der Himmel und Erde erschuf, und weil du mich trägst, sollst du ab jetzt Christophorus, das bedeutet Christusträger, heißen.“

Das ist die schöne Legende von dem heiligen Christophorus, dessen Bild man heute in vielen Autos und Flugzeugen findet, denn er ist der Patron der Autofahrer und der Flieger.


25. Juli – Der heilige Jakobus der Ältere (+ im Jahr 42)


Der heilige Jakobus war der Sohn des Zebedäus und der Salome und der ältere Bruder des heiligen Evangelisten Johannes. Der Vater betrieb mit seinen Söhnen und einigen Gehilfen eine Fischerei in Bethsaida am See Genezareth in Galiläa, wie es scheint, in Verbindung mit Simon Petrus. Die Mutter war eine nahe Verwandte der heiligen Mutter des Herrn; sie gehörte zu den frommen Frauen, welche sich Jesus in Galiläa angeschlossen, im nach Golgatha folgten, und ihn noch im Grab ehren wollten; so wurde sie Augenzeugin des Leidens und der Auferstehung des Herrn.

Ihre Söhne Jakobus und Johannes waren wohl Jünger des heiligen Johannes des Täufers und scheinen durch diesen auf Jesus von Nazareth als den verheißenen Messias aufmerksam geworden zu sein.

Nachdem sie bereits Zeugen mehrerer Wunder des Herrn gewesen, waren sie eines Tages mit ihrem Vater am See beschäftigt; da kam Jesus und forderte Petrus auf, die Netze noch einem auszuwerfen; es folgte der wunderbare Fischfang. Jakobus und Johannes halfen mit, die reiche Beute in die Schiffe zu bringen. Da lud nun Jesus zuerst den Petrus und Andreas und dann die beiden Söhne des Zebedäus ein, bei ihm zu bleiben: er werde sie zu Menschenfischern machen. Der heilige Evangelist Matthäus hebt hervor: „Sie aber verließen allsogleich die Netze und ihren Vater und folgten ihm nach.“ (Mt 4,22)

Diese großmütige Bereitwilligkeit erwarb ihnen das besondere Wohlgefallen des göttlichen Meisters, der sie dann unter die Zahl der zwölf Apostel aufnahm und ihnen wie dem Simon einen eigenen Namen beilegte. Er nannte sie Boanerges, was der heilige Evangelist Lukas mit „Donnersöhne“ übersetzt. Es sollte damit ihr energischer, feuriger Charakter angedeutet werden, der allerdings noch der Bildung und Mäßigung bedurfte (Lk 3,17).

Jakobus und Johannes gehörten zum kleinen Kreis der vertrautesten Apostel des Herrn, die bei drei wichtigen Begebenheiten allein in seiner Gesellschaft bleiben durften. So bei der Erweckung der Tochter des Synagogenvorstehers Jairus (Mk 5,37), dann bei der Verklärung auf dem Berg Tabor (Mt 17,1) und zuletzt auch noch bei seiner Todesangst am Ölberg (Mt 26,37).

Jakobus wird dabei in den heiligen Evangelien immer an zweiter Stelle gleich nach Petrus genannt.

Er heißt sonst auch Jakobus „der Ältere“ zum Unterschied von dem Apostel desselben Namens, der als „der Jüngere“ bezeichnet wird, weil jener früher als dieser zum Apostelamt berufen wurde und wahrscheinlich auch an Lebensjahren älter war.

Auffallend ist die Bitte der Mutter Salome und der beiden Brüder Jakobus und Johannes, dass der Herr ihnen die ersten Plätze zur Rechten und zur Linken verspreche. Ging die Bitte auch aus übergroßer Liebe einer Mutter für ihre Söhne und aus lebendigem Glauben an seine Macht und Gottheit hervor, aus rührender Einfalt und Vertraulichkeit, so war dabei doch auch eine unvollkommene Auffassung des Messiasreiches; deshalb wies sie auch der Heiland zurück, wenn auch mit außerordentlicher Weisheit, Güte und Rücksicht (Mk 10, 35-45; Mt 20,20-28).

Von dem heiligen Jakobus sagt uns die Heilige Schrift nicht mehr, als das der König Herodes Agrippa ihn zu Jerusalem mit dem Schwert hinrichten ließ, um sich bei den Juden in Gunst zu setzen (Apg 12,2). Es war um Ostern des Jahres 42, noch ehe er Petrus gefangen nehmen ließ, und scheint anzudeuten, dass der Apostel als Verkünder des Evangeliums eine sehr hervorragende Stellung einnahm. Er war der erste aus dem Apostelkollegium, der sein Leben für den Herrn hingab und so wirklich den Kelch trank, den der Herr vor ihm getrunken hat.

Nach alten Berichten heilte Jakobus kurz vorher noch einen Gichtbrüchigen; der Gerichtsdiener aber, der den Apostel zum Tod führte, sei von seiner Standhaftigkeit so gerührt worden, dass er sich selbst als Christen bekannte, Jakobus um Verzeihung bat und mit ihm den Tod erlitt.

In Jerusalem befindet sich auf dem Berg Sion eine Jakobskirche, die an der Stelle der Enthauptung des Heiligen erbaut ist.

Der Leichnam des Heiligen wurde nach alter Überlieferung nach Spanien gebracht. Compostela in der spanischen Provinz Galicien nimmt die Ehre für sich in Anspruch, die Reliquien des Apostels zu besitzen. Der 25. Juli ist der Tag der Übertragung oder Beisetzung seiner Gebeine.

Ob der Heilige in Spanien je gepredigt habe, kann nicht mit Sicherheit entschieden werden. Sicher ist aber die große und allgemeine Verehrung, die der Apostel in Spanien bis zur Gegenwart gefunden hat. Zum Teil ist sie auf den Schutz zurückzuführen, den Spaniens Könige und Volk im Kampf gegen die Mauren durch den heiligen Jakobus erfahren haben. Die prachtvolle Kirche über seinem Grab galt Jahrhunderte mit Rom und Jerusalem als größter und berühmtester Wallfahrtsort der Christenheit. Die Wallfahrt dorthin galt gleich einer Wallfahrt zum Grab der Apostelfürsten oder unseres Herrn. Die Reliquien des Heiligen waren längere Zeit verborgen; im Jahr 1884 wurden sie neuerdings in der Basilika entdeckt und ihre Echtheit durch Papst Leo XIII. am 19. Juli 1884 bestätigt. Aus demselben Anlass gewährte er einen vollkommenen Ablass, den alle Gläubigen unter bestimmten Bedingungen in und außerhalb Compostela gewinnen können.

Möge der heilige Apostel, der sich durch großmütige Hingabe an den göttlichen Heiland so sehr ausgezeichnet und für ihn das Martyrium erduldet hat, auch uns Großmut in der Nachfolge des Herrn und Treue bis zum Tod erflehen! In jeder heiligen Messe wird der Name des Heiligen in Ehren genannt.

Beten wir mit dem heiligen König Ludwig, der im Angesicht von Tunis mit sterbenden Lippen noch das Kirchengebet zum heiligen Jakobus flüsterte: „Heilige, o Herr, und bewahre dein Volk, damit es, beschirmt durch den mächtigen Schutz deines Apostels Jakobus, durch seinen Wandel dir wohlgefalle und mit ruhigem Gemüt dir dienen möge!“ Durch unseren Herrn Jesus Christus. Amen.

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