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von esther10 27.12.2015 00:40

"Der Islam in der extremen Form des IS spielte für sie keine Rolle"


Lydia Wilson interviewte drei zum Tode verurteilte IS-Kämpfer im Irak. Zu deren Motiven meint sie: "Der Islam spielte für sie schon eine Rolle, aber nicht in der extremen Form, wie es die Führer des 'Islamischen Staates' verlangen."
(Foto: Wilson mit einem kurdischen Sicherheitsbeamten vor den Interviews.)
Archivbild aus dem Juni 2015: ein Kämpfer des "Islamischen Staates" in Kirkuk, Nordirak.


INTERVIEW RAINER SCHÜLLER 27. Dezember 2015, 12:42 191 POSTINGS Die britische Wissenschafterin Lydia Wilson hat im Irak zum Tode verurteilte IS-Kämpfer interviewt und psychologische Tests mit ihnen durchgeführt. Im Interview berichtet sie über die Ergebnisse Mit Kämpfern des "Islamischen Staats" (IS) über die Motive ihrer Taten zu sprechen ist kein leichtes Unterfangen. Die britische Wissenschafterin Lydia Wilson hat im Irak drei zum Tode verurteilte Vertreter einer lokalen IS-Gruppe interviewt. Das Ziel: Die Forscherin wollte mehr über die Psychologie der Terroristen wissen.

Da das Sample sehr klein war, hat Wilson keinen wissenschaftlichen Text über die Tiefeninterviews verfasst, sondern in dem US-Magazin "The Nation" über ihre Erfahrungen berichtet. Im Gespräch mit dem STANDARD erzählt sie, wieso der Islam nicht der wichtigste Beweggrund für die Befragten war, sich am Kampf des IS zu beteiligen, warum der IS so stark rekrutiert und was seinen Kampf von dem von Al-Kaida unterscheidet. STANDARD: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Interviews mit zum Tode verurteilten IS-Terroristen zu machen? Wilson: Ich untersuche seit vielen Jahren Konflikte aus anthropologischer und psychologischer Sicht. Ich mache sehr viel Feldforschung, bei der ich mit internationalen Kollegen aus verschiedenen Disziplinen zusammenarbeite. Unsere Hauptfragen sind, wann, wie und warum Menschen wie eben auch die Kämpfer des Islamischen Staates ihr wertvollstes Gut, ihr Leben, hergeben. STANDARD:



Wie haben Sie Ihre Interviewpartner gefunden? Wilson: Ich bin vor fünf Jahren zum ersten Mal in den Irak gekommen, wo ich zunächst Kämpfer der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) interviewte. Danach war ich längere Zeit im Libanon und kehrte 2013 wieder in den Irak zurück, als dort der "Islamische Staat" begann, sich als solcher zu bezeichnen, und es sehr heftige Kämpfe gab. Die Kontakte zu Kurden und irakischen Sicherheitskräften waren schnell hergestellt. IS-Kämpfer für meine Interviews zu finden war ungleich schwieriger. Ich hatte es auch vorgezogen, meinen Kopf zwischen den Schultern zu behalten. Viele IS-Kämpfer wurden außerdem im Kampf getötet.

Vonseiten der Kurden hörten wir, dass Festnahmen auch nicht erwünscht waren, weil viele verletzte IS-Kämpfer eine versteckte Sprengladung am Körper hatten. Es wurden also nicht sehr viele von ihnen gefangen genommen. Mit denen, die gefasst wurden, wurde auch nicht zimperlich umgegangen, wie wir hörten. Ein Peschmerga erzählte uns, wie fünf IS-Kämpfer gefangen genommen und nach kurzer Befragung durch Kopfschuss hingerichtet worden seien. Im März 2015 erfuhr ich, dass in Kirkuk die kurdische Polizei Aktionen gegen den IS durchführte, bei denen Kämpfer auch festgenommen wurden. Über einen lokalen Polizeichef wurde mir und meinem Kollegen erlaubt, die Interviews zu machen. Wir fuhren dann nach Kirkuk, wo die Festgenommenen vom Gefängnis zur Polizeistation gebracht wurden. In Handschellen, begleitet von vielen Polizisten. STANDARD: Wer waren die IS-Kämpfer? Wilson: Es handelte sich um drei sunnitisch-arabische Iraker, 21, 26 und 27 Jahre alt. Sie waren Teil einer lokalen Terrorzelle. Einer kam direkt aus Kirkuk, die anderen beiden zogen in ihrer Kindheit hierher. Der jüngste war Analphabet, die anderen hatten drei und sechs Jahre lang die Grundschule besucht. STANDARD: Wofür wurden sie verurteilt? Wilson: Sie waren für viele Autobombenanschläge in Kirkuk verantwortlich, bei denen es eine sehr hohe Opferzahl gab. Sie haben die Bomben auf Marktplätzen gezündet, um möglichst viele Menschen zu töten.



Einer von ihnen war auch an der Ermordung eines Polizisten beteiligt. STANDARD: Haben Sie mitbekommen, wie viele IS-Kämpfer in irakischen Gefängnissen waren? Wilson: Nur sehr wenige werden lebendig gefasst. Viele sprengen sich in die Luft, bevor sie festgenommen werden, auch um den Schaden zu maximieren. Wenn sie gefasst werden, werden sie im Irak nach dem Terrorgesetz verurteilt, was in den meisten Fällen die Todesstrafe bedeutet. STANDARD: Alle drei Befragten wurden zum Tode verurteilt? Wilson: Zwei schon, einer bekam 15 Jahre Gefängnis. STANDARD: Was haben Sie die Gefangenen gefragt? Wilson: Wir haben einen psychologischen Test mit ihnen gemacht, den wir auch schon in anderen Ländern durchgeführt haben. Damit wollten wir herausfinden, was ihre wirklich wichtigsten Werte sind, die ihnen heilig sind. Wir testeten auch, wie sie ihre eigene Gruppe der arabischen Sunniten wahrnehmen im Vergleich zu anderen, die ihr Leben bestimmt haben. Wir haben von ihnen nicht erwartet, dass sie uns erzählen, dass sie die größten Fans des IS sind oder die größten Hasser der USA. Hier hätten sie sicher vorbereitete Antworten für uns gehabt. Wir haben sie eher mit ungewöhnlichen Fragen konfrontiert, die sie vielleicht noch nie zuvor in ihrem Leben gefragt wurden. Ihnen über diesen psychologischen Ansatz zu begegnen war ein guter Weg, damit sie sich uns öffneten und mehr von sich herausließen. STANDARD:

Welche Antworten kamen da? Wilson: Wir hatten ihnen zur Einstimmung Karten gezeigt, auf denen mehrere Bodybuilder zu sehen waren, vom ganz schwachen bis zum stärksten. Darauf war auch die Flagge des IS. Wir fragten sie nach ihrer Einschätzung der Stärke des IS. Der Jüngste zeigte auf das Bild mit dem schwächsten Mann, wohl um so zu tun, als ob er kein Unterstützer des "Islamischen Staates" sei. Dann legten wir ihnen die Bilder mit einer kurdischen Fahne vor: Hier zeigte er auf den zweitstärksten. Bei den irakischen Sicherheitskräften zeigte er auf das mittlere, der Iran wurde ein wenig schwächer bewertet, und die USA wurden als die Stärksten eingeschätzt. STANDARD: Was waren Ihre wesentlichen Erkenntnisse? Warum kämpfen diese jungen Leute für den IS? Wilson: Bei den Gesprächen hat sich gezeigt, dass die Befragten zum Großteil nicht wirklich die extremen Ansichten vertraten, die von der IS-Propaganda verbreitet werden. Sie wussten nicht einmal die Hälfte davon. Sie kannten beispielsweise nicht die Geschichte und die Hintergründe des Kalifats. Sie wussten auch nichts über den Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi, ihren vermeintlichen Anführer. Sie sagten zwar, dass sie unter der Scharia leben wollten, wussten aber auf Nachfrage nicht, wie ein solches Leben im Detail aussehen sollte. Sie reagierten sehr verwirrt und konnten auch nicht wirklich erklären, was der Jihad für sie bedeutete. STANDARD: Sie waren also nicht wirklich mit dem Islam vertraut? Wilson: All diese Begriffe, die der IS sehr oft verwendet und die von außen als starker ideologischer Rahmen angesehen werden, wurden von diesen jungen Kämpfern zum Großteil einfach nicht verstanden.


foto: privat
Wilson bei ihrer Recherche im Ira

Das heißt nicht, dass sie sich dem Islam nicht verpflichtet fühlten, das taten sie sehr wohl. Auf die Frage, was Islam für ihn bedeutet, sagte einer: "Mein Leben." Der Islam spielte für sie also schon eine Rolle, aber nicht in der extremen Form, wie es die Führer des "Islamischen Staates" verlangen. Hier ging es nicht darum, in den Himmel, in das Paradies zu kommen. STANDARD: Was hat sie dann angetrieben? Wilson: Sehr viel klarer war, dass diese Kämpfer überzeugt waren, für ihr Land, für ihre Familie und ihre Würde zu kämpfen. Allen gemeinsam war ein tiefer Hass auf die USA und ihre eigene Regierung im Irak. Sie fühlten sich sehr diskriminiert und in ihrer politischen Vertretung nicht repräsentiert. Seit Al-Kaida im Irak ausgelöscht wurde, gab es niemanden, der ihnen anbot, für sie zu kämpfen. Bis der IS kam. Der IS gab ihnen die Gelegenheit, ihre Identität zu verteidigen und stolz darauf zu sein, Sunnit zu sein. Es ging ihnen aber auch um profanere Gründe wie Geld. Einer von ihnen stammte aus einer Familie mit 17 Geschwistern. Er gab an, aufgrund einer Rückenverletzung arbeitsunfähig geworden zu sein. Das Geld, das ihm der IS bot, war also sehr willkommen. Es gab aber auch dieses verbindende Element des Hasses auf die USA. Aber nicht im ideologischen Sinn des IS, wie er beispielsweise über Social Media verbreitet wird. Hier ging es sehr viel mehr um persönliche Erfahrungen. Aus Sicht der Befragten wurde ihnen von den Amerikanern ihre Kindheit und Jugend weggenommen, und somit konnten sie auch kein normales Leben führen. Einer der Verurteilten sagte zu uns:

"Sie haben Saddam beseitigt, aber auch unsere Sicherheit. Ich war kein Anhänger Saddams, weil wir unter ihm Hunger litten, aber wir hatten zumindest keinen Krieg. Als die Amerikaner kamen, hat der Bürgerkrieg begonnen." STANDARD: Also ist einer der Hauptgründe der lokalen Kämpfer die Rache an den USA? Wilson: Nicht wirklich Rache, weil die Amerikaner auch nicht mehr vor Ort sind. Es geht eher darum, dass sie glauben, dass sie von den Amerikanern und den Schiiten ihrer sunnitischen Identität beraubt wurden. Unter der US-Besatzung wurden sehr viele Sunniten inhaftiert. Ihre Kinder wuchsen vaterlos, ohne Identifikationsfigur auf. STANDARD: Was fühlten Sie, als Sie die Terroristen interviewten? Wilson: Das Gefühl, das ich am stärksten empfand, war Traurigkeit. Ich saß sehr jungen Männern gegenüber, die wie junge Buben aussahen, die in großen Schwierigkeiten steckten. Sie waren sehr dünn. Sie kamen in das Zimmer und richteten ihre Augen konstant auf den Boden. Sie machten sich so klein wie nur möglich. Als sie dann während des Gesprächs mehr aufmachten, hatten sie ganz normale minimale Bedürfnisse. Sie wollten ihre Kinder und ihre Familien sehen. Wenn sie über ihre Beteiligung am Kampf und ihre Zeit im Gefängnis sprachen, zeigten sie normale menschliche Reaktionen. STANDARD: Können Sie ein Beispiel nennen? Wilson: Der 26-Jährige war verheiratet und hatte zwei Kinder, einen Sohn namens Rasuul und eine Tochter namens Rusil. Wir legten ihm Karten vor, mit denen wir testeten, wie sehr er sich einer bestimmten Gruppe nahefühlte. Darauf waren Kreise gezeichnet, die auf einer Karte sehr weit voneinander entfernt waren, und solche, die mehr und mehr überlappend waren.

Bei der Frage nach seiner Verbindung zum IS zeigte er auf die Karte mit der geringsten Verknüpfung. Er hatte uns vorher auch schon erzählt, dass das Leben unter dem "Islamischen Staat" die Hölle gewesen sei und er nur kämpfte, weil er von ihnen terrorisiert worden sei. Diese Antwort hatte er aber schon in den Befragungen der Polizei gegeben, sie war also eher erwartbar. Was für ihn unerwartet kam, waren die Fragen nach seiner Familie, nach dem Irak und dem Islam. Ohne lange nachzudenken, zeigte er bei "Familie" sofort auf die Karten mit den überlappenden Kreisen. Er sagte: "Mein größter Wunsch ist, bei meiner Familie, meinen Kindern zu sein." Bei "Irak" und "Islam" wählte er die aus, wo es nur eine teilweise Überschneidung gab. STANDARD: Gibt es Ihrer Erfahrung nach einen Unterschied zwischen irakischen IS-Kämpfern und denen aus dem Ausland? Wilson: Ja, da gibt es einen riesigen Unterschied. Und man kann auch die ausländischen Kämpfer nicht einfach in einen Topf werfen. Ich würde sagen, dass die meisten von ihnen nicht dieselben Gründe haben wie die irakischen Kämpfer, denen es um ihr eigenes Land geht. Die IS-Kämpfer aus dem Ausland teilen grundsätzlich sehr viel stärker die IS-Ideologie, aber auch nicht immer. Hier liegt auch der große Unterschied zu Al-Kaida. Diese hat bei der Aufnahme neuer Mitglieder ein ideologisches Training verlangt, ehe ihnen erlaubt wurde, sich am Kampf zu beteiligen. Man musste diesen ideologischen Background mitbringen. Der IS verlangt das überhaupt nicht. Er verlangt zunächst nur die ultimative Identifikation. Hier erfolgt die Indoktrinierung erst, wenn man schon am Kampf beteiligt ist. Das ist der große Unterschied, der bedeutet, dass der IS eine viel größere Zahl an Menschen anspricht. Wir sehen unter den ausländischen Kämpfern viele unterschiedliche Gründe, sich dem IS anzuschließen. Vor allem unter den Frauen gibt es vermehrt die Motivation, die dekadente westliche Gesellschaft zu verlassen und sich einer Bewegung anzuschließen, die sie als spirituell reiner empfinden. Dann gibt es jene, die die extreme Auslegung des Islam anspricht, und jene, denen das Abenteuer oder der Ruhm eines Krieges eine Identität und Gemeinschaft bietet, die sie in der westlichen Gesellschaft nicht finden, weil sie hier vielleicht auch mit Islamophobie konfrontiert sind. Es gibt also eine sehr große Bandbreite an Gründen. STANDARD: Was erhoffen Sie sich durch Ihre Interviews? Wilson:

Meine Kollegen und ich versuchen mit den Gesprächen noch viel mehr darüber herauszufinden, wer diese Menschen sind, die sich dem IS anschließen, und warum sie tun, was sie tun. Wir wollen den Leuten, die die Macht haben, hier für Veränderung zu sorgen, eine Grundlage geben, um viel besser einordnen zu können, warum es zu gewissen Handlungsweisen kommt. In den Medien und von Politikern werden IS-Kämpfer als das namenlose, gesichtslose Böse beschrieben. Aber diese Pauschalisierung trifft nicht den Kern der Sache. Menschen haben Namen und Gesichter. Jeder Mensch hat eine Geschichte. Manche von ihnen mögen sehr böse sein. Um im Kampf gegen den "Islamischen Staat" Lösungen zu finden, müssen wir jedoch analysieren, wie sie zu diesen Bestien geworden sind. Ich hoffe, dass ich mit meiner Arbeit einen Beitrag zur Schwächung des IS leisten kann. (Rainer Schüller, 27.12.2015) Lydia Wilson ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centre for the Resolution of Intractable Conflict in Oxford und von Artis, Center for Conflict Studies and Field Research. Sie promovierte in mittelalterlicher arabischer Philosophie in Cambridge, ihre Feldforschung betrieb sie bisher vor allem im Irak und dem Libanon. - derstandard.at/2000027496268/Der-Islam-in-der-extremen-Form-des-IS-spielte-fuer
http://derstandard.at/2000027496268/Der-...IS-spielte-fuer

von esther10 27.12.2015 00:37

„In der Familie geschieht Erziehung zur Vergebung”

Papst Franziskus feiert hl. Messe zum Hochfest der Heiligen Familie im Petersdom.
Erstellt von Radio Vatikan am 27. Dezember 2015 um 14:45 Uhr
Heilige Messe im Petersdom


Vatikan (kathnews/RV). „Ich bin dann mal weg“ – als Film ist der Pilger-Bestseller von Hape Kerkeling gerade in den Kinos, und auch als geistliches Tun oder auch nur als Sinnsuche das Pilgern gerade in Mode, nicht nur nach Santiago di Compostela. Eine Pilgerreise endet aber nicht, wenn man das Ziel erreicht hat, sondern erst mit der Rückkehr in den Alltag. Papst Franziskus griff an diesem Sonntag in seiner Predigt den Pilgergedanken auf. Er feierte die Messe zum Hochfest der Heiligen Familie im Petersdom. Die biblischen Lesungen des Tages zeigten das Bild zweier Familien, die ihre Pilgerreise zum Haus Gottes unternehmen, so der Papst.

„Oft haben wir die Pilger vor Augen, die sich zu den Heiligtümern oder zu den Orten begeben, die beliebte Ziele der Volksfrömmigkeit sind. In diesen Tagen haben sich viele auf den Weg gemacht, um zur Heiligen Pforte zu gelangen, die in allen Kathedralen der Welt und auch in vielen Wallfahrtsorten geöffnet ist. Aber das Schönste, das heute das Wort Gottes hervorhebt, ist die Tatsache, dass die ganze Familie die Wallfahrt unternimmt. Vater, Mutter und Kinder gehen gemeinsam zum Haus des Herrn, um das Fest durch das Gebet zu heiligen. Das ist eine bedeutende Lehre auch für unsere Familien.“ Die Weitergabe der Gebete in den Familien, das gemeinsame Feiern und Beten, das alles täte den Familien gut, wie man es auch bei Maria, Josef und Jesus sehen könnte.

„Wie wichtig ist es für unsere Familien, gemeinsam voranzugehen und ein und dasselbe Ziel anzustreben!“, so der Papst. „Was kann für einen Vater und eine Mutter schöner sein, als am Anfang und zum Schluss eines Tages ihre Kinder zu segnen; wie am Tag der Taufe ein Kreuz auf ihre Stirn zu zeichnen?“

Der Papst sprach aber nicht nur vom Unterwegssein im Familienleben, ausdrücklich nahm er die biblischen Berichte von der Pilgerreise auf. „Am Ende jener Wallfahrt kehrte Jesus nach Nazareth zurück und war seinen Eltern gehorsam (vgl. Lk 2,51). Auch dieses Bild enthält eine schöne Lehre für unsere Familien. Die Pilgerreise endet nämlich nicht, wenn man das Ziel des Heiligtums erreicht hat, sondern wenn man nach Hause zurückkehrt und das Alltagsleben wieder aufnimmt und dabei die geistlichen Früchte dessen, was man erfahren hat, in die Tat umsetzt.“ Jesus habe das zunächst nicht getan, er war im Tempel geblieben, wie das Evangelium berichtet. „Für diesen seinen „Ausreißer“ musste wahrscheinlich auch Jesus seine Eltern um Verzeihung bitten. Das Evangelium berichtet nichts darüber, aber ich glaube, wir dürfen das annehmen. … Auf dem Heimweg wird Jesus sich sicher an sie angeschmiegt haben, um all seine Liebe und seinen Gehorsam zu zeigen“, legte der Papst die Geschichte aus.

Die Familien sollen Orte der Freude der Vergebung sein, wie man sie in dieser biblischen Geschichte sehen könne. „Die Vergebung ist das Wesen der Liebe, die den Fehler zu verstehen und wieder gutzumachen weiß. Im Innern der Familie geschieht die Erziehung zur Vergebung, weil man die Gewissheit hat, dass man trotz der Fehler, die man machen kann, verstanden und unterstützt wird.“ Wo es Liebe gebe, da gebe es auch Verständnis und Vergebung, so Papst Franziskus. „Euch allen, liebe Familien, vertraue ich diese so wichtige Mission an, die die Welt und die Kirche braucht wie nie zuvor.“
Foto: Heilige Messe im Petersdom – Bildquelle: Kathnews


von esther10 27.12.2015 00:36

Jesuitische „Selbstbezogenheit“: Raja Yoga statt Evangelium

28. Dezember 2013 Giuseppe Nardi Hintergrund, Liturgie & Tradition 15



raja-yoga-(Rom) Ein sich in der Kritik von Papst Franziskus am häufigsten wiederholendes Wort lautet „autoreferenziale“ und meint Selbstbezogenheit. Tatsächlich herrscht in der Katholischen Kirche viel Selbstbezogenheit, doch die päpstliche Kritik bleibt so vage, daß sich die eigentlich Gemeinten nicht betroffen zu fühlen scheinen. Was, wenn nicht Selbstbezogenheit ist es, wenn ein Priester eigenmächtig in einer Heiligen Messe alles tut, was untersagt ist, alle Gebete bis hin zum Hochgebet nach seinem Gutdünken formuliert? Diese Selbstbezogenheit findet sich auch im Orden von Papst Franziskus, den Jesuiten. “Schau auf das Priesterseminar und du wirst wissen, wie es um deine Diözese bestellt ist”. Dieser Satz wird dem Heiligen Pater Pio von Pietrelcina zugeschrieben. Er wäre zu ergänzen um die theologischen Fakultäten, Hochschulen und Bildungshäuser. Am Beispiel eines Kulturzentrums des Jesuitenordens mit Anspielung auf ein diözesanes Priesterseminar ist Elisabetta Frezza für Corrispondenza Romana der Aufforderung des großen Heiligen gefolgt. Den Lesern wird manches bedauerlicherweise sehr vertraut vorkommen. Hier ihr Bericht:
Jesuiten-Yoga in Padua

von Elisabetta Frezza

Im Priesterseminar von Padua, der Stadt des Heiligen Antonius und des Heiligen Leopold Mandic, der Stadt, in der sich Grab des Evangelisten Lukas befindet, haben Plakate und Flugblätter für den Marsch für das Leben keinen Zutritt. Und wenn es gelingt, sie doch „schwarz“ hineinzuschmuggeln, werden sie sofort entfernt. Im selben Seminar werden jedoch die unterschiedlichsten und unmöglichsten Initiativen beworben.

Darunter zum Beispiel ein Kurs für Raja Yoga, der die Ehre hat, vom Antonianum, dem prestigeträchtigen Kulturzentrum der Jesuiten organisiert zu werden, an dem früher so viele Jugendliche geformt wurden, die dann die Führungselite der Stadt bildeten.

Priesterseminar: Platz für die unmöglichsten Initiativen, aber nicht für den Lebensschutz

Die Räume, in denen der Kurs stattfindet, gehören dem Jesuitenorden. Im Büro des jesuitischen Kulturzentrums wird auch die Anmeldung abgewickelt. Er war schnell ausgebucht. Die gymnastisch-meditativen Treffen, die nun erstaunlicherweise von den Nachfolgern des Heiligen Ignatius angeboten werden, der eigentlich ganz andere Übungen vorschreibt, liefern jenen, die auf der Suche nach psychophysischem Wohlbefinden sind, statt der christlichen Antwort, eine nicht-christliche, „neutrale“ Variante. Einmal eine aszetische Praktik, die viel schicker und „zeitgemäßer“ ist, als das überholte Rosenkranzgebet der Kirche und zum anderen alles unter klerikaler Anleitung, sodaß das sich eventuell regende christliche Gewissen ganz beruhigt sein kann.

Yoga ist ein Sammelbegriff, der vielschichtige Formen und verschiedene Methoden meint. Allen gemeinsam ist es, daß durch physische Übungen, Atemtechniken und Meditationen, Formeln und Elemente östlicher Spiritualität der menschliche Geist von weltlicher Last befreit werden soll, um die materielle Welt durch eine Art psychologische Narkose zu überwinden.

Der Trug: Yoga ist kein „alternativer“ Gymnastikunterricht

Allgemein wird davon ausgegangen, daß es sich bei Yoga um eine harmlose Methode zur physischen Entspannung handelt. Tatsächlich ist Yoga jedoch durch eine Reihe von spirituellen Elementen durchdrungen, die mit dem christlichen Glauben unvereinbar sind. Wer naiv meint, einen „alternativen“ Gymnastikkurs zu besuchen, erhält statt dessen ein religiöses, unterschiedlich gemixtes tao-hindu-buddhistisches Paket serviert. Abgesehen davon, daß die meisten Teilnehmer sich dergleichen gar nicht erwarten, wird dieses Paket unscheinbar eingesaugt durch die Illusion einer hypnotischen Pseudobefreiung, die letztlich in ein esoterisch geprägtes Neuheidentum führt. Wer sich darauf einläßt, findet sich in einem anderen religiösen Credo wieder, das nichts mehr mit dem christlichen Glauben zu tun hat. Daran ändert auch nichts die salbungsvolle Beschönigung einer angeblich christlichen Adaption von Yoga.

Obskurer Synkretismus vom Parlament der Weltreligionen bis zu Küngs Weltethos

In der Werbebroschüre für den Yoga-Kurs der Jesuiten mit dem Titel: „Der Pfad des Gleichgewichts durch Versöhnung von Körper und Geist“, heißt es: „Der Yogin ist der, der inmitten der größten Stille die Aktivität finden kann und inmitten der Aktivität die Stille und die Einsamkeit der Wüste“. Der Gläubige soll nicht mehr der Heiligkeit nachstreben und diese einüben, sondern dem Yogin, dem Yoga-Meister. Nicht gesagt wird, daß Yogin auch „Zauberer“ heißt. Die zitierte Stelle stammt nicht von einer „neutralen“ Quelle, sondern von einem der führenden Autoren der Wiederbelebung des Hinduismus in Indien. Swami Vivekananda (1863-1902) gehörte zu den wichtigsten Apologeten zur internationalen Verbreitung des Hinduismus. Er war treibendes Mitglied des Weltparlaments der Religionen, von dem eine gerade Linie zum entchristlichten „Weltethos“ von Hans Küng führt. Das seit 1893 von Chicago seinen Ausgang nehmende transnationale und ökumenische „Experiment“ hatte unter Vivekananda einen obskuren Synkretismus zwischen Hinduismus und Christentum zum Ziel.

Im übrigen bemüht sich die Werbebroschüre mit andeutungsweise New-Age-Symbolik nichts zu verstecken: „Yoga kommt von der Sanskrit-Wurzel Yug, die Einheit bedeutet“. Gesagt wird nicht, daß Yug eigentlich „Joch“ heißt. Es handle sich „um einen Komplex von Praktiken, die den Praktizierenden zur Einheit des Körpers mit dem Geist und zur Einheit des individuellen Geistes mit dem Unendlichen führt“. Unter dem „Unendlichen“ sollte man in einer zumindest nominell katholischen Einrichtung Gott meinen, doch hier beginnen bereits die Schwierigkeiten und die Grenzüberschreitungen zur Häresie. Es heißt nämlich weiter mit großer Gründlichkeit für Details, daß die Leiter um zum Gott-Unendlichen aufzusteigen, in acht Bereiche untergliedert ist. Der magisch-esoterische Inhalt dieser acht Stufen (von „mentalen Luftwirbeln“ bis zur „artikulierten mystischen Erfahrung der Vereinigung“) wird dabei offen unter dem Logo des Jesuitenordens publiziert.

Yoga vertritt ganz anderes Menschenbild als das Christentum

Yoga akzeptiert Praktiken wie jene der energetischen Kanäle, Vorstellungen wie jene der Meridiane und der Chackren, es werden Mantras rezitiert, also magische Formel, die Geistmächte und Götzen beschwören. Es wird davon ausgegangen, daß jede Seele in ihrer Natur und Substanz mit der Gottheit der kosmischen Seele verbunden sei. Damit wird behauptet, daß der Mensch nicht ein Ebenbild Gottes ist, der von der Ursünde beschädigt ist, sondern daß er selbst Gott ist.

Damit ist die Verletzung des Ersten Gebots offensichtlich und ebenso der Angriff des dreifaltigen Gottes durch dessen Leugnung. Nicht zufällig lehnen die Christen in Indien, dem Ursprungsland des Yoga, dieses Praktik entschieden ab. Eine heidnische Praktik, die ebenso bezeichnend im sich immer arroganter entchristlichenden Westen um so mehr sorglosen Anklang findet.

Wir bewegen uns vor dem Hintergrund des dritten Kapitels des Buches Genesis, wo sich der Hochmut des Menschen zeigt, der nicht bereit ist, sich Gott Vater zu unterwerfen, um sich von Ihm führen zu lassen, sich in Seine Vaterhände zu begeben. Es geht um den Menschen, der sich Natur als Geschöpf ablehnt und sich selbst bestimmen und damit die Schöpfung durch okkulte Kräfte beherrschen will. Damit vollzieht sich eine Umkehrung in der Beziehung unseres menschlichen Seins mit der Gottheit, eine Verzerrung der religiösen Bestimmung des Menschen indem ihm eine „Befreiung“ von seinem Sein angeboten wird.

Neues Heidentum – Benedikt XVI.: Yoga führt „zum Verlust des Glaubens“ und in ein „dämonisches Netz“

Da nistet sich die Falle ein, die die Sehnsüchte des Menschen an innerem Frieden und Transzendenz ausnützt, um ihn durch einen Schein zum Heidentum zu verführen.

Befragt, welchen Preis der Mensch bezahlen muß, wenn er sich Praktiken wie dem Yoga hingibt, antwortete Joseph Kardinal Ratzinger: „den Verlust des Glaubens“ die Verkehrung des Verhältnisses Mensch-Gott „und eine tiefe Desorientierung des menschlichen Seins, so daß der Mensch am Ende sich mit der Lüge verbindet“ und „in ein dämonisches Netz gerät, das viel stärker als er wird“.

Die Tatsache, daß diese der in Jesus Christus offenbarten Wahrheit wiedersprechende Lehre von den Jesuiten propagiert wird, löst Erstaunen und Bestürzung aus. In unserer Zeit ist die heidnische Versuchung so groß, daß ihr selbst so glorreichen Orden wie der Jesuitenorden erliegen, statt einfach das Evangelium in seiner ganzen Größe zu verkünden als wahre und einzige Befreiung. Statt dessen läßt man sich von weltlichen Methoden anstecken und folgt den Vorgaben einer verirrten und gelangweilten Gesellschaft, statt diese zu führen.

Mantra von der Liebe ohne Gesetz führt in die Apostasie

Offensichtlich verführt das neue Mantra, das durch die Kirche kriecht, jenes hämmernde von der Liebe legibus solutus als einzigem Maßstab von Aktion und Reaktion des „nicht ideologischen“ Christen, das unentwegt in den Predigten und den weltlichen Plätzen widerhallt, dazu, begeistert den Feind mit allen Ehren im eigenen Haus willkommen zu heißen. Auch um den kaum mehr wahrgenommenen Preis, dem Synkretismus und der Apostasie zu verfallen.
http://www.katholisches.info/2013/12/28/...att-evangelium/



von esther10 27.12.2015 00:35

Nach Babytod: "Etliche Anrufe" besorgter Eltern 12. Dezember 2015, 14:42 posten Noch keine gesicherten Testergebnisse Linz

– Die nach dem Tod eines Säuglings am Freitag in der Landesfrauen- und Kinderklinik (LFKK) eingerichtete Hotline ist "gut angenommen" worden. "Etliche Anrufe" besorgter Eltern gingen ein. Über erste von weiteren notwendigen Testergebnissen möglicher Betroffener wollte man keine Auskunft geben. Das teilte die Sprecherin des Spitalbetreibers gespag, Jutta Oberweger, am Samstag auf APA-Anfrage mit. Der oö. Krankenhausbetreiber gespag hatte eine Hotline für Eltern eingerichtet. Wer sich nicht sicher war, ob sein Kind während des Aufenthalts in der LFKK mit dem Acinetobacter-Keim in Berührung gekommen sein könnte, solle sich melden. Potenziell infrage kämen nur Patienten, die zwischen dem 19. November und dem 10. Dezember in der chirurgischen Intensivstation lagen, so die gespag.

Warten auf Testergebnisse "Die Anrufe kamen zuerst sowohl beim Portier an, auf mein Diensthandy und bei allen anderen möglichen Stationen," schilderte Oberweger den anfänglichen Ansturm nach Bekanntwerden einer möglichen Keimverseuchung. Zu Deeskalationszwecken wurden die Anfragen schließlich auf eine Hotline gebündelt. Bis Freitagmittag waren die Leitungen offen. "Der Kreis der betroffenen Personen ist aber eher klein", schilderte Oberweger. Daher werde die Hotline auch nicht weiter besetzt. Besorgte Anrufer könnten sich aber weiterhin direkt telefonisch bei der LFKK kompetente Infos zum Acinetobacter-Keim einholen, hieß es am Samstag. Gesicherte Testergebisse zur weiteren Personen mit dem Keim lagen laut Spitalsbetreiber noch nicht vor. Da das Prozedere mehrere Tests über mehrere Tage hinweg zur Sicherstellung einer Keimerkrankung vorschreibe, werde man bis dahin auch nichts bekannt geben. "Alles andere wäre Spekulation",

betonte Oberweger. Am Donnerstagvormittag war in der LFKK ein Säugling vermutlich an dem hochresistenten Keim gestorben. Zwei weitere Kinder dürften ebenfalls betroffen sein, zeigten bisher jedoch keine Symptome. Sie befinden sich aber in Quarantäne. Alle Patienten und Spitalsmitarbeiter, die mit den Betroffenen Kontakt hatten, werden auf den Keim getestet. Es dürften rund 100 Personen sein. Das Ergebnis soll spätestens in acht Tagen vorliegen. (APA, 12.12.2015) - derstandard.at/2000027397035-1256743715264/Nach-Babytod-Etliche-Anrufe-besorgter-Eltern

von esther10 27.12.2015 00:35

„Eine Familie, die in der Freude lebt, wird zum Salz der Erde und Licht der Welt“

Gläubige beim Angelus vom Sonntag, dem 27. Dezember 2015, Fest der Hl. Familie Quelle: ANSA,
Die Worte von Papst Franziskus beim Angelusgebet vom Sonntag, dem 27. Dezember 2015, Fest der Heiligen Familie zu Nazareth -- Volltext

Redaktion | 27. Dez | ZENIT.org | Angelus und Regina Caeli | Vatikanstadt
Wir dokumentieren im Folgenden in einer eigenen Übersetzung die Worte von Papst Franziskus beim Angelusgebet vom Sonntag, dem 27. Dezember 2015.

***


[Vor dem Angelus:]

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Wie gut diese jungen Leute doch singen können! Weiter so!

In der freudenvollen Atmosphäre, die für die Weihnachtszeit typisch ist, feiern wir an diesem Sonntag das Fest der Heiligen Familie. Meine Gedanken gehen zurück an das große Treffen in Philadelphia im vergangenen September, an die vielen Familien, denen ich auf meinen apostolischen Reisen begegnet bin und an alle Familien der Welt. Alle möchte ich mit Wohlwollen und Dankbarkeit grüßen; vor allem in dieser Zeit, in der die Familie Missverständnissen und Problemen aller Art ausgesetzt ist, die sie schwächen.

Das heutige Evangelium ermutigt die Familien dazu, das Licht der Hoffnung aufzunehmen, das aus dem Haus zu Nazareth stammt, in welchem die Kindheit Jesu sich in der Freude entfaltete. An diesem Ort wuchs Jesus heran, „und seine Weisheit nahm zu und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen“ (Lk 2,52). Die kleine Familie, die aus Jesus, Maria und Josef besteht, ist für jeden Gläubigen, besonders aber für die Familien, eine echte Schule des Evangeliums. Hier bewundern wir die Verwirklichung des göttlichen Plans, aus der Familie eine besondere Gemeinschaft des Lebens und der Liebe zu machen. Hier lernen wir, dass jede christliche Familie dazu berufen ist, eine „häusliche Kirche“ zu sein, in der die Tugenden der Evangelien leuchten und die zu einem Sauerteig des Guten in der Gesellschaft wird. Was die Heilige Familie kennzeichnet ist ihre innere Sammlung und das Gebet, das gegenseitige Verständnis und die Achtung voreinander, Aufopferungsbereitschaft, Arbeit und Solidarität.

Aus dem Beispiel und dem Zeugnis der Heiligen Familie kann jede Familie wertvolle Anleitungen für den eigenen Lebensstil ziehen und Kraft und Weisheit für die Mühen des Alltags schöpfen. Maria und Josef lehren uns, die Kinder wie ein Geschenk Gottes aufzunehmen und bei ihrer Zeugung und Erziehung zu Mitarbeitern des wunderbaren Wirkens des Schöpfers zu werden, indem wir der Welt mit jedem Kind ein neues Lächeln schenken. In der geeinten Familie bringen die Kinder ihr Leben zur Reife, indem sie die wichtige und nachhaltige Erfahrung der kostenlosen Liebe, der Zärtlichkeit, der gegenseitigen Achtung, des Verständnisses, der Vergebung und der Freude machen.

Ich will ganz besonders bei der Freude verweilen. Die echte Freude, die man in der Familie erlebt, ist nichts Zufälliges, kein Glücksfall. Diese Freude entspringt der tiefen Harmonie zwischen den Menschen. Dank dieser Harmonie spüren wir die Schönheit des Zusammenseins und des gegenseitigen Beistands auf unserem Lebensweg. Aber an der Wurzel der Freude ist immer die Gegenwart Gottes, seine aufnehmende, barmherzige und geduldige Liebe für alle. Wenn man die Türen der Familie nicht für Gott und seine Liebe öffnet, verliert die Familie ihre Harmonie, nimmt der Individualismus überhand, erlischt die Freude. Eine Familie hingegen, die in der Freude lebt – in der Freude des Lebens und des Glaubens – teilt diese auch spontan mit und wird zum Salz der Erde und Licht der Welt, ist ein Sauerteig für die ganze Gesellschaft.

Jesus, Maria und Josef mögen alle Familien der Welt segnen und behüten, damit in ihnen Ausgeglichenheit und Freude herrschen, zusammen mit der Gerechtigkeit und dem Frieden, den Christus mit seiner Geburt als Geschenk für die Menschheit mitgebracht hat.

[Nach dem Angelus:]

Liebe Brüder und Schwestern,

meine Gedanken gehen in diesem Augenblick an die vielen kubanischen Migranten, die sich in Mittelamerika in großen Schwierigkeiten befinden. Viele von ihnen werden zu Opfern des Menschenhandels. Ich fordere alle Länder der Region auf, mit großzügigem Einsatz alles Nötige zu unternehmen, um eine rasche Lösung für dieses humanitäre Drama zu finden.

Heute geht ein besonders herzlicher Gruß an alle Familien, die sich hier auf dem Platz befinden, an euch alle! Danke für euer Zeugnis. Möge der Herr euch mit seiner Gnade begleiten und euch auf eurem täglichen Weg begleiten.

Ich begrüße euch Pilger, die ihr aus allen Teilen der Welt gekommen seid. Ein besonderer Gruß geht an die Jugendlichen der Diözese Bergamo, die die Firmung empfangen haben. Ich danke auch allen Jugendlichen und Kindern, die so schön gesungen haben und es auch immer noch tun… Ein Weihnachtsgesang zu Ehren der Familien.

Euch allen wünsche ich einen schönen Sonntag. Ich danke euch noch einmal für eure Glückwünsche und Gebete und bitte vergesst nicht, auch weiterhin für mich zu beten. Gesegnete Mahlzeit und auf Wiedersehen!
http://www.zenit.org/de/articles/eine-fa...&utm_term=Image


von esther10 27.12.2015 00:33

Lasst Gottes Vergebung Eure Herzen heilen, sagt Franziskus nach Weihnachten



Von CNA Deutsch/EWTN News

VATIKANSTADT , 26 December, 2015 / 1:59 PM (CNA Deutsch).-
Der Weg für den Christen nach Weihnachten: Für Papst Franziskus geht er weiter nach dem Vorbild des ersten Märtyrers der Kirche – vor allem in der Art, wie der heilige Stephanus seinen Mördern verzieh.

“Wenn wir im Glauben wachsen wollen, müssen wir erst einmal von Gott Vergebung erhalten. Wir müssen dem Vater begegnen, der dazu bereit ist, uns zu verzeihen, für alles und immer”, sagte Papst Franziskus der auf dem Petersplatz zum mittäglichen Angelusgebet versammelten Menschenmenge am heutigen Samstag.

Vergebung “heilt die Herzen und belebt die Liebe wieder”, fügte er hinzu. “Wir dürfen nie müde werden, Gott um Verzeihung zu bitten, denn nur wenn uns verziehen wird, wenn wir fühlen, dass uns verziehen wurde -- lernen auch wir zu vergeben”.

Papst Franziskus sprach am ersten Feiertag nach Weihnachten, dem Tag des ersten Märtyrers der Kirche, Stephanus. Der Festtag erinnert daran, dass von Anfang an Christen verfolgt wurden, auch wenn es heute mehr sind als je zuvor. Experten schätzen, dass rund 80 Prozent aller weltweit verfolgten Menschen Christen sind.

Hauptgrund für diese Verfolgung ist die globlale Radikalisierung von Muslimen, von Indonesien über die Philippinen, den Kaukasus und den Nahen Osten bis nach Nordafrika und Europa.

https://twitter.com/Pontifex_de?ref_src=twsrc%5Etfw

“Gestern betrachteten wir die gnadenreiche Liebe Gottes, der für uns Fleisch geworden ist. Heute sehen wir die konsequente Antwort des Jüngers Jesu, der sein Leben hergibt”, sagte Papst Franziskus. “Gestern wurde der Erlöser auf der Erde geboren. Heute ist ein treuer Zeuge in den Himmel geboren worden. Gestern wie heute erscheint die Dunkelheit der Leugnung des Lebens. Aber stärker noch scheint das Licht der Liebe, die den Hass besiegt und eine neue Welt weiht.”

Der Papst verwies darauf, dass er heilige Stephanus verzieh, bevor er gesteinigt wurde. Stephanus, einer der ersten Christen überhaupt, bat Gott, seine Mörder nicht für ihre Sünde zu bestrafen. Stephanus habe wie Jesus gehandelt: Er habe geliebt, er habe geschenkt, und vor allem habe er verziehen. Verzeihung sei “die höchste Form” des Schenkens, sagte der Papst.

Der Tod des Heiligen beweise die Macht der Vergebung: der anti-christliche Kläger Saulus war bei der Ermordung Stephans anwesend. Aus diesem Saulus wurde Paulus, der große Apostel der Heiden.

“Wir können sagen, dass Paulus durch die Gnade Gottes geboren wurde, und durch die Verzeihung des Stephanus”, sagte Franziskus. “Auch wir sind aus Gottes Vergebung geboren. Nicht nur in der Taufe, sondern jedes Mal, wenn uns vergeben wird, wird unser Herz neu geboren, wird es erneuert.”

Papst Franziskus weiter: “Nur wenn wir geliebt werden, können wir uns selber lieben”.

Zu beten wie der hl. Stephanus sei daher ein Weg, Jesus nachzuahmen: Die großen und kleinen Ungerechtigkeiten zu verzeihen, die ein jeder jeden Tag erleide.

“Es fängt im Herzen an: Im Gebet können wir uns dem Groll stellen, indem wir jene, die Böses getan haben, Gottes Gnade anvertrauen”, sagte Franziskus.

Gebet und Liebe “befreit uns von den Ketten inneren Grolls”, fuhr er fort.

Nach dem Angelus-Gebet, dass Katholiken traditionell um 12 Uhr mittags beten, sagte der Papst, dass er hoffe, dass die Betrachtung des Christkindes zusammen mit Maria und Joseph eine “Haltung der Barmherzigkeit und Liebe für einander” in allen Lebenslagen anrege.

Franziskus dankte für die vielen Grüße und Glückwünsche, die er erhalten habe, und das “Geschenk des Gebets”.
http://de.catholicnewsagency.com/story/l...eihnachten-0334



von esther10 27.12.2015 00:30

Im Innern der Familie geschieht die Erziehung zur Vergebung“

Papst Franziskus bei der Heiligen Messe im Petersdom am Fest der Heiligen Familie, 27. Dezember 2015 Quelle:


Papstpredigt bei der Heiligen Messe am Fest der Heiligen Familie -- Volltext

Redaktion | 27. Dez | ZENIT.org | Sonderjahre und Jubiläen | Vatikanstadt | 77

Am heutigen Sonntag, dem 27. Dezember 2015, am dem das Jubiläum der Familien begangen wird, feierte Papst Franziskus im Petersdom die Heilige Messe zum Hochfest der Heiligen Familie. Er hielt dabei eine Predigt, die wir hier in deutscher Übersetzung dokumentieren. Der Text wurde auf der Internetseite von Radio Vatikan veröffentlicht.

***

Die biblischen Lesungen, die wir gehört haben, zeigen uns das Bild zweier Familien, die ihre Pilgerreise zum Haus Gottes unternehmen. Elkana und Hanna bringen ihren Sohn Samuel zum Tempel in Schilo und weihen ihn dem Herrn (vgl 1 Sam 1,20-22.24-28). In gleicher Weise ziehen Josef und Maria gemeinsam mit Jesus als Pilger zum Paschafest nach Jerusalem hinauf (vgl. Lk 2,41-52).

Oft haben wir die Pilger vor Augen, die sich zu den Heiligtümern oder zu den Orten begeben, die beliebte Ziele der Volksfrömmigkeit sind. In diesen Tagen haben sich viele auf den Weg gemacht, um zur Heiligen Pforte zu gelangen, die in allen Kathedralen der Welt und auch in vielen Wallfahrtsorten geöffnet ist. Aber das Schönste, das heute das Wort Gottes hervorhebt, ist die Tatsache, dass die ganze Familie die Wallfahrt unternimmt. Vater, Mutter und Kinder gehen gemeinsam zum Haus des Herrn, um das Fest durch das Gebet zu heiligen. Das ist eine bedeutende Lehre auch für unsere Familien.

Wie gut tut es uns, wenn wir bedenken, dass Maria und Josef Jesus gelehrt haben, die Gebete zu sprechen! Und zu wissen, dass sie während des Tages gemeinsam beteten; und dass sie dann am Sabbat zusammen in die Synagoge gingen, um die Schriften des Gesetzes und der Propheten zu hören und mit dem ganzen Volk den Herrn zu loben! Und während der Pilgerreise nach Jerusalem haben sie sicher singend die Psalmworte gebetet: »Ich freute mich, als man mir sagte: „Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.“ Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem!« (122,1-2).

Wie wichtig ist es für unsere Familien, gemeinsam voranzugehen und ein und dasselbe Ziel anzustreben! Wir wissen, dass wir einen gemeinsamen Weg zurückzulegen haben; einen Weg, auf dem wir Schwierigkeiten begegnen, aber auch Momente der Freude und des Trostes erleben. Auf dieser Pilgerreise des Lebens teilen wir auch Momente des Gebetes miteinander. Was kann für einen Vater und eine Mutter schöner sein, als am Anfang und zum Schluss eines Tages ihre Kinder zu segnen; wie am Tag der Taufe ein Kreuz auf ihre Stirn zu zeichnen? Ist das nicht das einfachste Gebet der Eltern für ihre Kinder: sie zu segnen, das heißt sie dem Herrn anzuvertrauen, damit er ihr Schutz und ihr Halt sei in den verschiedenen Momenten des Tages? Wie wichtig ist es für die Familie, sich auch zu einem kurzen Moment des Gebetes vor dem gemeinsamen Essen zusammenzufinden, um dem Herrn zu danken für diese Gaben und um zu lernen, das Empfangene mit denen zu teilen, die am meisten in Not sind!

All das sind kleine Gesten, die aber die bedeutende erzieherische Rolle zum Ausdruck bringen, die die Familie hat.

Am Ende jener Wallfahrt kehrte Jesus nach Nazareth zurück und war seinen Eltern gehorsam (vgl. Lk 2,51). Auch dieses Bild enthält eine schöne Lehre für unsere Familien. Die Pilgerreise endet nämlich nicht, wenn man das Ziel des Heiligtums erreicht hat, sondern wenn man nach Hause zurückkehrt und das Alltagsleben wieder aufnimmt und dabei die geistlichen Früchte dessen, was man erfahren hat, in die Tat umsetzt.

Wir wissen, was Jesus damals getan hatte. Anstatt mit den Seinen nach Hause zurückzukehren, war er in Jerusalem im Tempel geblieben und hatte damit Maria und Josef, die ihn nicht mehr fanden, große Mühsal und Sorge bereitet. Für diesen seinen „Ausreißer“ musste wahrscheinlich auch Jesus seine Eltern um Verzeihung bitten. Das Evangelium berichtet nichts darüber, aber ich glaube, wir dürfen das annehmen. Die Frage Marias bringt im Übrigen einen gewissen Vorwurf zum Ausdruck, indem sie die Sorge und die Angst, die sie und Josef durchgemacht hatten, deutlich werden lässt. Auf dem Heimweg wird Jesus sich sicher an sie angeschmiegt haben, um all seine Liebe und seinen Gehorsam zu zeigen

Möge im Jahr der Barmherzigkeit jede christliche Familie ein bevorzugter Ort sein, wo man die Freude der Vergebung erfährt. Die Vergebung ist das Wesen der Liebe, die den Fehler zu verstehen und wieder gutzumachen weiß. Im Innern der Familie geschieht die Erziehung zur Vergebung, weil man die Gewissheit hat, dass man trotz der Fehler, die man machen kann, verstanden und unterstützt wird. Verlieren wir nicht das Vertrauen in die Familie! Es ist schön, einander immer das Herz zu öffnen, ohne irgendetwas zu verbergen. Wo es Liebe gibt, da gibt es auch Verständnis und Vergebung. Euch allen, liebe Familien, vertraue ich diese so wichtige Mission an, die die Welt und die Kirche braucht wie nie zuvor.
http://www.zenit.org/de/articles/im-inne...&utm_term=Image
(Quelle: Radio Vatikan, 27.12.2015)

von esther10 27.12.2015 00:26

26.12.2015

Christen sind die meistverfolgte und -bedrängte Minderheit weltweit
Schlimmer als im Alten Rom?
Am zweiten Weihnachtstag gedenkt die katholische Kirche des ersten christlichen Märtyrers Stephanus und aller verfolgten Christen weltweit. Auch Papst Franziskus rief via Twitter zum Gebet auf.


Christenverfolgung
26.12.2015

Christen werden heute schlimmer verfolgt als im Alten Rom - so schreibt Papst Franziskus im Vorwort zu einer neuen Bibelausgabe für Jugendliche. Auf 100 Millionen der rund 2,3 Milliarden Christen weltweit beziffert das evangelikale Hilfswerk Open Doors die Zahl der "Verfolgten". Doch auch die beiden großen Kirchen in Deutschland halten diese Zahl für wenig seriös und nicht überprüfbar. Tragfähige niedrigere Zahlen nennen sie in ihrem "Ökumenischen Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit" aber ebensowenig wie das US-Außenministerium in seinem internationalen Jahresbericht zur Religionsfreiheit. Häufig wird formuliert, die Christen seien nicht nur die größte, sondern auch die zahlenmäßig am meisten bedrängte Religionsgruppe weltweit, gefolgt von Muslimen.

Fast drei Viertel der Weltbevölkerung leben nach Angaben des US-Forschungsinstituts Pew Research Center in Ländern mit religiösen Repressionen; 2011 waren es demnach erst 50 Prozent. In fünf der sieben bevölkerungsreichsten Länder der Welt mit insgesamt 3,3 Milliarden Einwohnern (bei 7,3 Milliarden Menschen weltweit) werden Christen auf die ein oder andere Art wegen ihres Glaubens verfolgt: in China, Indien, Indonesien, Pakistan und Nigeria.

Islamischer Extremismus

Der weitaus größte Teil von Ländern mit massiver Christenverfolgung hat eine muslimische Bevölkerungsmehrheit. Dazu kommen einige kommunistische, kommunistisch verbrämte oder sonstige Diktaturen in Asien sowie eine stark zunehmende Zahl von Konfliktstaaten in Afrika - wo zudem islamistischer Terror deutlich auf dem Vormarsch ist.

Der mit Abstand wichtigste Beweggrund für Christenverfolgung weltweit ist islamischer Extremismus, sei es als Fundamentalismus (Verweigerung von Religionsfreiheit etc.) oder in Form von Gewalt und Terrorismus (IS, Al-Kaida, Taliban, Al-Shabaab, Boko Haram). Zweiter Hauptgrund für Christenverfolgung sind verschiedene Formen von Despotismus, etwa im kommunistischen Nordkorea, in Vietnam oder in China.

Schwierige Definition

Eine exakte Definition und Bezifferung von Verfolgung ist äußerst schwierig, gibt es doch die unterschiedlichsten Spielarten und Empfindungen von Verfolgung und Verfolgtsein. Am augenfälligsten ist Gewalt: Hinrichtung, Ermordung, Verstümmelung, Geiselnahme, Versklavung. Andere, durchaus wirksame, sind behördlicher oder sozialer Druck, Ächtung in allen Lebensbereichen, Konversions- und Blasphemiegesetze, Ungleichheit vor dem Gesetz, Drohungen, Schock durch Einzeltaten (Pakistan), politische oder berufliche Benachteiligung, Diskriminierung in Schule und Bildung sowie die Beschränkung der Religions- und Kultusfreiheit.

Eine weitere staatliche Praxis sind Gewährenlassen und Straffreiheit, zum Beispiel bei spontanen oder organisierten Mobs (Indien) oder auch in von Drogenkriminalität geplagten Ländern Südamerikas wie Kolumbien oder Mexiko, wo engagierte Christen den Drogenbaronen moralisch im Weg sind.

Am einfachsten zu bewerkstelligen scheint Christenverfolgung dort zu sein, wo staatliche Strukturen äußerst schwach (Somalia, Afghanistan, Irak) oder besonders stark ausgebildet sind (Nordkorea, Saudi-Arabien). Im konfliktfreien, aber stark regulierten Singapur gibt es eine staatlich verordnete Religionsfreiheit; Proselytenmacherei ist streng untersagt. Die einzige Gruppe, die zuwiderhandelt und den durch staatlichen Druck erzwungenen religiösen Frieden stört, sind (evangelikale) Christen, die in anderen Vierteln missionieren.

Sehr schwierig ist die Abgrenzung bei blutigen Konflikten, die entlang ethnisch-religiöser Linien verlaufen, so etwa in der Zentralafrikanischen Republik, in Zentralnigeria oder in den Grenzzonen zwischen dem Sudan und dem Südsudan. Im ersten Fall geht es um soziale Hoffnungslosigkeit, im zweiten um Herden und Land, im dritten um Öl.

Mittelbare Christenverfolgung

Ein Gegenbeispiel: In Burundi droht ein neuer Völkermord zwischen zwei christlichen Ethnien. Niemand würde aber dort von Christenverfolgung sprechen. Robert Mugabe in Simbabwe oder die Chavisten in Venezuela lassen ihr Volk verelenden; Christen hungern oder werden eingesperrt - ist das auch Christenverfolgung?

Ein in den gängigen Statistiken nicht beachteter, weil nicht messbarer Faktor ist die mittelbare Christenverfolgung. Hier dürfte der westliche Bündnispartner Saudi-Arabien weltweit an der Spitze liegen. Mit Milliarden Dollars haben die Saudis unzählige symbolträchtige Moscheen finanziert und damit das interreligiöse Klima in moderat muslimischen Ländern wie dem Kosovo vergiftet. Und woher kommen Waffen und Material des IS? Konsequent zu Ende gedacht, würde das allerdings auch deutsche, französische und US-amerikanische Rüstungsexporteure zu mittelbaren Christenverfolgern machen.
www.domradio.de
Alexander Brüggemann
(KNA)


von esther10 27.12.2015 00:25

26.12.2015

Franziskus prangert Schweigen über Christenverfolgung an
Angelus an Weihnachten


Angelus an Weihnachten
© Di Meo (dpa)

Papst Franziskus hat der westlichen Welt ein "beschämendes Schweigen" angesichts von Verfolgung und Bedrohung der Christen im Nahen Osten, Afrika und Asien vorgeworfen.

"Beten wir für die Christen, die in der Verfolgung leben, oft unter dem beschämenden Schweigen so vieler Mitmenschen", heißt es in einer am Samstag verbreiteten Twitter-Botschaft. Zum Abschluss des traditionellen Angelus-Gebets auf dem Petersplatz rief der Papst am gleichen Tag zum Gebet für die verfolgten Christen in aller Welt auf, die wie der heilige Stephanus wegen ihres Glaubens verfolgt würden. "Leider sind das sehr viele", so Franziskus.

Anlass des Appells war das Fest des heiligen Stephanus, der am zweiten Weihnachtstag (26. Dezember) als erster Märtyrer der katholischen Kirche verehrt wird. In seiner Weihnachtsbotschaft hatte der Papst die internationale Gemeinschaft am ersten Weihnachtstag aufgefordert, die "Grausamkeiten" des islamistischen Terrorismus zu stoppen.

Zuverlässige Statistiken zu religiös motivierter Diskriminierung, Bedrohung und Verfolgung von Christen weltweit gibt es nicht. Vor allem im Irak und in Syrien werden Christen von der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) verfolgt. Nach Angaben des Hilfswerks "Open Doors" sind weltweit mehr als 100 Millionen Christen betroffen, mit steigender Tendenz. Die beiden großen Kirchen in Deutschland halten diese Zahl für nicht überprüfbar.

Aufruf zur Vergebung

Zuvor hatte Franziskus zu Vergebung aufgerufen. Dies sei mehr als eine "gute Tat", die letztlich nur Symbolcharakter habe, sondern könne auch ganz "konkrete Ergebnisse" haben, sagte er beim Angelus-Gebet. Stephanus habe Gott bei seiner Steinigung um Vergebung für seine Peiniger gebeten, so der Papst. Damit habe er zusammen mit der Gnade Gottes auch die Bekehrung des damaligen Christenverfolgers und Mitbeteiligten Saulus zum Apostel Paulus bewirkt.

Vergeben sei sehr schwierig, räumte der Papst vor mehreren zehntausend Besuchern ein. "Wo sollen wir anfangen, die kleinen und großen Ungerechtigkeiten zu vergeben, die wir jeden Tag erleiden?" Beginnen müsse jeder in seinem eigenen Herzen und im Gebet, erklärte Franziskus. "Dann entdeckt man, dass dieser innere Kampf um die Vergebung vom Bösen reinigt und das Gebet und die Liebe von den inneren Ketten des Grolls befreit".
www.domradio.de
(KNA


von esther10 27.12.2015 00:25

26.12.2015

Bundesjustizminister Maas über den Umgang mit der Flüchtlingsdebatte und Religionsgemeinschaften

"Die schweigende Mehrheit darf nicht länger schweigen"


Justizminister Heiko Maas
© Paul Zinken (dpa

Bundesjustizminister Heiko Maas hat sich wiederholt gegen Rechtsradikale gewandt

. Im Gespräch erklärt er, was er von der Justiz bei der Verfolgung rechter Täter erwartet und was er von den Kirchen erwartet.

epd: Herr Minister, die Angriffe auf Flüchtlinge und deren Unterkünfte haben in diesem Jahr einen erschreckenden Rekord erreicht. Kippt das gesellschaftliche Klima in Deutschland?

Maas: Was da passiert, ist mehr als bedenklich. Jeder dieser Angriffe ist eine Attacke auf unsere Grundwerte. Auch in den sozialen Netzwerken stellen wir eine wachsende verbale Radikalität fest. Erst fallen die Hemmschwellen bei den Worten, anschließend folgen die Taten. Gegen diese besorgniserregende Entwicklung müssen der Rechtsstaat und die gesamte Gesellschaft mit aller Kraft vorgehen. Insofern: Wir müssen alle unseren Teil dazu beitragen, dass das Klima nicht kippt. Hoffnung macht, dass es so viele Menschen gibt, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge einsetzen. Sie alle setzen ein Zeichen der Zuversicht.

epd: Auch die sind Anfeindungen ausgesetzt. Überrascht Sie der Hass?

Maas: Ich befürchte, was jetzt an Verbalradikalismus zu Tage tritt, ist nicht neu entstanden, sondern leider schon latent in unserer Gesellschaft vorhanden gewesen. Er äußert sich unverhohlener. Der radikale Hass sollte uns Ansporn sein, noch entschlossener für unsere Freiheit einzutreten.

epd: Viele Taten, wenig verurteilte Täter - sind Sie zufrieden mit der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden?

Maas: Es gibt viele Verfahren, die noch nicht abgeschlossen sind, in denen also noch ermittelt wird. Man muss einfach sehen, dass in diesem Jahr leider viel geschehen ist und die Staatsanwaltschaften in den Ländern extrem damit beschäftigt sind, diese Verfahren abzuarbeiten. Ich bin mir sicher: Polizei und Justiz werden alles tun, um die Aufklärungsquoten zu erhöhen. Die Täter müssen konsequent ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden.

epd: Im Frühjahr hat der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, wonach Straftaten aus fremdenfeindlichen Motiven nun schärfer geahndet werden. Hat sich der Paragraf bereits bemerkbar gemacht?

Maas: Wir haben eine ausdrückliche Regelung geschaffen, damit rassistische, fremdenfeindliche oder sonstige menschenverachtende Motive bei der Strafzumessung stärker berücksichtigt werden können. Das war eine Konsequenz, die wir aus den NSU-Morden gezogen haben. Dadurch müssen diese Motive bereits bei den Ermittlungen eine Rolle spielen. Ich gehe davon aus, dass das auch bei den Gerichten angepackt wird.

epd: Braucht es bei den Strafverfolgungsbehörden stärkere Spezialisierungen auch beim Thema Hasskriminalität?

Maas: Es gibt einige Initiativen, diese Dinge in einzelnen Staatsanwaltschaften zusammenzubinden. Wichtig ist: Bei Hasskriminalität darf es keinerlei Toleranz geben. Die Verfahren sollten so schnell wie möglich abgeschlossen werden. Wie die Länder das am besten organisieren, dafür sind sie vor Ort zuständig.

epd: Müsste der Rechtsstaat bei Volksverhetzung nicht noch deutlichere Zeichen setzen?

Maas: Den Missbrauch der Meinungsfreiheit darf niemand tatenlos hinnehmen. Für die Aufstachelung zum Hass, Gewaltaufrufe oder die Billigung von Straftaten darf bei uns kein Platz sein. Das gehört weder ins Internet noch auf den Marktplatz, sondern vor einen Richter. Wenn die Grenzen zur Straftat überschritten sind, muss die Justiz dagegen sehr entschieden vorgehen. Und das tut sie auch immer stärker.

epd: Wo findet das grundgesetzlich geschützte Recht auf Demonstrationsrecht ein Ende?

Maas: Das Demonstrationsrecht als kollektive Ausformung der Meinungsfreiheit geht sehr weit. Man muss ertragen, was bei "Pegida" oder auf anderen Demonstrationen geschieht, auch wenn es hässlich ist. Wenn aber auf solchen Demonstrationen mit Äußerungen, Plakaten oder Symbolen die Grenzen der Strafbarkeit überschritten werden, muss das verfolgt werden. Selbst wenn Einzelne sich strafbar machen, kann nicht zwingend die ganze Demonstration verboten werden. Und: Mit einem Verbot der Demonstration wäre es längst noch nicht getan. Es würde zwar diese Veranstaltung stoppen. Der Hass der Menschen wäre aber leider noch immer da.

epd: Kürzlich haben sie gemeinsam mit Facebook und anderen die ersten Ergebnisse der Task Force gegen Hass im Netz vorgestellt. Wie geht es damit weiter?

Maas: Es ist ein wichtiger Schritt, dass Unternehmen wie Facebook, Google oder Twitter sich bereit erklärt haben, Hasskriminalität innerhalb von 24 Stunden aus dem Netz zu entfernen. Trotzdem ist die Arbeit in der Task Force erst am Anfang. Wir werden prüfen, ob die Unternehmen sich an ihre Zusagen halten. Und wir müssen auch sagen: Die Hasskommentare stammen nicht von den Mitarbeitern der Unternehmen, sondern von unseren Nachbarn. Insgesamt bleibt das natürlich ein gesamtgesellschaftliches Problem.

epd: Wo muss noch mehr passieren?

Maas: Dieses Problem geht jeden Einzelnen an. Wenn sich Fremdenfeindlichkeit artikuliert, dann muss es Gegenreaktionen geben. Die schweigende Mehrheit darf nicht länger schweigen. Dafür muss man keine Regierungserklärung abgeben. Das findet in der Kneipe statt, auf dem Fußballplatz, am Arbeitsplatz. Nirgends dürfen wir den Brandstiftern das Feld überlassen. Wir alle müssen öfter mal den Mund aufmachen und Haltung zeigen, als es in unserer Wohlstandsgesellschaft heute manchmal der Fall ist.

epd: Bei der Integration von Flüchtlingen rückt die Rolle der Muslime, die schon lange in Deutschland sind, stärker in den Fokus. Drängt die Zeit, die muslimischen Verbände den Kirchen gleichzustellen?

Maas: Integration ist mit Blick auf die Zahl der Menschen, die zu uns kommen, wichtiger als je zuvor. Die Möglichkeiten, die das Grundgesetz den Religionsgemeinschaften bietet, stehen nicht nur den christlichen Kirchen, sondern auch den Muslimen offen. Staatsverträge könnten ein wichtiger Schritt sein, um den Platz des Islam in der Mitte unserer Gesellschaft zu stärken. So könnten wir etwa die Ausbildung islamischer Theologen an deutschen Universitäten noch breiter regeln. Das wäre doch besser als wenn der Unterricht in Hinterhof-Moscheen durch Imame geschieht, die möglicherweise ganz andere Vorstellungen von Grundrechten haben als wir.

epd: Woran scheitert in Ihren Augen denn die Anerkennung? Sträuben sich die Verantwortlichen in den Ländern oder verhindern die muslimischen Verbände das?

Maas: Den muslimischen Verbänden stehen alle Rechte offen, aber sie haben eine Bringschuld. Damit der Staat Verträge schließen kann, müssen sich die Muslime noch besser mitgliedschaftlich organisieren. In der jetzigen Situation haben sie eine besondere Verantwortung. Es ist ein Missbrauch des Islam, wenn in seinem Namen gemordet wird. Fundamentalistische Auswüchse dürfen in keiner Gemeinde verharmlost werden.

epd: Wie sehr brauchen wir neben der formellen Anerkennung eine Debatte über das Verhältnis des Islam zur Gesellschaft in Deutschland?

Maas: Der Dialog ist insbesondere mit Blick auf die Flüchtlingsdebatte äußerst wichtig, auch um klarzumachen: Es gibt bei uns die Religionsfreiheit und die gilt für alle Religionen. Freiheit ist immer gleiche Freiheit. Durch den Dialog zwischen den Religionen werden wir mehr übereinander erfahren. Je weniger wir uns mit dem vermeintlich Fremden auseinandersetzen, desto größer werden die Ängste. Ressentiments und Vorurteile gegen Flüchtlinge sind oft dort am größten, wo der Ausländeranteil am geringsten ist. Niemand in Deutschland muss Angst haben vor einer sogenannten Islamisierung des Abendlandes, erst recht nicht in Sachsen.

epd: Um ein konkretes Beispiel zu machen: Die CDU hat auf ihrem Parteitag ihre Ablehnung der Vollverschleierung von Frauen bekräftigt. Wie halten Sie es damit?

Maas: Ich bin dagegen, einzelne Themen zu dramatisieren. Sicherlich muss man in den muslimischen Gemeinden deutlich sagen, dass bei uns jede Einzelne selbst eine Entscheidung treffen kann, wie sie sich der Öffentlichkeit zeigt. Solange das der Fall ist, habe ich kein Problem damit, wenn jemand ein Kopftuch trägt oder sich verschleiert. Wo aber jemand dazu genötigt wird, ist die Grenze überschritten. Völlig unabhängig davon gibt es aber auch andere Religionen, die in Deutschland weit verbreitet sind, deren Werte oder Regeln der ein oder andere inzwischen als befremdlich empfindet.

epd: Wo sehen Sie zum Beispiel Reformbedarf?

Maas: Man kann schon darüber reden, ob es im kirchlichen Arbeitsrecht nicht weiter Modernisierungsbedarf gibt. Natürlich sollen die Kirchen ihren Glauben frei praktizieren können, solange die Grundrechte gewahrt bleiben. Homosexuellen eine Beschäftigung wegen ihrer sexuellen Orientierung zu verwehren, darüber sollten die Kirchen allerdings dringend mal nachdenken. Grundsätzlich tut sich die Kirche keinen Gefallen, wenn sie bestimmte gesellschaftliche Realitäten nicht zur Kenntnis nimmt.
www.domradio.de
Das Gespräch führten Corinna Buschow und Jens Büttner.

(epd)

von esther10 27.12.2015 00:24

26.12.2015

Prager Erzbischof weist Kritik an Umgang mit Geflüchteten zurück
Kardinal mit Generalverdacht?


Prags Kardinal Dominik Duka
© KNA

Der Prager Kardinal Dominik Duka hat zu Vorsicht angesichts der derzeitigen Flüchtlingssituation aufgerufen und Kritik an der Abschottung osteuropäischer Länder zurückgewiesen. Skeptisch äußerte sich er auch zum Zusammenleben verschiedener Religionen.

"Mitgefühl und Emotion ohne vernünftiges Verhalten führen in die Hölle", sagte der Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz in einem Weihnachtsinterview der slowakischen Tageszeitung "Dennik N". Weder alle noch niemanden aufzunehmen sei richtig; vielmehr müsse man einen kühlen Kopf bewahren und "rational vorgehen", so Duka.

In dieser "Flüchtlingswelle ohne jede Kontrolle, in der die Staaten "völlig versagt" hätten, müsse sorgfältig geprüft werden, "wer tatsächlich hilfsbedürftig und wessen Leben bedroht ist", sagte der böhmische Primas und Dominikaner. Die Flüchtlingswelle bediene "auch bestimmte Pläne und Programme der Dschihadisten".

Christen bevorzugt

Duka führte aus, da es sich aktuell um eine Vertreibungswelle handele, die mit der Vertreibung der Armenier vor 100 Jahren begonnen habe, sei man in Tschechien "in erster Linie darauf vorbereitet, christliche Flüchtlinge aufzunehmen". Christen würden "in diesen Ländern permanent verfolgt und von niemand anderem unterstützt". Man könne "auch nicht einen einzigen Flüchtling aufnehmen, ohne dass dieser einen staatlichen Überprüfungsprozess durchlaufen hat".

Wenn man den Flüchtlingen zurufe "kommt und nehmt", dann müsse man auch etwas anzubieten haben, so der 72-Jährige. Faktisch aber verfüge Tschechien weder über genügend Lehrer noch ausreichend Dolmetscher. Zudem hätten die Flüchtlinge keinerlei Interesse, nach Tschechien, in die Slowakei oder nach Ungarn einzuwandern. Der Prager Kardinal hinterfragte die zuletzt beschlossenen Quoten zur Verteilung der Flüchtlinge auf die 28 EU-Staaten. "Wohin dann mit jenen, die wir nicht werden haben wollen?"

Die kommunistische Tschechoslowakei trage am Nahost-Konflikt eine Mitschuld, da sie Waffen in die heutigen Bürgerkriegsstaaten exportiert habe. Seit der Revolution von 1989 hingegen habe allein Tschechien eine halbe Million Flüchtlinge aufgenommen, vorzugsweise aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und aus Vietnam sowie "eine große Menge slowakischer Roma". Dieser Zuwachs sei durchaus mit jenem in den westeuropäischen Ländern vergleichbar, sagte Duka zu Vorwürfen, die Länder der "Visegrad-Vier" (Ungarn, Slowakei, Polen, Tschechien) machten es sich zu leicht und hätten vergessen, wie viele Flüchtlinge der Westen aus ihnen zur Zeit des Kommunismus aufgenommen hätten.

Misstrauen gegenüber Muslimen

Zu seinen Kontakten mit Muslimen sagte der Prager Kardial, er habe gleich nach seinem Amtsantritt 2010 einen Vertreter der muslimischen Gemeinde empfangen und diesem mit einiger Mühe eine Verurteilung terroristischer Anschläge abgerungen. Bald danach habe das Tschechische Fernsehen denselben Mann in einem Gebetssaal mit verdeckter Kamera aufgenommen, wie er die angesprochenen Attacken rühmte. Daher identifiziere er sich "völlig mit jenen, die die Muslime verdächtigen, Beileid nur aus Selbstverteidigung zu bekunden". Aus dreimaliger Lektüre des Koran wisse er, "dass ein gläubiger Muslim nicht verpflichtet ist, mir gegenüber sein Wort zu halten".

Skeptisch äußerte sich Duka auch zum Zusammenleben verschiedener Religionen auf einem Territorium. "Theoretisch" sei alles möglich, aber man müsse auch die Realitäten betrachten. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) seien 50 Jahre verstrichen, und in akademischen Räumen werde ein Dialog geführt. Doch in Wirklichkeit habe sich "das Zusammenleben in den Ländern des Nahen Ostens radikal verschlechtert".

Im Widerspruch zu Schönborn und Woelki

Der Prager Erzbischof setzte darin deutlich andere Akzente als Wiens Kardinal Christoph Schönborn, der vor Weihnachten in einem Gespräch mit dem Pressburger Magazin "Tyzden" und in einer Stellungnahme in der "Kronenzeitung" Kritik an jenen EU-Ostländern geübt hatte, die sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen stellen und europäische Solidarität eingemahnt hatte.

Auch der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hatte Bestrebungen einiger osteuropäischer Länder, nur christliche Flüchtlinge aufzunehmen, als skandalös bezeichnet. Jedes Staatswesen in Europa sei verpflichtet, Menschen in Not unabhängig von ihrer Hautfarbe, Religion und ethnischer Zugehörigkeit zu helfen, sagte Woelki im September gegenüber domradio.de. Eine solche Auswahl sei für einen europäischen Staat nicht hinnehmbar, erst recht nicht unter einem christlichen Gesichtspunkt. Die europäische Idee werde beschädigt, wenn sich Staaten wie die Slowakei, oder auch Tschechien und Großbritannien hier ihrer Verantwortung entledigen, so Woelki weiter. Den betreffenden Staaten warf er eine Flüchtlingspolitik nach dem Sankt-Florian-Prinzip vor: "Da wird um Quoten und Aufnahme-Kontingente gefeilscht wie sonst um Abgasmengen oder Schadstoffe. Jeder hält seine Haustür zu und verweist auf den Nachbarn, der doch bitte die Flüchtlinge aufnehmen soll." Woelki fügte hinzu: "Es geht doch hier nicht um die Pest, die wir ins Haus holen, sondern um Menschen, die unsere Hilfe brauchen." Menschen verließen nicht freiwillig ihre Heimat, sondern wegen Krieg, Terror, Not, Elend und Armut.
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(KNA, Kathpress, dr)


von esther10 27.12.2015 00:23

26.12.2015

Bundeswehr auch Heiligabend im Einsatz
Krieg kennt keine Weihnachtsruhe


Weihnachten bei der Bundeswehr in Incirlik
© HptFw Falk Bärwald, PIZ EinsFüKdoBw/Bundeswehr (dpa)

Döner statt Gänsebraten und Weihnachtsbäume aus Plastik: Die deutschen Soldaten im Einsatz gegen den IS-Terror improvisierten ihr Weihnachtsfest. Zur Ruhe kamen sie aber nicht. Auch am Heiligabend gab es einen Einsatzbefehl.

Viel Zeit hatte die Bundeswehrtruppe im türkischen Incirlik nicht, sich auf Weihnachten vorzubereiten. Die 51 Soldaten sind gerade einmal zwei Wochen auf dem Luftwaffenstützpunkt im Südosten der Türkei stationiert und vor allem damit beschäftigt, Container mit Schlafstuben aufzubauen, den Gefechtsstand in Gang zu bringen und erste Einsätze zu fliegen.


Weihnachten bei der Bundeswehr in Incirlik
© HptFw Falk Bärwald, PIZ EinsFüKdoBw/Bundeswehr (dpa)

Immerhin zwei Weihnachtsbäume aus Plastik konnten sich die Soldaten für den Gemeinschaftsraum in einer ehemaligen Krankenstation noch organisieren - samt Elektrokerzen und Weihnachtskugeln. An Weihnachtsruhe war in Incirlik aber nicht zu denken. Syrien ist 80 Kilometer Luftlinie von dort entfernt. In Syrien ist Krieg, die Bundeswehr ist nun daran beteiligt - und Krieg kennt keine Feiertage.

Einsatzbefehl am Heiligabend

Für drei Soldaten der Luftwaffe begann der Heiligabend mit einem Einsatzbefehl. Um 4.00 Uhr morgens hob das Tankflugzeug des Typs A310 MRTT vom Stützpunkt in Incirlik ab. In den nächsten fünf Stunden betankte es zwei Kampfjets der internationalen Allianz gegen den Terror insgesamt viermal. Es war der neunte Einsatz des Tankflugzeugs seit dem 15. Dezember.

Ganz auf Weihnachten verzichten mussten die Soldaten im Anti-IS-Einsatz aber nicht. Heiligabend gab es dann doch noch einen Gottesdienst in Uniform und ein Weihnachtsessen in zivil - allerdings ohne traditionellen Gänsebraten. Deutsche Köche sind nicht mit dabei in Incirlik. Das Kantinenessen orientiert sich am Geschmack der US-Soldaten, die auf dem Luftwaffenstützpunkt besonders stark vertreten sind.

"Das was wir normalerweise bekommen, ist sehr amerikanisch", sagt Oberstleutnant Andreas Berger, Sprecher der deutschen Soldaten in Incirlik. Zu Weihnachten habe man sich deswegen mal ein landestypisches Buffet gewünscht, mit Döner, Käse-Börek, Adana-Zwiebelsalat und Baklava-Gebäck.

3000 Soldaten im Einsatz fern der Heimat

Weltweit verbrachten mehr als 3000 Bundeswehrsoldaten Weihnachten in Einsatzgebieten. Die Marine rettete an Heiligabend vor der libyschen Mittelmeerküste 121 Flüchtlinge aus einem Schlauchboot. Der Einsatz in Afghanistan ist mit 900 Soldaten weiterhin der größte. Aber auch in Mali und im Irak, im Kosovo und im Sudan müssen Soldaten Weihnachten ohne ihre Familien feiern.

Einige durften allerdings noch rechtzeitig nach Hause. 76 Soldaten, die im südtürkischen Kahramanmaraş mit "Patriot"-Abwehrraketen stationiert waren, kehrten am Tag vor Heiligabend nach Deutschland zurück. Am 30. Dezember wird der Einsatz zum Schutz des Nato-Partners Türkei vor Angriffen aus Syrien mit dem Abzug der letzten Soldaten beendet.
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Michael Fischer
(dpa)

von esther10 27.12.2015 00:19

Klosterleben für 58 junge Flüchtlinge

MARKUS ROHRHOFER 18. November 2015, 09:00 148 POSTINGS



Neues Quartier im Wiener Servitenkloster, Kirche betreut ein Drittel der Flüchtlinge Wien – Das leerstehende Servitenkloster in Wien-Alsergrund wird wieder mit Leben gefüllt: In den kommenden Tagen ziehen 58 unbegleitete junge Flüchtlinge ein. Am Dienstag wurde die "Wohngemeinschaft Refugio" von Kardinal Christoph Schönborn, Caritas-Präsident Michael Landau und Sozialstadträtin Sonja Wehsely (SP) eröffnet. Es ist nicht das erste Mal, dass das Gebäude als Flüchtlingsherberge dient. 2013 fungierte das Servitenkloster kurzfristig als Quartier für jene Aktivisten, die die Votivkirche besetzt hatten. Drei Wohngemeinschaften Die Mädchen und Burschen, die nun im Servitenkloster leben werden, stammen überwiegend aus Afghanistan, Somalia und Syrien.

Es wird drei Wohngemeinschaften für 14- bis 18-Jährige und eine für junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 20 Jahren geben. Vor allem Schönborn zeigte sich zufrieden mit der neuen Funktion des Servitenklosters und verriet: "Ich gestehe, dass die Versuchung groß war, hier mit Investoren zu arbeiten." Es sei in Diskussion gewesen, daraus eine Unterkunft für junge Führungskräfte zu machen, die für einige Monate in der Stadt arbeiten. Als Caritas-Präsident Landau mit der Idee, aus dem Kloster eine Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu machen, an ihn herangetreten ist, sei dies "fraglos" keine Debatte gewesen. Gelebte Nächstenliebe Doch trotz offensichtlicher Bemühungen sieht sich die katholische Kirche weiter der Kritik ausgesetzt, zu wenig für Flüchtlinge zu tun. Man mag der Kirche vielleicht zu Beginn der Flüchtlingskrise ein gar zu zögerliches Handeln attestieren – doch nach so manch mahnendem Appell an die christliche Nächstenliebe ist in der kirchlichen Flüchtlingsbetreuung viel passiert.

Jeder dritte Asylwerber in Österreich wird derzeit von der kirchlichen Caritas betreut. 6.000 Asylwerber sind im Rahmen der Grundversorgung in Caritas-Quartieren untergebracht. Das seien deutlich über zehn Prozent aller Grundversorgungsplätze. Weitere 15.000 Menschen werden von der Caritas mobil betreut, zog Kardinal Schönborn anlässlich der jüngsten Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz Bilanz. Zusätzlich sind in den einzelnen Diözesen Flüchtlingskoordinatoren im Einsatz – und zuletzt wurde ein eigenes Referat "Flucht, Migration und Integration" in der österreichischen Bischofskonferenz geschaffen. Betraut wurde damit der burgenländische Bischof Ägidius Zsifkovics. Speziell richtet sich die Kritik an Klöster, die über viel Platz, aber zu wenige Flüchtlingsquartiere verfügen sollen. Doch bei vielen Orten klösterlichen Lebens geht der Vorwurf ins Leere: So sind im Stift Göttweig derzeit ebenso Flüchtlinge untergebracht wie etwa im Stift Lilienfeld oder im Kloster Hainfeld. Das Stift Klosterneuburg hat die ehemalige Kaserne erworben und für Flüchtlinge hergerichtet. Das Kloster St. Gabriel in Mödling hat seit langem ein großes Quartier für jugendliche Flüchtlinge. Auch im Meierhof im Stift Melk wurden Wohnmöglichkeiten für Flüchtlinge eingerichtet. (APA, Markus Rohrhofer, 18. 11. 2015) - derstandard.at/2000025917799/Klosterleben-fuer-58-junge-Fluechtlinge
http://derstandard.at/2000025917799/Klos...htlinge?ref=rec


von esther10 27.12.2015 00:17

Islamischer Staat22. Dezember 20151
Mutmaßliche Drohbriefe verängstigen Schweden

Stockholm (idea) – Drohbriefe, die angeblich von der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) stammen, haben in Schweden viele Bürger verunsichert. Das berichtet der schwedische Fernsehsender SVT (Stockholm). Das Schreiben hätten mehrere Bewohner der Stadt Märsta – 36 Kilometer nördlich von Stockholm – in ihren Postfächern gefunden. Die Empfänger werden aufgefordert, zum Islam überzutreten oder eine religiöse Steuer zu zahlen. Sonst werde man sie innerhalb von drei Tagen im eigenen Haus enthaupten. Die Absender erklären weiter, dass die Polizei die „Ungläubigen“ nicht davor schützen könne, ermordet zu werden. Obwohl die Dreitagefrist mittlerweile verstrichen i...
http://www.idea.de/menschenrechte/detail...eden-93196.html

von esther10 27.12.2015 00:13

Schüller: "Die Kirche ist nicht die Bank Austria"


Schüller

23. Dezember 2015, 10:38 89 POSTINGS Der Gründer der Pfarrer-Initiative kritisiert die Strukturreform der Erzdiözese Wien, Papst Franziskus will er unterstützen Wien – Der Gründer der Pfarrer-Initiative, Helmut Schüller, sieht im Kirchenoberhaupt selbst einen Rebellen: "Wir sind in einer Phase, wo der Papst in gewissen Situationen selbst ungehorsam geworden ist", sagte er im APA-Interview. Schüller hofft, dass sich mehr Bischöfe der Linie von Franziskus anschließen. Gegen die Diözesanreform kündigte er Widerstand an: "Die Kirche ist nicht die Bank Austria."

Mit ihrem "Aufruf zum Ungehorsam" hatte sich die Pfarrer-Initiative in eine offene Konfrontation mit der Kirchenleitung begeben, auch Sanktionen gegen Mitglieder folgten. Dies geschah noch unter dem emeritierten Papst Benedikt XVI., seit dem Amtsantritt von Franziskus sehen die Kirchenrebellen nun auch inhaltliche Unterstützung aus dem Vatikan – wenn auch nur durch den Heiligen Vater selbst. Konservative Kreise würden es dem verhältnismäßig liberalen Kirchenoberhaupt schwer machen, Schüller befürchtet sogar eine Verschärfung der Situation. Franziskus unterstützen Die Frage zu Franziskus, die für den Sprecher der Pfarrer-Initiative nun essenziell ist, lautet: "Wir können wir ihn unterstützen?" Ein positiv gehaltener offener Brief, den die Mitglieder im irischen Limerick im Mai 2015 an den Heiligen Stuhl gerichtet haben, ist noch immer nicht beantwortet. Schüller will vor allem, dass die durch den Papst gestärkten Bischofskonferenzen aus der Deckung gehen, denn:

"Es gibt Leute, die glauben, der Papst wird das alleine machen." Forderungen der Initiative sind nach wie vor die Öffnung des Priesteramts für Frauen und die Integration von "gesellschaftlichen Randgruppen". Ein weiteres Betätigungsfeld für die Pfarrer-Initiative ist der Widerstand gegen die Strukturreform in der Erzdiözese Wien, wo Pfarren zu größeren Einheiten teils zusammengelegt werden. "Es geht nicht um eine Filialstruktur", kritisiert Schüller, sondern "um Gemeinschaften an der Basis". Dabei seien Teile der Verknappungen sogar hausgemacht. Würde man etwa verheiratete Männer zum Amt zulassen, würde auch das Problem des Priestermangels deutlich kleiner. Auch das Vorgehen der Erzdiözese ärgert den Pfarrer: "Es wird mit einem Rasenmäher über alles drüber gefahren." Gegen Strukturreform Langsam aber doch würden nun die ersten Gegenstimmen aus den – überwiegend ländlichen – Gemeinden laut werden. Diesen Geistlichen ein "Kirchenturmdenken" nachzusagen, wie dies bereits geschehen sei, sei schlicht eine "Verleumdung, die wir nicht auf uns sitzen lassen wollen".

Es herrsche hingegen "höchste Verwirrung", noch im Winter kommenden Jahres wollen sich laut Schüller kritische Pfarrer, Pfarrgemeinderäte und Interessierte bei einem Treffen organisieren und versuchen, Gegenmodelle und Vorschläge zur "verordneten" Reform zu entwickeln. Froh ist Schüller hingegen über die Bestellung des bisherigen Linzer Bischofs Manfred Scheuer in die Diözese Linz. Denn gerade dort würde mit dem "Seelsorgeteam" eine alternative Struktur funktionieren, welche auch der neue Leiter wohl fortführen würde. Dass dadurch ein weiterer Bischofssitz vakant geworden ist, ist für den Pfarrer allerdings ein Wermutstropfen: "Diese 'Loch-auf-Loch-zu-Methode' ist ein bisschen nervig." Unverständnis herrscht bei Schüller auch über die Verlängerung der Amtszeit des St. Pöltener Kirchenoberhaupts Klaus Küng, denn: "Wenige Dinge sind so gut bekannt, wie das Alter eines Bischofs." Synode mit Kompromisstext Das vorläufig bekannt gewordene Ergebnis der Bischofssynode zu Ehe und Familie sieht Schüller mit gemischten Gefühlen: "Der Endbericht ist so ein klassischer Kompromisstext."

Hauptsächlich habe es sich bei dem Treffen um eine "Übung an Synodalität" gehandelt. Positiv sieht Schüller, dass Franziskus damit die Bischofskonferenzen aufwerten und im Vatikan eine "Bedeutungsverminderung" vornehmen wolle. "Er sieht sich selbst als Moderator und will nicht der Herrscher sein", interpretiert Schüller das Ergebnis als Beobachter an der Basis. Als Pfarrer von Probstdorf ist Schüller auch in der Flüchtlingsbetreuung engagiert – in seinem Pfarrgarten sollen Wohncontainer aufgestellt werden. "Wenn man keine geeigneten Räume hat, soll man welche schaffen", nimmt er gleichzeitig andere Pfarren in die Pflicht, denn es könne noch viel mehr geschehen. Auch die Kommunalgemeinden seien zudem froh, wenn die Pfarrgemeinden den ersten Schritt machen. "Manche haben noch nicht einmal die Untergrenze überschritten und wir reden schon von Obergrenzen", übt Schüller auch allgemein Kritik am Umgang mit dem Thema in Österreich. Die nach Europa kommenden Flüchtlinge seien eigentlich die "Gläubiger", welche nun die Schuld der Industrienationen einforderten. Vielmehr sollte man sich Gedanken über Obergrenzen etwa beim Energieverbrauch, bei Fernreisen oder etwa beim "Weihnachtseinkäufe-Rausch" machen, rät Schüller. (APA, 23.12.2015) - derstandard.at/2000028003369/Schueller-Die-Kirche-ist-nicht-die-Bank-Austria
http://derstandard.at/2000028003369/Schu...Austria?ref=rec

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