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von 23.01.2014 06:36

23.1. Hl. Heinrich Seuse um 1295 - 1366 Ordenspriester, Mystiker
Heinrich Seuse (Suso) trat bereits mit dreizehn Jahren 1308/10 ins Dominikanerkloster in Konstanz ein. Während seines Studiums lernte er in Köln Meister Eckehard kennen, der ihn stark geprägt hat. Da das Denken Meister Eckehards in der Kirche sehr umstritten war, geriet auch Heinrich Seuse zeitweise in Häresieverdacht.
Seuse war geprägt von starker Askese, die uns heute meist unverständlich erscheint. Durch eiserne Bußhemden und Geißelung fügte er sich Schmerzen zu. Bekannt ist, dass er das Christus-Monogramm IHS aus Liebe zum Namen Jesus mit blutigem Briffel auf seine Brust geritzt hat.
Mit etwa 40 Jahren aber erfährt sein geistliches Leben eine Wende und er erkennt, dass es nicht Gottes Wille ist, dass der Mensch sich selbst Leiden zufügt. Seuse gibt sein einsiedlerisches Klosterleben auf und widmet sich einer aktiven Missions- und Seelsorgetätigkeit vor allem in der Rheingegend, im Elsaß und in der Schweiz.

Als Seelsorger und Prediger zeichnete er sich durch sein äußerst einfühlsames Wesen aus. Mit dieser Begnadung ausgestattet, gelang es Heinrich Seuse sogar hartnäckige Sünder zum Glauben an Gott zu führen. Zudem war er als Büßer und Prediger den Menschen seiner Zeit ein Wegweiser zu Gott. Er war von großer Weisheit sowie Umsicht geprägt und zeichnete sich durch ein enormes Feingespür für die Belange der Menschen aus.
Seit 1347/48 bis zu seinem Tod lebte er im Ulmer Konvent seines Ordens. Von ihm sind uns mehrere lateinische und deutsche Werke überliefert. Am bekanntesten ist sein "Büchlein der Ewigen Weisheit". 1831 wurde er von Papst Gregor XVI. selig gesprochen.

"Vor allem anderen soll dein hauptsächliches Bestreben immer darin bestehen, deine Seele fortwährend in der Betrachtung des Göttlichen emporgerichtet zu haben, damit dein Geist immer den göttlichen Dingen und Gott anhängt und, indem er die irdische Vergänglichkeit zurücklässt, fortwährend zu Höherem hinaufgetragen wird.
Alles, was davon abweicht, mag es auch noch so großartig erscheinen, wie die Kasteiung des Körpers, das Fasten, die Nachtwachen und ähnliche Tugendübungen, ist als zweitrangig und geringer zu werten und nur insofern förderlich, als es zur Herzensreinheit beiträgt. ...
Keiner kann fortwährend dieser Betrachtung hingegeben sein, aber du sollst wissen, worauf hin du dein Bemühen gerichtet haben sollst und auf welches Ziel hin du das Schauen deiner Seele immer zurückzurufen hast. ... Häufiges Einüben erzeugt gewöhnlich eine entsprechende innere Haltung.
Daher geschieht es oft, dass das, wozu der Mensch sich zu Beginn vielleicht mit einiger Gewalt und Schwierigkeit zwingen musste, später leicht ins Werk gesetzt wird und schließlich sogar mit großer Freude, sofern er vom Begonnenen nicht ablässt."

"Zu jeder Zeit sollst du vor allem nach Herzensreinheit streben. Du sollst dein Herz mit aller Sorgfalt von alldem, was seine Freiheit behindern könnte, lösen und von jeder Sache, welche die Möglichkeit an sich hat, dass man sich an sie bindet und an ihr festhält."

von 22.01.2014 09:35

22.1. Hl. Vinzenz von Saragossa + 304 Märtyrer Diakon

Vinzenz war von edlem Geschlecht, aber noch edler an seinem Glauben.

So beginnt seine Lebensbeschreibung in der Legenda Aurea. Über seine Herkunft wissen wir nur wenig. Er war ein dunkeläugiger Spanier und wurde gegen Ende des 3. Jahrhunderts im nördlich von Saragossa gelegenen Huesca geboren. Seine Erziehung erhielt er in Saragossa an die Schule des Bischofs Valerius.

Vinzenz wurde zum Diakon des seligen Bischofs Valerius, und weil er besser als dieser reden konnte, übertrug ihm der Bischof, an seiner Statt zu predigen.

Während der Christenverfolgungen wurden der Bischof und sein Diakon nach Valencia vor den Provinzstatthalter gebracht. Sie wurden zunächst eingekerkert und sollten verhungern, doch nach einigen Tagen holte man sie aus dem Kerker. Man klagte sie an, unter dem Deckmantel des Glaubens Hochverrat zu üben. Bischof Valerius konnte wegen seines Stimmleidens nur mit Mühe Worte zu ihrer Verteidigung sprechen, weshalb er das Wort an Vinzenz übergab. Dieser sagte zum Statthalter:

Du willst, dass wir unseren Glauben verleugnen. Aber es wäre eine teuflische Klugheit für einen Christen, Gott zu verleugnen und seinen Dienst zu schänden.

Daraufhin wurde der Statthalter wütend. Bischof Valerius wurde in die Verbannung geschickt, Vinzenz aber mit grausamen Strafen gemartert. Man spannte ihn auf die Folterbank, bis seine Gelenke knackend auseinandersprangen, schlug ihn mit Ruten und Knüppeln und riss ihm mit eisernen Kämmen die Haut auf. Doch Vinzenz achtete der Schmerzen nicht, sondern rief seinem Peiniger zu:

Ich will nicht, dass du meine Pein minderst, sondern du sollst erkennen, dass du überwunden bist in allem, was du mir auch antun magst.

Daraufhin wurde er mit der grausamen Feuermarter gequält. Dabei verwundete man ihn mit glühenden Haken und Nägeln und man warf Salz in die Flammen, damit es in den offenen Wunden noch größere Schmerzen bereitete. Halbtot, doch den Geist wachend zu Gott erhoben, warf man Vinzenz in eine finstere Zelle, deren Boden ganz mit spritzen Scherben bedeckt war. Doch Vinzenz sah das Licht der Glorie Gottes und die Scherben fühlten sich an wie zarte Rosen.
Vinzenz selbst stimmte ein in den Gesang der Engel, den er vernahm, und auch die Wärter hörten ihn. Viele von ihnen gerieten in Staunen und wurden gläubig, als sie das sahen, und sagten: Das muss doch ein herrlicher Christus sein, der alle menschliche Feigheit besiegt und seine Jünger jubeln lässt, wo andere winseln und jammern!
Der Statthalter aber ersann weitere Strafen. Er ließ Vinzenz auf ein weiches Bett legen, damit er sich etwas erholen könne, aber nur, um ihn danach noch mehr zu quälen. Da starb Vinzenz.
Der Statthalter aber fürchtete, dass die Christen nun durch die Verehrung eines neuen Märtyrers an Kraft gewännen. Daher ließ er den Leichnam auf das Feld werfen, Tieren und Vögeln zum Fraß, doch ein großer Rabe wachte über ihn. Daraufhin ließ er ihn in einen Sack mit Steinen binden und gab ihn Seeleuten mit, damit sie ihn auf offenem Meer versenken sollten. Doch auf wundersame Weise wurde er an Land gespült, den Christen wurde der Ort kundgetan und man begrub ihn mit allen Ehren. Ambrosius sagt über ihn:

Vinzenz wurde gefoltert, gestoßen, gegeißelt, gebrannt, aber er blieb unbesiegt. Sein Mut, den heiligen Namen zu bekennen, wurde nicht erschüttert. Vom Feuer seines Eifers brannte er mehr als vom glühenden Eisen. Die Furch Gottes fesselte ihn stärker als die Furcht vor den Menschen. Er wollte lieber Gott gefallen als dem Volk, lieber der Welt sterben als dem Herrn.

Als heiliger Diakon wurde Vinzenz bereits im 4. Jahrhundert neben die Diakone Stephanus und Laurentius gestellt. Augustinus sagt im Jahre 398: "Es gibt keine Provinz im ganzen Reich, wo man nicht das Fest dieses heiligen Märtyrers feiert." Auch wenn seine Bekanntheit in unserer Zeit nicht mehr so weit reicht, kann uns sein Leben und sein Martyrium Vorbild sein, für unseren Herrn Jesus Christus unerschrocken Zeugnis zu geben in Wort und Tat.

von 21.01.2014 11:38

Das Fernsehen zerstört das Familienleben - Beten wir zum Herzen Jesu, Er möge den betroffenen Familien helfen

Eine traurige Nachricht für alle, die sich um das Wohl der Familie Sorgen machen:

(Kultur und Medien Online) Eine Auswertung des Mediendienstleisters Media-Control zeigt, dass die Deutschen ab dem 14. Lebensjahr, im ersten Halbjahr 2013 im Durchschnitt 242 Minuten vor dem Fernseher saßen. Die Deutschen sehen also im Schnitt vier Stunden fern pro Tag.

Stärkster Fernsehkonsum in den neuen Bundesländern

Mit durchschnittlich 304 Minuten pro Tag sitzen die Bewohner von Sachsen-Anhalt deutschlandweit am längsten vor dem Fernseher. Mit einem Zuwachs von 16 Minuten nahm der Fernsehkonsum in Sachsen-Anhalt auch am zweitstärksten zu. Generell lässt sich feststellen, dass in den neuen Bundesländern deutlich mehr ferngesehen wird als in den alten. Der durchschnittliche Fernsehkonsum liegt in allen östlichen Bundesländern über dem deutschen Durchschnitt.

Eine Analyse der Bundesländer zeigt, dass der Fernsehkonsum in Schleswig-Holstein am stärksten zunahm. Im nördlichsten deutschen Bundesland schauten die Bewohner mit 239 Minuten im Schnitt täglich 19 Minuten länger fern als noch im Vorjahr. Dennoch liegt Schleswig-Holstein noch unter dem deutschen Durchschnitt.

Wie auch im Vorjahr sind es die südlichen Bundesländer, in denen am wenigsten der Fernseher eingeschaltet wird. Beim durchschnittlichen Fernsehkonsum belegen die Länder Baden-Württemberg mit 211 Minuten und Bayern mit 220 Minuten die letzten Plätze.

Ich lade Sie ein, zum Herzen Jesu zu beten, damit Er in den Familien ein wahres und christliches Familienleben erweckt.

von 20.01.2014 13:18

Der heilige Fabian, Papst und Martyrer von Rom,

+ 20.1.250 - Fest: 20. Januar



Von diesem Papst sind nur wenige geschichtliche Daten überliefert. Er regierte von 236 – 250 in Rom und soll die Stadt in sieben Seelsorgebereiche, mit je einem Diakon an der Spitze, eingeteilt haben.

Während der Christenverfolgung unter Kaiser Decius wurde Papst Fabian enthauptet.

„Der heilige Fabian, Nachfolger des heiligen Anterus, bestieg den Stuhl des heiligen Petrus im Jahr 236. Eusebius erzählt, dass, als sich das Volk und die Geistlichkeit von Rom zur Wahl eines Oberhirten versammelt hatten, plötzlich eine Taube aus der Höhe herabflog, und sich auf Fabians Haupt niederließ, und dass durch dieses Wunder sich alle Stimmen für ihn vereinigten, obgleich vorher niemand auf ihn, weil er ein Laie und Fremdling war, sein Augenmerk gewendet hatte.

Ein solcher Eintritt in das Vorsteheramt der ersten der Kirchen musste ohne Zweifel merkwürdige Begebenheiten nach sich ziehen; allein die Geschichte hat uns ihr Andenken nicht aufbewahrt. Alles, was wir von dem heiligen Fabian wissen ist, dass er sechzehn Jahre lang der Kirche Gottes vorstand, der heiligen Dionysius mit anderen Missionaren nach Gallien schickte und den Privatus, Bischof von Lambäsa verdammte, der eine neue Ketzerei in Afrika verbreitete. Wir erfahren durch die heiligen Cyprian und Hieronymus, dass er im Jahr 250, in der Verfolgung des Kaisers Decius, sein Leben durch den Märtyrertod endigte. Der erste nennt ihn in einem Brief an den heiligen Papst Cornelius, seinen Nachfolger, einen unvergleichlichen Mann und sagt, dass sein ruhmvoller Tod völlig der Reinheit und Heiligkeit seines Lebens entsprochen habe.“

Da am 20. Januar das Fest des heiligen Fabian und des heiligen Sebastian gefeiert wird, werden beide häufig zusammen dargestellt. Der heilige Fabian trägt die Pontifikaltracht, hält ein Schwert in den Händen und hat eine Taube bei sich. Töpfer und Zinngießer wählten ihn zu ihrem Fürsprecher.




Der heilige Sebastian, Hauptmann und Martyrer von Rom,

+ 20.1.288 - Fest: 20. Januar





Sebastian wurde im dritten Jahrhundert als Sohn römischer Eltern, die Christen waren, in Südfrankreich geboren. Bald nach seiner Geburt verzog die Familie und siedelte nach der großen Stadt Mailand in Oberitalien. Dort ist Sebastian groß geworden.

Von der frühesten Kindheit an schwärmte der Junge für das Militär. Wo sich Soldaten zeigten, da war auch Sebastian zur Stelle. Soweit es seine kurzen Beine zuließen, marschierte er neben den Kolonnen her. Die Soldatenlieder kannte er schon alle, bevor er lesen und schreiben lernte. So wurde Sebastian ein wenig später selbst Soldat. Fähnrich zuerst, dann Leutnant und mit zweiundzwanzig Jahren bereits Hauptmann, der jüngste Hauptmann im Regiment.

Drei Jahre später wurde Hauptmann Sebastian zur kaiserlichen Garde nach Rom versetzt. Damit erfüllte sich für ihn der schönste Traum, den die Soldaten in der damaligen Zeit träumten, denn bei der Garde zu dienen galt als ehrenvolle Auszeichnung. Die Garde erhielt höheren Sold und trug eine prunkvolle goldene Rüstung. Auf dem Helm schwankte ein herrlicher Federbusch. Ein einziges Leuchten und Funkeln war es jedes Mal, wenn die Garde aufzog, ein Schauspiel, das regelmäßig bei den Zivilisten laute Bewunderung hervorrief.

Den glänzendsten Eindruck machte der Hauptmann Sebastian. Einen prachtvolleren Soldaten, als er war, konnte man sich kaum vorstellen. Sebastian war zwei Meter groß, hatte edle Gesichtszüge und besaß einen geschmeidigen und muskulösen Körperbau. Sebastian war, mit einem Wort gesagt, ein schöner Mann. Als Soldat tat er seine Pflicht, und als Offizier war er bei seinen Untergebenen beliebt. Sein Mut und seine Tapferkeit waren sprichwörtlich, und an seiner Treue gegen den Kaiser konnte keiner zweifeln.

Sebastian war aber nicht nur Soldat, sondern auch Christ, und zwar ein Christ von der Art, wie Christen sein sollen, ehrlich und treu.

Damals, zu Sebastians Zeit, genoss die junge christliche Kirche nach langen schweren Verfolgungen eine vierzigjährige Friedenszeit. Die Zahl der Gläubigen vermehrte sich ständig, nicht nur unter den armen Volksschichten, sondern auch unter den Gebildeten und bis in die höchsten Kreise. Doch da kam über Nacht eine neue Verfolgung über die Christen. Es war die zehnte und schrecklichste seit der ersten zweihundert Jahre vorher. Tausende haben auch in dieser Verfolgung mutig den Glauben an Christus mit dem eigenen Blut besiegelt.

Gerade zu der Zeit, als diese Verfolgung ausbrach, erhielt Sebastian die Beförderung zur Garde. Lange überlegte er, ob er sich in Rom gleich von Anfang an öffentlich als Christ bekennen solle. Am Ende hielt er es aber für besser, seinen Glauben wenigstens vorläufig geheim zu halten. Das tat er nicht aus Feigheit, weil er den Martertod fürchtete, denn Feigheit und Furcht kannte Sebastian nicht. Nein, als echter Christusjünger brannte er vielmehr darauf, das Leben für Christus möglich zu machen. Er sagte sich, wenn er schon sterben müsse, so sei es doch gut, dass er möglichst spät den Martertod erleide. Denn in der Zwischenzeit könne er in seiner hohen Stellung noch vielen verfolgten Christen eine Stütze sein.

So geschah es auch. Wo er nur konnte, nahm sich Sebastian der Mitchristen an. Ihm, dem hohen Offizier der kaiserlichen Garde, öffneten sich ohne Schwierigkeiten die Kerkertüren. Den todgeweihten Christen brachte Sebastian den letzten Trost und letzte Aufmunterung. Besonders wichtig war ihm, diejenigen, die im Angesicht des Todes schwankend wurden, im Glauben zu stärken. Er brachte es sogar fertig, mitten im Sturm der Verfolgung Menschen für Christus und den Glauben zu gewinnen.

So kam es, wie es kommen musste. Eines Tages wurde Sebastian verraten, und der Kaiser, äußerst wütend, ließ ihn am gleichen Abend noch mit Pfeilen erschießen. Wie ein tapferer Soldat hielt Sebastian, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, am Marterpfahl aus. Schließlich brach er sterbend zusammen, und die Pfeilschützen entfernten sich in der Meinung, dass der Hingerichtete tot sei. Als jedoch bei Einbruch der Nacht eine christliche Witwe, Irene mit Namen, kam, um den Leichnam ehrenvoll zu bestatten, traf sie den Blutzeugen noch lebend an. Eiligst schaffte die Frau den Schwerverletzten von der Hinrichtungsstätte fort, versteckte ihn und pflegte ihn so gut, dass er wieder gesund wurde.

Wer aber meint, Sebastian sei nun geflohen, um sich in Sicherheit zu bringen, der irrt. Nein, denn als er kaum wieder stehen und gehen konnte, trat er erneut vor den Kaiser hin und hielt ihm mutig das Unrecht vor, das er den Christen antue. Da kannte des Kaisers Wut keine Grenzen mehr. Mit Keulen und Knütteln ließ er den Mann erschlagen.

- - -

Das einzige, historisch nachweisbare Datum, das als Zeugnis für den heiligen Sebastian herangezogen werden kann, ist sein Gedenktag im römischen Heiligenkalender. Seit 354 feiert die Kirche das Fest dieses Märtyrers.

Der Legende nach soll er in Narbonne geboren, aber in Mailand aufgewachsen sein. Seine Stellung als kaiserlicher Offizier erlaubte es ihm, seine christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen zu besuchen, zu trösten und zu ermutigen. Bei diesem Tun wurde er jedoch schließlich verhaftet und nun selbst zum Tod verurteilt. Wahrscheinlich starb er während der diokletianischen Verfolgung um 300.

„Die Absicht des heiligen Sebastian war aber nicht, Ruhm oder Reichtum zu sammeln, sondern bei Gelegenheit den Bekennern und Blutzeugen in ihren Drangsalen beizustehen. Bald auch bot sich seinem Eifer die erwünschte Gelegenheit dar. Marcus und Marcellianus, die beide des Glaubens wegen zum Tod verdammt worden waren, ließen sich durch die Tränen ihrer Verwandten und Freunde erweichen und schienen wankend in ihrem Entschluss. Sebastian, bestürzt über die drohende Gefahr, eilte ihnen zu Hilfe und belebte durch seinen feurigen Zuspruch, wodurch sogar alle Umstehenden lebhaft gerührt wurden, ihren schon halb gesunkenen Mut. Kaum hatte er abgelassen zu reden, als Zoe, Nikostrats Frau, die seit sechs Jahren den Sprachgebrauch verloren hatte, sich zu seinen Füßen niederwarf und durch Zeichen ihr Verlangen zu erkennen geben suchte. Der Diener Gottes machte das heilige Kreuzzeichen über ihren Mund, und sogleich fing sie an ganz verständlich zu sprechen. Zoe, voll des Dankes für diese große Wohltat, bekehrte sich mit ihrem Mann. Dieser war der erste Schreiber der Präfektur. Auf ihre Bekehrung folgte auch jene der Verwandten das Marcus und Marcellianus, des Kerkermeisters, namens Claudius, und sechzehn anderer Personen. Nikostrat, mit dessen Amt die Bewachung der Gefangenen verbunden war, führte sie in sein Haus, wo sie vom heiligen Priester Polykarp unterrichtet und getauft wurden.

Als der Kaiser während der großen Christenverfolgung im Jahr 286 erfuhr, dass Sebastian ebenfalls Christ sei, ließ er ihn vor sich kommen, und hielt ihm den vermeintlichen Undank vor, womit er alle seine Wohltaten vergolten habe. Dann übergab er ihn den Händen einiger mauretanischer Bogenschützen, die ihn, mit Pfeilen durchschossen, als tot auf dem Platz liegen ließen. Irene, die zurückgelassene Witwe des Märtyrers Castulus, kam ihn zu begraben, fand ihn aber noch am Leben. Sie ließ ihn daher heimlich in ihr Haus tragen, wo er nach kurzer Zeit wieder vollkommen gesund war. Sebastian war weit entfernt, sich jetzt, wie ihm die Christen rieten, zu verbergen. Vielmehr stellte er sich eines Tages auf die Treppe, welche der Kaiser, wenn er in den Tempel ging, besteigen musste. Als dieser ihm nahe kam, redete er ihn an, und hielt ihm mit Kraft das Unrecht seiner feindseligen Gesinnung gegen die Christen vor, welche sich doch eine Pflicht daraus machten, für die Wohlfahrt seiner Regierung zu beten, und eine unverbrüchliche Treue gegen ihn zu bewahren. Diese freie Sprache überraschte den Kaiser Diokletian; aber wie groß war sein Befremden, als er den Sebastian, den er schon längst tot geglaubt hatte, erkannte! Er ließ ihn von neuem greifen und in den Zirkus, oder die Rennbahn, die an seinen Palast stieß, führen, um ihn da durch Stockschläge töten, und dann in die große Kloake werfen zu lassen, die am Ende der Rennbahn war.

Eine christliche Matrone, Lucina genannt, ließ den Leib des heiligen Sebastian heimlich aus der Kloake, in die ihn die Götzendiener geworfen hatten, herausziehen und beerdigten ihn an dem Eingang einer unterirdischen Begräbnisstätte, zu Füßen von Petrus und Paulus.“

Die für den Heiligen typische Darstellung zeigt einen unbekleideten jungen Mann, von Pfeilen durchbohrt und an einen Baumstamm gebunden. Andere Bildwerke stellen ihn als Ritter, die Pfeile in der Hand, dar.

Folgende Länder und Städte verehren ihn als ihren Patron: Deutschland, die Gegend um den Chiemsee, Gent, Soissons, Oppenheim, Rom. Ebenso wird er von den Schützenbruderschaften, Soldaten, Büchsenmachern, Eisenhändlern, Gärtnern, Gerbern, Leichenträgern, Steinmetzen, Töpfern, Tuchmachern, Zinngießern und den Sterbenden als Schutzheiliger verehrt.

Vor allem in Pestzeiten wurde er als Nothelfer angerufen. Pfeile galten als Symbol plötzlicher Krankheit, und die Pest wurde, nach den damaligen Vorstellungen, von den Pfeilen der Pestengel hervorgerufen.

von 19.01.2014 07:43

19.1. Makarius der Große auch der Ägypter um 300 - 390
Priester Einsiedler


Makarius wurde um das Jahr 300 in dem Ort Shabsheer (Shanshour bei Ashmoun) im Nildelta geboren. Es heißt, dass seine Eltern fromme Christen gewesen sind. Nichts desto trotz wollten sie ihn aber gegen seinen Willen verheiraten. Doch Makarius spürte schon früh die Sehnsucht nach einem ehelosen Leben im Dienste des Herrn. Als der Tag der Hochzeit herannahte, stellte sich Makarius mehrere Tage krank. Dann bat er seinen Vater, zur Erholung einige Zeit in der Einsamkeit der Wüste verbringen zu dürfen. Dort hatte er während des Gebets eine Vision. Engel trugen ihn auf einen Berg und zeigen ihm die Weite der Wüste mit den Worten:

„Gott hat diese Wüste dir und deinen Schülern zur Heimat gegeben.“

Bald darauf starben die Eltern des Makarius und er verschenkte sein Erbe an die Armen. Die Bewohner seines Heimatortes brachten Makarius zum Bischof von Ashmoun, damit dieser ihn zum Priester weihte. Daraufhin errichteten sie für ihn eine Kapelle vor der Stadt. Dort feierte Makarius die heiligen Geheimnisse und die Menschen kamen zu ihm, um ihm ihre Sünden zu bekennen. Nach anderen Überlieferungen wurde Makarius erst im Alter von etwa vierzig Jahren, als er schon in der Wüste lebte, zum Priester geweiht.
Es geschah, dass eine unverheiratete schwangere Frau behauptete, Makarius sei der Vater ihres Kindes. Der Heilige protestierte nicht gegen diesen Vorwurf, gab sogar den Erlös aus dem Verkauf seiner Handarbeiten der Frau als Unterhalt. Doch in der Angst der Geburtsstunde schrie die Frau heraus, dass Makarius nicht der Vater des Kindes ist. Die Bewohner des Ortes, die bisher der Frau geglaubt hatten, schämten sich, dass sie den Heiligen zu Unrecht beschuldigt hatten und wollten ihn um Vergebung bitten. Doch seine Zelle war leer. Makarius hatte sich ganz in die Einsamkeit der Wüste zurückgezogen.
Die westlich des Nildeltas gelegene sketische (auch nitrische) Wüste wurde damals zur Heimat unzähliger Mönche. Antonius der Große gehört zu den ersten dieser Wüstenväter, von deren Weisheit ihre Sprüche (Apophthegmata Patrum) bis heute Zeugnis geben. Makarius wurde ein Schüler Antonius des Großen und in der Nachfolge seines Lehrers bald selbst einer der bedeutendsten Wüstenväter der Anfangszeit.
Es war um das Jahr 330 als Makarius sich in das Innere der Wüste zurückzog. Er blieb dort bis auf wenige Ausnahmen für die restlichen etwa 60 Jahre seines Lebens. Als sich die Zahl seiner Schüler vermehrte, ließ er an dem Ort seiner Zelle eine Kirche errichten. Um das Jahr 360 gegründete Makarius das heute nach ihm benannte Kloster. Es wurde schon zu Lebzeiten der Heiligen die Heimat von etwa 4000 Mönchen und ist bis heute ein Zentrum christlichen Lebens in Ägypten.
Schon im Alter von 30 Jahren soll Makarius die Weisheit der Väter in sich getragen haben. Neben seinen Schülern kamen auch viele vornehme Menschen und Herrscher zu ihm in die Wüste, um ein Wort der Weisheit für ihr Leben mit nach Hause zu nehmen. Die Menschen schätzten sein Mitgefühl und sein Verständnis für ihre Sorgen und Nöten. Durch das Gebet des Heiligen geschahen viele Wunder.
Damit der Andrang der Menschen ihn nicht in seiner Ruhe als Einsiedler störte, soll er sich eigenhändig einen tiefen Stollen in den Berg gegraben haben, der zu einer Höhle führte, in der er die meiste Zeit verbrachte und zu der nur zwei seiner engsten Schüler Zutritt hatten.
Makarius war wie alle Wüstenväter ein strenger Asket. Immer wieder kommt in seinen Worten der Aufruf nach Beten, Fasten und Buße zum Ausdruck. Er selbst hat sich keine Annehmlichkeit dieser Welt gegönnt und lebte demütig vor Gott. So sagt er einmal:

Es ist das Kennzeichen des christlichen Lebens, dass ein Mensch, soviel er sich auch müht und soviel Rechtschaffenheit er auch leisten mag, sich dennoch so fühlt, als habe er nichts getan. Im Fasten zu sagen: Dies ist kein Fasten; beim Beten zu sagen: Das ist nicht Gebet; und bei der Beharrlichkeit im Gebet zu sagen: Ich habe keine Beharrlichkeit. Ich fange gerade erst an, den Glauben zu leben und Schmerzen auf mich zu nehmen. Und auch wenn der Mensch rechtschaffen lebt vor Gott, soll er stets sagen: Ich bin nicht rechtschaffen, nicht ich. Ich nehme keine Schmerzen auf mich, sondern ich mache nur jeden Tag einen Anfang.

Vielleicht erscheinen diese Worte heute vielen zu streng. Was kann uns ein solches Leben sagen? Kommt es bei uns nicht vielmehr darauf an, selbstbewusst und entschlossen zu sein? Ich bin ... Ich kann ... Ist ein Leben der Buße noch dem heutigen Menschen angemessen? Man darf die Selbstentsagung nicht mit der Aufgabe der eigenen Persönlichkeit verwechseln. Gerade durch die strenge Askese entwickelt der Mönch sein Selbst und die Selbstentsagung führt zur Demut, dass er sich wegen seiner asketischen Stärke nicht über andere erhebt. Demut darf man nicht mit Schwachheit verwechseln. Allzu gerne tragen Menschen mit einer schwachen Persönlichkeit ein unterwürfiges Gehabe zur Schau und halten das für Frömmigkeit. Doch geht ihnen mal etwas gegen den Strich, werden sie boshafter als manch andere Menschen.
Die Demut ist die einzige asketische Übung, die der Teufel nicht nachzuahmen vermag, wie es in einer Geschichte zum Leben des Heiligen heißt:

Makarius ging einmal an einem Sumpf entlang, als er auf dem Weg zu seiner Zelle war. Da begegnete ihm der Teufel mit einer Sichel und hätte ihn gerne erschlagen, vermochte es aber nicht. Da sprach er zum Heiligen: Makarius, wisse, dass ich von dir solche Pein leide, weil ich nichts gegen dich auszurichten vermag. Dabei tue ich doch alles, was du tust: du fastest und auch ich nehme keine Nahrung zu mir, du wachst und auch ich schlafe nie. Aber in Einem übertriffst du mich. Da sagte Makarius: Was ist dieses Eine? Und der Teufel antwortete: Es ist deine Demut, gegen die komm ich nicht an.

In einem anderen Ausspruch des Heiligen heißt es:

Seelen, die Gott und die Wahrheit lieben und die, mit großer Hoffnung und Glauben danach verlangen, sich ganz Christus hinzugeben, haben es nicht nötig, sich bei anderen in Erinnerung zu rufen. Sie ertragen es auch nicht, nicht einmal für einen Moment, von der himmlischen Sehnsucht und der hingebungsvollen Zuneigung zum Herrn getrennt zu sein. Aber voll und ganz an das Kreuz Christi genagelt, nehmen sie täglich an sich selbst das Empfinden eines geistlichen Fortschritts hin zum himmlischen Bräutigam wahr.

Diese Sehnsucht nach dem himmlischen Herrn trieb den Heiligen und ließ ihn alles Irdische gering achten. Ihm allein wollte er diesen. Und um frei zu werden für Christus lebte er die strenge Askese und verbrachte die meiste Zeit seines Lebens im Gebet, in der Zwiesprache mit seinem geliebten Herrn.
Im Zusammenhang mit dem Streit um den Arianismus wurde Makarius wie viele andere Mönche, die sich hinter Bischof Athanasius von Alexandrien stellten, im Jahr 374 auf eine Insel im Nildelta verbannt. Athanasius war damals im Osten einer der entschiedensten Vertreter des auf dem ökumenischen Konzil von Nicäa verfassten Glaubensbekenntnisses, das sich erst nach langen Wirren in der christlichen Welt durchgesetzt hat. Viele der Heiden, die auf der Nilinsel lebten, sollen sich durch das Beispiel des Heiligen bekehrt haben.
Nach der Rückkehr aus der Verbannung lebte Makarius weiter in der Wüste. Er starb dort im Alter von 97 Jahren. Leute aus seinem Heimatort stahlen den Leichnam des Heiligen und errichteten ihm ein Grab. Erst Jahre später wurde er in das Makariuskloster übertragen, wo er bis heute ruht.

von 18.01.2014 16:32

Das Lamm Gottes trägt unsere Schuld

Homilie am 2. Sonntag im Jahreskreis
19. Jänner 2014, Lesejahr A

L 1: Jes 49,3.5-6; L 2: 1 Kor 1,1-3; Ev: Mt 3,13-17


Alle liturgischen Texte finden Sie im Schott-Messbuch online



Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!



Nochmals werden wir an diesem 2. Sonntag im Jahreskreis an die Taufe des Herrn erinnert, die wir am letzten Sonntag gefeiert haben. Johannes der Täufer macht den Menschen, die sich von ihm zum Zeichen der Buße und Umkehr taufen lassen, kund: Auf Jesus sollten sie hören, denn er ist dem Johannes voraus, weil er als der ewige Sohn Gottes schon vor ihm war. Und er weist hin auf „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“

Vorher war Jesus dem Täufer Johannes nicht bekannt. Wir dürfen annehmen, dass er ihn als Mensch gekannt hat, denn die beiden waren ja verwandt. Aber Johannes wusste noch nicht, wer Jesus wirklich war. Dies wurde ihm erst geoffenbart, als sich Jesus im Jordan taufen ließ. Darüber berichtet Johannes: „Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb.“ Dies war das Zeichen Gottes für Johannes. Denn Gott hatte ihm gesagt: „Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.“

Und so sieht Johannes jetzt seine Aufgabe nicht mehr darin, die Menschen vor dem kommenden Gericht zu warnen, sondern sie mit Jesus bekannt zu machen: „Ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekannt zu machen.“ Fortan gibt Johannes Zeugnis für die Wahrheit: „Er – Jesus – ist der Sohn Gottes.“

Aber noch mehr: Johannes hatte vom drohenden Gericht Gottes gesprochen, das die Menschen wegen ihrer Sünden treffen wird, wenn sie sich nicht bekehren. Wie aber sollen die Menschen von ihren Sünden befreit werden? Die eigene Umkehr ist gewiss die Voraussetzung dafür, doch kein Mensch kann sich selbst die Sünden vergeben. Wir brauchen einen Erlöser! Nun aber steht der Erlöser der Menschen vor Johannes, und so bekennt der Täufer voll Freude: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ Dies ist eine wahrhaft frohe Botschaft: Gott selber ist in seinem Sohn zu den Menschen gekommen, um stellvertretend für sie einzutreten und die Schuld der Menschen auf sich zu nehmen und so zu sühnen. Wie ein Lamm wird sich Jesus zur Schlachtbank führen lassen, wenn ihn seine Verfolger dem Tod am Kreuz ausliefern. Freiwillig lässt Jesus all das geschehen und verwandelt es in einen Akt der Liebe und Hingabe an Gott, seinen Vater, zum Heil der Menschen!

Wir können sagen: Durch die Begegnung mit Jesus und durch die Offenbarung der barmherzigen Liebe des Vaters ist Johannes der Täufer von einem Buß- und Gerichtsprediger zu einem Verkünder der frohen Botschaft geworden: In Christus gibt es Heil und Rettung für all jene, die bereit sind, auf ihn zu hören und ihm nachzufolgen. Dieser wird den Menschen den Heiligen Geist senden, und der Geist Gottes schenkt uns die Liebe, die unser Herz verwandelt. Im Heiligen Geist sind wir getauft worden auf den Namen des dreifaltigen Gottes, und wir sind Kinder Gottes geworden.

Hoffnung erfüllt unser Herz, und alle Angst muss weichen: Denn Gottes Liebe hat gesiegt. Jesus ist das Lamm Gottes, das auch unsere Sünde und Schuld auf sich nimmt, um uns im Heiligen Geist mit Gott dem Vater zu versöhnen. Lasst uns also jubeln! Folgen wir dem Lamm Gottes, wohin es uns geleitet; dieses Lamm ist zugleich der gute Hirte, der uns zu Wassern des Lebens und der Freude führt.

Amen.

von 17.01.2014 19:48

Der heilige Gamelbert, Pfarrer zu Michaelsbuch, Niederbayern,

+ 17.1.787 - Fest: 17. Januar


Die Großtaten sieggekrönter Feldherrn und berühmter Staatsmänner werden in Geschichtsbüchern der Nachwelt überliefert, aber ihre Namen und Werke sind zumeist mit Blut geschrieben. Was hingegen fromme Seelen im häuslichen Kreis, im stillen Kämmerlein oder in treuer Erfüllung ihres Berufes getan, geduldet und verdient haben, bleibt der Welt gewöhnlich verborgen, nur im Buch der ewigen Vergeltung ist alles aufgezeichnet und wird einst vor allen Völkern offenbar werden, wenn der Herr auch die geheimsten Gedanken und Werke ans Licht zieht.

In dem Dorf Michaelsbuch in der fruchtbaren Ebene Niederbayerns wohnte im 8. Jahrhundert ein adeliges, christlich-frommes Ehepaar, von dessen Söhnen sich einer, namens Gamelbert oder Amalbert, durch kindliche Unschuld und Herzensgüte, durch freudigen Gehorsam und tiefe Frömmigkeit auszeichnete. Seine Eltern bestimmten ihn zum Kriegsdienst, aber der friedfertige junge Mann verabscheute die blutigen Fehden, und zog es vor, die Herden seines Vaters zu hüten, weil er in der Stille der Fluren und Wälder seinen Geist zum Gebet und zu frommen Betrachtungen sammeln konnte. Einst war er draußen eingeschlafen. Als er erwachte, fand er ein Buch in seinem Schoß, und dies erschien ihm als ein Wink von Gott, sich dem Priesterstand zu widmen. Ein Geistlicher in der Nachbarschaft unterrichtete ihn und sein ausdauernder Fleiß, verbunden mit anhaltendem Gebet, überwanden alle Hindernisse.

Bald nachdem Gamelbert die Priesterweihe empfangen hatte, verlor er seine Eltern durch den Tod. Seine bedeutende Erbschaft verwendete er zur Stiftung einer Pfarrei in Michaelsbuch, in der er fortan fünfzig Jahre bis an sein Lebensende als Pfarrer wirkte. Unter Gebet und Betrachtung, unter Fasten und Abtötung, in väterlicher Sorge um seine geistigen Kinder, und treuer Erfüllung seines geistlichen Amtes brachte er seine Tage zu. Alle seine Einkünfte gab er für Arme und Notleidende hin und litt lieber selbst Hunger, als dass er andere in Not sah. Außer seiner unerschöpflichen Mildtätigkeit war ihm eine unverwüstliche Sanftmut eigen. In seinem eigenen Haus duldete er niemals Unfrieden und wenn er anderswo entzweite Gemüter fand, ruhte er nicht, bis er sie versöhnt hatte. Als einmal die Knechte in seinem Haus miteinander stritten und sich nicht vertragen wollten, entließ er sie mit den Worten: „Lieber keine Knechte, als Unfrieden im Haus.“ Sein Lieblingsaufenthalt war eine kleine Zelle neben der Kirche, wo er in allen freien Stunden im Gebet mit Gott verkehrte und frische Kraft und Freudigkeit in seinem Beruf schöpfte.

Nur einmal verließ der seeleneifrige Pfarrer seine geliebte Gemeinde, um zu dem Mittelpunkt der katholischen Einheit, zu den Gräbern der Apostelfürsten in Rom zu wallfahrten und frische Begeisterung für seinen heiligen Beruf zu gewinnen. Auf der Rückreise fand er gastliche Aufnahme in einem Haus, wo eben ein Junge geboren war. Die Mutter bat den Heiligen, ihr Kind schleunigst zu taufen, weil es sehr schwächlich war. Gern erfüllte Gamelbert den frommen Wunsch der Eltern und sah im prophetischen Geist die ganze Zukunft des Kindes. Vor seiner Abreise empfahl er den Eltern dringend, ihr Kind sorgfältig zu erziehen, denn es würde einst sein Nachfolger werden. Dann reiste er heim und wirkte mit unermüdlichem Seeleneifer in seinem Beruf fort. Wenige Tage vor seinem Tod kam der inzwischen zu einem stattlichen Mann herangewachsene Junge in Michaelsbuch an, sein Nachfolger zu werden. Es war der selige Utto, dessen sorgfältige Vorbereitung auf den geistlichen Stand zu den schönsten Hoffnungen berechtigte. Gamelbert stellte ihn seinen Pfarrkindern als seinen Nachfolgern vor, empfing dann die heiligen Sterbesakramente und entschlief gottselig im Herrn am 17. Januar 787. Zum Grab des Heiligen wallfahrteten viele Pilger und Hilfsbedürftige und es geschahen dort viele Wunder.

Was der heilige Gamelbert vorausgesagt hatte, erfüllte sich. Utto wurde sein Nachfolger als Pfarrer von Michaelsbuch und trat in die Fußstapfen seines Vorgängers. Als die barbarischen Horden der Avaren ins Land einfielen und das ganze Donaugebiet verwüsteten, flüchtete Utto in einen dichten Wald oberhalb Deggendorf. Als ihn dort Karl der Große auf der Jagd fand, beauftragte er ihn, dort ein Kloster zu bauen und schenkte ihm dazu alles Land ringsum. So entstand das Kloster Metten, dessen erster Abt Utto wurde. Papst Leo III. sandte ihm einen Hirtenstab mit der Inschrift: „Was der Herr dem Petrus, gibt Petrus dem Utto.“ Nachdem er 24 Jahre dem Kloster vorgestanden hatte, starb er hochbetagt am 3. Oktober 813, auf welchen Tag sein Gedächtnis gefeiert wird.




Der heilige Sulpitius, genannt der Fromme,

Erzbischof und Bekenner von Bourges,

+ 17.1.644 – Fest: 17. Januar




Ausgezeichnet durch eine hohe Geburt und ungeheure Reichtümer hatte Sulpitius in größter Frömmigkeit seine Jugend verlebt und weihte sich nun ganz der Tugend. Statt sich dem Genuss irdischer Freuden zu ergeben, wozu ihm sein Stand und seine Glücksgüter die schönsten Gelegenheiten darboten, unterdrückte er seine Sinnlichkeit mit Beten und Fasten, besuchte die Krankenhäuser und Gefängnisse, und linderte nicht bloß durch seine reichlichen Gaben, sondern vorzüglich durch die Trostgründe der heiligen Religion das Elend der Unglücklichen. Gewöhnlich durchwachte er, eingehüllt in das Kleid eines Büßenden, die Nacht in einer Kirche, die nahe bei seiner Wohnung war. So sehr übrigens der Heilige seine Tugenden und guten Werke vor den Menschen verbarg, so wurden sie doch öffentlich bekannt, und der Bischof von Bourges, der heilige Austergisilus, weihte ihn zum Diakon seiner Kirche und übertrug ihm das Predigtamt. Durch seine eindringlichen Reden und durch die Kraft der Wunder, die er zur Verherrlichung des Namens Jesus wirkte, bekehrte er in kurzer Zeit nicht nur die verhärtetsten Sünder, sondern auch eine Menge Juden, die mit sehnlichstem Verlangen nach der christlichen Religion sich taufen ließen.

Bald verbreitete sich auch der Ruhm des frommen Dieners Gottes am Hof des fränkischen Königs Childebert, der den Bischof von Bourges drängte, ihm den Heiligen zu senden, damit er als Feldprediger unter den Soldaten bessere Sitten einführen möchte. Da ereignete es sich, dass der König in eine tödliche Krankheit fiel und dass selbst die Ärzte ganz an seiner Genesung zweifelten. Die Königin fiel dem heiligen Sulpitius zu Füßen und bat ihn unter einem Strom von Tränen um seine Hilfe. Er gab ihr den Trost, dass der Kranke nicht sterben würde. Fünf Tage lang fastete und betete er für die Wiedergenesung des christlichen Königs. Und als die Hohen des Reiches ihn baten, er möchte eine Nahrung genießen, denn der Kranke sei schon dem Tod nahe, antwortete der Heilige: „Lasst euer Vertrauen nicht sinken! Nach zwei Tagen speisen wir alle mit dem König.“ Wirklich wurde der König wie der ein Wunder plötzlich gesund und ernannte beim Gastmahl, das er wegen der erhaltenen Gesundheit feierte, den Sulpitius zum Bischof von Bourges. In dieser Würde arbeitete er rastlos an dem Seelenheil seiner ihm anvertrauten Herde; er stiftete Kirchen und Krankenhäuser, beschützte die Armen und Unterdrückten und starb schließlich als ein lebensmüder Greis voll Verlangen nach der Krone der ewigen Seligkeit am 17. Januar 644.




Der heilige Speusipus samt zwei Brüdern und seiner Großmutter Leonilla, Martyrer von Langres, Frankreich,

+ 17.1.166 – Fest: 17. Januar



Speusipus und seine Brüder Eleusipus und Meleusipus wurden in der Gegend von Langres von heidnischen Eltern geboren und mussten sich ihr Brot wegen Armut dadurch verdienen, dass sie die Herden reicher Landbewohner auf die Weide triebenSie würden vielleicht nie zur Erkenntnis des wahren Gottes gekommen sein, wenn sich ihre fromme Großmutter, Leonilla mit Namen, der verwahrlosten Kinder nicht erbarmt und sie im Christentum unterrichtet hätte. Nachdem sie die heilige Taufe empfangen hatten, wurden sie mit einem solchen Eifer zur Ausbreitung der Religion Jesu erfüllt, dass sie mehrere Heiden auf dem Land bekehrten und schließlich in der Stadt Langres die Götzenbilder zerschlugen. Wegen dieses Verbrechens wurden sie unter der Regierung des heidnischen Kaisers Marcus Aurelius vor Gericht geschleppt und aufgefordert, den Göttern zu opfern. Weil sie sich aber dessen weigerten und Jesus standhaft bekannten, befahl der Richter ihre Großmutter herbeizuführen, um die drei jungen Männer zum Abfall vom Christentum zu bereden. Aber sie gestand nicht nur freiwillig und ohne Furcht, dass sie selbst eine Christin sei, sondern sie ermahnte auch unter vielen Tränen ihre drei Enkelsöhne, lieber alle Peinen und Marter mit Geduld zu ertragen, als den wahren Gott zu verleugnen und ihre Seelen dem ewigen Verderben aufzubewahren. Deswegen wurde sie auf der Stelle enthauptet und die drei Brüder, durch ihren Heldenmut begeistert, starben so freudig und geduldig unter den grausamsten Martern, dass sich Neon und Turbon, heidnische Gerichtspersonen, auf der Stelle bekehrten, Jesus bekannten und am gleichen Tag noch von den Götzendienern gesteinigt und so der Marterkrone gewürdigt wurden.

Zu Elwangen, wohin in der Folge die Reliquien der drei Martyrer und Brüder gebracht wurden, werden sie als die Landespatronen verehrt.

von 16.01.2014 19:48


16. Januar Der heilige Marcellus I., Papst und Martyrer von Rom,

+ 16.1.309 – Fest: 16. Januar


Der heilige Marcellus war von Geburt ein Römer und wurde unter der Regierung der heidnischen Kaiser Constantius und Galerius wegen seiner Frömmigkeit und seines unerschrockenen Mutes in Verteidigung des Christentums auf den päpstlichen Stuhl erhoben. Diese Wahl geschah nicht ohne besondere Einwirkung der göttlichen Vorsehung; denn damals wurde die Kirche Jesu hart gedrückt und verfolgt, und wenn sie während diesem unglücklichen Zeitraum aufrechterhalten werden sollte, musste ein Oberhirt dastehen, der als ein Beispiel des Heldenmutes in Verachtung aller Martern und selbst des Todes die niedergeschlagenen Gemüter der Gläubigen aufrichtete und sie mit dem felsenfesten Glauben an einen allmächtigen Gott erfüllte. So ein gottbegeisterter, apostolischer Mann war der heilige Marcellus. Nicht die gewalttätigsten Verfolgungen, nicht die augenscheinlichsten Todesgefahren, die ihm allenthalben drohten, konnten ihn abschrecken, öffentlich Jesus zu bekennen, den Christen das Evangelium zu predigen und die Heiligen, die im Kampf für Gott und ihre Religion Blut und Leben opferten, nach christlicher Sitte zu beerdigen. Noch trauriger wurde das Schicksal der Gläubigen, als der wütende Maxentius, ein blutdürstiges Ungeheuer, sich auf den römischen Kaiserthron schwang. Der heilige Oberhirt hatte um diese Zeit von der frommen Lucina, einer christlichen Matrone, zur Unterstützung der armen Christen beträchtliche Güter erhalten, und arbeitete eben rastlos daran, schicklichere Gebäude zu Gotteshäusern, und tauglichere Plätze zu Kirchhöfen zu errichten, zu deren Aufsicht, und damit die heiligen Sakramente ungehindert erteilt werden konnten, er 21 Bischöfe, 25 Priester und zwei Diakonen weihte, als ihn Maxentius gefangen nehmen ließ und ihm mit den schrecklichsten Martern drohte, wenn er nicht sogleich den Göttern opfern würde. Der heilige Papst verachtete diese Drohungen und wurde deswegen verurteilt, im Stall als Knecht zu arbeiten, wo die wilden Tiere zu den Kampfspielen ernährt wurden. Neun Monate lang schmachtete Marcellus unter unausgesetztem Fasten und Beten in diesem jammervollen Aufenthalt, und schrieb während dieser Zeit rührende Briefe an seine Christengemeinde. Endlich befreiten ihn zur Nachtzeit einige Geistliche aus seiner harten Gefangenschaft und brachten ihn in das Haus der gottseligen Lucina, das er zu einer Kirche einweihte und da den Gläubigen das Evangelium predigte.

Sobald Maxentius davon Nachricht erhielt, entheiligte er dieses Gotteshaus zu einem Viehstall, verurteilte den heiligen Papst wieder zum Sklavendienst in dem Stall, wo er schließlich unter den größten Mühseligkeiten um das Jahr 309 seinen Geist aufgab, nachdem er die Kirche Christi fünf Jahre, ein Monat und fünfundzwanzig Tage ruhmvoll regiert hatte. Seinen Leichnam beerdigte Lucina auf dem Kirchhof der heiligen Priscilla an der Salarischen Straße.




Der heilige Honoratus, Bischof und Bekenner von Arles, Frankreich,

+ 16.1.430 - Fest: 16. Januar





Honoratus war der Abkömmling einer römischen Konsularen-Familie. Seine heidnischen Eltern bildeten die natürlichen Anlagen ihres talentvollen, aber dabei äußerst eitlen Sohnes mit allen jenen Kenntnissen aus, die zum Antritt eines höheren Staatsamtes erforderlich sind; denn zu einem solchen hatte sein Vater ihn bestimmt. Doch der Mensch denkt, Gott lenkt. Durch eine besondere Gnadenfügung wurde Honorat mit den Wahrheiten des Christentums bekannt und mit solcher Liebe für sie eingenommen, dass er gegen den Wunsch seiner Eltern sich taufen ließ und, aller Lockungen seines Vaters zu einem üppigen Weltleben ungeachtet, sich in die Einsamkeit eines Landgutes zurückzog und dort mit seinem gleichgesinnten Bruder Venantius ein heiligmäßiges, die ganze Umgebung erbauendes und mit seinem Ruhm erfüllendes Leben führte. Dies bewog das demütige Brüderpaar jedoch, von dort weg nach Griechenland zu wandern, um dort Erkundigungen über das Leben heiliger Einsiedler einzuholen, in deren Fußstapfen sie zu treten gedachten. Vorher jedoch verteilten sie den größten Teil ihres von den inzwischen gestorbenen Eltern ererbten Vermögens unter die Armen. Kaum in Griechenland angekommen, verlor unser Heiliger durch den Tod seinen Bruder Venantius, kehrte nach Frankreich zurück und wählte auf den Rat des heiligen Leontius, Bischof von Frejus, die Insel Lerins zu seinem Aufenthalt. Dahin zogen dem neuen Einsiedler so viele Jünger nach, dass er zu ihrer Aufnahme ein Kloster bauen musste, wo man bald alle Tugenden der Einsiedler im Morgenland aufblühen sah, und welches durch mehrere Jahrhunderte eine berühmte Pflanzschule gelehrter und heiliger Bischöfe blieb. Der erste heilige Bischof, der daraus hervorging, war der Gründer selber. Als nämlich im Jahr 426 der bischöfliche Sitz zu Arles frei wurde, wurde Honorat ungeachtet seiner demütigen Weigerung darauf erhoben und versuchte nun dieselben Tugenden der Liebe, Sanftmut, Enthaltsamkeit und Geduld, die er seit 35 Jahren als Leiter seines Klosters geübt und die Seinigen üben gelehrt hatte, auch in seinem Bistum durch eine gründliche Herzensbekehrung seiner Diözesanen anzupflanzen, was ihm während seiner leider nur dreijährigen Amtsführung vollständig gelang. Eine tödliche Krankheit infolge allzu großer Anstrengungen versetzte ihn im Jahr 430 in die himmlische Welt. Noch acht Tage vor seinem Tod hatte er sich in seine Kirche tragen lassen, um darin zu predigen.

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Honoratus, der in der letzten Hälfte des 4. Jahrhunderts zu Arles aus einer der berühmtesten römischen Familien geboren wurde, gab schon in seiner Jugend durch seinen Eifer für die christliche Religion die deutlichsten Anzeigen seiner künftigen Heiligkeit. Denn obschon sich sein verblendeter Vater alle Mühe gab, den frommen jungen Mann mit den Freuden der Welt bekannt zu machen und ihn auf diese Art zu bewegen, von seinem Verlangen nach der heiligen Taufe abzustehen, ließ er sich doch im Geheimen von einem christlichen Priester taufen, widerstand allen Reizen zur Wollust und bewahrte sein Herz rein von den Sünden seines Zeitalters. Sein heiliges Leben machte einen tiefen Eindruck auf das unverdorbene Gemüt seines Bruders Venantius, und beide weihten sich der Gottseligkeit und dem Streben nach christlicher Vollkommenheit. Nach dem Tod ihres Vaters verteilten sie ihr Vermögen unter die Armen, verließen in Begleitung des heiligen Caprosius ihr Vaterland und besuchten mehrere heilige Orte. In Messinien erkrankte Venantius und starb, und der heilige Honoratus ging nach Italien und nahm seinen Wohnsitz auf der berüchtigten Insel Lerin, die wegen der Menge giftiger Schlangen unbewohnt war. Durch sein Gebet vertrieb er diese schädlichen Tiere, baute eine Kirche und ein Kloster, und bald verbreitete sich der Ruf seiner Heiligkeit so sehr, dass aus allen Gegenden Jünglinge und Männer zu ihm strömten, um von ihm in den Heilswissenschaften unterrichtet zu werden. Mit unermüdeter Geduld erzog er seine Jünger zum geistlichen Leben und behandelte sie so schonend und liebreich, dass ihn alle wie ihren Vater liebten und ehrten, wie der heilige Hilarius, einer seiner Schüler, von ihm sagt. Nachdem er die Insel Lerin, wie auch sein Kloster in den besten Stand gebracht hatte, wurde er wegen seiner herrlichen Tugenden zum Bischof von Arles erwählt, in welcher Würde er sich als der eifrigste Verteidiger der reinen Lehre Jesu, als ein wachsamer Seelenhirt und Beschützer und Vater der Armen ewige Verdienste sammelte. Er starb im hohen Ruf der Heiligkeit am 16. Januar des Jahres 430 und sein Leichnam wurde auf der Insel Lerin in der Kirche zum heiligen Kreuz beigesetzt.

von 15.01.2014 18:51

Banneux

Du hast eine Statue der Muttergottes der Armen aus Banneux/Belgien erhalten, die für die Frieden-Gottes-Kapelle bestimmt ist. Von dieser Statue werden viele Gnaden fließen. (15. August 1986)


Am 31. Juli 1990 erschienen mir in Banneux, in Belgien, dem Erscheinungsort der 'Muttergottes der Armen', der Herr Jesus und die Muttergottes. Der Herr Jesus sagte: Ich, Jesus Christus, bin auf die Erde herabgestiegen, um dir auf dem Erscheinungsort Meiner Mutter den Segen zu erteilen. Große Gnaden fließen auf dich, weil du den Erscheinungsort der Muttergottes der Armen besuchst. Von hier aus schickt die Muttergottes Segen für dieses Land und für die ganze Welt. (31. Juli 1990)


Am 21. Oktober 1994 stieg die Muttergottes während meiner Auslandsreise am Erscheinungsort in Banneux/Belgien in einer Kapelle vom Himmel herab. Sie sagte: Mein Sohn, du bist nun in Banneux, wo Ich in der einfachen Kapelle herabgestiegen bin. Du hast ein Zeichen erhalten, daß du dich kreuzförmig hinlegen sollst. Jetzt werde Ich dir Botschaften mitteilen. Ich, die Muttergottes, bin herabgestiegen, weil du hergekommen bist, um Mich und Meinen Sohn zu bitten. Ich behüte dich in Belgien und in Holland, denn du bist im Auftrag des Herrn Jesus und in Meinem Auftrag hergekommen. – In Polen wirst du von Bischöfen deiner Diözese verfolgt. – Teile mit, daß dies Meine Botschaften sind, die Botschaften der Muttergottes von Banneux. (...)

Mein Sohn, es ist eine große Gnade, daß du heute in Banneux von Mir, der Muttergottes, eine Botschaft erhalten hast, daß sich die Menschheit bekehren soll, denn die Zeit dazu ist nur noch kurz. Die Leute wissen weder den Tag, noch die Stunde (des Eingreifens Gottes), sie sollen daher vorbereitet sein! Jesus Christus und Ich, die Muttergottes, haben offene Herzen für alle Länder, aber alle Völker sollen Uns ihre Herzen schenken! (...)

Du sollst nun wieder nach Hause fahren, und Ich, die Muttergottes von Banneux, werde dich und die Familie, die dich heimfahren wird, segnen. (...) Ich, die Muttergottes von Banneux, segne euch und alle, die hier bei der Kapelle sind: + Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. (21. Oktober 1994)


Am 8. November 1997 offenbarte die Muttergottes in Belgien, in der Kapelle in Banneux, dem Seher Kasimir Domanski folgende Botschaft. Sie näherte sich in Begleitung vieler Engel. Die Muttergottes sagte: Ich, die Muttergottes, bin in dieser Kapelle anwesend, doch heute sind neben Mir auch noch die Engel anwesend. – Mein Sohn, du hast die Stimme Meines Sohnes gehört, die dich in die Kirche zur hl. Messe und nachher hierher gerufen hat. Mich und Meinen Sohn zu lieben ist eine sehr große Gnade. Sehr große Gnaden hast du erhalten, als du hierher zu Mir in dieses einfache Heiligtum gekommen bist. Wer hierher kommt, erhält auch die Gnade der Heilung der Seele und des Leibes! (...)

Ich, die Muttergottes, vergieße Tränen wegen diesem Land. Die Belgier besitzen einen Ort, wo Ich auch herabgestiegen bin und wo Ich Meine Fußstapfen hinterlassen habe. Sie sollten Gott Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist dafür dankbar sein, daß sie hier in Banneux dieses Heiligtum der Muttergottes haben. Auch hier erhalten Kranke die Gnade der Heilung (Gesundheit), und lassen ihre Krücken hier zurück. (8. November 1997)

von 15.01.2014 11:22

15.1. Hl. Arnold Janssen 1837 - 1909 Priester Ordensgründer

Hl. Arnold Janssen

Arnold Janssen wurde 1837 in Goch am Niederrhein geboren und ist in einem gut katholischen Elternhaus aufgewachsen. Er studierte Philosophie, Mathematik, Naturwissenschaften und Theologie in Münster und Bonn, wurde 1961 in Münster zum Priester geweiht und arbeitete von 1861 bis 1873 als Gymnasiallehrer in Bocholt.
"Er ist entweder ein Heiliger oder ein Narr," urteilte der Bischof von Roermond, als Arnold Janssen ihm seine Ideen von einem deutschen Missionshaus vorstellte. Zunächst heilen, dann belehren und dann erst taufen, lautete sein Konzept. Es war seine Vision, Missionare auszusenden, um den Menschen so die Liebe Gottes erfahrbar zu machen. Janssen erkannte auch die Bedeutung der Presse für die Verkündigung des Glaubens. Ab 1873 gab er die Zeitschrift "Kleiner Herz-Jesu-Bote" heraus, um für die Eröffnung seines Missionshauses zu werben. Mit der kirchlichen Illustrierten "Die Stadt Gottes" erreichte er riesige Auflagen.
1875 konnte im holländischen Steyl das Missionshaus eröffnet werden. Wegen des Kulturkampfes unter Bismarck war eine Gründung auf deutschem Boden nicht möglich. Zugleich entstand der Missionsorden der Gesellschaft des göttlichen Wortes, auch Steyler Missionare genannt, der sich schell in vielen Ländern der Welt ausbreitete. 1889 folgte zusammen mit Helena Maria Stollenwerk die Gründung der Steyler Missionarinnen, 1896 die der Steyler Anbetungsschwestern. Als Janssen am 15.01.1909 starb, waren schon 2000 Ordensangehörige in zehn Ländern tätig. Heute zählen seine Steyler Ordensgemeinschaften über 10.200 Frauen und Männer aus 68 Nationen.

von 13.01.2014 19:50

Aufopferungsgebet
Ewiger Vater, durch das unbefleckte Herz Mariens und das göttlich – blutende Herz Jesu opfern wir Dir mit allen Engeln und Heiligen auf:
den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit, das hochheilige Anglitz und die eucharistische Liebe, alle Wunden, Tränen und Schmerzen Deines über alles geliebten Sohnes unseres Herrn Jesus Christus, vereint mit den Tränen, den Schmerzen und der Liebe Mariens, den Verdiensten der lieben Engel und Heiligen, allen vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen heiligen Messen, Rosenkranzgebeten und Liebesgebeten, zur Bekehrung der Sünder, zur Sühne für die Sünden der ganzen Welt, für die heilige katholische Kirche, Papst, Bischöfe, Priester und Ordensleute, für die Armen Seelen im Fegefeuer und für alle uns anvertrauten Seelen. Amen.

von 12.01.2014 09:12

12.01.Aelred von Rieval 1110 - 1167 Abt


Aelred von Rieval Nihil quod non
dulcissimi nominis Jesu
fuisset melle mellitum,
nihil quod non
Sacrarum Scripturarum
fuisset sale conditum,
meum sibi ex toto
rapiebat effectum.


Aelred wurde 1110 in Hexham an der Grenze zwischen England und Schottland geboren. Nach seiner Erziehung im Kloster Durham trat er in die Dienste König David I., wobei er auf einer Reise das Zisterzienserkloster Rieval in Yorkshire kennenlernte, in das er im Alter von etwa 23 Jahren schließlich eingetreten ist.
Nach verschiedenen Ämtern im Kloster wurde er 1142 Abt der Neugründung Revesby. 1147 holte man ihn in das Mutterkloster Rieval zurück, als dessen Abt er zugleich das Oberhaupt aller Zisterzienser in ganz England war. Neben Bernhard von Clairvaux ist er einer der berühmtesten Zisterzienser des Mittelalters. Beide kannten sich persönlich und es ist ein Briefwechsel zwischen ihnen erhalten.
Rieval florierte während seiner Amtszeit. "Alles verdoppelte er: Mönche, Laienbrüder, Laienmitarbeiter, Stiftungen, Landbesitz und das gesamte Kirchengerät. Die Ordensdisziplin aber und die Liebe verdreifachte er. ... So hinterließ der Vater, als er zu Christus einging, dort in Rieval 140 Chormönche und 500 Laienbrüder."
Aelred zog sich wohl aufgrund der streng asketischen Lebensbedingungen und des kalten und feuchten Klimas früh chronische Krankheiten zu, die er über viele Jahre tapfer ertrug. Er starb am 12. Januar 1167. Bereits 1191 wurde er von Papst Coelestin III. heiliggesprochen.

Unter seinen zahlreichen Werken ist sein Buch "Über die geistliche Freundschaft" bis heute bekannt. Aelred geht aus von Jesu Wort an seine Jünger: "Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Niemand hat größere Liebe, als wer sein Leben hingibt für seine Freunde. ... Ich nenne euch nicht mehr Knechte sondern Freunde." (vgl. Joh 15,12-15)
Für Aelred gibt es einen Unterschied zwischen Freundschaft und Liebe. Nach Gottes Willen sind mehr Menschen in den Schoß der Liebe, als in die Arme der Freundschaft aufzunehmen, denn die Liebe treibt uns, nicht nur die Freunde, sondern auch die Feinde zu lieben.
Einem Freund können wir getrost unser Herz und alles, was in ihm ist, anvertrauen, ohne Überhebung, ohne Argwohn befürchten zu müssen. Wir können ihm ohne Furcht bekennen, was wir gefehlt haben. Die Zurechtweisung eines Freundes tut nicht weh, sein Lob ist echt und niemals Schmeichelei.
Wer einen anderen Lohn verlangt als es die Freundschaft selber ist, hat noch nicht begriffen, was eigentlich die Freundschaft ist.
In die Freundschaft zwischen zwei Menschen gehört immer auch Christus als Dritter hinein und die volle Frucht fällt nur denen in den Schoß, die ihre Freundschaft ganz auf Gott übertragen haben, in dessen Anblick versunken sie miteinander eins geworden sind. Somit ist das Fundament der Freundschaft die Liebe Gottes.
Argwohn ist das Gift jeder Freundschaft. Über den Freund soll man nie Schlechtes denken, nie Schlechtes glauben, nie solchem Gerede zustimmen. Ehrfurcht aber ist der Schutzengel der Freundschaft. Wer ihr die Ehrfurcht nimmt, raubt ihr die Schönheit und die Kraft.

von 11.01.2014 10:23

Das Problem ist das Schweigen der Kirche Mario Palmaro und der Rauch Satans

Der Rauch Satans in der Kirche - Mario Palmaro über das "wirkliche Problem" unserer Zeit(Rom) Die katholische Nachrichtenseite „La Nuova Bussola Quotidiana“ (NBQ), maßgeblich getragen von Erzbischof Luigi Negri von Ferrara, Radio Maria und dem Juristen und Religionssoziologen Massimo Introvigne veröffentlichte einen Brief des traditionsverbundenen Rechtsphilosophen Mario Palmaro an den NBQ-Chefredakteur Riccardo Cascioli. Mario Palmaro wurde in den vergangenen Monaten vor allem durch seine kritische Analyse des Pontifikats von Papst Franziskus bekannt, die er gemeinsam mit dem Journalisten Alessandro Gnocchi in der Tageszeitung „Il Foglio“ formulierte. Um den Zustand und das Leben der Kirche geht es auch im neuen Text von Mario Palmaro. Cascioli hatte den neuen Parteivorsitzenden der regierenden Linksdemokraten (PD)1 Matteo Renzi als „Problem“ bezeichnet, weil dieser sich als Katholik bezeichnet, sein politisches Programm aber in zentralen Punkten der katholischen Lehre widerspricht. Palmaro antwortete ihm, daß nicht Matteo Renzi, die Linksdemokraten oder irgendwelche linksgrünen Kommunisten das Problem seien. Das wirkliche Problem sei die Katholische Kirche selbst, wie sie sich heute präsentiert und der Kurs, den sie steuert. Hier das persönliche Schreiben von Mario Palmaro an Riccardo Cascioli in fast vollständigem Wortlaut. Die Auslassung betrifft nur ein kurze italienspezifische Stelle.

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Der Rauch Satans in der Kirche
Lieber Chefredakteur,

ich habe Deinen Leitartikel vom 3. Januar “Renzi, wenn das das Neue ist, das vordringt” und teile Deine Analyse zum neuen Parteivorsitzenden der Linksdemokraten, seine ungenierte Schlauheit, seine Wandlungsfähigkeit, die unvermeidlichen Widersprüche zwischen seinem Anspruch Katholik zu sein und Forderungen, die nicht nur im Widerspruch zum Katechismus, sondern auch des Naturrechts stehen. Ich möchte auch dazu gratulieren, was Du mit NBQ seit einiger Zeit an der Front gegen die Homo-Offensive geleistet hast.

Sind unser vorrangiges Problem wirklich die anderen?
Dennoch verspüre ich die Notwendigkeit Dir und den Lesern zu schreiben, was ich denke. In aller Aufrichtigkeit: Ist unser Problem wirklich Matteo Renzi? Das heißt: Konnten wir uns wirklich erwarten, daß einer Vorsitzender der Linksdemokraten wird und sich dann hinstellt, um die Familie zu verteidigen, das ungeborene Leben, die künstliche Befruchtung zu bekämpfen und sich der Abtreibung und der Euthanasie zu widersetzen? Entschuldigt, aber ist Euch die Wählerschaft der Linksdemokraten bewußt, der Katholiken aus den Pastoralräten, einschließlich der Ordensfrauen und der Pfarrer? Was denkt Ihr denn, was diese Wählerschaft von Renzi will? Es ist doch offensichtlich: sie wollen die Homo-Ehe und ein lesbisch-demokratisches Adoptionsrecht. Habt Ihr noch nie in der Mittagspause den durchschnittlichen Angestellten reden hören, der links wählt? Was denkt Ihr: Will er die Verteidigung der Ehe oder den Zugang zu Sozialwohnungen für unsere homosexuellen Brüder, die so entsetzlich diskriminiert werden? Hören wir auf, zu meinen, daß das Problem Niki Vendola2 oder häßliche und böse extremistische Kommunisten sind. Und hören wir auf, zu meinen, daß es vor allem wichtig ist, in der gemäßigten Mitte zu stehen, denn in dieser fiktiven Mitte sind die Bezugspunkte für den Durchschnittsbürger längst Fabio Fazio3 und Luciana Littizzetto4, die Coop5, Gino Strada6, Enzo Bianchi7 und Eugenio Scalfari8. Renzi gibt diese essentiellen Zutaten seiner Wählerschaft in seinen Mixer, mixt sie mit homöopathischer Dosierung von Don Ciotti9 und Don Gallo10 und das Ergebnis ist das perfekte Getränk, das die demokratische „Pfarrgemeinde“ und den Homo-Dachverband Arcigay11 gleichermaßen zusammenhält. Sich von ihm irgend etwas anderes zu erwarten, wäre geradezu dumm. […]

Das Problem ist die Katholische Kirche, die schweigt
Nein, lieber Chefredakteur, mein Problem ist nicht Matteo Renzi. Mein Problem ist die Katholische Kirche. Das Problem ist, daß die Kirche in dieser Sache, in dieser planetarischen Entfesselung der Homo-Lobby schweigt. Sie schweigt vom Papst bis zum letzten Kaplan an der Peripherie. Und wenn der Papst etwas sagt, dann muß Vatikansprecher Pater Lombardi am nächsten Tag richtigstellen, präzisieren, klären und differenzieren. Und bitte, kein Abstauben von Briefen und Erklärungen, die Kardinal Jorge Mario Bergoglio vor zehn Jahren getätigt hat. Wenn ich heute entdecke, daß mein Sohn Drogen nimmt, sage ich ihm dann vielleicht: „Geh und lies die gemeinsame Erklärung nach, die ich und Deine Mutter vor sechs Jahren abgegeben haben, als wir Dir gesagt haben, keine Drogen zu nehmen“? Oder werde ich ihn mir jetzt, hier und heute zur Brust nehmen und versuchen, ihn auf den rechten Weg zurückzuführen, so gut es mir nur irgend möglich ist?

Wo ist der Papst? Wo sind die Bischöfe? Ohrenbetäubendes Schweigen
Lieber Chefredakteur, in diesem Kampf, wo ist die Bischofskonferenz, wo sind die Bischöfe? Ohrenbetäubende Stille. Aber nein, ganz im Gegenteil: Bischof Domenico Mogavero von Mazara del Vallo, Kirchenrechtler und ehemaliger Untersekretär der Bischofskonferenz hat gesprochen, und wie er gesprochen hat: „Das Gesetz kann nicht Hunderttausende von Zusammenlebenden ignorieren: ohne zusammenlebende Paare und Familien gleichsetzen zu wollen, ist es jedoch richtig, daß auch in Italien zivile Partnerschaften anerkannt werden“. Für Bischof Mogavero „kann und muß der Staat den Pakt schützen, den zwei Zusammenlebende miteinander geschlossen haben. Es widerspricht der christlichen Barmherzigkeit und dem universalen Recht, daß die Zusammenlebenden für das Gesetz nicht existieren. Wenn heute einer der beiden ins Krankenhaus kommt, bekommt der andere nicht einmal Auskunft über den Gesundheitszustand wegen der ärztlichen Schweigepflicht, so als würde es sich um einen Fremden handeln.“ Der Bischof kommt daher zum Schluß: „Es scheint mir legitim, Rechte, wie den Pensionsanspruch oder die Mietnachfolge anzuerkennen, weil immer die Person im Mittelpunkt stehen muß. Es ist untragbar, daß ein zusammenlebender Partner für das Gesetz ein niemand ist.“ Und für die Kirche, die von Papst Franziskus bereits aufgefordert wurde, mit Blick auf die außerordentliche Bischofssynode zum Thema Familie nachzudenken, „ohne sie mit den verheirateten Paaren gleichzustellen, gibt es keine Hindernisse, die Zivilpartnerschaften anzuerkennen“, so der gesprächige Bischof.

Mein Sohn wird in der Schule gezwungen, mit Kondomen zu spielen – Und die Kirche redet von Lampedusa und Roma-Kultur
Verstehst Du, lieber Chefredakteur? Demnächst werden sie meinen siebenjährigen Sohn in der Schule nehmen und dazu anhalten, mit Kondomen und seinen Genitalen „zu spielen“, und die Kirche, was sagt die mir? Sie redet von den Booten, die in Lamepedusa kentern, daß Jesus ein Flüchtling war, von einem mir unbekannten Jesuiten des 17. Jahrhunderts, den sie gerade seliggesprochen hat. Nein, mein Problem ist nicht Matteo Renzi. Wo bleibt in diesem Kampf der Erzbischof von Mailand, Kardinal Angelo Scola? Bald werden sie uns verbieten, zu sagen und zu schreiben, daß Homosexualität widernatürlich ist, und Scola erzählt mir etwas von Mestizentum und der Notwendigkeit, die Roma-Kultur aufzuwerten.

Derselbe Erzbischof von Mailand hat vor wenigen Wochen den Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn in unseren Dom eingeladen: Da sich die Kirche in Österreich in Ungehorsam und Auflösung befindet, wurde er gebeten, den Priestern unserer Diözese zu erklären, wie man das schafft, was denn das Geheimnis für eine solche Leistung ist. Ganz nach dem Motto: Der Trainer hat seine Mannschaft zum Abstieg in die untere Liga geführt, deshalb ernennen wir ihn zum Trainer unserer Nationalmannschaft.

Kardinal Schönborn in Mailand: Wie man es schafft, die Kirche in Ungehorsam und Auflösung zu führen
Und was für ein Zufall: Schönborn, der dasselbe Ordensgewand des heiligen Dominikus und des heiligen Thomas von Aquin trägt, ist nach Mailand gekommen, um den ambrosianischen Priestern zu erklären, daß er persönlich eingegriffen hat, um die Wahl eines praktizierenden Homosexuellen zum Pfarrgemeinderat zu verteidigen. Er habe den Homosexuellen und dessen Lebenspartner eingeladen und getroffen und, so Schönborn, „zwei reine, junge Männer gesehen, auch wenn ihr Zusammenleben nicht das ist, was die Schöpfungsordnung vorgesehen hat“.

Das, lieber Chefredakteur, ist die ‚Reinheit‘ laut Meinung eines Kirchenfürsten am Beginn des Jahres 2014. Und mein Problem sollte Matteo Renzi und seine Linksdemokraten sein? Sie werden meinen siebenjährigen Sohn nehmen und ihn einer Gehirnwäsche unterziehen, bis er akzeptiert haben wird, daß Homosexualität etwas ganz „Normales“ ist, und mein Erzbischof lädt währenddessen einen Bischof ein, der mir weismachen will, daß zwei zusammenlebende Homosexuelle Vorbilder der Reinheit sind?

Das physiologische Produkt von Papst Franziskus – Der Jahrhunderterfolg der Homo-Lobby
Um es also noch deutlicher zu sagen: Matteo Renzi, der die eingetragenen Partnerschaften fördert, ist das physiologische Produkt eines Papstes, der sich im Flugzeug von Journalisten interviewen lies und erklärte: „Wer bin ich, um ihn zu verurteilen“. Natürlich, das weiß auch ich, herrscht keine exakte Übereinstimmung zwischen beiden Fragen. Daß der Papst gegen diese Dinge ist und sicher darunter leidet, und daß er von guten Absichten angetrieben ist. Dennoch: Tatsachen sind Tatsachen. Angesichts eines so kurzen, unscheinbaren, hingeworfenen, aber epochalen Satzes aus dem Mund eines Papstes (Wer bin ich, um ihn zu verurteilen), können noch so viele Tonnen an Papier verschrieben werden, mit korrigierenden und erklärenden Stellungnahmen, was die unermüdlichen Heerscharen der Normalisten ja auch getan haben und seit Monaten tun, um zu erklären, was der Papst denn damit gemeint habe und was nicht, daß alles in Ordnung ist und nichts passiert ist. Doch Du und ich, wir wissen genau, und das weiß auch jeder, der die Kommunikationsmechanismen auch nur ein wenig kennt, daß dieses kleine, hingeworfene Sätzchen „Wer bin ich, um ihn zu verurteilen“, wie ein Grabstein auf jedem künftigen politischen und rechtlichen Kampf gegen die Forderungen der Homo-Lobby lastet. Beim Rugby würde ich sagen, daß die Homo-Lobby durch dieses salopp hingeworfene Sätzchen von Papst Franziskus innerhalb weniger Sekunden mehr Meter gewonnen hat, als durch die gesamte Arbeit der Welthomobewegung in Jahrzehnten. Ich sage Dir auch, daß Bischöfe wie Mogavero, im Windschatten dieses Sätzchens, ungestraft ihre zersetzenden Aussagen aufbauen können. Und wir sollten dazu schweigen.

Paris und New York, London und Berlin sind ein gigantisches Sodom und Gomorra
Damit wir uns richtig verstehen: Es wäre töricht, dem Papst oder der Kirche die Schuld zu geben, daß die Staaten der ganzen Welt, die Homosexualität zur Normalität erklären: diese anwachsende Flutwelle ist unaufhaltbar, man kann sie nicht stoppen. Der Grund dafür ist einfach: London und Paris, New York und Rom, Brüssel und Berlin sind ein gigantisches Sodom und Gomorra geworden. Der Punkt aber ist, ob wir das sagen wollen und ob wir uns dem widersetzen und öffentlich anprangern wollen, oder ob wir die Schlauen spielen und uns hinter Sätzchen wie „Wer bin ich, um ihn zu verurteilen“ verstecken wollen.

Der Punkt ist, ob Sodom und Gomorra, und sei es ein planetarisches Sodom und Gomorra, mit der Sprache der Barmherzigkeit und des Verständnisses zu behandeln sind. Wenn ja, warum – so frage ich mich – sollten dann mit derselben Barmherzigkeit nicht auch die Händler von chemischen Waffen behandelt werden, oder Sklavenhändler und Sklavenhalter, oder Finanzspekulanten, die ganze Volkswirtschaften angreifen und sich daran bereichern? Sind nicht auch sie arme Sünder? Oder nicht? Oder muß ich Schönborn bitten, auch sie zum Mittagessen einzuladen und sich mit ihnen zu treffen, um ihre ‘Reinheit’ zu prüfen?

Wer katholische Lehre verteidigt, wird durch Dolchstoß aus den eigenen Reihen erlegt
Lieber Chefredakteur, die Lage ist inzwischen sonnenklar: Jeder katholische Politiker oder Intellektuelle oder Journalist, der es wagen sollte, an der Homo-Front zu kämpfen, wird den Dolch einer mystischen Barmherzigkeit und Vergebung in den Rücken gestoßen bekommen. Uns alle wurde durch das nie zurückgenommene Sätzchen des Papstes die Legitimität abgesprochen, und jeder Bischof, jeder Priester, jeder Theologe, jeder Chefredakteur einer Diözesanzeitung und jeder katholisch-demokratische Politiker kann uns mit diesem „Wer bin ich, daß ich ihn verurteile“ den Mund stopfen. Jeder würde von den Schrotkugeln irgendeines Mogavero wie ein Zuchtfasan bei einer Treibjagd abgeschossen.

Lieber Chefredakteur, unser Problem ist nicht Matteo Renzi. Unser, mein Problem ist, daß der Heilige Vater zuletzt sagte, daß man das Evangelium „nicht mit doktrinalen Stockschlägen verkündet, sondern mit Sanftheit“. Auch an dieser Stelle bitte ich die Normalisten und alle, die nichts Besseres zu tun haben, sich zu enthalten: Auch ich weiß, daß sich das Evangelium so verkündet, abgesehen davon, daß Johannes der Täufer seine eigenen, barschen Methoden hatte, und dennoch nennt ihn unser Herr den „Größten der von einer Frau Geborenen“. Du weißt aber auch, daß wir alle, Du und ich, mit diesem Sätzchen, aufgespießt sind wie ein Hering. Du und ich, die wir gegen die legale Abtreibung gekämpft haben und kämpfen, gegen die Scheidung, gegen die künstliche Befruchtung, gegen die Euthanasie, gegen die Homo-Ehe und gegen die politischen Schlaumeier wie Matteo Renzi, die das alles fördern und verbreiten. Du und ich, wir sind deshalb in den Augen jener, die wie Renzi das alles vertreten und verteidigen, auch jener von ihnen, die sich Katholiken nennen, hoffnungslose, prügelnde Glaubenswächter, lieblose Gestalten, Moralisten, „Itheologen“, wie mancher Journalist von CL12 sagt, um uns als „Ideologen“ zu beschuldigen. La Nuova Bussola Quotiadiana und Il Timone sind in diesem Denken nur anachronistische Fallbeispiele dieser Lieblosigkeit und dieser unzumutbaren moralischen Strenge. Und es werden alle täglichen und titanischen Anstrengungen der Normalisten nicht ausreichen, um diese Publikationen vom Legitimationsentzug durch den offiziellen Katholizismus zu bewahren. Denn alle Gleichgewichtsübungen, um auf zwei unterschiedlichen Ebenen gleichzeitig stehen zu können, enden früher oder später alle im freien Fall.

Kampf gegen relativistische Vietkong – Amtskirche läßt im Stich
Ich denke zudem auch, daß das Problem, verzeih mir diesen persönlichen Einwurf, nicht Gnocchi und Palmaro sind, diese häßlichen und bösen Gestalten, die in der Tageszeitung Il Foglio geschrieben haben, was sie geschrieben haben. Ich würde es einmal, zehnmal, hundertausendmal wieder schreiben, denn leider tritt alles ein, ja noch schlimmer, weit schlimmer, was wir beschrieben haben.

Deshalb, lieber Chefredakteur, ist mein Problem, und Dein Problem, das Problem der Katholiken und der einfachen Menschen nicht Matteo Renzi. Das Problem ist unsere Mutter Kirche, deren Bodenpersonal beschlossen hat, uns im Dschungel von Vietnam auszusetzen. Die Hubschrauber sind abgeflogen und wir sind zurückgeblieben, damit wir einer nach dem anderen von den Vietkong des Relativismus aufgespießt werden. Ich für meinen Teil will mich nicht beklagen. Abgesehen davon, bevorzuge ich es tausendmal, hier zurückgeblieben zu sein, um mich den Vietkong entgegenzustellen, als einen dieser bequemen Hubschrauber zu besteigen, die in „Sicherheit“ bringen. Vielleicht um im Gegenzug in irgendein klerikales Gremium berufen zu werden oder der Illusion im Palast der offiziellen Macht neben all den anderen geistlichen Bewegungen an einem Netzwerk weben zu können. Oder mit der verrückten Idee im Kopf – übrigens von manchen schwarz auf weiß niedergeschrieben – daß Gnocchi und Palmaro vielleicht sogar recht haben könnten, aber das nicht sagen hätten dürfen, weil man bestimmte Wahrheiten einfach nicht sagt, mehr noch, weil man sie öffentlich zu leugnen hat, um den Feind zu verwirren. Wer es glaubt.

Ich kann meinen Kindern nicht die derzeitigen kirchlichen Banalitäten zur Antwort geben
Nein, ich beklage mich nicht für mich. Ich habe aber ein Problem, das mich klagen läßt, meinen sieben Jahre alten Sohn und seine drei Geschwister, denen ich nicht die sinkenden Boote vor Lampedusa, die Homosexuellen als Vorbilder der ‚Reinheit‘ von Kardinal Schönborn, das Mestizentum und das Loblied auf eine Roma-Kultur des Kardinal Scola, die Verachtung für die prügelnden Glaubenswächter laut Papst Franziskus, den Lobgesang eines Mogavero auf die eingetragenen Partnerschaften als Antwort mitgeben kann und will. Meinen Kindern kann ich nicht als Ablenkungsmanöver das Märchen erzählen, daß Matteo Renzi das eigentlich Problem ist. Abgesehen davon, reichen für ihn, um ihn abzuhandeln, knappe zehn Minuten völlig aus.

Was muß noch passieren, damit die Katholiken aufstehen?
Lieber Chefredakteur, lieber Riccardo, warum schreibe ich Dir diese ganzen Dinge? Weil ich heute nacht nicht schlafen konnte. Und weil ich verstehen will – und ich richte diese Frage an die Leser der Bussola – was noch in dieser Kirche passieren muß, damit die Katholiken aufstehen, sich endlich erheben. Damit sie sich erheben und von den Dächern ihre ganze Empörung hinausschreien.

Achtung: ich wende mich an die einzelnen Katholiken, nicht an die Vereinigungen, die Kreise, Zirkel, Bewegungen oder irgendwelche Sekten, die seit Jahren versuchen im Namen anderer die Gehirne der Katholiken zu verwalten, indem sie den Adepten die Linie vorgeben. Sie alle scheinen mir unter Aufsicht gestellt, als wären sie minus habens, fremdgesteuert von mehr oder weniger charismatischen und mehr oder weniger vertrauenswürdigen Figuren. Nein: ich richte meinen Appell an das Gewissen jedes Einzelnen, an ihr Herz, an ihren Glauben, an ihre Lebendigkeit, bevor es zu spät ist.

Das bin ich Dir schuldig, lieber Riccardo. Das bin ich allen schuldig, die mich kennen und noch ein wenig Wertschätzung für mich empfinden und für das, was ich vertrete. Und damit bitte ich Dich auch schon um Nachsicht, daß ich Deine Geduld und die der Leser so beansprucht habe.

Mario Palmaro

Einleitung und Übersetzung: Giuseppe Nardi

von 10.01.2014 14:05

10.01.Hl. Paulus von Theben ca. 228 - 341 Einsiedler

Apophthegmata

Hl. Paulus von Theben Paulus von Theben gilt als der erste ägyptische Einsiedler. Sein Leben wird überliefert in der von Hieronymus verfassten Vita Pauli primi eremitae. Danach wurde Paulus im Jahr 228 als Sohn wohlhabender christlicher Eltern in Ägypten geboren. Nach dem Tod der Eltern entsagte er der Welt und ging er als erster Einsiedler und Asket in die ägyptische Wüste. Dort lebte er jahrzehntelang in völliger Einsamkeit und wurde von Gott ernährt durch eine Quelle und einen Raben, der ihm täglich ein halbes Brot brachte.
Zu seiner Zeit lebte auch der bedeutende Einsiedler Antonius in der ägyptischen Wüste. Gott hatte es dem Antonius eingegeben, Paulus aufzusuchen. Es heißt, dass ein Mischwesen, halb Mensch halb Pferd, Antonius den Weg durch die Wüste wies. So kommt es zu der Begegnung der beiden heiligen Einsiedler. Antonius musste lange vor der Zelle des Paulus warten, bis ihn dieser endlich einließ. Dann fielen sie sich in die Arme und nach dem heiligen Kuss setzte sich Paulus mit Antonius nieder und sagte:
"Hier ist der, den du mit so viel Mühe gesucht hast, die Glieder morsch vor Alter, mit ungepflegtem grauem Haar. Du siehst einen Menschen vor dir, der bald zu Staub werden wird. Aber weil die Liebe alles erträgt, erzähle mir, ich bitte dich, wie es um das menschliche Geschlecht steht, ob sich in den alten Städten neue Häuser erheben, welche Macht die Welt regiert und ob es noch Menschen gibt, die im Irrtum der Dämonen befangen sind".
Während sie miteinander redeten, bemerkten sie einen Raben, der sich auf einem Zweig des Baumes niedergelassen hatte. Von dort flog er leise herab und legte ein ganzes Brot vor ihren staunenden Augen nieder. Als er fortgeflogen war, sagte Paulus:
"Sieh, der Herr, der wahrhaft barmherzig ist, hat uns das Essen gesandt. Seit sechzig Jahren habe ich immer ein halbes Brot bekommen; aber bei deinem Kommen hat Christus seinen Soldaten die Ration verdoppelt."
Nachdem sie Gott Dank gesagt hatten, setzten sie sich zusammen am Rand der kristallklaren Quelle nieder. Da entstand ein Streit darüber, wer das Brot brechen sollte; er dauerte fast den ganzen Tag bis zum Abend. Paulus bestand auf der Sitte der Gastfreundschaft, Antonius wies dies mit dem Recht des Alters zurück. Schließlich einigten sie sich darauf, dass jeder eine Seite des Brotes ergreifen, zu sich ziehen und das behalten sollte, was in seinen Händen blieb. Dann tranken sie etwas Wasser, indem sie den Mund an die Quelle hielten. Nachdem sie Gott das Opfer des Lobes dargebracht hatten, verbrachten sie die Nacht im Gebet.
Als sich der Tag zum Abend neigte, sagte der selige Paulus zu Antonius: "Seit langem wusste ich, Bruder, dass du in diesen Gegenden wohnst. Nun aber da die Zeit meines Heimgangs gekommen ist, bist du von Gott gesandt worden, um meinen Körper in die Erde zu legen und der Erde die Erde zurückzugeben."
Wenige Tage, nachdem Antonius in seine Zelle zurückgekehrt war, wurde ihm der Tod des Paulus offenbart. Er machte sich auf und fand den Leichnam des Heiligen in dessen Zelle. Zwei Löwen hatten für ihn ein Grab ausgehoben. Antonius hüllte ihn, wie es sich Paulus erbeten hatte, in dem Mantel, den er selbst vom heiligen Athanasius bekommen hatte. So bestattete er den Heiligen.

von 09.01.2014 07:13

09. Januar - Hl. Hadrian

Hadrian wurde um 630 in Nordafrika geboren, das zu jener Zeit noch zum oströmischen Reich (vgl. 4.12.) gehörte. Doch nach Mohammeds Tod 632 eroberten seine arabischen Anhänger (vgl. 19.12.) Syrien-Palästina (633 - 643), das Zweistromland (633 - 641), Persien (642 - 651) sowie die Osthälfte Nordafrikas: Ägypten besetzten die Sarazenen 641 bis 642, Libyen 643 bis 648. Nicht lange danach begannen sie, übers Meer nach Zypern und Sizilien vorzustoßen. - 698 fiel die Westhälfte Nordafrikas mit der Provinzhauptstadt Karthago an die Mohammedaner, 711 bis 718 der größte Teil der iberischen Halbinsel (s. 20.2.).

Es ist denkbar, daß Hadrian aus der Osthälfte Nordafrikas stammte und durch die mohammedanische Eroberung zur Auswanderung veranlaßt wurde. Es mag aber auch andere Gründe gegeben haben, die St. Hadrian bewegten, seine Heimat zu verlassen.

Der Heilige wurde Mönch zu Niridanum bei Neapel. Später wurde er Abt dieses Klosters. - Der oströmische Kaiser Justinian (527 - 565) hatte Italien von den germanischen Ostgoten (s. 8.1.) erobert. Doch schon fünfzehn Jahre nach seinem Sieg drangen 568 die germanischen Langobarden in Italien ein. Im Norden entstand ein Königreich mit der Hauptstadt Papia (s. 12.3., 28.6.). Die im Süden gelegenen Herzogtümer Spoleto und Benevent blieben davon unabhängig. Die Langobarden vermochten es allerdings nicht, die gesamte Halbinsel zu erobern. Reste der oströmischen bzw. byzantinischen Herrschaft blieben bestehen. So war auch das langobardische Benevent nicht in der Lage, das von ihm umschlossene Neapel zu besetzen. Doch machte sich Neapel später von Konstantinopel unabhängig, während sich die Fürstentümer Salerno und Capua von Benevent abspalteten. Unter den Normannen wurde Neapel dann mit dem ehemals langobardischen Herrschaftsbereich im Süden, dem bis dahin byzantinischen Gebiet sowie Sizilien zu einem einzigen Königreich vereint (s. 8.5.).

Abt Hadrian von Niridanum war als etwa Fünfunddreißigjähriger bereits weithin für seine Gelehrsamkeit und seine Frömmigkeit berühmt. So wollte der heilige Papst Vitalianus (657 - 672) ihn zum Erzbischof von Canterbury ernennen, nachdem die englische Kirche (vgl. 27.5.) 664 auf der Synode von Whitby beschlossen hatte, die römischen Liturgie und römische Bräuche anstelle der keltischen anzunehmen. Der hl. Hadrian hielt sich eines so hohen kirchlichen Amtes für nicht würdig. Er wies stattdessen auf den zu jener Zeit in Rom lebenden, heiligen Mönch Theodor hin. Dieser war 602 in dem zum oströmischen Reich gehörenden, kilikischen Tarsus geboren worden, aus dem auch der hl. Paulus (25.1., 29.6., 30.6.) stammte. 647 waren die Sarazenen weit nach Kleinasien hinein vorgestoßen. Es ist möglich, daß der hl. Theodor zu jener Zeit seine Heimat verließ und in das zum byzantinischen Gebiet in Italien gehörende Rom übersiedelte.

Vitalianus nahm den Vorschlag des Abtes von Niridanum an und weihte Theodor zum Erzbischof von Canterbury (668 - 690). Hadrian aber begleitete ihn auf päpstliche Weisung hin nach England, um dort als sein Ratgeber zu wirken. Zu Schiff errreichten die beiden Heiligen Massilia . An der Fortsetzung der Reise wurden sie danach jedoch gehindert. Möglicherweise hielt man sie für byzantinische Spione. Den Winter von 668 auf 669 mußten Theodor und Hadrian im Frankenreich verbringen. Danach erst gestattete ihnen der mächtige Hausmeier Ebroin (s. 5.11.) St. Theodor die Weiterreise nach England. St. Hadrian durfte ihm erst im darauf folgenden Jahr nachfolgen.

669 kam Theodor in seiner Bischofsstadt an, und schon 670 ernannte er Hadrian zum Abt des Benediktinerklosters St. Peter und St. Paul zu Canterbury. Unter St. Hadrian wurde die Klosterschule von St. Peter und St. Paul zum Zentrum der Wissenschaft des angelsächsischen England. Griechisch und Latein lernten die Schüler dort. Abt Hadrian machte sie mit der hl. Schrift vertraut und unterwies sie in Dichtkunst, Astronomie und Mathematik. - Am 9. Januar 709 starb der hl. Hadrian von Canterbury. An seinem Grab fanden vor allem Schüler, die seine Fürsprache erbaten, wunderbare Hilfe.



Das Fest der hl. Familie wird am Sonntag in der Oktav von Erscheinung, also am ersten Sonntag nach Erscheinung, begangen. Es ist ein sehr junges Fest. Erst 1921 schrieb Benedikt XV. (1914 - 1922) es der Kirche vor. Dies geschah in einer Zeit, in der sich der Verfall der christlichen Familie abzuzeichnen begann. Die Autorität des Vaters nahm im Verlauf des 20. Jahrhunderts immer weiter ab, die Mutterschaft wurde vor allem durch Abtreibungen und künstliche Verhinderung der Zeugung in zunehmendem Maße beeinträchtigt. Die Kinder stachelte man auf gegen ihre Eltern. - Jesus hingegen war seinen Eltern untertan. Er ließ es zu, daß sie für Ihn sorgten, während Er unmündig war. Der Heiland aber nahm als ihr Kind zu an Weisheit, Alter und Wohlgefallen bei Gott und Menschen.

Das Fest der hl. Familie weist voraus auf die Monate März und Mai, in denen Joseph und Maria besonders innig verehrt werden. Zugleich bezieht es sich auf Weihnachten, da im Zentrum der hl. Familie der noch unmündige Jesus steht. - Die gesamte Kirche bildet gewissermaßen eine hl. Familie, da die Gläubigen allesamt Kinder Mariens sind, die sie unter dem Kreuz geboren hat. Der hl. Joseph aber ist uns als Schutzpatron der Kirche (s. 1.5.) ein geistlicher Vater. Auch in diesem Sinne ist demnach Jesus der Erstgeborene vieler Brüder.

Jesus, Maria und Joseph, Euch schenke ich mein Herz und meine Seele!

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