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von esther10 05.12.2015 00:44

Gewalt im Fernsehen macht aggressiv“


Mediale Angst. Auch TV-Krimis, wie hier der „Tatort“ vom vergangenen Sonntag, können nach Ansicht der Forscher beim Zuschauer zu einer Übertragung ins reale Leben führen. Man denkt dann, dass es im realen Leben gewalttätiger zugeht, als es tatsächlich der Fall ist. Das wiederum könne Aggressionen auslösen. Foto: rbb/ORF/Toni Muh


Die Sozialpsychologin Barbara Krahé über die Folgen von Gewalt in Medien, riskante Krimis und Präventionsarbeit „Es geht vor allem um Aggressionen auf niedriger Ebene“

Frau Krahé, macht Gewalt in den Medien aggressiv?

Wir haben in einer Längsschnittstudie mit Schülern der 7. und 8. Klasse ermittelt, dass ein intensiverer Gewaltmedienkonsum – etwa durch Computerspiele oder Filme – mit häufigerem aggressiven Verhalten einhergeht.

Welche Reaktionen auf die Gewaltdarstellungen sind festzustellen?

Kurzfristig zeigt sich beispielsweise, dass die Geschwindigkeit, mit der man auf aggressive Gedankeninhalte zugreifen kann, durch den Konsum von Gewaltmedien deutlich steigt. Mediengewalt aktiviert mit Aggression assoziierte neuronale Knotenpunkte. Wenn dann noch ein weiterer Auslöser hinzukommt, etwa eine Provokation, kann es zu aggressivem Verhalten kommen. Wichtig ist, dass aggressives Verhalten zumeist nicht auf eine einzige Ursache zurückzuführen ist. Der Konsum von Mediengewalt ruft also nicht alleine Aggression hervor, sondern in Zusammenwirkung mit anderen Risikofaktoren.

Und langfristig?

Vor allem geht es langfristig um Lernprozesse, die durch Medienkonsum ausgelöst werden. Man lernt zum Beispiel, dass Aggression belohnt wird, etwa wenn man in einem Computerspiel ein Level weiterkommt. Man lernt sogar ganze Verhaltensdrehbücher. Etwa, dass man zuschlägt, wenn jemand eine dumme Bemerkung macht. Und man kommt zu der Überzeugung, dass dieses Verhalten auch richtig ist. Es verändert sich zudem die Bewertung, man findet Gewalt nicht mehr so schlimm.

Man lernt also, Gewalt zu akzeptieren?

Zum einen. Zum anderen lernt man, dass Gewalt sich auszahlt. Dadurch, dass man in der virtuellen Realität damit weiterkommt oder dass ein attraktiver Held damit Erfolg hat. Die Psychologie nennt das stellvertretendes Verstärkungslernen. Letztlich steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit von aggressivem Verhalten an.

Geht man also, nachdem man einen Gewaltfilm gesehen hat, vor die Tür und schlägt jemanden zusammen?

Nein, darum geht es nicht. Zumindest nicht in erster Linie. Es geht um körperliche Aggression auf einer niedereren Ebene. Zum Beispiel physische Auseinandersetzungen von Jugendlichen im Alltag, die durch Mediengewalt beeinflusst werden. Etwa das Schlagen und Treten auf dem Schulhof. Das Problem ist die alltäglichere Gewalt. Es lässt sich feststellen, dass nach einer intensiven Phase der Gewaltmediennutzung die Betroffenen zum Beispiel anderen Menschen leichter feindselige Absichten unterstellen. Auch lässt man sich kurzfristig leichter provozieren. Doch die eigentlich interessante Frage ist, wie das bei jemandem aussieht, der gewohnheitsmäßig Gewalt in den Medien konsumiert. Wir haben das über vier Jahre betrachtet und dabei Zusammenhänge mit aggressivem Verhalten über die Zeit gefunden.

Es gibt auch Hinweise, dass die Hilfsbereitschaft durch den Gewaltkonsum abnimmt. Wie kommt das?

Wir nehmen an, dass durch die Beschäftigung mit Gewalt in den Medien die Fähigkeit zum Mitleid mit den Opfern realer Gewalt abnimmt. Man stumpft ab und hat mit der Zeit weniger präsent, wie sehr Opfer leiden und Hilfe brauchen.

Kann Mediengewalt einen Amoklauf auslösen?

Solch schwere Gewalttaten haben immer mehrere Auslöser. Mediengewalt mag dabei eine Rolle spielen, weil sie zum Erwerb bestimmter Verhaltensdrehbücher führt. Jemand, der an der Schule völlig frustriert ist, entscheidet sich vielleicht, ein bestimmtes Skript abzuarbeiten, das er sich in der medialen Welt angeeignet und auch erprobt hat. Amokläufer haben ihre Schießkünste oft am Computer trainiert.

Ist Gewalt in den Medien heute überrepräsentiert?

In unserer Gesellschaft gibt es eine sehr viel größere Toleranz gegenüber expliziter Darstellung von Gewalt in den Medien als etwa gegenüber der Darstellung von Sexualität. Es wäre an der Zeit, darüber zu reflektieren, was die Omnipräsenz von Gewalt in den Medien bedeutet. Die Frage ist doch, was passiert, wenn Abend für Abend im Fernsehen Mord und Totschlag zu sehen sind.

Was denken Sie?

Wir wissen schon seit Langem, dass es auch dabei zu Übertragungen ins reale Leben kommt. Die Zuschauer gehen dann davon aus, dass es in ihrem realen Lebensumfeld gewalttätiger zugeht, als es tatsächlich der Fall ist. Wenn in der Fernsehdiät Mord an der Tagesordnung ist, meint man, dass es sich in der Wirklichkeit ähnlich verhält. Die Bedrohungen werden dann stark überschätzt.

Das macht aber nicht aggressiv.

Doch. Wenn man die Welt als bedrohlicher empfindet, dann ist man auch eher geneigt, eine Verhaltensweise von jemandem, die sich nicht richtig interpretieren lässt, als Provokation oder Angriff zu verstehen. Deswegen reagiert man dann eventuell aggressiver, um sich zu schützen. Weil man eben die Situation aufgrund des Mediengewaltkonsums falsch gedeutet hat.

Sie haben zur Prävention ein Programm für Jugendliche entwickelt.

Es handelt sich um ein Trainingsprogramm für Schulen und Jugendarbeit, das spezifisch darauf ausgerichtet ist, den Konsum von Mediengewalt bei Kindern und Jugendlichen zu reduzieren. Gleichzeitig soll auch eine kritische Haltung gegenüber Gewalt in den Medien gefördert werden. Wir haben das Programm einer experimentellen Wirkungsprüfung unterzogen. Dabei hat sich gezeigt, dass einerseits der Konsum von Mediengewalt durch das Training zurückgegangen ist, andererseits wurde aggressives Verhalten bei den Jugendlichen verringert, die schon vor dem Training aggressiver waren. Auch hat sich die Fähigkeit zur Selbstregulierung im Umgang mit Medien erhöht. Diese positiven Effekte waren auch nach drei Jahren noch erkennbar.

Was passiert in dem Training?

Wir haben das Training an zehn Berliner Schulen erprobt. Einmal geht es darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie viel Gewalt konsumiert wird. Auch werden Strategien für verringerten Medienkonsum vermittelt, zum Beispiel für ein medienfreies Wochenende mit alternativen Angeboten. In einem zweiten Modul zur Rezeption von Mediengewalt geht es um Wissensvermittlung über die Wirkung von Mediengewalt.

Was empfehlen Sie den Eltern?

Vor allem, dass sie die Dauer der Mediennutzung ihrer Kinder in einem vernünftigen Rahmen einschränken. Zum anderen sollten Eltern kontrollieren, welche Inhalte ihre Kinder nutzen, und dabei darauf achten, dass keine Gewaltinhalte genutzt werden. Schließlich sollten Eltern ihren Kindern auch Freizeitangebote machen, die nichts mit Medien zu tun haben. Auch wenn das Einsatz verlangt – ich denke, es lohnt sich.

Ihr Fazit zur Mediengewalt?

Je geringer die Dosis, desto kleiner der Schaden. Wie das zu bewerkstelligen ist, wie das in Einklang zu bringen ist mit dem Recht auf Informationsfreiheit und der freien Medienwahl, das ist eine gesellschaftliche Diskussion, die geführt werden muss.
http://www.pnn.de/campus/754089/
Das Gespräch führte Jan Kixmüller

von esther10 05.12.2015 00:43

Deutsche Soldaten im Syrien-Konflikt

Tabu K-Wort: In was zieht die Bundeswehr eigentlich?
Bundeswehrsoldaten in Afghanistan (Archivbild von 2013)


Der Bundestag hat entschieden: Bis zu 1.200 deutsche Soldaten unterstützen die Bombardierung des IS in Syrien und im Irak. Es ist der dritte offensive Kampfeinsatz in der Geschichte der Bundeswehr. Von Krieg wollen die Auftraggeber aber nicht reden.

Es gibt viele Wörter für einen Krieg, den man nicht so nennen will. Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht von einem "militärischen Einsatz". Außenminister Frank-Walter Steinmeier geht immerhin so weit, dass die Bundeswehr in Syrien in eine "militärische Auseinandersetzung" eingreift. "Bewaffneter Konflikt" und "Unterstützungseinsatz" kann man auch sagen. "Solidaritätsmission" wäre auch noch eine Idee. Das ist dann aber vielleicht doch zu viel der Verharmlosung.

Auf jeden Fall ist das K-Wort für die Bundesregierung tabu. Sie hat ihre Gründe dafür. Deutschland sei nicht im Krieg, "weil wir keinen Staat bekämpfen", sagt

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Vizekanzler Sigmar Gabriel sieht das ähnlich. Seiner Meinung nach würde man den IS mit dem Kriegsbegriff quasi informell als Staat anerkennen. "Ich will dem IS nicht noch die Ehre geben, sein Selbstverständnis zu übernehmen", sagt der SPD-Chef.

Die Kriegsdefinition der Bundesregierung ist zwar juristisch korrekt, aber dennoch etwas altmodisch. Die 1899 vereinbarte und 1907 überarbeitete Haager Landkriegsordnung ging davon aus, dass Kriege von Staaten geführt werden. Ausdrücklich formuliert wird das in dem Dokument allerdings nicht. Es war das erste umfassende Regelwerk für die Kriegsführung, das unter anderem die Behandlung von Kriegsgefangenen, die Wahl der Waffen oder den Einsatz von Spionen betraf. Spätere Konventionen des Völkerbunds und der Vereinten Nationen bauten darauf auf.

http://www.t-online.de/nachrichten/ausla...bomben-aus.html

Keine zwischenstaatlichen Konflikte mehr

Im 21. Jahrhundert gibt es die zwischenstaatlichen Kriege aber kaum noch. Das Heidelberger Institut für Konfliktforschung zählte 2014 weltweit 21 Kriege. In keinem einzigen bekämpften sich zwei Staaten. In der Liste finden sich nur Kriege innerhalb von Staaten, beispielsweise zwischen der nigerianischen Regierung und der islamistischen Terrororganisation Boko Haram, zwischen pro-russischen Separatisten und Regierungstruppen in der Ostukraine oder eben der Bürgerkrieg in Syrien mit seinen inzwischen 300.000 Toten.

Die Bundeswehr wird sich an der Bekämpfung einer Partei in diesem Bürgerkrieg beteiligen und wird damit Teil dieses Krieges. So kann man es jedenfalls unabhängig von allen formaljuristischen Definitionen auch sehen. In der Alltagssprache gilt es ohnehin als Krieg, wenn Flugzeuge Bomben über Städten abwerfen.

Begriffs-Diskussion nicht erst seit Syrien

Die Diskussion über die Wortwahl ist nicht neu. Die Afghanistan-Mission der Bundeswehr galt in der deutschen Politik lange Zeit als "Stabilisierungseinsatz". Die deutschen Soldaten wurden als Friedenstruppe verstanden. Erst als die Gewalt eskalierte, änderte sich das. Nach dem "schwarzen Karfreitag" 2010, als in der nordafghanischen Unruheprovinz Kundus drei Soldaten in einem stundenlangen Gefecht getötet wurden, sprach Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg als erster deutscher Spitzenpolitiker unumwunden von Krieg. Die Soldaten waren ihm dankbar dafür. Für sie bedeutete das Anerkennung ihrer Arbeit und der Gefahren, denen sie ausgesetzt sind.

Der Bundwehreinsatz gegen den IS



Neben der Aufklärungsmission mit "Tornado"-Flugzeugen und Satelliten soll die Bundeswehr andere Staaten mit Luftbetankung der Kampfjets unterstützen. Zudem sollen sie einem französischen Flugzeugträger Schutz mit einer Fregatte gewähren und Stabspersonal in die Hauptquartiere entsenden.

http://www.luftwaffe.de/portal/a/luftwaf...uN67IcftVxqhc!/

Dass die Bundesregierung jetzt den Kriegsbegriff vermeidet, ist letztlich eine politische Entscheidung. Dabei mag auch eine Rolle spielen, dass man den politischen Bemühungen um eine Konfliktlösung in Syrien Vorrang einräumen will, dass man die deutsche Öffentlichkeit nicht verschrecken will, und dass man es eigentlich bei Waffenlieferungen und Ausbildung von Kämpfern vor Ort belassen wollte - bis die Terrorserie von Paris das änderte.

Juristisch macht es jedenfalls keinen Unterschied, ob die Regierung von Krieg redet oder nicht. "Rechtliche Folgen hätte es nur, wenn der Gegner ein Staat wäre und sich dann auch an das Kriegsvölkerrecht halten würde", sagt der Berliner Politikwissenschaftler Ingo Peters. Dann müssten deutsche "Tornado"-Piloten auch nicht fürchten, bei einem Absturz in Syrien von IS-Kämpfern gefasst, misshandelt oder brutal getötet zu werden. IS-Terroristen kennen aber kein Völkerrecht und auch keine Kriegsordnung.


http://www.heute.de/syrien-und-die-frage...r-41321538.html




von esther10 05.12.2015 00:36





http://beiboot-petri.blogspot.de/

Samstag, 5. Dezember 2015

Fundstück: Pippi Langstrumpf, das ZdK und katholisch.de

Gefunden bei "zwischen fineliner und katechismus" zum Thema katholisch.de, das sich neuerdings wiederholt als Satiremagazin versucht, zuletzt mit einem Pippi-Langstrumpf-Beitrag von Andreas Püttmann, der die mangelnde Begeisterung und Ausführlichkeit etlicher katholischer websites und Nachrichtenportale bei der Berichterstattung über die Wahl des neuen ZdK-Vorsitzenden nicht ungestraft bleiben lassen kann und will. Hier klicken
http://finelinerundkatechismus.blogspot....tholischde.html

***

Freitag, 4. Dezember 2015
Nochmal Satire - von katholisch.de


Da glaubt man, eine super Wochenschau-Satire geschrieben zu haben - und dann kommt katholisch.de einfach so daher mit einem unglaublichen Maß an Selbstironie, die man beinahe selbst nicht durchschauen kann, und zeigt einem, dass man so wirklich ganz falsch gelegen hat. Es geht wieder mal um das beliebte Thema "Wir sind Kirche - und ihr niiiiihicht!"

[...] Da sollte wohl nicht über Kirchenpolitik berichtet, sondern Kirchenpolitik betrieben werden: durch Verschweigen (das Gegenteil von Journalismus), Kleinschreiben und grobes Aburteilen. Motto: Wenn die katholische Realität nicht so ist, wie ich sie gern hätte, dann zensiere oder selektiere ich mir einfach eine andere herbei. "Ich mach' mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt" (Pippi Langstrumpf). Das geht leichter, wenn man die anderen gar nicht als katholisch betrachtet. Oder nur als katholische Spreu, der man selbst als goldener Weizen leuchtend gegenübersteht. [...]

[...] In der Mehrzahl zu sein ist kein Wahrheitsbeweis, in der Kirche noch weniger als in der Politik. Doch es vermindert das Risiko der Sektiererei. Der Katholikentag bringt immer noch mehr als das Zwanzigfache an Teilnehmern auf die Beine als jede "Heerschau" der ZdK-Verächter. Die nächste des "Forums deutscher Katholiken" soll übrigens mit einem missionarischen Magneten besonderer Art punkten: Bischof Tebartz-van Elst. Den Scheuklappen-Katholizismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.

Touché. Das die Nummer von in seiner Autorität beleidigten ZdK hätte ich euch beinahe abgekauft.

Aber so was würde sich ja niemand in einer offiziellen Internetpräsenz trauen...
http://finelinerundkatechismus.blogspot....tholischde.html



von esther10 05.12.2015 00:23

Käßmann: Geniale Gesten des Papstes


Die deutsche evangelische Theologin und offizielle Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann, hat Papst Franziskus gewürdigt. Bei einer Veranstaltung am Samstag in Salzburg sagte sie, sie erhoffe sich von den Feiern, die in zwei Jahren in vielen Ländern stattfinden sollen, eine „gegenseitige Bereicherung“ von evangelischer und katholischer Kirche.

Es gelte, die „kreative Kraft der konfessionellen Differenz erfahrbar zu machen, dafür braucht es Zeichen und Symbole. Der derzeitige Papst ist genial darin, sie zu finden“, erklärte sie, offenbar mit Blick auf das Kelch-Geschenk von Franziskus an die Lutheraner. Der Papst hatte am 15. November beim Besuch der evangelischen Gemeinde in Rom einen Kommunionkelch als Geschenk mitgebracht.

Wenn 2017 die evangelischen Kirchen „500 Jahre Reformation“ feierten, sei dieses Jubiläum kein „innerprotestantisches, sondern offen für die weltliche Beteiligung, die ökumenische Dimension und den internationalen Horizont“, sagte Käßmann bei der Matinee im Salzburger Christuskirche-Zentrum. In einer säkularisierten Gesellschaft habe das gemeinsame Zeugnis der Christen großes Gewicht: „Je stärker wir gemeinsam auftreten, desto eher werden wir gehört“, so Käßmann.

Zudem müsse der Dialog mit anderen Religionen im Blick bleiben, „damit Religion nicht Konflikte verschärft, sondern zum friedlichen Zusammenleben beiträgt“. Gemeinsame Aufgabe der Christen aller Kirchen sei, „in einer säkularen Welt vom Glauben zu sprechen, den Dialog mit anderen Religionen zu führen sowie in der Gesellschaft Einspruch zu erheben gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“.

Der Dekan der Salzburger Katholisch-Theologischen Fakultät, Dietmar Winkler, sagte bei der Matinee, kirchenhistorisch sei das Reformationsanliegen berechtigt und die Reformation nicht als Kirchentrennung beabsichtigt gewesen.

Weil die Reformation für die römisch-katholische Kirche ein „traumatisches Ereignis“ gewesen sei, werde das Jahr 2017 eher als Gedenken denn als Jubiläum gesehen. Die Terminologie solle dazu führen, dass die katholische Kirche die theologischen Faktoren der Reformation losgelöst von der Kirchentrennung würdigen könne.

Für 2017 wünscht sich Winkler medienwirksame versöhnende Zeichen und Symbole zwischen den Kirchen und ein Anerkennen der theologischen Weiterentwicklung: „Wir haben nicht nur eine Trennungsgeschichte, sondern auch eine Versöhnungsgeschichte.“

(kap 05.12.2015 sk)

von esther10 05.12.2015 00:20

IS-Terror: Keine Verknüpfung mit Flüchtlingskrise

Leiter des Forschungsinstituts Philosophie in Hannover, Manemann: Jihad-Anfälligkeit junger Menschen "zeugt von echter psychischer und spiritueller Not"


Jürgen Manemann
Vor einer kurzschlüssigen Verknüpfung der Terror-Anschläge von Paris mit der Flüchtlingskrise und einer damit einhergehenden Instrumentalisierung des Terrors hat der Theologe und Politik-Philosoph Jürgen Manemann gewarnt. "Unsere Reaktion auf die Anschläge darf nicht in einer 'Kriegsrhetorik' bestehen und darin, die Flüchtlingspolitik rigider zu gestalten", so Manemann im "Kathpress"-Interview - denn letztlich würden die IS-Jihadisten genau dies bezwecken: "Sie wollen die europäischen Gesellschaften spalten und verunsichern." Dagegen sollte Europa "souverän zu seinen Werten einer offenen Gesellschaft stehen und Flüchtlinge weiterhin offen willkommen heißen". Dies sei langfristig "das beste Mittel gegen den IS", so der Leiter des Forschungsinstituts für Philosophie in Hannover.

Zugleich warnt Manemann davor, den Jihadismus als Phänomen "von außerhalb", aus dem Nahen Osten zu betrachten: "Jihadismus wird nicht importiert, er gedeiht in der Mitte unserer Gesellschaft, dort, wo wir konfrontiert sind mit sozialen Pathologien, wo Menschen Orientierungslosigkeit existenziell erfahren, wo sie ihren Halt verlieren." Nur so lasse sich erklären, warum so viele junge Europäer - über 700 allein aus Deutschland - sich den IS-Jihadisten angeschlossen haben.

Übliche Erklärungsformen wie etwa der Verweis auf den Islam bzw. die religiöse Aufladung des Phänomens griffen zu kurz. Vielmehr würden die Biografien gerade der Konvertiten unter den IS-Kämpfern zeigen, dass sie aus Milieus stammen, in denen kaum Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe bestehen, in denen dauerhafte Benachteiligung besteht und sie sich nicht in der Lage sehen, ihre Situation selbstständig zu verbessern: "Viele Jihadisten haben Diskriminierungserfahrungen gemacht. Das heißt, wir müssen uns intensiver mit Rassismusfragen befassen. Und ganz entscheidend scheint mir zu sein, dass Jihadisten unfähig sind, eine Identität auszubilden, die in einem Mitgefühl für andere Menschen gründet." Dies sei letztlich auch der Hintergrund der extremen Gewalt, die dem Jihadismus entspringt - eine Gewalt, wie man sie in dieser Form nur aus faschistischen Systemen kennt, so Manemann, weshalb er den Jihadismus auch als "faschistisches Syndrom" kennzeichnet.

INTERVIEW ZUM NACHHÖREN

play mute
Theologe Manemann über die "Faszination Dschihad"


Zweifelhaft sei laut Manemann angesichts der starken Fixierung auf die Gewalt, dass der IS als politisches Projekt tatsächlich dauerhaft bestehen kann: "Die Organisationsstrukturen, die geschaffen werden, haben nichts mit einem Staat in unserem Verständnis zu tun, sie zielen vielmehr darauf, die Mobilisierung und den Kampf auf Dauer zu stellen. Die Frage ist tatsächlich: Kann ein solcher Staat überhaupt überdauern, wenn er allein auf einer Kultur des Kampfes basiert?"

"EINE NEUE FORM DER RELIGION"

Als überbewertet betrachtet der Theologe in diesem Zusammenhang die Frage nach der Religion - diese sei beim Jihadismus eher "sekundär": "Jihadismus kann man nicht ohne Islam verstehen, aber der Islam ist nicht die primäre Motivationsressource." Die Europäer, die in den Jihad gezogen sind, seien zumeist Konvertiten, die sich vorher gar nicht mit Religion befasst haben: "Das heißt, ich würde hier von einer sekundären Religiosität sprechen, aber nicht von einer primären. Mehr noch: Diese Religiosität ist so weit von den Quellen des Islam entfernt, dass man es als eigene, als neue Form der Religion bezeichnen kann."

Dass viele IS-Terroristen gerade aus Frankreich kommen, sei kein Zufall, so Manemann weiter. Dies hänge vielmehr auch mit dem französischen Laizismus zusammen, der religiöse und kulturelle Kommunikationsformen nahezu verunmögliche: "Andere Gesellschaften geben mehr die Möglichkeit, dass auch religiöse Stimmen gehört werden in der politischen Öffentlichkeit, sodass mehr Menschen den Eindruck haben: Ich kann zumindest sagen, was mir am Herzen liegt, während in Frankreich dieses erheblich schwerer und teilweise unmöglich ist."

STRATEGIEN GEGEN DEN TERROR

Was bleibt also zu tun? Laut Manemann braucht es eine doppelte Strategie: ein rasches militärisches Handeln vor Ort gegen den IS, und eine langfristige Strategie, um dem IS und der "Faszination Jihad" unter europäischen Jugendlichen den Boden zu entziehen. Eine solche "kulturelle Strategie" müsse darin bestehen, in den europäischen Gesellschaften neu Fragen des Gemeinwohls und der politischen Teilhabe von Menschen am Rand der Gesellschaft zu thematisieren: "Junge Menschen müssen die Erfahrung machen, dass das Leben in dieser Gesellschaft nicht bloß so vonstatten geht, als ob man auf einer Rolltreppe steht, auf der es automatisch weitergeht, egal ob man etwas tut oder nicht tut, sondern dass man in der Lage ist, auf die Umwelt Einfluss zu nehmen."

Auch dürfe sich Europa nicht vor einer Debatte über die eigenen Werte scheuen. Werte allerdings, die nicht nur gepredigt werden dürfen, sondern die stets mit Erfahrung einhergehen müssen, wenn sie wirklich tragfähig sein wollen: "Wir machen vermutlich den Fehler, dass wir zu viel Werte predigen und zu wenig Werte leben."

Manemann hat zuletzt ein Buch zu dem Thema vorgelegt: "Der Dschihad und der Nihilismus des Westens. Warum ziehen junge Europäer in den Krieg?", erschienen im "transcript"-Verlag.

Quelle: Kathpress

von esther10 05.12.2015 00:18

50 Jahre Zweites Vatikanum: „Jeder soll Missionar sein“


Bischof Ludwig Schick - RV

05/12/2015 00:00SHARE:

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„Ad gentes“ – „Zu den Völkern“ – Man könnte es als das 1492, die Entdeckung der Neuen Welt des Vatikans bezeichnen. Die katholische Kirche entdeckt ihren ursprünglichen Auftrag neu, nämlich allumfassend, für die ganze Welt da zu sein. Papst Paul VI. hat das Dekret für die Missionstätigkeit der Kirche am 7. Dezember 1965 verabschiedet. Es sei eine Initialzündung für die Öffnung der Kirche gewesen. Das sagte der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, Weltkirchenbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz, 50 Jahre nach dem Ende des zweiten Vatikanischen Konzils: „Wir hatten ja bis zum 2. Vatikanischen Konzil vor allen Dingen Europa im Blick, und vielleicht Nordamerika. Aber die große weltweite Kirche haben wir weniger im Blick gehabt. Das 2. Vatikanische Konzil hat wirklich aus der europäischen Kirche eine Weltkirche gemacht. Und in diesem Zusammenhang ist natürlich auch die Mission weltweit geworden.“

Die Kirche hat sich mit dem Zweiten Vatikanum der Welt geöffnet. Die Kirche hat sich neu um die Bedeutung des Wortes „katholisch“ – „allumfassend“ bemüht. Schick ist überzeugt davon, dass die Länder außerhalb Europas wichtige Impulse geben können: „Wir müssen den missionarischen Geist immer wieder erneuern, gerade auch jetzt, auch in Europa. Wir sollten uns viel mehr um die Kirchen in Afrika, Asien, Lateinamerika mühen, weil wir auch von diesen Kirchen neue Initiative, neue Kraft bekommen. Wir können ihnen sicher materiell helfen, in dem, was wir so an guten, hilfreichen Strukturen aufgebaut haben, aber dort ist junger, frischer Glaube, frischer Wind des heiligen Geistes, der uns neu beleben kann.“

Ad gentes hat sich an eine neue Bestimmung des Begriffs „Mission“ gewagt. Bis zum Konzil sei Mission hauptsächlich durch Rom und die Bischöfe passiert. Schick betonte, dass das Revolutionäre des Zweiten Vatikanischen Konzils gewesen sei, „dass jetzt alle daran teilnehmen, und eigentlich jeder, der getauft ist, Missionar sein soll und die Taufe jeden Menschen begabt, aber auch verpflichtet, missionarisch tätig zu werden, das ist das Neue an Ad gentes. Und das ist auch noch nicht alles realisiert, da müssen wir dranbleiben und weiterwirken.“

Ad Gentes spricht Themen an, die für Europa, aber auch alle anderen Teile der Welt relevant sind. Das Dokument solle laut dem Erzbischof fortgeführt und neu geschrieben werden: „Wir brauchen eine neue Durchdringung unserer Welt mit dem Evangelium. Das Evangelium bringt Frieden, Gerechtigkeit, Gemeinschaft, Menschenwürde und Menschenrechte. All das wird in Ad gentes angesprochen. Ich denke, wir brauchen unbedingt eine neue Kraft, eine neue Initiative für die Mission, damit unsere Welt auch eine bessere wird.“

Ausführlich beschäftigt sich Radio Vatikan mit Ad gentes am 15. Dezember in der Radioakademie. Im Fokus wird dabei die Umsetzung des Konzilsdokuments in der Praxis sein.
(rv 05.12.2015 ma)

von esther10 05.12.2015 00:12





Katholische Schulen sollten nicht ideologisch sein, sondern sich durch eine „inklusive“ Kultur auszeichnen. Das sagte Papst Franziskus – ein früherer Lehrer an Jesuitenschulen – an diesem Samstag zu einem italienischen Elternverband.

Wichtig sei eine „Erziehung zur Fülle des Menschlichen“, weil katholische Erziehung „gleichbedeutend“ sei mit „menschlich“, mit „humanistisch“. „Inklusive Erziehung“ müsse eine sein, „die Platz für alle bietet und nicht nur auf eine Elite zielt“, so der Papst.

„Ihr Verband steht im Dienst der Schule und der Familie; er will zur heiklen Aufgabe beitragen, Brücken zu schlagen zwischen Schule und Ort, Schule und Familie, Schule und Ämtern. Den Erziehungspakt wiederherstellen! Denn er ist abgenutzt, er ist gebrochen, wir müssen ihn neu schließen. Brücken schlagen: Es gibt gar keine schönere Herausforderung! Verbindungen herstellen, wo die Spaltung vorrückt, Harmonie fördern, wenn die Logik des Ausschlusses und des An-den-Rand-Drängens die Oberhand gewinnt.“

Katholische Elternverbände könnten eine wichtige „Brücke zwischen Schule und Gesellschaft“ sein, urteilte Papst Franziskus. „Steht nicht außerhalb der Welt, sondern seid lebendig, wie der Teig in der Pasta! Tut euch nicht hervor, um die Fassade glänzen zu lassen, sondern um einer erzieherischen Kohärenz willen, die in der christlichen Sicht vom Menschen und von der Gesellschaft gründet. In einem Moment, in dem die Wirtschaftskrise auch die privaten Schulen schwer belastet und viele von ihnen zur Schließung gezwungen sind, gibt es eine stärkere Versuchung, auf die Zahlen zu schauen und sich entmutigt zu fühlen. Doch all dem zum Trotz sage ich euch: Den Unterschied macht die Qualität eurer Präsenz, nicht die Quantität der Ressourcen, die man zur Verfügung hat.“

Der Papst rief seine Zuhörer dazu auf, „die menschlichen und christlichen Werte nie zu verkaufen“ und nicht zuzulassen, dass katholische Schulen „zu einer unbedeutenden Alternative unter vielen anderen Bildungsmöglichkeiten“ werden. „Setzt euch dafür ein, dass die katholischen Schulen wirklich für alle offen sind!“
(rv 05.12.2015 sk)

von esther10 05.12.2015 00:11

Die adventliche Gestalt des hl. Nikolaus

Homilie am 2. Adventsonntag
6. Dezember 2015, Lesejahr C

L1: Bar 5,1-9; L2: Phil 1,4-6.8-11; Ev: Lk 3,1-6


Alle liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch online

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wie kommt es, dass ein Bischof aus Kleinasien so bekannt wird, dass jedes Jahr die Kinder mit großen Augen auf das Kommen des heiligen Nikolaus warten? Er verkörpert in besonderer Weise die Güte und Menschenfreundlichkeit des Herrn Jesus Christus, in dessen Dienst er als Bischof gestanden ist.

So ist Nikolaus eine ideale Gestalt im Advent, und der sogenannte Weihnachtsmann, der immerhin „Santa Claus“ heißt, ist eine spätere Erfindung in Anlehnung an den heiligen Nikolaus. Historisch belegt ist die Teilnahme des Bischofs Nikolaus von Myra am Konzil von Nicäa im Jahr 325. Dort erwies er sich als ein treuer Verteidiger des Glaubens an die Gottheit Christi gegenüber der Häresie des Arius.

Viele Legenden sind mit dem Leben des heiligen Nikolaus verbunden. So heißt es, er habe nach dem Tod seiner Eltern das Vermögen an Arme verteilt. Er bewahrte junge Frauen, die in Not waren, mit seiner Gabe vor dem Elend. Heimlich ließ er ihnen Geld durch das Fenster zukommen, sodass der Vater dieser Töchter sie mit einer ausreichenden Mitgift für eine ehrbare Hochzeit ausstatten konnte.

Nikolaus rettete gemäß der Legende Seefahrer in Not, indem er durch sein Gebet einen Sturm stillte; deshalb ist auch er der Patron der Schifffahrt. Verehrt wird der heilige Nikolaus vor allem in der östlichen Kirche, aber auch im Westen. Sein Leben und Beispiel zeigt uns: Christ sein heißt anderen Menschen Gutes zu tun. Denn in ihnen begegnen wir dem Herrn!

Der heilige Bischof Nikolaus sagt uns: Das Bekenntnis zum wahren Glauben an Gott und die tätige Liebe zum Nächsten gehören zusammen. Wir können nicht sagen: „Ich bin fromm und gehe in die Kirche. Doch der Mitmensch kümmert mich nicht.“ Umgekehrt ist es auch nicht richtig zu sagen: „Hauptsache, ich bin ein guter Mensch. Doch den Herrgott lasse ich einen guten Mann sein, d.h. ich lasse ihn links liegen.“

Der zweite Adventsonntag ist eine Einladung an uns alle, dass wir dem Herrn die Wege bereiten. Er will auch in unser Herz kommen. Der Prophet Johannes der Täufer rief die Menschen zu Umkehr und Buße auf. Dabei kommt es nicht auf menschliche Leistung an, sondern vor allem auf das Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit. Schon der Prophet Jesaja kündigte an: „Alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.“ (Lk 3,6; vgl. Jes 40,5)

Am 8. Dezember beginnt das „Jahr der Barmherzigkeit“, das Papst Franziskus für die ganze Kirche ausgerufen hat. Lassen wir uns stets neu von der Liebe Gottes beschenken; dann werden wir selber zu Boten der Freude und des Friedens.

Heute ist der 10. Todestag des früheren Pfarrers von Mühldorf-Niederranna GR Mag. Eduard Öhlinger. Wir sind dankbar für alles Gute, das er für die Menschen in dieser Pfarre getan hat und wollen in dieser heiligen Messe auch seiner im Gebet gedenken. Möge uns die Fürbitte der unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter Maria stets begleiten!
Amen
http://spindelboeck.net/


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von esther10 05.12.2015 00:07

05.12.2015 00:23:09
Nunc pro tunc - Amtszeit von Bischof Klaus Küng verlängert


(dsp.at) Das kirchenrechtlich zum 75. Geburtstag vorgeschriebene Rücktrittsangebot des St. Pöltner Diözesanbischofs Klaus Küng wurde von Papst Franziskus „nunc pro tunc“

angenommen. Gleichzeitig wurde die Amtszeit um ein weiteres Jahr verlängert. Nach Ablauf dieses Jahres beginnt das Verfahren zur Neubestellung eines Diözesanbischofs, was erfahrungsgemäß einige Zeit in Anspruch nimmt.

Im Schreiben der Nuntiatur werden als Gründe für die Amtsverlängerung um ein weiteres Jahr die „gute Gesundheit“ und „ordentliche Führung der Diözese“ genannt, die Papst Franziskus zu dieser Entscheidung bewogen haben. Bischof Klaus Küng zur Entscheidung: „Ich bin dankbar für diese Entscheidung, auch für die Klarheit der Vorgangsweise. So kann man sich in etwa auch zeitlich darauf einstellen.“

Der kirchenrechtliche Ausdruck „nunc pro tunc“ – „jetzt für dann“ - bedeutet, dass die Annahme des Rücktritts erst dann in Kraft tritt, wenn ein neuer Diözesanbischof das Amt übernimmt. Bis dahin bleibt der regierende Bischof mit allen Rechten und Pflichten eines Diözesanbischofs im Amt.

von esther10 05.12.2015 00:06

Franziskus zu Deutschen Bischofs: Ihre Kirche ist ein Durcheinander! Fix it ... und zur Beichte gehen!

Geschrieben am 20. November 2015 durch Fr. John Zühlsdorf


Die deutschen Bischöfe machen ihre Ad-limina-Besuch. Alle paar Jahre Diözesanbischöfe haben, um nach Rom zu gehen, um mit Büros der Römischen Kurie und, in der Regel, den Papst zu treffen.

Franziskus hat eine Adresse, an die deutschen Bischöfe, die klar, kohärent war, gut gemachte und in vielerlei Hinsicht, Stechen. Er malte ein düsteres Bild der Kirche in Deutschland.

An einer Stelle sagte er:

Man merkt, insbesondere in traditionell katholischen Gebieten einen sehr starken Rückgang der Teilnahme an der Sonntagsmesse, nicht auf die sakramentale Leben nennen. Wo in den 1960er Jahren überall so gut wie alle die Gläubigen noch am heiligen Messe teilgenommen jeden Sonntag gibt es heute oft weniger als 10 Prozent. Immer weniger Menschen suchen die Sakramente. Das Sakrament der Buße ist fast verschwunden. Immer weniger Katholiken eine Bestätigung oder Vertrags katholischen Ehe. Die Zahl der Berufungen zum Priesteramt und zum geweihten Leben ist stark vermindert. In Anbetracht dieser Tatsachen, man wirklich von einer Erosion des katholischen Glaubens in Deutschland sprechen.


Die Rede ist in Italienisch und in Deutsch HIER. Bericht Ed Pentin ist HIER.

Pentin schrieb:

In seiner Rede an die Bischöfe, Franziskus daher direkt appellierte an sie, nicht "setzen Vertrauen in die Verwaltungsstrukturen, in perfekter Organisationen". Er nannte eine solche Tendenz ", eine Art neue Pelagianismus" - ein Begriff erinnert an seine Kritik. Der italienischen Kirche letzte Woche [Die meiste Zeit habe ich keine Ahnung, was der Papst spricht, wenn er diese "Pelagian" Ohrfeige verwendet reden. Libs kichern hinter vorgehaltener Hand, weil sie glaube, er bedeutet, Konservativen und traditionelle Katholiken. Hier hat der Papst schob es in den Gesichtern einiger der liberalen Katholiken überall ... deutschen Bischöfe schlagen.]


Eines der Dinge, Francis gefördert, hart, wurde die Förderung des Sakraments der Buße, Menschen wieder in den Beichtstuhl.

Auch über Pentin:

Kenntnis nehmend von den Sakramenten angefahren "seltener" (eine Studie veröffentlicht in diesem Jahr zeigten 54% der in Deutschland Priester zur Beichte gehen nur einmal im Jahr oder weniger), und dass die Berufungen haben "erheblich vermindert", sagte der Papst die Lösung hängt von der Überwindung "lähmende Resignation".

Hier ist, was der Papst:


http://www.ncregister.com/blog/edward-pe...solutions-to-ev

Wenden wir uns nun unsere Aufmerksamkeit auf Pfarrgemeinschaften, in denen man Erfahrungen und lebt den Glauben in einem besseren Weg, muss das sakramentale Leben im Herzen des Bischofs in besonderer Weise zu sein. Ich möchte nur zwei Punkte unterstreichen: die Beichte und die Eucharistie. Die außerordentliche Jubiläum der Barmherzigkeit, die kurz vor dem Start ist, bietet die Möglichkeit, über das zu bringen

Wiederentdeckung des Sakraments der Buße und der Versöhnung. Die Beichte ist der Ort, wo ein als Geschenk der Vergebung und der Barmherzigkeit Gottes empfängt. In Geständnis beginnt der Transformation von jedem einzelnen Mitglied der Gläubigen und der Reform der Kirche. Ich hoffe, dass größere Aufmerksamkeit wird dieses Sakrament gegeben werden während des Heiligen Jahres und, so wichtig für eine spirituelle Erneuerung in Diözesan- und Pfarrpastoralplanung, auch nach. Es ist auch notwendig, um als Beweismittel immer die innige Verbindung zwischen der Eucharistie und Priestertum. Pastoralpläne, die keine ausreichende Bedeutung für Priester in ihrem Dienst zu regieren Lehre und heilig in Bezug auf die Strukturen und das sakramentale Leben der Kirche, auf der Grundlage von Erfahrungen sind zum Scheitern verurteilt. Die wertvolle Zusammenarbeit der Laien vor allem, wo Berufungen fehlt nicht ein Surrogat für die priesterlichen Dienstes werden oder lassen es auch nur, um fakultativ. Ohne den Priester gibt es keine Eucharistie.


Schalt Webseiten finden wir sofort Leitartikeln am Fishwrap (Nationale Schismatic Reporter) die Worte des Papstes applaudieren zu Beichte und abzuschwören ihren ketzerischen Vorstellungen über die Ordination von Frauen, die Franziskus zu anderen Zeiten hat gesagt, nicht möglich ist.

Oooops ... nein! Warte ab. Ich hatte ein Monsignore Momentan gibt. Kratzer, der letzte Teil. In der Tat, ich habe dort nicht zu sehen jeden Bericht über Heck Rede des Papstes, um ihre deutschen Bischofs Liebchen.

Was die Fishwrapers wollen, ist, was die Deutschen haben, für viele Jahre gewesen. Und nun hat sogar Francis die deutsche Kirche berufen, um aufzuwachen.

Die Rede des Papstes an die Deutschen war direkt ... um ... klar ... detailliert. In einer Weise, dass ich nicht von Francis erwartet beschrieben. Dies wurde für ihn geschrieben. Das ist keine Überraschung. Päpste in der Regel nicht ihre Gespräche zu schreiben, vor allem in Sprachen, die sie nicht über Dinge sprechen sie nicht viel wissen. Sie sind abhängig von anderen. Nachdem der Papst liest, ist es sein, natürlich. Aber ... etwas Deutsch schrieb, die gut kennt die Situation der Kirche in Deutschland. Gee ..., die zur Verfügung gestanden haben könnte, das zu tun? Ich bin ziemlich sicher, dass Benedikt, als er Papst wurde, sofern der Inhalt für seine eigenen Adressen an deutschen Bischöfe. Ich meine ..., die besser als er? Recht?

Und dann stellen wir die Frage: Warum? Francis scheint überall auf der deutschen Botschaft in den letzten paar Jahren gewesen sein. Hat er endlich müde schien, als ob er auf ihre Leine war? Hat er genug Leute zu sprechen, um schließlich die Nachricht über das, was wirklich passiert in der unglaublich reichen aber geistig entnervten deutsche Kirche zu bekommen?

Ich weiß es nicht.


http://wdtprs.com/blog/2015/11/pope-fran...-to-confession/

von esther10 05.12.2015 00:02


Franziskus zu Deutschen Bischofs: Ihre Kirche ist ein Durcheinander! Fix it ... und zur Beichte gehen



Franziskus zu Deutschen Bischofs: Ihre Kirche ist ein Durcheinander!

Geschrieben am 20. November 2015 durch Fr. John Zühlsdorf


Die deutschen Bischöfe machen ihre Ad-limina-Besuch. Alle paar Jahre Diözesanbischöfe haben, um nach Rom zu gehen, um mit Büros der Römischen Kurie und, in der Regel, den Papst zu treffen.

Franziskus hat eine Adresse, an die deutschen Bischöfe, die klar, kohärent war, gut gemachte und in vielerlei Hinsicht, Stechen. Er malte ein düsteres Bild der Kirche in Deutschland.

An einer Stelle sagte er:

Man merkt, insbesondere in traditionell katholischen Gebieten einen sehr starken Rückgang der Teilnahme an der Sonntagsmesse, nicht auf die sakramentale Leben nennen. Wo in den 1960er Jahren überall so gut wie alle die Gläubigen noch am heiligen Messe teilgenommen jeden Sonntag gibt es heute oft weniger als 10 Prozent. Immer weniger Menschen suchen die Sakramente. Das Sakrament der Buße ist fast verschwunden. Immer weniger Katholiken eine Bestätigung oder Vertrags katholischen Ehe. Die Zahl der Berufungen zum Priesteramt und zum geweihten Leben ist stark vermindert. In Anbetracht dieser Tatsachen, man wirklich von einer Erosion des katholischen Glaubens in Deutschland sprechen.

Die Rede ist in Italienisch und in Deutsch HIER. Bericht Ed Pentin ist HIER.

Pentin schrieb:

In seiner Rede an die Bischöfe, Franziskus daher direkt appellierte an sie, nicht "setzen Vertrauen in die Verwaltungsstrukturen, in perfekter Organisationen". Er nannte eine solche Tendenz ", eine Art neue Pelagianismus" - ein Begriff erinnert an seine Kritik. Der italienischen Kirche letzte Woche [Die meiste Zeit habe ich keine Ahnung, was der Papst spricht, wenn er diese "Pelagian" Ohrfeige verwendet reden. Libs kichern hinter vorgehaltener Hand, weil sie glaube, er bedeutet, Konservativen und traditionelle Katholiken. Hier hat der Papst schob es in den Gesichtern einiger der liberalen Katholiken überall ... deutschen Bischöfe schlagen.]

Eines der Dinge, Francis gefördert, hart, wurde die Förderung des Sakraments der Buße, Menschen wieder in den Beichtstuhl.

Auch über Pentin:

Kenntnis nehmend von den Sakramenten angefahren "seltener" (eine Studie veröffentlicht in diesem Jahr zeigten 54% der in Deutschland Priester zur Beichte gehen nur einmal im Jahr oder weniger), und dass die Berufungen haben "erheblich vermindert", sagte der Papst die Lösung hängt von der Überwindung "lähmende Resignation".

Hier ist, was der Papst:

Wenden wir uns nun unsere Aufmerksamkeit auf Pfarrgemeinschaften, in denen man Erfahrungen und lebt den Glauben in einem besseren Weg, muss das sakramentale Leben im Herzen des Bischofs in besonderer Weise zu sein. Ich möchte nur zwei Punkte unterstreichen: die Beichte und die Eucharistie. Die außerordentliche Jubiläum der Barmherzigkeit, die kurz vor dem Start ist, bietet die Möglichkeit, über das zu bringen Wiederentdeckung des Sakraments der Buße und der Versöhnung. Die Beichte ist der Ort, wo ein als Geschenk der Vergebung und der Barmherzigkeit Gottes empfängt. In Geständnis beginnt der Transformation von jedem einzelnen Mitglied der Gläubigen und der Reform der Kirche. Ich hoffe, dass größere Aufmerksamkeit wird dieses Sakrament gegeben werden während des Heiligen Jahres und, so wichtig für eine spirituelle Erneuerung in Diözesan- und Pfarrpastoralplanung, auch nach. Es ist auch notwendig, um als Beweismittel immer die innige Verbindung zwischen der Eucharistie und Priestertum. Pastoralpläne, die keine ausreichende Bedeutung für Priester in ihrem Dienst zu regieren Lehre und heilig in Bezug auf die Strukturen und das sakramentale Leben der Kirche, auf der Grundlage von Erfahrungen sind zum Scheitern verurteilt. Die wertvolle Zusammenarbeit der Laien vor allem, wo Berufungen fehlt nicht ein Surrogat für die priesterlichen Dienstes werden oder lassen es auch nur, um fakultativ. Ohne den Priester gibt es keine Eucharistie.

Schalt Webseiten finden wir sofort Leitartikeln am Fishwrap (Nationale Schismatic Reporter) die Worte des Papstes applaudieren zu Beichte und abzuschwören ihren ketzerischen Vorstellungen über die Ordination von Frauen, die Franziskus zu anderen Zeiten hat gesagt, nicht möglich ist.

Oooops ... nein! Warte ab. Ich hatte ein Monsignore Momentan gibt. Kratzer, der letzte Teil. In der Tat, ich habe dort nicht zu sehen jeden Bericht über Heck Rede des Papstes, um ihre deutschen Bischofs Liebchen.

Was die Fishwrapers wollen, ist, was die Deutschen haben, für viele Jahre gewesen. Und nun hat sogar Francis die deutsche Kirche berufen, um aufzuwachen.

Die Rede des Papstes an die Deutschen war direkt ... um ... klar ... detailliert. In einer Weise, dass ich nicht von Francis erwartet beschrieben. Dies wurde für ihn geschrieben. Das ist keine Überraschung. Päpste in der Regel nicht ihre Gespräche zu schreiben, vor allem in Sprachen, die sie nicht über Dinge sprechen sie nicht viel wissen. Sie sind abhängig von anderen. Nachdem der Papst liest, ist es sein, natürlich. Aber ... etwas Deutsch schrieb, die gut kennt die Situation der Kirche in Deutschland. Gee ..., die zur Verfügung gestanden haben könnte, das zu tun? Ich bin ziemlich sicher, dass Benedikt, als er Papst wurde, sofern der Inhalt für seine eigenen Adressen an deutschen Bischöfe. Ich meine ..., die besser als er? Recht?

Und dann stellen wir die Frage: Warum? Francis scheint überall auf der deutschen Botschaft in den letzten paar Jahren gewesen sein. Hat er endlich müde schien, als ob er auf ihre Leine war? Hat er genug Leute zu sprechen, um schließlich die Nachricht über das, was wirklich passiert in der unglaublich reichen aber geistig entnervten deutsche Kirche zu bekommen?

Ich weiß es nicht.
http://www.ncregister.com/blog/edward-pe...solutions-to-ev
*
http://www.newadvent.org/cathen/06592a.htm
http://wdtprs.com/blog/2015/11/pope-fran...-to-confession/

von esther10 05.12.2015 00:00

01. Dezember 2015
Der Papst und die Kondome


Franziskus äußert sich zu künstlicher Empfängnisverhütung und Aids - Hintergrundbericht von Thomas Jansen

Papst Franziskus während der 'fliegenden Pressekonferenz' auf dem Flug von Bangui nach Rom am 30. November 2015.


Es war absehbar, dass diese Frage kommen würde. Ob es nicht an der Zeit sei, dass die katholische Kirche ihr Kondom-Verbot angesichts der nach wie vor hohen Zahl von Aids-Toten auf dem Kontinent lockere, wollte am Montag ein Journalist auf dem Rückflug der ersten Afrika-Reise von Franziskus wissen. Zuvor hatte der Papst mit Uganda eines der Länder mit der weltweit höchsten Aids-Rate besucht.

Die Frage stelle die Kirche vor ein Dilemma, sagte der Papst während seiner Pressekonferenz im Flugzeug. Es gelte abzuwägen zwischen der Verteidigung des Lebens und der Offenheit des Sexualaktes für das Leben - "entweder das fünfte Gebot oder das sechste". Doch das sei nicht das eigentliche Problem Afrikas, erklärte Franziskus. Das seien vielmehr Unterernährung, Sklavenarbeit, soziale Ungerechtigkeit und Ausbeutung von Menschen. Solange "Menschen an Hunger und Trinkwassermangel oder an ihrer Umwelt sterben", wolle er sich "nicht mit derart kasuistischen Überlegungen" beschäftigen, erklärte Franziskus laut dem am Dienstag vom Vatikan veröffentlichten Transkript.

Zum Kondomverbot direkt äußerte sich der Papst auch diesmal nicht. Er verwies stattdessen auf die Frage der Pharisäer an Jesus, ob heilen auch am Sabbat erlaubt sei. Franziskus kommentierte dies mit den Worten "Es gibt die Pflicht zu heilen". Doch er sage der Menschheit: "Macht Gerechtigkeit, und wenn alle geheilt sein werden und es keine Ungerechtigkeiten mehr in dieser Welt geben wird, dann können wir über den Sabbat reden."

Die Unschärfe von Franziskus' Antwort ist bezeichnend. Sie liegt auf einer Linie mit seinen Äußerungen zum gemeinsamen Abendmahl von gemischt konfessionellen Paaren sowie seinen Aussagen zum Kommunionempfang von wiederverheirateten Geschiedenen. In all diesen Fällen sagt er nie ausdrücklich "ja" oder "ja, aber nur in bestimmten Einzelfällen", wie es sich manche Progressiven wünschen, noch sagt er ausdrücklich "nein" und bekräftigt damit einfach die traditionelle Lehre, wie es sich die Konservativen wünschen.

Franziskus denkt in anderen Kategorien. Entscheidend ist für ihn stets die seelsorgliche Perspektive und der Entscheidungsspielraum des Seelsorgers im konkreten Einzelfall. Der Papst benennt die Kriterien, die für dessen Entscheidung maßgeblich sind.

Franziskus hat wiederholt die Enzyklika "Humanae vitae" gewürdigt, in der Paul VI. 1968 künstliche Empfängnisverhütung verbot. Er ging hierbei jedoch nie ausdrücklich auf das Verbot künstlicher Empfängnisverhütung ein. Während des Rückflugs von den Philippinen, als er auf das Thema angesprochen wurde, antwortete er im Jänner mit dem berühmten Satz, auch Katholiken müssten sich nicht wie Karnickel vermehren, und forderte eine verantwortungsbewusste Elternschaft.

Viele deuteten seine Äußerungen als Bestätigung der geltenden Lehre, andere interpretierten es als ein bewusstes Offenlassen der Frage.

Bereits Benedikt XVI. hatte während seiner ersten Afrika-Reise nach Angola und Kamerun 2009 gesagt, dass sich das Aidsproblem mit der Verteilung von Kondomen nicht lösen lasse. Entscheidend sei, dass die Afrikaner selbst durch einen verantwortlichen Umgang mit Sexualität dazu beitrügen, so Franziskus' Vorgänger. Solange dies nicht geschehe, vergrößerten Kondome das Problem noch. Sein Vorgänger Johannes Paul II. hatte 1993 bei einer Afrika-Reise die eheliche Treue als einziges Mittel bezeichnet, um "die tragische Wunde Aids" zu heilen.

Konkreter wurde Benedikt XVI. in einem 2010 veröffentlichten Interview-Buch. Wenn es darum gehe die Ansteckungsgefahr zu verringern, könne die Benutzung von Kondomen im "begründeten Einzelfall" ein "erster Schritt sein auf dem Weg hin zu einer anders gelebten, menschlicheren Sexualität", sagte er darin. Das sorgte für großes Aufsehen und Kritik in konservativen kirchlichen Kreisen.

Die Bischofssynode über Ehe und Familie äußerte sich Ende Oktober in ihrem Abschlusspapier zur Frage der künstlichen Empfängnisverhütung auffallend zurückhaltend. Ob sich Franziskus in seinem verbindlichen Dokument zur Synode, das in den kommenden Monaten erwartet wird, klarer positionieren wird als im Flugzeug, wird sich zeigen.


Quelle: kathpress

von esther10 04.12.2015 21:34

Mack (CDU): Gegen Gender-Gleichmacherei, für Schutz von Ehe und Familie
Posted on 03.12.2015 by David Müller • 0 comment


Winfried Mack MdL

Winfried Mack, stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg und stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, war Referent bei einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema „Bildungsplan“, „Gender“ und „sexuelle Vielfalt“ am 17. November 2015. Mit seiner freundlichen Genehmigung darf sein Redemanuskript hier veröffentlicht werden.


Zu Beginn möchten wir klarstellen: Die CDU ist die Partei der Freiheit! Staatliche Bevormundung, auch in Form von verordneten Ideologien, lehnen wir strikt ab. Hierzu gehört auch die Gender-Ideologie.

Die CDU steht zudem für ein tolerantes Baden-Württemberg, in dem jeder Mensch sich frei entfalten kann. Dieses Ziel muss aber für alle gelten, auch für alle Minderheiten: egal ob es religiöse, ethnische, inklusive oder eben sexuelle Fragen betrifft. Daher ist es zunächst einmal zu begrüßen, dass die grün-rote Landesregierung nach Protesten aus der Bevölkerung die „Leitperspektive“ im Bildungsplan nun so formuliert hat, dass sie für die sexuelle Orientierung, Religionen, Weltanschauungen, Nationalitäten, Alter und Pluralisierung gilt.

Nun hat zwischenzeitlich das Sozialministerium – unabhängig vom Bildungsplan des Kultusministeriums – seinen „Aktionsplan für Akzeptanz und gleiche Rechte“ im Kabinett durchgesetzt, der sich auf alle gesellschaftlichen Bereiche bezieht, und somit auch Querverbindungen zum Bildungsplan herstellt.

Welche Ziele möchte Grün-Rot in diesem Bereich erreichen? Die Antwort findet man bei der Hinterfragung, von wem sich die Landesregierung hier beraten lässt. Der entsprechende Beirat setzt sich zum größten Teil aus Menschen zusammen, die der Gender-Theorie (mindestens) nahe stehen. Diese Theorie wiederum will das Ziel der Akzeptanz über eine Dekonstruktion der Geschlechterbilder erreichen, was unter anderem an den Schulen geschehen soll! Die Folge ist eine Abkehr von der Pädagogik vom Kind her. Hier wird Politik auf dem Rücken der Kinder für die eigenen Interessen und Vorlieben von Erwachsenen gemacht, und die Leidtragenden sind im Zweifel die Kinder. Dies ist ein staatlicher Eingriff in die Elternrechte, unter dem Vorwand, es ginge um Kinderrechte.

Zurück zum Bildungsplan: Auch wenn dies momentan nicht mehr so ausdrücklich im neuen Bildungsplan steht, so ist der Aktionsplan durchaus als erster Schritt in diese Richtung zu werten. Denn im Aktionsplan wird auch ausdrücklich die Fortbildung von Lehrkräften und Schulpsychologen in diesem Bereich unterstützt (S. 27-28, Aktionsplan). Auch die Erstellung einer Handreichung mit Unterrichtsmaterialien zum Themenfeld „geschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung (LSBTTIQ)“ ist in Planung (S. 27-28, Aktionsplan). Interessant ist, dass in einer Stellungnahme des Kultusministeriums abgestritten wird, dass der Aktionsplan auf die Bildungspläne irgendeinen Einfluss hätte.

Es ist nun wissenschaftlich höchst fragwürdig, ob solch ein Vorgehen dem Ziel der Gleichbehandlung dient, stattdessen ist eher davon auszugehen, dass Kinder und Jugendliche massiv verstört werden. Man darf nicht vergessen, dass es sich hier um einen hoch sensiblen persönlichen Bereich handelt.

Die bewusste Verwirrung, die durch entsprechende Schulaufgaben gestiftet werden soll, ist gewollt, und dient somit nicht mehr dem ehrenwerten Ziel der Gleichstellung aller Geschlechter, sondern der Schaffung einer neuen Identität. Es sieht so aus, als wolle man einmal mehr auf eine möglichst frühe Sexualisierung der Jugendlichen abzielen.

Beispiele für „entsprechende Schulaufgaben“ stehen in einem Artikel in der Süddeutschen (April 2014). Quelle: das Standardwerk „Sexualpädagogik der Vielfalt“ von Elisabeth Tuider und ihren Mitarbeitern: Die Ersteigerung von Gegenständen für ein WG-Haus mit Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung ist dabei noch ein harmloses Beispiel. Hier könnte das Lernziel tatsächlich noch in der Akzeptanz begründet liegen.

Die Gegenstände, um die es hier geht, berühren allerdings schon nicht mehr die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen, Stichwort Potenzmittel. In weiteren Aufgaben wird die Privatsphäre der Schülerinnen und Schüler schonungslos offengelegt: man soll sich selbst einordnen, auch in Bezug auf die sexuelle Identität, und über die persönlichsten Erlebnisse berichten („mein erstes Mal“). Oder: „Der neue Puff für alle“, bei dessen Entwurf die „besonderen Bedürfnisse“ aller möglichen Menschen berücksichtigt werden sollen.

Nun ist derzeit nicht bekannt, dass es in Baden-Württemberg solche Schulaufgaben gibt. Aber: Wenn man dem Bildungsplan in seiner ursprünglichen Form gelassen hätte, dann hätte es durchaus Raum gegeben für solche Aufgabenstellungen – und wir machen uns schon Sorgen, ob die Verfechter der sexuellen Vielfalt nicht wieder in diese Richtung wollen! Immer wieder wurde gefragt, was für ein Konzept hinter solch einem Schulbuch steckt. Die Antwort geben die Autoren selbst, wenn sie von „Dekonstruktive[r] Pädagogik sowie der (neo-) emanzipatorischen Sexualpädagogik“ sprechen. Dies ist quasi deckungsgleich mit den Zielen der Gender Theorie.

Ob sich diese „bewusste Verwirrung“ positiv auf die Akzeptanz sexueller Vielfalt auswirkt, ist eine ANNAHME der Gender Forscher, die NICHT BEWIESEN ist, denn Forschung über diese Grundannahme gibt es nicht!

Dennoch wird den Schülerinnen und Schülern eine Ideologie vorgesetzt, die auf Annahmen beruht, die naturwissenschaftliche Forscher längst widerlegen können. Die Psychologie geht beispielsweise davon aus, dass sich eine bewusste Verwirrung der eigenen Identität negativ auf die Entwicklung von Kindern auswirken kann. Die Gender Theorie stellt ihre Ideologie somit über alles, was man in der Biologie, Psychologie oder Neurologie über Geschlechterunterschiede weiß. Wenn so etwas in der Schule gefördert werden soll, ist dies ein Skandal.

Die Schülerinnen und Schüler würden darüber hinaus lernen, dass Sex jederzeit und in jeder Form zu haben ist, wie eine Ware, und dass es Identitäten „nach Angebot“ gibt. Dass sie durch solch einen Lebensstil aber auch großen emotionalen Schaden erfahren können, wird ihnen dabei verschwiegen.

Wir glauben demgegenüber, dass sich die meisten Menschen für ihre Kinder stabile Beziehungen wünschen – ob das nun mit einem homo- oder heterosexuellen Partner ist. Und dass sie nicht möchten, dass ihre Kinder Sex als Ware begreifen, der ohne Liebe immer und überall zu haben ist, und dass sie dadurch womöglich große emotionale Verletzungen erfahren.

Intuitiv möchte man zudem meinen, dass sich die Jugendlichen über ihre eigenen sexuellen Erfahrungen nicht unbedingt im Klassenzimmer äußern möchten. Und schlimmer – welche Lehrkraft kann dafür garantieren, dass spätestens nach der Schulstunde der mutige Schüler nicht dafür gemobbt wird, dass er von seinen persönlichsten Erlebnissen erzählt hat?

Damit wäre das Gegenteil erreicht von dem, was der Bildungsplan will – nämlich Akzeptanz fördern und Diskriminierung vermeiden, sowie Gleichstellung und Gleichberechtigung fördern. Wir erkennen an: Solche Ziele sind richtig und wichtig, denn nach wie vor sind auf dem Schulhof Beleidigungen in dieser Richtung an der Tagesordnung. Dies muss unbedingt angegangen werden, denn Diskriminierung darf es in unserem Land nicht geben – weder aufgrund der Religionszugehörigkeit oder der Nationalität, noch aufgrund der sexuellen Orientierung.

Den Weg, um diese Ziele zu erreichen, schienen die Verfasser des ursprünglichen Entwurfs des Bildungsplans und die Verfasser des Aktionsplans jedoch in erster Linie über die Gender Theorie gehen zu wollen.

Der Versuch des Staates, hier eine Ideologie zu vertreten, von der die Folgen auf die Schülerinnen und Schüler völlig unklar ist, greift zu weit in deren Privatsphäre ein. In einer Lebensphase, in der es ohnehin schwer genug ist, sich im Leben zurechtzufinden, muss die Frage erlaubt sein, ob eine solche Politik zielführend ist.

Dieses undurchsichtige Vorgehen von Grün-Rot schürt genau die Ängste und Vorbehalte, die man eigentlich zerstreuen will. Und eine Politik des Gehörtwerdens sieht natürlich auch anders aus, wenn man bedenkt, wie die Landesregierung den massiven Protest gegen Bildungs- und Aktionspläne als moralisch minderwertig abstempelt. Die FAZ (23.6.2015) bringt es auf den Punkt:

„Dient das dem Abbau von Diskriminierung, oder wollen der Staat und die Schule damit das „Coming out“ fördern? Letzteres wäre ein höchst problematischer Eingriff in die Privatsphäre der Menschen auf der Grundlage einer umstrittenen Theorie.“ Kretschmann sei selbst schuld an der aufgeladenen Stimmung im Land, denn „er hat sich bei diesem Thema lange passiv verhalten. Das ist erstaunlich, denn die Gender-Theorie und das Gender-Mainstreaming werfen für einen philosophisch gebildeten Politiker viele Fragen auf.“

Das Kultusministerium hat den Bildungsplan mittlerweile überarbeitet, und das Thema „Akzeptanz“ in einen breiteren Kontext gestellt. Somit ist der Bildungsplan in seiner derzeitigen Form aus unserer Sicht als eher harmlos zu bezeichnen.

ABER: Der Kultusminister versucht derzeit offenbar alles, um das Thema so kurz vor der Wahl nicht wieder hochkochen zu lassen. Dabei hat er allerdings alle Einfallstore offen gelassen, und es würde von uns naiv sein zu glauben, dass diese nicht auch genutzt würden! Deshalb machen wir uns schon Sorgen, ob nicht in einer weiteren grün-roten Legislaturperiode dem Thema durch den Druck entsprechender Lobbygruppen (LSBTTIQ) wieder mehr Einfluss

zugesprochen werden könnte – immerhin hat die GEW schon beklagt, dass zu wenig sexuelle Vielfalt im Bildungsplan zu finden sei („Völlig unbefriedigend“ sei, dass der Themenbereich in vielen Fächern gar nicht erwähnt werde. Die Leitperspektive sei „noch nicht gelungen“; Heilbronner Stimme, 10.11.2015). Wenn es soweit kommen sollte, würden die soeben genannten Punkte wieder zur Diskussion stehen!

Die CDU steht für die Bewahrung der Freiheit und nicht für Gleichmacherei unter den Vorzeichen der Gender-Ideologie. Für uns sind das christliche Menschenbild, die Menschenwürde und der besondere Schutz von Ehe und Familie im Mittelpunkt unserer Politik.

Was wäre also aus unserer Sicht sinnvoll?

Wir brauchen einen Bildungsplan, der sich an den Bedürfnissen und an den Fragen der Jugendlichen orientiert, und ihnen nicht eine Ideologie überstülpen will. Dass die verschiedenen Lebensentwürfe diskutiert werden sollten, um gegen Diskriminierung vorzugehen, ist für uns selbstverständlich.

Wir brauchen also einen Bildungsplan, der sich gegen Diskriminierung jedweder Art wendet, und die Jugendlichen lehrt, Menschen mit anderen Bedürfnissen, Orientierungen und Lebenseinstellungen nicht abzuwerten.

Wir brauchen einen Bildungsplan, der über die grundlegenden und wichtigen Fragen der Sexualität aufklärt, aber dabei die (sexuelle) Privatsphäre der Schülerinnen und Schüler unangetastet lässt, denn natürlich wollen wir auch weiterhin Aufklärung an den Schulen!

Wir brauchen einen Bildungsplan, der sich für die Gleichbehandlung aller Menschen einsetzt, unabhängig ihres persönlichen Lebensentwurfs.

Wir setzen uns für eine Verstärkung der (sexuellen) Identität ein, und nicht für eine Verunsicherung!

Auch wir wollen, kurz gesagt, Diskriminierung abbauen und setzen uns daher für Aufklärung und Thematisierung ein. Was wir aber nicht wollen, ist den Gender-Lobbygruppen so viel Einfluss zuzusprechen! Der Weg, um das Ziel von weniger Diskriminierung zu erreichen, geht für uns nicht über die Gender-Theorie, sondern über das christliche Menschenbild
http://www.wertepolitik.de/?p=2584



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von esther10 04.12.2015 21:29

Nuntius in Syrien: „Konflikt nicht mit Gewalt lösbar“


Britischer Bomber beim Abheben von Akrotiri (Zypern) - AFP

04/12/2015 12:46SHARE:

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Der Einsatz von Gewalt kann nicht die (einzige) Lösung für die syrische Krise sein. Das sagt der Papst-Botschafter in Damaskus, Erzbischof Mario Zenari, im Interview mit Radio Vatikan. „Aus meiner Sicht gibt es hier vor allem viel Arbeit beim Dialog und im kulturellen Bereich zu leisten, und das müsste eigentlich das erste Schlachtfeld sein. Sagen denn nicht in der Koalition selbst alle, dass dieser Konflikt sich nicht in erster Linie mit Gewalt lösen lässt? Das haben doch mittlerweile alle verstanden!“

Der päpstliche Nuntius in Syrien äußerte sich kurz nach der Entscheidung des britischen Unterhauses, bei Luftschlägen gegen die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ mitzumachen – und kurz vor einer ähnlich gelagerten Entscheidung des Deutschen Bundestags. Zenari bestreitet gar nicht, dass militärische Aktionen gegen die Terroristen nützlich sein mögen. Aber einen Weg zu einer Lösung des blutigen Durcheinanders in Syrien sieht er darin keinesfalls. Solange man nicht bei den Wurzeln des Konflikts ansetzt und die entsprechenden Verhandlungen vorantreibt, wird der Krieg weitergehen, sagt er – und der Flüchtlingsstrom auch.

„Vor allem die jungen Leute sehen keine Zukunft mehr im Land und packen deshalb den Koffer. In gewisser Hinsicht ist auch das eine Waffe, die sich auf Syrien richtet – dieser Exodus geht immer weiter. Ob stärker oder schwächer, vermag ich nicht zu sagen, aber er geht weiter. Und das sieht man auch bei den Christen: leere Bänke in den Kirchen. Solange es den Konflikt gibt, wird es leider auch diesen Exodus geben.“
(rv 04.12.2015 sk)
http://de.radiovaticana.va/news/2015/12/...2%80%9C/1191940


von esther10 04.12.2015 21:22

Freitag, 4. Dezember 2015
Psycho-Kulturelle Ursachen der islamistischen Gewalt


Foto: Takeaway/Wikipedia Lizenz CC BY-SA 3.0

In einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 3. Dezember geht Marianne Leuzinger-Bohleber, Psychoanalytikerin in Frankfurt am Main, der Frage nach, wieso sich deutsche Jugendliche dem Dschihad anschließen und Terrorakte verüben.

Leuzinger-Bohleber schildert zuerst den Fall des Arid Uka. Er tötete im Jahr 2011 zwei US-amerikanische Soldaten, die sich auf dem Weg nach Afghanistan befanden. Arid Uka war Muslime kosovarischer Abstammung. Das Gymnasium hatte er ohne Abschluss verlassen und arbeitete bei der Post am Flughafen.

Uka hatte sich davor dem Salafismus angeschlossen. Doch seine Initiation und Radikalisierung geschah ausschließlich über das Internet. Er hörte dschihadistische Predigten, sah sich Videos in Youtube an und verfolgte die Kampfhandlungen des IS in Irak und in Syrien.

Nach außen hin wirkte Arid Uka normal, doch in Wahrheit befand er sich in einer „gravierenden adoleszenten Krise mit schweren Depressionen“, so Leuzinger-Bohleber. Wie konnte er zum Terroristen werden? Was war der Auslöser, aus psychologischer Sicht?

Besonders wichtig war die von ihm empfundene Zugehörigkeit zu den dschihadistischen Salafisten. Ob er mit diesen einen persönlichen Kontakt hatte oder nicht, ist nicht entscheidend. Es ist durchaus möglich, dass ein Individuum sein „Ideal-Ich“ (ein Konzept von Freud) auf eine Gruppe projiziert und sich ihr zugehörig fühlt [Anm. des Verf.: Was man oft in der Pop-Kultur, insbesondere in der Pop-Musik beobachtet, wie in etwa bei der weltweiten Hippie-Bewegung oder in extremen Musikgenres wie Black- oder Death-Metal].

Leuzinger-Bohleber: „Die Großgruppe folgt dem Führer, und untereinander werden alle Gruppenmitglieder zu Brüdern, die den gleichen Idealen folgen. Zudem werden in Gruppen, wie wir heute wissen, mächtige unbewusste Phantasiesysteme angesprochen, die bei allen Menschen in bestimmten Situationen geweckt werden können. Sie beruhen auf Grunderfahrungen des menschlichen Säuglings von extremer Hilflosigkeit, Angst und Verzweiflung einerseits und paradiesischen Glückgefühlen in seinen ersten lebenswichtigen Beziehungen andererseits“. [Anm. des Verf.: Etliche Autoren sind der Auffassung, eine solche seelische Verfassung und pessimistische Grundstimmung der Generation der im Zweiten Weltkrieg Geborenen führte zur Entstehung der nihilistischen Gegenkultur der frühen 1960er und später zur „Null-Bock-generation“ in den 1980ern]

Diese Erinnerungen, die große Massen teilen, können äußerst wirkmächtig sein. Leuzinger-Bohleber: „Die Erinnerungen an diese grundlegenden seelischen Erfahrungen … erhalten sich im Unbewussten und können in bestimmten Konstellationen auch bei Erwachsenen und Jugendlichen als sogenannte narzisstische Verschmelzungsphantasien zu einer mächtigen seelischen Motivationsquelle werden. Gehört man – in dieser Phantasie – einer bestimmten Gruppe an … wird alles gut. Alle Probleme werden von nun an von der Umma (Im Islam der Ausdruck für Gemeinschaft) gelöst“.

Diese Gemeinschaft – im Falle des Attentäters Arid Uka die Umma – wird zu einer Art Mutter, die für Ordnung und für klare Verhältnisse sorgt. Dass gerade in der schwierigen Zeit der Adoleszenz solche Traumvorstellungen stark sein können, versteht sich von selbst. Gerade in einer Zeit, in der die (westliche) Gesellschaft kaum noch Orientierung liefert (bzw. durch die Förderung von Ideologien à la Gender die Verwirrung verstärkt, Anm. d. Verf.), können leicht Jugendliche in die Versuchung geraten, sich (mental) Gruppen anzuschließen, die ihnen Sicherheit und vor allem einen Lebenssinn und eine stabile Identität geben. [Anm. des Verf.: das sind wahrscheinlich die wichtigsten Bewegründe von Personen, die sich extremen Gruppierungen wie Satanisten, Antifa-Gruppen usw. anschließen.]

Der Übergang zum Erwachsensein mit der damit verbundenen Emanzipation vom Elternhaus ist oft krisenhaft und kann leicht zu Gefühlen von Einsamkeit und Verlassenwerden führen. Leuzinger-Bohleber erläutert, dass salafistische Prediger mit „intuitiver Treffsicherheit“ diese seelische Verfassung bei den Jugendlichen feststellen und ihnen dann als neue Heimat die Weltgemeinschaft der Umma anbieten. In dieser finden sie Sinn, Ordnung, Zugehörigkeit usw., also alles, was ein Jugendlicher in Krisensituation benötigt. Durch seine „Bekehrung" gehört er von nun an zu einer Gruppe von Kämpfern, die den „Heiligen Krieg“ führen. [Anm. d. Verf.: Die Ähnlichkeit mit den Jugendbewegungen, die seit den 1960er Jahren entstanden sind, ist frappierend. Auch diese rekrutierten Jugendliche, die tief existentiell verunsichert waren und eine leicht verständliche Weltanschauung suchten, eine Weltanschauung, die ihre Abneigung der bürgerlichen Welt, die sich bis zu einem rabiaten Hass entfalten konnte, rechtfertigte. Dies ist möglicherweise der Grund, wieso so viele der Generation der 1968er Verständnis für den Terror der RAF zeigte].

Die Bekehrung zum Islam löst auch die inneren Kämpfe, die der Adoleszent mit seiner Sexualität zu führen hat. Leuzinger-Bohleber: „So erhalten beispielsweise die Kämpfer des IS [Islamischer Staat, Anm. d. Verf.] das Recht oder sind verpflichtet, die Frauen, die „Terrorbräute“, als „Dienerinnen Allahs“ zu nutzen.“

Außerdem rechtfertigt die Doktrin des Islamischen Staats aggressive und primitive Triebregungen, die in westlichen Kulturen scharf abgelehnt werden: „Im Gegensatz dazu bieten die brutalen Filme von Enthauptungen, Verbrennungen bei lebendigem Leibe und ähnlichen Gräueltaten unbewusst eine Befriedigung für diese primitiven Triebregungen an. [Anm. d. Verf.: Manche Autoren mutmaßen, dass die Popularität des Horrors im Westen eine ähnliche Befriedigung bei den Zuschauern bewirkt. Insbesondere die sog. Splatter-Filme à la „The Texas Chainsaw Massacre“ mit ihrer extremen Gewalt und Grausamkeit dienen als Projektionsfläche für den latenten Hass gegen die bürgerliche Gesellschaft].

Die Militanz bei den Salafisten wäre unter diesen Umständen so was wie eine Psycho-Therapie. Leuzinger-Bohleber: "Diese Jugendlichen agieren […] unverarbeitete Traumatisierungen aus, indem sie passiv Erlittenes in aktiv Zugefügtes umwandeln. Dies mag einer der Gründe sein, warum die Terroristen so kalt und gnadenlos handeln." [Anm. d. Verf.: Möglicherweise liegt auch hier die Erklärung des extrem zur Schau gestellter Hass in Musikgattungen wie Death-Metal oder Black-Metal. Diese Texte triefen nur so von Brutalität und Gewalt gegen Christen, untermauert durch groteske Klänge. Auch wer Demonstrationen von Lebensrechtlern und Ähnlichen besucht, sieht sich mit linksextremen Chaoten konfrontiert, die einen Hass und eine Aggressivität ausstrahlen, die bar jeder rationalen Reflexion sind. Sie scheinen aus den Urtiefen des Unbewussten zu stammen].

Marianne Leuzinger-Bohleber sagt am Ende, dass normale Menschen von solcher Aggressivität und Gewalt nichts wissen möchten und sich abwenden. Doch das sei keine Lösung: „Leider können wir Radikalisierungsprozessen in der Adoleszenz nur entgegenwirken, wenn wir sie zu verstehen versuchen und mit den Jugendlichen in Beziehung treten. Wenn wir sie innerlich „abschreiben“, überlassen wir sie fundamentalistischen Predigern und Mördern wie dem IS“.
Eingestellt von Mathias von Gersdorff um 12:18
http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/



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