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von esther10 01.09.2015 00:57

Das Gebet, insbesondere das gemeinsame Gebet, ist ein wesentlicher Baustein der Beziehung zu Gott – vor allem in der Familie.



„Für’s Gebet habe ich keine Zeit!“ – Der eine oder andere mag dieses Argument kennen, ich beziehe es auch durchaus auf mich, denn auch wenn ich weiß, dass das in den meisten Fällen, in denen ich beten sollte und es nicht tue, gar nicht stimmt, und auch wenn ich den Satz so nicht formulieren würde – im Inneren ist es doch genau die Einstellung, die zutage tritt, wenn ich mal wieder nicht bete, mein Morgengebet „schlabbere“ oder den Rosenkranz gerade jetzt doch lieber nicht bete. Umso wichtiger, dass sich der Papst dieses Themas bei seiner 100. Generalaudienz angenommen hat, in der es wieder um die Familie ging.

Der Papst hat eine Begabung, gerade die Liebe Gottes zu uns in fast poetischen Worten auszudrücken, die es manchen erscheinen lassen, als sei sein Blick auf Gott naiv. Ich dagegen glaube eher, er hat etwas von der Liebe Gottes verstanden, das mir – jedenfalls im Alltag – abgeht. Dabei spricht der Papst zu Beginn seiner Katechese eher von der Liebe des Menschen zu Gott, die ihn zum Gebet führen sollte (Zitate hier wie im Folgenden von Zenit):

Wir können uns eine sehr einfache Frage stellen. Es ist in Ordnung, mit dem ganzen Herzen an Gott zu glauben, auf seine Unterstützung in Schwierigkeiten zu hoffen, eine Verpflichtung zum Dank an ihn zu empfinden. Aber verspüren wir dem Herrn gegenüber auch ein wenig Zuneigung? Sind wir beim Gedanken an Gott bewegt, verwundert, gerührt?

Denken wir an den Wortlaut des großen Gebotes, das die Grundlage aller anderen darstellt: „Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft“ (Dtn 6,5; vgl. Mt 22,37). In diesen Worten wird die innige Sprache der Liebe verwendet und auf Gott ausgegossen. Der Geist des Gebetes wohnt vor allem dort. Und wenn er dort wohnt, so verweilt er die gesamte Zeit und geht niemals fort. Können wir uns Gott als jene zärtliche Berührung vorstellen, die uns am Leben erhält und vor der es nichts gibt; als eine zärtliche Berührung, von der uns nichts – nicht einmal der Tod – trennen kann?

Also, ich bekomme bei diesen Sätzen einen mindestens kleinen Kloß im Hals: Ich weiß, das mein Gebet so sein sollte, von der Liebe zu Gott geprägt, es aber meistens nicht ist. Gott als der, dem ich danke, Gott als der, den ich lobe, Gott als der, den ich um etwas bitte – das alles kommt in meinen Gebeten vor. Aber Gott als der, den ich „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft“ liebe? Ich beneide jeden, der das immer so spürt, und ich glaube, ich kenne Menschen, bei denen das so ist und die darum auch eine ganz besondere Beziehung zu Gott haben; oft sind es Priester oder Ordensleute.

Dabei ist das eigentlich Überraschende, das Gott mich trotz dieses Mangels liebt – und der erste Schritt zu innigerer Liebe zu ihm ist es wohl, sich dessen bewusst zu werden. Der Papst dazu:

Doch nur wenn Gott die Zuneigung all unserer Zuneigungen ist, gelangen diese Worte zur vollen Verwirklichung. Dann empfinden wir Glück und auch ein wenig Verwirrung, denn er denkt an uns und liebt uns vor allem! Ist dies nicht beeindruckend? Ist es nicht beeindruckend, dass Gott uns mit der Liebe eines Vaters zärtlich berührt? Dies ist von großer Schönheit! Er hätte sich einfach als das höchste Wesen zu erkennen geben, seine Gebote erteilen und auf die Ergebnisse warten können. Stattdessen hat Gott unendlich mehr vollbracht. Er begleitet uns auf dem Weg des Lebens, schützt uns und liebt uns.

Da ist er wieder, der Kloß im Hals, nicht aus Trauer, sondern aus dem Glücksgefühl heraus zu wissen, dass Gott mich – trotz allem – liebt. Wenn ich oben vom Mangel an Liebe zu ihm gesprochen habe, und von Menschen, die offenbar in der Lage sind, ihn besonders zu lieben, dann bedeutet das nicht, dass diese Liebe zu Gott nur besonderen Menschen möglich wäre, man als „Normalgläubiger“ das nicht erreichen könnte. Gott will das jedem von uns schenken, und die einzige Kunst (nicht missverstanden als Übung, bitte) besteht darin, dieses Geschenk anzunehmen, sich lieben zu lassen und zurück zu lieben.

Dafür braucht es aber ein gewisses Gespür, das uns ins Herz gelegt ist, nicht selten aber verschüttet wird. Darum ist es so wichtig, in der Familie das Gebet zu pflegen, die Liebe zu Gott zu pflegen. Wieder der Papst:

Ein von der Zuneigung zu Gott bewohntes Herz macht auch aus einem Gedanken ohne Worte, einer Anrufung vor einem Heiligenbild oder einem der Kirche gesandten Kuss ein Gebet. Es ist schön, wenn Mütter ihre Kinder anleiten, Jesus oder der Gottesmutter einen Kuss zu schenken. Wie viel Zärtlichkeit liegt in dieser Geste verborgen! In diesem Augenblick verwandelt sich das Herz der Kinder in einen Ort des Gebetes. Es handelt sich um ein Geschenk des Heiligen Geistes. Vergessen wir niemals, dieses Geschenk für einen jeden von uns zu erbitten, denn der Geist Gottes hat die besondere Eigenart, das Wort „Abba“ – „Vater“ in unser Herz einströmen zu lassen. Er lehrt uns, „Vater“ genauso wie Jesus zu sagen; in einer Art und Weise, die wir alleine nicht zu finden vermögen würden (vgl. Gal 4,6). In der Familie wird vermittelt, dieses Geschenk des Geistes zu erbitten und zu schätzen. Wenn man dies ebenso spontan erlernt wir das Aussprechen der Worte „Vater“ und „Mutter“, so wird man es nie mehr vergessen. Wenn dies geschieht, wird die Zeit des gesamten Familienlebens vom Schoß der Liebe Gottes umgeben und wird sich von selbst auf die Suche nach der Zeit für das Gebet begeben.

Gerade aber in der Familie fehlt nicht selten die Zeit zum Gebet: Arbeit, Haushalt, Schule, Erziehung, Schlafenszeiten, Erholung … wo ist da noch die Zeit, sich – auch noch gemeinsam – hinzusetzen, und zu beten? Am Beispiel von Martha und Maria macht der Papst deutlich, dass die Zeit des Gebetes uns geschenkt wird, oder „die Zeit, die wir Gott geben, […] uns zurückgeschenkt [wird].“ Martha wird klar, dass der „bessere Teil“ darin liegt, Jesus zu hören, seinen Worten zu lauschen, viel wichtiger ist als ihn zu bedienen. Die Prioritäten verschieben sich – Martha wird nicht den Haushalt vernachlässigt haben, aber doch dafür gesorgt haben, Jesus ausreichend persönliche Zeit zu widmen.

Daraus wird auch deutlich, wie man das Gebet gestalten kann, wie man die Liebe zu Gott „erlernen“ kann, nämlich im Lesen der Heiligen Schrift. Ich gebe zu, wir beten mit unseren Kindern zu den Mahlzeiten und abends, wir haben einen ganzen Haufen Kinderbibeln zu Hause, aber wirklich sein Wort hören, es gemeinsam lesen und darüber sprechen? Natürlich ist das nicht ganz leicht, vor allem nicht mit kleinen Kindern. Aber wer Kindern Geschichten vom Raben Socke oder Benjamin Blümchen vorlesen kann, der kann ihnen auch kindgerecht wiedererzählte Geschichten aus der Bibel vorlesen. Noch einmal dazu der Papst:

Das Gebet sprudelt aus dem Hören auf Jesus, aus der Lektüre des Evangeliums. Vergesst nicht, jeden Tag einen Abschnitt aus dem Evangelium zu lesen. Das Gebet sprudelt aus der Vertrautheit mit dem Wort Gottes. Existiert in eurer Familie Vertrautheit? Gibt es in unserer Wohnung ein Evangelium? Öffnen wir es manchmal, um gemeinsam daraus zu lesen? Betrachten wir es während dem Rezitieren des Rosenkranzes? Das in der Familie gelesene und betrachtete Evangelium ist wie gutes Brot, das das Herz aller nährt. Morgens und abends, wenn wir uns am Tisch versammeln, lernen wir, mit großer Einfachheit gemeinsam ein Gebet zu sprechen: Jesus tritt in unsere Mitte wie in die Familie von Martha, Maria und Lazarus.

Das mag für den einen oder anderen abgehoben klingen: Kennt denn der Papst gar nicht die akuten Probleme im Familienleben, darin, die Familie zusammen zu halten, geschweige denn sie im Gebet zu versammeln? Seine Kenntnis der Problematik macht der Papst aber sehr wohl deutlich, wenn er dazu auffordert, den Kindern erst mal oder zumindest beizubringen, ein Kreuzzeichen zu machen, sie auf diese Weise das Beten zu lehren. Man lernt eben das Beten, das Sprechen zu Gott und das Hören auf ihn, seine Liebe wahrzunehmen und ihn zu lieben … indem man es tut. Wenn also das oben gesagte dem einen oder anderen zu schwer oder zu theologisch klingt, dann ist das mein Fehler, nicht der Fehler Gottes. Ich glaube, man kann beim Beten nicht wirklich etwas falsch machen. Wer sich bemüht, Gott zu lieben, seine Liebe zu erspüren und ihn besser kennenzulernen, dem wird sich Gott auch öffnen – mal schneller, mal langsamer, aber doch.

Damit kann ich zum Abschluss nur einladen, über den letzten Satz der Katechese nachzudenken:

Im Gebet der Familie, in den starken Augenblicken und schweren Zeiten sind wir einander anvertraut, sodass ein jeder von uns in der Familie von der Liebe Gottes geschützt sei.

Die letzten Worte, die ich unseren Kindern abends sage, wenn wir sie ins Bett bringen und ich ihnen einen Segen gebe sind: „Mama hat dich lieb, Papa hat dich lieb, deine Schwester / dein Bruder hat dich lieb … aber ganz besonders lieb hat dich der liebe Gott, und der passt auf dich auf!“ Ich hoffe, dass davon, trotz des formalhaften Satzes, etwas hängen bleibt und sich in Liebe zu Gott und zum Gebet wandelt
http://papsttreuerblog.de/2015/08/27/fra...der-anvertraut/



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von esther10 01.09.2015 00:52

Dienstag, 1. September 2015
Familiensynode: ZdK will „Pastorale Freiräume“ für Deutschland


Laut Pressemeldungen wünscht sich der Vorsitzende des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ (ZdK), Alois Glück, mehr „pastorale Freiräume“ in der Kirche. Dies soll die kommende Familiensynode beschließen.

Konkret: In Deutschland soll die Sakramentenlehre liberalisiert werden, vor allem bezüglich den „wiederverheirateten Geschiedenen“. Außerdem soll die Sexualmoral abgeschafft , künstliche Verhütungsmittel zugelassen und alle möglichen Verpartnerungen gesegnet werden.

Im Grunde fordert Alois Glück, dass sich die Weltkirche mit den irrsinnigen „Sonderwegen“ des deutschen Linkskatholizismus abfindet.

Alois Glück ignoriert die Tatsache, dass viele deutsche Katholiken keine Sonderwege wollen, sondern in Treue und Verbundenheit mit Rom ihren katholischen Glauben praktizieren möchten.

Doch abgesehen davon, würden die Sonderwege, wie sie von den Linkskatholiken gewollt sind, direkt zu einer (noch stärkeren) Glaubensverwässerung und rasch zu einem endgültigen Glaubensabfall führen.

Viele deutsche Katholiken wollen eine enge Bindung an Rom, denn nur so kann vermieden werden, dass die progressistischen Theologen das Geschehen in der Kirche völlig übernehmen.

Eines der größten Probleme Deutschlands ist die große Heerschar an staatlich alimentierten Theologen, die sich nicht an das Lehramt gebunden fühlen. Diese Theologen sind nicht daran interessiert, den katholischen Glauben zu verbreiten. Nein, sie wollen die Aufmerksamkeit der (linken) Medien, den Applaus ihrer progressistischen Kollegen und Anerkennung seitens der liberalen Öffentlichkeit. Um das zu erreichen, sind sie bereit, die wahre katholische Lehre zu verraten.

„Pastorale Freiräume“ in Deutschland würden deshalb direkt zu mehr Hetze gegen Rom und das Lehramt führen.

Deshalb müssen wir Gott bitten: Bitte gib uns keine „pastoralen Freiräume“. Gib uns stattdessen Theologen, die das Kirchenvolk im wahren katholischen Glauben und der wahren katholische Lehre unterweisen.


Eingestellt von Mathias von Gersdorff um 18:53

von esther10 01.09.2015 00:48




Deutsche Bischofskonferenz erfindet eigenen Familienbegriff

Am 18. Juni veranstalteten die „Deutsche Bischofskonferenz (DBK)“ und das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ eine Tagung mit dem Namen „Hören! Was Familien sagen“.

Katholiken sollten dort über ihr Familienleben- und verständnis berichten.

Die Veranstaltung fand mit Blick auf die Familiensynode in Rom im Oktober 2015 statt und sollte als Vorbereitung eines Wortes der deutschen Bischöfe zu Ehe und Familie dienen.

Vorsitzender der Veranstaltung war Bischof Dr. Heiner Koch, der gleichzeitig Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz ist. Bischof Koch ist auch einer der drei deutschen Delegierten für die Familiensynode.

Die DBK veröffentlichte via Pressemitteilung eine Zusammenfassung der Tagung. Anhand dieser kann man gut erkennen, welche Vorstellung von Ehe und Familie in den entscheidenden Gremien und Personen der DBK vorherrscht.

Die Zielsetzung der Veranstaltung wird folgendermaßen beschrieben: „Der Grundgedanke der Veranstaltung war, nicht die offiziellen Vertreter und ausgewiesenen Experten zu Wort kommen zu lassen, sondern Menschen, von denen jeder eine bestimmte Form von Familie tagtäglich lebt.“

Nach katholischer Auffassung ist die Grundlage der Familie die Ehe (zwischen Mann und Frau). Eine Ehe und ihre Nachkommenschaft bilden eine Familie. Es gibt also nicht viele Formen von Familien. Es mag viele Formen von Partnerschaften geben, doch das ist ein anderes Thema.

Um sich ein Bild über die katholischen Familien zu machen, wurden etliche Personen, die in ganz unterschiedlichen Verhältnissen leben, zum Sprechen eingeladen:

„Eine junge Frau, die gemeinsam mit ihrem Freund drei Kinder hat und jeden Tag Kompromisse findet, ihre Kinder in ihrem katholischen Glauben und dem Nichtglauben ihres Partners zu erziehen und dabei sehr viel Unterstützung von ihrer Gemeinde erfährt; ein Mann, der wiederverheiratet geschieden ist, sich oft als „gebrandmarkt“ fühlt und vor Herausforderungen steht, seinen Glauben zu leben – zum Beispiel bei der Erstkommunion der Kinder; […] Ein Mann, der viel Mut gebraucht hat, sich als junger Erwachsener zunächst vor sich selbst und dann vor seiner katholischen Familie zu „outen“, weil er gelernt hat, Homosexualität sei eine Sünde und sogar eine Schande.“

Die Kirche ist dazu berufen, allen Menschen das Heil Christi zu bringen und muss für alle Menschen eine Pastoral entwickeln.

Es ist aber falsch, alle Formen des Zusammenlebens oder der sexuellen Praxis unter „Familie“ zu subsumieren.

Selbst ein Homosexueller konnte bei der Tagung über seine Erfahrungen berichten, obwohl er offensichtlich keine Ehe schließen und damit auch keine Familie gründen will. Wenn sich ein wiederverheirateter Geschiedener „gebrandmarkt“ fühlt, hat das mit Ehe und Familie gar nichts zu tun. Auch ein nicht verheiratetes Paar führt keine Ehe (selbst im zivilrechtlichen Sinne nicht).

Zu welchem Chaos die in Kauf genommene Begriffsverwirrung um das Wort "Ehe" führt, erkennt man in der Zusammenfassung der Ergebnisse: „Aus diesen Gesprächen wurden Ergebnisse im Plenum zusammengefasst: Man dürfe auch die kinderreichen Familien nicht vergessen, die nach einem klassischen Rollenmodell leben; der Wunsch, dass in einem Wort der Bischöfe der Beitrag der Ehe zu einem gelingenden Leben gewürdigt wird; die Erwartung, dass Ortskirche und Gemeinden die Vielfalt von Familien bewusst wahrnehmen…“

Mit „klassischem Rollenmodell (das Wort "Rollenmodell" ist eine Erfindung der Gender-Doktrin!)“ meint man hier schlicht und ergreifend die eigentliche Familie. Der Zusatz „klassisch“ ist überflüssig. Doch die Tatsache, dass man dieses Adjektiv hinzufügt, zeigt, dass man in der DBK der Auffassung ist, neben dieser „klassischen“ Familie gäbe es noch weitere Formen. Deshalb heißt es gleich danach, man müsse die „Vielfalt“ von Familien wahrnehmen. Die DBK hat den Familienbegriff der SPD und der Grünen übernommen. Die DBK fühlt sich nicht mehr kräftig genug, den katholischen Begriff von Ehe und Familie in der modernen Gesellschaft zu prägen.

Was sagt Bischof Koch (inzwischen ernannter Erzbischof von Berlin) zu all dem? „Die Aufgabe der Kirche ist es, Menschen auf ihrem persönlichen Weg durch das Leben zu begleiten. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, muss die Kirche hören, verstehen, und sich selbstkritisch befragen."

Soll das etwa bedeuten, dass man die Lebensstile der Menschen einfach so akzeptieren soll? Soll man sich damit abfinden, dass die Menschen so leben, wie sie selbst es für richtig halten?

Die Aufgabe der Kirche ist, die Menschen auf den Weg des Evangeliums zu bringen, denn dieser Weg ist der einzige Weg zu Gott. Deshalb muss die Kirche versuchen, die Menschen aus der Sünde zu befreien, damit sie sich Gott öffnen. Wenn der „persönliche Weg“ falsch ist, also nicht dem Evangelium entspricht, muss die Kirche das klar sagen und erklären, wie man auf den einzig wahren Weg gelangt.

Bischof Koch sagte auch: „Wir müssen uns aber auch fragen, was das Sakrament und das kirchliche Verständnis von Ehe ist. Und das ist nur verständlich im Zusammenhang mit Fragen der Berufung und der Nachfolge.“ Es gebe keine Alternative zu einem Dialog, auch einem geistlichen Dialog, der nach der Synode nicht abbrechen dürfe: „Wir müssen weiter im Gespräch bleiben und weiter ringen, in guten Gesprächen und kontroversen Debatten“.

Was sollen diese Sätze? Das Sakrament der Ehe ist seit Jahrhunderten klar definiert. Ebenso das „kirchliche Verständnis der Ehe“. Bischof Koch sagt aber, man könne und müsse darüber diskutieren.

Damit weckt er Hoffnungen bei den linken und liberalen Katholiken, die er gar nicht erfüllen kann. Erstens: Die Kirche bzw. die Synode kann die Lehre über die Ehe nicht einfach so verändern. Sie hat gar nicht die Autorität dazu. Zweitens: Das können schon gar nicht die deutschen Bischöfe alleine machen, ohne sich von der katholischen Kirche auszuschließen.

Diesen Sachverhalt müsste der ernannte Erzbischof von Berlin wissen, doch er traut sich wohl nicht, den Leuten zu sagen, was Sache ist. Das wäre seine Aufgabe. Er will sich aber nicht angreifbar machen.

Bestätigt im Oktober die Synode die Lehre der Kirche über die Ehe, wird er seinem Publikum wohl erklären: „Tut mir leid, hab alles versucht, aber die anderen wollten eben nicht“. In seinem eigenen Bistum wird er wohl kaum etwas unternehmen, um die Erosion der Lehre über die Ehe beim Kirchenvolk zu stoppen.

Eingestellt von Mathias von Gersdorff um 15:28
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Labels: Ehe und Familie, Familiensynode
Kommentare:
Michael Krug hat gesagt…
V E R A N S T A L T U N G S T I P P:
Am 04.Juli 2015 findet eine
Hochinteressante Veranstaltung zum Thema:
Genderismus und Gender-Gaga

im mittelfränkischen Gunzenhausen statt:

http://ksbb-bayern.de/wordpress/studient...s-04-juli-2015/
21. Juni 2015 um 15:47:00 MESZ
Johannes hat gesagt…
Ich war heute auf der „Demo für alle“ in Stuttgart. Über 4000 Mitbürger engagierten sich für die Ehe als Verbindung von einem Mann und einer Frau und die ihnen geschenkten Kindern. Und sie protestierten energisch gegen jedweden Versuch, den Begriff der Ehe auf alle möglichen Partnerbeziehungen auszuweiten. Und Bischof Koch faselt davon, dass wir uns fragen müssen, was das kirchliche Verständnis von Ehe ist. Diese Einschleimerei bei der Homolobby ist einfach widerlich. Damit spuckt er allen für Ehe und Familie engagierten Christen ins Gesicht. Aber so wird man halt Erzbischof von Berlin.
21. Juni 2015 um 20:44:00 MESZ
http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de...z-erfindet.html



von esther10 01.09.2015 00:43

Sierra Leone erneut von Ebola betroffen

Salesianer Wagner: Heftige Kritik an UNO und "Ebola-Profiteuren" - Viele Hilfsgelder sind nicht angekommen

Freetown, 31.08.2015 (KAP) Die Jubelmeldung aus der Vorwoche, Sierra Leone sei endlich Ebola-frei, hat sich als voreilig erwiesen: Am Sonntag sei ein neuerlicher Infektionsfall gemeldet worden, berichtet das Hilfswerk "Jugend Eine Welt" am Montag. Sehr wahrscheinlich würde es sich dabei um ein "Überschwappen" des Virus aus der Nachbarregion Forecariah in Guinea auf den Distrikt Kambia in Sierra Leone handeln, erklärte Salesianerbruder Lothar Wagner in der Aussendung. Im Grenzgebiet gebe es regen Handel, doch fehle die länderübergreifende Zusammenarbeit sowie jenseits der Grenze die notwendige Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit.

Entwarnungen seien somit noch zu früh und erhöhte Aufmerksamkeit sowie konsequentes Handeln aller Beteiligten weiters geboten. "Die Anstrengungen, die Krankheit zu besiegen, dürfen nicht nachlassen!", forderte der Salesianerbruder, der sich mit seinem Ordensprojekt in der Hauptstadt Freetown um traumatisierte Ebola-Waisenkinder, Straßenkinder und jugendliche Gefangene kümmert und dabei u.a. von "Jugend Eine Welt" aus Österreich unterstützt wird.

Wagner übte gleichzeitig scharfe Kritik an der UNO und den "Ebola-Profiteuren", zumal Unsummen an ausgegebenen Hilfsgelder nie die hauptbetroffenen Menschen erreicht hätten. "Große Gewinner dieser Pandemie sind Autohersteller, Regierungsbeamte, Hoteliers und aus der ganzen Welt eingeflogene so genannte 'Protection Officers' mit horrenden Gehältern", so der Ordensmann.

Hilfe sei jedoch nach wie vor überaus nötig, betonte Wagner. Hunderte von Ebola-Überlebenden würden als Folge ihrer Erkrankung an Haarausfall, Schmerzen in der Brust, extremer Müdigkeit und Sehstörungen leiden - sogar Erblindungen kämen vor. Zahlreiche Familien seien durch die Ebola-Krise verarmt und könnten sich das Schulgeld für ihre Kinder nicht mehr leisten, zudem seien angekündigte Hilfsgelder bei den Schülern nie angekommen.

Als "PR-Aktion" bezeichnete Wagner die UNICEF-Ankündigung, 1,9 Millionen gefüllte Schulrucksäcke mit Lernmaterialien an alle Schüler zu verteilen: "Das waren am Ende Plastiktüten mit einem dicken Unicef-Logo und ein paar Schreibheften drin. Diese Hilfsmaßnahme war für mich symptomatisch für viele andere Aktivitäten: Es geht nicht um nachhaltige Entwicklungshilfe, sondern um große Zahlen und PR!"

(Spendeninformation: Spendenkonto Jugend Eine Welt, Stichwort "Don Bosco Fambul", Raiffeisen Landesbank Tirol, IBAN: AT66 3600 0000 0002 4000, BIC/SWIFT: RZTIAT22 bzw. Online spenden auf www.jugendeinewelt.at)



Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/72099.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.

von esther10 01.09.2015 00:42

"Deutschland, Deutschland"-Rufe
Flüchtlinge in Budapest fordern Weiterreise
01.09.2015, 11:33 Uhr | rtr, dpa, AFP

http://www.gmx.net/magazine/politik/zueg...bayern-30887894...
http://www.gmx.net/magazine/politik/erst...tlinge-30887740


Vor dem Ostbahnhof in Budapest schwenken Flüchtlinge ihre Fahrscheine. Sie wollen endlich weiterreisen. (Quelle: Reuters)

Immer noch warten Hunderte Flüchtlinge in Budapest auf eine Chance, nach Deutschland und Österreich zu gelangen. Sie stehen ausgesperrt vor dem Ostbahnhof, schwenken Fahrscheine, klatschen, buhen und skandieren "Deutschland, Deutschland!".

Zuvor hatte die Regierung den völlig überfüllten Bahnhof geschlossen und mit einem starken Polizeiaufgebot abgeschirmt. Alle Passagiere wurden aufgefordert, das Bahnhofsgelände zu verlassen. Hunderte Polizisten geleiteten die Menschen nach draußen. Am Morgen hatte die Polizei wieder Bahnsteig-Kontrollen durchgeführt und keine Flüchtlinge mehr in die internationalen Züge gelassen. Wenig später wurde der Bahnhof ganz dichtgemacht.

Ein Regierungssprecher begründete diese Maßnahmen mit der Umsetzung von EU-Recht. Dieses verlange, dass jeder Bürger aus einem Drittstaat sich nur mit einem gültigen Pass und einem Schengen-Visum frei in der EU bewegen könne, sagte der Sprecher.

Züge fahren wieder - aber ohne Migranten

Mittlerweile wurde der Keleti-Bahnhof wieder für den Zugverkehr freigegeben. Die davor wartenden Migranten dürfen aber nicht in das Gebäude, meldet die Nachrichtenagentur MTI. In der sogenannten "Transitzone" neben dem Ostbahnhof halten sich nach Angaben von Helfern und Aktivisten derzeit 1500 bis 2000 Flüchtlinge auf, die auf die Möglichkeit einer Weiterreise nach Deutschland warten.

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) kritisiert die Flüchtlingszüge aus Ungarn nach Deutschland. "Es ist unverantwortlich, Dublin nicht wahrzunehmen im Sinne, die Registrierung einfach auszusetzen", sagt er.

München erwartet Hunderte weitere Flüchtlinge

In der Nacht waren alleine in München fast 2000 Asylsuchende angekommen, die am Montag in Budapest gestartet waren. Nach Angaben der Bundespolizei waren in zwei Zügen insgesamt rund 3600 in Rosenheim angelangt. Weitere 1000 würden im Laufe des Tages in München erwartet.

Ungarn hatte am Vortag überraschend die Polizei vom Ostbahnhof in Budapest abgezogen und die davor kampierenden Flüchtlingen nicht mehr daran gehindert, Fahrscheine zu kaufen und in Züge Richtung Deutschland zu steigen. Normalerweise gibt es Bahnsteigkontrolle. Die Polizei soll so Reisende ohne gültiges Visum für Österreich oder Deutschland daran hindern, internationale Züge zu besteigen.

Auch in Tschechien wurden in der Nacht zum Dienstag und am frühen Morgen mehr als 200 Flüchtlinge aufgegriffen, die in Zügen aus Österreich und Ungarn nach Deutschland gelangen wollten. Darunter seien auch 61 Kinder gewesen, sagte eine Polizeisprecherin. Die Migranten seien vorübergehend in Turnhallen der Städte Breclav und Hodonin untergekommen, bevor sie in Erstaufnahmelager gebracht werden. Die weit überwiegende Zahl der Flüchtlinge stammte aus Syrien.

EU-Kommission ermahnt Ungarn

Nach Angaben der Hilfsorganisation Migration Aid saßen bisher auf Budapester Bahnhöfen rund 2000 Asylbewerber fest. Das offenbar überforderte Einwanderungsamt konnte ihnen keine Lager mehr zuweisen. Nach der Dublin-Verordnung ist derjenige Mitgliedstaat für das Verfahren eines Asylbewerbers zuständig, in dem dieser erstmals europäischen Boden betreten hat. Die EU-Kommission ermahnte Ungarn, europäisches Recht einzuhalten und alle ankommenden Flüchtlinge mit Fingerabdrücken zu registrieren.

Ein Großteil der Flüchtlinge kommt aus den Kriegsgebieten Syriens, Nordiraks und aus Diktaturen wie Eritrea. Rund 40 Prozent stammen aber auch vom Balkan und haben wenig Chancen auf ein Bleiberecht.

Erstes Zentrum für Balkan-Flüchtlinge

Speziell für sie eröffnet Bayern an diesem Dienstag das bundesweit erste Aufnahmezentrum für Balkan-Flüchtlinge. In einer ehemaligen Kaserne am Rand von Manching bei Ingolstadt werden künftig 500 Flüchtlinge aus Südosteuropa untergebracht. Durch enge Zusammenarbeit der Behörden sollen die Verfahren deutlich schneller als bisher abgewickelt werden. Ziel ist es, abgelehnte Asylbewerber so schnell wie möglich wieder in ihre Heimat zurückzuschicken.
http://www.t-online.de/nachrichten/ausla...eiterreise.html
http://www.t-online.de/nachrichten/deuts...s-budapest.html
http://www.t-online.de/themen/deutschland

von esther10 01.09.2015 00:39


Wirtschaft
Rettungspaket26

IWF fordert Schuldenschnitt für Griechenland


Brennende Euro-Geldscheine: Der IWF fordert den Schuldenschnitt Foto: picture alliance / Hans Ringhofer / picturedesk.com

ATHEN. Der Internationale Währungsfond hat einen neuen Schuldenschnitt für Griechenland gefordert. Erst wenn sich die Europäer darauf einigen würden, könne der Fond entscheiden, ob er sich an weiteren Krediten für Athen beteilige. Sie freue sich „auf die Entscheidungen der europäischen Partner Griechenlands über einen Schuldenerlaß, der die griechischen Schulden nachhaltiger machen wird“, sagte IWF-Vertreterin Delia Velculescu laut Nachrichtenagentur dpa am Ende ihres Griechenlandbesuchs.

Damit steckt Deutschland in der Zwickmühle. Bisher hat die Bundesregierung die Bewilligung neuer Hilfskredite von einer Zusage des IWF abhängig gemacht, sich gleichfalls zu beteiligen. Gleichzeitig hat Deutschland bisher aber einen weiteren Schuldennachlaß für Griechenland ausgeschlossen. „Da sage ich noch einmal in aller Klarheit: Der IWF ist für meine Fraktion Bedingung, daß er dabei ist“, versprach der Fraktionsvorsitzende der Unionsparteien, Volker Kauder (CDU), in einer Sendung der ARD.

„Das ist die Hürde, über die wir zu springen haben“

Kauders Stellvertreter, Michael Fuchs (CDU), bekräftigte diese Position am Freitag gegenüber dem Deutschlandfunk. Eine IWF-Beteiligung sei unabdingbar, hierin herrsche in der Regierung kein Dissens, betonte Fuchs. „Das ist die zentrale Hürde, über die wir zu springen haben, die die Kanzlerin genauso aufgestellt hat, wie Volker Kauder, und die wir alle als auch unabdingbar betrachten.“ Ohne diese Beteiligung werde Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) „wohl heute nicht zustimmen“.

Griechenland hat in einer nächtlichen Sitzung zu Freitag das Reformprogramm mit 222 zu 64 Stimmen angenommen, welches die Gläubiger zur Bedingung für das dritte Paket mit Hilfskrediten gemacht hatten. Dabei war Ministerpräsident Alexis Tsipras auf Stimmen der Opposition angewiesen, da 32 Abgeordnete seiner eigenen Partei Syriza gegen das Programm stimmten. Auch die elf Abgeordnete, die sich ihrer Stimme enthielten, kamen aus dem Lager der Regierungspartei. (FA)

von esther10 01.09.2015 00:35

Papst: Wer nur die Regeln befolgt, ist noch kein Christ

Nach Meinung von Papst Franziskus machen ein häufiger Gottesdienstbesuch und ein nur auf Regeln bezogener Glaube noch längst keinen guten Christen aus.

Vatikanstadt (KNA) Papst Franziskus hat vor einem oberflächlichen, nur auf Regeln bezogenen Glauben gewarnt. Dieser bringe in der Kirche "Heuchler" hervor, sagte er bei seinem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Manche Katholiken befolgten zwar die Regeln der Kirche und besuchten oft den Gottesdienst. In ihrem Innern fehle es aber an Barmherzigkeit und echter Gottesliebe. Sie redeten etwa schlecht über andere oder vernachlässigten die Familie. Wahres Christsein zeigt sich nach den Worten des Papstes nicht an der äußeren Haltung, sondern beginnt im Herzen.

Franziskus bezog sich bei seinen Ausführungen auf eine Stelle im Markusevangelium, worin Jesus mit Schriftgelehrten diskutiert und die oberflächliche Befolgung von Glaubensregeln verwirft.

von esther10 01.09.2015 00:35

Völkerwanderung: Eine große Chance für die Kirche



Christen sollten sich der großen Zahl einwandernder Muslime annehmen. Bericht von Uwe Siemon-Netto für idea

http://www.t-online.de/themen/fluechtlingswelle

Halten wir gleich fest, dass Gott der Herr der Geschichte ist. Somit fällt auch die neue Völkerwanderung – wie ihre Vorgängerin vor anderthalb Jahrtausenden – in seinen Zuständigkeitsbereich. Wir dürfen stolz darauf sein, dass Restbestände christlicher Werte zwei Drittel der Deutschen dazu bewegen, die Flüchtlinge aus Nahost und Afrika willkommen zu heißen. Es ist gut, dass viele Hunderttausend Deutsche ihnen helfen und dass die Kirchen ihre Mitglieder an ihre Pflicht zur Nächstenliebe erinnern. Mögen auch viele Deutsche vom Glauben abgefallen sein, so zeigt doch dieses noch christlich geprägte Deutschland das wahre Gesicht unserer Nation – nicht Heidenau.

Ist sich die Kirche der großen Chance bewusst?

Gott ist der Herr der Geschichte: Ist sich die Kirche dessen überhaupt noch bewusst? Sie hat recht, wenn sie Nächstenliebe anmahnt. Aber erfasst sie die riesengroße Chance, die ihr Gott mit diesem gewaltigen Zustrom von Menschen gibt, die oft Muslime sind, sich aber vor der Gewalt islamistischer Massenmörder und Vergewaltiger ins Abendland retten? Erkennt die Kirche ihre Pflicht, diese Flüchtlinge – natürlich unaufdringlich – auf unseren ganz anderen Gott hinzuweisen, der niemanden dazu aufruft, Köpfe abzuschneiden, sondern sich für uns ans Kreuz nageln lässt? Diese Fragen muss sich gerade die EKD stellen lassen, die sich zu oft in politisch-korrektem Kitsch ergeht, statt treu den Missionsbefehl des auferstandenen Christus im eigenen Lande zu erfüllen: „Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28,19–20). Die kleine Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) erfährt jede Woche, wie groß der Durst von Muslimen nach diesem wahren Gott ist; SELK-Gemeinden in Berlin, Leipzig und anderswo taufen unaufhörlich Perser und Afghanen. Das Gleiche höre ich von einem katholischen Bischof, der anonym jeden Monat höchstpersönlich an 50 Ex-Muslimen das vollzieht, was Jesus uns allen am Ende des Matthäus-Evangeliums aufgetragen hat. Die Berliner Diakonisse Rosemarie Götz und etliche landes- und freikirchliche Geistliche tun desgleichen.

Und was macht die EKD?

Aber was ist mit den hoch dotierten EKD-Granden? Sind sie zu glaubensschwach, die ihnen zugedachte Rolle in Gottes Plan hinter dem sich heute entfaltenden Flüchtlingsdrama auch nur zu erahnen? Sie setzen sich wie die Leipziger Thomasgemeinde – ausgerechnet diese! – für den Bau von Moscheen ein, lassen Korantexte in christlichen Gotteshäusern verlesen und stiften Kronleuchter für islamische Gebetsstätten, in denen Christus geleugnet wird. Damit ignorieren sie die Bibel und die Geschichte des Abendlandes, das Jahrhunderte nach dem Einfall der Hunnen in Ostmitteleuropa in den Jahren 375–376 eine einzigartige Blüte erlebte, von deren Früchten wir heute noch zehren – und zwar in einem solchen Maße, dass es jetzt Millionen Flüchtlinge aus dem Morgenland anlockt.

Wo wart ihr, als ich die dürstenden Menschen schickte?

Zweitens aber ist Gott nicht nur der Herr der Geschichte, sondern auch ihr Richter. Auch die höchsten Talarträger werden dereinst vor seinem Thron stehen und sich fragen lassen müssen: Wo wart ihr, als ich euch diese Massen nach mir dürstender Menschen aus dem Morgenland schickte, auf dass sie nicht nur liebevoll aufgenommen würden, sondern auch mein Wort hörten? Wie konntet ihr euch unterstehen, meinen Missionsbefehl zu missachten?

http://www.ead.de/nachrichten/nachrichte...die-kirche.html

(Der Autor, der Journalist und Theologe Uwe Siemon-Netto, ist Gründer des Zentrums für Lutherische Theologie und Öffent­liches Leben in Capistrano Beach (Kalifornien/USA).)
http://www.kbwn.de/html/vatikan.html
11.04.2015, 18.30 Uhr: Ergänzt um Informationen zum Gottesdienst



von esther10 01.09.2015 00:18

01.09.2015

Umgang mit syrischen Flüchtlingen im Kirchenasyl bleibt unklar
Fehlende Ansage


Kirchenasyl, dpa

Nach Einschätzung von Experten ist die Situation syrischer Flüchtlinge im Kirchenasyl weiter unklar. Es sei nicht vorauszusagen, wie in diesen Fällen verfahren werde, sagte Stefan Keßler vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) Deutschland.

Flüchtlinge in Europa
http://liveblog.t-online.de/Event/Fluchtlinge_in_Europa

"Wir bemühen uns derzeit gemeinsam mit den Katholischen Büros um eine Klärung und hoffen, dass das Bundesamt bald eine klare Aussage trifft", sagte Keßler am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

In der vergangenen Woche hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) das Dublin-Verfahren für Flüchtlinge aus Syrien ausgesetzt. Nach der Dublin-III-Verordnung müssen Flüchtlinge in dem EU-Land Asyl beantragen, in welchem sie erstmals registriert wurden.

70 Syrer in Kirchenasyl

Nach aktuellen Zahlen der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft "Asyl in der Kirche" (BAG) sind bundesweit in 70 Kirchenasylen syrische Flüchtlinge. In Deutschland sind aktuell 293 Fälle von Kirchenasyl mit 454 Menschen bekannt.

In einigen Gerichtsverfahren gibt es laut Flüchtlingsdienst bereits Vergleichsangebote des Bundesamtes. Das BAMF habe vorgeschlagen, das sogenannte Selbsteintrittsrecht auszuüben. Das heißt, dass Deutschland das Asylverfahren durchführe und den Dublin-Bescheid aufhebe. Bedingung sei, dass das Gerichtsverfahren für erledigt erklärt werde.

Leitlinie des Migrationsamt bleibt ungenau

Die Bundesarbeitsgemeinschaft hatte zuletzt Hoffnung für Syrer in Kirchenasylen geäußert. Sie gehe davon aus, dass die Kirchenasyle schnell aufgelöst werden könnten, sagte die Vorsitzende Dietlind Jochims in Berlin. Die bestehende Leitlinie des BAMF bleibe jedoch ungenau.

Zudem forderte die Organisation eine Aussetzung von "Dublin-Überstellungen" auch für Menschen aus anderen Ländern. "Niemand sollte im Rahmen einer europäischen Verordnung in menschenunwürdige Verhältnisse abgeschoben werden."

Laut BAMF gab es bis Ende Juli 131 Überstellungen von Syrern im Rahmen der Dublin-III-Verordnung. Festgesetzte Überstellungstermine in ein anderes EU-Land würden in der Regel nicht gestoppt; auch behalte sich das Bundesamt vor, "in besonders gelagerten Einzelfällen die Dublin-Verordnung auch künftig zur Anwendung zu bringen".

(KNA)

von esther10 01.09.2015 00:11

Dienstag, 1. September 2015
Rot-Grünes Prostitutionsgesetz von 2002 ist eine Schande



Mathias von Gersdorff

Das rot-grüne Prostitutionsgesetz bleibt kontrovers, auch nach den kosmetischen Änderungen, die Bundesfamilienministerin Manuala Schwesig veranlasst hat. Eine Forsa-Umfrage für das Magazin STERN hat nun ergeben, dass 78 Prozent der Deutschen gegen Prostitution sind. 59 Prozent fordern sogar Strafen für Zuhälter, 19 Prozent ein Totalverbot. Aus diesem Anlass poste ich meine Kolumne in der Jungen Freiheit vom 12 November 2013.

„Eine Welt ohne Prostitution ist denkbar.“ Unter diesem Motto sammelte die feministische Zeitschrift Emma und ihre Herausgeberin Alice Schwarzer Unterschriften für einen Appell gegen Prostitution. Schwerwiegendste Forderung ist die Bestrafung der Freier.

Bewusst wurde die Aktion nach der Bundestagswahl 2013 begonnen: Die EU verlangt seit geraumer Zeit ein härteres Vorgehen gegen Menschenhandel. Eigentlich sollten die Mitgliedsländer Maßnahmen bis zum 6. April 2013 ergreifen, doch Deutschland hat nichts unternommen. Deutschland gilt als wichtiges Umschlagland für Frauenhandel. Mit dem Appell will Alice Schwarzer die Koalitionsverhandlungen in ihrem Sinn beeinflussen, denn für sie ist Prostitution ohne Menschenhandel und Sklaverei nicht denkbar. Indem sie Prostitution und Menschenhandel verbindet, gewinnt ihr Ansinnen an Glaubwürdigkeit hinsichtlich der Durchführbarkeit.

In der Tat hat die Union schon Bereitschaft signalisiert, Prostitution einzuschränken. Schwarzer sieht Prostituierte als Opfer von Zwang und Gewalt. Sie stecken in einer kriminellen Struktur, aus der sie nicht entkommen. Das Prostitutionsgesetz der rot-grünen Bundesregierung (ProstG) aus dem Jahr 2002 hätte die kriminellen Strukturen geschützt. Schwarzer behauptete in einem Interview mit der Welt vom 3. November 2013, das Gesetz sei von Anbeginn an für Zuhälter und Menschenhändler gemacht worden. Opfer des ganzen seien die Frauen.

„Sex gegen den Willen der Beteiligten ist Vergewaltigung“

Schwarzers Appell erhielt Unterstützung aus ganz unterschiedlichen Ecken. Neben Wolfgang Niedecken und Reinhard Mey finden sich auch Leute wie Maria Böhmer (Vorsitzende der Frauenunion), Heiner Geißler, Rita Süssmuth, Charlotte Knobloch, Femen Deutschland. Besonders wichtig ist die Unterstützung durch Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen und ehemaliger Justizminister Niedersachsens.

Kritik erntet Alice Schwarzer vor allem von links. Die Grünen und etliche linksorientierte Organisationen meinen, man dürfe Prostitution und Menschenhandel nicht vermengen. Unglaublich, aber wahr, als Reaktion auf Schwarzers Aktion gibt es vom „Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen“ nun auch einen Appell für Prostitution. Allen Ernstes wird da behautet: „Prostitution ist eine berufliche Tätigkeit, bei der sexuelle Dienstleistungen gegen Entgelt angeboten werden. Ein solches Geschäft beruht auf Freiwilligkeit. Gibt es keine Einwilligung zu sexuellen Handlungen, so handelt es sich nicht um Prostitution. Denn Sex gegen den Willen der Beteiligten ist Vergewaltigung.“ Unter den Unterstützern finden sich besonders viele Grüne und Politiker der Linkspartei.

Dieser Appell ging von der Überzeugung aus, die Prostitution sei nicht nur normal und ein legitimer Broterwerb, sondern ein Akt der Befreiung und der weiblichen Selbstbestimmung. Heute klingt das zwar grotesk und wie eine blanke Verhöhnung der Frauen, doch in den Talkshows Ende der zweiten Hälfte der 1990er à la Arabella oder Hans Meiser war das eine gern vertretene These.

Hinsichtlich Prostitution argumentiert Schwarzer analog zur Pädophilie. Sie war gegen sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern, weil der Erwachsene die Situation völlig dominiert und seine Macht problemlos über das Kind ausüben kann. Dasselbe gilt für die Beziehung zwischen Freier bzw. Zuhälter und Prostituierter.

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass sich für Alice Schwarzer die Frau grundsätzlich in einer „Inferiorität“ befindet. In der Beziehung zwischen Mann und Frau, wie auch immer sie geartet ist, wird letztere unterdrückt. Im 1984 geschriebenen Vorwort zur Taschenbuchausgabe ihres bekanntesten Buches „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ schrieb sie: „Im Namen der Liebe haben sie [Frauen] kein Recht auf eigene Existenz und Unabhängigkeit, sind sie die Freundin/Frau/Mutter von, sind sie Objekt statt Subjekt, bescheiden sie sich mit einem Platz am Rand der (Männer-)Welt.“ Die Frau müsse von dem „staatlichen Zwang zur Mutterschaft“ befreit werden. Deshalb sollte die Abtreibung eingeführt werden, so Schwarzer.

Im gegenwärtigen Kampf gegen die Prostitution verwendet Alice Schwarzer eine etwas gemäßigtere Sprache. Vor allem argumentiert sie sehr faktenreich. Aus diesem Grund erntet sie nicht ungerechtfertigte Sympathien auch im christlich-konservativen Lager, während man bei den Verteidigern der Prostitution wieder die altbekannten ideologischen Scheuklappen erkennt, die schon zur Forderung nach einer Entkriminalisierung der Pädophilie geführt haben.

Prostitution ist grundsätzlich unsittlich

Dennoch darf man nicht blind für die Defizite von Schwarzers Argumentation sein. Sie argumentiert auf der Grundlage eines falschen und radikalegalitären Verständnisses von Macht und Herrschaft. Christliche Moral und Sittlichkeit spielen für sie keine Rolle. Sie schreibt in Emma von November/Dezember 2013: „Prostitution muß endlich geächtet werden! Und zwar nicht aus Gründen der wie auch immer verstandenen „guten Sitten“, sondern aus Gründen der Menschlichkeit“.

Aus christlicher Sicht ist aber Prostitution grundsätzlich falsch und nicht erst dann, wenn die Frau unterdrückt wird. Prostitution ist von Natur aus unsittlich und muß vom Gesetzgeber auch so behandelt werden. Das Prostitutionsgesetz gehörte zu den gesellschaftspolitischen Vorhaben der rot-grünen Regierung. Sie wollten der Prostitution denselben Rang geben wie anständige bürgerliche Berufe. Das Gesetz ist ein direkter Angriff auf die bürgerlichen Tugenden und auf die christlichen Wurzeln Deutschlands und muß deshalb rückgängig gemacht werden.
http://kultur-und-medien-online.blogspot...z-von-2002.html



von esther10 01.09.2015 00:08

Heiliges Jahr: Alle Priester dürfen von Abtreibung lossprechen


Die Wichtigkeit der Beichte: Papst Franziskus geht mit Beispiel voran - ANSA

01/09/2015 11:55SHARE:
Alle Priester der katholischen Kirche dürfen während des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit von der Sünde der Abtreibung lossprechen. Das bestimmt Papst Franziskus in einem Brief, in dem er einiges zur Praxis von Beichte und Ablass während des im Dezember beginnenden Jubiläumsjahres festlegt. Normalerweise ist diese Lossprechung Bischöfen vorbehalten sowie jenen Priestern vorbehalten, die von ihnen den Auftrag dazu bekommen.

Ausführlich schreibt der Papst über die verschiedenen Gründe, die zu einer Abtreibung führen können, beginnend vom Verlust der Sensibilität für die Annahme neuen Lebens bis zum Druck, der etwa durch Flucht und Vertreibung entsteht.

„Ich weiß, dass dies eine existentielle und moralische Tragödie ist. Ich bin sehr vielen Frauen begegnet, die in ihrem Herzen die Narben dieser leidvollen und schmerzhaften Entscheidung trugen,“ so der Brief. Die Vergebung Gottes könne aber Menschen, die „mit ehrlichem und aufrichtigem Herzen das Sakrament der Versöhnung“ empfangen wollten, nicht versagt werden. Deswegen habe er „ungeachtet gegenteiliger Bestimmungen“ entschieden, dass alle Priester die Lossprechung für die Sünde der Abtreibung geben können.

Ablass und Vergebung

In dem Brief, der an den Organisator des Heiligen Jahres, Erzbischof Rino Fisichella, gerichtet ist, erläutert der Papst ausführlich genauere Regeln, die um die Frage von Vergebung und Erlass von Sündenstrafen, also den Ablass, kreisen. Es sei sein Wunsch, dass das Heilige Jahr eine „lebendige Erfahrung der Nähe des Vaters“ werde, um „seine Zärtlichkeit gleichsam mit Händen greifen zu können“, so der Papst in dem Brief.

Papst Franziskus regelt in dem Schreiben auch die Frage der Ablässe, also des Erlasses der Strafen für begangene Sünden, die traditioneller Weise mit dem Heiligen Jahr verbunden sind. Er betont, dass die Sakramente der Beichte und der Eucharistie eine besondere Rolle bei diesen Ablässen spielen und schließt ausdrücklich das Gebet für sich und seine Anliegen in die Feiern dieser Sakramente ein. Außerdem legt er fest, dass diese Feiern nicht nur in Rom, sondern an allen dazu eingerichteten so genannten „Heiligen Pforten“, in Bischofskirchen und Wallfahrtsorten, gefeiert werden können.

Der Papst denkt aber auch an diejenigen, die nicht selber an die Orte der Feiern gelangen können, so etwa an alte Menschen, Kranke und Gefangene. Auch sie können durch Gebet an der besonderen Gnade des Heiligen Jahres teilhaben,

für Gefängnisinsassen gilt das „jedes Mal, wenn sie durch die Tür ihrer Zelle gehen und dabei ihre Gedanken und ihr Gebet an Gottvater richten. Möge diese Geste für sie den Durchgang durch die Heilige Pforte bedeuten“, so der Brief wörtlich. Einmal mehr ermuntert der Papst zu den leiblichen und den geistlichen Werken der Barmherzigkeit.

Beichte bei der Piusbruderschaft

Abschließend geht der Papst auf die Sakramente ein, die in der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. gefeiert werden. Die Priester dieser schismatisch orientierten Gemeinschaft sind aus kirchenrechtlicher Sicht unerlaubt geweiht. Daher galt bisher die Empfehlung an katholische Gläubige, dort nicht zu den Sakramenten wie etwa zur Beichte zu gehen. Diese Empfehlung hebt Papst Franziskus nun in seinem Brief auf:

Während des Heiligen Jahres darf man „gültig und erlaubt“ - wie das Kirchenrecht sagt - die Lossprechung in der Beichte auch bei der Piusbruderschaft empfangen.

Der Grund: „Dieses Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit schließt niemanden aus“, so der Papst.
http://de.radiovaticana.va/news/2015/09/...prechen/1168793
(rv 01.09.2015 ord)
http://www.kbwn.de/html/vatikan.html

http://www.ncregister.com/daily-news/yea...-sin-of-aborti/


von esther10 01.09.2015 00:01

Wie Australien Flüchtlinge peinigt
"Wir behandeln Menschen mit unglaublicher Grausamkeit"
31.08.2015, 10:06 Uhr | Von Christiane Oelrich, dpa


Verantwortung für Menschen ausgelagert": Der Inselstaat Nauru unterhält Flüchtlingslager für Australien. (Quelle: AFP)

Von Vergewaltigungen ist die Rede. Von Waterboarding. Völlig verstörte Kinder haben jeglichen Lebensmut verloren. Australien ist für seine extrem harte Linie gegen Flüchtlinge bekannt. Aber was Zeugen von dem Internierungslager auf Nauru berichten, scheint für einen aufgeklärten Staat unvorstellbar. Zwei Professoren sprechen von "Australien und seinen Gulags".

Alanna Maycocks Stimme bebt, wenn sie an ihren Besuch im australischen Internierungslager für Flüchtlinge auf der Insel Nauru zurückdenkt. "Die Menschen werden dort nicht beim Namen, sondern nach ihrer Nummer aufgerufen - zu viele Mohammeds, sagt ein Aufseher. Die Leute werden dort nicht wie Menschen behandelt", sagt die Kinderkrankenschwester aus Sydney. "Wir haben ein sechsjähriges Mädchen mit Würgemalen am Hals gesehen - sie hatte versucht, sich mit einem Plastikkabel umzubringen."

Die Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Kellie Tranter ist so entsetzt, dass sie von "Australiens Abu-Ghoreib-Moment" spricht - in Anlehnung an den Folterskandal in einem Gefängnis im Irak, wo US-Soldaten Gefangene quälten. Er kam 2004 ans Licht.

"Sie haben Wasser gespuckt"

Der Wachmann John Nichols sprach vor einem Parlamentsausschuss sogar von "Waterboarding", simuliertem Ertränken, im Lager auf Nauru. Diese Foltermethode wandte der US-Geheimdienst CIA unter der Regierung von George W. Bush an. Er sei nicht selbst dabei gewesen, räumte Nichols ein, aber er habe die pitschnassen Flüchtlinge aus einem Zelt mit Wachen kommen sehen: "Sie haben Wasser gespuckt." Er habe auch angekettete Gefangene gesehen. Maycock sah nach eigenen Angaben, wie ein Mann geschlagen wurde.

Der Kinderarzt David Isaacs ringt im Fernsehen mit den Tränen, als er über die Zustände auf Nauru spricht. "Nach fünf Tagen bin ich mit Alpträumen zurückgekehrt", sagt er. "Wir behandeln diese Menschen mit unglaublicher Grausamkeit. Unsere Regierung misshandelt die Kinder in unserem Namen." Frauen hätten von Vergewaltigungen berichtet.

Regierung bezahlt bitterarme Nachbarländer

Was ist da los? Seit Jahren lässt Australien Asylbewerber, die mit Flüchtlingsbooten kommen, nicht ins Land. Stattdessen bezahlt die Regierung bitterarme Nachbarländer dafür, Internierungslager für sie zu unterhalten.

Die konservative Regierung hat ihre harte Politik noch einmal verschärft: Die Marine zwingt nun alle Boote zur Umkehr. Beamte dürfen nicht mehr Asylsuchende sagen, sondern müssen von "illegalen Ankömmlingen" sprechen. Entsprechend werden die Leute hinter Stacheldraht gehalten. Die Zustände in den Lagern sollen sich in den Ländern, aus denen Flüchtlinge kommen - Afghanistan, Irak, Myanmar - durchaus als Abschreckung herumsprechen.

Regierung versucht, Maulkörbe zu verhängen

Kann ein aufgeklärtes Land wie Australien sich so eine Politik leisten? Viele Australier meinen: nein. "Ich muss den Mund aufmachen, ich habe das Gefühl, ich bin die einzige Stimme, die diese Kinder haben", sagt Kinderkrankenschwester Maycock.

Auch wenn die Regierung versuche, Besuchern von Nauru einen Maulkorb zu verhängen. Unter Strafandrohung darf niemand ohne Genehmigung über die Zustände berichten. 40 Ärztinnen, Pfleger, Lehrerinnen und Sozialarbeiter schreiben in einem Protestbrief: "Es ist ethisch nicht vertretbar, bei Kindesmissbrauch und schweren Menschenrechtsverletzungen einfach nur zuzusehen."

"Nehmt die Kinder mit"

Auch die australische Menschenrechtskommission hat die Situation in mehreren Internierungslagern drastisch beschrieben. In ihrem Bericht "Die vergessenen Kinder" zitiert sie einen 17-Jährigen in einem Lager auf der Weihnachtsinsel: "Ich habe keine Hoffnung mehr. Ich fühle, dass ich in Gefangenschaft sterben werde."

Eine Mutter von drei Kindern fleht Besucher an "Nehmt die Kinder mit. Uns könnt ihr hierbehalten. Sie weinen den ganzen Tag. Die Traurigkeit quält sie." "Es ist wie Gefängnis. Ich habe nur noch Gott", sagte eine 17-Jährige.

Die Professoren Suvendrini Perera und Joseph Pugliese sprechen von "Australien und seinen pazifischen Gulags". Außer in Nauru gibt es noch Lager auf der weit abgelegenen, aber zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel und auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea.

Die Regierung habe ihre Verantwortung für die Menschen ausgelagert und lasse Gewalt gegen Menschen zu, die sich nichts hätten zu Schulden kommen lassen. Der Ruf der USA, die sich als gerechte Nation mit ethnischen Grundsätzen sähen, sei durch die Folterenthüllungen schwer geschädigt worden. "Australien ist auf demselben Weg", meinten sie.

Einwanderungsminister bestreitet alles

Folter und Missbrauch? "Nonsens - Quatsch", sagt Einwanderungsminister Peter Dutton. "Ich habe keine Beweise gesehen, keinen auch noch so kleinen Hinweis auf solche Aktivitäten." Den Ausschuss tat er als "Känguru-Gericht" der Opposition ab.
http://www.t-online.de/nachrichten/panor...ausamkeit-.html

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"Dieser Ort ist die Hölle"


Immigranten, die nach Australien wollen, werden von Sicherheitsbehörden abgefangen und in das Auffanglager auf den Weihnachtsinseln gebracht. Dort herrschen einem nun vorgelegten Bericht zufolge schlimme Zustände. (Quelle: dpa)

Grausame Zustände in Australiens Flüchtlingslagern
24.03.2014, 16:53 Uhr | are, AFP

n Australiens Flüchtlingslagern herrschen offenbar grausame Zustände. Kinder beschreiben die Auffanglager, die sich auf Inseln weit weg vom australischen Festland befinden, als "Hölle". Menschenrechtler haben nun das Leiden von Asylbewerbern in einem Bericht dokumentiert, der Anlass zur Sorge gibt.

us dem Bericht der australischen Menschenrechtskommission geht hervor, dass die Zustände in dem Hauptauffanglager auf der Weihnachtsinsel bei den dort untergebrachten Kindern zu schweren psychischen Störungen und Entwicklungsverzögerungen führen.

Die Insel, die trotz der großen Entfernung zum Festland zu Australien gehört, liegt rund 300 Kilometer südlich der indonesischen Hauptstand Jakarta.

Auf der entlegenen Insel werden Flüchtlinge aus Indonesien und Papua-Neuguinea, die in Booten über Wege im Indischen Ozean nach Australien gelangen wollen, aber von den australischen Sicherheitsbehörden frühzeitig abgefangen werden, vorerst untergebracht. Auch Menschen aus Afghanistan und aus anderen Teilen Südostasiens versuchen, auf diesem Wege der Armut zu entfliehen, und landen in dem Auffanglager.

Grausame Zustände in Auffanglager verstören Kinder

Die meisten Kinder in den Lagern seien dort sechs bis acht Monate untergebracht, schreibt die Kommission in ihrem Bericht. Teils würden sie ihre Betten einnässen, ihre Köpfe gegen Wände schlagen oder sich selber beißen und kratzen.

Kommissionspräsidentin Gillian Triggs sagt, die meisten Kinder seien bei ihrem Besuch in dem Lager auf der Weihnachtsinsel sichtlich verstört gewesen. Sie hätten gesagt, "dieser Ort ist die Hölle", und hätten um Hilfe gebeten, dort wegzukommen.

Andere hätten beklagt, dass es "keine Schule, nichts zum Spielen und nichts zu tun" gebe. Viele beschrieben zudem ihre Not, in einem Lager mit Erwachsenen leben zu müssen, die vielfach traurig und wütend seien und sich teilweise selbst verletzen würden.

Kinder fühlen sich wie im Gefängnis

"Die Kinder hören auf zu reden", sagte Triggs dem australischen Rundfunksender ABC. Oft würden sie auf Bildern Gefängnisse zeichnen. Untereinander würden sie sich vielfach nicht mit ihren Namen, sondern mit ihren Nummern ansprechen.

Insgesamt fühlten sich die Asylbewerber vergessen und litten unter der Ungewissheit, wann sie weiter zu den Aufnahmelagern gebracht würden, sagte Triggs.

Flüchtlinge werden weit weg untergebracht

Gemäß der umstrittenen australischen Asylpolitik werden Flüchtlinge, die per Boot nach Australien zu kommen versuchen, dann in Lager auf die Insel Manus zwischen dem nordöstlichsten Teil Australiens und Papua Neuguinea oder auf den mehr als 1000 Kilometer in nordöstliche Richtung entfernten Inselstaat Nauru untergebracht.

Flüchtlingshilfswerke kritisieren australische Asylpolitik

Die Zustände in den Aufnahmelagern werden auch von internationalen Flüchtlingshilfswerken scharf kritisiert. Mitte Februar kam es in dem Lager auf Manus nach wochenlangen Protesten der Flüchtlinge zu gewaltsamen Zusammenstößen mit den Wachleuten.

Aber selbst wenn ihren Asylanträgen stattgegeben wird, dürfen die Flüchtlinge nicht nach Australien einreisen und müssen in ihre Heimatländer zurückkehren.
http://www.t-online.de/nachrichten/panor...ingslagern.html

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In Rettungsbooten
Australien wollte Flüchtlinge über den Ozean abschieben
04.08.2014, 14:56 Uhr | AFP


Australien hat Asylsuchende nach Angaben von Menschenrechtlern dazu gedrängt, auf eigene Faust in Rettungsbooten nach Indien zurückzukehren. Neun von ihnen seien von den australischen Behörden geradezu genötigt worden, die Boote mit jeweils 50 bis 60 Insassen über den Indischen Ozean zu navigieren.

"Diese 157 Männer, Frauen und Kinder wurden einer derart großen Grausamkeit ausgesetzt, wie sie keinen Platz im modernen Australien hat", sagte der Direktor der Menschenrechtsgruppe Human Rights Law Centre, Hugh de Kretser.

Die Betroffenen hätten sich aber geweigert, weil sie keine Erfahrung mit dem Navigieren von Booten hätten, sagte de Kretser. Letztlich sei das Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt worden.

Küstenwache setzt Flüchtlinge auf Schiff fest

"Sie waren in Panik angesichts der Aussicht, in Rettungsbooten im Meer ausgesetzt zu werden, da sie absolut unerfahren sind und dabei auch noch Verantwortung für die Familien an Bord übernehmen sollten", sagte de Kretser. Die Asylsuchenden waren im Juni mit einem Boot vom südindischen Hafen Pondicherry aufgebrochen. Auf See wurden sie jedoch von der australischen Küstenwache abgefangen und über Wochen auf einem Schiff festgehalten.

De Kretser zufolge handelt es sich bei der Gruppe, zu der auch 50 Kinder gehören, hauptsächlich um christliche Tamilen aus Sri Lanka, die vor Verfolgung in ihrem Heimatland geflohen waren. Sie wurden schließlich auf die Pazifikinsel Nauru gebracht, nachdem sie eine Rückkehr nach Indien abgelehnt hatten.

Australiens Einwanderungspolitik ist sehr umstritten

Australiens Einwanderungsminister Scott Morrison wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Am Sonntag hatte er die geplante Rückführung der Gruppe nach Indien aber grundsätzlich verteidigt. Den Flüchtlingen sei die "seltene Gelegenheit" gegeben worden, dorthin zurückzukehren, wo sie zuvor in Sicherheit gelebt und wo sie vielfach Familie und Freunde hätten.

Gemäß der umstrittenen australischen Einwanderungspolitik werden Bootsflüchtlinge, die auf dem Weg nach Australien abgefangen werden, in zwei Lager auf Nauru und Papua-Neuguinea gebracht. Selbst wenn ihre Asylanträge angenommen werden, bleiben sie dort und erhalten nicht die Möglichkeit, in Australien zu leben.
http://www.t-online.de/nachrichten/panor...abschieben.html

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Asyl-Tragödie in Australien
Mütter wollen sich für ihre Kinder umbringen
09.07.2014, 11:06 Uhr | AFP

Viele Flüchtlinge, die in Australien Asyl suchen, kommen aus Sri Lanka. Werden sie anerkannt, werden sie auf Nachbarinseln Australiens interniert; werden sie abgelehnt, werden sie zurückgeschickt (Quelle: Reuters)

In einem australischen Asylbewerberlager haben mehrere Mütter versucht, sich das Leben zu nehmen. Sie wollten so die Chancen ihrer Kinder auf Asyl in Australien verbessern.

"Sie sagen, die Babys würden eine bessere Chance im Leben haben, wenn sie tot wären", sagte der örtliche Bezirksratsvorsitzende Gordon Thompson auf der Weihnachtsinsel nördlich von Australien. "Dies ist eine schockierende Folgerung, doch das ist der Zustand der Hilflosigkeit in dem Zentrum im Moment."

Nach Informationen der Zeitung "Sydney Morning Herald" hätten die Mütter versucht sich das Leben zu nehmen, nachdem ihnen mitgeteilt worden war, dass sie von der Weihnachtsinsel auf benachbarte Inselstaaten gebracht werden sollten. Gemäß der höchst umstrittenen Asylpraxis Australiens dürfen Asylbewerber selbst dann nicht im Land bleiben, wenn sie als politische Flüchtlinge anerkannt sind. In solchen Fällen werden sie in Lagern in Papua Neuguinea oder dem Pazifikstaat Nauru interniert.

"Moralische Erpressung"

Ministerpräsident Tony Abbott nannte die Berichte "erschütternd". Zugleich sagte er aber, dass sich seine Regierung nicht erpressen lassen werde. Es sei nicht akzeptabel, dass Leute der Regierung drohten, sich selbst Schaden zuzufügen, wenn sie keine Aufenthaltsgenehmigung bekämen. "Ich glaube nicht, dass irgendein Australier wollen würde, dass wir vor moralischer Erpressung kapitulieren", sagte der konservative Politiker, der eine besonders harte Haltung in der Asylpolitik vertritt.

Die australische Grünen-Politikerin Sarah Hanson-Young sagte, ihr sei in Gesprächen mit Flüchtlingen in den Lagern bestätigt worden, dass zehn Mütter wegen akuter Selbstmordgefahr unter Aufsicht stünden. Sie warf der Regierung vor, Menschen bis an den "Punkt der Selbstzerstörung" zu drängen. "Es ist schon erschreckend eine Mutter zu dem Punkt zu bringen, dass sie sagt: 'Gut, wenn ich mich für meine Kinder opfern muss, ist es vielleicht das, was ich tun werde'", sagte Hanson-Young.

Minister fühlt sich "beleidigt"

Australien steht derzeit auch unter Druck wegen des Falls von 153 Flüchtlingen aus Sri Lanka, die auf einem Grenzschutzschiff festgehalten werden. Anwälte bezeichnen ihre Zwangsrückführung nach Sri Lanka als illegal. Das Oberste Gericht will demnächst dazu entscheiden.

Zudem gibt es Vorwürfe, dass die Flüchtlinge misshandelt wurden. Einwanderungsminister Scott Morrison nannte die Vorwürfe am Mittwoch bei einem Besuch in Colombo "beleidigend" und wies sie zurück.
http://www.t-online.de/nachrichten/ausla...-umbringen.html


von esther10 31.08.2015 22:55

Caritas übernimmt Asylhilfe in neuen Unterkünften in München


Flüchtlinge kommen nach Europa - AP

31/08/2015 15:17SHARE:
Die Caritas übernimmt derzeit allein in München im Monatsturnus die Asylsozialberatung in einer neuen Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Diese Woche beginnt die Betreuung in einer Übergangseinrichtung in der Tübingerstraße. Seit Samstag sind dort 50 Flüchtlinge

eingetroffen, an diesem Montag folgen weitere 120, maximal 300 Personen finden dort Platz. Die Gebäude dienen als Provisorium bis die neuen Unterkünfte fertig gestellt und bezugsfertig sind: Die Hallen in der Tübingerstraße entsprechen nicht den üblichen Qualitätsstandards der Stadt, Mindestanforderungen sind aber erfüllt.

Bayern steuert im Herbst auf eine Notlage bei der Unterbringung neuer Flüchtlinge zu. Der Caritas-ALVENI-Sozialdienst für Flüchtlinge in München baut deswegen sein Angebot aus. So werden die Flüchtlinge von drei Sozialpädagogen, drei Erziehern und vier bis fünf pädagogischen Hilfskräften des betreut. Leiterin Rosemarie Ghorbani erklärt, was geplant ist:
„Wir haben sehr viele neue Mitarbeitereingestellt, die von den sogenannten alten Hasen eingelernt werden. Wir haben hier sehr viele qualifizierte Mitarbeiter, die schon seit vielen Jahren in der Asylarbeit tätig sind. Und sich sehr gut auskennen. Die nehmen die Mitarbeiter unter ihre Fittiche, lernen ein und versuchen ihnen das Know How zu vermitteln, das sie brauchen, um Menschen in Gemeinschaftsunterkünften beraten und betreuen können. Dabei sind Sozialpädagogen, allerdings ist dieser Markt ziemlich ausgeschöpft, sodass wir in Absprache der Zuschussgeber Soziologen, Psychologen, Pädagogen einstellen können sowie Menschen mit ähnlich gearteten Studiengängen sowie Erzieher und ähnlichen Ausbildungen. Die werden dann angelernt und vor Ort eingesetzt.“

Hinzu kommt die Unterstützung von rund 700 Freiwilligen, die für die Caritas wesentlich sind. Die Stadt sieht vor, dass die Flüchtlinge nur etwa sechs bis acht Wochen in der Übergangseinrichtung in der Tübingerstraße bleiben und dann in eine normale Unterkunft verlegt werden können.

„Im Augenblick sind in der Tübinger Straße nur Männer angekommen, das Haus ist auch noch nicht ganz fertig. Im Moment sind es 156 Männer, die da wohnen werden. Und in diesen Tagen sind wir das erste Mal dabei, rauszufahren, mit den Menschen und der Verwaltung in Kontakt zu kommen und schauen, wie wir die Menschen unterstützen. In der Regel ist es so, wenn die Menschen hier ankommen, haben sie erst einmal keine Orientierung, sie wissen nicht, wo sie hingehen müssen, wo sie sich melden müssen. Wo gibt es Zugang zu Arbeit und finanzieller Unterstützung oder können sie Deutschkurse machen oder wo sind Helfer, die sie unterstützen. Das sind ganz viele offene Fragen am Anfang und wir versuchen erst mal den Kontakt zu den Bewohnern herzustellen, indem wir mit Mitarbeitern dort hingehen und uns vorstellen und zeigen, wo unser Büro ist und mit welchen Dingen sie sich an uns wenden können und da sind wir ganz froh, dass wir Mitarbeiter haben, die teilweise die Sprachen der Flüchtlinge sprechen und sich auch so direkt mit ihnen verständigen können.“

Die Stadt München übernimmt einen Teil der Kosten. Hinzu kommen Eigenmittel der Caritas sowie zugesagtes Geld des erzbischöflichen Ordinariats München. Die Caritas ist gerade dabei, ihre Dienste zu erweitern, Kurse für Flüchtlinge etwa. Migrationsberatung ist dabei ein ganz besonders wichtiges Thema, meint Gharbani. Viele Menschen, die jetzt ankämen, würden über Kurz oder lang dableiben und man sollte rechtzeitig auch daran denken, dass es Integrationsmaßnahmen für diese Menschen brauche. Man rede im Moment sehr viel von Problemen etwa bei der Unterbringung, vergesse aber, dass diese Menschen oft wirklich große Ressourcen hätten, die in Deutschland ganz dringend gebraucht würden, so Gharbani.

Flüchtlinge seien in der Regel sehr motiviert: Sie wollten arbeiten, sich ein Leben aufbauen, Deutsch lernen. Das solle man nutzen und rechtzeitig daran denken, dass Maßnahmen zur Integration eingerichtet würden. Der Kontakt der Bevölkerung mit den Flüchtlingen sei zudem entscheidend, um Vorurteile abzubauen:

„Ich treffe immer wieder Menschen, die mit Vorurteilen oder Ängsten behaftet sind, die man durchaus ernstnehmen muss. Wenn jemand noch nie mit Flüchtlingen zu tun hatte und auch durch die Medien nun das Gefühl hat, es kommen unglaublich viele hierher und wir werden völlig überrollt. Die Menschen sind häufig sehr überrascht, wenn man die Zahl der Flüchtlinge und der Bewohner gegenüberstellt, dass ein verschwindend kleiner Teil davon Flüchtlinge sind und es eigentlich keine Bedrohung ist. Das große Problem sind eben die

Unterbringungsmöglichkeiten in den Ballungsräumen. Es ist nicht so, dass wir vollkommen überrollt werden. Ängste vor Menschen, deren Kultur und Gebräuche man nicht kennt, kann ich nachvollziehen, aber die kann man auch abbauen, wenn sie offen sind und es annehmen, mal in Kontakt zu treten sodass da eine Öffnung passiert und Ängste abgebaut werden.“

(rv 31.08.2015 cz)

von esther10 31.08.2015 22:51

Ungarn: Kaum Kirchenkritik zum Grenzzaun nach Serbien


Grenzzaun in Ungarn - REUTERS

31/08/2015 15:35SHARE:
Der ungarische Stacheldrahtzaun an der Grenze zu Serbien, mit dem die Regierung von Viktor Orban die Flüchtlingsbewegungen kontrollieren will, hat bisher nur zaghafte Reaktionen seitens der großen Kirchen des Landes hervorgerufen. Auch zur ungarischen Flüchtlingspolitik fehlt es bisher weitgehend an Stellungnahmen: „Leider schweigt die Kirche. Das tut mir weh, und ich schäme mich dafür. Wir reagieren viel zu langsam“, erklärte Bischof Miklos Beer aus dem nordungarischen Vac dazu am Montag im „Deutschlandfunk“.

„Sehr schnell“ habe hingegen Papst Franziskus reagiert – etwa mit seinem Appell, die Mauer nicht zu bauen und Flüchtlinge als Geschwister zu erkennen. Er selbst unterstütze den Papst-Aufruf, so der Bischof von Vac, auch wenn er durchaus auch Argumente für die Errichtung des Zauns erkenne: „Ich sehe schon ein, dass wir diesen Flüchtlingsstrom irgendwie bremsen müssen, damit wir mit der Situation umgehen können“.

Ministerpräsident Viktor Orban habe laut Beer „sehr weise“ gesagt, der Zaun werde nur gebaut, „damit die Menschen legal durch die Tür reinkommen und nicht illegal durch das Fenster“ – jedoch erst zu einem späten Zeitpunkt. Die Regierung habe schlecht kommuniziert und keinen Dialog geführt, zudem würde sie durch Diskussionen etwa über eine Einführung der Todesstrafe oder fragwürdige Plakat-Kampagnen gezielt Ängste schüren. Er selbst hätte beim Anblick der Plakate „weinen können“, so der Bischof, der die Sujets als „Zeichen der Hektik“ bewertete und Orban - als dessen Sympathisant er sich ausgab – „sehr schlechte Berater“ attestierte.

Regierung will „bedingungslose Treue“

Ungarns Regierung erwarte von den Kirchen „bedingungslose Treue“, erklärte der Budapester evangelisch-lutherische Bischof Tamás Fabiny ebenfalls gegenüber dem „Deutschlandfunk“. Dies habe auch finanzielle Gründe, hingen die Kirche doch letztlich von staatlichen

Fördergeldern ab. Er erachte es jedoch als wichtig, als Bischof dennoch seine Meinung sagen zu können. „Mir scheint, dass diese Regierung Angst hat, wenn ich etwas kritisiere, würde ich ihre Legitimität in Frage stellen. Dabei will ich lediglich wissen: Wieso gab es überhaupt keinen Dialog zur Frage des Grenzzauns?“

Ungarns Kirchen seien zudem „völlig unvorbereitet“ auf den Flüchtlingsstrom gewesen, so Fabiny. Aktionen wie kirchlich organisierte Hilfe für Flüchtlinge an Bahnhöfen oder das Kirchenasyl seien in Ungarn „völlig unbekannt“, weshalb man hierzu nun Hilfe und Ratschläge aus den erfahreneren Partnergemeinden in Deutschland und Italien erhoffe.
(kap 31.08.2015 mg)

von esther10 31.08.2015 22:47

D: Bischöfe halten an Kirchenasyl fest


Notunterkünfte für Flüchtlinge - AP

31/08/2015 12:53SHARE:
Die Bischöfe halten weiterhin an der Praxis des Kirchenasyls fest. Das schreibt die Bischofskonferenz einer Handreichung, die sie am Montag veröffentlichte. Weiter betonen die Bischöfe darin, dass die Hilfe für Flüchtlinge „keinerlei Sonderrecht gegenüber dem Staat beansprucht“. Wie die KNA hinweist, hatten zu Jahresbeginn Äußerungen von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere eine kontroverse Debatte zum Thema Kirchenasyl ausgelöst.

Über die Gewährung eines Kirchenasyls könne stets nur vor Ort entschieden werden, betont die Bischofskonferenz in einer Medienmitteilung vom Montag. Eine Kirchengemeinde oder Ordensgemeinschaft müsse „nach bestem Wissen und Gewissen prüfen“, ob ein Kirchenasyl im konkreten Einzelfall tatsächlich das letzte Mittel zur Abwendung humanitärer Härten sei. Für diese oft schwierige Abwägung stelle die Handreichung wertvolle orientierende Anhaltspunkte zur Verfügung.

293 Fälle

Aktuell sind bundesweit 293 Fälle (mit 454 betroffenen Personen) bekannt, in denen Kirchengemeinden oder Ordensgemeinschaften von Zurück- oder Abschiebung Bedrohte vorübergehend in kirchlichen Räumen aufgenommen haben. Dies markiert einen deutlichen Zuwachs im Vergleich zum August 2014, als die Statistik der Ökumenischen

Bundesarbeitsgemeinschaft „Asyl in der Kirche“ 135 Fälle (mit 244 betroffenen Personen) ausgewiesen hatte. Zieht man allerdings in Betracht, dass die Zahl der Flüchtlinge insgesamt angestiegen ist und die Bundesregierung für 2015 mittlerweile mit bis zu 800.000 Asylverfahren rechnet, bewegt sich die Zahl der Kirchenasylfälle weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
(pm/kna 31.08.2015 mg)

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