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NEUER BLOG von Esther

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von esther10 06.04.2013 00:19



Franziskus: über den Glauben verhandelt man nicht, den Glauben verkauft man nicht an den Bestbietenden, sonst tut sich der Weg der Apostasie, der Untreue zum Herrn auf. Von Armin Schwibach
Rom (kath.net/as) Es ist in den gut drei Wochen des Pontifikats von Papst Franziskus zu einer Gewohnheit geworden, dass er jeden Tag im Gästehaus des Vatikans „Domus Sanctae Marthae“ zusammen mit verschiedenen Leuten oder Gruppen aus dem Vatikan die heilige Messe feiert. Zu diesen gehörten bisher seine Mitbewohner des Gästehauses – Priester, die in den verschiedenen Diaksterien des Heiligen Stuhls tätig sind –, das Reinigungspersonal des Petersplatzes, die Mitarbeiter in der vatikanischen Apotheke, Angestellte der Druckerei, Mitarbeiter des Osservatore Romano und andere. Wie auch das umfangreiche liturgische Programm des Papstes für die kommenden Monate deutlich macht: der Papst will nicht allein sein. Er will Menschen um sich haben, die heiligen Geheimnisse mit ihnen feiern, wie ein guter Pfarrer das für die ihm anvertraute Gemeinde tut.

Was ihn wohl von den meisten Priestern in der „Werktagsmesse“ unterscheidet: für Franziskus ist jede heilige Messe eine Gelegenheit, das Tagesevangelium auszulegen, kurze und bündige, jedoch im eigentlichen Wortsinn „be-eindruckende“ Gedanken zur Heiligen Schrift anzubieten, gleichsam kleine „Pillen des Geistes“ für den Tag, in freier und „begeisteter“ Rede vorgetragen. Der „Herr Pfarrer Papst“ will es nicht, dass eine Messe zur Gewohnheit wird oder dass man gar einen wesentlichen Bestandteil des täglichen Feierns übergeht, selbstverständlich vor sich hinliest, um dann zu anderem überzugehen.

So auch am Freitag der Osteroktav in der heiligen Messe, die der Papst für eine Gruppe von Angestellten der vatikanischen Apotheke und einige „Sediari“ feierte: „Dominus Iesus“ war das Leitwort, unter dem die Worte des Franziskus zusammengefasst werden könnten. Die Lesungen des Tages kommentierend (Apg 4, 1-12; Joh 21, 1-14) rief der Papst mit einem Wort des heiligen Apostels Petrus in Erinnerung, dass wir allein im Namen Jesu gerettet sind: „In keinem anderen ist Heil“ (vgl. Apg 4,12: „Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen“). Petrus, der einst Jesus verleugnet habe, lege nun im Gefängnis mutig Zeugnis ab und erkläre, dass es dank der Anrufung des Namens Jesu gewesen sei, dass er einen Lahmen geheilt habe.

Petrus aber, so Franziskus, spreche den Namen Jesu nicht alleine, sondern „vom Heiligen Geist erfüllt“ aus. Denn: „Wir können Jesus nicht bekennen, wir können nicht von Jesus sprechen, wir können nichts von Jesus sagen ohne den Heiligen Geist“. Der Geist sei es, der die Christen dränge, Jesus zu bekennen oder Vertrauen in ihn zu haben: „Jesus, der auf dem Weg unseres Lebens, immer“.

Der Papst erzählte hierzu eine kleine Anekdote über einen bescheidenen Mann, der sei 30 Jahren in der Kurie in Buenos Aires gearbeitet habe. Bevor dieser etwas unternommen habe, habe er immer „Jesus“ ausgerufen. Auf die Frage, warum er immer Jesus anrufe, habe ihm der Mann geantwortet: „So fühle ich mich stark, bereit für die Arbeit, und ich weiß, dass er an meiner Seite steht, dass er mich bewahrt“. Dieses Zeugnis rufe in Erinnerung, so Franziskus, dass es in dieser Welt, „die uns so viele ‚Retter’ anbietet, nur der Name Jesu ist, der rettet.

Viele Menschen würden auf Hellseher, Kartenleser oder „Hexen“ zurückgreifen, um ihre Probleme zu lösen. Doch: „allein Jesus rettet, und wir müssen dafür Zeugnis ablegen. Er ist der einzige!“ So rief Franziskus abschließend auf, sich von Maria begleiten zu lassen: „Die Gottesmutter bringt immer zu Jesus. Vetrauen wir uns dem Namen Jesu an, rufen wir den Namen Jesu an, lassen wir es zu, dass der Heilige Geist uns dazu drängt, vertrauensvoll im Namen Jesu zu beten.... das wird uns gut tun!“.

Dominus Iesus – Jesus ist der einzige Herr, der rettet. Der Jesuitenpapst Franziskus spricht ganz aus jenem Teil seines Wappens heraus, welcher das Zeichen der Gesellschaft Jesu ist – Siegel des heiligen Ignatius von Loylola: das Trigramma IHS, das das nomen sacrum Jesu bedeutet (ΙΗΣΟΥΣ), umschlossen von der strahlenden Sonne, „Iesus Hominum Salvator“ in einer lateinischen Lesart, Symbol schlechthin der Verehrung des allerheiligsten Namens Jesu.

Sendung der Jesuiten ist es, „omnia ad maiorem Dei gloriam“ – alles zur größeren Ehre Gottes zu tun, ohne Abstriche, ohne Verkürzungen, ohne vom Glauben etwas abzuschneiden: „mutig die Ganzheit des Glaubens zu bezeugen“, wie Franziskus dies in seiner heutigen Predigt nannte, denn: „Über den Glauben verhandelt man nicht, den Glauben verkauft man nicht an den Bestbietenden“. In der Geschichte des Volkes Gottes hätte es immer wieder die Versuchung gegeben, „ein Stück vom Glauben wegzuschneiden“, so der Papst, die Versuchung, „ein wenig so sein, wie das alle tun“, die Versuchung, „nicht allzu streng zu sein“. Werde so gehandelt, „dann beginnen wir den Weg der Apostasie, der Untreue gegenüber dem Herrn“.

Gerade dem allerheiligsten Namen Jesu ist die Hauptkirche der Jesuiten in Rom geweiht, in der die sterblichen Überreste des heiligen Ignatius unter einem der prächtigsten Barockaltäre verwahrt sind, die die ansonsten schon an Schönheit nicht arme Ewige Stadt vorzeigen kann. Heute beeindruckt der volle Name des Gotteshauses vielleicht noch mehr, als dies bisher der Fall war: „Chiesa del Santissimo Nome di Gesù all'Argentina“.

von esther10 06.04.2013 00:04

von esther10 06.04.2013 00:26
Barmherzigkeitssonntag und vollkommener Ablaß, ein Sonntag nach Ostern

JESUS OFFENBART SCHWESTER FAUSTINA KOWALSKA:

"Künde der Welt Meine große, unergründliche Barmherzigkeit.

http://www.barmherzigkeitssonntag.de/

Bereite die Welt vor auf Meine zweite Ankunft.

Bevor ich als Richter komme, öffne Ich noch ganz weit die Tore Meiner Barmherzigkeit."

Barmherzigkeitsrosenkranz
http://www.rosenkranzgebete.de/jesus/bar...kranz/index.php



O Seelen der Menschen, wohin werdet ihr flüchten am Tage des göttlichen Zornes? Nehmt jetzt Zuflucht zur Quelle der Barmherzigkeit Gottes. 0, welch große Zahl von Seelen sehe ich, die Gottes Barmherzigkeit gepriesen haben und in Ewigkeit das Loblied singen werden.

Festes der göttlichen Barmherzigkeit

am ersten Sonntag nach Ostern.



Jesus verband zwei Verheißungen mit der Verehrung des Bildes:

"Ich verspreche der Seele, die dieses Bild verehrt, dass sie nicht zugrunde gehen wird. Ich verspreche ihr ferner schon hier auf Erden den Sieg über die Feinde, aber in besonderer Weise in der Stunde des Todes. Ich selbst werde sie verteidigen wie meine eigene Ehre. Ich wünsche, dass ein Fest der göttlichen Barmherzigkeit am ersten Sonntag nach Ostern gefeiert wird. . . Ich will, dass die Priester diese meine große Barmherzigkeit den sündigen Seelen verkünden; der Sünder fürchte sich nicht, sich mir zu nahen; es verzehren mich die Flammen der Barmherzigkeit, und ich will sie in den Seelen entzünden. Das Misstrauen der Seele zerfleischt mein Inneres. Noch weit mehr schmerzt mich das Misstrauen einer auserwählten Seele. Trotz meiner unerschöpflichen Liebe vertrauen sie mir nicht, nicht einmal mein Tod genügt ihnen. Wehe der Seele, die meine Liebe missbraucht!"




Der Heiland sprach folgende Worte zu ihr:

Ich wünsche, dass der erste Sonntag nach Ostern zum Feste der göttlichen Barmherzigkeit bestimmt wird. Sage deinem Beichtvater, dass er meine große Barmherzigkeit der ganzen Welt verkünde. Wer immer an diesem Tage sich der Quelle des Lebens nähert, wird die vollkommene Nachlassung aller Sünden und Strafen erlangen. Das menschliche Geschlecht wird nicht eher den Frieden finden, bis es mit Vertrauen sich an meine Barmherzigkeit wendet. Meine Seele erfreut sich an diesem Titel der Barmherzigkeit, da die Barmherzigkeit die größte aller göttlichen Eigenschaften ist. Alle Werke meiner Hände sind von Barmherzigkeit gekrönt. Ehe ich als gerechter Richter komme, komme ich als König der Barmherzigkeit. Oh, wie mich das Misstrauen der Seelen verwundet! Solche Seelen bekennen zwar, dass ich heilig und gerecht bin; aber sie glauben nicht, dass ich barmherzig bin, und erkennen meine Güte nicht an. Auch die Teufel ehren meine Gerechtigkeit, aber sie glauben nicht an meine Güte, und dies ist die Ursache, dass sie Teufel sind."

Ein anderes Mal sagte ihr Jesus:

"Meine Tochter, sprich zur ganzen Welt von meiner unvorstellbaren Barmherzigkeit. Ich wünsche, dass das Fest der Barmherzigkeit eine Zuflucht und eine Heimstätte sei für alle Seelen und vor allem für die armen Sünder. An jenem Tage wird sich das Innerste meiner Barmherzigkeit öffnen. Ich werde ein Meer von Gnaden auf die Seelen ausgießen, welche sich dem Brunnen meiner Barmherzigkeit nähern werden. Die Seele, die an diesem Tage beichtet und kommuniziert, wird die vollkommene Nachlassung aller Schuld und aller Strafen erhalten. Möge keine Seele sich fürchten, sich mir zu nähern. selbst wenn ihre Sünden rot wie Purpur wären! Dieses Fest ist hervorgequollen aus dem Schoß der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, die durch mich, das göttliche Wort, euch den Abgrund ihrer göttlichen Barmherzigkeit zu erkennen gibt. Ich wünsche, dass es am ersten Sonntag nach Ostern feierlich begangen werde."

Einmal, als ich durch den Korridor zur Küche ging,

hörte ich in meiner Seele die Worte:

«Bete unablässig den Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit, den Ich Dich gelehrt habe.
Wer auch immer ihn beten wird, der erfährt in seiner Todesstunde Meine große Barmherzigkeit. Die Priester werden ihn den Sündern als letzten Rettungsanker reichen. Sollte es der verstockteste Sünder sein - falls er nur ein Mal diesen Rosenkranz betet, wird ihm die Gnade Meiner unendlichen Barmherzigkeit zuteil. Ich wünsche, dass die ganze Welt Meine Barmherzigkeit erkennt. Unbegreifliche Gnaden will ich jenen Seelen erteilen, die Meiner Barmherzigkeit Vertrauen schenken.»

Bei Sterbenden

JESUS lehrte Sr. Faustine einen besonderen Rosenkranz und versprach: »Jeder, der ihn betet, wird meine Barmherzigkeit im Leben und besonders in der Todesstunde erfahren. Wird er bei einem Sterbenden gebetet, besänftigt sich der Zorn Gottes, und eine unermeßliche Barmherzigkeit umfängt mit Rücksicht auf das schmerzliche Leiden des göttlichen Sohnes diese Seele«.


ZUR VORBEREITUNG AUF DAS
"Fest der göttlichen Barmherzigkeit"

sollte die

"Novene zur Göttlichen Barmherzigkeit"

gebetet werden.
Die Novene beginnt am Karfreitag und endet am Samstag vor dem Barmherzigkeitssonntag.

Die Novene zur göttlichen Barmherzigkeit kann zu jeder Zeit gebetet werden, aber besonders ab Karfreitag.

Wer nicht durch die Pforten Meiner Barmherzigkeit eingehen will,

muss vor Meiner Gerechtigkeit erscheinen.

http://www.barmherzigkeitssonntag.de/

BEICHTE IST AM
07.04.2013: dem Barmherzigkeitssonntag

BEICHTE AM BARMHERZIGKEITSSONNTAG


Die Seele, die an diesem Tage beichtet und kommuniziert, wird die vollkommene Nachlassung aller Schuld und aller Strafen erhalten.

Möge keine Seele sich fürchten, sich mir zu nähern, selbst wenn ihre Sünden rot wie Purpur wären!

Zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses sind die Verrichtung des mit dem Ablass versehenen Werkes und die Erfüllung folgender drei Bedingungen erforderlich:

sakramentale Beichte,

eucharistische Kommunion

und Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters.

Darüber hinaus ist das Freisein von jeder Anhänglichkeit an irgendeine auch lässliche Sünde erforderlich.
Damit jemand fähig ist, Ablässe zu gewinnen, muss er getauft sein; er darf nicht exkommuniziert sein und muss sich wenigstens beim Abschluss der vorgeschriebenen Werke im Stand der Gnade befinden.





****************

APOSTOLISCHE PÖNITENTIARIE

DEKRET

Andachtsübungen zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit
mit Ablässen verbunden
http://www.vatican.va/roman_curia/tribun...cree-ii_ge.html


»Großer Gott, dein Erbarmen und deine Güte sind unerschöpflich …« (Gebet nach dem Te deum), und »Großer Gott, du offenbarst deine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen . . .« (Tagesgebet vom 26. Sonntag im Jahreskreis), singt die Heilige Mutter Kirche in Demut und Treue. Gottes unermeßliche Zuwendung sowohl dem gesamten Menschengeschlecht als auch dem einzelnen Menschen gegenüber leuchtet vor allem dann auf, wenn Sünden und moralische Fehler vom allmächtigen Gott vergeben und die Schuldigen wieder in väterlicher Liebe zur Freundschaft mit ihm zugelassen werden, die sie verdientermaßen verloren hatten.

Die Gläubigen werden dadurch in ihrem Herzinnersten zum Gedächtnis und zur andächtigen Feier der Geheimnisse der göttlichen Vergebung bewogen. Sie erfassen auch sehr gut die hohe Angemessenheit, ja Pflichtschuldigkeit, daß das Volk Gottes die Göttliche Barmherzigkeit durch besondere Gebetstexte lobpreist und daß es gleichzeitig, nachdem es die erforderlichen erke dankbaren Herzens vollbracht und die notwendigen Bedingungen erfüllt hat, geistlichen Gewinn aus dem Schatz der Kirche ziehen kann. »Das Paschamysterium ist der Gipfelpunkt der Offenbarung und Verwirklichung des Erbarmens, das den Menschen zu rechtfertigen und die Gerechtigkeit wiederherzustellen vermag im Sinne der Heilsordnung, die Gott vom Anbeginn her im Menschen und durch ihn in der Welt wollte« (Enzyklika Dives in Misericordia, 7).

Die Göttliche Barmherzigkeit weiß tatsächlich auch die schwersten Sünden zu vergeben, aber während sie es tut, bewegt sie die Gläubigen dazu, einen übernatürlichen, nicht nur psychologischen Schmerz über die eigenen Sünden zu verspüren, damit die Gläubigen, immer mit Hilfe der göttlichen Gnade, den festen Vorsatz fassen, nicht mehr zu sündigen. Mit einer solchen inneren Haltung erlangt der Gläubige wirklich die Vergebung der Todsünden, wenn er das Bußsakrament fruchtbringend empfängt oder sie in einem Akt vollkommenen Schmerzes und vollkommener Liebe bereut mit dem Vorsatz, baldmöglichst das Bußsakrament zu empfangen. Denn unser Herr Jesus Christus lehrt uns im Gleichnis des verlorenen Sohnes, daß der Sünder sein Elend vor Gott mit den Worten »Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein« (Lk 15, 18–19) bekennen und auch spüren muß, daß es Gottes Werk ist: Er »war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden« (Lk 15, 32).

Unter dem Antrieb der Liebe des Barmherzigen Vaters und mit vorausschauender pastoraler Einfühlsamkeit wollte Papst Johannes Paul II. diese Gebote und Lehren des christlichen Glaubens tief in die Herzen der Gläubigen einsenken. Deshalb hat er den zweiten Sonntag der Osterzeit dazu bestimmt, dieser Gnadengaben mit besonderer Verehrung zu gedenken, und ihn mit der Bezeichnung »Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit« versehen (Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Dekret Misericors et miserator, 5. Mai 2000).

Im Evangelium vom zweiten Sonntag der Osterzeit wird von den Wundertaten erzählt, die unser Herr Jesus Christus nach seiner Auferstehung in der ersten öffentlichen Erscheinung vollbracht hat: »Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!em ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert« (Joh 20, 19–23).

Damit die Gläubigen diese Feier mit ganzem Herzen begehen, hat der Papst festgelegt, daß der vorgenannte Sonntag – wie in der Folge noch näher erklärt wird – mit dem vollkommenen Ablaß ausgestattet wird. Das hat den Zweck, daß die Gläubigen das Geschenk des Trostes des Heiligen Geistes in höherem Maß empfangen und so eine wachsende Liebe zu Gott und zum Nächsten entfalten können und, nachdem sie selbst die Vergebung Gottes empfangen haben, ihrerseits angeregt werden, sogleich den Brüdern und Schwestern zu vergeben.

Die Gläubigen werden dann den Geist des Evangeliums vollkommener beobachten, indem sie ihr Innerstes erneuern, entsprechend den Worten und der Einführung des II. Ökumenischen Vatikanischen Konzils: »Die Christen können, eingedenk des Wortes des Herrn: ›Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebt‹ (Joh 13, 35), nichts sehnlicher wünschen, als den Menschen unserer Zeit immer großherziger und wirksamer zu dienen … Der Vater will, daß wir in allen Menschen Christus als Bruder sehen und lieben in Wort und Tat« (Pastoralkonst. Gaudium et spes, 93).

Mit dem brennenden Wunsch, im christlichen Volk diese Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit auf Grund der von ihr zu erhoffenden reichen geistlichen Früchte zu fördern, hat der Papst in der Audienz am 13. Juni 2002 sich gewürdigt, den unterzeichneten Seiten der Apostolischen Pönitentiarie die Ablässe unter folgenden Bedingungen zu gewähren:

Der vollkommene Ablaß wird unter den gewohnten Bedingungen (Empfang des Bußsakraments, der heiligen Eucharistie und Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters) dem Gläubigen gewährt, der mit reinem, jeder, auch der läßlichen Sünde abgewandtem Herzen am zweiten Sonntag der Osterzeit, das heißt, dem »der Göttlichen Barmherzigkeit«, in einer Kirche oder einem Oratorium an den zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit durchgeführten Andachtsübungen teilnimmt oder wenigstens vor dem Allerheiligsten Sakrament der Eucharistie – öffentlich ausgesetzt oder im Tabernakel aufbewahrt – das »Vater unser« und das »Credo« betet mit dem Zusatz einer kurzen Anrufung des Barmherzigen Herrn Jesus (z.B. »Barmherziger Jesus, ich vertraue auf dich!«)

Ein Teilablaß wird dem Gläubigen gewährt, wenn er mit reuigem Herzen an den Barmherzigen Herrn Jesus eine der rechtmäßig genehmigten Anrufungen richtet.


Die Seefahrer, die ihre Pflicht im weiten Meer tun; die zahllosen Brüder und Schwestern, die durch das Unheil des Krieges, die politischen Wirrnisse, die Unbarmherzigkeit der Orte und aus anderen Gründen ihre Heimat verlassen haben; die Kranken und ihre Pfleger und alle, die aus berechtigten Gründen nicht außer Haus gehen können oder zugunsten der Gemeinschaft eine unaufschiebbare Tätigkeit ausüben, können den vollkommenen Ablaß am Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit gewinnen, wenn sie unter vollständiger Abkehr von jeder Sünde, wie zuvor gesagt, und mit dem Vorsatz, baldmöglichst die drei gewohnten Bedingungen zu erfüllen, vor dem Bild Unseres Barmherzigen Herrn Jesus das »Vater unser« und das Glaubensbekenntnis beten und eine Anrufung an den Barmherzigen Herrn Jesus hinzufügen (z.B. »Barmherziger Jesus, ich vertraue auf dich«).

Sollte den Gläubigen auch das nicht möglich sein, können an demselben Tag den vollkommenen Ablaß erlangen, die sich in der Absicht und Gesinnung des Herzens geistig mit denen vereinen, die in ordentlicher Weise das für den Ablaß vorgeschriebene Werk erfüllen und dem Barmherzigen Gott ein Gebet und die Leiden, die Krankheit und die Beschwerlichkeiten ihres Lebens aufopfern, wobei auch sie den Vorsatz haben, baldmöglichst die für die Gewinnung des vollkommenen Ablasses vorgeschriebenen drei Bedingungen zu erfüllen.

Die Priester, die den pastoralen Dienst versehen, vor allem die Pfarrer, sollen ihre Gläubigen in der angemessensten eise von dieser heilsamen Verfügung der Kirche unterrichten; sie sollen selbstlos und hilfsbereit deren Beichte hören und am Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit nach der Feier der heiligen Messe oder der Vesper oder während einer Andacht zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit die vorgenannten Gebete mit der dem Ritus entsprechenden Würde leiten; sie sollen, gemäß dem Wort des Herrn: »Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden« (Mt 5, 7), die Gläubigen in der Katechese behutsam dazu drängen, so häufig wie möglich Werke der Barmherzigkeit zu tun und dem Beispiel und Auftrag Jesu Christi folgen, wie es in der zweiten allgemeinen Gewährung des Enchiridion Indulgentiarum angegeben ist.

Das vorliegende Dekret bleibt immer in Kraft, ungeachtet jeglicher gegenteilig lautenden Vorschrift.

Rom, beim Sitz der Apostolischen Pönitentiarie, am 29. Juni 2002, am Hochfest der hll. Apostel Petrus und Paulus 2002.

LUIGI DE MAGISTRIS
Titularerzbischof von Nova
Pro-Großpönitentiar

GIANFRANCO GIROTTI, O. F. M. Conv.
Regent

von esther10 05.04.2013 10:36

“Ich bleibe in Santa Marta, um mich nicht zu isolieren” – Papst Franziskus im Dezember in Argentinien
(Vatikan) Papst Franziskus bestätigte einem mit ihm befreundeten argentinischen Priester, daß er im Dezember 2013 sein Heimatland Argentinien besuchen wird. Demselben Priester erklärte er auch die Gründe, die ihn veranlaßt haben, trotz Umbauarbeiten nicht in die päpstliche Wohnung einzuziehen, sondern im Gästehaus des Vatikans, im Domus Santa Marta zu bleiben, wo er bereits mit den anderen 114 Kardinälen während des Konklave einquartiert war.
Im Hotel des Vatikans sind Prälaten und andere Gäste aus der ganzen Welt untergebracht, wenn sie nach Rom kommen, um den Papst oder Behörden der Römischen Kurie zu besuchen. Mit diesen könne er, der Papst, der den normalen Speisesaal wie alle anderen benützt, gemeinsam und ungezwungen essen, reden und direkt Nachrichten und Kommentare aus aller Welt austauschen, wie der Vatikanist Andrea Tornielli berichtet.
Am Nachmittag des Ostersonntags telefonierte Papst Franziskus mit Don Jorge Chichizola, dem Pfarrer der Pfarrei der heiligen Märtyrer von Posadas: „Er rief mich um 17.10 Uhr an, weil ich Geburtstag hatte. Ich habe mir sofort gedacht, daß er es ist: Manchmal rief er mich schon am Tag vorher an, um sicher zu gehen, daß die Leitung frei ist. Er fragte mich: ‚Wie geht es Dir?‘“
Don Chichizola erzählte den Verlauf des Telefongesprächs dem argentinischen Radiosender LT4 Red Ciudadana. Dabei gab er bekannt, daß er mit dem damaligen Kardinal Bergoglio auch wenige Stunden vor Beginn des Konklaves telefoniert hatte.
Dem argentinische Priester, der demselben Weihejahrgang wie Papst Franziskus angehört, bestätigte der Papst, im kommenden Dezember Argentinien besuchen zu wollen. Der Papst „vergißt seine Freunde nicht“, so Don Chichizola.
Der Papst habe ihm am Telefon auch erklärt, warum er entschieden habe, im Hotel des Vatikans zu bleiben. Franziskus „ist der Ansicht, daß es schön ist, den Tisch, die Nachrichten, die Kommentare mit anderen zu teilen, und nicht isoliert zu bleiben“. Die päpstliche Wohnung sei ihm sofort „viel zu groß“ vorgekommen.
Der Papst habe am Telefon noch hinzugeführt, „seine Leibwächter, die Sicherheitsbeamten verrückt zu machen, weil es ihm gefällt, sich den Menschen zu nähern. Aber sie würden sich nun langsam daran gewöhnen“, so der argentinische Priester und Freund von Papst Franziskus, Don Jorge Chichizola.
Wie das gestern bekanntgegebene Programm des Papstes für April und Mai zeigt, bleibt der Papst bei der Gewohnheit, jeden Sonntag und auch jeden Wochentag öffentlich zu zelebrieren, was seine Vorgänger nur zu besonderen Anlässen taten. Der Papst zelebriert damit ausschließlich nur „Ad Populum“ nach dem Novus Ordo.
Alle Päpste zelebrierten bisher meist in ihrer Privatkapelle oder in der Capella Paolina des Vatikans in denen es keinen Volksaltar gibt „Ad Deum“. Von Papst Benedikt XVI. heißt es, er habe privat sogar im Alten Ritus zelebriert.
Papst Franziskus zieht die Zelebration in der futuristisch-kahlen Hauskapelle des Domus Santa Marta vor, wo jeweils gerade anwesende Prälaten und Priester mit ihm konzelebrieren.
Da kommt es dann auch vor, daß der neue Papst einfach irgendwo in der Kapelle unter den Gläubigen sitzt, bevor die Heilige Messe beginnt.

von 05.04.2013 05:37

OSTERZEIT
OSTEROKTAV - FREITAG

6

DIE GEDULD DES FISCHERS

Christus steht am Ufer: »Es ist der Herr!«
Menschenfischer in Geduld.
Geduld nach dem Beispiel Christi.


I. Entsprechend der Weisung des Herrn sind die Apostel von Jerusalem nach Galiläa gegangen.1 Einige treffen sich am See von Tiberias2, Schauplatz ihres Berufes und Ort ihrer Berufung. Es ist Abend. Viele Boote sind bereits zum Fischfang ausgelaufen. Die altvertraute Atmosphäre scheint Petrus anzuregen: Ich gehe fischen ... Er ist sich wohl unschlüssig über den Fortgang der Dinge, denn alles scheint jetzt in der Schwebe. Der Herr ist auferstanden - wie soll es weitergehen? Papst Johannes Paul II. sieht hierin Berührungspunkte mit der heutigen Situation in der Kirche: »Es klingt nach Resignation: Ich gehe fischen ..., wir kommen auch mit. Der Aufbruch zu neuen Ufern in der Nachfolge Christi scheint vorbei. Und selbst in ihrem kleinen begrenzten Erfahrungsbereich als Fischer am See bleiben sie ohne Erfolg: In dieser Nacht fingen sie nichts. Obwohl die Jünger sich die ganze Nacht abgemüht hatten, blieb ihr Netz leer. Diese Erfahrung der Erfolglosigkeit, die leicht zu Mutlosigkeit führt, wird heute von vielen Menschen geteilt.«3

Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war. Sie sind etwa hundert Meter vom Ufer entfernt und können die Stimme verstehen, die ihnen zuruft: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie müssen ihr Scheitern eingestehen. Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Petrus gehorcht, das Netz ist randvoll - sie konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Johannes ahnt: Es ist der Herr! Der ungestüme Petrus springt in den See, er will nicht warten, bis die Boote das Ufer erreicht haben, es drängt ihn, sich Jesus zu Füßen zu werfen.

»Die Liebe! Die Liebe sieht den Herrn schon von weitem. Die Liebe ist es, die zuerst jene aufmerksame Geste Christi gewahr wird. Der jugendliche Apostel, der Jesus mit der ganzen Festigkeit, Reinheit und Zartheit eines Herzens liebt, das niemals verdorben war - er ruft: Es ist der Herr.«4 Und Petrus? »Petrus ist der Glaube. Mit bewundernswertem Übermut stürzt er sich ins Wasser. Mit der Liebe des Johannes und mit dem Glauben des Petrus - wie weit werden wir kommen?«5

Es ist nicht schwer, diese österliche Begebenheit auf unseren Alltag zu übertragen: die vergebliche Mühe eines Schaffens gleichsam in der Nacht, ohne das Licht Christi, und die reiche Frucht der Arbeit am Morgen, im Licht seines Wortes. »Jesus steht am Ufer; wir erkennen ihn zunächst nicht, aber durch die Stimme der Kirche hören wir: Er ist es. An uns liegt es, aufzubrechen, ihn zu suchen und ihm näher zu kommen. Im Hören auf die Schrift, im Mitleben mit den Sakramenten, in der Begegnung des persönlichen Gebetes mit ihm, in der Begegnung mit denen, deren Leben von Jesus erfüllt ist, in verschiedenen Erfahrungen unseres Lebens und auf vielerlei Weisen begegnen wir ihm, sucht er uns, und so lernen wir ihn kennen.«6

Viele Menschen leben heute verbittert, denn sie haben Christus vergessen. »Das Leben ohne Gott und gegen Gott, das zunächst so verlockend und befreiend erscheint, hat in Wirklichkeit nur eine große Traurigkeit und einen wachsenden Zorn geschaffen. Der Mensch ist wütend gegen die Gesellschaft, gegen die Welt, gegen sich und gegen die anderen; sein Leben erscheint ihm als eine Fehlkonstruktion. (...) Er hat sein Lebenselement verloren, und alles schmeckt ihm nach Salz - nach Tod und nach Bitterkeit.= 7 Erst wenn er sich wieder der Gnade öffnet - Es ist der Herr! -, gelingt es ihm, den perspektivischen Punkt wiederzuentdecken, in den die Linien seines Lebens münden.

II. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriß das Netz nicht. Viele Kirchenväter sehen im Fischerboot und im Netz, das nicht zerreißt, ein Sinnbild für die Kirche im weiten Meer der Welt. Auch die große Menge der gefangenen Fische deuten sie als symbolischen Hinweis auf die Universalität der Kirche und auf die Zahl der von Gott Berufenen. Und die Fischer? Hätte Jesus nicht gebildetere Menschen als seine ersten Jünger berufen können? Selbstverständlich, und einige waren es. Aber die Berufung so einfacher Menschen verdeutlicht, daß der Herr die Nachfolge anders bewertet als nach »Bildung= im herkömmlichen Sinn. Alle - gebildet oder nicht - können zu ihm stoßen. Was zählt, ist ein schlichtes, offenes Herz.Anhand der Arbeit eines Fischers läßt sich besonders gut verdeutlichen, was Christus eigentlich will: »Menschen fischen« Für die Urchristen besaß das Fischsymbol eine Fülle von Bedeutungen. Es wurde sehr früh - schon auf Katakombenfresken - zur Bezeichnung der getauften Christen verwendet. Allmählich entwickelte sich aus diesem Symbol die reizvolle Vorstellung, die Christ»n seien die »pisciculi« die kleinen Fische im Gefolge des einen Fisches Jesus Christus. Dabei sah man in den Buchstaben des griechischen Wortes für Fisch »ichtys« ein komprimiertes Glaubensbekenntnis, das ins Deutsche übersetzt lautet: »Jesus Christus, Gottes Sohn und Heiland«.7

Wir verbinden mit dem Bild des Fischers Geduld und Wartenkönnen auf die Frucht der eigenen Mühe. Das gilt nicht anders für »Menschenfischer« Die Geduld ist Bestandteil der Tugend des Starkmutes. »Geduldig sein heißt: sich durch die Verwundungen, die aus der Verwirklichung des Guten erwachsen, nicht die Heiterkeit und Klarsichtigkeit der Seele rauben lassen. Geduld bedeutet nicht den Ausschluß von energisch zupackender Aktivität, sondern just und ausdrücklich und einzig den Ausschluß von Traurigkeit und Verwirrung des Herzens.«8 Als Menschenfischer brauchen wir Geduld, um die natürlichen Mittel und die Mittel des Glaubens beharrlich einzusetzen, aber auch um eigene wie fremde Fehler gelassen zu ertragen.

III. »Der Glaube ist eine unerläßliche Voraussetzung für das Apostolat. Er erweist sich oft darin, mit Ausdauer von Gott zu sprechen, auch wenn die Früchte lange auf sich warten lassen.

Wenn wir durchhalten und unsere Sendung in uns lebendig bleibt, überzeugt davon, daß der Herr es so will, dann wird man nach und nach überall, auch in deiner Umgebung, die Anzeichen einer >christlichen Revolution< wahrnehmen: Die einen werden sich Gott ganz hingeben, die anderen ihr inneres Leben ernst nehmen und wieder andere - die etwas Bequemeren - zumindest wachsamer werden.«9

Auch der Herr hat Geduld. Die Fehler und Armseligkeiten seiner Apostel kennt er nur zu genau. Doch sie sind kein Hindernis für die Liebe. Als sie an jenem Morgen des wunderbaren Fischfangs gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? (...) Weide meine Lämmer! (...) Weide meine Schafe!10 Der Herr rechnet mit diesen Menschen, um seine Kirche zu bauen. Er hat Geduld und nimmt sich Zeit, sie nach und nach zu bilden.

Auch uns gegenüber rechnet der Herr mit der Zeit. Er formt uns allmählich und paßt sich jeweils der Eigenart dessen an, dem er sein Bild einprägen und den er zum Werkzeug seiner Gnade für andere machen will. Der Herr läßt in seiner Sorge um uns niemals nach. Warum sollten wir da nachlassen in unserer Sorge um jene, die wir für Christus und als seine Zeugen gewinnen möchten?

Die eigene Erfahrung hilft uns, geduldig jenen gegenüber zu sein, die nicht gleich auf unsere apostolischen Bemühungen eingehen. Der eine reagiert gleichgültig, der andere zögert, ein dritter wehrt ab ... Auf dem langen Weg zum Himmel schenkt der Herr nur selten seine Gaben so, daß man in kurzer Zeit die Heiligkeit erlangt. Als Menschenfischer im Namen Christi werden wir diesen Freunden durch unser Gebet und unser Opfer nahe bleiben, bemüht, die bestehende Freundschaft mit der Zeit zu festigen.

Aus der Geduld erwächst jene gewinnende Art des Umgangs, wie sie in Episoden am Rande der eigentlichen Aussage des Evangeliums durchschimmert: Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Der Herr vergißt nicht das Naheliegende. Diese Jünger, die Christus hier liebevoll umsorgt, werden später als seine Gesandten, als seine Freunde, das Leben für ihn hingeben.

Mit der Hilfe Unserer Lieben Frau wird es uns gelingen, die Freundschaft und den guten menschlichen Kontakt zu den uns Nahestehenden nicht bloß passiv zu verstehen. »Zu einem echten Freund kannst du nur werden, wenn du deinen Freunden hilfst. Vor allem mit dem Beispiel deiner Lebensweise, dann auch mit deinem Rat und durch den Einfluß, der auf deiner absoluten Vertrauenswürdigkeit beruht.«11

1 vgl. Mt 28,7. - 2 Joh 21,1-14. - 3 Johannes Paul II., Homilie im Gelsenkirchener Parkstadion, 2.5.87. - 4 J.Escrivá, Freunde Gottes, 266. - 5 ebd. - 6 J.Kard.Ratzinger, Diener eurer Freude, Freiburg 1988, S.63. - 7 ebd., S.67. - 8 J.Pieper, Vom Sinn der Tapferkeit, München 1963, S.51. - 9 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.207. - 10 Joh 21,15-17. - 11 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.731.

von esther10 05.04.2013 00:32

Einladung an Papst Franziskus nach Econe?



http://www.katholisches.info/2013/03/18/...kus-nach-econe/

(Rom) Papst Benedikt XVI. hatte die Gespräche zwischen der Priesterbruderschaft St. Pius X. und dem Heiligen Stuhl angestoßen. Wenige Monate nach seiner Wahl empfing er Bischof Bernard Fellay, den Generaloberen der Bruderschaft auf Castel Gandolfo. Trotz seiner geduldigen Bemühungen während eines acht Jahre dauernden Pontifikats kam die von ihm gewünschte Überwindung des Bruchs und eine kanonische Anerkennung der Bruderschaft nicht zustande.
Am 21. Februar hob Benedikt XVI. ein von der Glaubenskongregation für den 22. Februar gesetztes „Ultimatum“ für eine Antwort der Piusbruderschaft auf die „Doktrinelle Präambel“ von Juni 2012 wieder auf. Damit überließ er die Entscheidung, wie es mit der Bruderschaft weitergehen sollte, seinem Nachfolger.
Während die radikale Linke auf politischer Ebene ihren Kampf gegen die Kirche auch unter Papst Franziskus unbeeindruckt fortsetzt, bemühen sich die Modernisten am ausgefransten, linken Rand der Kirche um Hans Küng und Leonardo Boff dem neuen Stellvertreter Christi auf Erden zu applaudieren und ihn möglichst zu vereinnahmen. Hinter diesem plakativ zur Schau gestellten Jubel verbirgt sich nur eine andere Form, um Papst Benedikt XVI. und dessen Pontifikat zu kritisieren. Indem sie dessen Nachfolger loben, setzen sie ihr Lieblingsfeindbild Benedikt herab.
Natürlich geht es auch um den ungeschminkten Versuch, durch Lob für den neuen Papst, eigene Positionen in einem hoffähigen Licht erscheinen zu lassen. Leonardo Boff behauptet in einem Spiegel-Interview, der neue Papst sei homo-freundlich eingestellt und für ein Adoptionsrecht für Homosexuelle. Seine Ablehnung der Homo-Ehe in Argentinien sei nur nach römischem Druck zustandegekommen. Auch eine Form, ein Pontifikat von außen lenken zu wollen. Doch die Realität sieht anders aus. Die Stellungnahmen des damaligen Erzbischofs von Buenos Aires gegen die Einführung der Homo-Ehe sind ebenso authentisch, wie der dadurch entstandene Konflikt mit der argentinischen Staatspräsidentin Kirchner. Beleg, daß Boffs Darstellung nicht der Wahrheit entspricht, ist ein internes Schreiben vom 22. Juni 2010 des damaligen Kardinals Bergoglio an die Klausurklöster der Karmelitinnen in Argentinien. In diesem Schreiben verurteilt er die Homo-„Ehe“ auf das schärfste und bittet die Ordensfrauen intensiv zu beten, damit die argentinischen Senatoren dem damals im Parlament diskutierten Gesetzentwurf nicht zustimmen.
Soweit die ins Alter gekommenen Modernisten. Wie aber steht es um die Piusbruderschaft?
Zum Verhältnis des neugewählten Papstes Franziskus und der von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten Piusbruderschaft nahmen jüngst der amerikanische Priester Father John Zuhlsdorf und die italienische Seite Cantuale Antonianum Stellung.
Einen weiteren Diskussionsbeitrag lieferte inzwischen die traditionsverbundene Seite Cordialiter. In dem Beitrag Reise von Papst Franziskus nach Econe heißt es:
„In der Zukunft könnten wir eine schöne Überraschung erleben, eine apostolische Reise von Papst Franziskus nach Econe (Schweiz), um in der historischen Hochburg der Lefebvrianer ein Friedensabkommen zu unterzeichnen. Das wäre wirklich eine schöne und konkrete Geste brüderlicher Liebe. Ich denke nicht, daß es sich um einen nicht verwirklichbaren Traum handelt. Inzwischen ist bekannt, daß der Erzbischof von Buenos Aires herzliche Beziehungen mit den Piusbrüdern pflegte und ich glaube, wenn Msgr. Bernard Fellay Franziskus nach Econe einladen würde, könnte der Papst die Einladung sogar annehmen. In diesen Tagen haben wir gesehen, daß er ein spontaner Mensch ist, der sich nicht in Schablonen pressen läßt, der auch zu ungewohnten und unvorhersehbaren Gesten bereit ist. Ich denke, daß er sich vom Gezeter der Progressisten nicht einschüchtern lassen würde. Man stelle sich den Papst in der Hochburg der Piusbruderschaft vor. Das wäre wirklich eine historische Begegnung.
In der Zwischenzeit würde es sich für die Piusbruderschaft empfehlen, freundschaftliche Kontakte zum Patriarchen von Moskau zu beginnen. Es wäre nichts Schlechtes dabei, wenn sich Msgr. Fellay und Patriarch Kyrill zum Abendessen treffen würden, um freundschaftlich über die dramatische geistliche Lage in Europa und zu anderen für die Christenheit wichtige Themen sprechen würden. Das würde in keiner Weise den Lehrinhalten der lehramtlichen Enzyklika Mortalium Animos des großen Papstes Pius XI. widersprechen. Wenn Msgr. Fellay fotografiert würde, während er und der Patriarch von Moskau sich die Hand schütteln und sich die Nachricht verbreitet, daß die beiden Freunde sind, würde dies die Position der Piusbruderschaft erheblich stärken. Die Modernisten könnten sie nicht mehr so hart angreifen, da sie andernfalls Gefahr laufen, die diplomatischen Beziehungen mit den Orthodoxen zu beschädigen, denen gegenüber sie bekanntlich eine freundlichere und respektvollere Haltung einnehmen als gegenüber der Piusbruderschaft.“

von esther10 05.04.2013 00:29


05.04.2013


Razzia bei der Caritas Petersburg
: "Ein großer Schock"


Sie kamen völlig unangekündigt: In St. Petersburg haben die Behörden ohne Vorwarnung das Büro der Caritas durchsucht. Andrea Hitzemann von Caritas International berichtet im domradio.de-Interview, wie sie die Kollegen in Russland unterstützen.

Andrea Hitzemann ist Referatsleiterin bei Caritas International und zuständig für Russland.

domradio.de: Frau Hitzmann, was ist am Mittwoch im Büro Ihrer Kollegen genau passiert?

Hitzemann: Das war ein großer Schock für die Mitarbeiter der Caritas. Man ist ja daran gewöhnt in Russland, dass geprüft wird, und dass auch viel geprüft wird, aber normalerweise mit Vorwarnung, mit Ankündigung. Auch die Steuerbehörde interessiert sich ja sehr genau dafür, welche Gelder aus dem Ausland kommen, wofür die Gelder ausgegeben werden - das ist man gewohnt. Aber diesmal waren es gleich mehrere Behördenvertreter und es war vor allem eine nicht-angekündigte Untersuchung, die sehr ins Detail gegangen ist, in einem Maße, das beschämend war für die Mitarbeiter, und auch schockierend, und was offensichtlich auch Angst einflößen sollte.

domradio.de: Könnten Sie ein Beispiel nennen?

Hitzemann: Es waren da zum Beispiel Vertreter des Komitees für Bildung, aber auch der Verbraucherschutzbehörden, aber auch Verantwortliche der Nahrungshygiene oder die Brandschutzbehörde, dann war auch die Abteilung des Kampfes gegen Extremismus und Terrorismus anwesend, und natürlich Vertreter der Steuerbehörde. Das heißt, eine ganze Reihe von Behördenvertretern, und nicht nur, das was man gewohnt ist, vom Finanzamt, von der Steuerabteilung, dass da die Bücher geprüft werden. Da wurden also zum Beispiel Räume vermessen, um zu sehen, ob die Größe stimmt, im Verhältnis zu den Computerplätzen, da wurden die Klobürsten gezählt, um zu sehen, ob die Hygienevorschriften eingehalten wurden.

Da wurden vor allen Dingen aber auch Bücher und Broschüren durchgeblättert, die die Caritas in großem Maße herstellt, weil sie in erster Linie ja beratend tätig ist. Man muss sich das so vorstellen, dass sie ältere Menschen, die eine sehr sehr geringe Rente in Russland bekommen, und es gibt ja eine ganze Menge Menschen, die in Sankt Petersburg von Armut betroffen sind, berät. Dafür werden diese Broschüren gedruckt. Die wurden also Seite für Seite durchgeblättert, um zu sehen, ob da Informationen drin sind, die man sozusagen in den Rechtsextremismus oder den Terrorismus einordnen müsste.

domradio.de: Gab es denn eine Begründung, warum die Razzia durchgeführt wurde?

Hitzemann: Nein, und das muss man in Russland auch nicht. In erster Linie wird ja eine Untersuchung durchgeführt, um sozusagen die Korrektheit der Abrechnungen zu überprüfen, also die Steuerbehörde, das Finanzamt interessiert sich in erster Linie für die Tätigkeiten. In diesem Fall wurde keinerlei Erklärung abgegeben, außer, dass es eben eine großangelegte Untersuchung ist, dass man eben auf verschiedenen Ebenen Kontrollen eingerichtet hätte, und dass man sehen wolle, ob die Vorschriften eingehalten würden.

Wobei die gesetzlichen Vorschriften in Russland vorsehen, dass Organisationen für solche - ich sage mal - "Untersuchungen" doch auch vorgewarnt werden oder ihnen zumindest der Termin mitgeteilt wird, so dass da also nicht so ein Überraschungsmoment entsteht, der dann ja auch diesen Schock bei den Mitarbeitern auslöst. Die dachten in erster Linie, sie hätten sich etwas zuschulden kommen lassen, weil nur in diesem Fall unangekündigte Durchsuchungen in Russland stattfinden. Wenn man also vermutet, dass jemand etwas getan hat, oder dass dort in dem Büro etwas Rechtswidriges geschieht, darf man ohne Ankündigung Durchsuchungen durchführen - aber nicht, um einfach einer Routine zu genügen.

domradio.de: Sie haben schon mit Ihren Kollegen in Russland gesprochen - wie fühlen die sich jetzt?

Hitzemann: Die sind jetzt erst mal sehr schockiert. Die Caritas Petersburg ist eine Caritas, die schon über 20 Jahre existiert, so lange unterstützen wir sie auch schon, und die sind eine sehr korrekt und transparent arbeitende Organisation. Die haben natürlich das Gefühl, ihnen wird etwas vorgeworfen, und sie wissen nicht, was. Auf der anderen Seite sind sie auch wütend darüber, dass so mit ihnen umgegangen wird.

Die Direktorin hat ein Schreiben aufgesetzt, auch im Namen anderer Nicht-Regierungsorganisationen, die solche Durchsuchen über sich haben ergehen lassen müssen, und versucht auch Unterstützung in der Bevölkerung zu bekommen. Die bekommt sie auch, denn die Caritas ist wirklich da für Kinder, für Jugendliche, für ältere Menschen, und hat auch einen großen Unterstützerkreis. Aber erst mal ist man schockiert. Die Mitarbeiter sind schockiert, verunsichert, und haben natürlich auch Angst. Ich glaube, das war auch ein erhofftes Ziel so einer unangekündigten Durchsuchung in diesem Maßstab

domradio.de: Wissen Sie schon, wie Caritas International auf diesen Vorfall reagieren wird?

Hitzemann: Wir unterstützen unseren Partner jetzt erst mal. Wir stehen mehrmals am Tag in Kontakt, wir telefonieren, wir wissen, wie es dort aussieht, wir stehen ihnen als Gesprächspartner zur Seite. Gerade die Caritas Petersburg war vor wenigen Wochen bei uns in Freiburg; wir hatten sehr intensive Gespräche, auch mit unserem Caritas-Präsidenten Herrn Neher.

Sie wissen, dass wir sie unterstützen, und wir tun das einerseits, weil wir diesen Brief, diesen Aufruf der Caritas-Direktorin St. Petersburg auch auf unserer Webseite stehen haben. Wir wollen öffentlich zeigen, dass wir dahinter stehen, gegen diese Art von Durchsuchungen vorzugehen und sich zu wehren. Wir stimmen uns auch innerhalb des Caritas-Netzwerkes ab, wie weit wir hier noch politisch aktiv werden können, um der Caritas die notwendige Rückendeckung zu geben.


(Das Interview führte Tommy Millhome.)

von 04.04.2013 15:52

Zum Nachdenken

Der Ostersonntag
„Der Friede sei mit euch!“ (Joh. 20,19)

Im Lichte der Ostersonne! Vom strahlend-glänzenden Ostermorgen erzählt uns der Lieblingsjünger des Heilands:
„Da kam Maria Magdalena und verkündet den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen und dies hat er mir gesagt."

Und der heilige Paulus berichtet uns als Osterbotschaft in dem prächtigen Auferstehungskapitel seines ersten
Korintherbriefes: „Ich habe euch mitgeteilt, was ich empfangen habe, daß Christus dem Kephas erschienen ist,
danach den Elfen.“

„Alles webt, lebt und liebt im Apostelkreis seit der Auferstehung des Heilandes wie in einem Bienenhof am schönen
Frühlingstag, wenn die neue Königin eingezogen. Diese Königin ist die Freude, die Liebe, die Arbeitslust für den
geliebten Herrn, der für uns gestorben und auferstanden ist. ( Meschler)



Christus lebt, Christus siegt, Christus herrscht!

„Gleich wie Jesus von den Toten auferstanden ist, so sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln“, mahnt der
Römerbrief des Völkerapostels.

„Solange du Freude fühlst, ist dein Geist viel reger und aufgeweckter, sind deine Ideen feiner, deine Einbildungs-
kraft lebendiger, dein Herz zufriedener, deine Laune munterer, dein Umgang angenehmer, deine Gesundheit fester
oder doch weniger schwach, deine Andacht zärtlicher, deine Tugend beharrlicher, und du wirst Gott und den
Menschen wohlgefällig und zu allem geschickt sein.“ (P.A.von Lombez)

Amen! Alleluja!
Diese zwei Worte sollen fortwährend dem Herzen und den Lippen der christlichen Seele entschweben.

Amen!, das ist „Ja!" - Alleluja!, das ist „Dank!"

Amen , das ist der Ruf der Seele, welche alles will, was Gott will;
Alleluja, das ist der Ruf der Seele, welche glücklich ist über alles, was der liebe Gott zuläßt;

Amen, das ist der Ruf der Liebe, die sich unterwirft;
Alleluja, der Ruf der Liebe, welche dem Willen Gottes , den sie liebt, entgegenkommt.

„O wie schön ist der Anblick einer Person, welche losgeschält ist von jeglicher Anhänglichkeit, welcher alle
Beschäftigungen sowie Freude und Leid gleich angenehm sind, und welche bereit zu jeder Übung der Tugend
und Liebe, immer ganz zufrieden ist, wenn nur der Wille Gottes geschieht.“ ( Hl. Franz von Sales)



Freuet euch! Alleluja!



aus: „Sonne Dich“, P. Max Dudle

von 04.04.2013 09:47

OSTERZEIT
OSTEROKTAV - DONNERSTAG

5

BEGEGNUNGEN MIT CHRISTUS


Frieden und Freude beim Anblick der Wunden des Herrn.
Besuche beim Allerheiligsten.
Früchte der Aufwartung.

I. Das Evangelium der heutigen Messe schildert uns, wie der Herr den elf Jüngern erscheint. Fassungsloses Staunen wird zu freudiger Gewißheit: Was seid ihr so bestürzt? Warum laßt ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Faßt mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.1 Dann hält der Herr Mahl mit seinen Jüngern. Die Gewißheit jener leibhaftigen Gegenwart prägt sich ihnen für immer ein. Weder Suggestion noch Phantasterei waren am Werk. Und von diesem Augenblick an ist ihr Glaube unerschütterlich. »Ohne die Auferstehung Jesu wäre, so sagt uns der Apostel Paulus, die Verkündigung leer und der Glaube sinnlos; dann wären wir mit unserer Hoffnung erbärmlicher daran als alle anderen Menschen (vgl. 1 Kor 15,14.19). Die Auferweckung Jesu ist also das Fundament und zusammen mit der Botschaft vom Kreuz das Zentrum des christlichen Glaubens.«2

Es verbindet alle österlichen Erscheinungen, daß der Herr liebevoll auf die innere Verfassung seiner Gefährten eingeht. Er kennt jeden gut, jedem begegnet er nach seiner Eigenart. Und alle erhalten die Gewißheit: Der Herr ist auferstanden - der Eckstein des Glaubens und das Fundament des neuen Friedens.

Der Friede sei mit euch. Gerade der Anblick der Wunden wird ihren Frieden und ihre Freude vertieft haben, denn jetzt sind sie nicht mehr wie am Kreuz Zeichen der Niederlage, sondern des Triumphes. »Wenn wir die heiligste Menschheit Jesu betrachten und wirklich lieben, dann werden wir auch nach und nach seine Wunden entdecken. Und in der harten, mühevollen Zeit des Geläutert-Werdens, in der Zeit seliger und bitterer Tränen, der Umwelt verborgen, verlangen wir danach, uns in jede einzelne dieser heiligsten Wunden zu versetzen, in ihnen uns reinzuwaschen und voll tiefer Freude in der erlösenden Kraft seines Blutes zu erstarken. Gleich den Tauben, die, wie die Heilige Schrift sagt (vgl. Hld 2,14), während des Sturmes in den Felsspalten Zuflucht suchen, so suchen und finden wir diesen Zufluchtsort der herzlichen Vertrautheit mit Christus; wir entdecken, daß seine Stimme sanft und sein Antlitz schön ist (vgl. ebd.), denn >daß seine Stimme mild und angenehm ist, wissen die, die die Gnade des Evangeliums empfingen, welche sie ausrufen läßt: Du hast Worte des ewigen Lebens< (Gregor von Nyssa, In Canticum Canticorum homiliae, 5).«3

Die Auferstehung besiegelt, daß Christi Worte auf Erden Worte des ewigen Lebens sind. Sie öffnet uns das Tor zu ihm. Das Grab - Zeichen des Todes - wird zum Zeichen der Hoffnung auf die Vollendung: »Obwohl unser Planet fortwährend mit Gräbern übersät wird, obwohl der Friedhof, worin der aus dem Staub hervorgegangene Mensch wieder zu Staub zurückkehrt (vgl. Gen 3,19), ständig wächst, leben doch alle Menschen, die am Grab Jesu Christi wachen, in der Hoffnung auf die Auferstehung.«4

II. Die Betrachtung des auferstandenen Herrn kann unsere Vorstellungskraft beflügeln. Wie mag die neue Gegenwart des verherrlichten Herrn in jenem Raum, in dem er die Eucharistie eingesetzt hatte, die Apostel mit Staunen erfüllt haben. Wir können jetzt an seine Gegenwart im Tabernakel denken. Auch dort ist uns der Herr nahe - natürlich anders als damals, aber nicht weniger real. Derselbe, der den Aposteln erschien, ist im Tabernakel wirklich und wesenhaft gegenwärtig - Christus selbst. Wir können - wie die Apostel - uns mit ihm aussprechen, ihm unsere Sorgen und Anliegen anvertrauen. Beim Vorbeigehen an einer Kirche oder wenn wir von weitem einen Kirchturm sehen, können wir - wie Johannes - in Glauben und Liebe ausrufen: Es ist der Herr5.

Johannes Paul II. sagt: »Die Kirche und die Welt haben die eucharistische Verehrung sehr nötig. In diesem Sakrament der Liebe wartet Jesus selbst auf uns. Keine Zeit sei uns dafür zu schade, um ihm dort zu begegnen: in der Anbetung, in einer Kontemplation voller Glauben, bereit, die große Schuld und alles Unrecht der Welt zu sühnen. Unsere Anbetung sollte nie aufhören.«6

Die Zeiten des Gebetes in der Gegenwart Christi im Tabernakel ähneln in gewisser Hinsicht den Besuchen des Herrn in Bethanien. So schreibt der selige Josemaría Escrivá: »Für mich ist der Tabernakel immer Bethanien gewesen: dieser ruhige und einladende Ort, wo Christus weilt und wo wir mit ihm, einfach und ungezwungen wie seine Freunde von damals, Martha, Maria und Lazarus, alles besprechen können: unsere Sorgen und Schmerzen, unsere Erwartungen und Freuden.«7

Der Herr wartet auf uns. Mit einem Besuch beim Allerheiligsten erwidern wir gleichsam den Besuch, dessen er uns in der Kommunion gewürdigt hat: »Ein solcher Besuch ist ein Beweis der Dankbarkeit und ein Zeichen der Liebe und der schuldigen Verehrung gegenüber Christus dem Herrn, der hier gegenwärtig ist«8 heißt es in der Enzyklika Papst Pauls VI. Mysterium Fidei.

Was wäre logischer als Anbetung angesichts dieses Glaubensgeheimnisses: Adoro te devote ... Gottheit tief verborgen, betend nah' ich dir. Unter diesen Zeichen bist du wahrhaft hier. Sieh, mit ganzem Herzen schenk' ich dir mich hin, weil vor solchem Wunder ich nur Armut bin.9 Aus der gläubigen Anbetung erwachsen Bitten um Gnade und Vergebung: Einst am Kreuz verhüllte sich der Gottheit Glanz; hier ist auch verborgen deine Menschheit ganz. Beide sieht mein Glaube in dem Brote hier, wie der Schächer ruf' ich, Herr, um Gnad' zu dir.10

III. »Du hast angefangen, dem Herrn in seiner Verborgenheit täglich einen Besuch abzustatten. Es überrascht mich nicht, daß du sagst: Ich liebe das ewige Licht vor dem Tabernakel.«11

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich vielfältige Äußerungen eucharistischer Frömmigkeit entwickelt. Sie alle gründen in der Glaubensgewißheit, daß der Herr unter den heiligen Gestalten gegenwärtig ist, unter denen wir ihn empfangen. »Dies ist nie nur ein leiblicher Vorgang, wie wenn ich ein Stück Brot esse. Dies kann deshalb nie nur das Geschehen eines Augenblicks sein. Christus empfangen heißt: auf ihn zugehen, ihn anbeten. Aus diesem Grund kann das Empfangen über den Moment der eucharistischen Feier hinausreichen, ja, muß es tun. Je mehr die Kirche in das eucharistische Geheimnis hineinwuchs, desto mehr hat sie begriffen, daß sie Kommunion nicht in den umgrenzten Minuten der Messe zu Ende feiern kann. Erst als so das Ewige Licht in den Kirchen entzündet wurde und neben dem Altar der Tabernakel aufgerichtet wurde, war gleichsam die Knospe des Geheimnisses aufgesprungen und die Fülle des eucharistischen Geheimnisses von der Kirche angenommen.«12

Ein Besuch beim Allerheiligsten nimmt kaum Zeit in Anspruch. Aber: wieviel Gnade kann uns der Herr dadurch schenken! Ein tieferes Bewußtsein seiner Gegenwart mitten im Alltag; mehr Gelassenheit gegenüber den Widerwärtigkeiten, mehr Beständigkeit bei der Arbeit, mehr Geduld im Familienleben ... Denn der Herr ist, wie die heilige Theresia von Avila sagt, »so sorgsam im Bezahlen, daß ihr nicht zu fürchten habt, er werde auch nur einen Blick der Augen unbelohnt lassen, den ihr, seiner gedenkend, zu ihm erhebt«13.

Es gibt natürlich keine festen Regeln für einen Besuch beim Allerheiligsten. Vielleicht entzündet sich das eine Mal unser Gebet beim Anblick der leeren Kirche und bei dem Gedanken, daß wir für das Geheimnis seiner Gegenwart zu wenig dankbar sind. Ein anderes Mal beten wir eine geistige Kommunion und entfachen den Wunsch, ihn bald sakramental zu empfangen. Es ist nicht schwer, die wenigen Minuten der Stille mit Anbetung und Lob, mit Dank und Bitten auszufüllen. Sogar der Umstand, daß wir nur eine kurze Zeit bei ihm verweilen können, bietet uns Anlaß, an die Arbeit zu denken, die auf uns wartet - nicht im Tempel, sondern dort, wo Gott uns in der Welt hingestellt hat.

Der heilige Johannes Chrysostomos kommentiert den Aufenthalt des Herrn im Tempel mit diesen Worten: »Es ist ja die Art eines guten Sohnes, daß er zum Hause des Vaters geht, um ihm die Ehre zu erweisen. Suche auch du, der du Jesus Christus nachahmst, zuerst den Tempel auf, wenn du in eine Stadt gehst.«14 Es ist ein Rat, den wir beherzigen können: Suche zuerst den Tabernakel auf, können wir sinngemäß die Worte des Kirchenvaters anwenden, wenn du als Tourist eine Kirche betrittst. Nach dem Kirchenrecht soll der Tabernakel mit der heiligsten Eucharistie an einem hervorragenden Platz stehen, gut sichtbar in der jeweiligen Kirche oder Kapelle und zum Gebet einladend. Außerdem muß vor dem Tabernakel ein besonderes, das sogenannte Ewige Licht brennen, das von Christi Gegenwart kündet.15

Am Ende unseres Gebetes bitten wir Maria, sie möge uns lehren, ihrem Sohn im Geheimnis der Eucharistie so zu begegnen, wie sie jahrelang mit ihm in Nazaret Umgang hatte.

1 Lk 24,38-39. - 2 Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Bonn 1985, S.197. - 3 J.Escrivá, Freunde Gottes, 302. - 4 K.Wojtyla, Zeichen des Widerspruchs, Freiburg 1979, S.222. - 5 Joh 21,7. - 6 Johannes Paul II., Über das Geheimnis und die Verehrung der heiligsten Eucharistie, 24.2.1980. - 7 J.Escrivá Christus begegnen, 154. - 8 Paul VI., Enz. Mysterium fidei, 30.4.1965. - 9 Hymnus Adoro te devote. - 10 ebd. - 11 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.688. - 12 J.Kard.Ratzinger, Eucharistie - Mitte der Kirche, München 1978, S.62. - 13 Theresia von Avila, Weg der Vollkommenheit, 23,3. - 14 Johannes Chrysostomos, in: Catena aurea, III,14. - 15 vgl. Codex Iuris Canonici, cc.938 u.940.

von esther10 04.04.2013 00:49



Weltbesessenheit und Gottvergessenheit in der Kirche
Erzbischof Schick beim Kongress von "Kirche in Not" in Würzburg: Wir haben in der Kirche des Westens vor allem zu wenig Frömmigkeit, Gebet, gute gottbezogene und die Menschen heiligende Liturgie. Achtung: Updates möglich!

Würzburg (kath.net)
“Ich danke Kirche in Not für alle Initiativen und Tätigkeiten, die dieses Hilfswerk seit 60 Jahren in der ganzen Welt geleistet hat und leistet.” Mit diesen Worten hat der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick am Freitag am Nachmittag den großen Kongress von “Kirche in Not” in Würzburg eröffnet.

Kath.net dokumentiert das Redemanuskript* von Erzbischof Ludwig Schick beim
Kongress Kirche in Not, Würzburg.

1. Liebe Schwestern und Brüder, gern halte ich heute das Eröffnungsreferat beim Kongress „Lasst euch vom Geist entflammen – Ein neues Pfingsten für die Kirche“. Ich danke „Kirche in Not“ für alle Initiativen und Tätigkeiten, die das Hilfswerk seit über 60 Jahren für die Kirche in der ganzen Welt geleistet hat und leistet. Als Vorsitzender der „Kommission Weltkirche“ der Deutschen Bischofskonferenz darf ich immer wieder unsere Schwestern und Brüder in Afrika, Asien, Lateinamerika und auch Osteuropa besuchen. Dabei erzählen mir die Bischöfe, Priester, Ordenschristen und Laien von der Hilfe, die sie durch „Kirche in Not“ für ihre pastoralen und katechetischen Werke bekommen. „Kirche in Not“ hilft bei der Ausbildung von Priestern und Katechisten, beim Bau von Kirchen, beim Kauf von Bibeln und Materialien für den Glaubensunterricht. Ich danke allen, die „Kirche in Not“ geleitet haben, angefangen vom Gründer Pater Werenfried van Straaten, seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern in der Generalleitung und den nationalen Sektionen sowie allen, die in den Sekretariaten und als Referenten tätig waren und sind.

Das Hilfswerk „Kirche in Not“ könnte aber nicht helfen, wenn es nicht von vielen Gläubigen unterstützt würde. Ich möchte allen Wohltätern danken, die durch ihre Spenden dazu beigetragen haben und beitragen, dass „Kirche in Not“ seinen wertvollen Dienst in der Weltkirche erfüllen konnte und kann. Vergelt’s Gott allen!
An den Dank und die Anerkennung möchte ich die Bitte und den Wunsch anschließen, dass „Kirche in Not“ auch weiterhin von vielen Gläubigen unterstützt wird, um auch in Zukunft den Ortskirchen in der ganzen Welt, die in Not sind, helfen zu können.

2. „Lasst euch vom Geist entflammen – Ein neues Pfingsten für die Kirche“, lautet das Thema des „4. Internationalen Kongresses Treffpunkt Weltkirche.“ Ja, wir brauchen ein neues Pfingsten für die Kirche, aber weil wir ein neues Pfingsten für die Welt brauchen!

Die Kirche ist derzeit weltweit gefordert und zugleich auch bekämpft wie nie. Warum? Unsere Welt befindet sich in einem bis dahin nicht gekannten Übergangsstadium, Entscheidungsprozess und Wendepunkt. Die Globalisierung erfordert Entscheidungen grundsätzlicher Art. Weil in diesem Prozess der Globalisierung auch andere mitwirken wollen, die wegen ihrer eigenen Interessen gegen die Kirche und das Evangelium sind, wird die Kirche bekämpft. Die Kirche setzt sich für eine menschenfreundliche Globalisierung ein, für eine solidarische Entwicklung der ganzen Welt und eine gerechte friedliche Zukunft der gesamten Menschheit. Dazu braucht es das Evangelium, die Zehn Gebote, das Hauptgebot der Gottes- und Nächstenliebe, die die Feindesliebe einschließt, die Seligpreisungen, die ganze Bergpredigt.

Denen, die ihren eigenen Profit, ihre Macht, ihr Geld und Lustbefriedigung jeder Art im Sinn haben, ist die Kirche ein Dorn im Auge. Für unsere Welt, die ein neues Pfingsten nötig hat, brauchen wir ein neues Pfingsten der Kirche.

Die Zeit reicht nicht aus, um eine eingehende Analyse der gegenwärtigen gesellschaftlichen und kirchlichen Situation darzustellen. Aber ich möchte wenigstens einige Punkte nennen. Ich gehe bei meinen Darlegungen nach den Kriterien von Kardinal Cardijn vor: Sehen, Urteilen, Handeln.

2.1 Sehen wir zunächst die Situation unserer Kirche. Die ist weltkirchlich gesehen nicht schlecht. Weltweit wächst die Kirche, auch wenn sie hier in Deutschland, Europa und USA schrumpft. Sie schrumpft in Deutschland wie unsere Gesellschaft auch. Wir müssen bei der Analyse (dem Sehen) der Kirche in Deutschland unsere deutsche Gesellschaft mitsehen. Sonst wird unser Bild von unserer deutschen Kirche falsch. Auch in Deutschland brauchen wir ein Pfingsten für die Gesellschaft und deshalb ein Pfingsten für die Kirche in Deutschland.

Weltweit nimmt die Zahl der Katholiken zu, ebenso die Zahl der Priester, der Ordenschristen und der engagierten Laien. Aber die Ortskirchen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa wachsen im Vergleich mit der Weltbevölkerung nicht schnell genug; sie können dort aufgrund mangelnder materieller Ressourcen weder quantitativ wie qualitativ nicht gut genug wachsen, um auf die Fragen und Nöte der Bevölkerung in ihren Ländern eine Antwort zu geben. Leider Gottes müssen besonders in Afrika z. B. Seminaristen abgewiesen werden, weil kein Platz im Seminar ist. „Kirche in Not.“

Für die Weltkirche ist es aber auch ein großer Verlust, dass die Kirche in den Stammländern der Christenheit schwächer und kleiner wird. Ich meine damit Europa und die USA. Aber ich meine auch das Heilige Land, den Libanon, Syrien, die Türkei, Ägypten, Iran, Irak. Die Letztgenannten sind die Stammländer der Bibel, Jesus, des Evangeliums, des Christentums, des Glaubens. Diese Länder zu verlieren, bedeutet einen großen Verlust für die Christenheit. Das Heilige Land wird das „fünfte Evangelium“ genannt. In den anderen Ländern befinden sich die Stätten der Apostelgeschichte, der Briefe des Apostels Paulus und aller neutestamentlichen und alttestamentlichen Bücher. Die Schriften der Kirchenväter sind dort entstanden. In diesen Ländern ist die Kirche in großen Nöten. Sie sind für die Zukunft der Christenheit aber sehr wichtig.

Ihr Verlust ist ein großer Verlust, weil wir damit die Heimatorte des Christentums verlieren. Wir müssen alles für die „Kirche in Not“ in diesen Ländern tun.

Wie gesagt, es gibt derzeit Gegenkräfte, und zwar starke, gegen die Kirche. Wir erleben einen aggressiven Atheismus und eine schleichende, aber sehr effiziente Säkularisation, die auch gesteuert ist, z. B. von bestimmten Interessengruppen, Konzernen und Medien. Sie bekämpfen die Kirche direkt oder indirekt. Zum indirekten Kampf gehört auch die Ausbreitung der Sekten in Lateinamerika, Afrika und Asien. 4000 mindestens sollen es sein. Sie nennen sich Geist- und Pfingstgruppen. Sie spalten die Kraft und Effizienz der Kirche. Sie verbreiten religiösen Relativismus, Individualismus und Indifferentismus. Sie werden von Interessengruppen, vor allem aus Nordamerika, gesteuert. Dazu kommt auch ein aggressiver Islamismus, der die Christen auslöschen möchte.

Mit dem Atheismus und der Säkularisation breitet sich ein großer Werteverlust aus und dies weltweit. Einige Beispiele dafür. Das Leben am Anfang, die ungeborenen Kinder, sind zum Beispiel in Gefahr und werden millionenfach ermordet. Das Leben am Ende ist auch in Gefahr. Das schön klingende, aber trotzdem grausame Wort ‚Euthanasie’ macht sich in vielen Ländern breit, in denen Säkularisation und Atheismus eindringen. Wenn aber das menschliche Leben - und das lässt sich nachweisen - am Anfang und am Ende in Gefahr ist, dann auch im ganzen Lebenslauf. Dann nehmen Aggression und Morde, Drogen und Selbstjustiz, Desinteresse am Gemeinwohl und Leistungsverweigerung zu. Dostojewski hat recht, wenn er sagt: „Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt.“

Wir haben auch in der Kirche des Westens vor allem zu wenig Frömmigkeit, Gebet, gute gottbezogene und die Menschen heiligende Liturgie, zu wenig Knien und deshalb zu wenig aufrechtes Stehen für Gott und für den Nächsten. Auch in der Kirche gibt es Weltbesessenheit und Gottvergessenheit.

Die Selbstsäkularisation in der Kirche ist eine Gefahr! Wir haben oft zu wenig Heiligen Geist und zu viele Geister, die aus sich, aus ihrem jeweiligen Geist heraus handeln, ordnen und regeln wollen und sich zu wenig auf Gottes Geist einlassen und daraus leben.

Wir haben in unserer deutschen Gesellschaft und Kirche zu viele Maulhelden und zu wenig Handwerker. Wir haben zu viel fordernde Kritik und zu wenig Anpacken und Mittun. In unserer Welt haben wir zu viel Not und zu wenig Hilfe, zu viele Millionäre und zu viel Hungernde, Kranke und Marginalisierte. Wir haben zu viel Norden und Westen und zu wenig Süden und Osten, dass heißt ein zu großes Nord-Süd-Gefälle und West-Ost-Gefälle, das große Armut in Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa und übergroßen Reichtum in Westeuropa und den USA bedeutet. In unserer deutschen Kirche haben wir zu wenig Weltkirche und zu viel ‚Deutschtümlichkeit’. In der Welt haben wir zu viel „ich“ und „mein“ und zu wenig „wir“ und „dein.“

2.2 Urteilen: Wenn wir diese Situation sehen, zwingt sich uns das Urteil auf: Wir brauchen den Heiligen Geist und wir brauchen ein neues Pfingsten. Er muss aber der Heilige Geist sein. Dessen Frucht zählt der Galaterbrief auf: „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung“. Diese Tugenden und Werte brauchen wir.

Wir benötigen auch den Geist der Unterscheidung. Viele beschwören derzeit den Geist des Konzils, den Geist, der die Kirche erneuern soll oder den Geist, der den Papst, die Bischöfe und alle Verantwortlichen der Kirche nach ihren eigenen Vorstellungen etc. ‚endlich erleuchten’ soll. Wir müssen die Geister unterscheiden. Zum Urteilen gehört, was Paulus schreibt: „Prüft alles und behaltet das Gute“.

Der Heilige Geist ist kein unbekanntes Wesen, das man für alles und jedes in Anspruch nehmen kann. Der Geist ist der Geist Jesu. Im 1. Johannesbrief heißt es, dass ein Geist, der nicht bekennt, dass Jesus der Christus ist, der für uns gelitten hat und auferstanden ist, der Antichrist ist. Wo nicht Jesus Christus und das Evangelium im Mittelpunkt stehen, ist nicht der Heilige Geist. Der Heilige Geist ist der Geist Jesu und er treibt uns zu Jesus, zu seinem Evangelium, zu seinem Leben und Wirken und verbindet uns mit IHM. Der Heilige Geist macht demütig, bescheiden, lässt uns aus der Bibel, vor allem dem Neuen Testament leben. Der Heilige Geist lässt uns die sieben Sakramente anerkennen. Er verbindet uns mit dem Papst und den Bischöfen und der ganzen Kirche. Der heilige Augustinus hat das schöne Wort geprägt: „So wie einer die Kirche liebt, hat er den Heiligen Geist.“ Der Heilige Geist lässt teilnehmen am Auftrag der Kirche weltweit, besonders wo die Ortskirchen in Not sind. Ein gutes Urteilen und Unterscheiden der Geister ist notwendig, damit wir die Situation der Welt und der Kirche richtig beurteilen und gut unterscheiden, was eigener Menschen- und Weltgeist ist und was Heiliger Geist ist. Wer gut geistgewirkt urteilt, der kann gut handeln.

2.3 Handeln: „Lasst euch vom Geist entflammen - Ein neues Pfingsten für die Kirche“. Wie geht das? Wie müssen wir handeln? Was müssen wir tun? Das Entscheidende tut der Heilige Geist. Er entflammt und schenkt ein neues Pfingsten! Aber wir müssen mitwirken! Es ist gut, dass wir dazu einmal das Pfingstereignis in Jerusalem, wie es die Apostelgeschichte erzählt, anschauen. Es kann uns sagen, was wir konkret zu tun haben.
Was geschah an Pfingsten in Jerusalem? Wir erinnern uns zuerst an die Feuerzungen, die sich auf jeden von den Aposteln herabließen und an den Sturm. Dann denken wir daran, dass sich auf einmal viele Menschen verschiedener Sprachen verstanden; die Sprachenverweigerung von Babel wurde aufgehoben. Aber zum ersten Pfingsten in Jerusalem gehört auch die ‚Pfingstpredigt des Petrus’, ‚die ersten Bekehrungen’ und ‚das Leben der jungen Christengemeinde’ das ganze zweite Kapitel der Apostelgeschichte.
Fünf Aspekte des Pfingstereignisses möchte ich herausstellen, die konkrete Handlungsanforderungen an uns darstellen, die uns ein neues Pfingsten in der Kirche für die Welt schenken können.

2.3.1 Der Heilige Geist lässt Petrus von Jesus Christus predigen. Die erste Predigt des hl. Petrus nach Pfingsten dreht sich nur um Jesus. Im Heiligen Geist stellt er den Herrn Jesus in die Mitte als Herrn und Messias. Das Erste, wozu der Heilige Geist entflammt, ist die Liebe und Treue zu Jesus. Ein neues Pfingsten kommt heute 2011, wenn Jesus Christus zum Ein und Alles jedes Christen, der Kirche und der Welt gemacht wird.

2.3.2 Der Heilige Geist entflammt zur Bekehrung. Ohne ständige Bekehrung gibt es kein neues Pfingsten. „Lasst euch bekehren“, predigt Petrus. Sicher rief er das den Juden in Jerusalem zu. Aber dieser Ruf gilt immer, denen, die sich taufen lassen sollen und denen, die getauft sind. Der Ruf zur Bekehrung gilt heute uns! Wenn wir von Evangelisation sprechen, dann müssen wir auch von „Selbstevangelisation“ sprechen, die unabdingbar für jede Evangelisation ist. Wenn wir Evangelisation wollen, dann muss sich das Evangelium zuerst an uns richten. Selbstevangelisation bedeutet Bekehrung.
Wir getaufte Christen bleiben nicht vom Heiligen Geist entflammt und laufen auch als Christen irgendwelchen Geistern nach, wenn wir nicht in der ständigen Buße und Umkehr leben. Das tägliche „Vergib uns unsere Schuld“ im ‚Vater unser’ muss wieder zum Grundbestand unseres Lebens werden. In der Liturgie wird gerade oft am Anfang ein großes Geschwätz und Gerede gehalten. Wenn man die Bußrufe der heiligen Messe, die heute neu formuliert werden, hört und liest, dann kommt von persönlicher Buße und Umkehr so gut wie nichts mehr vor. Da wird die Welt angeklagt, die Politik und selbst der liebe Gott. Aber dass ich und wir, die wir zum Gottesdienst zusammen sind, umkehren müssen und Buße brauchen, das kommt nicht – zumindest nicht genügend - vor.

Einer der größten Sündenfälle unserer Zeit ist die Vernachlässigung, ja Abschaffung des Bußsakramentes. Ohne die ständige Umkehr und Buße gibt es kein neues Pfingsten. Lassen Sie mich hineinfügen: Wenn Priester, Ordensleute und andere Verantwortungsträger der Kirche in den letzten Jahrzehnten versagt haben, dann gibt es dafür viele Gründe, aber einer ist ganz sicher auch der, dass wir die ständige Buße, Umkehr und regelmäßige Beichte vergessen oder vernachlässigt haben. Ein neues Pfingsten kommt, wenn wir Umkehr, Buße und ständigen Neubeginn wieder zum Grundbestand des kirchlichen Lebens machen.

2.3.3 Ein neues Pfingsten baut neu die Gemeinschaft der Kirche auf. „Sie waren ein Herz und eine Seele“, schreibt die Apostelgeschichte von der Gemeinde, die sich aus dem Pfingstereignis bildete. Das muss heute weltweit gelten, weltweit muss die Kirche ein Herz und eine Seele sein. Diese Gemeinschaft entsteht aus dem Brechen des Brotes. Die sonntägliche Eucharistie muss wieder selbstverständlich werden. Die eucharistische Anbetung muss zunehmen.

Die Eucharistie baut die Kirche auf und bildet die ganze Kirche weltweit zu einem Herzen und einer Seele. Deshalb ist es auch sehr gut, dass „Kirche in Not“ der Feier der Eucharistie und den Gottesdienst allgemein weltweit hilft. Ein neues Pfingsten kommt, wenn die Eucharistie belebt wird.
2.3.4 Die Pfingstgemeinde hält fest an der Lehre der Apostel. Das Festhalten an der Lehre der Apostel ist für ein neues Pfingsten unabdingbar. Dazu gehört das Glaubensbekenntnis und die Lehren der Kirche. Dazu gehört, dass die Beziehung zum Papst und zu den Bischöfen gestärkt wird und stark ist. Wir brauchen mehr eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Aus ihr wird ein neues Pfingsten gebildet.

2.3.5 Evangelisation und Mission bewirken ein neues Pfingsten. Die Apostel legen Zeugnis für Jesus ab und sie lassen sich von niemanden mehr davon abbringen. Evangelisation und Mission ist aber Sache von uns allen. Wer nicht für seinen Glauben wirbt, ist der ein Christ? Nach den Zeugnissen der Christenheit nicht! Voraussetzung für die Evangelisation und Mission ist, dass man zu seinem Glauben steht und sich an seinem Glauben freut.

Mission setzt freudiges Selbstbewusstsein voraus! „Freudiger müssten die Christen sein, dass ich an ihren Erlöser glauben könnte“, soll Friedrich Nitzsche gesagt haben. Viele bei uns leben aber mit traurigem Gesicht. Das geht nicht, das wirkt nicht! Mission beginnt zu Hause, aber interessiert sich auch für die Mission weltweit und wirkt dabei mit. Der Vers Römer 12,11 beginnt mit: „Lasst nicht nach in eurem Eifer“. Dann folgt „Lasst euch vom Geist entflammen“ und der Vers schließt mit „und dient dem Herrn!“ Wir brauchen Eifer für die Mission und es muss immer klar sein, dass wir „dem Herrn dienen“.
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen, so antwortet Petrus dem Hohen Rat. Zur Evangelisation gehört, davon überzeugt sein, dass Jesus der ist, wie es in der Apostelgeschichte heißt, in dessen Namen allein allen Menschen das Heil zuteil wird. Daraus folgt dann, dass man alles daran setzt, und dazu entflammt der Heilige Geist und das bedeutet, neues Pfingsten, dass wir alle Menschen zu seinen Jüngern machen wollen, wie es im Sendungsbefehl des Matthäus im letzten Kapitel seines Evangeliums gesagt ist: „Geht hin zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (Mt 28,19f.). Wir wollen nicht nur eine kleine Herde – das wäre gegen das „alle“ des Sendungsbefehls – wir wollen die Welt bekehren.

Evangelisation will das Reich Gottes voranbringen, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freude im Heiligen Geist. Deshalb gehören zur Evangelisation immer die drei Aspekte: Verkündigung der Frohen Botschaft, Gottesdienst und die Werke der Nächstenliebe. Papst Benedikt XVI. hat das im „Deus caritas est“ sehr deutlich hervorgehoben und unterstrichen.

3. Liebe Schwestern und Brüder! Ja, wir brauchen eine erneute Entflammung im Heiligen Geist und ein neues Pfingsten in der Kirche. Wir brauchen sie zur Mission und Evangelisierung. Wir brauchen sie und wollen sie, weil wir zu Jesus gehören wollen und mit ihm gehören wir zur Kirche. Die Kirche ist so notwendig wie das tägliche Brot, damit unsere Welt auf guten Wegen geht und einmal möglichst alle Menschen in den Himmel kommen. Ich wünsche diesem Kongress alles, alles Gute. Gottes Segen möge ihn begleiten.

Sie bitte ich schon jetzt am Beginn, nehmen Sie viel von hier mit. Aber dann tragen Sie es hinein in Ihre Gemeinden, in Ihre Familien, an Ihre Arbeitsplätze, überall wo Sie leben und wirken. Der Geist Gottes will die Kirche erneuern, damit das Angesicht der Erde erneuert wird. Hier in diesen drei Tagen will er sie entflammen, damit er zu Hause und weltweit zünden für ein neues Pfingsten in Kirche und Welt. Amen.
http://www.kath.net/news/30653

von esther10 04.04.2013 00:37

31.03.2013


Papst Franziskus erteilt Segen "Urbi et orbi"
: Appell zum Frieden

VIDEO
http://www.domradio.de/video/papst-franz...en-urbi-et-orbi

Papst Franziskus hat zu verstärkten Friedensbemühungen weltweit aufgerufen. In seiner Osterbotschaft äußerte er die Hoffnung auf ein Ende der Konflikte besonders im Nahen Osten und in Afrika.

Papst Franziskus hat an Ostern zu Frieden für die Krisenherde der Welt aufgerufen. Vor allem erinnerte er an Konflikte und Krisen im Nahen Osten, in Afrika und auf der koreanischen Halbinsel. In seiner Osterbotschaft vor 250.000 Menschen mahnte er Israelis und Palästinenser zur Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen. Zugleich forderte er ein Ende der Gewalt im Irak und in Syrien. Weiter verurteilte der Papst Egoismus und Profitgier sowie den Menschhandel; dieser sei die am weitesten verbreitete Form von Sklaverei im 21. Jahrhundert.

Anders als seine Vorgänger sprach Franziskus bei seinem ersten Osterfest im Vatikan keine Festtagswünsche in verschiedenen Sprachen. Vor dem Segen "Urbi et orbi" wünschte er allen Anwesenden nochmals auf Italienisch gesegnete Ostern. Bei bedecktem Himmel dankte er den niederländischen Blumenzüchtern für den geschmückten Garten rund um dem Papstaltar auf dem Petersplatz.

Sorge um Situation in Afrika

Der Friede werde auch durch Gewalt im Zusammenhang mit Rauschgifthandel und durch eine ungerechte Ausbeutung der natürlichen Ressourcen behindert, sagte Franziskus. "Der auferstandene Jesus bringe Trost den Opfern der Naturkatastrophen und mache uns zu verantwortungsbewussten Hütern der Schöpfung", sagte er.

Besorgt äußerte sich Franziskus über die Situation in Afrika, "das immer noch Schauplatz blutiger Konflikte ist". Er hoffe, dass in Mali wieder Frieden und Stabilität einkehre. Auch Nigeria leide unter Anschlägen, "die das Leben vieler Unschuldiger schwer bedrohen". Weiter rief er zum Gebet um Frieden in der Demokratischen Republik Kongo und in der Zentralafrikanischen Republik auf; dort hätten viele ihre Häuser verlassen müssen und lebten weiter in Angst. Im Blick auf die koreanische Halbinsel äußerte der Papst den Wunsch, "dass die Divergenzen überwunden werden und ein neuer Geist der Versöhnung heranreife".

Die Kraft der Auferstehung

Mit seiner Auferstehung sei Jesus nicht in sein früheres irdisches Leben zurückgekehrt, betonte der Papst. Er sei vielmehr "eingetreten in das Leben der Herrlichkeit Gottes". Damit habe er der Menschheit eine Zukunft der Hoffnung aufgetan. Jesu Auferstehung bedeute, dass die Liebe Gottes stärker sei als das Böse und als der Tod.

Die Kraft der Auferstehung müsse sich in jeder Zeit und im konkreten täglichen Leben verwirklichen, führte der Papst aus. Wie viele Wüsten muss der Mensch auch heute durchqueren. "Vor allem die Wüste in ihm selbst, wenn das Bewusstsein fehlt, Hüter all dessen zu sein, was der Schöpfer uns geschenkt hat und schenkt." Die Barmherzigkeit Gottes könne auch das trockenste Land erblühen lassen, so der Papst.

(KNA, epd, dr)

von esther10 04.04.2013 00:34

01.04.2013

Papst gibt Segen, Urbi et Orbi


Papst Franziskus feiert sein erstes Osterfest im Vatikan
: Neue Akzente, herzliche Einfachheit


Nach dem Konklave galt das Osterfest als Test, wie der neue Papst in sein Amt als Kirchenoberhaupt hineinfinden - und wie er ankommen würde. Wie schon in den ersten Tagen seines Pontifikats beeindruckte Franziskus Einfachheit und Herzlichkeit.

Franziskus musste eine intensive Woche mit vielen großen Liturgien leiten, von Palmsonntag über Karfreitag bis zum Ostersegen "Urbi et orbi". Die hohen Teilnehmerzahlen von 250.000 sprechen für das breite Interesse an dem neuen Papst, der Menschen und Medien durch seine Einfachheit und spontane Herzlichkeit beeindrucken konnte.

Wie seine Vorgänger nutzte Franziskus seine erste Osterbotschaft vor einem Milliarden-Publikum für einen eindringlichen Friedensappell an alle Welt. Er nannte die großen Krisenherde ist Nahost und Afrika, äußerte sich aus aktuellem Anlass besorgt über die Divergenzen auf der koreanischen Halbinsel. Er ging auf den israelisch-palästinensischen Dauerkonflikt ein und forderte die Wiederaufnahme von Verhandlungen. Er äußerte sich zum Irak und zum "geschätzten Land Syrien". Dort verwies er auf die vielen Flüchtlinge, die Hilfe und Trost erwarteten. "Wie viel Blut ist vergossen worden", klagte er. Franziskus äußerte die Hoffnung, dass der auferstandene Jesus den Hass in Liebe verwandle, "die Rache in Vergebung, den Krieg in Frieden".

Daneben nannte Franziskus als Friedensbedrohungen aber auch Egoismus und Profitgier. Er bezeichnete den Menschenhandel "als die im 21. Jahrhundert am weitesten verbreitete Sklaverei" - einen Satz, den er mit Nachdruck wiederholte. Auch Gewalt im Zusammenhang mit Rauschgifthandel sowie ungerechte Ausbeutung der natürlichen Ressourcen seien Bedrohungen für den Frieden. Zweifellos hatten die Diplomaten des Staatssekretariats dem Papst bei der Rede zugearbeitet, in die er dann eigene Akzente einfügte.

Neue Akzente

Franziskus leitete in seiner ersten Kar- und Osterwoche die gleichen Liturgien wie seine Vorgänger. Freilich war der Stil etwas einfacher und nüchterner. Die Zeremonien wurden verschlankt und kürzer - nicht nur weil der neue Papst auf manche Doppelungen und zusätzliche liturgische Elemente verzichtete, sondern auch, weil er alle Texte sprach und nicht sang, auch die Segensformel des "Urbi et orbi". Den Jesuiten liege das Singen nicht so, verallgemeinerte Vatikansprecher Federico Lombardi. Dafür begab Franziskus sich vor dem Segen noch im Papamobil zu einem "Bad in der Menge" auf dem Petersplatz.

Inhaltlich setzte Franziskus in seiner ersten Kar- und Osterwoche manche neue Akzente, die sein Bemühen um Einfachheit, aber auch um Zugehen auf die Menschen deutlich machten. So feierte er den Abendmahlsgottesdienst nicht in der Lateran-Basilika, seiner römischen Bischofskirche, sondern ging ins Jugendgefängnis Casal del Marmo. Dort wusch er statt Priestern jungen Häftlingen die Füße, darunter auch einer Muslimin. Das brachte ihm Kritik von traditionalistischer Seite ein, war aber kirchenrechtlich und liturgisch korrekt und trug pastoral der kleinen Gemeinschaft der Haftanstalt Rechnung.

Ansprachen nur auf Italienisch

Auch die Ansprachen von Franziskus brachten manche neue Akzente. Sie bewegten sich vielleicht nicht auf der theologisch-argumentativen Höhe wie die von Benedikt XVI., aber er brachte seinen Zuhörern verständliche Botschaften mit klarem Gegenwartsbezug - wenn er etwa die Priester aufrief, auch in die Grenzbereiche der menschlichen Existenz zu gehen.

Neu war auch, dass Franziskus bei seinen öffentlichen Auftritten bislang nur Italienisch sprach und keine anderen Sprachen - auch nicht seine Muttersprache Spanisch und nicht einmal zu den Ostergrüßen. Es ist bekannt, dass Jorge Mario Bergoglio etliche Sprachen kann und versteht. Offenbar will er angesichts der vielen Neuheiten, die seit seinem Amtsbeginn auf ihn zukommen, erst nach und nach die Gepflogenheiten im Vatikan angehen, vermutete Lombardi. Derzeit befinde man noch in einer Phase des "Experimentierens".

Johannes Schidelko
(KNA)
Thema:
Pa

von esther10 04.04.2013 00:30

03.04.2013


Papst besorgt über schwindenden Glauben an Auferstehung
: "Los geht’s, ihr jungen Leute!"


Papst Franziskus hat sich in seiner zweiten Generalaudienz besorgt über einen schwindenden Glauben an die Auferstehung Christi geäußert. Und sich speziell an Frauen und junge Menschen gerichtet.

Bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz sprach Papst Franziskus an diesem Mittwoch besonders die jungen Gläubigen sowie die Frauen an. Sie alle forderte er auf, den Glauben weiter zu tragen. Der Rahmen der Generalaudienz war der Fortführung der Katechesereihe gewidmet, die sein Vorgänger Benedikt XVI. begonnen hatte. Der Papst widmete sich ausführlich dem Glaubensbekenntnis und der Aussage: Am dritten Tage auferstanden nach der Schrift. "Der Tod und die Auferstehung Jesu sind wirklich das Herz unserer Hoffnung. Ohne diesen Glauben an den Tod und die Auferstehung Jesu ist unsere Hoffnung schwach, sie ist nicht einmal eine wirkliche Hoffnung. Es sind grade der Tod und die Auferstehung Jesu, die das Herz unserer Hoffnung sind. […] Leider wurde oft versucht, den Glauben an die Auferstehung Jesu zu verdunkeln, und auch unter den Gläubigen selbst wurden Zweifel erweckt. Das ist ein ‚Rosenwasserglaube’, wie wir sagen. Das ist kein starker Glaube.“

Diese ‚Verwässerung’ des Glaubens sei aus Oberflächlichkeit geschehen, oder aus Gleichgültigkeit in einer Zeit, in der die Menschen mit tausend Sachen beschäftig seien, die sie für wichtiger hielten als den Glauben, so Franziskus. Dabei sei es gerade die Auferstehung, die den Christen die größte Hoffnung eröffne - denn sie öffne das Leben zur ewigen Zukunft Gottes hin, zur vollen Freude und zur Gewissheit, dass das Böse und die Sünde besiegt werden können. Es gebe zwei Arten, diesen Glauben zu bezeugen: Das Glaubensbekenntnis mit einprägsamen Formeln, die auf das Zentrum des Glaubens hinweisen und die Erzählung der Auferstehung und ihrer Fakten. Auf diesen zweiten Punkt ging Franziskus näher ein: "Zunächst einmal stellen wir fest, dass die ersten Zeugen dieses Ereignisses die Frauen waren. […] Die Frauen werden von der Liebe angetrieben und sie wissen diese Botschaft mit Glauben anzunehmen: Sie glauben und sie geben die Botschaft sofort weiter, sie behalten sie nicht für sich – sie geben sie weiter. Die Freude darüber, dass Christus lebt, die Hoffnung erfüllt ihre Herzen, das können sie nicht für sich behalten. Und so sollte es auch in unserem Leben sein. Spüren wir die Freude, Christen zu sein! Wir glauben an einen Auferstandenen, der das Böse und den Tod besiegt hat!"

Der wertvollste Schatz der Christen

Christen hätten den Mut, ‚herauszutreten’ um diese Freude und dieses Licht an alle Orte ihres Lebens zu bringen. Die Auferstehung Christi sei die größte Sicherheit, der wertvollste Schatz der Christen – ein Schatz, nicht nur für einen selbst, sondern um weitergegeben zu werden. Hier richtete Franziskus einen besonderen Appell an die Frauen: "Die ersten Zeugen der Auferstehung sind die Frauen. Und das ist schön, das ist ein bisschen auch die Mission der Frauen, der Mütter, der Großmütter: Zeugnis ablegen gegenüber den Kindern, den Enkeln. Dass Jesus lebt, dass er auferstanden ist. Mütter und Frauen: macht weiter mit diesem Zeugnis!“

Dass die Frauen laut Evangelium die ersten Zeugen der Auferstehung Jesu sind, ist laut Franziskus ein Beweis dafür, dass die Evangelien nicht erfunden seien: Frauen und Kinder hätten nach dem damaligen jüdischen Recht nämlich keine Glaubwürdigkeit als Zeugen besessen. Damals wie heute spielten Frauen hingegen eine besondere Rolle bei der Verkündigung des christlichen Glaubens. Den Glauben zu bezeugen und weiterzugeben, das war auch ein besonderes Anliegen des Papstes den jungen Leuten gegenüber: "Euch sage ich: Tragt diese Sicherheit weiter, der Herr lebt und er geht im Leben an unserer Seite. Das ist eure Mission. Gebt diese Hoffnung weiter. Seid verankert in dieser Hoffnung, diesem Anker im Himmel. Haltet die Kette fest, seid verankert und tragt diese Hoffnung weiter. Ihr, Zeugen Jesu, tragt das Zeugnis weiter, dass Jesus lebt und dass uns das Hoffnung gibt und dass es der Welt Hoffnung gibt, die ein bisschen alt geworden ist aufgrund der vielen Kriege, des Schlechten und der Sünde. Los geht’s, ihr jungen Leute!"

Die deutschsprachigen Pilger grüßte der Papst mit folgenden Worten: "Mit Freude grüße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache. Der auferstandene Christus ist auch unter uns gegenwärtig. Wir können ihn wahrnehmen im Hören auf sein Wort, mit dem er uns den Weg weist, der zum Leben führt. Er ist gegenwärtig in der Eucharistie und er begleitet uns in unseren Werken der Nächstenliebe. Lassen wir uns von seiner Liebe verwandeln. Euch allen wünsche ich eine gnadenreiche Osterzeit!"


(rv)

von esther10 04.04.2013 00:23



04 April 2013, 08:30 Russisch-orthodoxer Misston im Bemühen um Ökumene

Bei kirchlichen Insidern gibt es schon lange den Eindruck, als würde sich die russische Politik auch nach dem Ende der Sowjetunion der orthodoxen Kirche zur Erreichung ihrer Hegemonie bedienen - Von Franz Schlegl
Wien (kath.net) Nach seiner Amtseinführung empfing Papst Franziskus den Metropoliten Hilarion (Alfejew) von Wolokolamsk, Chef des Außenamts des Moskauer Patriarchats, zu einem privaten Gespräch. Hilarion versicherte Papst Franziskus zwar, dass die russisch-orthodoxe Kirche weiter auf dem Weg zur Einheit voranschreiten wolle, wies aber gleichzeitig auch auf die Hindernisse hin, die einer persönlichen Begegnung zwischen Papst und Moskauer Patriarch im Weg stünden und nannte dabei insbesondere die Situation in der westlichen Ukraine, kath.net hat berichtet.

Seltsame Empfindlichkeit
http://kath.net/news/40760
Am 1. April überraschte Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel mit einer überaus positiven Stellungnahme zu den Beziehungen zwischen der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche. Zum ersten Mal hat ein ökumenischer Patriarch an der Amtseinführung eines neuen Papstes teilgenommen, ebenso, auf Einladung des neuen Papstes am Mittagessen mit den Kardinälen. Auch die Einladung zu einer gemeinsamen Wallfahrt des Papstes mit dem Patriarchen nach Jerusalem, im Gedenken an das Zusammentreffen zwischen Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras, vor 50 Jahren lässt positiv aufhorchen.

Hingegen wird der Auftritt des Leiters des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Erzbischof Hilarion, allerdings nur von eingeweihten Personen als der Misston angesehen, der er tatsächlich auch ist.

Mit schöner Regelmäßigkeit erklärt das Moskauer Patriarchat, leider auch unter Patriarch Kyrill, dass die Ukraine, immerhin ein selbstständiger Staat, zum kanonischen Territorium des Patriarchen von Moskau gehöre. Ähnliches sagte der Vorgänger von Kyrill, Patriarch Alexej, in Lettland und gegenüber Estland, was beträchtlichen politischen Staub aufgewirbelt hat. Immerhin hat sich die orthodoxe Kirche von Estland nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des Einflusses des KGB auf die Hierarchie der russisch orthodoxen Kirche, spontan dem Patriarchat von Konstantinopel unterstellt, worauf die Beziehungen zwischen Moskau und Konstantinopel auf dem Eispunkt angelangt waren. Bei kirchlichen Insidern gibt es schon lange den Eindruck, als würde sich die russische Politik auch nach dem Ende der Sowjetunion der orthodoxen Kirche zur Erreichung ihrer Hegemonie bedienen!

Seit 1595 hat sich die orthodoxe Kirche der Ukraine gemäß den Bestimmungen des Konzils von Ferrara Florenz (1439) mit Rom wiedervereinigt, unter Beibehaltung der byzantinischen Liturgie, sowie des Kirchenrechtes, welches auch die Weihe verheirateter Männer zu Priestern kennt. Sechs Millionen griechisch katholischer Gläubiger hat diese Kirche allein in der Westukraine, dazu noch weitere zwei Millionen im Ausland.

Sowohl unter den russischen Zaren als auch unter Stalin und dessen Nachfolgern wurde diese katholische Ostkirche auf brutalste Weise verfolgt und mit der vom dem Sowjetsystem abhängigen russisch orthodoxen Kirche zwangsvereinigt. 17 griechisch katholische Bischöfe, tausende Priester und Ordensleute, und noch mehr Gläubige wurden in Arbeitslagern umgebracht. Erst der Besuch von Ministerpräsident Gorbatschow bei Papst Johannes Paul II. brachte nach 1989 die offizielle Wiederzulassung der griechisch katholischen Kirche der Ukraine. In der Westukraine musste die orthodoxe Kirche praktisch ALLE von ihr annektierten Kirchengebäude, an die griechisch katholische Kirche zurückgegeben. Noch dazu ist die orthodoxe Kirche in der Ukraine derzeit in drei Gruppen gespalten!

Da ist die orthodoxe Kirche des Patriarchats von Moskau, dann gibt es die ukrainisch orthodoxe autokephale [selbstständige] Kirche und schließlich die orthodoxe Kirche des exkommunizierten Metropoliten Philaret Denisenko, dem man eine große Nähe zum KGB nachgesagt hat. Der ökumenische Patriarch Bartholomaios hat bei einem Besuch in der Ukraine, auf Einladung der Regierung, deutlich zum Ausdruck gebracht, es sei die Tradition der orthodoxen Kirche, dass ein unabhängiger Staat auch eine selbstständige orthodoxe Teilkirche habe. Nur in Moskau ist diese Feststellung des ökumenischen Patriarchen offensichtlich nicht angekommen!

Irgendwie haben die griechisch katholischen Gläubigen den Eindruck, die russisch orthodoxe Kirche sei wie die "Prinzessin auf der Erbse", der offenbar sechs Millionen katholischer Byzantiner den Schlaf rauben!

Auch gegenüber Papst Johannes Paul II., ebenso gegenüber seinem Nachfolger Benedikt XVI., hat Moskau die Forderung erhoben, Voraussetzung für ein Zusammentreffen mit dem russischen Patriarchen, sei die Auflösung der griechisch-katholischen Kirche in der Westukraine. Johannes Paul II. antwortete darauf mit einem offiziellen Besuch in der Ukraine, bei dem er die Märtyrer des Sowjetsystems seliggesprochen hat.

Auch bei den ökumenischen Gesprächen zwischen orthodoxen und katholischen Theologen musste die orthodoxe Kirche eben auch Vertreter der mit Rom verbundenen griechischkatholischen Kirche als Gesprächspartner akzeptieren, wie ich selbst in Wien erlebt habe.

Auch die russisch-orthodoxe Kirche wird nicht umhinkönnen, ihr Gedächtnis zu reinigen, das heißt, besonders ihre eigene Vergangenheit in der Sowjetzeit, nicht nur im Umgang mit ihren eigenen Gläubigen, sondern vor allem auch mit der ukrainisch griechisch katholischen Kirche schonungslos aufzuarbeiten. In Russland finden sich nämlich immer mehr Intellektuelle, welche den gegenwärtigen politischen Kurs des Moskauer Patriarchats sehr kritisch kommentieren. Oder weltlich gesagt, mit den Worten des letzten sowjetischen Ministerpräsidenten Gorbatschow: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."

Monsignore Erzpriester Franz Schlegl (rit.lat./rit.byz.ukr.) ist Priester der Erzdiözese Wien

Weiterführender kathTube-Tipp: Msgr. Franz Schlegl - Das Blut der Märtyrer ist der Same der Christen
http://kath.net/news/40763

von esther10 04.04.2013 00:13

04 April 2013, 08:00 Papst Franziskus: Erste Firmung, Priesterweihe, Heiligsprechung
Papst Franziskus feiert bis Ende Mai jeden Sonntag einen öffentlichen Gottesdienst mit seinen Gläubigen



http://kath.net/news/40776
Vatikanstadt (kath.net/KNA) Papst Franziskus feiert bis Ende Mai jeden Sonntag einen öffentlichen Gottesdienst mit seinen Gläubigen. Am 28. April spendet er während einer Messe auf dem Petersplatz jungen Katholiken das Firmsakrament. Den Sonntag zuvor weiht er zum ersten Mal als Papst im Petersdom neue Priester. Das geht aus dem liturgischen Programm hervor, das der Vatikan am Mittwoch veröffentlichte.

Kmmenden Sonntag ergreift Franziskus am Nachmittag von der Lateranbasilika als seiner römischen Bischofskirche Besitz. Diese Zeremonie ist in der Papstwahlordnung ausdrücklich vorgesehen. Eine Woche später feiert er eine Messe in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern. Im Mai, der nach katholischer Tradition der Gottesmutter Maria geweiht ist, betet der Papst am ersten Samstagabend den Rosenkranz in der Basilika Santa Maria Maggiore. Die drei Kirchen San Giovanni in Laterano, San Paolo fuori le Mura und Santa Maria Maggiore sind zusammen mit Sankt Peter die Papst-Basiliken, die in besonderer Weise mit dem katholischen Oberhaupt verbunden sind.

Am 12. Mai feiert Franziskus auf dem Petersplatz seine erste Heiligsprechung. Dabei werden der Märtyrer Antonio Primaldo und seine Gefährten, die 1480 im süditalienischen Otranto von Muslimen getötet worden waren, zur Ehre der Altäre erhoben. Weiter kanonisiert der Papst die kolumbianische Ordensgründerin Laura di Santa Caterina da Siena Montoya y Upegui (1874 - 1949) und die Mexikanerin Maria Guadalupe Garcia Zavala (1878-1963). Benedikt XVI. hatte die Heiligsprechung beim Kardinalstreffen am 11. Februar angekündigt, unmittelbar bevor er seine Rücktrittsabsicht bekanntgab.

von esther10 04.04.2013 00:10

04.04.2013

Erzbischof Georg Gänswein


Neue Aufgaben für den päpstlichen Privatsekretär Gänswein?
: Zu Höherem berufen


Mit Spannung werden die ersten Personalentscheidungen von Papst Franziskus als entscheidende Weichenstellungen für die Kurie erwartet. Der aus Deutschland stammende Erzbischof Georg Gänswein hat dabei Anrecht auf wichtige Posten.

Im Vatikan dreht sich das Kandidatenkarussell. Neben Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone steht der Privatsekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI., Erzbischof Georg Gänswein, ganz oben auf der Liste wichtiger Kurienmitglieder, auf die neue Aufgaben zukommen könnten. Der Vertraute des ehemaligen Pontifex hat als Präfekt des Päpstlichen Hauses weiterhin eine Schlüsselposition inne. Er kontrolliert den Zugang zu Franziskus, denn als Präfekt verwaltet er den Terminkalender des Papstes.

Derzeit pendelt der 56-Jährige aus dem südbadischen Riedern am Wald zwischen der päpstlichen Sommerresidenz in Castel Gandolfo, wo er Benedikt weiter zur Seite steht, und dem rund 25 Kilometer entfernten Vatikan. Gänswein werde "Präfekt des Päpstlichen Hauses bleiben und Benedikts Sekretär sein", hatte Vatikansprecher Federico Lombardi verkündet, als Fragen nach der Zukunft des erst zum Jahresbeginn überraschend zum Erzbischof erhobenen Prälaten aufkamen.

An eine Zukunft für Gänswein in der Abgeschiedenheit des Klosters im Vatikan, in das Benedikt sich in Kürze zurückziehen will, mag in Rom niemand glauben. Als Privatsekretär des einen und als Filter zur Außenwelt des anderen Papstes wäre er kaum tragbar. Dabei ließe sich schließlich nicht der Eindruck vermeiden, dass Benedikt über den Mittelsmann indirekt Einfluss auf das neue Pontifikat nimmt.

Mit der Ernennung zum Präfekten des Päpstlichen Hauses und zum Erzbischof sicherte Benedikt im Dezember kurz vor seinem im Februar angekündigten Rücktritt die Zukunft seines engsten Mitarbeiters. Das im Januar verliehene Pallium verleiht ihm Anrecht auf einen wichtigen Posten in der Kirchenhierarchie, als Apostolischer Nuntius im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls, als Leiter einer Diözese oder in leitender Funktion an der vatikanischen Kurie.

Bistum in der Heimat?

Als möglich gilt, dass Papst Franziskus Gänswein zunächst zum Sekretär und später zum Chef einer wichtigen Kurienbehörde ernennt. In Deutschland wurde zudem bereits vor Benedikts Rücktritt spekuliert, dass dieser seinen langjährigen Mitarbeiter mit einem Bistum belohnen könnte.

Der Sohn eines Schmieds, der in Freiburg und Rom Theologie studierte, wollte nach eigenem Bekunden eigentlich in einen Orden eintreten. Nach der Doktorarbeit in Kirchenrecht war Gänswein kurzzeitig der persönliche Referent des damaligen Freiburger Erzbischofs Oskar Saier, bevor er in der vatikanischen Kurie angestellt wurde. Drei Jahre nach dem Wechsel von der Sakramenten- zur Glaubenskongregation machte der damalige Kardinal Joseph Ratzinger Gänswein zu seinem persönlichen Sekretär. Nach dem Wechsel in den Apostolischen Palast stand der sportlich auftretende Deutsche wegen seines Aussehens schnell im Ruf eines "George Clooney des Vatikans".

Der Mann, der sich selbst unter Anspielung auf Aktenlawinen einmal als "Schneepflug des Papstes" bezeichnete, machte sich durch angeblich nicht immer höflich geäußerte Ablehnung von Audienzwünschen kirchlicher Würdenträger nicht nur Freunde. In Deutschland ist der Erzbischof, der gern lateinische Messen mit dem Rücken zum Volk feiern soll, deshalb auch unter konservativen Bischöfen wenig beliebt.

Bettina Gabbe
(epd)

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