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NEUER BLOG von Esther

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von 10.02.2014 09:10

10.02. Hl. Scholastika + um 547 Jungfrau

Die Geschichte der Heiligen Scholastika erzählt von der Liebe. Von einer Liebe zwischen Schwester und Bruder, die so tief ist, dass sie Gott sogar dazu bewegen kann, etwas Aussergewöhnliches zu tun.
Über die Kindheit der Geschwister Benedikt und Scholastika, die um das Jahr 480 in Nursia in Italien geboren wurden, erfahren wir nichts. Vielleicht sind sie in einem behüteten Elternhaus aufgewachsen und haben schon früh ein Leben aus dem Glauben gelernt.
Benedikt zog sich als junger Erwachsener in die Einsamkeit zurück. Das Leben der Gesellschaft des untergehenden römischen Reiches widerte ihn an. Nach Jahren der Einsamkeit scharten sich Gleichgesinnte um ihn. Er gründete eine Gemeinschaft von Brüdern, die mit ihm in die Nachfolge Jesu eintraten und errichtete schließlich das Kloster Monte Cassino.

Auch seine Schwester Scholastika führte ein gottgeweihtes Leben. Zunächst trat sie in ein Kloster bei Subiaco ein, welches sie ein Jahr später jedoch wieder verließ. Die Ordensfrau lebte für einige Zeit in einem Kloster zu Piumarola, bevor sie schließlich in ein anderes in der Nähe von Monte Cassino eintrat.
Sie war gewohnt, ihren Bruder einmal im Jahr zu besuchen. Der Mann Gottes ging jedesmal zu ihr hinunter zu einem Gut des Klosters, das nicht weit entfernt lag. Sie verbrachten den ganzen Tag im Lob Gottes und im geistlichen Gespräch. Bei Einbruch der Dunkelheit hielten sie miteinander Mahl. Nachts musste Benedikt wieder in seinem Kloster zurück sein. So verlangt es die Regel, die er selbst für die Mönche aufgestellt hat.
Nun war es wieder einmal Zeit für das jährliche Treffen. Am Abend drängt Benedikt wie gewohnt zum Aufbruch. Da fleht ihn seine Schwester an:

"Ich bitte dich, lass mich diese Nacht nicht allein, damit wir noch bis zum Morgen von den Freuden des himmlischen Lebens sprechen können."

Als ihr Bruder ihr diese Bitte abschlägt und immer energischer zum Aufbruch drängt, beginnt Scholastika Gott um Hilfe anzuflehen. In kürzester Zeit verdunkelt sich der bisher klare Himmel und es kommt ein derartiges Unwetter, dass es Benedikt unmöglich ist, in sein Kloster zurückzukehren.
Da tadelt Benedikt seine Schwester:

"Der allmächtige Gott vergebe dir! Was hast du da getan?"

Scholasika aber antwortet, nicht ohne ein Fünkchen Ironie:

"Sieh, ich habe dich gebeten, und du hast mich nicht erhört; da habe ich meinen Herrn gebeten, und er hat mich erhört. Verlass mich und kehre zum Kloster zurück!"

Sehr schön ist dieser Satz in einer Antiphon des heutigen Tages vertont:



Hl. Scholastika So geh doch hinaus mein Bruder,
geh doch hinaus, wenn du kannst.
Und lass mich zurück und geh
nach Hause in dein Kloster.



So musste Benedikt einsehen, dass es keinen Sinn hatte, dem Wunsch seiner Schwester zu widersprechen. Er blieb und sie durchwachten die ganze Nacht, tauschten in heiligen Gesprächen ihre Erfahrungen über das geistliche Leben aus und stärkten sich so gegenseitig. Am nächsten Tag gingen die beiden auseinander, Scholastika kehrte in ihre Zelle zurück und Benedikt in sein Kloster.
Drei Tage darauf stand Benedikt in seiner Zelle. Er erhob die Augen zum Himmel. Da sah er die Seele seiner Schwester, die aus dem Leib geschieden war, in Gestalt einer Taube zum Himmel aufsteigen und in die Vollendung eingehen. Er freute sich über ihre so große Heiligkeit, dankte dem allmächtigen Gott mit Hymnen und Lobliedern und teilte den Brüdern ihren Tod mit.
Sie holten ihren Leichnam und er wurde in dasselbe Grab gelegt, das Benedikt für sich vorbereitet hatte. So traf es sich: Selbst das Grab konnte ihre Leiber nicht trennen, war doch ihr Geist immer in Gott eins gewesen. Im 7. Jahrhundert wurden die Gebeine der beiden Heiligen in die Benediktinerabtei Fleury übertragen. Später wurden sie nochmals nach Le Mans überführt und im Jahr 874 teilweise nach Juvigny-sur-Loison.

von 09.02.2014 12:56

9. Februar ::Die heilige Martyrin Apollonia,

+ 9.2.249, und mehrere andere heilige Martyrer zu Alexandria

- Fest: 9. Februar




Noch im Jahr vorher, als die Verfolgung unter Kaiser Dezius über die Christen hereinbrach, am Anfang des Jahres 249, erregten die Heiden in der Stadt Alexandria einen plötzlichen Aufstand, in dem sie gegen die Christen so unmenschlich wüteten, dass mehrere von ihnen, und unter ihnen auch die heilige Apollonia, im grausamen Martertod vollendet wurden. Der Urheber des Aufstandes war ein Wahrsager, der in seinem Hass gegen das Christentum das heidnische Volk aufwiegelte und in solche Wut versetzte, dass es sich ein desto größeres Verdienst zurechnete, je unmenschlicher es gegen das Leben der Christen raste. Der Bischof der Stadt, der heilige Dionysius war Augenzeuge dieser blutigen Auftritte, die er in einem Brief an Fabius, den Bischof von Antiochien, beschreibt. Den beträchtlichsten Teil dieses Briefes hat uns der Geschichtsschreiber Eusebius im sechsten Buch seiner Kirchengeschichte aufbewahrt. In diesem Brief beschreibt der heilige Bischof auch die Grausamkeiten, die während der Verfolgung des Dezius an den Christen in Alexandrien verübt worden sind. Auch in dieser Zeit der harten Prüfung haben viele ihr Bekenntnis zu Jesus Christus durch ihr Blut bekräftigt. Wir lesen hier wörtlich, was Dionysius sowohl von dem Volksaufstand, als auch von der Verfolgung schreibt:

„Das von dem Wahrsager in Wut versetzte Volk ergriff zuerst einen christlichen Greis, Metras, und wollte ihn zwingen, Lästerungen auszusprechen. Als er sich weigerte dies zu tun, schlug es ihn mit Knitteln, stach ihn mit spitzen Stäben ins Gesicht und in die Augen, schleppte ihn endlich vor die Stadt hinaus und warf ihn mit Steinen tot. Darauf führten die Rasenden eine Frau, Quinta mit Namen, in einen Götzentempel; und als sie sich dem Antrag, die Götzen anzubeten, mit Abscheu widersetzte, banden sie ihr die Füße zusammen, schleiften sie durch die Straßen der Stadt auf dem Steinpflaster, schleuderten sie an große Steine hin, schlugen sie mit Geißeln und steinigten sie endlich außerhalb der Stadt auf dem Platz, auf dem sie den Metras gesteinigt hatten.“

„Jetzt stürmten sie gewaltsam in die Häuser der Christen ein, ein jeder in das nächst beste, von dem er wusste, dass Gläubige darin wohnen. Diese Quälten sie, raubten was kostbar war, und warfen weg und verbrannten öffentlich auf der Straße die hölzernen Geräte und die Habseligkeiten von geringerem Wert. Alexandrien bot den Anblick einer von wilden Feinden eroberten Stadt.“

Die Gläubigen zogen sich zurück und flohen, so gut sie konnten, vor der Wut des aufgebrachten Pöbels. Freudig ertrugen sie den Verlust ihrer Habseligkeiten. Obwohl doch mehrere in die Hände der rasenden Verfolger gerieten, so war fast keiner darunter, der den Glauben verleugnete.

Die Heiden ergriffen auch eine betagte Jungfrau, Apollonia, gaben ihr solche Backenstreiche, dass sie ihr alle Zähne ausschlugen, schleppten sie dann zur Stadt hinaus, machten einen Scheiterhaufen, zündeten ihn an, und drohten, sie lebendig zu verbrennen, wenn sie nicht mit ihnen Lästerworte gegen Christus und den heiligen Glauben aussprechen würde. Die heilige Jungfrau blieb noch nachdenklich stehen. Die Henker meinten, sie wolle nachgeben und ließen sie los. Alsbald stürzte sie sich selbst in die Flammen und verbrannte. Sie, welche vom Feuer des Heiligen Geistes entzündet war, verachtete die Qualen des irdischen Feuers. Die Heiden selbst entsetzten sich, eine Frau zu erblicken, die bereitwilliger war zu sterben, als ihre grausamen Verfolger sie zu peinigen. Einen gewissen Serapion ergriffen sie in seinem Haus, marterten ihn auf die schrecklichste Weise, zerbrachen ihm alle Knochen, und stürzten ihn von dem obersten Stockwerk auf die Straße hinunter. Auf keiner Straße waren Christen sicher, in keinem Gässchen, weder bei Tag noch bei Nacht. Überall hörte man das wilde Geschrei, man müsse jeden, der nicht lästern wolle, herbeischleppen und verbrennen. Diese harten Drangsale dauerten noch längere Zeit, bis endlich die Heiden in Alexandrien unter sich selbst in Uneinigkeit gerieten, ihre Wut gegeneinander ausließen, und dadurch für die Christen Ruhe eintrat. Diese Ruhe aber dauerte nicht lange; denn kaum hatte Dezius den kaiserlichen Thron bestiegen, auf den er sich den Weg durch die Ermordung des Kaisers Philippus, dessen Herrschaft den Gläubigen sehr günstig war, gebahnt hatte, als sich das jammervolle Schauspiel grausamer Verfolgung der Christen in Alexandrien schon wieder erneuerte.

Das Verfolgungsedikt des Dezius, versetzte die Gläubigen in dieser Stadt in großen Schrecken, denn es war, wie Dionysius sagt, so grausam, dass selbst die Auserwählten, wenn es möglich wäre, hätten zaghaft werden können. Viele der Vornehmsten wurden auch wirklich zaghaft, so wie auch viele von denen, die öffentliche Ämter verwalteten. Einige wurden selbst von ihren Verwandten vor die Richtstühle geschleppt. Andere wurden namentlich aufgerufen und nahmen Teil an den Gräueln des Götzendienstes. Einige erblassten dabei und zitterten, als sollten sie selbst geopfert werden, und wurden daher, wenn sie opferten, vom heidnischen Volk verspottet. Andere traten frech hinzu und bezeugten, dass sie nie Christen gewesen seien. Diese waren größtenteils solche, die zu sehr an den Reichtümern des Lebens hingen, von denen der Herr vorhergesagt hat, dass es ihnen schwer sein werde, ins Himmelreich einzugehen. Die anderen folgten entweder denen nach, die den Götzen schon geopfert hatten, oder entzogen sich durch die Flucht, oder wurden ergriffen. Unter diesen erlagen manche schon im Kampf, sobald sie in Fesseln gelegt wurden. Manche beharrten längere Zeit im Kerker, verleugneten aber dennoch, bevor sie vor das Gericht geführt wurden. Einige erduldeten die ersten Martern, schwuren aber dennoch dem Glauben ab, aus Furcht vor härterer Peinigung.

Es fehlte indessen auch nicht an solchen, die durch Gottes Kraft gestärkt, als unerschütterliche Pfeiler der Kirche Gottes da standen und im heiligen Bekenntnis standhaft verharrten.

Julian, der von Gliederschmerzen so heftig gequält wurde, dass er weder stehen noch gehen konnte, musste von zwei Christen zum Richterstuhl getragen werden.

Einer von diesen beiden verleugnete sogleich Jesus Christus, der andere aber, der Chronion Eunus hieß, bekannte mit Julian den Sohn Gottes. Sie wurden deswegen auf Kamele gesetzt, durch die ganze große Stadt geführt, auf den Kamelen gegeißelt und zuletzt im Angesicht einer zahllosen Menge Volk in ungelöschtem Kalk verbrannt. Gegen Besas, einen Soldaten, der dabei stand, als sie zum Tod geführt wurden, und denen, welche jetzt noch die Bekenner misshandeln wollten, Einhalt tat, erhob sich das Geschrei des Volkes. Er wurde vor den Richterstuhl geführt und nachdem er Jesus Christus unerschrocken und standhaft bekannt hatte, enthauptet. Ein anderer mit Namen Maker, gebürtig aus Lybien, wurde von dem Richter auf alle mögliche Weise zum Abfall gereizt. Allein er blieb standhaft, und wurde lebendig verbrannt. Epimachus und Alexander waren lange Zeit in Fesseln gelegen, hatten vielerlei Peinen ausgestanden, waren mit schneidenden Werkzeugen und mit Geißeln zerfleischt worden und wurden jetzt in ungelöschtem Kalk verbrannt.

Auch Frauen bekräftigten ihren Glauben an Jesus Christus durch den Martertod. Ammonarium, eine sehr gottselige Jungfrau, wurde lange und sehr grausam gefoltert, weil sie erklärt hatte, dass sie nichts von dem sagen werde, was der Richter von ihr erzwingen wolle. Sie bestand in der Prüfung und wurde zum Tode abgeführt. Drei andere, nämlich Merkuria, eine ehrwürdige alte Frau, Dionisia, die Mutter mehrerer Kinder, die sie zwar zärtlich, aber doch nicht mehr als den Herrn liebte, und eine zweite Ammoniarium wurden enthauptet, ohne dass sie vorher andere Peinigung erdulden mussten, weil der Statthalter nicht noch einmal durch die Standhaftigkeit schwacher Frauen überwunden und beschämt werden wollte.

Jetzt wurden Heron, Ater und Isidorus, alle drei Ägypter, und mit ihnen Diskorus, ein Junge von fünfzehn Jahren, vor den Statthalter gebracht. Dieser versuchte den Jungen zuerst durch schmeichelndes Zureden zu gewinnen, dann durch Drohungen zu schrecken. Aber alles blieb fruchtlos. Die anderen wurden mit Schlägen grausam zerfleischt, und da sie standhaft verharrten, dem Feuer übergeben. Der Junge Dioskorus, welcher großen Mutes vor allen dastand und die ihm vorgelegten Fragen mit bewunderungswürdiger Geschicklichkeit beantwortete, wurde von dem Richter selbst bewundert, und mit dem Bescheid entlassen, dass er ihm seiner Jugend wegen Zeit zur Besinnung lassen wolle. Der heldenmütige junge Mann gesellte sich den übrigen standhaften Gläubigen bei, einen schwereren und länger dauernden Kampf erwartend.

Nemesius, ebenfalls ein Ägypter, wurde zuerst fälschlich beschuldigt, dass er ein Mitglied einer Räuberbande sei. Dann aber, als er diese arge Verleumdung widerlegt hatte, angeklagt, dass er ein Christ wäre. Gebunden wurde er dem Statthalter vorgestellt, der ihn doppelt so stark, als die Räuber, geißeln und peinigen, und dann mit diesen verbrennen ließ. Der heilige Kämpfer rechnete es sich zur besonderen Gnade, nach dem Beispiel seines göttlichen Meisters, unter Räubern sterben zu können.

Vier Sodaten, Ammon, Zeno, Ptolomäus und Ingenus, nebst Theophilus einem Greis, standen nicht fern vom Richterstuhl. Und als ein Christ vor dem Gericht bereit schien, den Namen Jesu zu verleugnen, winkten sie ihm, streckten die Hände nach ihm aus, und versuchten durch alle möglichen Bewegungen und Gebärden des Körpers den gefährdeten Bruder im Bekenntnis zu stärken. Aller Augen wurden auf sie gerichtet. Aber noch bevor sie ergriffen wurden, liefen sie selbst zum Richterstuhl und erklärten, dass sie Christen seien. Der Statthalter und die Beisitzer erschraken. Jene aber standen da mit freudiger Bereitwilligkeit, alles zu erdulden. Die Richter verloren darüber alle Fassung und die Soldaten gingen hinweg, froh über ihr Zeugnis und Gott preisend, dass er ihnen diesen herrlichen Triumph verliehen hatte.

Nicht nur in Alexandrien, sondern auch in anderen Städten und Flecken Ägyptens wurden viele Christen von den Heiden gewaltsam getötet, wie Dionysius in dem oben angeführten Brief noch weiter berichtet und davon Beispiele anführt. Ischrion stand als Verwalter im Dienst eines öffentlichen Beamten, der durch Befehle, durch Schmähungen und durch Misshandlungen ihn zwingen wollte, den Götzen zu opfern, und ihn, da er alles standhaft ertrug, tötete, indem er ihm einen Pfahl durch den Leib rammte.

Eine große Zahl von Gläubigen, die geflohen waren, irrten in den Gebirgen und Wüsten herum. Viele verhungerten, verdursteten oder erfroren ode starben hilflos an Krankheiten. Andere wurden von Räubern ermordet oder von wilden Tieren zerrissen. Die, welche unverletzt zurückkamen, zeugten von der ausharrenden Geduld und dem freudigen Tod der Mitchristen. Chäremon, ein hochbetagter Greis, Bischof von Nikopolis, floh auf das arabische Gebirge und kam von da nicht wieder zurück. Nach der Verfolgung suchten die Gläubigen nach ihm, fanden ihn aber nicht, auch nicht seine Leiche. Viele andere Christen wurden von den Sarazenen ergriffen und in die Sklaverei geschleppt, mehrere von ihnen aber um einen sehr hohen Preis wieder eingelöst.

Nachdem der heilige Dionysius in seinem Brief den Kampf der Martyrer erzählt hat, führt er in ihm noch an, dass mehrere von den gefallenen Christen, die ihren Abfall bereuten, auf die Fürsprache der heiligen Martyrer in die Kirchengemeinschaft wieder aufgenommen worden sein. Er sagt: „Die gottseligen Martyrer, welche nun Beisitzer Christi, die Mitgenossen seines Reiches und Richter mit ihm sind, haben (als sie noch lebten) einige der gefallenen Brüder, die den heidnischen Göttern geopfert hatten, mit Güte wieder aufgenommen, weil sie ihre Bekehrung und Buße sahen, und deswegen meinten, dass diese Buße demjenigen angenehm sein werde, der nicht den Tod des Sünders will, sondern, dass er sich bekehre. Sie haben daher solche aufgenommen, sie gesammelt, sie empfohlen (dem Bischof und dem Volk), sie teilnehmen lassen am Gebet und an den Liebesmahlen.“

Die Sünde ist ein Zustand des Todes und die Buße ist eine wirkliche Auferstehung von den Toten. Der ganze Himmel feiert, wie uns das Evangelium versichert, ein Auferstehungsfest, so oft ein Sünder Buße tut. Würde doch jeder Sünder aufwachen aus seinem Todesschlaf, erkennen den bejammernswürdigen Zustand seiner Seele und sich mit Reuesinn und Zuversicht Jesus Christus nahen, durch den allein kommt Erbarmen, Gnade, Vergebung der Sünden und ewiges Leben! Wie ermunternd schreibt der Apostel Johannes durch Eingebung des Heiligen Geistes im zweiten Kapitel seines ersten Briefes: „Meine Kinder! Solches schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher beim Vater, Jesus Christus, den Gerechten, der selbst die Versöhnung für unsere Sünden ist, nicht allein aber für unsere Sünden, sondern auch für die Sünden der ganzen Welt.

Die katholische Kirche feiert das Gedächtnis des heiligen Metras am 30. Januar, der heiligen Quinata am 3. Februar, des heiligen Julian und Chronion am 19. Februar, des heiligen Makarius 8. Christmonat, des heiligen Epimachus, Alexander, der Ammonarium, Merkuria und Dionisia am 12. Christmonat, des heiligen Heron, Ater, Isidorius und Dioskorus am 14. Christmonat.




Der heilige Alto, Einsiedler-Mönch von Altomünster, Bayern,

+ 9.2.760 - Fest: 9. Februar




Von heiliger Begeisterung getrieben, ihren stammverwandten heidnischen Brüdern in Deutschland das Licht des Glaubens anzuzünden, und die christliche Kultur unter die barbarischen Völker zu tragen, verließen im siebenten und achten Jahrhundert viele fromme und edle Männer ihre schöne Heimat England und Irland und verkündeten unter vielen Anstrengungen und Opfern die Lehre des Heils in der westlichen Hälfte der deutschen Länder. Dem heiligen Virgilius schlossen sich der heilige Bischof Marinus und sein Diakon Theklanus, der Priester Lullus und der heilige Alto an. Die beiden ersten ließen sich nach vielem Hin- und Herziehen bei Freising nieder. Ihr Gedächtnis wird am 1. Dezember gefeiert, ihre Reliquien werden im Kloster Neustift bei Freising aufbewahrt. Lullus stiftete mit Unterstützung des bayerischen Herzogs Theobald das Kloster Ilmmünster.

Der heilige Alto entstammte einer sehr vornehmen Familie Schottlands. Schon von früher Jugend an reifte in ihm ein männlicher Ernst, die kurzen irdischen Genüsse setzte er hintan und strebte nur nach den dauernden Freuden des geistigen Lebens. Nicht die Pracht seines weiten Besitztums, nicht die Liebe seiner Eltern und Verwandten konnte ihn von seiner begonnenen Richtung ablenken, vielmehr ruhte sein Wille im Gesetz Gottes und in seinem Gesetz betrachtete er Tag und Nacht. Da sein Vorsatz mehr und mehr reifte und sein Streben nach Vollkommenheit immer glühender wurde, verließ er, in einer Erscheinung von Gott ermahnt, wie einst der Erzvater Abraham, seine Heimat und seine Verwandten, um im fernen Deutschland ein Ruheplätzchen aufzusuchen. So kam der Gottesmann nach Bayern, wo er sich in einem Wald eine Zelle baute und von seiner Hände Arbeit lebte, um niemand lästig zu fallen, eingedenk des Psalmwortes: „Glücklich wirst du sein, weil du isst von der Arbeit deiner Hände.“ (Psalm 127)

Da der Ruf seiner Heiligkeit zu den Ohren des Frankenkönigs Pipin drang, der für fremde und arme Gottesdiener väterlich sorgte, schenkte er dem heiligen Alto einen großen Teil des Waldes, in dem er wohnte. Daher kam es, dass von nah und fern viele Gläubige aus Bayern und Baden herbeieilten und wetteiferten, um ihn mit ihrem Vermögen zu unterstützen. Mit Hilfe dieser Wohltäter rodete er den größten Teil des ihm geschenkten Waldes, und verwandelte den Boden in fruchtbares Ackerland.

Als nach einigen Jahren die Arbeit seiner Hände durch eine reiche Ernte belohnt wurde und die Liebesgaben der Gläubigen in bedeutendem Maße zunahmen, erwog der Mann Gottes, wie er diese Wohltaten dem Geber alles Guten vergelten könnte. Und er baute ein Gotteshaus und ein Kloster und lud Liebhaber des geistlichen Lebens zu sich ein. Nach dem Gründer heißt dieses Kloster bis auf den heutigen Tag Altomünster.

Der heilige Bonifatius, der in jener Zeit das göttliche Wort mit dem gesegnetsten Erfolg verkündete, wurde durch ein göttliches Gesicht aufgefordert, schleunigst das neue Kloster Altomünster einzuweihen und zwar ein Mönchskloster und ein Frauenkloster. Freudig folgte der Apostel Deutschlands dem höheren Ruf und weihte beide Klöster.

Nachdem der heilige Abt Alto längere Zeit dem neuen Kloster in Heiligkeit vorgestanden und mit dem Glanz seiner Tugenden und Wunderwerke seinen Wirkungskreis erfüllt hatte, ging er im seligen Tod in die himmlische Wohnung, nach der er sich von Kindheit an gesehnt hat, und für die er allen Reichtum, alle Ehren und Annehmlichkeiten dieser Erde freudig geopfert hatte.

Nach dem Tod des heiligen Alto bemächtigte sich des Klosters ein Graf Welf, aber der Heilige sorgte noch vom Himmel her für sein Lieblingswerk. Er erschien einem frommen Mann im Traum und sprach zu ihm: „Gehe zu den Ältesten jenes Ortes, wo mein Leib ruht, und sage ihnen: Alto zürnt sehr, dass seine Ruhestätte vernachlässigt und kein Gottesdienst dort gehalten wird. Wenn sie dies bessern, werden sie großen Lohn empfangen, wenn sie es aber vernachlässigen, wird die Rache über sie hereinbrechen.“ Der Mann teilte die Erscheinung seiner Frau mit, die meinte, eine solche Botschaft könne ihm Ungelegenheiten verursachen. Deshalb schwieg er. Nach einigen Tagen erschien ihm der heilige Alto wieder und sprach: „Warum hast du meinen Befehl verachtet? Gehe sofort hin und verkündige, was ich dir gesagt habe, sonst wirst du Hartes erleiden.“ Aber auch dieses Mal verschob er den Auftrag.

Zum dritten Mal erschien ihm ein Mönch und sprach zu ihm: „Mein Herr hat mich zu dir gesandt, um zu fragen, weshalb du seine Befehle verachtest?“ Jener antwortete: „Wer ist dein Herr?“ Der Mönch antwortete: „Der heilige Alto ist mein Herr und er hat mich gesandt. Damit du dies einsiehst, wirst du augenblicklich die angedrohte Strafe fühlen.“ Und sogleich fühlte sich der Mensch am ganzen Leib so zerschlagen, als ob er mit Rutengepeitscht wäre.

Nun säumte der Mann nicht länger, dem Grafen seine Erscheinung zu offenbaren. Welf stellte das verfallene Kloster wieder her, beschenkte es mit mehreren Grundgütern und gab ihm einen ausgezeichneten Vorsteher in dem Abt Rudolf, der mit aller Strenge auf die genaue Beobachtung der Ordensregeln achtete. Seine Nachfolger, die Äbte Eberhard und Heinrich, brachten die Stiftung des heiligen Alto zu immer schönerer Blüte. Auch die Mutter des Grafen, namens Itha, sowie seine Gemahlin Irmentrud vermehrten die Stiftungen des Klosters, so dass dies immer mehr im Ansehen stieg und eine Quelle des Segens für die ganze Umgegend wurde.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts war Altomünster ganz verfallen, aber Herzog Georg erhob es aus dem Schutt. In neuerer Zeit ist es nur noch Frauenkloster, in dem gottgeweihte Jungfrauen nach der Regel der heiligen Brigitta leben und dankbar das Andenken an den heiligen Alto feiern.




Der heilige Nicephorus, Laie und Martyrer von Antiochia,

+ 9.2.260 – Fest: 9. Februar



Zu Antiochia in Syrien lebten unter der Regierung des Kaisers Valerian Sapricius, ein Priester, und Nicephorus, ein gottesfürchtiger Christ, seit ihren Jugendjahren in der innigsten Freundschaft und einer suchte es dem anderen in der Frömmigkeit und guten Werken zuvor zu tun. Dieser edle Wettkampf wurde durch eine heftige Feindschaft unterbrochen, die aus einer geringen Veranlassung entstand, und in eine solche Erbitterung der Gemüter ausartete, dass jeder sich schämte, mit dem anderen ein Wort zu sprechen. Nach einiger Zeit wagte es Nicephorus, der ein sanfteres Herz hatte und diesem Ärgernis eines unchristlichen Hasses ein Ende machen wollte, einige seiner Bekannten zu Sapricius zu schicken und ihn um Verzeihung und um seine vorige Liebe bitten zu lassen; aber der hartherzige Priester fuhr sie mit rauen Worten an und wies trotzig jeden Antrag zu einer neuen Freundschaft ab. Aus Liebe zum Frieden ging schließlich Nicephorus selbst zu Sapricius, fiel vor ihm auf die Knie und beschwur ihn bei dem teuren Blut, das Jesus einst am Kreuz auch zur Versöhnung seiner Todfeinde vergoss, allen Groll auf die Seite zu setzen und sich wieder mit ihm auszusöhnen. Aber mit größter Erbitterung stieß dieser den demütig Bittenden mit den Füßen zurück und verharrte in seiner Bosheit.

Damals, es war im Jahr 260, erregten die Heiden eine Christenverfolgung in Antiochia und unter anderen wurde auch der christliche Priester Sapricius ergriffen und vor den heidnischen Richter gebracht, dem er unerschrocken gestand, dass er nicht nur ein Christ, sondern sogar ein Priester sei. Der Richter ermahnte ihn, die strengen Befehle der beiden Kaiser Valerian und Gallus zu erfüllen und den Göttern zu opfern, wenn er sich nicht den grausamsten Strafen aussetzen wolle. Ihm antwortete der Bekenner: „Wir Christen opfern nur dem alleinwahren Gott, der ein Schöpfer Himmels und der Erde ist, und verfluchen eure Götter als eine Erfindung der Geister der Hölle,“ Über diese Worte geriet der eifrige Heide in eine solche Wut, dass er ihn zu Boden reißen und mit den qualvollsten Martern zu peinigen befahl, die aber Sapricius mit freudiger Geduld ertrug und dem Barbaren zurief: „Meinen hinfälligen Körper kannst du vernichten, doch über meine unsterbliche Seele hast du keine Gewalt!“ Und als alle Martern fruchtlos waren, ihn zur Verleugnung seines Glaubens zu bewegen, und als der Martyrer laut Jesus den Erlöser als den wahren Gott verkündete, verurteilte ihn der Richter zur Enthauptung.

Sapricius frohlockte, dass ihn Gott der Martyrerkrone gewürdigt habe und ging mit vor Freude glänzenden Augen auf den Richtplatz. Mitten auf dem Weg dahin kam ihm Nicephorus entgegen und bat ihn unter vielen Tränen, seine Feindschaft nicht mit in die Ewigkeit zu nehmen. Und als ihn jener keiner Antwort würdigte, fiel er zu seinen Füssen und beschwur ihn nochmal im Namen Jesus, für dessen Ehre er sein Blut zu vergießen bereit sei, sich mit ihm vor seinem Tod noch auszusöhnen. Aber Sapricius achtete seiner Tränen und bewegenden Bitten nicht und trat standhaft in seinem Hass der Marter entgegen. Doch der barmherzige Gott sah an die Tränen des frommen und demütigen Nicephorus und strafte die Härte des stolzen Priesters dadurch, dass er ihm seine Gnade entzog. Denn als Sapricius auf der Richtstätte ankam und ihn der Henker ermahnte, sich auf seine Knie niederzulassen, damit er enthauptet werden können, überfiel ihn eine schreckliche Angst und er schrie laut auf: „Warum soll ich Unglücklicher denn enthauptet werden?“ – „Weil du“, entgegnete ihm der Henker, indem er das Schwert empor hob, „den Befehl des Kaisers verachtet und dich geweigert hast, den unsterblichen Göttern zu opfern.“ – „Ach, schont nur mein Leben“, rief der von Gott Verlassene in seiner Todesangst, „ich opfere und huldige den Göttern!“ Plötzlich trat aus der Menge Volkes Nicephorus hervor, umarmte den gefallenen Priester und sprach: „Mein Bruder, was tust du? Wo ist der Mut und die Standhaftigkeit, mit der du bisher deinen Glauben verteidigt und Jesus bekannt hast? Unglücklicher! So willst du die Krone, die du dir durch die Marter schon erworben hast, im letzten, entscheidenden Augenblick verlieren?“ Und als ihn Sapricius nicht hörte, bestieg er, entflammt von der Liebe zu Gott, mutig den Richtplatz und schrie mit lauter Stimme: „Ich bin ein Christ und bekenne öffentlich meinen Glauben an Jesus Christus, den jener zu seinem ewigen Verderben verleugnet hat. Mich also schlachtet für den Abtrünnigen!“

Die Gerichtsdiener erstaunten über den heldenmütigen Kämpfer und brachten dem Richter die Nachricht von dem Abfall des Sapricius und von dem Mut des Nicephorus, der sich freiwillig für seinen Glauben dem Henker auslieferte. Auf seinen Befehl wurde Nicephorus enthauptet und Sapricius erhielt die Freiheit und lebte noch wenige Jahre, verachtet von den Heiden und Christen und starb schließlich in Raserei und Verzweiflung.




Der heilige Ansbert, Erzbischof und Bekenner von Rouen,

+ 9.2.698 – Fest: 9. Februar



Ansbert wurde unter der Regierung des fränkischen Königs Clotar, eines Sohnes des Clodoväus und der Bathildis, aus einem vornehmen Geschlecht geboren und in seiner Jugend in allen Wissenschaften unterrichtet. Als ein sehr gebildeter und frommer junger Mann kam er an den königlichen Hof, wo er sich durch seine ausgezeichneten Sitten die Achtung und Liebe aller Menschen erwarb und von Rothbert, dem ersten Minister des Königs, so hoch geschätzt wurde, dass er ihm seine Tochter Angadeisina zur Gemahlin gab. Da aber sie schon in ihrer Jugend das Gelübde einer immerwährenden Enthaltsamkeit Gott gemacht hatte, überredete sie auch ihren Gemahl zur Haltung des Versprechens. Damit sie ihrem Entschluss getreu bleiben möchten, verließen sie den königlichen Hof, verzichteten auf alle Lebensfreuden und Reichtümer und wählten die klösterliche Armut. Ansbert begab sich in das Kloster zu Fontanelle, in der Gegend von Rouen und wurde von dem heiligen Abt Wandregisil mit väterlicher Güte empfangen und unter die Ordensmänner aufgenommen, unter denen er sich bald sowohl durch seine gründlichen Kenntnisse in den heiligen Schriften, als durch seine Demut und Liebe zum Gehorsam auszeichnete. Er verrichtete die niedrigsten und beschwerlichsten Dienste mit Freude und arbeitete eben eines Tages mit einigen Brüdern im Weinberg des Klosters, als Theodorich, ein junger Mann, der den König auf der Jagd bediente, den Heiligen um seinen Segen bat. Ansbert erteilte ihm den Segen nebst rührenden Ermahnungen zu einem gottesfürchtigen Leben und sagte ihm voraus, dass er in kurzer Zeit Regent des fränkischen Reiches werden würde.

Nach dem Tod des heiligen Abtes Wandregisil, der zwanzig Jahre lang mit allem Ruhm seinem Kloster vorstand, wurde Lantbertus zu dessen Nachfolger erwählt, der aber bald als Bischof nach Lion kam und bei seinem Abschied den Brüdern keinen würdigeren als Abt anzuempfehlen wusste, als den frommen Ansbertus. Übereinstimmend wählten sie ihn zu ihrem Oberen und er entsprach den Erwartungen vollkommen, die man sich von ihm gemacht hatte. Mit Sanftmut und Liebe behandelte er seine Mönche und war allen ein Muster in der christlichen Vollkommenheit. Streng gegen sich selbst, war er der liebreichste Vater aller Armen und Unglücklichen und stiftete zwei Häuser neben dem Kloster als eine Zuflucht für die Bedrängten und Verfolgten. Allenthalben verbreitete sich der Ruf des heiligen Abtes und als um diese Zeit der erzbischöfliche Stuhl von Rouen durch den Tod des heiligen Audönus erledigt wurde, ernannte Theodorich, der nun fränkischer König war, den heiligen Ansbert zu dessen Nachfolger, über dessen glückliche Wahl die Geistlichkeit und die Gläubigen frohlockten. Mit Demut und christlicher Liebe regierte der Heilige seine Herde, stiftete allenthalben Friede und Eintracht und beförderte Sittlichkeit und Tugend, bis er das Opfer seiner Feinde wurde. Damals gerieten die fränkischen Fürsten unter sich in Uneinigkeit und böse Menschen verklagten den heiligen Erzbischof bei dem Fürsten Pipin, dass er gegen ihn einen Anhang sammle, um ihn zu stürzen. Sogleich wurde er von seinem bischöflichen Sitz vertrieben und zur Verbannung verurteilt. Der unschuldige Heilige wanderte geduldig und ohne sich zu verantworten in das Elend und fand endlich eine Zuflucht in dem Kloster Hautmont im Hennegau, wo ihn der ehrwürdige Abt Halidulphus mit brüderlicher Liebe aufnahm. Da lebte er wie der geringste Laienbruder unter Gebet, Fasten und Wachen in einer engen Zelle in der größten Armut und bereitete sich auf ein seliges Ende. Als schließlich Pipin seine Ungerechtigkeit einsah und ihn auf seinen erzbischöflichen Stuhl zurückrief, bat ihn der Heilige um Erlaubnis, dass sein Leichnam nach seinem Tod in das Kloster zu Fontanelle überbracht werden dürfe. Da er die Bewilligung seiner Bitte erhalten hatte, wohnte er am folgenden Tag noch dem feierlichen Gottesdienst bei und nachdem er mit innigster Andacht die heilige Kommunion empfangen hatte, gab er sanft und ruhig seinen Geist in die Hände Gottes auf am 9. Februar 695, beweint von allen Frommen und verherrlicht von Gott mit den größten Wundern.




Die selige Anna Katharina Emmerick,

+ 9.2.1824 - Fest: 9. Februar




Vor vielen Jahren geschah es, dass einmal in dem Weiler Flamske bei Coesfeld in Westfalen ein kleiner Bauersmann, der eine geschickte Hand hatte, einem Nachbarn aus Gefälligkeit eine wackelige Holzbank ausbesserte und sie zum Teil mit neuen Brettern aus dem eigenen Besitz wiederherstellte. Dabei fielen Späne von den alten und den neuen Brettern. Ein siebenjähriges Mädchen, des schreinernden Mannes Tochter Anna Katharina, sammelte die Späne für den Hausbrand. Das Kind hob jedoch nur die Späne von den neuen Brettern auf und ließ die Späne von den alten Brettern liegen. Erstaunt beobachtete der Vater Anna Katharinas Tun und fragte, warum sie denn nicht alle Späne sammle. Darauf entgegnete die Angeredete, das tue sie deswegen nicht, weil die Späne von den alten Brettern doch nicht ihnen, sondern dem Nachbarn gehörten. Bei dieser Antwort schüttelte der Vater den Kopf, blickte betroffen die Mutter an und sprach: „Was haben wir doch ein wunderliches Kind!“

Besser hätte der Mann getan, wenn er gesagt hätte: „Was haben wir doch ein Wunderkind!“, denn wenn ein Kind eine solche Zartheit des Gewissens besitzt, wie sie Anna Katharina bei dem erwähnten Vorfall an den Tag legte, so ist das nicht wunderlich, sondern wundervoll.

Anna Katharina Emmerick war aber nicht nur wegen ihrer Ehrlichkeit, sondern ganz allgemein ein Wunderkind. Im Jahre 1774 wurde sie am Fest Mariä Geburt geboren, und gleich nach der Taufe erhielt sie als eine besondere Gnade Gottes den vollen Gebrauch der Vernunft. Die Engel spielten mit dem Kind. Gemeinsam sammelten sie Blumen auf den Wiesen und am Rand der Getreidefelder, wanden sie zu Kränzen und brachten die Kränze dem Jesuskind und seiner Mutter. Das alles sah Anna Katharina mit ihren hellen begnadeten Augen. Zuweilen begegnete ihr auch der kreuztragende Heiland, und die Armen Seelen umschwebten sie als leuchtende Flämmchen, und von all diesen Dingen plauderte Anna Katharina arglos, denn sie war der Meinung, dass alle Menschen ohne Ausnahme sähen, was sie allein schauen durfte. Erst als sie merkte, dass es sich nicht so verhielt, sprach sie auch nicht mehr von den Schauungen.

Früh musste Anna Katharina kräftig bei der Arbeit helfen, musste den Ackergaul von der Weide holen, musste mit dem Vater auf das Feld, musste das Pferd an der Leine führen, die Egge heben und andere Dinge tun. Weil auch der Vater ein frommer Mann war, beteten die beiden häufig miteinander. Wenn sie beim Ackern wendeten oder ein Weilchen ruhten, wies der Vater auf den Kirchturm hin und sagte: „Da wollen wir den lieben Heiland im Sakrament von weitem grüßen, und dann grüßt er auch uns und segnet unsere Arbeit.“

Nachdem Anna Katharina im Alter von sieben Jahren die erste heilige Beichte abgelegt hatte, erschien ihr immer häufiger der kreuztragende Heiland und forderte sie auf, ihm das Kreuz tragen zu helfen. Gern war sie dazu bereit, und es kamen daher mancherlei Beschwerden über sie, wie Kopf- und Zahnschmerzen, die sie zur Sühne für die Sünden der Menschen geduldig ertrug. Auch zähmte sie die Gaumenlust, indem sie auf Speisen, die ihr gut schmeckten, verzichtete, und weil sie ein solch gutes Herz hatte, dass sie keinen Menschen leiden sehen konnte, bat sie Gott, ihr die Krankheiten der anderen aufzulegen, was dann auch oft eintrat.

Als Anna Katharina mit vierundzwanzig Jahren einst in der Kirche betete, trat der göttliche Heiland sichtbar auf sie zu und bot ihr zur Wahl einen Blumen- und einen Dornenkranz. Sofort griff sie zu dem Dornenkranz , und von diesem Augenblick an wurde sie die Leidensbraut des Herrn; sie empfing, allen sichtbar, die heiligen Wundmale und hat bis zu ihrem Tod am 9. Februar 1824 unerhörte Schmerzen ausstehen müssen. Es geschah das zur Sühne für die Sünden der Welt in Vereinigung mit dem bitteren Leiden des lieben Heilandes, an das uns die Fastenzeit eindringlich erinnert.

Am 3. Oktober 2004 waren viele Blicke nach Rom gerichtet: Anna Katharina Emmerick, die "Mystikerin des Münsterlandes", wurde von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.

von 08.02.2014 15:53

8. Februar

Der heilige Johannes von Matha, Priester und Ordensstifter, Frk.,

+ 17.12.1213 - Fest: 8. Februar


Es war im Jahr 1185. Ein junger französischer Adeliger, Johannes von Matha mit Namen, sehr gelehrt und sehr gläubig, feierte seine erste heilige Messe. Während der heiligen Wandlung wurde der Neupriester im Geist entrückt und hatte eine Vision. Er sah einen jungen Mann von überirdischer Schönheit in einem strahlend weißem Gewand. Auf dem Gewand war in Höhe der Brust ein Kreuz mit rotem Längs- und blauem Querbalken angeheftet. Zur Rechten und zur Linken hatte die Erscheinung je einen Menschen, einen weißen und einen schwarzen, mit eisernen Ketten an Händen und Füßen. Wenige Augenblicke nur dauerte diese Vision, über deren Bedeutung sich der Neupriester von vornherein im Klaren war.

Damals lebten in Nordafrika und in Spanien unter der Herrschaft der Mohammedaner ungezählte kriegsgefangene Christen als Sklaven in unvorstellbaren Nöten des Leibes und der Seele. Und durch die erwähnte Vision erhielt Johannes von Matha an seinem Primiztag offenbar den Auftrag, diesen armen Menschen Befreiung und Erlösung zu bringen. Es ist klar, dass der Auftrag bei dem unbeschreiblichen Hass der Mohammedaner gegen alles, was christlich hieß, zu einem Unternehmen führen musste, das tollkühn war. Natürlich wollte Johannes sich dem Ruf Gottes nicht entziehen, aber er zögerte und begab sich erst einmal zu einem Einsiedler, bei dem er mit Beten und Planen drei Jahre blieb und zögerlich auch noch länger geblieben wäre, wenn ihm Gott nicht eine Mahnung geschickt hätte. Eines Tages stand nämlich plötzlich vor ihm und dem Einsiedler ein Hirsch, in dessen Geweih, von Strahlen umgeben, ein Kreuz hervorleuchtete. Es war ein Kreuz, das einen roten Längs- und einen blauen Querbalken aufwies.

Johannes verstand sofort die Mahnung. Alles Zaudern und Zögern wich von ihm. Und noch am gleichen Tag machten er und der Einsiedler sich auf den Weg nach Rom, um sich für das neue Unternehmen den Segen des Papstes zu holen, der den neuen Orden vom Loskauf der Gefangenen sogleich erlaubte, bestätigte und segnete. Die Mitglieder der Vereinigung trugen nach dem Engelsbild der Vision ein weißes Gewand mit rotblauem Kreuz auf der Brust. Und weil auf diese Weise das eine Ordenskleid dreifarbig war, nannten sie sich „Brüder von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit“ oder, was dasselbe bedeutet, „Trinitarier“.

Nach Überwindung zahlloser Hemmnisse und Schwierigkeiten war es endlich so weit, dass zum erstenmal Ordensbrüder nach Afrika in See stechen konnten. Und als sie nach monatelangem bangem Warten mit zweihundert losgekauften, schon todgeglaubten Christensklaven heimkehrten, erfasste ein Jubel ohne Ende die gesamte Christenheit. Der neue Orden fand schnell großen Zulauf. Die Almosen mehrten sich, Schiff auf Schiff konnte ausgesandt werden.

Bei einer solchen Fahrt wurde der Stifter des Ordens um ein Haar erschlagen. So schwer waren die erlittenen Misshandlungen, dass Johannes von Matha bald darauf, erst dreiundfünfzigjährig, am 17. Dezember 1213 starb. Sein Orden aber hat zum eigenen Ruhm und zum unbeschreiblichen Segen anderer im Lauf der Zeit unter gewaltigen Opfern nahezu eine Million Christen aus der Sklaverei der Mohammedaner befreit. Zu danken ist dies vor allem der großen Hilfe und Unterstützung, die das Werk der Barmherzigkeit in der ganzen damaligen Christenheit gefunden hat.

In unseren Tagen gibt es in Afrika zwar keine Christensklaven mehr, aber es gibt heute unter den Christen überall viele, die unter der Knechtschaft des Bösen leben. Um diese zu befreien, bilden alle Priester und gläubige Christen auf der Erde gleichsam auch einen Orden vom Loskauf der Gefangenen. Sie tun dies durch ihren Glauben, durch Gebet und Opfer. Tagtäglich sollten wir diese laugewordenen Christen in unser Gebet einschließen.

Der heilige Johannes von Matha wurde im Jahre 1160 von seiner gottseligen Mutter von der Geburt an Maria der allerseligsten Jungfrau geweiht. Sorgfältig von der frommen Mutter erzogen, war Johannes als Kind und junger Mann eher still, in sich gekehrt, gern mit Beten und Studieren beschäftigt und dabei von sehr fröhlicher Art. Vor allem zeichnet er sich schon früh durch seine Liebe zu den Notdürftigen aus. Als ihn sein Vater Ephemius von Matha Aix schickte, damit er sich da in den Wissenschaften und ritterlichen Künsten übte, da gab er alles Geld, das ihm zur Verfügung stand, den Armen. Er besuchte, und das war seine liebste Beschäftigung, regelmäßig die Spitäler, besonders an den Mutter-Gottes-Tagen, indem er wohl wusste, dass ihn seine Mutter durch ein Gelübde der allerseligsten Jungfrau aufgeopfert hatte, weswegen er auch Maria sein ganzes Leben hindurch hoch verehrte.

Diesem Heiligen kam der Herr mit seiner Gnade zuvor. Mit den zunehmenden Jahren nahmen auch seine Frömmigkeit, seine Liebe zu Gott und dem Nächsten zu, bis er zur Vollkommenheit gelangte. Das Leben der Gerechten, spricht der Heilige Geist, ist ein Licht, welches nach und nach zunimmt, bis es zu einem vollkommenen hellen Tag wird. Glücklich, wer durch Gottes Gnade von den Einflüssen der Welt bewahrt wird, und durch Ausübung guter Werke, besonders der christlichen Liebe, welche die Seele der Andacht ist, der Gnade des Herrn entspricht und die in der heiligen Taufe empfangene Gnade der Unschuld unverletzt erhält. Das Mittel, dessen sich der Herr zu diesem Zweck zu bedienen pflegt, ist die christliche Erziehung, die die Kinder von ihren Eltern empfangen, wie es beim heiligen Johannes von Matha geschah. Würden doch alle Eltern ihre Kinder gleich bei der Taufe Gott zum Opfer bringen und ihnen so früh wie möglich den Glauben beibringen. Was tat und litt der heilige Johannes von Matha nicht alles aus Liebe zum Wohl seiner Nächsten. Wie beschämend ist sein Beispiel für uns, wenn wir bei dem Elend unserer Brüder und Schwestern oft ganz gefühllos und kalt bleiben, und so ganz gegen den Geist Jesu handeln!




Der heilige Paulus, Bischof von Verdun und Einsiedler,

+ 631-649 – Fest: 8. Februar




Der heilige Paulus war der Sohn einer adeligen Familie in den Niederlanden und wurde in seiner Jugend in allen Wissenschaften gebildet. Weil er aber eine sehnliche Neigung zum einsamen Leben hatte, betete er ständig unter Tränen zu Gott, ihn den rechten Weg zu führen, auf dem er am sichersten zur Vollkommenheit des christlichen Lebens gelangen könne. Er erhielt schließlich eine Erleuchtung von Gott, dass er, wie einst Abraham, seine Verwandten und sein Vaterland verlassen und in der Einöde leben sollte. Sogleich verteilte er alle seine Güter unter die Armen, verzichtete auf Ansehen und auf alle Ansprüche, zu denen ihn seine hohe Geburt berechtigte, und floh auf unbekannten Wegen in ein anderes Land, in dem er sich bloß der Leitung der Vorsehung Gottes überließ. Auf den vogesischen Gebirgen fand er eine Wüste, die in früheren Zeiten fromme Einsiedler bewohnt hatten und da erbaute er sich eine Zelle, wo er unter Gebet und Abtötung seine Sinnlichkeit bekämpfte und durch heilige Betrachtungen sich dem näheren Umgang mit Gott weihte.

Auf diesen Gebirgen stand in weiter Ferne ein Kloster, Tholei mit Namen, das der heilige Paulus öfters besuchte, um dem Gottesdienst beizuwohnen und die heilige Kommunion zu empfangen. Die Ordensmänner, die mit dem Einsiedler jedes Mal fromme Gespräche führten, staunten über die gründliche Gelehrsamkeit und die tiefe Demut dieses Heiligen, und alle wünschten, ihn in ihrer Genossenschaft zu haben, um durch sein anziehendes Beispiel im gottseligen Leben erwärmt zu werden. Um ihr Verlangen zu erfüllen, berief ihr Abt den heiligen Paulus zu sich und bewies ihm, dass er in einem Kloster eben so einsam, wie in einer Wüste leben und unendlich mehr Gutes verbreiten könne unter seinen Mitbrüdern als ein Muster einer vollkommenen Tugend. Und dieses, setzte er hinzu, verlangt auch Jesus, wenn er sagt: „Lasst euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und den Vater verherrlichen, der im Himmel ist.“ Der demütige Paulus warf sich zu den Füßen des Abtes und überließ sich ganz seiner väterlichen Leitung, der ihm nun das Ordenskleid reichte und ihn unter seine Jünger aufnahm. Bald übertraf er alle Ordensmänner in Abtötung, Wachen und im Gehorsam und der Ruf seiner Heiligkeit verbreitete sich so sehr, dass aus den entferntesten Gegenden Jünglinge und Männer in das Kloster kamen und den heiligen Paulus baten, sie als seine Schüler aufzunehmen und zur christlichen Vollkommenheit zu führen. Unter denen befand sich auch Grimo, ein Enkel des fränkischen Königs Dagobert, der aus Liebe zu Jesus Reichtümer und Ansehen vor den Menschen floh, die Armut wählte in den einsamen Mauern des Klosters und der innigste Freund seines heiligen Lehrers wurde.

Im Jahr 621 starb der Erzbischof Ermenfredus zu Verdun und der König Dagobert wusste keinen würdigen Mann zu dessen Nachfolger zu wählen, als den heiligen Paulus, um so viel mehr, da die Geistlichkeit und das Volk denselben einstimmig zu ihrem Oberhirten verlangten. Der demütige Diener Gottes weigerte sich lange, seine Einsamkeit zu verlassen, aber als er Gottes Willen erkannte, der ihn durch die Stimme des Volkes zu einem Licht seiner Kirche berief, empfing er die bischöfliche Weihe, nahm Besitz von seinem Erzbistum und um Ordnung und Sittlichkeit in demselben einzuführen, machte er den Anfang damit, dass er seine Domherren und Geistlichen nach den alten Kirchengesetzen zu einem gemeinsamen, klösterlichen Leben beschränkte, wodurch er nicht nur das Ärgernis eines weichlichen Lebens von Seite der Geistlichkeit entfernte, sondern auch Tugend und Gottseligkeit unter seiner Herde verbreitete. Er war ein Muster eines apostolischen Hirten und stand wegen seines heiligen Lebens bei König Dagobert in so großem Ansehen, dass dieser der christlichen Kirche auf dessen Bitte große Freiheiten bewilligte und viele Gotteshäuser und Klöster erbaute.

Der heilige Paulus starb in seinem Greisenalter am 8. Februar 649 und wurde zu Verdun in der Kirche des heiligen Saturnin, die er selbst erbaut hatte, beerdigt.




Der heilige Stephan von Thiers,

Priester, Abt und Ordensstifter, Frankreich,

+ 8.2.1124 – Fest: 8. Februar




Der heilige Stephan war der Sohn einer ansehnlichen und wohlhabenden Familie zu Thiers bei Clermont und seine frommen Eltern, Stephan und Candida, erzogen ihn durch Lehren und Beispiel in der Furcht Gottes und übergaben ihn als einen talentvollen und heilsbegierigen Jüngling der Leitung des heiligen Milo, Erzbischof in Benevent, der bei ihm den Grund zu seiner künftigen Heiligkeit legte. Zwölf Jahre lang genoss Stephan den Unterricht dieses gottbegeisterten Oberhirten und erwarb sich einen solchen Schatz von Kenntnissen in den Heilswissenschaften und eine solche römmigkeit, dass ihn der heilige Milo zu seinem Diakon weihte und zum Mitarbeiter im heiligen Amt erwählte. Nach dem Tod seines Lehrers begab er sich nach Rom und arbeitete vier Jahre lang unter ununterbrochenem Fasten und Gebet an dem Plan zur Errichtung eines neuen, strengen Ordens und nachdem er die Bestätigung vom Papst erhalten hatte, baute er auf dem Berg Murel, der in der Nähe von Limoges liegt, ein Kloster und nahm Jünger an, die er zur strengen Abtötung und Armut anhielt. Fünfzig Jahre lang lebte der Heilige mit seinen Ordensmännern in der größten Abgeschiedenheit von der Welt auf diesem Berg und nur erst dann verließ er das Kloster, als der Ruf seines heiligen Lebens eine Menge Menschen herbei zog, die bei ihm Rat und Hilfe in ihren Angelegenheiten und Bedrängnissen suchten. Er begab sich daher mit den Seinigen in die einsame Gegend von Grammont, und da er aus Demut seinem Orden keinen Namen gab, erhielt er die Benennung des Ordens von Grammont; denn er selbst pflegte zu sagen, er sei kein Mönch und kein Einsiedler, sondern ein unwürdiger Diener Gottes. Die Regel seines Ordens war einfach und forderte eine gänzliche Lostrennung von allem Irdischen. Seine Jünger lebten nur vom Almosen, das die Gläubigen freiwillig in das Kloster brachten, wo es nur die Laienbrüder in Verwahrung nehmen durften.

Der heilige Abt Stephan führte seine Schüler mehr durch sein Beispiel, als durch Befehle und Ermahnungen zu einem gottseligen Leben; denn er beobachtete stets das strengste Stillschweigen, war der Demütigste unter allen und diente den Niedrigsten wie seinen Herrn. Er trug zu jeder Jahreszeit ein altes, abgetragenes Kleid, hatte auf dem bloßen Leib einen eisernen Panzer und schlief auf der Erde. Seine Nahrung bestand nur in Brot und Wasser und von allen übrigen Speisen enthielt er sich sorgfältig und gab seinen Anteil den Armen und Kranken, die er seine Kinder nannte. Während des Gebetes warf er sich oft auf das Angesicht, dass die Haut seiner Knie und Hände so rau wurde, wie die der Kamele. Gott verherrlichte ihn schon während seiner Lebenszeit durch die Gabe der Wunder, die er aber äußerst selten und nur dann wirkte, wenn Armen und Unglücklichen durch Menschen nicht mehr geholfen werden konnte. Er starb im Jahr 1124 und wurde von Papst Clemens III. am 30. August des Jahres 1189 unter die Zahl der Heiligen gesetzt.

von 06.02.2014 11:22

06.02.Hl. Paul Miki u. Gef. + 1597 Märtyrer

Hl. Paul Miki "Weil diese sechsundzwanzig Märtyrer für unseren heiligen Glauben ihr Leben dahingegeben haben, werden sie heute heiliggesprochen. Die Gläubigen aller Länder sollen ihre Fürbitte anrufen und sie verehren."
(Papst Pius IX. zur Heiligsprechung am 8. Juni 1862) Hl. Paul Miki

Das japanische Inselreich wurde 1542 von den Portugiesen entdeckt und bereits 1549 landete dort der Jesuit Franz Xaver mit seinen Gefährten als erster Missionar des neu entdeckten Landes. Bald kamen auch andere Ordensleute, sie errichteten Kapellen, Schulen und Hospitäler. Dreißig Jahre nach Franz Xaver zählte man in Japan bereits etwa 200.000 Christen.
Doch bald schottete sich Japan komplett gegenüber der westlichen Welt ab, beschränkte den Handel auf wenige Häfen und ließ keine Europäer einreisen. Auch das Christentum galt es als fremde Religion auszumerzen und so kam es zu blutigen Verfolgungen. Doch blieben viele Christen trotz jahrzehntelanger Verfolgungen ihrem Glauben treu.
Man erfand viele Methoden, um die Christen hinzurichten. Viele wurden gekreuzigt oder verbrannt, andere bestialisch verstümmelt oder in glühend heißen Schwefelquellen zu Tode gefoltert. Unvorstellbar waren die Qualen derer, die an Händen und Füßen gebunden, mit dem Kopf nach unten in verpestete Erdgruben gehängt wurden, bis sie erstickten.

Die ersten Glaubenszeugen Japans sind die 26 Märtyrer von Nagasaki, zu denen auch Paul Miki gehört. Unter ihnen waren Ordensleute aber auch Kinder, alles gebürtige Japaner.
Paul Miki war adeliger Herkunft und schon als Kind getauft worden. Erzogen bei Jesuiten, schloss er sich dem Orden an und war als Katechet tätig. Dabei ging es ihm vor allem auch darum, an der Person Jesu Züge aufzuzeigen, die "japanisch" waren - das heißt, Jesus für Japaner verständlich und anziehend zu machen. Er konnte nicht zum Priester geweiht werden, weil es in Japan noch keinen Bischof gab. Erst 1601 sollten zwei Jesuiten und ein Weltpriester geweiht werden.
Ein zeitgenössischer Bericht seines Märtyrertodes hebt hervor, dass Paul Miki, der großes Ansehen im Volke besaß, vor der zuschauenden Menge eigens betont habe, er sei Japaner und Mitglied der Gesellschaft Jesu und müsse den Tod nur deswegen erleiden, weil er das Evangelium Jesu Christi verkündet habe. Doch verzeihe er allen, die an seinen Tod schuldig seien und fordere sie auf, zu glauben und sich taufen zu lassen.
Allen sechsundzwanzig Bekennern schnitt man das linke Ohr ab und führte sie bei eisiger Winterkälte auf Karren durch die Straßen der Stadt zum Hinrichtungsort. Dort waren sechsundzwanzig Kreuze errichtet, nach japanischer Sitte in einer Linie. Das Volk drängte herbei. Paul Miki hielt vom Kreuz aus seine letzte Predigt mit hinreißender Beredsamkeit und verzieh er seinen Peinigern. Neben den Kreuzen standen Henker mit ihren Lanzen, die auf ein Zeichen hin die Blutzeugen kreuzweise durch die Brust durchbohrten. Danach drängte das Volk herbei, tauchte Tücher in die Wunden und schnitt Stücke der Kleidung ab.

von 05.02.2014 11:02

05. Februar - Hl. Agatha

Die hl. Agatha ist eine Martyrin, die im sizilischen Catana, dem heutigen Catania, zur Zeit der decischen Verfolgung (s. 20.1.) während der Mitte des 3. Jahrhunderts starb. Sie soll eine vornehme und sehr schöne Jungfrau gewesen sein, so daß der Statthalter Quintianus auf den Gedanken verfiel, sie an sich zu binden. Auch lockten ihn wohl die Reichtümer der Heiligen. Um sein Ziel zu erreichen, mußte er jedoch die hl. Agatha vom katholischen Glauben abbringen. So ließ er die Jungfrau vor sich führen und verlangte von ihr, den Götzen zu opfern. Als sich jedoch die Heilige beständig weigerte, seinem Verlangen zu entsprechen, da drohte er ihr schließlich damit, sie in ein Bordell zu sperren. Doch lieber nahm Agatha dies hin, als vom Glauben abzufallen. So kam sie in das Haus einer gewissen Aphrodisia, die ihre neun Töchter als Dirnen feilbot. Doch auch dieser gelang es nicht, Agatha vom Heiland abzubringen.

Nach vier Wochen wurde die hl. Agatha erneut vom Statthalter verhört. Aber die Antworten, die der Heilige Geist ihr eingab, erbitterten Quintianus so sehr, daß er Agatha mit schrecklichen Folterqualen drohte. Allein, sie zog selbst diese dem Glaubensabfall vor. Agatha wurde an den Armen aufgehängt und unmenschlich gequält. Man zerriß ihre Brüste mit Zangen und schnitt sie danach ab. Als die Bekennerin nachts dann im Kerker lag, erschien ihr ein Greis mit heilender Medizin, der sich als Christ zu erkennen gab. Agatha wies ihn aber zurück, da sie ihre Leiden um des Heilands willen nicht vermindert haben wollte. Da offenbarte sich der Greis ihr als der hl. Petrus (18.1., 22.2., 29.6., 1.8.) und verschwand, während die hl. Agatha in demselben Augenblick wunderbar geheilt wurde.

Nach vier Tagen führte man Agatha wieder vor den Statthalter und folterte sie, indem man sie auf Scherben und glühende Kohlen legte, bis der Vulkan Aetna grollend die Stadt erschütterte. Da ließ man voller Furcht von der Heiligen ab und warf sie wieder in den Kerker. Sie aber war durch die erlittenen Qualen bereits tödlich verwundet und starb kurz darauf betend in ihrem Gefängnis.

Den Quintianus ereilte der Tod auf dem Weg zu Agathas Gütern, die er sich aneignen wollte. Der Tritt eines Pferdes warf ihn in den Fluß. Der Statthalter wurde von den Wellen fortgetragen und nie wieder gesehen.

Im Jahr nach dem Martyrium St. Agathas, an ihrem Geburtstag, brach der Vulkan Aetna aus, und glühende Lava wälzte sich auf Catana, die Heimatstadt der Heiligen, zu. Dem feurigen Strom aber hielten Gläubige den Schleier Agathas entgegen. Da floß er nicht weiter auf Catana zu, sondern nahm die Stadt verschonend einen anderen Weg. So wird St. Agatha öfter auch zu den Nothelfern (s. 24.9.) gerechnet, und man ruft sie bei Feuersgefahr an. - Bis heute wird zu Ehren der Heiligen in Catania alljährlich vom 3. bis zum 5. Februar ein Fest begangen. Höhepunkt ist die prächtige Prozession am letzten dieser drei Tage, wenn die Reliquien Agathas auf einem reich geschmückten Wagen durch die Stadt gefahren werden.

Eine Verehrerin der hl. Agatha war die hl. Lucia (13.12.), die etwa fünfzig Jahre nach der hl. Agatha ebenfalls auf Sizilien Martyrin wurde; und wiederum etwa achtzig Jahre später pries der heilige Bischof Ambrosius (7.12.) die hl. Agatha, der der Apostelfürst Petrus im Kerker erschienen war.

Am 5. Februar wird das Agatha-Brot gesegnet. Alle, die davon essen, sollen vor Schaden bewahrt bleiben. Auch an das Vieh wird etwas davon ausgeteilt. Einen Rest bewahrt man auf, damit während des ganzen Jahres das Brot im Haus nicht ausgeht, und in Erinnerung an das Agatha-Brot zeichnet man ein Kreuz auf jeden Laib Brot, bevor dieser angeschnitten wird. - Da St. Agatha vor Bränden schützt, so hält das Agathabrot Feuersbrünste fern wie auch das Brennen der Sinnlichkeit.

von 04.02.2014 13:25

4. Februar Der heilige Andreas Corsini, Bischof von Fiesole, Italien,


+ 6.1.1373 - Fest: 4. Februar


Die Eltern unseres Heiligen, vornehme und gottesfürchtige Leute in Florenz, beteten lange Zeit zu Gott, dass er ihnen eine Nachkommenschaft schenken möge, und sie wurden erhört. Ihnen wurde 1302 ein Junge geboren. Da man an diesem Tag gerade das Fest des heiligen Apostels Andreas feierte, erhielt er den Namen Andreas. Am Tag vor der Geburt träumte die Mutter, sie werde einen Wolf zur Welt bringen, der einem Karmeliterkloster zueilend in ein Lamm verwandelt würde.

Andreas war ein lebhafter Junge, hatte einen hellen, durchdringenden Verstand. Allerdings fühlte er sich von Natur aus sehr zu sinnlicher Lust hingezogen, was seinen Eltern, besonders seiner Mutter, viele Kummer verursachte. In der Gesellschaft anderer junger Leute machte er Jagd auf allo Freuden, die ihnen die große Welt ermöglichte. Spiele, Trinkgelage und schlechte Gesellschaften löschten in ihm den letzten Funken der Gottesfurcht aus. Seine Frechheit und sein Übermut übertraf sogar die seiner Gefährten. Die fromme Mutter warf sich vor dem Bild der Himmelskönigin auf die Knie und flehte zu ihr: "Du weißt es, liebe Mutter Gottes, du Mutter unseres Erlösers, wie die Seele meines Sohnes, die dein Sohn durch sein kostbares Blut so teuer erkauft hat, in Gefahr steht, ewiglich zu Grunde zu gehen. Du weißt es, wie ich dir meinen Sohn in frühester Kindheit, ja von Geburt an aufgeopfert und deiner Pflege ihn so inniglich empfohlen habe. O erbarme dich meiner, du mächtige und gebenedeite Jungfrau!, und bitte für ihn deinen göttlichen Sohn." Darauf fing die Mutter bitterlich zu weinen an. Und so traf sie Andreas an, als er sich gerade ankleidete, um in eine lustige Gesellschaft zu gehen. Von den Tränen der Mutter bewegt, fragte er sie nach der Ursache ihres Leids, und war sehr betroffen, als sie ihm wieder sein liederliches Leben ernst vorhielt und den Abgrund des Verderbens, an dem er stehe. Als aber die Erzählung des Traums entschlüpfte, den sie am Tag vor der Geburt des Jungen gehabt hatte, und sie ihm sagte, dass zu ihrem größten Leid der erste Teil des Traumes wahr geworden wäre, ermahnte sie ihn, er möge nun darauf sehen, wie er den Wolf in das Lamm verwandle. Der Sohn bedeckte voller Scham sein Gesicht, und von Gottes Gnade angerührt fing er bitterlich zu weinen an; und als er vor lauter Schluchzen zu Worte kommen konnte, sprach er: "Ja Mutter, du sollst es erleben, dass aus dem Wolf ein Lamm geworden ist. Du hast mich der Mutter Gottes aufgeopfert. Ich will nun ganz und gar in ihren Dienst treten. Erbitte mir von Gott Verzeihung meiner Sünden und verzeih auch du mir all das Herzensleid, das ich dir durch mein gottloses Leben angetan habe." Andreas wurde Karmeliter. Während des Probejahres hatte er schreckliche Anfechtungen zu überwinden. Seine böse Natur und seine Gewohnheiten versuchten ihn auf alle erdenkliche Weise zur früheren Gottlosigkeit zu verleiten. Man erzählt, es sei ihm während des Noviziats der Teufel in der Gestalt eines seiner früheren Freunde erschienen und habe ihn zu überreden versucht, das geistliche Kleid abzulegen und wieder in die Welt zurückzukehren. Aber getreu seinem Vorsatz ein beständiges Stillschweigen zu beobachten, habe er den Satan besiegt; dieser sei beschämt verschwunden.

So wurde Andreas aus dem vornehmen Geschlecht der Corsini zum Priester geweiht und geschickt, um auch die verstocktesten Sünder auf den dornigen Weg der Buße zur Gottseligkeit zurück zu bringen. Einer seiner Verwandten wurde bis zur Verzweiflung von Melancholie geplagt. Um sich davon abzulenken, verwandelte er sein Haus in ein öffentliches Spielhaus. Andreas brachte ihn dazu, statt dessen täglich sieben Vater Unser und Ave Maria zusammen mit dem Salve Regina zu beten, und die Melancholie war verschwunden.

Der allerseligsten Jungfrau war der heilige Andreas mit solcher Andacht und Liebe zugetan, dass sie ihm einmal, als er eben die Messe las, erschien und sprach: "Du bist mein Diener, in dir will ich mich rühmen."

Andreas erhielt auf der hohen Schule zu Paris den Doktorhut, kehrte von da nach Florenz zurück, und wurde zum Vorsteher seines Klosters erwählt. Bald darauf wollte die Stadt Frisoli, eine Meile von Florenz entfernt, ihn zu ihrem Bischof haben. Andreas, der davon hörte, floh und versteckte sich in einem Karthäuserkloster. Umsonst war alles Nachfragen und Suchen. Bereits schritt man zu einer neuen Wahl. Da schreit ein dreijähriges Kind aus der Menge des versammelten Volkes laut auf: "Andreas, den Gott zu unserem Hirten bestimmt hat, befindet sich wirklich bei den Kerthäusern im Gebet." Andreas, der den Willen Gottes erkannte, ließ sich zum Bischof von Frisoli weihen und sah ein, dass ein Bischof mehr in der christlichen Vollkommenheit, als an Würde den Priester übertreffen sollte. So wurde er noch strenger gegen sich selber, fastete, trug sein ganzes Leben hindurch ein Bußkleid, betete täglich die sieben Bußpsalmen und schlief nur kurze Zeit auf gedörrten Rebschossen. Je strenger er zu sich selbst war, um so liebevoller war er gegenüber den anderen. Besonders wichtig war es für ihn, große und verstckte Sünder, diese verirrten Schafe, zu Christus, dem guten Hirten, zurückzubringen. Was ihm denn auch mit Gottes Gnade besonders gut gelang, zu großer Erbauung und zum Segen für sein ganzes Bistum.

Von Papst Urban V. beauftragt, begab er sich als außerordentlicher Gesandter nach Bononien, und stllte dort die Auseinandersetzungen und die Uneinigkeit der Bürger durch seine Milde und sein sanftmütiges Zureden.

Nachdem dieser heilige Bischof das 71. Jahr bereits angetreten hatte, wurde er in der heiligen Nacht, in der man die gnadenreiche Geburt unseres Herrn feiert, während er die heilige Messe las, innerlich von Gott ermahnt, dass die Stunde seines Todes herannahe. Sogleich darauf überfiel ihn ein heftiges Fieber. Die ganze Stadt erschrak und weinte um ihren heiligen Bischof, der ihr sollte entrissen werden. Er selber aber war voller Freude und voll des lebendigen Vorgefühls seiner künftigen Seligkeit. So starb er am 6. Januar 1373. Sein Leichnam wurde, wie er es selber verordnete, in der Karmelitenkirche in Florenz begraben. Im Jahre 1440 versetzte Papst Eugen IV. den heiligen Andreas Corsini in die Zahl der Seligen, Papst Urban VIII. 1629 in die Zahl der Heiligen, und verordnete seinen Festtag auf den 4. Februar.




Der heilige Rhabanus Maurus, Erzbischof und Bekenner zu Mainz,

+ 4.2.856 - Fest: 4. Februar





Was der erste Erzbischof von Mainz, Bonifatius, der große Apostel der Deutschen, ruhmreich begonnen hatte, hat der fromme und gelehrte Rhabanus Maurus mit den Waffen des Geistes, der Liebe und des Kreuzes glücklich vollendet. In der Reihe vieler ausgezeichneter Kirchenfürsten auf dem Mainzer Bischofsstuhl glänzt er als einer der gelehrtesten und verdienstvollsten.

Rhabanus wurde zwischen 774-776 zu Mainz geboren und gehörte einem weitverbreiteten, alten Geschlecht an. Schon frühzeitig entwickelten sich seine außerordentlichen Geistesgaben. Zur weiteren Ausbildung übergaben ihn seine Eltern den Mönchen des Klosters Fulda. Unter der Leitung des Abtes Baugolf genoss Rhabanus einen gründlichen Unterricht nicht bloß in den theologischen, sondern auch in den weltlichen Wissenschaften und wurde 801 zum Diakon geweiht. Darauf ging er nach Tours, um den weisen Lehren des berühmten Lehrers Alcuin zu lauschen, und dieser gewann den hochbegabten und bescheidenen Schüler so lieb, dass er mit ihm einen innigen und unauflöslichen Freundschaftsbund schloss und ihm wegen der Reinheit seiner Sitten den Namen Maurus, des Lieblingsschülers des heiligen Benedikt gab.

Nach seiner Rückkehr nach Tours übernahm Rhaban mit dem ebenso frommen als gelehrten Samuel die Leitung der Schulen zu Fulda und brachte sie zu einer hohen Blüte. Einige Jahre später hob der Abt Radgar die vom heiligen Bonifatius und Sturmius eingeführten und erprobten Einrichtungen auf, änderte die Ordensregel und Kleidung der Mönche, hob die Studienzeit auf und brachte die größte Unordnung herbei, so dass die völlige Auflösung des Klosters befürchtet wurde. Dem Rhaban nahm er selbst sein Teuerstes weg, seine Bücher, um ihn, so wie die übrigen Mönche als Handlanger zu seinen kostspieligen Bauten zu verwenden. Erst im Jahr 817 wurde Radgar abgesetzt und Abt Eigil trat an seine Stelle.

Mit Eigil kehrte der Friede und die Pflege der Wissenschaften in das Kloster Fulda zurück und Rhaban übernahm wieder das ihm so teure Lehramt. In kurzer Zeit verbreitete sich der Ruhm der Fuldaer Schule durch ganz Europa und der berühmte Albertus Magnus trug kein Bedenken, dem ebenso frommen als weisen Benediktinermönch Rhaban den Ehrentitel eines Kirchenlehrers beizulegen. In dieser Zeit verpasste Rhaban mehrere Bücher, die sich nicht nur über theologische Wissenschaften, sondern auch über Zeitrechnung, Sternkunde und Rechenkunst verbreiteten.

Nach dem Tod Eigils eröffnete sich ihm ein neuer Wirkungskreis, indem ihn die Wahl der Brüder zum Abt erhob. In diesem Amt verkündete er eifrig die Lehre des Heils in Predigten und Homilien, eiferte gegen den noch bestehenden Aberglauben und den Umgang mit Heiden, beendete den Bau des Klosters zu Fulda, vermehrte die kleinen Klöster, ließ die Klostergüter nicht mehr durch Laien, sondern durch Geistliche verwalten, damit niemand ohne Gottesdienst sei und niemand ohne die hl. Sakramente aus dem Leben scheide. Zur Verherrlichung des Gottesdienstes und Erweckung der Andacht ließ er die Kirchen durch tüchtig ausgebildete Mönche mit Malereien, Bildwerken und Metallarbeiten ausschmücken und für die Reliquien kostbare Schreine anfertigen. Noch im höheren Grad beförderte er die Wissenschaften. Eine Menge der frömmsten und gelehrtesten Männer seiner Zeit empfing aus seinem Mund das Wort der Wahrheit und Weisheit, oder begeisterte sich an seinem Beispiel zu den großmütigsten und segensreichsten Opfern für die Ehre Gottes und das Heil der Seelen. Seine Bibliothek nahm derart zu, dass fast alles, was die Weisheit der Welt je hervorgebracht hatte, dort zu finden war. Er selbst verfasste eine Reihe von Büchern, aus denen der Reichtum seines Wissens und seine glühende Begeisterung für das Reich Gottes hervorleuchtet. So verbreitete sich Rhabans Tätigkeit und Ruhm in den weitesten Kreisen, und zwar insbesondere auch dadurch, dass er mit seinen Mönchen mehrere neu entstandene berühmte Klöster, wie Corvey und Hirschau, bevölkerte. Dabei vergaß er nicht die zarte Sorgfalt für Arme und Bedrängte. So ordnete er an, dass jedes Mal nach dem Tod eines Mönches sein täglicher Anteil an Speise und Trank dreißig Tage lang den Dürftigen verabreicht werden sollte.

Dem Kaiser Ludwig war Rhabanus immer treu geblieben und hielt es nach dessen Tod mit Kaiser Lothar. Als dieser aber gestürzt war, konnte Rhaban nicht mehr Abt zu Fulda bleiben und übergab seine Würde an seinen Schüler und Freund Hatto (842). Bis zum Jahr 847 hielt er sich teils bei seinem Freund Haymo zu Halberstadt, teils auf dem Petersberg bei Fulda auf und schrieb mehrere sehr wertvolle Werke.

Nach Otgars Tod 847 wurde Rhabanus auf den Erzbischöflichen Stuhl zu Mainz berufen. Obwohl im Alter weit fortgeschritten, entfaltete der neue Kirchenfürst eine außerordentliche Tätigkeit. Um die Reinheit des Glaubens zu erhalten, den Eifer der Geistlichkeit und die guten Sitten des Volkes zu fördern, berief er ein Provinzial- und ein Nationalkonzil, verdammte die Ketzerei des Mönches Gottschalk, erließ mehrere sehr nützliche und zeitgemäße Kirchengesetze, die durch den Kaiser bestätigt und bekräftigt wurden gegen unbefugte Eingriffe weltlicher Großen. Seine Mußezeit benutzte Rhaban, um noch mehrere ausgezeichnete Werke zu verfassen, z.B. über das Leiden des Herrn und seiner Heiligen, über das heiligste Altarsakrament, Homilien, ein Lied vom Lob des hl. Kreuzes u.a., die das Gemüt tief ergreifen.

Seine vorzügliche Barmherzigkeit gegenüber den Armen legte er besonders während einer großen Hungersnot im Jahr 850 an den Tag. Denn täglich speiste er mehr als 300 Arme, diejenigen nicht mit eingerechnet, die er an seinem eigenen Tisch fortwährend verpflegte. Durch fortwährende Arbeiten für Gottes Ehre und das Heil der Menschen erschöpft, ging er zum unsterblichen Leben hinüber am 4. Februar 856 zu Winkel im Rheingau, nachdem er neun Jahre lang den erzbischöflichen Stuhl geziert hatte. Sein hl. Leib wurde in der St. Albanskirche zu Mainz beigesetzt. Vom Kardinal-Erzbischof Albert von Mainz wurden im Jahr 1515 die Reliquien des heiligen Rhabanus Maurus mit denen des heiligen Maximus feierlich nach Halle in Sachsen übertragen. Noch heute zeigt man seine Wohnung zu Winkel. Sein Andenken lebt unter den Bewohnern des Rheingaues fort und viele rufen ihn um seine Fürbitte an.




Der heilige Rembert, Erzbischof von Hamburg und Bremen,

+ 11.6.888 – Fest: 4. Februar




Kaiser Ludwig der Fromme erfüllte vollkommen sein Versprechen, das er seinem christlichen Vater, Karl dem Großen, damals gemacht hatte, als er ihn zum Herrscher über alle von ihm besessenen und eroberten Reiche ernannte. Als ein Freund und Beschützer der katholischen Kirche, verbreitete er mit rastloser Sorgfalt die heilige Religion in den entferntesten Ländern, sorgte für die Bildung eifriger Priester, die er als seine Väter liebte, und erbaute Klöster und Kirchen, damit dem gläubigen Volk das Wort Gottes zu jeder Zeit verkündigt wurde. Unter den Gottesmännern, die während seiner Regierung das Reich Gottes erweiterten und in den entferntesten nordischen Provinzen das Heidentum bekämpften, zeichnete sich besonders der heilige Anscharius, Erzbischof von Hamburg und Bremen aus. Als er auf dem Totenbett lag und die Christen und seine Geistlichen ihn unter Tränen fragten, wer sein Nachfolger werden sollte, antwortete er ihnen, dass er mit gutem Gewissen behaupten könne, sein Jünger Rembertus sei wegen seiner Gelehrsamkeit und Frömmigkeit bei weitem würdiger, Erzbischof zu sein, als er selbst verdient habe, je zum Diakon geweiht zu werden. Auf dieses Zeugnis wurde Rembert nach dem Tod des heiligen Oberhirten einstimmig zum Bischof gewählt und erhielt von Lintbertus, dem Erzbischof zu Mainz, die heilige Weihe. Er war aus Flandern gebürtig und erwarb sich schon als Knabe durch seine Frömmigkeit so sehr die Liebe des heiligen Anscharius, dass er ihn im Kloster Thurolt erziehen ließ und ihn dann zu seinem vertrautesten Jünger wählte, der ihn auf allen seinen Reisen begleitete und später sein heiliges Leben beschrieb.

Ehe der neue Erzbischof seinen oberhirtlichen Stuhl in Besitz nahm, begab er sich in das Kloster Corvey, legte die feierlichen Ordensgelübde des heiligen Benedikt ab, die er sein ganzes Leben lang getreu beobachtete, und wählte den Aldegarius, einen Ordensbruder, zu seinem Jünger, den er stets um sich hatte und zum Zeugen aller seiner Handlungen machte. Als ein Muster der Demut, Abtötung und aller christlichen Tugenden leuchtete er seiner Herde und besonders seiner Geistlichkeit voran und nachdem er in seinem Bistum die schönste Ordnung eingeführt, mehrere Klöster und Kirchen errichtet und eingeweiht hatte, machte er selbst eine Missionsreise in die dänischen und schwedischen Provinzen, um die Überreste des Heidentums zu vertilgen und allenthalben die Anbetung des wahren und einzigen Gottes einzuführen. Bei dieser Gelegenheit verwendete er sein Hab und Gut zur Unterstützung der Armen und zur Befreiung der Gefangenen, und als er unter den slavischen Völkern eine gottgeweihte Jungfrau in Fesseln erblickte und nichts mehr hatte, um ihre Loslassung zu erkaufen, gab er sein eigenes Pferd und seine bischöfliche Kleidung für die Gefangene. Durch sein Gebet wirkte er schon im Leben auffallende Wunder, stillte öfters auf seinen Seereisen nach Schweden die heftigsten Stürme des Meeres, erteilte mehreren Blindgeborenen das Augenlicht und befreite den Sohn eines schwedischen Königs vom bösen Geist.

Nach so vielen und beschwerlichen Reisen erkrankte der heilige Erzbischof Rembertus, nachdem er 23 Jahre unermüdet im Weinberg des Herrn gearbeitet hatte und empfing bis zu seinem Tod mit innigster Andacht täglich die heilige Kommunion. Er starb am vierten Februar im Jahr 888 in einem Alter von 68 Jahren und wurde seinem Verlangen gemäß bei der Domkirche in Bremen beerdigt.




Der heilige Gilbert, Priester und Ordensstifter von England,

+ 4.2.1190 – Fest: 4. Februar




Der heilige Gilbertus wurde im Jahr 1083 aus der berühmten Familie von Gent in der Grafschaft Lincoln in England geboren und erhielt seine wissenschaftliche Bildung in Frankreich, wo er sich durch seinen Fleiß und seine Frömmigkeit unter allen jungen Männern so vorzüglich auszeichnete, dass er nach seiner Rückkehr nach England zum Priester geweiht und von Bischof Alexander in Lincoln als Beichtvater gewählt wurde. Er legte den Grund zu seinem Orden dadurch, dass er arme Jungen und Mädchen in der Gottseligkeit des christlichen Lebens unterrichtete und zur strengsten Enthaltsamkeit von allen irdischen Freuden und Lebensgenüssen anhielt. Im Jahr 1135 erbaute er 2 Männer- und 8 Frauenklöster, in denen er ca. 2000 Personen beiderlei Geschlecht unter seiner Aufsicht hatte und ihnen die strengsten Regeln aus allen damals bekannten Orden vorschrieb. Sie wurden die weißen Canonici des Gilbertus oder der Orden von Sempringham genannt, weil die Klöster auf dem Landgut dieses Namens errichtet waren. Die Ordensmänner und Nonnen führten ein sehr strenges, abgetötetes Leben, das in ununterbrochenem Gebet, Betrachtungen und Handarbeiten bestand. Sie enthielten sich von allen Fleisch- und Fischspeisen, genossen nur Früchte, Kräuter, Wurzeln und Wasser aus hölzernen Gefäßen, hatten Sommer und Winter nur eine Kleidung und schliefen auf dem bloßen Boden oder gewöhnlich sitzend mit dem Rücken an eine hölzerne Wand gelehnt.

Wegen seiner Strenge und Armut wurde dieser Orden und dessen Stifter von Geistlichen und Weltlichen verfolgt und verleumdet, und zwar so, dass Papst Eugenius gezwungen war, dessen Einrichtungen genau prüfen zu lassen, wobei alle Klagen und Beschuldigungen als falsch und erdichtet gefunden wurden und der Orden, als zum Seelenheil dienlich, im Jahr 1136 die kirchliche Bestätigung erhielt. Während eines verheerenden Krieges wurde der Bischof Alexander von seinem Bistum vertrieben, und der heilige Gilbertus und seine Mönche predigten unter den größten Gefahren und Verfolgungen den Gläubigen so unerschrocken das Wort Gottes und linderten die Drangsale des Krieges so unermüdet, dass bei seiner Rückkehr der Bischof aus Dankbarkeit dem heiligen Gilbert das Kloster zur heiligen Maria in Haverholm als Eigentum schenkte und den Orden durch den Papst neuerdings bestätigen ließ. Damals wurde der heilige Thomas, Erzbischof von Canterbury, grausam verfolgt und sogar vom König Heinrich II. aus England verbannt. Lange Zeit hindurch fand dieser unschuldige und fromme Oberhirt in den Klöstern des Gilbert Schutz gegen seine Feinde und als er seines Lebens nicht mehr sicher war und nach Frankreich überschiffte, unterstützte den Verfolgten nur dieser Orden in seiner Armut, weswegen er von dem gottlosen König hart misshandelt wurde.

Der heilige Gilbert starb im hohen Ruf der Heiligkeit am 4. Februar des Jahres 1189 und wurde schon nach dreizehn Jahren wegen der vielen Wunder, die sich bei seinem Grab ereigneten, unter die Zahl der Heiligen gesetzt.

von 03.02.2014 09:32

03. Februar - Hl. Blasius u. Hl. Ansgar

St. Blasius lebte in der armenischen Stadt Sebaste. Wegen seines hohen Ansehens wurde er zum Bischof der Stadt gewählt. Danach aber, ab dem Jahre 303, tobte ein schrecklicher Sturm der Verfolgung, den Kaiser Diokletian (284 - 305) entfesselt hatte (s. 22.4.). Maximinus Daia (s. 17.1., 16.2.) und nach ihm Licinius (s. 10.12.) setzten die Verfolgung fort.

Während dieser Zeit der Verfolgung zog sich St. Blasius auf Wunsch seiner Gemeinde, die ihr Oberhaupt zu verlieren fürchtete, in die Wildnis zurück und führte ein Einsiedlerleben. Er lebte in einer Höhle und wurde von wilden Tieren ernährt, die dem Heiligen gegenüber so zahm waren wie Haustiere. Doch spürten Soldaten des Statthalters Agricola den Heiligen auf und warfen ihn in den Kerker. Immerhin durfte der Heilige zu Besuchern, die nach seinem Rat verlangten, am Fenster des Kerkers sprechen. So suchte ihn auch eine Frau mit ihrem kleinen Sohn auf. Dieser hatte eine Gräte verschluckt. Die war in seinem Hals stecken geblieben und drohte, ihn zu ersticken. Auf das Gebet des Heiligen hin wurde das Kind von der im Hals steckenden Gräte befreit.

Weil der hl. Blasius sich weigerte, dem Christentum abzuschwören, wurde er nach verschiedenen Martern enthauptet. Bevor er starb, bat der hl. Blasius Gott darum, alle, die seine Fürbitte anrufend von Krankheiten des Halses oder anderem Übel befreit werden wollten, zu erhören. Die Gewährung seiner Bitte wurde ihm durch einen Engel kundgetan. Darum wird bis heute am 3. Februar der Blasiussegen mit zwei vor dem Hals gekreuzten Kerzen gespendet.

Der hl. Blasius wird das Martyrium unter Kaiser Licinius (308 - 324) erlitten haben, wohl um das Jahr 316 (vgl. 10.3., 1.4.).

Seit dem 14. Jahrhundert zählt man St. Blasius zu den Nothelfern (s. 24.9.). Er wird dargestellt als Bischof oder im Chorrock, mit einer Kerze oder auch zwei gekreuzten Kerzen, mit Hechel bzw. Kamm als Marterwerkzeugen und Tieren des Waldes. Man ruft ihn an bei Krankheiten des Halses und bei Erstickungsgefahr.

Am 3. Februar wird auch der hl. Ansgar verehrt. Er entstammte einer alt-sächsischen Adelsfamilie, die nach der Eroberung ihres Heimatlandes (vgl. 14.3.) durch den seligen fränkischen Kaiser Karl den Großen (768 - 814) deportiert worden war. So kam Ansgar 801 in der Nähe des Benediktinerklosters Corbie an der Somme zur Welt. Die Mutter starb, als Ansgar vier Jahre alt war. Er wurde Schüler im Kloster Corbie und etwa 816 dort Benediktinermönch. Fünf Jahre darauf vertraute ihm der Abt die Leitung der Klosterschule an. Zu jener Zeit erfuhr Ansgar auf übernatürliche Weise von seiner Bestimmung zum Glaubensboten. - Nachdem 822 ein sechs Jahre zuvor von Corbie aus in Alt-Sachsen gegründetes Tochterkloster nach Corvey an der Weser verlegt worden war (vgl. 4.9.), übernahm Ansgar um 824 dort die Leitung der Klosterschule.

Der von den Söhnen des 810 verstorbenen Königs Göttrik bzw. Gottfried I. (802 - 810) aus Dänemark vertriebene König Harald III. Klak (812 - 814) hielt sich seit 814 am Hofe Kaiser Ludwigs des Frommen (814 - 840) auf und wurde 826 mit vierhundert Gefolgsleuten in Mainz getauft. Damit schien sich eine Tür für die Missonierung Skandinaviens zu öffnen, denn Harald III. kehrte als Christ in seine Heimat zurück, um dort als König zu herrschen. Der hl. Ansgar begleitete den Dänenkönig in die Gegend von Haithabu, das kurz zuvor zum Fernhandelsplatz erhoben worden war. Der Dänenkönig Göttrik I. hatte nämlich zwei Jahre vor seinem gewaltsamen Ende den obotritischen (s. 17.2.) Handelsplatz Reric an der Ostsee zerstört und dessen Kaufmannschaft an die Schlei verschleppt, wo er sie bei dem schon zuvor bestehenden, kleineren Handelsplatz Sliesthorp ansiedelte. - St. Ansgar aber konnte seine Pläne für die Missionierung Dänemarks bei seinem ersten Aufenthalt dort nicht weiter verfolgen, da Harald III. bereits 827 wieder vertrieben wurde, nunmehr endgültig. Auch der Heilige hatte das Land zu verlassen.

Der hl. Ansgar widmete sich nach der Vertreibung aus Dänemark der Missionierung Schwedens. König Björn hatte den Kaiser im Jahre 829 durch Gesandte um Missionäre für sein Land gebeten. Ansgar erklärte sich sogleich bereit, in den hohen Norden zu reisen. Mit einem Schatz von dreißig Büchern und Geschenken für den Schwedenkönig brach er auf. Während Ansgar das Meer überquerte, erfolgte ein erster Angriff auf das Schiff, der noch abgewehrt wurde. Beim zweiten Angriff konnte er nur schwimmend sein Leben retten. Nun mußte er den letzten Teil des Weges zu dem um 800 entstandenen, schwedischen Handelsplatz Birka zu Fuß zurücklegen, was im Vergleich zur Seereise als noch gefährlicher galt. Ansgar kam aber wohlbehalten bei König Björn in Birka an und und wirkte dort von 829 bis 830. Ansgar errichtete an jenem Ort die erste christliche Kirche Schwedens.

Nach der Rückkehr erhob Kaiser Ludwig den hl. Ansgar 831 zum ersten Erzbischof Hamburgs, und Gregor IV. (827 - 844) ernannte den Heiligen zum päpstlichen Legaten für Dänemark und das ganze übrige Skandinavien. Vierzehn Jahre lang wirkte der hl. Ansgar segensreich in seinem Amt als Bischof. Danach schien neues Unheil weitere Bemühungen um die Verbreitung des Glaubens im Norden, dessen Basis das Erzbistum Hamburg bildete, zunichte zu machen. 845 nämlich wurde St. Ansgar bei der Eroberung und Zerstörung Hamburgs durch heidnische Wikinger aus Dänemark aus seiner Bischofsstadt vertrieben. Allein die dort verwahrten Reliquien vermochte er zu retten. - In Dänemark regierte zu jener Zeit Horich bzw. Erik I. (813 - 854), ein Sohn Göttriks.

Ein Neubeginn der Mission im Norden wurde dadurch möglich, daß der hl. Ansgar 849 zum Bischof Bremens ernannt wurde. Damit entstand das von Bremen aus regierte Erzbistum Bremen-Hamburg, das bis zur Reformation im 16. Jahrhundert existierte. Ansgar wandte sich nun an König Horich I. von Dänemark und erhielt die Erlaubnis, eine Kirche zu Sliaswich bei Haithabu, zu errichten. Daraus entstand das Bistum Schleswig. Nach dem Tode des Königs gewann Ansgar auch dessen Sohn und Nachfolger Horich II. (854 - 870) für seine Missionspläne und konnte eine weitere Kirche zu Ripen errichten, wo ebenfalls ein Bistum entstand (vgl. 19.1.). - Unter Horichs II. Sohn und Nachfolger Horich III. (870 - 891) allerdings besiegten und verfolgten die Dänen die christlichen Sachsen Nordelbiens (s. 2.2.).

851 bis 852 hielt sich St. Ansgar noch einmal in Schweden auf. Dort stellte er die inzwischen vernichtete Missionsstation wieder her. Der schwedische König Olaf gestattete seinen Untertanen die Annahme des katholischen Glaubens. - Von Bremen aus leitete St. Ansgar die Nordmission, bis er am 3. Februar 865 in jener Stadt starb. Sein treuester Schüler und erzbischöflicher Nachfolger, der hl. Rimbert (865 - 888), ein flämischer Benediktiner, setzte die Bemühungen um die Verbreitung des Glaubens im Norden fort, doch geschah dies unter sehr ungünstigen Umständen, da das Ostfränkische Reich wie die übrigen karolingischen Herrschaftsgebiete insbesondere unter den ständigen Überfällen heidnischer Normannen litt (vgl. 2.2., 8.2.). Erst 891, drei Jahre nach Rimberts Tod, besiegte der ostfränkische Kaiser Arnulf von Kärnten (887 - 899) die Normannen bei Löwen.

von 02.02.2014 12:12

Der Abfall vom Glauben
Der Heilige Vater hat im Dezember einen der ersten Mitglieder seines Ordens, den Jesuiten Peter Faber heiliggesprochen. Petrus Faber hat sehr große Verdienste auch für die Verteidigung des Glaubens in unserem Heimatland erworben. Er war der erste Jesuit in Deutschland. Nach der Bekanntgabe der Heiligsprechung wurde der neue Heilige von vielen „progressiven Katholiken" in Deutschland zu einem der Vorkämpfer des modernen Ökumenismus gemacht.

In seinem geistlichen Tagebuch, dem „Memoriale" schreibt der große Heilige im Anschluss an ein Gespräch mit den Protestanten in Aschaffenburg die folgenden Überlegungen nieder, die heute auch auf viele liberale und progressive Katholiken zutreffen könnten.


7. Januar

217 Am Sonntag in der Oktav der Erscheinung brachte ich die Messe unter anderem in der Meinung dar, sie möge Dankesopfer und Dankesgabe sein für alles, was ich schulde und was ich bisher immer schuldig geblieben bin, und wofür ich nie genügend werde danken können: Für all die Gaben an Glauben und geistlicher Demut, die mir und den anderen Katholiken nicht nur auf unsere eigenen Bitten, sondern auch auf das Gebet der Kirche hin und in Anbetracht des Glaubens der Kirche eingegossen wurden.

218 Hier vermerkte und erkannte ich, wie jene, die von der Kirche abfallen, zuerst in jenen Werken und Übungen erlahmen, die Gottes Gnade und seinen « verschiedenen Geistesgaben» (Röm I 2, 6) entstammen; so daß sie in der Folge all das geringzuschätzen und abzutun beginnen, was sie nicht als Erwerb aus eigener Einsicht verteidigen.

So fangen sie an, Vernunftgründe für ihren Glauben und ihre Hoffnung zu suchen und ziehen dabei alles in Zweifel - und so verschütten sie, was ihnen der Heilige Geist eingegossen, und gehen des echten Glaubens verlustig, der im Glauben der Kirche und in der Gemeinschaft der Heiligen gründet.

Ist das alles verschüttet, dann fangen sie an, einen eigenen Glauben nach eigenem Gutdünken aufzustellen und zu suchen: Jeder sucht sich Glaubensgründe zusammen und beurteilt sie; er sucht sich Schriftstellen, sucht ihre Auslegung, urteilt darüber - und so suchen sie sich ihren Glauben oder besser: ihre Privatmeinungen und Irrtümer selbst zusammen.

219 Wenn sie dagegen einen zu ihren Irrtümern hinüberziehen wollen, dann verlangen sie von ihm als Grundlage und Voraussetzung, daß er allen «Fanatismus» ablege - denn so nennen sie es, wenn einer unerschütterlich, und wie es sich für einen wahren katholischen Christen gehört, an den Lehren und Entscheidungen der Kirche und an der Autorität der Kirchenlehrer festhält.

Wenn einer aber in ihrem Sinne «den Fanatismus ablegt », was heißt das anderes als daß er den katholischen Glauben abwirft und ihn aus freien Stücken verliert - und damit auch die Einfalt und Demut des im Glaubensgehorsam «gefangenen» (2 Kor 10, 5) Verstandes.

Und haben sie einen aus dieser heiligen und heilsamen « Gefangenschaft » weggeführt, dann fordern sie ihn auf, seinen Glauben, gleich den anderen, in der Schrift und mit Vernunftgründe zu suchen, ohne einen anderen Richter beizuziehen als sein eigenes Gutdünken.

Und wenn einer bei diesem Suchen inne wird, daß er seinen Glauben verloren hat oder wenigstens im Begriffe steht, ihn unmerklich zu verlieren, dann sagen sie ihm, man müsse den Glauben von Gott zu erlangen suchen und man müsse sich die Urteilskraft erwerben, kraft derer man selbständig über die Schrift und das übrige zu urteilen vermag. Der Glaube sei eine Gabe Gottes, und nicht alle hätten den Glauben usf. - was zwar sehr wahr ist, was aber in diesem Sinne und an dieser Stelle doch nicht zur Erbauung dient. Hier wäre vielmehr die Erkenntnis am Platz, daß einer diese Gaben aus eigener Schuld verschleudern und verlieren kann. Wer so aus eigener Schuld den Glauben verloren hat, den er einst besaß, als er noch an den Worten und Auslegungen der katholischen Kirche festhielt und die katholischen Lehrer nicht fahren gelassen hatte: der darf sich nicht wundern, wenn er festgestellt, wie er auf anderen Wegen, den Wegen seines eigenen Urteiles, den Glauben zwar sucht, aber nicht findet; er darf auch nicht den Schluß ziehen, Gott wolle ihm den Glauben nicht geben - Er will ja jedem den Glauben geben; aber nicht, solange einer außerhalb der Kirche leben will, wo es kein « Heil», kein « Leben » und keine «Auferstehung» [Kreuzesmesse] gibt.

Jeder Gläubige und katholische Christ verfügt über mancherlei Schriftverständnis und über Gnadengaben aller Art; doch wollte einer für jede dieser Gaben die Vernunftgründe und die Schriftstellen oder heiligen Worte, worauf sie gründen, aus eigener Kraft aufsuchen und aus eigener Kraft beurteilen – er erlitte manchen Schaden.

Aus: Petrus Faber: Memoriale. Geistliches Tagebuch, Johannes Verlag, S. 180ff.

von 02.02.2014 11:28

Der Krebskranke Peter und eine wundersame Heilung
Als Peter Srsich 17 Jahre alt war, wurde bei ihm eine aggressive Art von Krebs diagnostiziert. Auf dem Röntgenbild seiner Brust war ein etwa 11 cm. großer Tumor zu sehen. Nach Auskunft der Ärzte handelte es sich um ein „Non-Hodkin Lymphom“ im vierten Stadium, ein fortgeschrittenes Stadium in dem auch Organe betroffen sind, die nicht primär zum lymphatischen System gehören. Peter war verzweifelt. Seine Schmerzen waren so stark, daß er die Hoffnung aufgeben wollte. Doch dann brachte ein Katechet die Heilige Kommunion zu ihm ins Hospital. Und als er die Hostie hochhielt und sprach: „Leib Christi“, veränderte sich alles. „Augenblicklich konnte ich Jesus im Raum spüren. Ich fühlte, er sorgt sich um mich, er ist bei mir“ erzählt Peter heute. „Danach wuchs der Wunsch in ihm, Papst Benedikt XVI. zu treffen.“
Über einer Stiftung, die schwer kranken Kindern und Jugendlichen Wünsche erfüllt, konnte Peter dann tatsächlich den Heiligen Vater im Rahmen einer Audienz im Mai 2012 treffen.
Ein Jahr später ist Peter vom Krebs geheilt. Peter, heute 18, studiert jetzt an der von den Jesuiten getragenen Regis University in Denver und möchte katholischer Priester werden.


Quelle: Fatima Ruft – 3/2013

von 02.02.2014 00:49

Sonntag

Ist Sonntag nicht mehr Tag des HERRN,erlischt dein Leben Stern um Stern; denn nie fällt ein Gebot allein,fällt eins,zieht's andere mit hinein.

Ist GOTTES WILLE nicht mehr Norm,verliert das Leben HaLT und Form.

Macht man zur rechten Zeit nicht kehrt,wird man auf andre Weis belehrt:

Es löst sich alle Ordnung auf,das Unheil nimmt nun seinen Lauf.

Nicht GOTT lässt SEINE WELT im Stich,nein,umgekehrt verhält es sich:

Vergessen ist,der für uns litt, drum folgt der FLUCH auf Schritt und TRITT.

Ja,in den Himmel wächst kein Baum-GLÜCK ohne GOTT,das bleibt ein TRAUM.

Karl Grünfelder




von 01.02.2014 17:35

Das Licht zur Erleuchtung der Völker

Homilie am Fest der Darstellung des Herrn
2. Februar 2014
Der 4. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr A) wird liturgisch nicht gefeiert


L 1: Mal 3,1-4; L 2: Hebr 2,11-12.13c-18; Ev: Lk 2,22-40


Alle liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch online



Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!



Gemäß dem jüdischen Brauch und dem Gesetz des Mose folgend wurde das Jesuskind am 40. Tag nach seiner Geburt in den Tempel gebracht. Wir feiern dies heute am Fest der Darstellung des Herrn. Der traditionelle Name für dieses Fest ist Mariä Lichtmess, denn Maria und Josef brachten das Jesuskind zum Tempel.

Jesus begegnet auf diese Weise seinem Volk. Als Vertreter dieses Volkes begrüßen ihn Simeon und Hanna, zwei fromme alte Menschen, die schon lange auf das Kommen des Messias gewartet haben. Sie sind offenen Herzens und werden von Gott deshalb reich beschenkt. Durch das Jesuskind wird ihnen große Freude zuteil! Simeon bezeichnet das Jesuskind mit prophetischen Worten als „Licht zur Erleuchtung der Heiden“ und als „Herrlichkeit für das Volk Israel“. Jesus ist der Erlöser aller Menschen.

Nach dieser Zeremonie im Tempel dürfen Maria und Josef das Jesuskind wieder mitnehmen. Es wurde ja gleichsam ausgelöst durch ein Opfer, wie es für arme Leute vorgesehen war (zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben). Aber konnte der Erlöser der Menschen überhaupt ausgelöst werden?

Später sollte Jesus am Kreuz sein Leben hingeben im Gehorsam gegenüber dem Willen des himmlischen Vaters und zur Sühne für die Sünden der Menschen. Im Lichte des von ihm vollbrachten Erlösungswerkes ist die Darstellung Jesu im Tempel eine symbolische Vorwegnahme dessen, was später geschehen wird. Der menschgewordene Sohn Gottes nimmt die Schuld der Menschen freiwillig auf sich, obwohl er ohne Sünde ist. Sein Leben und Sterben ist Hingabe aus Liebe; Jesus Christus ist der „Mensch für andere“. Sein Leben verschenkt er wie ein Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt. Auf diese Weise wird dieses Weizenkorn fruchtbar. So hat uns Jesus Christus durch seinen Tod und seine Auferstehung ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott geschenkt.

Auch unser Leben soll zu einer Gabe der Liebe werden im Dienste unserer Mitmenschen und zur Verherrlichung Gottes. Wenn wir dazu bereit sind und uns in der Einheit mit der Gottesmutter Maris und dem heiligen Josef gleichsam auf den Altar legen lassen, dann werden wir im Herzen verwandelt und reich beschenkt. Denn wer sich hingibt, der empfängt, und wer in Christus stirbt, geht ein ins ewige und selige Leben bei Gott. Möge das Licht Christi uns und allen Menschen leuchten, sodass wir seine Wahrheit und Liebe empfangen!

Amen.

von 31.01.2014 06:13

31.01. Hl. Johannes Bosco 1815 - 1888 Priester Ordensgründer


Hl. Johannes Bosco "Was hilft das Weinen über so viele Übel in der Welt? Es ist besser, sich aller Kräfte zu bedienen, um sie zu beheben."

"Bei unreinen Gedanken leiste sofort Widerstand! Nimm bei Tage gleich eine Arbeit zur Hand, bei Nacht aber höre nicht auf zu beten, bis der Schlaf dich übermannt."


"Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen."

Das ist einer der bekanntesten Aussprüche von Johannes Don Bosco. Giovanni Bosco nimmt in der Geschichte der Pädagogik seinen Platz als einer der berühmtesten Pädagogen ein und war in der Praxis vielleicht der erfolgreichste Erzieher aller Zeiten. "Genialster Erzieher des 19. Jahrhunderts" ist er genannt worden. Er kümmerte sich mit beispiellosem Erfolg um die verwahrloste Jugend von Turin. Mit seiner liebevollen und fröhlichen Art schaffte er es, die Herzen der Menschen zu gewinnen und sie zum Glauben zu führen, denn, wie er zu sagen pflegte:



"Der Teufel hat Angst vor fröhlichen Leuten."

Don Bosco wurde am 16.8.1815 in der Nähe von Turin geboren. Seine Eltern waren Bauern, jedoch verstarb sein Vater, als er gerade zwei Jahre alt war. Mit neun Jahren hatte er einen Traum, der in ihm den Wunsch, Priester zu werden, aufkeimen lies. Er ging arbeiten um Geld zu verdienen, da seine Mutter dies nicht aufbringen konnte. Sein Bruder versuchte ihn an der Erfüllung seines Wunsches mit allen Mitteln zu hindern. Schließlich war aber dank der Mutter doch genug Geld da, um Don Bosco auf ein Gymnasium und Priesterseminar zu schicken.
Don Bosco empfing 1841 die Priesterweihe. Als seinen Primizspruch wählt er:



"Da mihi animas, caetera tolle" - "Gib mir Seelen, alles andere nimm!"

In Turin kümmerte er sich um arme und benachteiligte Jugendliche. 1859 gründete er die Salesianer Don Boscos und zusammen mit Maria Mazzarello die Don Bosco Schwestern. Beide Vereinigungen haben bis heute die Erziehung und Fürsorge für arme und benachteiligte Jugendliche zum Ziel. Zu seinen Lebzeiten wurden 250 Häuser gegründet, die 130000 Jungen aufnahmen, 6000 von ihnen wurden Priester, 18000 Lehrlinge wurden ausgebildet.
Don Bosco starb 1888 in Turin.



"Habt euch gern wie Brüder. Tut allen Gutes, niemanden Böses. Sagt meinen Jungen, dass ich sie alle im Paradies erwarte."

Das waren eine seiner letzten Worte. Er wurde 1934 heilig gesprochen, seither wird er als Patron der Jugend verehrt.
Gerade auch in der heutigen Zeit, in der die Diskussion um die Erziehung der Jugend zunimmt, wo es zunehmend zur Verwahrlosung Jugendlicher und zu Jugendkriminalität kommt, kann uns das Vorbild dieses Heiligen hilfreich sein. Mehr als alle politischen Programme braucht unsere Jugend auch heute Vorbilder, an denen sie sich orientieren kann. Bitten wir Don Bosco um seine Fürsprache für die Jugend unseres Landes.

"Die Liebe ist einfallsreich im Entdecken immer neuer Möglichkeiten, den anderen zu lieben."

Herr, hilf auch uns, immer neue Möglichkeiten zu entdecken, unsere Mitmenschen, besonders auch die jungen Menschen, so zu lieben, wie Du es willst.

von 30.01.2014 14:11

30.01.Maria Ward 1585 - 1645 Ordensgründerin


Maria Ward "Alles, was nicht in Ihm und für Ihn ist, wird mit der Zeit vorüber gehen."


Im Jahr 1585 wurde Mary im protestantischen England geboren. Als Katholikin äußerte sie den Wunsch, im Ausland in ein Kloster einzutreten. In Saint Omer in Flandern schloss sie sich den Klarissen an, erkannte aber bald, dass sie zu einem solchen Leben nicht berufen war.
Sie begann, zusammen mit anderen Frauen aus England, in den Niederlanden die Kinder dort lebender englischer Familien zu unterrichten. Dies waren die Anfänge der "Englischen Fräulein" ("English Ladies").
Maria Ward wollte etwas in ihrer Zeit unerhört Neues, sie wollte nach dem Vorbild der Jesuiten eine Frauengemeinschaft gründen, die ohne Klausur lebt, vor allem im Bereich der Erziehung tätig ist und direkt dem Papst untersteht.
Nach 1511 entstanden in mehreren Städten Europas Häuser der "Englischen Fräulein", doch blieb Maria die kirchliche Anerkennung ihrer Gemeinschaft verwehrt. Sie geriet in heftigen Konflikt mit den kirchlichen Obrigkeiten. Eine Frauengemeinschaft, die nicht in Klausur lebt und durch die direkte Unterstellung unter den Papst der Kontrolle der Bischöfe entzogen ist, war in der damaligen Zeit unvorstellbar. Immer wieder mussten die bereits entstandenen Häuser der "Englischen Fräulein" geschlossen werden.

Ihr Leben schien nach menschlichen Maßstäben gescheitert. Doch als Maria stirbt, ist sie nicht verbittert. Vielmehr kann sie freudig danken und die Großtaten Gottes loben, tief überzeugt, dass sie dem besten aller Herren gedient hat.
Erst lange nach ihrem Tod, im Jahr 1703, wurden die "Englischen Fräulein" offiziell kirchlich anerkannt und erst seit 1909 darf Maria Ward offiziell als deren Gründerin bezeichnet werden. Maria Ward war ihrer Zeit voraus. Es hat lange gebraucht, bis die Kirche erkannte, dass sich auch in dieser Frau das Wirken Gottes in dieser Welt gezeigt hat.

von 29.01.2014 10:09

29.01.Aphrahat der persische Weise ca. 275 - 345


Aphrahat

I. Einführung

1. Das Umfeld: Ein kurzer Überblick
über das persische Christentum im 4. Jhd.

Die erste Missionierung Persiens erfolgte spätestens am Anfang des 2. Jahrhunderts, wohl von Edessa her. Das Christentum galt als Minderheit. Das Leben in Persien bestimmen verschiedene heidnische Kulte. Es gab aber auch ein sehr starkes Diasporajudentum, das bis zum 4.Jhd. zahlenmäßig wohl gleichstark wie Chrsitentum war. In seinem Werk setzt sich Aphrahat vornehmlich mit dem Judentum auseinander, während das Heidentum so gut wie keine Rolle bei ihm spielt.
Das Christentum konnte sich zunächst relativ frei entfalten. Dann aber kam es zu einer Restauration heidnischer Kulte durch die Sassaniden im 3.Jhd. und einer Stärkung des Mazdaismus. Es gab einzelne Verfolgungen anderer Religionen, darunter auch Juden und Christen aber erst nach Konstantin wird das Christentum als Staatsreligion eines Feindstaates in Persien verdächtig.
Zur Zeit Aphrahats kam es unter Schapur II. in der 1.Hälfte des 4. Jhdts. zu organisierten Christenverfolgungen. Schapur soll gesagt haben: "In unserem Land wohnen sie (die Christen), doch ihre Gedanken sind beim Caesar, unserem Feind." Damit hatte er nicht unrecht. Aphrahat schreibt in Dem. IV, 24 (FC, 177) Über die Kriege:

Gott nahm das Reich den Jakobssöhnen fort und gab es den Esausöhnen, bis der kommt, dem es gehört... Daher wird dieses Reich der Esausöhne (=Rom) nicht in die Hand der zusammengezogenen Heere (Persiens) übergeben, die dagegen heraufziehen wollen, weil das Reich für seinen Geber bewahrt wird und dieser es bewahrt.

Möglicherweise wurden Christenverfolgungen auch durch jüdische Intrigen am persischen Hof verstärkt und es mag auch zu Auseinandersetzungen wegen der erhöhten Steuer für Christen gekommen sein. Erst an der Wende zum 5. Jahrhundert kommt es zu einer Tolerierung der persischen Nationalkirche.
Das persiche Christentum zeichnet sich durch seine, zunächst von der griechischen Welt relativ unberührte semitische Denkweise aus. Charakteristisch ist auch ein starker asketischer Zug.
Einige bedeutende Theologen und Werke:
Tatian der Syrer (gest. nach 172)
Bardaisan, der "aramäische Philosoph" (154-222)
Die Oden Salomos
Das Thomasevangelium
Die Thomasakten
Die syrische Didaskalie

2. Die Person: Aphrahat

Aphrahat wurde zwischen 270 und 285 geboren und starb im Jahr 345. Er lebte wohl im westlichen Grenzgebiet Persiens. Seine Biographie ist uns nahezu unbekannt. Aus seinem Werk lassen sich nur wenige Rückschlüsse auf seine Person ziehen, ja es ist sogar seine erklärte Absicht, seine Person ganz hinter dem Werk zurücktreten zu lassen (vgl. 22,26).
Sein bedeutendstes Werk sind die "Demonstrationes/Unterweisungen". Die deutsche Ausgabe ist in der Reihe Fontes Christiani (Freiburg, 1991) erschienen. Alle Zitate in diesem Text beziehen sich auf diese Ausgabe.
Aphrahat ist der erste syrische Kirchenvater. Man kann aber davon ausgehen, dass er Mönch gewesen ist und den "Bundessöhnen" angehörte. Obwohl seine Zugehörigkeit zum Klerus umstritten ist, hatte er dennoch eine bedeutende Position in der damaligen Kirche inne, er war jemand, von dem man eine verlässliche Glaubensunterweisung erwartete. Er will ein treuer Sohn der Kirche sein und ist in ihrer Tradition fest verwurzelt.
Aphrahat ist Zeitgenosse des Konzils von Nicäa, hatte aber, wohl wegen des Kriegszustandes zwischen Persien und Rom, keine Kenntnis von diesem Konzil gehabt, auch nicht vom Arianismus. In seinem Werk zeigen sich überhaupt sehr wenige Einflüsse westlichen Denkens.

3. Das Werk: Demonstrationes

Das Werk entstand als Antwort auf einen Brief eines Möches mit der Bitte um Glaubensweisung. Aphrahat schreibt als Mönch für Mönche.
Sein Werk ist als Akrostichon nach den 22 Buchstaben des syrischen Alphabets gegliedert:
Teil 1 (337 entstanden)
I. Über den Glauben
II. Über die Liebe
III. Über das Fasten
IV. Über das Gebet
V. Über die Kriege
VI. Über die Bundessöhne
VII. Über die Büßer
VIII. Über die Auferweckung der Toten
IX. Über die Demut
X. Über die Hirten
Teil 2 (344 entstanden)
XI. Über die Beschneidung
XII. Über das Pascha
XIII. Über den Sabbat
XIV. Über die Ermahnung
XV. Über die Unterscheidung der Speisen
XVI. Über die Völker anstelle des Volkes
XVII. Über den Messias, daß er der Sohn Gottes ist
XVIII. Gegen die Juden über die Jungfräulichkeit und Heiligkeit
XIX. Gegen die Juden, die da sagen, es sei für sie bestimmt, versammelt zu werden
XX. Über die Armenversorgung
XXI. Über die Verfolgung
XXII. Über den Tod und die letzten Zeiten
Nachtrag (345 entstanden)
XXIII. Über die Beere

Das Werk ist verfasst in glänzendem Syrisch mit sehr wenigen griechischen oder persischen Lehnwörtern. WEs zeigt eine sehr biblische Sprache, die Hl. Schrift ist die Hauptquelle seiner Theologie.
"Aphrahats Darlegungen lassen keinen systematischen Aufbau erkennen. Sehr selten beschränkt er sich auf ein vorgegebenes Thema, oft unterbricht er die Betrachtung durch ausführliche Bibelzitate, schaltet chronologische und erbauliche Exkurse ein oder verknüpft Paränesen, Bekenntnisse und Gebete mit dem dünnen Faden des Hauptthemas. Straffe Gedankenfolge und kunstgerechten Aufbau sucht man beim persischen Weisen vergebens." (FC, 39)
Aphrahat verwendet eine bildhafte Sprache mit direkte Anrede des Lesers und einprägsamen Wiederholungen.

I,2 Denn der Glaube setzt sich aus vielen Dingen zusammen und wird mit vielen Farben vollendet. Einem Bauwerk gleicht er nämlich, das aus vielen Einzelarbeiten errichtet wird, und sein Bau ragt in die Höhe. Wisse, mein Freund, daß auf die Fundamente des Bauwerks Steine gelegt werden, und dann erhebt sich auf den Steinen der ganze Bau, bis er vollendet ist. So ist auch unseres ganzen Glaubens Fundament jener feste Fels, der unser Herr Jesus Christus ist. (FC, 81)

Wenn Aphrahat von Christus spricht, so sind es meiner Ansicht nach zwei Sachverhalte, die ihn dabei beeinflussen: Zum einen ist es sein Verhältnis zum Judentum. Einerseits hat er mit dem Judentum als gemeinsame Quelle das AT, andererseits sind sie es, gegen die er die Bedeutung Christi verteidigen muss. Zum anderen bestimmt sein Menschenbild sein Reden von Christus. Erlösung, Geistsendung und Nachahmung Christi werden die wichtigen Themenfelder sein, die uns begegnen werden.

II. Das Verhältnis Aphrahats zum Judentum

Zunächst möchte ich kurz das Verhältnis Aphrahats zum Judentum darstellen. In Persien war das Diasporajudentum zahlenmäßig zur Zeit Aphrahats etwa gleichstark wie das Christentum. Trotz vieler Gemeinsamkeiten sind es gerade die Juden, gegenüber denen Aphrahat das Christentum verteidigen muss, nicht Heiden oder innerchristliche Irrlehrer. Dies beeinflußt natürlich seine Argumentationsweise. Aphrahat muss zunächst beweisen, dass Christus Gott ist und der von den Propheten verheißene Messias. Dabei kann er auf das AT als gemeinsame Grundlage zurückgreifen.
Aphrahat bedient sich dabei, besonders in den Dem. XI-XIII und XV-XIX, die während der Verfolgung geschrieben wurden, einer relativ starken Polemik gegen die Juden, die aber ein gewisses gesundes Maß nicht überschreitet, wie ihm auch jüdische Gegner bescheinigen. Da das Judentum im Gegensatz zum Christentum eher toleriert wurde (unverdächtig), wollten wohl einige Christen durch Konversion zum Judentum den Verfolgungen entgehen. Aphrahat ist daher sehr darum bemüht, den Heilsanspruch jüdischer Gebräuche abzuweisen und den christlichen Glauben als Höhepunkt und Vollendung alt. Verheißungen darzustellen.
Wichtige Themen in der Auseinandersetzung mit den Juden sind Christologie, Ehelosigkeit und Askese, Verfolgung, Erwählung der Völker und Verwerfung Israels.
Trotz aller Abgrenzung gegenüber dem Judentum ist Aphrahat stark von semitischem Denken beinflusst und es ist eine Fülle inhaltlicher Parallelen zur rabbinischen Litaratur zu belegen. Somit spricht die polemische Abgrenzung gegenüber den Juden nicht gegen, sondern eher für eine enge Verwandtschaft und Gemeinsamkeit der beiden religiösen Gruppen.

III. Aphrahats Reden von Christus

1. Christus als Sohn Gottes und Gott

Das apologetische Anliegen gegenüber dem Judentum bestimmt natürlich die Redeweise Aphrahats über Christus. In der Dem. XVII geht es ihm vor allem darum zu beweisen, dass Christus Gott und Gottes Sohn ist und dass er zurecht angebetet wird. Diese Abhandlung "Über den Messias, des Sohn Gottes" ist in erster Linie "eine wortreiche Antwort gegen die Juden, die da lästern gegen das Volk aus den Völkern." Für uns Christen "... steht fest, daß Jesus, der Herr, Gott ist, Sohn Gottes, König, Königssohn, Licht vom Licht, Sohn, Ratgeber, Wegführer und Weg, Erlöser, Hirte, Sammler, Tor, Perle und Leuchte." (FC, 418)
Christus kann Gott genannt werden, weil schon im AT manchen Gerechten der Name der Gottheit beigelegt wurde (so wird Mose für den Pharao, aber auch für Aaron zum Gott bestellt). Dann versucht er zu beweisen, daß sich im AT schon die Gottessohnschaft Christi angedeutet finden und Christus der von den Propheten verheißene Messias ist.

XVII, 8 "Davon sollen sich die Schwerfälligen überzeugen lassen, daß es nichts Ungewöhnliches ist, daß wir Christus Sohn Gottes nennen, der ja alle Menschen empfangen und aus seinem Denken gezeugt hat, ...daß auch ihm der Name der Gottheit zukommt, da er (sc. Gott) auch den Gerechten seinen Namen beilegt...Für uns aber steht fest, daß Jesus Gott ist, Sohn Gottes. In ihm haben wir den Vater erkannt und sind dadurch an aller (Götzen)Verehrung gehindert. Also nichts haben wir, was wir dem vergelten könnten, der solches unsretwegen ertrug, außer daß wir ihm durch Anbetung Ehre zollen für seine Drangsal um unsretwillen." (FC, 423 ff)

Sieht man von der Abneigung Aphrahats gegen eine spekulative Theologie an sich einmal ab, so hat sicher auch die Konzentration allein auf die Auseinadersetzung mit den Juden dazu geführt, da22 es für Aphrahat nicht nötig gewesen ist, eine solche Begriffsspezialisierung zu leisten, wie sie in der Reichskirche gegenüber den innerchristlichen Irrlehren herausgefordert wurde. Seine Christologie ist daher eher rückwärts gewandt und erinnert etwas an die Reden des Paulus in der Apostelgeschichte an die Juden.

2. Typologische Exegese

Die typologische Exegese ist die bevorzugte Methode der Schriftauslegung bei Aphrahat. Sie unterstützt sein apologetische Anliegen, das Christentum gegenüber jüdischen Einwürfen zu verteidigen. Das Christentum wird so als nahtlose Fortführung des atl. Judentums und darüber hinaus als dessen Überbietung und Erfüllung dargestellt. "Die verhüllte Heilsmacht Gottes wirkt im vorausweisenden Symbol des AT, verwirklicht sich in der Heilstat Christi und setzt sich im sakramentalen Leben der Kirche fort."
Alles, was durch Christus und das Christentum geschehen ist, ist im AT bereits prophetisch angekündigt oder verborgen enthalten. Das Wirken Christi zeigt sich somit als Realisation atl. Prophetie und Christus ist authentischer Interpret und Garant von Gesetz und Propheten. Dies zeigt sich auch am Christustitel "Erfüller". In der typologischen Exegese wird auch die Christozentrik der gesamten Schriftauslegung Aphrahats deutlich.
Jede Form christlicher Lehre und Praxis hat ihren entsprechenden Vorläufer im AT. Die atl. Gesetzesvorschriften werden durch das doppelte Liebesgebot aufgehoben, allein der Dekalog beibt für die Christen relevant. Alle anderen Vorschriften sind Symbole müssen in der typologischen Exegese auf ihren verborgenen Sinn hin untersucht werden.
Das wichtigste Symbol im AT ist das Paschafest. Von ihm her führt eine direkte Linie zur christlichen Sakramententheologie. Der eucharistische Christus ist das Pascha der Wahrheit.

XII, 5 "Du hast nun, mein Lieber, von diesem Pascha gehört, was ich dir gesagt habe, daß sein Symbol dem ersten Volk gegeben wurde, seine Wahrheit jedoch vernimmt man heute unter allen Völkern...
6 Denn unser Erlöser aß das Pascha zusammen mit seinen Jüngern ... und vollzog in Wahrheit das Zeichen des Pascha für seine Jünger ..." (FC, 302f)
10 Israel wurde nämlich getauft inmitten des Meeres, in jener Paschanacht, am Tage der Erlösung. Unser Erlöser wusch die Füße seiner Jünger in der Paschanacht, ein Symbol für die Taufe. Erkenne, ... daß erst in dieser Nacht unser Erlöser die wahre Taufe gab, denn solange er sich bei seinen Jüngern aufhielt, gab es die Taufe des Gesetzes, mit der die Priester tauften, jene Taufe, wie Johannes gesagt hat: "Kehrt um von euren Sünden!" (Mt 3,2). In jener Nacht zeigte er ihnen das Geheimnis der Taufe des Leidens und seines Sterbens, wie der Apostel gesagt hat: "Ihr wurdet mit ihm begraben zum Tod, ihr seid mit ihm erstanden durch die Kraft Gottes" (Röm 6,3f; Kol 2,12)." (FC, 308f)

Als weiteres Beispiel für typologische Exegese kann auch noch die Auslegung der Vision Jakobs von der Himmelsleiter dienen:

IV, 5 "Auch unser Vater Jakob betete in Bet-El und sah das Himmelstor, wie es geöffnet war, und eine Leiter, die in die Höhe führte. Das ist das Symbol unseres Erlösers, das Jakob geschaut hat. Das Tor des Himmels ist Christus ... Auch die Leiter, die Jakob sah, ist ein Symbol für unseren Erlöser, durch den die gerechten Menschen von unten nach oben steigen. Ferner ist es Symbol für das Kreuz unseres Erlösers, der erhöht worden ist in der Art einer Leiter. Der Herr jedenfalls steht über ihm. Denn über Christus ist der Herr des Alls ...Dort stellte Jakob eine steinerne Säule zum Zeugnis auf und goß Salböl auf ihre Spitze. Auch dies hat unser Vater Jakob im voraus symbolisch getan: Steine empfangen die Salbung. Denn die Völker, die zum Glauben an den Gesalbten gekommen sind, werden gesalbt ..." (FC, 140)

3. Namen und Symbole Christi

Orientalisch-semitisches Denken kennt eine besondere Hochschätzung des Namens. Der Name gilt als wesentlicher Bestandteil der Person und als Aussage über Wesen und Charakter seines Trägers (er ist nie bloß äußerliches Erkennungszeichen; "nomen es omen" z.B. Märtyrer Simon, der Färbersohn, hat durch sein blutiges Martyrium sein Gewand für den Eintritt ins Gottesreich gefärbt). Es besteht eine reale, untrennbare Beziehung zwischen dem Namen und seinem Träger. In Bezug auf Christus bedeutet dies: Die Namen, mit denen er genannt wird, zeigen sein Wesen.
Aber die Wirklichkeit Gottes lässt sich nie vollständig aussagen, auch nicht in Bildern und Symbolen, diese bleiben immer hinter der Wirklichkeit Gottes zurück und können nur eine Annäherung an sein Geheimnis sein. Dennoch ist menschliche Rede von Gott sinnvoll, da er gleichsam die Initiative ergriffen hat, die Gemeinschaft mit den Menschen sucht und sich offenbart hat.
Es ist dies das Problem der Apophatik und Kataphatik Gottes. So kann Aphrahat einerseits davon reden, daß es von Gott kein Gleichnis gibt und in einem Atemzug an der Möglichkeit des Menschen festhalten, Gott in seinem Herzen zu formen und sein Gleichnis zu bilden. (vgl. XXIII, 59)
Theologische Rede ist für Aphrahat in erster Linie Bildrede. Er versucht in Bildern, sich dem Geheimnis Gottes zu nähern. Er ist nicht der spekulative Denker, sondern gleicht eher einem Künstler, dessen künstlerisches Schaffen an der schöpferischen Allmacht Gottes teilhat. Man kann von einem Vorrag der Ästhetik vor der Logik sprechen.
Aphrahat betrachtet Christus aus immer wieder neuen Perspektiven, ohne den Versuch zu unternehmen, diese einzelnen Bilder zu einer christologischen Gesamtschau zu vereinen. Häufig stehen die einzelnen Bilder völlig unverbunden nebeneinander (vgl. XVII, 2.11), sie dürfen aber nie nur getrennt betrachtet werden. Würde man einzelne Bilder verabsolutieren, würde man die Absicht Aphrahats verkennen und sein Christusbild entstellen. Erst im immer wieder neuen Betrachten der einzelnen Bilder kann sich der Betrachter dem Geheimnis Christi nähern, ohne daß man Christus am Ende in einer abschließenden einzigen Formel darstellen könnte.
Christus ist so für Aphrahat wie eine Perle, unendlich kostbar, und immer wieder neu zu betrachten.

XVII,1 "... Für uns jedenfalls steht fest, dass Jesus, der Herr, Gott ist, Sohn Gottes, König, Königssohn, Licht vom Licht, Sohn, Ratgeber, Wegführer und Weg, Erlöser, Hirte, Sammler, Tor, Perle und Leuchte." (FC, 418)

Der häufigste Christustitel ist natürlich Herr, maran, "unser Herr". Daneben steht der Titel Christus, Messias, der Gesalbte, wobei im Umfeld Aphrahats noch ganz klar der Gedanke der Salbung damit assoziiert wurde und Christus noch nicht, wie heute ein reiner Eigenname war. Auch wird damit an die durch Christus ermöglichte Salbung der Völker erinnert. Durch die Taufsalbung werden die Christen selbst zu Gesalbten und empfangen Anteil an der Salbung Christi, der uns den Zugang zum paradiesischen Ölbaum eröffnet hat. Durch Salbung wird Christus auch zum Träger der atl. Ämtertrias: des Königs- und Hirtenamts, des Prophetenamts und des Priesteramts.
Trotz Opposition zum persischer Herrscherhaus scheut Aphrahat sich nicht, Christi eschatologisches Königtum und seine himmlische Inthronisation im Stile des persischen Hofzeremoniells darzustellen. Als König ist Christus auch Heerführer, das Kampfmotiv ist für Aphrahat nicht unbedeutend, Christus kämpft auf Seiten der Esausöhne und ist ein größerer Heerführer als die Engelfürsten Gabriel und Michael.
Als Hirte ist Christus auch Vorbild für die Hirten der Kirche. Die Bezeichnung Oberhirte ist allein für Christus reserviert. Christi Wirken wird gezeichnet als die Erfüllung und Überbietung atl. Prophetie, aus der unendlichen Fülle seines göttlichen Geistes haben auch die Propheten empfangen.
Eine syrische Sondertradition bildet die Herleitung von Christi Priestertum aus der Taufe durch Johannes. Dadurch soll gegenüber den Juden die Kontinuität, Erfüllung und Überbietung des alt. Priesterums gezeigt werden.
Die Bezeichnung Christi als Erlöser und lebendigmachender Arzt macht seine Heilsfunktion besonders deutlich. Leben wird nicht als neutrale Größe (etwa als Grundkraft der kosmischen Entwicklung) definiert, sondern ist ein Heilsgut, das den Menschen von Gott gewährt wird, wenn Christus Arzt ist, wird deutlich, dass der Mensch selbst unfähig ist, sich zu heilen. Christus eröffnet den Menschen wieder den Zugang zum Lebensbaum und die Gegengrößen zum Leben, Tod (alles verschlingende Scheol) und Krankheit sind unmächtig.
Christus ist der Bräutigam. Bei der Hochschätzung der Jungfräulichkeit bei Aphrahat nimmt es nicht Wunder, daß er Christus als den einzig idealen Bräutigam hinstellt, ja er zeichnet ein dunkles Bild irdischer Brautschaft um die himmlische Christusehe umso glänzender erscheinen zu lassen. Die intime Christusgemeinschaft sichert den Ehelosen schon auf Erden Teilhabe an der Auferstehung, stellt aber, einmal gewählt, auch eine lebenslängliche Verpflichtung dar, von der abzuweichen eine schwere Sünde ist.
Christus ist das Licht, das in der Finsternis leuchtet, das die Völker erleuchtet. Beachtenswert ist auch das Bild vom Licht, das als Lampe ans Kreuz gehängt wird.

4. Glaubensbekenntnis

Christus ist das Fundament des Glaubens. Für Aphrahat definiert sich, wie allgemein für den Semiten, der Glaube nicht so sehr in Lehrsätzen, sondern dadurch, daß er einen festen Grund darstellt, auf dem der Mensch das Leben aufbauen kann, daß er die Grundlage für ein gerechtes Leben ist. (Vgl. Hebr. 11,1 "Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.") So ist auch Fels eine beliebte Bezeichnung für Christus. Christus ist der Grundstein des Glaubens aber auch der Schlußstein des Hauses des Gläubigen. Wenn der Mensch es einladend gestaltet, wohnt Christus durch den Geist darin.
Der Geist hat bei Aphrahat vornehmlich die Funktion, die Universalisierung und individuelle Aneignung des Christusgeschehens zu garantieren (man kann aber nicht sagen, daß Aphrahat bereits den Geist als Hypostase Gottes gekannt hat). In dem Fragebrief des Mönches an Aphrahat schreibt dieser ein Glaubensbekenntnis und legt es Aphrahat zur Prüfung vor. Aphrahat nennt in seinen Demonstrationes dann folgendes Glaubensbekenntnis. Die erste und letzte Zeile machen deutlich, daß es nicht von Aphrahat ad hoc formuliert wurde. Es ist wohl im Kern sehr alt und spiegelt das Glaubensbewußtsein der frühen jüdischen Christen wieder. Wie das des anderen Mönches erscheint es sehr alttestamentlich-jüdisch beeinflußt. Der Geist wird vor Christus genannt, von dem nur gesagt wird, daß er der von Gott in die Welt gesandte Messias ist.

I, 19 "Dies ist nämlich der Glaube: Dass man glaubt an Gott, den Herrn des Alls, der gemacht hat Himmel und Erde und Meere und alles, was darinnen, der Adam gemacht hat in seinem Bild, der die Weisung dem Mose gegeben hat, der von seinem Geist in die Propheten gesandt hat, der ferner seinen Messias in die Welt gesandt hat, und dass man glaubt an die Wiederbelebung der Toten, und dass man darüber hinaus auch glaubt an das Sakrament der Taufe. Dies ist der Glaube der Kirche Gottes." (FC, 96)

5. Präexistenz Christi

Werfen wir noch kurz einen Blick darauf, wie Aphrahat Christus vor seiner Menschwerdung sieht. Er spricht zwar von einem Sein Christi beim Vater vor seiner Menschwerdung, so daß die Präexistenz beim Vater in der Seinsweise Gottes belegt ist, doch wird nicht ganz deutlich, ob Christus auch als gleichewig wie der Vater angesehen wird.

I, 8 "... Auch der Prophet Sacharja hat über diesen Stein, der Christus ist, geweissagt ... "Ich schaute den Anfangsstein der Gerechtigkeit und des liebenden Erbarmens" (Sach 4,7 syr.). Warum hat er gesagt "Anfang(-stein)"? Doch nur, weil er von Anfang an beim Vater war (vgl. Joh 1,1)." (FC, 86)
XXIII, 52 "... Wir preisen in dir [=Christus] das Wesen seiner [=des Vaters] selbst, das dich von seiner Wesenheit getrennt und dich zu uns gesandt hat..." (FC, 560)

IV. Erlösung und Nachfolge

1. Die Ausgangssituation: Gottebenbildlichkeit
und Sündhaftigkeit des Menschen

XVII, 7 "... Du weisst, ... dass alle Geschöpfe, seien sie nun oben oder unten, zuerst erschaffen wurden, und nach all diesen der Mensch. Als Gott nämlich die Welt mit all ihrem Schmuck zu erschaffen gedachte, hat er anfangs Adam empfangen und im Innersten seines Verstandes gebildet. Erst nachdem Adam in seinem Denken empfangen worden war, empfing er die anderen Geschöpfe ... Denn der Mensch ist älter und geht in der Empfängnis den anderen Geschöpfen voraus ... Erst als er [=Gott] die Welt vollendet und geschmückt hatte ... zeugte er Adam aus seinem Denken. Er formte Adam mit seinen Händen, und Adam fand die Welt bereits gegründet ... Nachdem Gott Adam aus dem Inneren seines Denkens gezeugt hatte, bildete er ihn, blies ihm von seinem Geist ein und gab ihm die Erkenntnis der Unterscheidung, zwischen Gut und Böse zu scheiden und zu erkennen, daß Gott ihn erschaffen hat. Sobald der Mensch seinen Schöpfer erkannt hat, wird Gott im Inneren des menschlichen Denkens geformt und empfangen."

Der Vorrang des Menschen in der Schöpfung zeigt sich zum einen darin, dass Adam anfangs von Gott empfangen und im Innersten seines Verstandes gebildet wurde. Erst nach der Erschaffung der Welt und der übrigen Geschöpfe hat Gott Adam aus seinem Denken gezeugt und mit seinen Händen geformt und in die Welt gesetzt. Auch dieses Geschaffensein durch die Hände Gottes zeichnet den Menschen aus.
Die Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott manifestiert sich aber auch vor allem darin, daß der Mensch mit den Geist erhalten hat, was ihn in die Nähe Gottes stellt und ihn von aller anderen Kreatur abhebt. Die Geistbegabtheit des Menschen ist Gabe und Aufgabe. Wahres Menschsein wird sowohl im Urzustand, in der geschichtlischen Existenz, als auch in der eschatologischen Vollendung nur durch Vereinigung mit dem Geist verwirklicht (bei Auferstehung ruft Geist die Gerechten aus den Gräbern und die verwandelten Leiber umkleiden den Geist, sind also ganz vom Geist erfüllt und sind so fähig zur Anschauung Gottes). Der Mensch ist aber auch zu einem Leben nach dem Geist aufgefordert, sonst geht er des Geistes verlustig und der "geistlose" Mensch sinkt auf die Ebene der anderen Kreatur herab, er ist wie das Vieh.

"Der Mensch wird zum Tempel für Gott, seinen Schöpfer ... Jedoch die Adamskinder, in deren Innerem er nicht gebildet und geformt wird und in deren Denken er nicht empfangen wird, werden vor ihm wie Vieh erachtet und wie die übrigen Geschöpfe (vgl. Ps 73,22 syr.)." (FC, 422 f)

Die Sünde des Adam führte zum Verlust des Geistes.

XXIII, 3 "...Weil der Mensch durch die Verführungskunst des Bösen das Gebot übertrat und sich die Hoheit anmaßte, Gott gleich zu sein, und zwar aufgrund der empfangenen Unterscheidungsgabe der Erkenntnis, entstand zwischen ihm und dem Lebensbaum, um dessen Früchte er durch die betrügerische List des Bösen gebracht wurde, eine Umwallung. Auf Befehl des Großen (sc. Gottes) wurde der Baum mit Hilfe des furchterregenden Schwertes und einer kreisenden Flamme abgezäunt (vgl. Gen 3,24)..."

Die Sünde beleidigt und vertreibt den Geist und so ging der Mensch durch die Sünde Adams des Geistes verlustig und lebte unter dem Fluch. Der Mensch ist in diesem Zustand ein Torso, der der Wiedervereinigung mit dem Geist bedarf. Im paradiesischen Urzustand hatte der Mensch uneingeschränkten Zugang zum Lebensbaum, nach der Sünde Adams wurde ihm der Zugang zu den Früchten des Baumes durch versperrt, dadurch bekamen die lebensbedrohlichen Kräfte wie Tod und Krankheit Zugriff auf den Menschen.
Dennoch kann die Sünde Adams die einmal ausgesprochene Segensverheißung Gottes nicht aufheben. Es zeigt Aphrahats positives Menschenbild, wenn er behauptet, daß es immer Gerechte auf Erden gegeben hat, die einen gewissen Zugang zum Lebensbaum hatten; die Verfluchung Adams wird so stillschweigend ausgehöhlt.
Doch ist dieser Lebensbaum in seiner Annehmlichkeit denen, die von ihm zu essen trachten, um zu leben, nicht unzugänglich geblieben, weil er seine Zweige ausbreitete und seine Äste ausdehnte, seine Schößlinge über die Umwallung ausstreckte und in seiner Güte seine Früchte auch außerhalb des zur Bewachung eingegrenzten Gebietes abwarf. Den Menschen, die zuvor wegen der verwirrten und beschädigten Erkenntnis zahlreiche Hiebe hinnehmen mußten, wurde durch diese Heilungsmöglichkeit der verhängte Fluch genommen.

"Als der Feind dies fühlte, wurde er in seinem Sinn ein wenig beschämt. Seine Künste wurden hinfällig, so daß er der Frucht und ihren Essern zürnte. Sie empfingen in ihrem Leib die Auflösung des Fluches, so dass wahre Weisheit die trügerische List des Bösen überwand. Die diese Frucht aßen, wurden bewahrt wie die Beere in der Traube, und aufgrund des Segens wurde die Traube bewahrt bis zur Vollendung der vom Höchsten festgesetzten Zeit (vgl. Jes 65,8)." (FC, 528f)

Dennoch ist die Situation des Menschen bestimmt vom Verlangen nach dem Geist und der Befreiung vom Fluch Adams. Dies ist gleichsam die Ausgangssituation, in die Christus eintritt. Greifen wir hier schon einmal etwas vor und sehen wir die eine Frucht der Erlösung in Christus:

Aphrahat

XIV, 31 "... Er betrat die Scheol und führte die Gefesselten heraus. Mit dem Bösen kämpfte er, bezwang ihn und trat ihn nieder, durchbrach seine Bahnen und plünderte seinen Besitz; er zerbrach seine Pforten und riß seine Riegel ab. Er nahm seine Dornen und setzte sie auf dessen Haupt. Er versiegelte unsere Seelen mit seinem eigenen Blut. Er ließ die Gefangenen frei aus der verschlossenen Grube. Er zerbrach die Umwallung und die Schärfe des Schwertes [vgl. S.1 XXIII, 3], nahm den Fluch und heftete ihn an sein Kreuz (vgl. Kol 2,14)." (FC, 363)

Der Tod wurde durch Christus endgültig vernichtet. Christus fuhr in die Unterwelt, doch sie konnte ihn nicht behalten und er verläßt sie als Sieger. Durch Christus sind die lebensbedrohenden Mächte besiegt.
Sehen wir uns nun im Folgenden genauer an, wie Aphrahat uns die Erlösungstat Christi schildert und wie er den Menschen auch den Zugang zum Geist ermöglicht.

2. Christus Gott und Mensch -
der kyana-Begriff bei Aphrahat

Christus, in der Herrlichkeit beim Vater, ist zu uns gekommen und hat aus der Jungfrau Maria einen Leib angenommen. Im Unterschied zur griech. Tradition spricht man in der syrischen Christologie oft von der Menschwerdung Christi als "Er zog einen (auch den) Leib an." Falsch verstanden kann dies einem Doketismus Vorschub leisten. Dieser würde jedoch den Wert der Erlösung durch Christus in Frage stellen und auch die Askese als Heiligung des Leibes entwerten. Aphrahat betont daher an vielen Stellen das wahre Menschsein Christi und seine Leidensfähigkeit. Es ist für ihn heilsnotwendig, daß Christus wahrer Mensch geworden ist.
Aphrahat spricht nirgends von einer Fleischwerdung des Logos, wenngleich er Joh 1,1 in anderem Zusammenhang erwähnt. Für ihn ist Jesus und nicht der Logos Subjekt der Menschwerdung, das Objekt ist der Leib (nicht Mensch oder Fleisch).
Natürlich ist Aphrahat (nicht zuletzt auch wegen der Hochschätzung der Jungfräulichkeit an sich) von der Jungfrauengeburt Christi aus Maria überzeugt. Eine etwas eigenwillige Terminologie verwendet er, wenn er vom Hineinsäen der Frucht in Maria durch Gabriel spricht (IX,5).
Im folgenden Text wird deutlich, wie sehr Aphrahat auf das wahre Menschsein Christi Wert legt:

"...Obgleich er reich war, machte er sich arm. Obgleich er erhaben war, erniedrigte er seine Größe. Obgleich seine Wohnung in der Höhe war, hatte er keinen Ort, sein Haupt zu legen (vgl. Mt 8,20). Obgleich er auf den Wolken einst kommen wird, ritt er auf einem Eselsfüllen in Jerusalem ein (vgl. Mt 26,64; 21,7). Obgleich er Gott war und Gottes Sohn, nahm er Knechtsgestalt an (Phil 2,7). Obgleich er die Ruhe aller Mühen war, ermüdete er von der Mühe des Weges (Joh 4,6f). Obgleich er der Quell war, der den Durst stillt, dürstete er und bat um Wasser, um zu trinken (vgl. Joh 4,7). Obgleich er die Fülle war und all unseren Hunger sättigte, hungerte er, als er in die Wüste hinauszog, um versucht zu werden (vgl. Mt 4,2).
Obgleich er der Wächter war, der nicht schlummert (Ps 121,4), schlummerte und schlief er im Schiff inmitten des Meeres (vgl. Mt 8,24). Obgleich er bedient wurde in der Wohnung seines Vaters, ließ er sich von Menschenhand bedienen. Obgleich er der Arzt aller kranken Menschen war, wurde er an seinen Händen mit Nägeln befestigt. ... Obgleich er der Lebendigmacher aller Toten war, übergab er sich selbst dem Tod am Kreuz."

Gehen wir noch einen Schritt weiter. Das Folgende ist ein wichtiger Satz für die Christologie Aphrahats. Er spricht von der göttlichen und menschlichen Seinsweise Christi. Dabei verwendet er den Begriff kyana, auf den näher einzugehen ist:

"Als unser Herr aus seiner Existenzweise [Natur] gekommen war, wandelte er in unserer. Bleiben wir in unserer Existenzweise [Natur], daß wir am Tag der Gerechtigkeit an seiner Existenzweise [Natur] teilhaben."

In der Sprachgeschichte wird kyana verwendet als Äquivalent für das griech. Wort physis. In seiner Grundbedeutung meint kyana Sein, Seiendes, Seinsweise. Nichttheologisch meint kyana die charakteristische Eigenschaft einer Sache oder einer Person oder auch ganz konkret ein einzelnes Geschöpf oder Geschaffenes. Bei Aphrahat bedeutet kyana soviel wie "Stand, Zustand, Lage", es bezeichnet die typische Eigenschaft, die umfassende Natur oder ein konkretes Individuum.
Das Problem besteht darin, daß Aphrahat mit kyana auch ein konkretes Individuum meinen kann. Daraus folgt die Unmöglichkeit, zwei so verstandene Naturen in Christus anzugeben, ohne dabei gleichzeitig zwei Christusgestalten anzunehmen. Somit stellt sich die Frage, ob Aphrahat sich hier überhaupt vorstellen kann, daß Christus wahrer Mensch und wahrer Gott zugleich ist, oder ob er eher einen Geistchristologie zuneigt, in der Christus ein Mensch ist, der dadurch ausgezeichnet ist, daß er den Geist in Überfülle besitzt. Nach der Argumentation Aphrahats wäre ein solcher Mensch ja auch nach dem AT Gott zu nennen. Christus unterscheidet sich freilich auch von den anderen Menschen dadurch, daß er von Gott, seinem Vater kommt und wieder zu ihm zurückkehrt. Man wird sagen können, daß für Aphrahat das Verhältnis zwischen göttlicher und menschlicher Natur in Christus ein Geheimnis darstellt, das er nicht ergründen kann. So werden beide Sichtweisen für ihn möglich gewesen sein, aber nicht für sich absolut, sondern nur als verschiedene Perspektiven, die einander ergänzen.
Der Vorteil des kyana-Begriffs besteht darin, daß dadurch das wirkliche Menschsein Christi deutlich gemacht wird. Sein dynamischer Charakter läßt kein beziehungsloses Nebeneinander zweier abstrakter Naturen in Jesus zu, sondern nur ein heilsgeschichtliches Nacheinander und einen lebendigen Austausch zwischen den verschiedenen Existenzformen.
Das Problem bleibt bestehen, als im Jahre 410 das Nizänum ins Persische übersetzt und homoousios mit bar kyana d`abu(h)i ("connaturalem patri suo") übersetzt wurde. Man wird sagen können, daß dem kyana-Begriff Aphrahats noch nicht die begriffliche Systematisierung zugrundeliegt, die beim homoousios der Fall ist. (So war dieser Begriff vielleicht nicht unbedingt, wie Grillmeier meint, eine Brücke zum griechischen Glaubensbekenntnis, sondern hat auch zu Mißverständtnissen führen können.)
Um die Bedeutung der Christologie näher zu bestimmen, lesen wir zunächst weiter im Text:

"Unser Herr nahm von uns das Unterpfand und ging hin; er hinterließ uns ein Unterpfand von sich selbst und wurde entrückt (vgl. 2Kor 1,22; 5,5; Eph 1,14). Obgleich er nichts bedurfte, wurde unserer Bedürftigkeit wegen jener Ausweg gefunden. Was uns gehört, hatte er auch schon von Anfang an. Aber wer hätte uns das Seinige gegeben? Wahr ist nämlich das, was unser Herr uns verheißen hat: "Wo ich bin, werdet auch ihr sein" (Joh 14,3).
Denn was er von uns genommen hat, ist bei ihm in Ehre, und ein Diadem ist um sein Haupt gelegt (vgl. Hebr 2,9); so ziemt es sich auch für uns, das Seinige, das wir empfangen haben, in Ehren zu halten. Das Unsrige ist bei ihm geehrt, aber nicht in unserer Existenzform. Ehren wir das Seinige in der Natur seiner selbst. Wenn wir ihn ehren, kommen wir zu ihm, der von uns genommen hat und aufgefahren ist. Wenn wir ihn aber verachten, nimmt er von uns weg, was er uns gegeben hat. Wenn wir sein Unterpfand an uns reißen (vgl.Eph 1,14), nimmt er es uns dort wieder weg und beraubt uns dessen, was er uns verheißen hat.
Als er zu uns kam, hatte er nichts von uns, und auch wir hatten nichts von ihm, obwohl die beiden Existenzformen ihm und seinem Vater gehörten. Als nämlich Gabriel der seligen Maria, die ihn gebar, die Frohbotschaft brachte, nahm er (sc. Gabriel) das Wort aus der Höhe und kam an. "Das Wort ist Leib geworden und hat unter uns (auch: in uns) gewohnt (Joh 1,14). Als er (sc. Christus) zu dem ging, der ihn gesandt hatte, brach etwas auf und ging hin, was er nicht mitgebracht hatte, wie der Apostel gesagt hat: "Er ließ uns aufsteigen und thronen mit ihm im Himmel" (Eph 2,6). Als er zu seinem Vater zurückgekehrt war, sandte er uns seinen Geist und sprach zu uns: "Bei euch bin ich bis zur Vollendung der Welt" (Mt 28,20).
Denn Christus sitzt zur Rechten des Vaters, und Christus wohnt zugleich in den Menschen. Er herrscht oben wie unten durch die Weisheit seines Vaters und wohnt in den Vielen, obgleich er einer ist. Jeden Gläubigen überschattet er anteilweise und erleidet an sich keinen Mangel ..." (FC 197 ff)

Die Aussagen über Christus, die sich in diesem Text widerspiegeln, lassen sich gut mit dem Begriff Austauschchristologie bezeichnen. Das Erlösungswerk Christi bildet einen dynamischen Prozeß. An seinem Beginn steigt der, in einer nicht näher ausgeführten Weise beim Vater präexistene Christus, in die irdische Natur herab, er verläßt seine Natur, die himmlische Existenzweise, um bei den Menschen zu wandeln. Den Höhepunkt bildet die Aufnahme Christi in den Himmel, wodurch ein Stück Menschheit als Unterpfand der Gesamtvollendung bereits bei Gott angekommen ist. Christus legte die Menschheit nicht wieder ab. Er nahm wirklich ein Unterpfand vom Menschen mit (den menschlichen Leib, den er bei seiner Geburt aus Maria angenommen hat) und hinterließ seinerseits als Unterpfand den Heiligen Geist aus seiner himmlischen Natur. Mit Christi Entrückung ist so auch ein Stück Menschheit bei Gott angekommen, aber nicht in der Form unseres gegenwärtigen Zustandes der Erniedrigung und Vergänglichkeit, sondern im Zustand der Erhöhung und Herrlichkeit.
Christus hatte vor Menschwerdung noch keinen Leib angenommen. Dennoch war ihm die menschliche Existenzweise nicht völlig fremd, weil er potentiell über beide Existenzweisen verfügen konnte. Da Christus bei der Menschwerdung die menschlich-irdische Existenzweise angenommen und in seiner Auferstehung erhöht hat, befinden sich die Menschen virtuell bereits in der göttlichen Natur: ?Den Leib aus Staub zog er an und zog ihn zu seiner Natur.? (XXIII, 49) Es geht also nicht um ein beziehungsloses Nebeneinander von göttlicher und menschlicher Natur in Christus, sondern um die Hineinnahme des menschlich-irdischen Lebens in die göttliche Existenzweise durch Christus. Somit zeigt sich die Wiedergewinnung des Geistes als eigentliches Ziel der Erlösung. Dies realisiert sich in der Taufe, ist aber nicht exklusiv daran gebunden.
Christus wird auch ganz deutlich als Antitypus zu Adam hingestellt. Während die Selbsterhöhung Adams zu dessen Erniedrigung geführt hat, wird Christus, der sich selbst erniedrigte, von Gott erhöht. Der himmlische Adam ist bestimmt durch seine Geistnatur, der irdische Adam durch seine Staubnatur (vgl. VI, 18). Die Staubnatur geht nach Tod mit dem Körper zugrunde, der Gerechte wird beim Kommen Christi vom Geist gerufen und in eine unsterbliche Geistnatur verwandelt (vgl. Paulus: wir werden verwandelt werden).
Besteht so Erlösung für Aphrahat in erster Linie darin, daß den Menschen der Zugang zum Geist Gottes ermöglicht wird, so vergißt er andererseits nicht die Bedeutung des Kreuzestodes Christi für unsere Erlösung. Indem er als Gerechter für die Sünder starb, hat Christus die Schuld Adams beglichen und den Zugang zum Lebensbaum wiedereröffnet. Indem der, der völlig schuldlos war, alle Schulden auf sich genommen und ans Kreuz getragen hat, wurde der Schuldschein, der durch Adams Schuld bestand, getilgt.

3. Leben in der Nachfolge

a) Wahres Menschsein durch ein gerechtes Leben in der Nachfolge Christi

Aphrahat sagt ausdrücklich:

"All diese Demut hat uns unser Lebendigmacher an sich selbst bewiesen. Also demütigen wir auch uns, meine Lieben!"

Christi Erniedrigung in die Seinsweise des Menschen, sein gerechtes Leben, sein Ertragen von Leiden, all dies dient uns als Beispiel zur Nachahmung. Der Mensch muß sich Christus angleichen, dem exemplarischen Menschen, der seinem guten Vater gleichförmig geworden ist. Deshalb ist es für Aphrahat so wichtig, das volle Menschsein Christi zu betonen, denn nur weil er wirklich Drangsale durchlitten hat und Standhaftigkeit und Demut bewiesen hat, kann er darin auch Vorbild für den einzelnen Christen sein.
Der Christ ist aufgefordert, dem Beispiel seines Meisters zu folgen, sich ebenfalls zu demütigen, um Anteil an der himmlischen Existenzweise Christi zu erlangen. Christologische "Naturenlehre" erscheint so als Fundament gelebter christlicher Nachfolge und einer Spiritualität der Demut.
Viele Bilder, die Aphrahat von Christus zeichnet, dienen besonders dazu, die Vorbildhaftigkeit Christi darzustellen. Aphrahats Theologie ist eben nicht systematisch, sondern der immer wieder neu einsetzende Versuch, der Fülle des Gegenübers Christus-Geist praktisch-asketisch und damit indirekt auch christologisch gerecht zu werden.
Wie Christus seinen Leib in der himmlischen Sphäre in Ehren hält und ihn krönt, muß auch der Christ Christi Unterpfand, den Heiligen Geist, in Ehren halten. Durch ein gerechtes und asketisches Leben in der Nachahmung Christi wohnt Christus durch den Geist in uns und erst durch diese Einwohnung des Geistes entsteht wahres Menschsein, wird der Mensch Gottes Ebenbild. Weicht der Mensch von diesem Weg ab, kann er den Geist auch wieder verlieren, der geistlose Mensch aber ist wie Vieh.
Ausdruck eines gerechtes Leben in Askese sind Gebet, Fasten, Demut, Jungfräulichkeit, um nur einige Werke des Gerechten zu nennen. Dabei ist aber zu beachten, daß Aphrahat trotz aller Mahnungen zu einem asketischen Leben nicht dem Rigorismus verfällt.

"Seien wir Gefäße für die Ehre, damit unser Herr uns einfordern kann für seinen Gebrauch (2Tim 2,21) ... Hassen wir uns selbst (Joh 12,25), und lieben wir Christus, wie er uns geliebt und sich für uns hingegeben hat (Eph 5,2). Ehren wir den Geist Christi, dass wir von ihm Gnade empfangen. Werden wir der Welt fremd, wie auch Christus nicht von ihr war (vgl. Joh 17,14) ... Werden wir Teilhaber an seinem Leiden, dass wir ebenso auch durch seine Auferstehung das Leben haben... Horchen wir auf die Stimme des Bräutigams, damit wir mit ihm ins Brautgemach eintreten..." (FC, 183ff)
"In der Tat, ...das ganze Gesetz und die Propheten hängen an den beiden Geboten, wie es unser Erlöser gesagt hat: "...dass man den Herrn lieben soll aus ganzer Seele, mit ganzer Kraft und mit seinem ganzen Vermögen", und "dass man den Nächsten lieben soll so wie sich selbst" (Mt 22,37.39f)." (FC, 99)
"Denn der Glaube wird auf den Felsen des Bauwerks gestellt, die Liebe aber sind die Balken des Bauwerks, durch welche die Wände des Hauses zusammengehalten werden ..., wenn in ihr Spaltung gefunden wird, fällt der ganze Glaube zusammen." (FC, 113)
"Das, was unser Erlöser uns gelehrt hat, zeigt den Eifer der Liebe. Denn zunächst hat er sie in eigener Person vollkommen geübt, dann hat er sie seine Hörer gelehrt. Er hat unsere Feindschaft mit seinem Vater versöhnt, weil er uns geliebt hat, seine Schuldlosigkeit hat er für uns Schuldige dahingegeben. Der Gute litt für die Bösen Schmach. Der Reiche ist für uns arm geworden, der Lebendige ist für die Toten gestorben, und durch seinen Tod hat er unseren Tod zum Leben erweckt. Der Sohn des Herrn des Alls nahm um unseretwillen Knechtschaft an (vgl. Phil 2,7). Der, dem alles untertan ist, machte sich selbst zum Knecht, um uns aus der Knechtschaft der Sünde zu befreien." (FC, 115)
"Aber der Führer unseres Heeres ist größer als Gabriel und überragender als Michael und stärker als der Fürst Persiens: Er ist unser Herr und Lebendigmacher Jesus Christus, der kam, unsere Menschheit anzog, litt, versucht wurde im Leib, den er von uns angenommen hatte, um denen zu helfen, die verucht werden (vgl. Hebr 2,18;4,15). Denn er fastete für uns und besiegte unsere Feinde und gebot uns, zu fasten und allezeit zu wachen (vgl. Mt 26,41), damit wir durch die Kraft des reinen Fastens in seine Ruhe eindringen." (FC, 135)

b) Verhältnis von Askese und Gnade

Auch wenn Aphrahat sagt, dass es auch unabhängig von der Erlösung durch Christus geisterfüllte Gerechte gibt, so wird man doch sagen müssen, daß nach Christus im Normalfall die Taufe das Eintrittstor in ein geisterfülltes Leben ist. Der Mensch ist aber durch sein Tun aufgefordert, den Besitz des Geistes zu sichern. Wenn jedoch das Tun des Menschen so in den Vordergrund gestellt wird, wo bleibt da die Gnade Gottes, könnte man fragen. Die Gnade Gottes besteht darin, daß es immer wieder Gerechte auf Erden gibt. Freilich kennt Aphrahat auch das Zusammenspiel von Gnade und menschlichem Tun, wenn er es vielleicht so nicht explizit formuliert. Gott ermöglicht die Existenz von Gerechten, die es aber nur geben kann, wenn immer wieder Menschen bereit sind, diesen Weg zu gehen.

"Also lass dich überzeugen und sieh ein, daß es Gerechte auf Erden gibt und die Welt wegen der Aufrechten Bestand hat! Denn die Welt besteht nämlich durch die Gnade... Das aber ist die überragende Gnade, daß bis in Ewigkeit die Gerechten nicht aus der Welt verschwinden oder fehlen. Denn würden die Gerechten in der Welt fehlen, würde die Welt durch das Überfließen des Schuldenmaßes der Gottlosen im Zorn vergehen und die Gnade von der Verurteilung fordernden Gerechtigkeit bezwungen." (FC, 540)

Die Welt bedarf der Gerechten, denn solange sie gegenüber den Bösen in der Überzahl sind (was Aphrahat in seinem Optimismus annimmt), halten sie den Zorn Gottes zurück und bilden einen Schutzwall, der das Böse weitgehend fernhält. Immer wieder versucht aber der Böse eine Bresche durch die Mauer der Gerechten zu schlagen. Finden sich einmal nicht mehr genug Gerechte, um in die Bresche zu springen und die Mauer aufrecht zu erhalten, so kann das Böse eindringen, die Menschen verführen und dadurch den Zorn Gottes erregen, der dann die ganze Welt mit Unheil straft, das dann den Bösen wie den Gerechten trifft.
Letztlich ist es ein Geschenk Gottes, dass er uns erlöst hat. Er bedarf unserer Werke nicht, aber nur durch sie können wir Gott nahe kommen.

XXIII, 48 "Groß ist nämlich die Gabe des Guten an uns. Völlig frei will er uns in unseren Sünden rechtfertigen. Obgleich ihm unsere wohlgefälligen Werke nichts nützen, mahnte er uns, wohlgefällig zu sein...
49 Obgleich wir ihn nicht baten, hat er seine Gabe an uns, die noch nie bei uns gefunden wurde, zu uns geschickt. Er sandte Christus wie einen Menschen, um den Bösen und sein Heer lächerlich zu machen und das geschlagene Heer von uns zu vertreiben. Den Unschuldigen sandte er zu uns, damit er schuldig gesprochen und verurteilt würde und die Schuldigen in gerechtem Gericht freigesprochen würden. Er sandte den Starken in der Gestalt unserer Schwachheit, um unsere Schwäche gegen die Macht des Bösen zu stärken. Er zog den Leib aus Staub an und zog ihn zu seiner Natur." (FC, 558 f)

V. Schluss

Aphrahat geht es nicht um systematische Glaubensdefinition, sondern darum, zu zeigen, daß der Glaube trägt, daß Christus der Fels ist, auf dem der Mensch sein Leben aufbauen kann, daß Christus Gott ist, und wir nur dann wirklich Mensch werden, wenn wir des Geistes Gottes würdig sind indem wir Christus nachfolgen. Aphrahat will so mit seiner Christologie unmittelbar zur Begründung christlicher Ethik und Spiritualität beitragen. Was uns bleibt, ist in die Nachfolge Christi zu treten und Gott anzubeten.

XXIII, 60 "Wir haben von Adam bis jetzt wenig erfahren. Nur das eine wissen wir: "Einer ist Gott, einer sein Gesalbter, einer der Geist, ein Glaube und eine Taufe" (vgl. Eph 4,4-6). Mehr als dies frommt uns nicht zu sagen. Wenn wir sprechen, werden wir Mangel erleiden, wenn wir nachforschen, werden wir Schaden nehmen. Viele sind es, die den Weg verfehlten, den Pfad verließen und irrtümlich den Weg der Ärgernisse gegangen sind ..." (FC, 570)
XXIII, 61 "Gottes Wille trägt alles, und es gibt nichts, was außerhalb seines Willens läge. Wir aber, die wir wissen, daß Gott einer ist, wollen bekennen und anbeten, loben und erheben, rühmen und heiligen und seine Majestät preisen durch Jesus, seinen Sohn, der uns erwählt und in seine Nähe gerufen hat, durch den wir ihn erkannt haben und seine Anbeter geworden sind, Volk, Kirche und heilige Versammlung. Preis und Ehre sei Gott, dem Vater und seinem Sohn und seinem lebendigen und Heiligen Geist, aus dem Mund aller, die ihn preisen, oben und unten, in alle Ewigkeit! Amen. Amen." (FC, 572)

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