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von 22.06.2013 09:09

Die Urknall-Theorie
.
Die moderne Wissenschaft ist oft ratlos und in Wahrheit vielfach unwissend. Daher setzt sie teils abenteuerliche Theorien, z.B. über die Entstehung des Kosmos durch
den Urknall in die Welt. So soll z.B. aus einem Gebilde
in der Größe eines Fußballs einst im Urknall alles derzeit Bestehende, Materielle entstanden sein. Das sind nach Schätzungen Abermilliarden Galaxien mit jeweils Abermilliarden Sonnen, Planeten, Erden, Monden und gigantischen Materie-Nebeln... Noch gewitztere Wissenschaftler setzten die noch abenteuerlichere
Theorie in die Welt, dass alles Bestehende, alles
Materielle aus einem einzigen Ur-Atom im Urknall entstanden ist. Vielleicht war ja dieses „Ur-Atom“
Gott der Schöpfer selbst, der sich für das Entstehen
von Raum und Zeit und Kosmos und Sonnen und Erden und Lebewesen, welche Gründe er dazu auch immer hatte,persönlich im „Urknall“ opferte. Davon gehen manche alte Weltanschauungen und Religionen aus,
und sie könnten Recht haben. Wie allerdings die unvorstellbar großen Massen, die den gesamten
Kosmos ausfüllen mit Gasen, unzähligen Sonnen, Planeten, Monden etc. in einem Fußball-großen Gebilde Platz gehabt haben soll, geschweige denn in einem einzelnen Atom, hat bisher niemand der so genannten Wissenschaftler erklären können oder wollen. Man
muss sich allerdings sehr wundern, dass die Welt,
bzw. selbst die sich als intelligent bezeichnenden Menschen sich derartige abenteuerliche, teils
abstruse Behauptungen unwidersprochen so
hinnehmen, das alles glauben, diese
Wissenschaftler dazu noch fürstlich bezahlen
und zur Tagesordnung uebergehen.
.

von 21.06.2013 12:28

Obama Besuch: Massendemonstration in Berlin

obambi“Vorsicht Berliner, Kindermörder in der Stadt” und “Mörder, Mörder” Rufe schallen durch ganz Berlin. Die Berliner protestieren gegen Hussein Obama. Zehntausende wollen die Rede des VS- Präsidenten Obama vor dem Brandenburger Tor stören und den Platz seiner Rede erstürmen. Sie stehen sich jedoch einem gewaltigen Polizeiaufgebot gegenüber, das versucht die Menschenmasse in kleine Gruppen zu zersplittern und in Nebenstrassen abdrängt.

Hussein Obama ist zu Besuch in Berlin und wird hofiert und willkommen geheissen. Beschützt wird er von einem Grossaufgebot der Polizei. Berliner berichten zur gleichen Zeit über einen erhöhten Flugverkehr über der Stadt. Drohnen ? Jets der Luftwaffe?, keiner weiss was dort am Himmel von Berlin genau passiert. Auf den Dächern in Berlin haben sich der VS Secret Service, Special Forces und Scharfschützen postiert. Klar ist, dieser Mann hat Angst, schreckliche Angst! Plagt ihn sein schlechtes Gewissen?

Bestellt sind ca. 6000 Jubler, vornehmlich alles VS-Amerikaner und Deutschlands Politprominenz, allesamt vom NSA überprüft und genehmigt. Wie immer wird man fleissig VS-Fähnchen schwenken und die heile Welt heraufbeschwören. Seine Rede wird sich kaum von der seines letzten Besuches in Berlin unterscheiden. Zu erwarten ist nichts ausser hohle Phrasen, die man vom Friedensnobelpreisträger bereits hinlänglich kennt. Erwartet wird eine Aufforderung zur Abrüstung des weltweiten Arsenals an Atomwaffen. Zugleich aber plant Obama selbst die wohl kostenträchtigste Modernisierung des Atomwaffen-Arsenals in der Geschichte der VSA, während die Russen immer weiter umzingelt werden von Raketenbasen der Amerikaner. Erneut wird er sich selbst loben und hinter dickem Panzerglas versteckt erklären, er habe die Welt sicherer gemacht.

Was die wenigsten wissen, Hussein Obama ist ein grausamer Mörder dem das Leben unschuldiger Kinder nicht einen Pfifferling wert ist. Er ist schlimmer als es Saddam Hussein, Gaddafi, al Quaida oder die Taliban zusammen jemals waren und spuckt zudem unablässig auf das Völkerrecht. Er lässt die Welt bespitzeln, seine Chemniekonzerne vergiften die Welt (Monsanto), sein Militär wütet, er lässt foltern und morden auf jedem Kontinent und sein Geheimdienst destabiliert Regierungen. Zugleich ist er Anführer eines Staates, der laut Militärstudien seit Ende des zweiten Weltkriegs auf allen Kontinenten insgesamt 27 Millionen Menschen ermordet hat. Das waren bis 2001 täglich 1000 Menschen, danach fiel die Zahl auf 500 pro Tag. Die meisten von ihnen waren unschuldige Zivilisten.

Tausende Kinder in Afghanistan, Pakistan, Libyen und vielen weiteren Ländern mussten sterben, weil Hussein Obama es so wollte (pdf Dokument)und die Zahl der zivilen Opfer, die von dem Bomben der VSA zerfetzt wurden, hat sich in Afghanistan seit seinem Amtsantritt 2008 dramatisch erhöht. Die Lizenz zum Töten erhält er von in Knechtschaft unterworfenen Politikern und abhängigen Mainstreammedien, die bereitstehen werden vor ihm den Kotau zu vollführen. Warum lassen sie den Schlimmsten ungeschoren? Ist es Angst oder nur einfach Feigheit? Sind sie moralisch wirklich so degeneriert? Ist das Leben eines Kindes aus Pakistan, Afghanistan, Syrien oder Libyen weniger wert als eins aus den VSA?

Angewidert blickt die Welt auf Deutschlands Hauptstadt Berlin und das Prozedere um den Besuch des Hussein Obama. Wer diesen Mann mit offenen Armen empfängt, bekundet seine Sympathie mit dem Teufel. Berlin wird beschmutzt sein wenn er das Land in wenigen Stunden wieder verlassen wird und es wird ganz gewiss nach Schwefel riechen.

gefunden bei: http://www.schweizmagazin.ch/news/auslan...ion-Berlin.html


.

von 20.06.2013 16:02

Der Wolf, die Schafe und die "Strichlösung"
Rechtswidrig - aber straffrei. Satire zur europaweiten Abtreibungsregelung (Andreas Laun)



Damals, vor langer Zeit, als ein Wolf zum ersten Mal ein Schaf schlug und auffraß, waren die Schafe bestürzt und ratlos. Was sollten sie nur tun? Da alle Versuche, sich mit den Wölfen zu verständigen, fehlschlugen, errichteten die Schafe Zäune mit scharfen Spitzen. Diese waren zwar kein absoluter Schutz, aber die Wölfe hatten Mühe, durchzukommen. Manchmal verletzten sie sich oder mußten überhaupt aufgeben. Besonders gefährdet waren die ganz kleinen Schafe, die sich weder wehren noch laut um Hilfe rufen konnten. Zwar war auch ihr Weideplatz eingezäunt, doch wenn es einem Wolf gelang, sich durch die Drähte oder unter den Zäunen hindurchzuzwängen, hatten sie keine Chance. So manches kleine Lamm mußte sein junges Leben lassen. Dennoch. Der Zaun konnte das Schlimmste verhindern.
"Wir können zwar keinen absoluten Schutz garantieren. Dies müssen wir – so bedauerlich es auch ist – wohl in Kauf nehmen. Das ist aber kein Grund um nachlässig zu werden", meinten die Schafe auf ihrer jährlichen Vollversammlung. Fleißig erneuerten sie ihre Schutzanlagen Tag um Tag.

Eines Tages aber kann eine Delegation der Wölfe zu den Schafen und sagte:
Wolf: Laßt uns doch in Ruhe über die ganze Angelegenheit reden. Wir verstehen ja euer Anliegen sehr gut und wir wollen euer Schafsrecht auf ein ungestörtes Leben auch achten.

Bei diesem Satz ging ein aufgeregtes Raunen durch die Menge der Schafe. Der Sprecher der Wölfe machte eine bedeutsame Pause und fuhr fort, als sich das Gemurmel gelegt hatte.
Wolf: "Aber, geliebtes Schafsvolk, ihr müßt auch uns verstehen. Den Zaun um Euch große, richtige Schafe können wir ja noch akzeptieren. Der Zaun aber, mit dem ihr eure winzigen Schafskindlein umgebt ist für uns nicht annehmbar. Was soll dieser Zaun? Wollt ihr vielleicht behaupten, daß diese Dinger richtige Schafe sind? Richtige Schafe seid nur ihr, geschätzte Ratsherrn, ihr die großen, starken Schafe mit den gekrümmten Hörnern. Ihr selbst nennt diese kleinen Dinger hinter dem Zaun doch auch nicht "Schafe", sondern bloß "Lämmer'".

Bei diesen Worten verneigte sich der Sprecher der Wölfedelegation mit Eleganz, um der Schafswürde der richtigen Schafe seinen ungeteilten Respekt zu zollen. Wieder ging ein Raunen durch die Schafsmenge.

Schaf 2: Seht nur, die Wölfe sind keine bösen Tiere!
Schaf 3: Und welch hohe Meinung sie von uns haben!
Schaf 4: Laßt uns hören, was er noch zu sagen hat!
Wolf (mit weinerlicher Stimme): Immer wieder kommt es vor, daß sich einer der unseren verletzt! Hier, seht!
Und auf ein Zeichen hin humpelte ein Wolf, der vor einiger Zeit erst im Zaun hängengeblieben war und sich schwer verletzt hatte, in die Mitte des Platzes.
Wolf: Ihr seht ja selbst! Eure Zäune sind brutal und doch offensichtlich gegen uns gerichtet. Wollt Ihr wirklich andere Tiere so verletzen?

Schaf 2: Oh je, das sieht ja wirklich schlimm aus!
Schaf 3: Wir wollen doch den Wölfen nicht weh tun!
Schaf 4: Wölfe sehen das eben anders, das muß man respektieren! Wie konnten wir so herzlos sein und eine Gemeinheit wie einen Stacheldrahtzaun überhaupt errichten."
Schaf 2: Jetzt schäme ich mich schon richtig für unsere häßlichen, wolfsverachtenden Zäune!

Wolf: Wie kann jemals zwischen uns Frieden werden, wenn ihr uns so behandelt? Ihr müßt uns respektieren! Außerdem solltet ihr bedenken: „Was nützen eure Zäune? Wenn ein Wolfsmagen knurrt, kommt er mit oder ohne Zaun in euer Gehege."

Der Wolf legte wieder eine Pause ein und ließ den verblüfften Schafen Zeit, ihren verwirrten Gefühlen Luft zu machen.

Wolf: Ich schlage Folgendes vor. "Wir wollen die kleinen Lebewesen, die ihr 'Lämmer' nennt, gar nicht auffressen. Wir Wölfe wollen einzig und allein, daß der bedrohliche und nutzlose Zaun rund um die Lebewesen entfernt wird. Natürlich hat jeder ein Lebensrecht, auch die sogenannten 'Lämmer"."

Viele Stunden dauerte die anschließende Diskussion unter den Schafen.

Schaf 5: Jagt die Wölfe weg! Ihr Vorschlag ist unannehmbar!
Schaf 3: Wie kannst du nur so radikal sein! Man muß die Wölfe verstehen und nicht einfach über sie urteilen!
Schaf 1: Ohne Zäune sind wir unseres Lebens nicht mehr sicher! Ohne mich!
Schaf 4: Laßt uns doch einen Kompromiß erarbeiten: Den Zaun für uns großen, richtigen Schafe lassen wir natürlich stehen. Diesen Schutz brauchen wir. Nur die Zäune, die die kleinen Lebewesen umgeben, reißen wir ab.
Schaf 3: Ja, und damit deutlich wird, daß die Wölfe sie nicht reißen sollen, malen wir einen dicken , leuchtendweißen Strich auf den Boden, wo vorher die Zäune standen. Außerdem bieten wir den Wölfen Gespräche und Hilfe an, falls sie allzu großen Hunger haben.

Mit der neuen Regelung wollte man natürlich unter keinen Umständen den Eindruck erwecken, daß dadurch das Lebensrecht der sogenannten 'Lämmer' grundsätzlich in Frage gestellt würde. Darum einigte man sich darauf, anstelle des ehemaligen Zaunes jetzt einen Strich zu zeichnen. Schon am nächsten Tag rückte ein Arbeitstrupp der Schafe aus und montierte den Schutzzaun unter den lauerndenBlicken der Wölfe ab. Dann zogen sie mit weißer Farbe einen Strich auf den Boden und stellten ein Hinweisschild auf:

„Schafe reißen verboten - Jedes Tier hat ein Recht auf Leben“
Anschließend richteten die politischen Vertreter der Schafe einen dringenden und todernsten Appell an die Wölfe, die am Boden gezeichneten Linien gefälligst zu respektieren. Auch um Wölfe, die ihrem Hunger nicht Herr werden könnten, kümmerte man sich. Ihnen sollte eine kostenlose Gesprächstherapie angeboten und eine vegetarische Feldküche zur Verfügung stehen.Die Herde der sogenannten 'Lämmer' blökte leise vor sich hin und hüpfte auf dem frischen Gras. Von so viel Diplomatie und Politik verstanden sie wenig. Von den großen gehörnten Schafen schaute niemand auf sie. Es war, als ob sie gar nicht existierten. Nachdem der demokratische Beschluß der Schafe in die Tat umgesetzt war, löste sich die zufriedene Versammlung wieder auf. Gemessenen Schrittes zogen sich die gehörnten Schafe in ihr gut geschütztes Gehege zurück. In jenen Tagen wuchs das Gras so schnell wie selten vorher in der Geschichte der Schafheit. Darum wurde in den folgenden Wochen nur wenig bis gar nicht über die neue Regelung gesprochen. Es war sogar verpönt, über die "Strichlösung" - so der Name der neuen Regelung - zu debattieren.

Schaf 2: Wir müssen den Wölfen helfen und sie beraten, nicht diskriminieren!
Schaf 3: Ja, ja, so ist es richtig, der Zaun hat ja doch nichts genützt.

Es war, als ob die Schafe sich durch die Wiederholung der Wolfsargumente selbst Mut machen und gegenseitig bestärken wollten in dem Glauben, sie hätten ein kluge Lösung gefunden. Es dauerte nicht lange, da taten sich einige Schafe zusammen und gingen zu dem Platz, wo sie die Lämmer gelassen hatten.

Schaf 1: Da, seht mal! Unzählige Wolfsspuren – direkt über den weißen Strich!
Schaf 5: Das darf doch wohl nicht wahr sein! Das kann doch einfach nicht wahr sein!
Schaf 1: Habe ich das nicht gleich gesagt? Das mußte ja schiefgehen!
Schaf 4: Nein, nein, so kann man das nicht sehen! Sie haben bestimmt ihre Gründe gehabt! Laßt uns zu ihnen gehen und mit ihnen reden!

Die Schafe versuchten scheu und unentschlossen mit den Wölfen in einen Dialog zu treten. Doch die Wölfe fletschten ihre Zähne und drohten:
Wolf: "Wollt ihr neue Gräben zwischen uns und euch aufreißen? Wollt ihr uns Wölfe wieder verletzen und den gesellschaftlichen Frieden zerstören? Was fällt euch ein, hinter die modernen Errungenschaften zurückzufallen?" Ausgerechnet ihr, die Schafe, die doch friedlich sein sollten?

Eingeschüchtert zogen die Schafe ab und wandten sich hilfesuchend an ihre Regierungsvertreter.
Schaf 5: Wir haben unzählige tote Kadaver unserer Kleinen am Boden liegen sehen! Die Wölfe haben....
Schaf 3: Die Wölfe, die Wölfe! Hört doch auf, ständig schlecht über die Wölfe zu reden. Wir haben durch den Strich am Boden deutlich zu erkennen gegeben, daß wir ihr Verhalten nicht für richtig halten. Aber mit blutrünstigen Erzählungen, hochgespielten Emotionen, Verurteilungen Andersdenkender und billigem Aktionismus kommen wir nicht weiter. Zäune zu errichten, wäre eine neue Diskriminierung der Wölfe. Sollen sie sich wie Verbrecher fühlen? Wir müssen sie überzeugen. Wir müssen den Wölfen helfen, statt sie zu bestrafen." Nachdem man noch einige wichtige Worte zum Thema Solidarität mit den Wölfen, Freiheit, Meinungsbildung und Grundlagendebatte gewechselt hatte, zogen sich alle hinter den hohen Zaun der Schafsstallungen zurück.

Am Abend prüften sie sorgfältig, ob ihr Zaun in Ordnung und die Tür verschlossen war. Beruhigt schliefen sie dann ein. Das Heulen der Wölfe, das in der Stille der Nacht deutlich zu hören war, berührte sie nicht mehr.




Fazit: Es wäre eine unzulässige Verkürzung, aus Not oder unter Druck abtreibende Frauen mit brutalen Wölfen gleichzusetzen. Folgende Parallelen könnte man ziehen

Fabel Realität
Lämmer sind noch keine richtigen Schafe
Der Embryo ist noch gar kein richtiger Mensch
Wölfe sehen das anders, das muß man respektieren Ich persönlich würde ja nicht abtreiben, aber wenn sich jemand für eine Abtreibung entscheidet, muß man das akzeptieren
Der Zaun hat doch nichts genützt Auch wenn das Gesetz Abtreibungen verbietet, wird es immer Frauen geben, die abtreiben.
Zäune zu errichten wäre eine Diskriminierung der Wölfe. Sollten die sich wie Verbrecher fühlen. Das Strafrecht und die Leute, die dafür eintreten, wollen denen, die abtreiben, ein schlechtes Gewissen machen.
Zaun Strafrechtlicher Schutz via Gesetz. Dienen zum Schutz der Schwachen in unserer Gesellschaft.
Strich Verbot, aber bei Nichtbefolgung droht keine Strafe
Schild Grundgesetz

von 19.06.2013 11:25

O mein Heiland, großer König



O mein Heiland, großer König,

Du bist bei mir eingekehrt,

freudig trag' ich Dich im Herzen,

dem die ganze Welt gehört.



Sieh, nun sollst Du alles haben,

was in meinem Herzen ist;

alles leg' ich Dir zu Füßen,

wie Du ja mein König bist.



Lieber Herr, Du kamst vom Himmel

auf die Erde einst herab,

lebtest für uns Menschenkinder,

starbst am Kreuz und lagst im Grab.



Glorreich bist Du auferstanden,

fuhrst empor zum Firmament;

doch als Denkmal Deiner Liebe

gabst Du uns dies Sakrament.



Schenke mir nun deine Gnade,

hilf mir durch Dein Fleisch und Blut,

dass ich Deiner würdig werde,

lebe heilig, fromm und gut.



Lehr mich glauben, lehr' mich lieben,

lehr' mich kämpfen für Dein Reich,

dass mein junges Menschenleben

Deinem Leben werde gleich.



Christus, König aller Länder,

aller Völker, aller Zeit,

froh soll alle Welt Dir singen:

Hochgelobt in Ewigkeit.

von 18.06.2013 14:35

Litanei zu den heiligen Engeln

Herr, erbarme Dich unser! – Herr, erbarme Dich unser!
Christus, erbarme Dich unser! – Christus, erbarme Dich unser!
Herr, erbarme Dich unser! – Herr, erbarme Dich unser!
Christus, höre uns! – Christus erhöre uns!

Gott Vater, Du Schöpfer der Engel – erbarme Dich unser!
Gott Sohn, Du Herr der Engel – erbarme Dich unser!
Gott Heiliger Geist, du Leben der Engel – erbarme Dich unser!
Heiligste Dreifaltigkeit, Du Wonne der Engel – erbarme Dich unser!
Heilige Maria – bitte für uns!
Du Königin der Engel – bitte für uns!
Heiliger Josef, Du allzeit empfangsbereiter Freund der Engel – bitte für uns

Alle Chöre der heiligen Engel – bittet für uns!
Ihr heiligen Engel, beflügelt vom brennenden Verlangen, Gottes Willen zu tun – …
Ihr heiligen Erzengel, Spiegelbilder des Menschensohns, Diener der Menschen – …
Ihr heiligen Kräfte, gewaltige Helfer der Menschen im Kampf gegen das Böse – …
Ihr heiligen Mächte, Engel der Heiterkeit und der machtvollen Schönheit Gottes – …
Ihr heiligen Fürsten des Himmels, Urbilder der gottgegebenen Herrschaft über die Menschen – …
Ihr heiligen Herrschaften, Engel der göttlichen Vernunft und der Erhebung des Menschen – …
Ihr heiligen Throne, Engel des Lebens und der Menschwerdung Gottes – …
Ihr heiligen Cherubim, Engel der göttlichen Erkenntnis und der Sehnsucht nach Gott – …
Ihr heiligen Seraphim, Engel der glühenden Gottesliebe und der Amtsträger – …

Heiliger Erzengel Michael – bitte für uns!
Du unser Verteidiger im Kampf gegen die Bosheit – …
Du Besieger Luzifers – …
Du Engel des Glaubens und der Demut -…
Du Hüter der heiligen Ölung – …
Du Patron der Sterbenden – …
Du Schutzpatron Deutschlands und Europas – …
Du Schutzpatron der Heiligen Kirche – …
Du Fürst der himmlischen Heerscharen – …
Du Weggeleiter der abgeschiedenen Seelen – …

Heiliger Erzengel Gabriel – bitte für uns!
Du Engel der Menschwerdung – …
Du getreuer Bote Gottes – …
Du Engel der Hoffnung und es Friedens – …
Du Schirmherr aller Knechte und Mägde Gottes – …
Du Hüter der heiligen Taufe – …
Du Patron der Priester – …

Heiliger Erzengel Raphael – bitte für uns!
Du Engel der göttlichen Liebe – …
Du Bezwinger des bösen Feindes – …
Du Helfer in großer Not – …
Du Engel des Schmerzes und der Heilung – …
Du Patron der Ärzte, der Wanderer und Reisenden -…

Ihr Engel des Dienstes vor Gottes Thron – …
Ihr Engel des Dienstes an uns Menschen – …
Ihr lieben, uns dienenden heiligen Schutzengel – …
Ihr Helfer in unseren Nöten – …
Ihr Licht in unserer Dunkelheit – …
Ihr Stütze in jeder Gefahr – …
Ihr Mahner in unserem Gewissen – …
Ihr Fürbitter an Gottes Thron – …
Ihr Schild der Abwehr des bösen Feindes – …
Ihr unsere beständigen Begleiter – …
Ihr unsere sichersten Führer – …
Ihr unsere treuesten Freunde – …
Ihr unsere klugen Ratgeber – …
Ihr unser Vorbild im flügelschnellen Gehorsam – …
Ihr Tröster in Verlassenheit – …
Ihr Spiegel der Demut und Lauterkeit – …
Ihr Engel unserer Familien – …
Ihr Engel unserer Priester und Seelsorger – …
Ihr Engel unserer Kinder – …
Ihr Engel unserer Heimat und des Vaterlandes – …
Ihr Engel Europas und aller Völker der Welt – …
Ihr Engel der heiligen Kirche – …
Ihr Engel unserer Apostolate – …
Ihr Engel unserer Feinde und Verfolger – …
Ihr Engel … (Anrufung der von Deinem Gebetsanliegen betroffenen Menschen bzw. Personengruppen) – …
Alle heiligen Engel – …

Im Leben steht uns bei! – Im Sterben steht uns bei!
Im Himmel wollen wir es euch danken! – Und mit euch in Freude Gott anbeten!

Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt – Verschone uns, o Herr!
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt – Erhöre uns, o Herr!
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt – Erbarme Dich unser, o Herr!

Seinen Engeln hat Gott unseretwegen befohlen –
sie sollen uns behüten auf all unseren Wegen.

Lasset uns beten:
Allmächtiger, ewiger Gott und Vater! Verleihe uns die Hilfe Deiner himmlischen Heerscharen, damit wir durch sie vor den Angriffen des bösen Feindes bewahrt bleiben und – durch das kostbare Blut unseres Herrn Jesus Christus und die Fürbitte der unbefleckt empfangenen Gottesmutter Maria geschützt – Dir und Deinem heiligen Willen in Frieden dienen können.
All dies erbitten wir demütig und voller Vertrauen in Deine göttliche Barmherzigkeit durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen geliebten Sohn, der mit Dir und Gott, dem Heiligen Geist, lebt und herrscht, heute, morgen und in alle Ewigkeit. Amen




Download: Litanei zu den heiligen Engeln


(litanei_zu_den_heiligen_engeln_2.pdf) - 48 kB

von 16.06.2013 19:05

www.fab-community.com
Familie als Berufung. FAB-Community - ein Gemeinschaft von Familien, die sich aktiv auf Ehe & Familie einlassen und nach einem hohen Ideal streben. Einfach, weil's der schönere Weg ist. Familien, die zeigen, dass es sich lohnt, in die Ehe zu investieren. Und das beginnt schon vor.der.ehe...

von 16.06.2013 17:50


(Autor: Pfr. Ulrich Engel, Pfarrei "St. Petrus in Ketten", 63110 Weiskirchen Stadt Rodgau)



Ein Priester erinnert seine Gemeinde


"Wer also unwürdig von dem Brot ißt und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und Blut des Herrn" (1 Kor 11,27).

Zur Erinnerung


Es ist allgemein bekannt, dass kaum noch 20% aller Katholiken auch nur noch den Sonntagsgottesdienst regelmäßig besuchen. Zugleich ist auch offenkundig, dass sich die Zahl derer, die noch regelmäßig das Bußsakrament empfangen, kaum noch in % ausdrücken lässt, so gering ist sie.

Umso auffälliger ist deshalb die rege Teilnahme an der Hl. Kommunion, gerade zu besonderen Anlässen, seien sie mehr allgemeiner Art wie Hl. Messen für Verstorbene eines Jahrgangs, Hl. Messen für verstorbene Angehörige, Erstkommunion, Firmung, Jubiläumsgottesdienste oder auch Kindergottesdienste usw., bei denen dann viele, die für jeden regelmäßig praktizierenden Christen bereits in auffälliger Weise den Kontakt zur Kirche verloren haben, meinen, es aus gegebenem Anlass schuldig zu sein, oder auch nur um nicht aufzufallen, sich im Strom der übrigen regelmäßigen Gottesdienstbesucher an die Kommunionbank mittreiben lassen zu müssen.

Als Pfarrer sehe ich mich im Gewissen dazu verpflichtet, ganz ausdrücklich an das Verständnis der katholischen Kirche vom Empfang der Hl. Kommunion zu erinnern, wie es schon immer Gültigkeit hatte. Ich bedaure dabei sehr, dass ich dies in schriftlicher Form tun muss, weil die vorzugsweisen Adressaten aus o. g. Gründen durch eine Predigt leider nicht (mehr) erreichbar sind.

1. Die Feier der Hl. Messe ist Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens. Sie ist das höchste und zugleich anspruchsvollste Tun der Kirche. Die Hl. Messe ist nämlich die Feier des Kreuzes- und Erlösungsopfers Jesu Christi und findet ihr Ziel in der Hl. Kommunion, d. h. in der leibhaftigen personalen Vereinigung von Gott und Mensch im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Diese ist die Feier der Hochzeit zwischen Gott und Mensch und setzt deshalb auch auf Seiten des Menschen die bräutliche Liebe und Treue gegenüber dem Bräutigam, Christus, unbedingt voraus! Jeder Liebende will aber doch mit dem Geliebten so oft, so lange und so intensiv möglich Gemeinschaft haben. Eine hochzeitliche Vereinigung mit jemandem, mit dem man im Übrigen nichts zu tun hat, der einem vielleicht völlig gleichgültig oder sogar unbekannt ist, ist unmöglich! Wer vereinigt sich denn schon mit jemandem, bei dem er nur mal eben reinguckt? Zugleich bewirkt die Teilnahme an der Hl. Kommunion innigste Gemeinschaft mit allen Gliedern Kirche in Christus hier auf der Welt wie auch in der Ewigkeit in Christus!

Unmöglich ist deshalb eine Teilnahme an der Hl. Kommunion, wenn man seine Gleichgültigkeit gegenüber dem Bräutigam, Christus, wie auch gegenüber den übrigen Mitchristen durch häufige Abwesenheit, sogar von der sonntäglichen Feier der HL Geheimnisse, dokumentiert, obwohl einem diese Mitfeier - jedenfalls "beim besten Willen" - schon möglich wäre. Der Liebende unterlässt doch nur, was ihm wirklich "beim besten Willen" unmöglich ist, und dann nur schweren Herzens!

2. Die Hl. Eucharistie ist aber nicht nur Grund der Einheit des Menschen mit Gott und zugleich mit allen, die teilhaben an dem einen Brot und deshalb durch dieses und in diesem Sakrament miteinander geeint sind (1 Kor 10,17), sondern sie ist auch Zeichen der in demselben Glauben und Selbstverständnis der Katholischen Kirche bereits geeinten Gläubigen. Die Teilnahme an der Hl. Kommunion setzt deshalb die bereits bestehende Einheit im Glauben der Katholischen Kirche notwendig voraus. Der Empfang des Allerheiligsten Sakramentes bedarf auch unter dieser Rücksicht der Wahrhaftigkeit.
An der Hl. Kommunion kann deshalb auch nicht teilnehmen, wer nicht Glied der Katholischen Kirche ist, sei es dass er sich zu einer anderen Konfession oder Religion bekennt, sei es, dass er aus der Katholischen Kirche ausgetreten ist oder sich - etwa durch eine Abtreibung - die Exkommunikation zugezogen hat und noch nicht aus dem Kirchenbann gelöst ist oder dass er ganz einfach nicht (mehr) glaubt! Dasselbe gilt selbstverständlich auch für jeden Katholiken, der in Hass, Streit, Feindschaft, Unversöhnlichkeit und Unfrieden u. ä. mit irgendeinem Mitmenschen lebt!

3. An den Hl. Geheimnissen kann ferner nicht teilnehmen, wer in einer eheähnlichen Beziehung oder nur standesamtlich verheiratet ist, denn damit lebt er in einer schweren Sünde.

Die leib-seelische Gemeinschaft zwischen Mann und Frau ist nämlich nach dem Verständnis der katholischen Kirche auch heute(!) nur in einer vor der Katholischen Kirche gültigen Ehe denkbar, weil sie nur als sakramentale Ehe Abbild der unauflöslichen Einheit zwischen dem Bräutigam, Christus, und seiner Braut, der Kirche, ist (Eph 5,32), die ihrerseits in der HL Kommunion auf sakramentale Weise vollzogen wird. Wenn deshalb die eucharistische Abstinenz in Anerkennung dieser Wahrheit und damit aus Liebe zu Gott geschieht, hat sie sogar Buß- und Sühnecharakter und ist deshalb auch geistlich fruchtbar und damit sinnvoll.

4. Ein Frevel ist schließlich auch jede gedankenlose Teilnahme an der Hl. Kommunion, vielleicht noch in völliger Unkenntnis des heiligen Geschehens, erst recht wenn sie auch noch jeden eucharistischen Anstand vermissen lässt (Kaugummi, schmutzige Hände, alkoholisiert, usw.). Die gläubige, andächtige und ehrfürchtige Mitfeier der Hl. Messe muss jedem Teilnehmer an den Hl. Geheimnissen selbstverständlich sein (vgl. 1 Kor 11,29).

Dieser Katalog kann und will nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Er nennt lediglich einige, jedoch sehr wichtige Gründe, die inzwischen so weit verbreitet und auch so selbstverständlich geworden sind, dass sich heute kaum noch jemand etwas dabei denkt, geschweige denn ein Unrechtsbewusstsein hat.
Selbstverständlich gilt auch heute, was die Kirche immer gelehrt hat: An der Hl. Kommunion darf nicht teilnehmen, wer sich einer schweren Sünde bewusst ist; d.h. wer in einer wichtigen Sache mit freiem Willen gegen das verstößt, was er klar und deutlich als den Willen Gottes, nämlich als Gebot der Gottes- und Nächstenliebe, erkannt hat und ihm die Erfüllung seines Willens, wenigstens "beim besten Willen", auch möglich gewesen wäre.

Es wäre falsch, diese Erinnerung als frontale Aussperrung von der Teilnahme an den HI. Geheimnissen zu verstehen. Sie ist vielmehr eine ebenso herzliche wie dringende Einladung, sich einmal wieder die Heiligkeit des Geschehens in der HL Kommunion in Erinnerung zu rufen und im Hinblick darauf wieder der Notwendigkeit von Umkehr und Buße im Empfang des Bußsakramentes bewusst zu werden. Selbstverständlich kann dies aber nur gültig empfangen, wer ernsthaft Gott und seinen heiligen Willen für sich und sein Leben für maßgeblich und verbindlich erklärt und sich deshalb vornimmt, nach Kräften zu tun, was diesem seinem Willen entspricht bzw. zu unterlassen, was diesem widerspricht. Wer nämlich in der Sünde verharrt, kann auch nicht von ihr losgesprochen werden. Die Beichte beinhaltet notwendig die Trennung von der Sünde!

Ich möchte daher jeden so eindringlich wie herzlich bitten, sich einmal ganz ehrlich zu fragen, was ihm Christus und die eucharistische Vereinigung mit ihm im Allerheiligsten Sakrament wirklich bedeuten. Wem dies dann wirklich ein echtes Herzensbedürfnis ist - andernfalls wäre der Empfang der Hl. Kommunion eine furchtbare Lüge - und wem es dann wirklich bedeutet, was es ja auch tatsächlich ist, nämlich Hochzeit, d. h, innigste, intimste Vereinigung mit Gott selbst, dem müsste dies eigentlich überfließende Motivation für den Empfang des Bußsakramentes sein. Wer sich aber trotzdem nicht verstehen kann, dem fehlt allerdings eine unbedingte Voraussetzung und damit die erforderliche Disposition für die Teilnahme an der Hl. Kommunion. Oder zweifelt jemand, dass sich Braut und Bräutigam wenigstens das Gesicht zuwenden müssen, wenn sie sich hochzeitlich vereinigen wollen? Nicht zuletzt befindet man sich doch in einem eklatanten Widerspruch, wenn man an der Kommunionbank mit ausgestreckten Händen seine Hinwendung zu Gott zum Ausdruck bringt und geradezu händeringend um die leibhaftige Vereinigung mit dem eucharistischen Herrn bittet, ihm aber zugleich sein Herz verweigert, indem ich tatsächlich der Bekehrung zu Gott widersetzt, weil man sich halt doch selbst behaupten möchte. Wer wirklich liebt, bereut seine Verfehlung und will sie auch bekennen, nämlich beichten.

Das Heilige den Heiligen" (aus der byzantinischen Liturgie). "Selig, wer zum Hochzeitsmahle des Lammes eingeladen ist" (Apg 19,9). "Wenn einer heilig ist, soll er hinzutreten, wer es nicht ist, soll umkehren!" (Didache 10,6).

Ihr Pfarrer Ulrich Engel


* * *

von 15.06.2013 11:22

Priester, was ist das?
Das Wort Priester leitet sich vom griechischen "presbyteros", Ältester her. Der Priester ist als Mitarbeiter einem Bischof zugeordnet und diesem zu Gehorsam verpflichtet.

Der Priester erhält durch das Sakrament die besondere Weihe und Autorität, die von unserem Herrn Jesus Christus ausgehend zuerst an Petrus (der erste Papst) und dann in ununterbrochener Reihenfolge bis heute fortdauernd gegeben wurde kraft des Wortes unseres Herrn: "Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein." (Mt 16,18-19)

Durch das Sakrament der Priesterweihe hat der Priester ein unauslöschliches geistliches Merkmal, durch das er unserem Herrn Jesus Christus gleichförmig gemacht ist. Dadurch ist der Priester befähigt, auf besondere Weise im Namen Jesu Christi zu handeln.

Der Priester sorgt dafür, daß denen, die sich in der Pfarrei aufhalten, das Wort Gottes unverfälscht verkündigt wird; er unterrichtet die Laien in den Glaubenswahrheiten, besonders durch die Homilie an den Sonntagen und den gebotenen Feiertagen und durch die katechetische Unterweisung;

Der Priester unterstützt jene Werke, die den Geist des Evangeliums fördern, auch in bezug auf die soziale Gerechtigkeit; seine besondere Sorge gilt der katholischen Erziehung der Kinder und Jugendlichen; er müht sich mit aller Kraft, auch unter Beiziehung der Hilfe von Gläubigen, darum, daß die Botschaft des Evangeliums auch zu jenen gelangt, die religiös abständig geworden sind oder sich nicht zum wahren Glauben bekennen.

Der Priester trägt dafür Sorge, daß die heiligste Eucharistie zum Mittelpunkt der pfarrlichen Gemeinschaft der Gläubigen wird; er bemüht sich darum, die Gläubigen durch eine ehrfürchtige Feier der Sakramente zu weiden, in besonderer Weise aber darum, daß sie häufig die Sakramente der heiligsten Eucharistie und der Buße empfangen; ebenso ist der Priester darauf bedacht, daß die Gläubigen auch in den Familien zur Verrichtung des Gebetes geführt werden sowie bewußt und tätig an der heiligen Liturgie teilnehmen, die der Priester unter der Autorität des Diözesanbischofs in seiner Pfarrei leitet.

Um die Hirtenaufgabe sorgfältig wahrzunehmen, bemüht sich der Priester darum, die seiner Sorge anvertrauten Gläubigen zu kennen; deshalb besucht er die Familien, um an den Sorgen, den Ängsten und auch an der Trauer der Gläubigen Anteil zu nehmen und sie im Herrn zu stärken. Wenn die Gläubigen es in irgendwelchen Dingen fehlen lassen, bemüht er sich darum sie in behutsamer Weise wieder auf den rechten Weg zu bringen; mit hingebungsvoller Liebe steht er den Kranken, vor allem den Sterbenden zur Seite, indem er sie sorgsam durch die Sakramente stärkt und ihre Seelen Gott anempfiehlt;

Der Priester wendet sich mit besonderer Aufmerksamkeit den Armen, Bedrängten, Einsamen, den aus ihrer Heimat Verbannten und ebenso denen zu, die in besondere Schwierigkeiten geraten sind; er sieht seine Aufgabe darin, die Ehegatten und Eltern bei der Erfüllung der ihnen obliegenden Pflichten zu stützen und die Vertiefung eines christlichen Lebens in der Familie zu fördern.

Der Priester anerkennt und fördert den eigenen Anteil der Laien an der Sendung der Kirche und unterstützt ihre Vereine, die für die Ziele der Religion eintreten. Er arbeitet mit dem eigenen Bischof und mit dem Presbyterium der Diözese eng zusammen und bemüht sich darum, daß die Gläubigen, die für die pfarrliche Gemeinschaft Sorge tragen, sich in gleicher Weise als Glieder sowohl der Diözese wie der Gesamtkirche fühlen und an Werken zur Förderung dieser Gemeinschaft teilhaben oder sie mittragen.

Dem Priester in besonderer Weise aufgetragene Amtshandlungen sind folgende:

1. die Spendung der Taufe;

2. die Spendung des Sakramentes der Firmung an jene, die sich in Todesgefahr befinden;

3. die Spendung der Wegzehrung sowie der Krankensalbung und die Erteilung des Apostolischen Segens;

4. die Assistenz bei der Eheschließung und die Erteilung des Brautsegens;

5. die Vornahme von Begräbnissen;

6. die Segnung des Taufwassers zur österlichen Zeit, die Leitung von Prozessionen außerhalb der Kirche und die feierlichen Segnungen außerhalb der Kirche;

7. die feierliche Zelebration der Eucharistie an den Sonntagen und an den gebotenen Feiertagen.


Vgl.:
CIC 1983
Can. 528 — § 1. § 2.
Can. 529 — § 1. § 2.
Can. 530

siehe Internet-Link: http://www.codex-iuris-canonici.de/indexdt.htm


(PH)



Bittgebet um gute Hirten
Allmächtiger Gott,
Du sorgst für dein Volk
durch die Hirten, die Du ihm gibst.
Erwecke in der Kirche
den Geist des Glaubens und der Bereitschaft
und berufe auch in unseren Tagen
Menschen, die dem Altar dienen
und die Frohe Botschaft
mit Festigkeit und Güte verkünden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

von 14.06.2013 11:04

Gotteshaus, was ist das?
Das Gotteshaus (Kirchengebäude) prägt den Unterschied zwischen Profan und Heilig, zwischen dem profanen, weltlichen und dem heiligen Raum.

Wie zu einem wertvollen Gemälde ein entsprechender Rahmen gehört, in dem es seine ganze Pracht entfalten kann, so soll sich auch die Liturgie im würdigen Rahmen und in der sakralen Atmosphäre eines Gotteshauses entfalten.

Nach dem Wunsch des letzten Konzils muss „das Gotteshaus, in dem die Heiligste Eucharistie gefeiert und aufbewahrt wird, in dem die Gläubigen sich versammeln und die Gegenwart des auf dem Opferaltar für uns dargebrachten Erlösers zur Hilfe und zum Trost der Gläubigen verehrt wird, ... schön sein, geeignet zu Gebet und heiliger Handlung“.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Glaube Ausdruck geschaffen in einer von reicher Symbolik geprägten Architektur. Aus der Art und Weise, wie in bestimmten Epochen Kirchen gebaut wurden, kann man viel ablesen über das religiöse Leben einer Zeit.

Auch die Gotteshäuser enthalten eine ‚Botschaft‘. Wer sie versteht, wird schon mit dem bewussten Eintritt in die Kirche die persönliche Vorbereitung zur Teilnahme am Messopfer beginnen.

Die Stufen zur Kirche

Gewöhnlich steigt man auf Stufen zum Eingang der Kirche empor. Sie erinnern daran, dass das Haus Gottes ein Haus des Gebetes ist [vgl. Mt 21,13] und dass der Christ zum Gebet die Seele zu Gott erhebt. Die Stufen sagen: „Sursum corda! - Empor die Herzen!” Wer sie besteigt, soll sich zugleich innerlich erheben über das emsige Getriebe der Welt.

So beteten einst die Juden, wenn sie hinaufstiegen zum Tempelberg in Jerusalem: „Wer darf hinaufsteigen zum Berg des Herrn, wer darf seine heilige Wohnstatt betreten? Wer schuldlose Hände hat und ein reines Herz, wer sein Begehren nicht auf Böses richtet und keinen Meineid schwört. Dieser wird Segen vom Herrn empfangen und gerechten Lohn vom Gott seines Heiles.“ (Ps 24,3 - 5)

Die Pforte der Kirche

Das Gotteshaus ist ein heiliger, ehrfurchtgebietender Ort. Deshalb mahnt uns beim Eintritt die Pforte der Kirche, auch innerlich die Schwelle zu überschreiten vom Profanen ins Sakrale, von der Welt hinein ins Heiligtum. Die ‚Welt’ lassen wir dabei ganz bewusst ‚draußen‘, oder besser gesagt ‚drunten‘.

Die Pforte „will mehr, als nur einen nüchternen Zweck erfüllen, sie redet. Wenn du durch ihren Rahmen gehst, und bist innerlich wach, dann fühlst du: Nun verlasse ich das Draußen; ich trete in ein Inneres ein. Draußen ist die Welt ... Durch die Pforte treten wir in ein Drinnen ein, vom Markt geschieden, still und geweiht: ins Heiligtum ... Und wenn einer durch sie hindurchgeht, dann spricht sie zu ihm: Lass draußen, was nicht hereingehört, Gedanken, Wünsche, Sorgen, Neugierde, Eitelkeit. Alles, was nicht geweiht ist, lass draußen. Mach dich rein, du trittst ins Heiligtum. Wir sollten nicht eilfertig durch die Pforte laufen! Sollten mit Bedacht hindurchgehen und unser Herz auftun, damit es vernehme, was sie spricht.“ (Romano Guardini, Von heiligen Zeichen S. 28)

Zu Beginn des Ritus der Kirchweihe schlug der Bischof zur feierlichen Öffnung dreimal mit dem Stab gegen die geschlossene Tür und betete dabei den Psalmvers: „Erhebt eure Häupter, ihr Tore, erhebt euch, ihr uralten Pforten, dass der König der Herrlichkeit einziehen kann! ‚Wer ist denn der König der Herrlichkeit?‘ Der Herr, der Starke, der Held! Der Herr, der Held im Kampf! Erhebt eure Häupter, ihr Tore, erhebt euch, ihr uralten Pforten, dass der König der Herrlichkeit einziehen kann! ‚Wer ist denn der König der Herrlichkeit?‘ Der Herr der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit!” (Ps 24,7 - 10) Als dann in feierlicher Prozession die Reliquien zum Altar gebracht wurden, hat der Bischof die Pforte der Kirche mit Chrisam gesalbt: „Im Namen des Vaters † und des Sohnes † und des Heiligen Geistes †. Du Pforte sei gesegnet, geheiligt, geweiht, besiegelt und Gott dem Herrn empfohlen. Du Pforte sei Eingang für Heil und Frieden.” So wurde sie zum Symbol für Jesus, der von sich sagt: „Ich bin die Tür. Wenn einer durch mich hineingeht, wird er Heil erfahren.” (Joh 10,9)

Während wir den steinernen Gottestempel betreten, erinnern wir uns, dass Jesus selbst Einlass begehrt in das lebendige Heiligtum unserer Seele: „Höre den Ruf! Was hilft dir das Haus von Holz und Stein, wenn du nicht selbst lebendiges Haus Gottes bist? Was hilft es dir, wenn die Tore sich hoch wölben, und schwere Flügel sich voneinander tun, aber drinnen, in dir, öffnet sich nichts, und der König der Herrlichkeit findet keine Stätte, darin er wohnen könne?“ (Romano Guardini, Von heiligen Zeichen S. 30) Beim hl. Apostel Johannes lesen wir: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an; wenn einer meine Stimme hört und die Tür aufmacht, bei dem will ich eintreten und das Mahl mit ihm halten und er mit mir.“ (Offb 3,20)

Das Weihwasser


Beim Eintritt ins Gotteshaus nimmt man Weihwasser und bekreuzigt sich. Schon die natürliche Symbolik des Wassers legt nahe, darin einen Ausdruck des Verlangens nach innerer Reinigung zu sehen: „Wasche ganz von mir ab meine Schuld! Reinige mich von meiner Sünde!” (Ps 51,4)

Zur Fußwaschung beim Letzten Abendmahl sprach Jesus: „Wer ein Bad genommen, braucht sich nur die Füße zu waschen, er ist ja ganz rein.“ (Joh 13,10)

• Das ‚Bad’ deuten wir auf das Sakrament der Buße. Wer schwer gesündigt hat, braucht das ‚Vollbad’ einer guten sakramentalen Beichte. Ein ‚Fußbad’ würde nicht genügen.

• Beim Weihwassernehmen bitten wir um Reinigung vom ‚Staub der Straße’, nämlich von den kleinen Sünden und Unvollkommenheiten des Alltags, um - wie Petrus - volle Gemeinschaft mit Jesus zu haben.

Schließlich werden wir erinnert an die Riten der Kirchweihe und der Taufe: So, wie am Tag der Kirchweihe das Gotteshaus mit Weihwasser besprengt und der Altar gewaschen und gesalbt wurde, so wurde auch der Christ durch das Wasser der Taufe und die Salbung mit heiligem Chrisam zum geweihten Gottestempel. Durch diese erste und grundlegende Reinigung sind wir eingetaucht in das kostbare Blut Christi, wiedergeboren zum neuen Leben der Gotteskinder und geweiht als Tempel des Heiligen Geistes: „Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt? Ihn habt ihr von Gott, und nicht euch selber gehört ihr. Denn ihr wurdet erkauft um einen Preis. So verherrlicht denn Gott in eurem Leib!“ (1 Kor 6,19 f.)

Der überlieferte Ritus der Kindertaufe beginnt bekanntlich gerade an der Schwelle der Kirche. Dort bezeichnet der Priester den Täufling mit dem Kreuz und spricht: „Empfange das Zeichen des Kreuzes auf die Stirn und auf das Herz. Ergreife den Glauben an die himmlische Lehre und wandle so, dass du ein Tempel Gottes sein kannst.“ (Ritus der Kindertaufe)

Eine besonders feierliche Form des Weihwassernehmens ist das Asperges vor dem sonntäglichen Hochamt: „Besprenge mich, o Herr, mit Ysop, und ich werde rein; wasche mich, und ich werde weißer als Schnee.“ (Ps 51,9)

„Das Weihwassertröpfchen, das vor dem Sonntagshochamt auf uns niederfällt, will uns eine Predigt halten am Tor der heiligen Feier des Opfers Jesu Christi: Sei stolz, dass du kommen darfst, du getaufter Christ, und danke dem, der dich gerufen hat. Sei demütig, du sündiger Christ, und ehe du kommst, bitte den, der allein das Taufkleid deiner Seele wieder zu waschen vermag, und es wird weißer als der Schnee!“ (Balthasar Fischer, Was nicht im Katechismus stand, S. 50)

Die Kniebeuge und das Schweigen

Die Kniebeuge gilt dem Herrn im Tabernakel. Sie drückt einen inneren Akt des Glaubens und der Anbetung aus. Sehr förderlich ist es, wenn man während der Kniebeuge auch äußerlich die Augen auf den Tabernakel richtet.

Alles im Hause Gottes soll heilige Ehrfurcht atmen. Auch das bewusste Schweigen in der Kirche ist Zeichen der Ehrfurcht vor der Heiligkeit des Ortes.

Quelle Internet-Link: http://www.alte-messe.de/05_gotteshaus.html

(PH)

von 29.05.2013 00:33

JAHRESKREIS
8. WOCHE - MITTWOCH

15

DIENEN LERNEN

Eine große Bitte und ihr Sinn.
Für die anderen dasein.
In Beruf und Familie.


I. Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf1. Jesus geht seinen Jüngern voran. Der Evangelist erwähnt, daß die Leute sich wunderten und die Jünger Angst hatten. Warum? Sie müssen eine unbegreifliche Energie beim Herrn verspürt haben. Es ist die Entschlossenheit des letzten Ganges, und der Herr vertraut sich den Zwölfen an, sobald sie unter sich sind: In Jerusalem wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben; sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Es ist die dritte Ankündigung der Passion, diesmal in erschütternder Ausführlichkeit.

Vor diesem bedrückenden Hintergrund hören wir die Bitte der Zebedäussöhne: Laß in deinem Reich einen von uns rechts und den anderen links neben dir sitzen. Das angekündigte Leiden haben sie nicht verstanden, aber doch wohl gespürt, daß Jesu Sendung - das Kommen des Reiches - vor ihrer Erfüllung steht. Sie möchten den richtigen Zeitpunkt nicht versäumen und suchen sich eine bindende Zusage Jesu zu verschaffen. »Man wird nicht bloß tadelhaften Ehrgeiz und ungestüme Geltungssucht in dem Verlangen der Jünger sehen dürfen, es war auch Liebe zum Herrn und der Eifer für seine Sache, die große Begeisterung für das messianische Reich, das sie nahe glaubten. So kommt die Bitte aus dem ganz heißen Herzen der Jünger heraus, wo Eifersucht und Eifer für Gott, Liebe zu sich und Liebe zum Meister echt menschlich eng und dicht beisammen wohnen.«2

Wieder einmal können wir beobachten, wie Jesus ein Gesprächsthema aufgreift und auf eine höhere Ebene führt. Der Herr ist nicht empört wie die anderen Jünger, die wahrscheinlich dachten, sie verdienten mindestens ebensoviel Anerkennung oder gar mehr als die beiden Brüder. Ihr wißt nicht, um was ihr bittet: Jesus macht die beiden auf ihre Ahnungslosigkeit aufmerksam und belehrt sie über das Sitzen neben ihm und über die wahre Größe des Dienens.

Der Herr erklärt, »was die Bitte eigentlich meint, wenn man sie ernst nimmt: Sie ist die große Bitte um die Gemeinschaft mit ihm in seinem Leiden. Das Trinken aus dem Kelche - ein der Schrift geläufiges Bild - lag hier nahe, weil die Jünger ja um das Sitzen zur Rechten und Linken gebeten hatten. Jedenfalls dachten sie an eine Tischgemeinschaft beim messianischen Freudenmahl. Der Meister aber will ihnen sagen, daß nicht das Sitzen die Hauptsache ist, daß sich die Gemeinschaft vielmehr in dem Trunk aus dem gleichen Becher bewährt. Der Becher, den er trinken muß, ist aber das Todeslos, das ihm der Vater bestimmt.«3

Die zweite Belehrung erläutert, was Herrschen in seiner Nachfolge bedeutet. Bei euch aber soll es nicht so sein - nämlich wie bei den Mächtigen der Erde. Von der Nachfolge Jesu her ist Herrschen Dienen, Größe Erniedrigung: wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Der Herr nennt auch den Grund: Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Das ganze Leben Christi ist Ausdruck dieser Sendung. Er ist das Vorbild für alle in der Kirche. Der Menschensohn, der Erlöser und Richter der Welt, gibt das Leben hin für alle: dies ist seine Art und Weise, der Erste zu sein. Sie ließ die Apostel, zumal nach der Herabkunft des Heiligen Geistes, verstehen, daß ihr Auftrag Dienen war: Petrus beruft sich darauf, daß er ein Zeuge der Leiden Christi ist, und ermahnt die Ältesten: Seid nicht Beherrscher eurer Gemeinden, sondern Vorbilder für die Herde.4 Und Paulus sagt, er habe sich für alle zum Sklaven gemacht, um möglichst viele zu gewinnen5.

II. Die Worte des Herrn gelten nicht nur jenen, die damals um ihn waren, sondern allen Jüngern aller Zeiten, drücken sie doch ein charakteristisches Merkmal der christlichen Berufung aus: Dazusein für die anderen. »Weil christlicher Glaube den einzelnen fordert, ihn aber für das Ganze will und nicht für sich selbst, darum ist in dem Stichwort >Für< das eigentliche Grundgesetz der christlichen Existenz ausgedrückt. (...) Deshalb wird im christlichen Hauptsakrament, welches das Zentrum des christlichen Gottesdienstes bildet, die Existenz Jesu Christi als Existenz >für die vielen< - >für euch< erläutert, als die offene Existenz, die die Kommunikation aller untereinander durch die Kommunikation in ihm ermöglicht und schafft.«6

Wer als Jünger Christi leben will, soll die besonde Würde einer in Christus begründeten Dienstwilligkeit entdecken: »Diese Würde drückt sich aus in der Bereitschaft zum Dienst nach dem Beispiel Christi, der nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen. Wenn man also im Licht dieser Haltung Christi nur wirklich herrschen kann, indem man dient, verlangt das Dienen gleichzeitig eine solche geistige Reife, die man geradezu als herrschen bezeichnen muß. Um würdig und wirksam den anderen dienen zu können, muß man sich selbst zu beherrschen vermögen, muß man jene Tugenden besitzen, die diese Beherrschung ermöglichen.«7

Christus ließ am Abend vor seinem Leiden dem Für euch bei der Einsetzung der Eucharistie ein zeichenhaftes Geschehen vorangehen, einen Akt tiefster Herablassung, der zeigt, was er unter Dienen versteht. Während des Mahles stand er auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goß er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.8 Er leistet seinen Jüngern den niedrigsten Sklavendienst. »Wieder einmal hat er durch das Beispiel, durch die Tat gepredigt. Jesus kniet sich vor seine Jünger hin, aus deren Unterhaltung Hochmut und Eitelkeit sprechen, und verrichtet freudig den Dienst eines Knechtes. (...) Mich bewegt die feinfühlige Art unseres Herrn. Er sagt ja nicht: Wenn ich schon dies tue, um wieviel mehr sollt ihr es tun. Nein, er stellt sich auf die gleiche Ebene wie sie, er zwingt sie nicht, sondern er tadelt liebevoll ihren Mangel an Großmut.

Auch uns, wie den ersten Zwölf, will der Herr dies zu verstehen geben: Exemplum dedi vobis (Joh 13,15), ich habe euch ein Beispiel gegeben, ein Beispiel der Demut. Ja, er führt es uns ständig vor Augen: Ich bin zum Knecht geworden, damit ihr versteht, von Herzen sanftmütig und demütig allen Menschen zu dienen.«9

Unseren Mitmenschen dienen gründet im Beispiel des Herrn. Das heißt zuallererst, den anderen sein Leben und seine Lehre zu bekunden. Denn »die religiöse Indifferenz und die fast inexistente religiöse Praxis, auch angesichts schwerer Probleme der menschlichen Existenz, sind nicht weniger besorgniserregend und zersetzend als der ausdrückliche Atheismus«10. Das, was den Laien in besonderer Weise zukommt, ist Recht, Pflicht und Dienst zugleich: »Zeugnis zu geben vom christlichen Glauben als einzige und wahre Antwort - die alle mehr oder weniger bewußt erkennen und nennen - auf die Probleme und Hoffnungen, die das Leben heute für jeden Menschen und für jede Gesellschaft einschließt. Dieses Zeugnis wird möglich, wenn es den Laien gelingt, den Gegensatz zwischen dem Evangelium und dem eigenen Leben zu überwinden und in ihrem täglichen Tun, in Familie, Arbeit und Gesellschaft eine Lebenseinheit zu erreichen, die im Evangelium ihre Inspiration und die Kraft zur vollen Verwirklichung findet.«11

III. Souverän verkündet Jesus eine ganz neue Art der Beziehung der Menschen zueinander: sich nicht bedienen lassen, sondern dienen. »Damit wurde auch der Sinn des Lebens aller Menschen geoffenbart: Es ist Dienst, Dienst an Gott und Dienst am Mitmenschen. Sträubt man sich gegen den Dienst, so fällt man der Sinnlosigkeit anheim, hat sich von der Wirklichkeit entfernt, hat einen Weg betreten, der zur Unsicherheit und zur Neurose führt. Nur dienende Menschen kosten die Wahrheit und die Tiefe der Existenz aus.«12

Ein wichtiges Feld des Dienens sind Beruf und Familie. Ein praktizierender Christ sieht den Beruf nicht nur als Unterhaltssicherung, sondern auch als weiten Bereich, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. Bei manchen Berufen ist dies von selbst gegeben; sie sind ein direkter Dienst am Menschen, aber »im Grunde ist jeder Beruf nichts anderes als ein Dienst, ein Dienst an der Gesellschaft, ein Dienst am Nächsten, und gerade daraus erwächst jeder beruflichen Tätigkeit ihre spezifische Würde und Güte«13.

Es gibt - im Beruf wie in der Familie - Aufgaben, die unumgänglich, aber eher unangenehm sind. Es gilt dann, eindringlicher als sonst, das Wort unseres Herrn zu beherzigen, daß er nicht gekommen sei, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen. Diensterweise, um die wir uns lieber drücken würden, fallen uns im Blick auf Christus leichter: Kranken in ihren vitalen Bedürfnissen beizustehen, geistig schwachen Menschen Geduld und Warmherzigkeit entgegenzubringen, Behinderten eine kurzweilige Stunde zu bereiten.

Dient dem Herrn mit Freude14, heißt es in der Schrift. Wir können uns den vor seinen Jüngern knieenden Christus doch nicht mißmutig, den eine aufmerksam lauschende Menge lehrenden Christus doch nicht gestreßt, sondern im Gegenteil nur froh, dienstbereit und herzlich vorstellen. Jesus lehrt uns nicht nur das Dienen, sondern auch die erforderliche innere Einstellung. Und jedem, der sich darum bemüht, verheißt er die innere Freude: Selig seid ihr, wenn ihr das wißt und danach handelt15, sagt er nach der Fußwaschung zu den fassungslosen Jüngern.

Viele Menschen besitzen die natürliche Gabe, sich froh und gutgelaunt für andere zu verausgaben. Manch anderer muß sich da eher überwinden. Auf jeden Fall gewinnt auch die geringste Aufmerksamkeit an Wert, wenn sie mit einem aufrichtigen Lächeln getan wird. Gerade bei besonders unangenehmen Diensten können wir an das Beispiel eines jungen Mannes denken, der in einem Krankenhaus bei einer ekelerregenden Arbeit leise vor sich hin sagte: »Jesus, laß mich ein freundliches Gesicht dabei machen!«16

Dienstwilligkeit und Freude machen einen Dienst angenehmer. Und er wird besonders »menschlich« wenn er ganz uneigennützig und ohne auf Gegenleistung zu spekulieren getan wird. Christus belohnt uns reichlich, er würdigt die kleinste Aufmerksamkeit.»Bitten wir Maria, ancilla Domini, die Magd des Herrn, um die innere Größe, uns an die anderen zu verschwenden.

1 Mk 10,32-45. - 2 J.Dillersberger, Markus, Salzburg 1937, S.139. - 3 ebd., S.140. - 4 vgl. 1 Petr 5,1-3. - 5 1 Kor 9,19. - 6 J.Ratzinger, Einführung in das Christentum, München 1968, S.205. - 7 Johannes Paul II., Enz. Redemptor hominis, 21. - 8 Joh 13,4-5. - 9 J.Escrivá, Freunde Gottes, 103. - 10 Johannes Paul II., Apost. Schreiben Christifideles laici, 30.12.1988, 34. - 11 ebd. - 12 J.B.Torelló, Psychologie des Alltags, Linz 1993, S.137. - 13 ebd. - 14 Ps 100,2. - 15 Joh 13,17. - 16 vgl. J.Escrivá, Der Weg, Nr.626.

http://www.hablarcondios.org/de/tagesmeditation.asp

von 28.05.2013 00:07

JAHRESKREIS
8. WOCHE - DIENSTAG

14

FREI IN DER NACHFOLGE

Nachfolge als Lohn.
Herrschaft über die Dinge.
Christi Verheißungen.


I. Gestern betrachteten wir die Begegnung des Herrn mit einem jungen Mann, der, in seinen Besitz vernarrt, sich von Christus abwandte. Jesus und die Seinen setzen den Weg nach Jerusalem fort. Unterwegs sagte Petrus zu ihm: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt1. Bei Matthäus verbindet sich die schlichte Feststellung mit einer Frage: Was werden wir dafür bekommen?2 »Man sieht ja die Szene plastisch vor sich: Der Meister hat mit großem Ernst gesagt, was dem Heil entgegensteht, und mit großer Liebe, wodurch es dennoch erlangt wird. Die Bestürzung der Jünger weicht. Sie werden wieder guten Mutes. Es sind im Grunde rechte Kinder - weshalb Jesus sie auch manchmal so anredet -, und der kindlichste von allen ist dieser Petrus. Immer muß er alles gleich aussprechen, was ihm in Herz und Sinn kommt, und was ihm in Herz und Sinn kommt, ist in den größten Augenblicken seines Lebens erhaben und ergreifend, oft aber auch unausgegoren, an der Sache vorbei, mitunter sogar töricht. Auch jetzt - welche Mischung aus Naivität und ein wenig musterschülerhafter Zufriedenheit mit sich selbst! Er hält sich nicht damit auf, die Güte Gottes zu preisen, die auch den >an sich< unrettbaren Reichen rettet - er zeigt sich vielmehr kindlich-stolz darauf, daß er dem Ruf Jesu gefolgt ist und >alles verlassen< hat. Es klingt wie: Meister, du kannst dich doch eigentlich sehr darüber freuen, daß wir sofort auf dich gehört und alles im Stich gelassen haben. Die eben von dir genannten Hindernisse für die Begüterten bestehen für uns nicht. Folglich ... Und hier wird Simon verstummt sein, wohl aus einer gewissen Hemmung heraus, so unverblümt nach der Belohnung zu fragen.«3

Wir verstehen Petrus, denn auch unsere natürliche Neigung geht in diese Richtung. Aber indem wir Schritt für Schritt in die Berufung hineinwachsen, die der Herr einem jeden zudenkt - verschieden in ihrer Ausformung, gemeinsam in ihrem Ziel -, entdecken wir, daß »nachfolgen zu dürfen, sich ganz hingeben zu können, schon das größte Geschenk ist, das jemandem zuteil werden kann, weil es das Glück in dieser und die Seligkeit in jener Welt in sich schließt«4. Erneuern wir jetzt den Vorsatz, Christus in die Mitte unserer Existenz zu stellen, um mit Paulus sagen zu können: Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen!5

Warum Loslösung? »Besitz erschwert den Weg des Menschen zu Gott. Nicht eigentlich durch ein Mehr oder Weniger, sondern durch die innere Verhaftung an ihn. Die Liebe zum Besitz verdrängt und ertötet schließlich die Liebe zu dem, der diesen Besitz geschenkt hat und auch zu denen, denen er dienen soll. Die Rangordnung der Werte purzelt durcheinander, bis sie sich, falls kein Licht in die Seele fällt, dann verkehrt und betoniert wiederherstellt.«6

»Was hast du verlassen, Petrus?« fragt der heilige Augustinus. »Ein Boot und ein Netz. Und doch könnte er antworten: Ich habe die ganze Welt verlassen, da ich nichts für mich behalten habe. (...) Sie verließen alles in der Nachfolge dessen, der die Welt erschaffen hat, und glaubten an seine Verheißungen.«7 Wie können wir den Geist der Loslösung in jeder Lebenssituation leben? Durch eine noble, geläuterte Zurückhaltung im Umgang mit den irdischen Gütern, denn »der Erwerb zeitlicher Güter kann zur Gier führen, zum Verlangen, immer mehr zu besitzen, und zur Versuchung, seine Macht auszudehnen. Die Habsucht der einzelnen, der Familien, der Völker kann die Armen und die Reichen packen und bei den einen wie den anderen einen erstickenden Materialismus hervorrufen.«8 Wie immer muß sich die Praxis der Loslösung in vielen kleinen Einzelheiten unseres Alltags bewähren: überflüssige Ausgaben aus Laune, Eitelkeit oder Bequemlichkeit zu melden; die Zeit zu nutzen; gebefreudig zu sein, wenn es darum geht gute Werke zu unterstützen; mit Möbeln, Kleidung oder anderen Gebrauchsgegenständen pfleglich umzugehen ...

II. Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt: Wer - wie Petrus - dies sagt, hat klar erkannt, wo die unverlierbaren Güter liegen, und findet mit Hilfe der Gnade die Kraft, das urmenschliche Streben nach Erfüllung nicht in materiellem Besitz verebben zu lassen. In einem Text des Zweiten Vatikanischen Konzils heißt es: »Alle sollen deshalb ihre Willensantriebe richtig leiten, um nicht im Umgang mit Dingen der Welt und durch die Anhänglichkeit an die Reichtümer wider den Geist der evangelischen Armut im Streben nach vollkommener Liebe gehindert zu werden.«9

Großzügig auf die christliche Berufung zu antworten, befreit von Ballast. Paulus kann sagen: Wir haben nichts und haben doch alles10, weil sich das Wort bewahrheitet: alles gehört euch; aber er nennt auch die Voraussetzung für dieses Besitzen in Freiheit: Ihr aber gehört Christus und Christus gehört Gott.11 Wer sich Christus ganz anheim gibt, ist von der Versklavung durch das Irdische frei; er kann dann wirklich über den Dingen stehen und schafft Raum für die Liebe Gottes in seinem Herzen.

Wir sagten schon, daß, als Petrus den Herrn auf seine und der anderen Jünger Nachfolge aufmerksam machte, dies in einer Mischung aus Naivität, musterschülerhafter Zufriedenheit und kindlichem Stolz geschah, als müßte Jesus ihm dafür dankbar sein. Der Herr hätte ihn belehren können, etwa im Sinne der ersten Seligpreisung, die im Grunde besagt, »daß ein Mensch nicht durch das groß ist, was er hat, sondern durch das, was er ist - nicht durch das, was er besitzt, sondern durch das, was er mit anderen teilt«12. Aber er läßt diesmal die unausgegorenen Worte des Apostels auf sich beruhen; er belehrt ihn nicht, sondern gibt ihm eine Verheißung, die auf Vollendung und Sinnerfüllung zielt: Jeder, der Haus und Brüder und Schwestern und Vater und Mutter und Frau und Kinder und Besitz um meines Namens willen verläßt, wird das Hundertfache erhalten und das ewige Leben erlangen.

Christliche Loslösung geht immer mit einem ausgeprägten Sinn für Mitmenschlichkeit einher. Eine russische Legende erzählt von einem Reichen, der bei seiner Ankunft im Jenseits sich die kostbaren Güter kaufen will, die dort ausgelegt sind. Als es ans Bezahlen geht, holt er seine Kopeken aus der Tasche. Aber man sagt ihm: O nein. Wir nehmen hier nicht Kopeken an, die Sie bei sich, sondern nur, die Sie verschenkt haben. Der Kirchenvater Petrus Chrysologus drückt im fünften Jahrhundert denselben Gedanken so aus: »Sammle also, indem du ausgibst, damit du nicht durch Festhalten verlierst. Mensch, gib dem Armen und damit dir selbst: denn was du nicht dem andern überläßt, das besitzest du nicht!«13

Jesus vergilt schon den Becher Wasser14, der in seinem Namen gereicht wird. Denn was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan15. Wenn Jesus also jede auch noch so geringe gute Tat belohnt, um wieviel mehr wird er die Treue jener belohnen, die sich Tag für Tag auf ihn verlassen? »Der Sohn kehrt heim, nachdem er seinen Vater verraten hat, und schon bereitet dieser ein Festmahl: Was wird er uns gewähren, uns, die wir immer bestrebt gewesen sind, an seiner Seite zu bleiben?«16

»Nur Gott kann eines Menschen Hingabe ganz empfangen und so empfangen, daß der Mensch seine Seele nicht verliert, sondern gewinnt. Und nur Gott kann sich selbst einem Menschen so schenken, daß er dessen ganzes Wesen ausfüllt und dabei von sich nichts verliert.= 17 Die Jünger - mit dem Herrn auf dem Weg nach Jerusalem - werden immer tiefer die Erfahrung gemacht haben, die dann in der Kirche durch die Jahrhunderte in der Gestalt der Heiligen fortlebt: wer sich Gott ganz schenkt, erfährt, daß die Verheißungen Chrisi jede irdische Sicherheit um ein Unendliches übertreffen.

III. Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen. So belohnt der Herr die Treue der Nachfolge. Johannes Chrysostomos läßt den Herrn sagen: »Das Gold, das du anderen leihen willst, leihe mir und es wird dir mehr und sicherer Zinsen tragen; den Leib, den du in den Dienst anderer stellen willst, stelle in meinen Dienst, und ich werde auf das reichlichste deine Mühen entlohnen.«17 Und er fährt fort: »Sonst gibst du bei Geschäften demjenigen den Vorzug, der mehr bietet, so beim Geld ausleihen, beim Handel, beim Kriegsdienst; nur bei Christus, der doch mehr, ja unendlich mehr als alle anderen bietet, willst du diesen Grundsatz nicht gelten lassen. (...) Warum übergibst du deinen Schatz der Erde? Vertraue ihn meiner Hand an, sagt er. Erachtest du den Herrn der Erde nicht für verläßlicher als die Erde? Sie gibt dir wieder, was du auslegst, oft nicht einmal so viel; er zahlt dir auch noch Lohn dafür, daß er ihn behütet, so innig liebt er uns. Willst du also auf Zinsen ausleihen, er ist bereit dazu; willst du säen, er nimmt die Saat auf; willst du bauen, er lädt dich ein und sagt: baue bei mir. Warum läufst du zu den Armen, zu den Bettlern, denn das sind die Menschen? Eile zu Gott, der dir für Kleinigkeiten großes Entgelt bietet.«18

Dem Wortlaut des Evangeliums zufolge könnte man meinen, einer, der alles verläßt, erhalte schon jetzt in dieser Zeit hundertfachen Ersatz an irdischen Gütern: Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker, wie es dort ja heißt. Aber damit »können nicht diese nämlichen Güter in hundertfacher Menge gemeint sein, sondern nur etwas, das hundertmal so viel, das heißt unendlich mehr wert ist, nämlich die Gottesgemeinschaft. Der hundertfache Lohn ist demnach nicht irdisch, sondern himmlisch zu verstehen.«19

Was aber meint der Zusatz, der die Verheißung irdischen Lohnes begleitet: wenn auch unter Verfolgung. Dies überrascht einen Jünger nicht, der dem Meister folgen will. Die Verfolgung macht ihn dem Meister ähnlicher und ist Unterpfand künftiger Vollendung: wir sind Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden20.

Hindernisse, die uns auf die Probe stellen, können vielfältig sein. Immer macht die Kirche irgendwo in der Welt blutige Verfolgung durch, und einzelne erfahren Verleumdung, Diskriminierung, berufliche Benachteiligung oder Bespöttelung.

Wer Christus treu ist, dem ist unwiderruflich der Himmel verheißen. Er wird einmal die Worte des Herrn hören: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.21 Auf diese Worte kann unsere Hoffnung setzen, wenn einmal alles äußerst mühsam wird.

Der Herr will mit seinen Verheißungen unsere Hoffnung stärken. Wir antworten mit unserem guten Willen, auch wenn uns die Loslösung vielleicht nicht ganz gelingt. »Selbstverständlich sollen und müssen wir auch um die innere und bisweilen äußere Loslösung vom Besitz kämpfen - letzlich aus Liebe -, aber es kann trotzdem sein, daß wir dabei durch unsere Schwäche, durch diese schreckliche Geschwächtheit unseres Willens, die die eigentliche tiefste Verletzung unserer von der Erbschuld angeschlagenen Natur darstellt, keine sonderlichen Erfolge erringen werden. Dann brauchen wir uns dennoch nicht zu fürchten. Wenn wir auch nur ein einziges Mal im Leben, einen Herzschlag lang, selbstlos geliebt haben - und das ist immer ein Demutsakt! -, werden wird gerettet werden.«22

1 Mk 10,28-31. - 2 Mt 19,27. - 3 P.Berglar, Petrus - Vom Fischer zum Stellvertreter, München 1991, S.79. - 4 ebd. - 5 Phil 3,8. - 6 P.Berglar, a.a.O., S.78. - 7 Augustinus, Predigt, 301,4. - 8 Paul VI., Enz. Populorum progressio, 18. - 9 II. Vat. Konz., Konst. Lumen gentium, 42. - 10 2 Kor 6,10. - 11 1 Kor 3,22-23. - 12 Johannes Paul II., Ansprache in Manila, 18.2.1981. - 13 Petrus Chrysologus, Predigt über Gebet, Fasten und Almosen, 43. - 14 Mk 9,41. - 15 Mt 25,39. - 16 J.Escrivá, Freunde Gottes, 309. - 17 Edith Stein, Im verschlossenen Garten der Seele, Freiburg 1987, S.118. - 18 Johannes Chrysostomos, Homilien über das Matthäusevangelium, 76,4. - 19 Regensburger Neues Testament, Bd.2, Regensburg 1958, S.197. - 20 Röm 8,17. - 21 Mt 25,34. - 22 P.Berglar, a.a.O., S.79.

von 27.05.2013 08:37

JAHRESKREIS
8. WOCHE - MONTAG

13

GUTER MEISTER, WAS MUSS ICH TUN?

Ein junger Mann fragt Jesus nach dem Lebenssinn.
Viele Wege der Nachfolge.
Fragen an uns heute.

I. In jener Zeit lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? So steht es im heutigen Evangelium nach Markus1. Matthäus ergänzt, daß er ein junger Mann2 war, und wir verstehen seine Begeisterung - guter Meister ... -, sein ungestümes Auftreten - das Laufen zu Jesus, der Kniefall -, seinen Tatendrang - was muß ich tun? Papst Johannes Paul II. hat die Begegnung dieses jungen Mannes mit Jesus mehrfach kommentiert, besonders in seinem Apostolischen Schreiben an die Jugend der Welt und in der Enzyklika Veritatis splendor. Wir werden in unserer Betrachtung den Anregungen des Papstes folgen. »In dem jungen Mann, dessen Namen das Matthäusevangelium nicht nennt, können wir jeden Menschen erkennen, der, bewußt oder unbewußt, an Christus, den Erlöser des Menschen, herantritt und ihm die moralische Frage stellt. Für den jungen Mann ist es nicht zuerst eine Frage nach den Regeln, die befolgt werden müssen, als vielmehr eine Frage nach Sinnerfüllung für das Leben«3. Matthäus4 schildert das Gespräch ausführlicher, als einen offenen Dialog. Zuerst wendet Jesus den Blick des jungen Mannes auf Gott hin: Was fragst du mich nach dem Guten. Nur einer ist »der Gute« Dann erinnert er ihn an die zentrale Stellung der Zehn Gebote allen anderen Geboten gegenüber: Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote. Und auf die Frage des jungen Mannes: Welche?, die Antwort Jesu: Du sollst nicht töten, du sollst nic»t die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen ... »Damit wird ein enger Zusammenhang zwischen dem ewigen Leben und der Befolgung der Gebote Gottes hergestellt: die Gebote Gottes weisen dem Menschen den Weg des Lebens und geleiten ihn zu ihm. Aus dem Munde Jesu, des neuen Mose, werden den Menschen die Gebote des Dekalogs wiedergeschenkt; er selbst bestätigt sie endgültig und stellt sie uns als Weg und Bedingung des Heils vor.«5

Die Antwort Jesu genügt dem jungen Mann jedoch noch nicht. Nach Matthäus fragt er weiter: Was fehlt mir jetzt noch? Wir wollen hier innehalten; denn bisweilen werden wir uns selbst dies gefragt haben angesichts des wunderbaren Zaubers so vieler guter, schöner Dinge dieser Welt, die wir genießen und die uns dennoch keine Erfüllung schenken. Die Jahre verrinnen, und der Durst bleibt ungestillt. Die Antwort Jesu an den jungen Mann ist eine persönliche Antwort an einen jeden von uns.

Jesus sah dem jungen Mann an, daß er zur Hingabe fähig war, und er blickte liebevoll auf ihn: »Jedem Menschen schenkt er diesen Blick der Liebe. Das Evangelium bestätigt dies auf jeder Seite. Man kann sogar sagen, daß in diesem liebenden Blick Christi gleichsam eine Zusammenfassung der ganzen Frohen Botschaft enthalten ist. (...) Der Mensch braucht diesen liebevollen Blick: Er muß das Bewußtsein haben, geliebt zu sein, von Ewigkeit her geliebt und erwählt zu sein (vgl. Eph 1,4). Diese ewige Liebe göttlicher Erwählung begleitet den Menschen durch sein Leben wie der liebende Blick Christi.«6

Der liebende Blick des Herrn ist gleichsam seine Antwort auf das Zeugnis der Treue zu den Geboten, das der junge Mann bisher gegeben hat. Gleichzeitg ist dieser liebende Blick die Brücke zum Schlußteil des Gespräches, eben jener Frage: Was fehlt mir jetzt noch?7 »Diese Frage ist sehr wichtig. Sie zeigt, daß im Gewissen des Menschen und gerade des jungen Menschen ein Streben nach >etwas Höherem< verborgen liegt (...). Der Mensch, der Christ, ist fähig, sein Leben als Geschenk zu verstehen. Diese Dimension ist nicht nur >höher< als die Dimension der einzelnen sittlichen Verpflichtungen, wie sie aus den Geboten hervorgehen, sondern sie ist auch >tiefer< und grundlegender. Sie ist ein vollerer Ausdruck jenes Lebensentwurfs, an dem wir schon in der Jugend bauen.«8

Der junge Mann meinte, den Willen Gottes schon zu erfüllen, weil er die Gebote hielt. Nun muß er entdecken, daß es noch manche Fessel zu lösen gilt. Das hat sich bis heute nicht geändert: »Du erzählst mir von deinem Freund, daß er häufig die Sakramente empfange, ein sauberes Leben führe und ein tüchtiger Student sei. - Aber er geht nicht darauf ein. So oft du ihm vom Opfer und vom Apostolat sprichst, wird er traurig und läuft weg.

Sorge dich nicht. Das ist kein Mißerfolg deiner Bemühungen. Das ist Wort für Wort die Begebenheit, die der Evangelist beschreibt: >Wenn du vollkommen sein willst, so geh hin und verkaufe deine Habe und gib sie den Armen (Opfer), dann komm und folge mir nach< (Apostolat).

Der junge Mann >abiit tristis<, ging auch traurig davon: er wollte der Gnade nicht entsprechen.«9

II. Papst Johannes Paul II. schreibt, »daß in der Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil der Begriff der >Berufung< vor allem in Bezug zum Priestertum und Ordensleben gesehen wurde, als hätte sich Christus an den jungen Mann im Evangelium mit seinem >Folge mir nach< nur für diese Berufungen gewandt. Das Konzil hat diese Sicht erweitert (...). Der Ruf Christi >Folge mir nach< läßt sich auf verschiedenen Wegen vernehmen, auf denen Jünger und Bekenner des göttlichen Erlösers gehen. Auf verschiedene Weise kann man Christus nachfolgen, das heißt nicht nur durch das Zeugnis vom eschatologischen Reich der Wahrheit und Liebe, sondern auch, indem man an der Gestaltung der ganzen zeitlichen Wirklichkeit im Geiste des Evangeliums mitwirkt.«10 Gott ruft alle Menschen zur Heiligkeit: Gesunde und Kranke, Begabte und weniger Begabte, Reiche und Arme, Junge und Alte. Wer im kontinuierlichen Gebet danach sucht, entdeckt mit der Zeit den spezifischen Weg, den Gott für ihn vorgesehen hat.

Der junge Mann kam sich überfordert vor. Sein Reichtum war die große Fessel für die größte Chance seines Lebens, die Einladung Christi. Doch die ließ ihn traurig werden.

Die Worte, die Papst Johanes Paul II. an junge Menschen richtet, sind für jeden gültig: »Die Traurigkeit des jungen Mannes gibt uns zu denken. Wir könnten versucht sein zu glauben, daß ein großes Vermögen, die Fülle der Güter dieser Welt uns glücklich machen. Am Beispiel des jungen Mannes im Evangelium sehen wir jedoch, daß sein großes Vermögen zu einem Hindernis geworden war, den Ruf Jesu, ihm zu folgen, anzunehmen. Er war nicht bereit, zu Jesus ja zu sagen und nein zu sich selbst, ja zur Liebe und nein zur Ausflucht. Wahre Liebe ist fordernd. (...) Denn Jesus - unser Jesus selbst - hat gesagt: >Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage< (Joh 15,14). Liebe verlangt Anstrengung und eine persönliche, verpflichtende Bindung an den Willen Gottes. Liebe bedeutet Disziplin und Opfer, aber sie bedeutet auch Freude und menschliche Erfüllung. Meine lieben, jungen Leute! Habt keine Angst vor ehrlichem Bemühen und ehrlicher Arbeit! Habt keine Angst vor der Wahrheit! Mit der Hilfe Christi und durch das Gebet könnt ihr auf seinen Ruf antworten, könnt ihr Versuchungen, modische Launen und jeder Form von Massenmanipulation widerstehen. Öffnet eure Herzen für den Christus des Evangeliums - für seine Liebe, seine Wahrheit und seine Freude. Geht nicht traurig weg!«11

Der Ruf des Herrn zur Nachfolge erfordert ständige Bereitschaft: Was erwartest du von mir, Herr, in diesen neuen Umständen meines Lebens? Wir entdecken so, wie sich die Berufung im Gewebe des alltäglichen Lebens entfaltet; wir vernehmen Anregungen, Eingebungen, »besondere Rufe« in besonderen Augenblicken, die uns nahelegen, aus Liebe zum Herrn kleine oder große Dinge zu vollbringen. Und manchmal vernimmt man die göttliche Stimme wie Elija: der Herr war nicht im Sturm, der die Berge zerriß und die Felsen zerbrach, noch im Erdbeben, noch im Feuer: Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Da hüllte Elija sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.12

III. »Das Gespräch Jesu mit dem reichen Jüngling wird gewissermaßen in jeder Epoche der Geschichte, auch heute, weiter geführt. Die Frage: >Meister, was muß ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?< bricht im Herzen jedes Menschen auf, und es ist immer und allein Christus, der die volle und entscheidende Antwort anbietet. Der Meister, der die Gebote Gottes lehrt, der zur Nachfolge einlädt und die Gnade für ein neues Leben schenkt, ist immer unter uns gegenwärtig und tätig.«13 Der junge Mann wich Christi Blick aus, überhörte die Aufforderung zu einem Leben aus der Liebe und ging traurig weg. War es ein endgültiges Weggehen? Was ist aus ihm geworden? Das Evangelium deutet nur knapp den Grund des Weggehens an: er hatte ein großes Vermögen, das ihm das Herz beschwerte.

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß ein Reicher in das Reich Gottes gelangt, faßt Jesus seinen Jüngern gegenüber diese Begegnung zusammen. Dann heißt es von seinen Jüngern: sie erschraken sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden? Der Herr verweist auf die Macht Gottes: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich. »Die Liebe Christi nachzuahmen und nachzuleben, ist dem Menschen aus eigener Kraft allein nicht möglich. Er wird zu dieser Liebe fähig allein kraft einer Gabe, die er empfangen hat. Wie der Herr Jesus die Liebe von seinem Vater empfängt, so gibt er sie seinerseits aus freien Stücken an die Jünger weiter: >Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!< (Joh 15,9).«14

Das heutige Evangelium ermuntert uns, mutig im Gebet zu prüfen, wo wir das Herz haben. Lassen wir uns von Wohlstand, Luxus oder Bequemlichkeit bezirzen? Bemühen wir uns um die nötige innere Freiheit und Loslösung von den irdischen Gütern? Werden wir unwirsch, bedrückt oder mißgelaunt, wenn wir etwas entbehren müssen, das uns zur liebgewordenen Gewohnheit geworden war? Sind wir wachsam gegenüber spießigen Anhänglichkeiten? Lassen wir uns von Konsumdenken beeinflussen? Bekämpfen wir die Neigung, sich unnötige Bedürfnisse zu schaffen? Bemühen wir uns stattdessen, die Unbequemlichkeit froh, gelassen und sportlich zu nehmen und den Mangel an Mitteln nicht zu dramatisieren? Sind wir großzügig im Almosengeben und im Unterstützen guter Werke?

Der junge Mann, der Jesus traurig verließ, ist nicht die erfundene Gestalt in einem Gleichnis, sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut. Er »ging traurig weg. Aber auch Jesus, menschlichster aller Menschen, blieb traurig zurück. Vielleicht seufzte er. Man kann sich das leicht vorstellen. Denn mit diesem Reichen war es so gegangen, wie es mit ungezählten Kindern dieser Welt bis zum Ende der Zeiten gehen würde: daß sie dem Rufe Gottes nicht folgen, weil sie ein verkehrtes Glück suchen, die Lust des Selbstbewahrens und Sich-Aneignens anstatt die Seligkeit des Sich-Verlierens und Sich-Verausgabens.15

Vielleicht - es ist ein schöner Gedanke - hat er das später, nach Jesu Tod und Auferstehung, doch noch geschafft. Denn es ist anzunehmen, daß der Blick Jesu ihn nie mehr losließ.16

1 Mk 10,17-27. - 2 vgl. Mt 19,20. - 3 Johannes Paul II., Enz. Veritatis splendor, 7. - 4 vgl. Mt 19,16-26. - 5 Johannes Paul II., a.a.O., 12. - 6 Johannes Paul II., Apost. Schreiben An die Jugend der Welt, 31.3.1985, 7. - 7 Mt 19,20. - 8 Johannes Paul II., a.a.O., 8. - 9 J.Escrivá, Der Weg, Nr.807. - 10 Johannes Paul II., a.a.O., 9. - 11 Johannes Paul II., Ansprache in Boston, 1.10.1979. - 12 vgl. 1 Kön 19,11-13. - 13 Johannes Paul II., Enz. Veritatis splendor, 25. - 14 ebd., 22. - 15 P.Berglar, Petrus - Vom Fischer zum Stellvertreter, München 1991, S.77. - 16 ebd.

von 26.05.2013 17:46

Unser Vater im Himmel


Am 1. Sonntag nach Pfingsten ist Dreifaltigkeitssonntag


Der liebe Gott hat uns in Seinem Sohne alles geschenkt (vgl. Röm.8,32)! Jesus ist unseretwegen Mensch geworden, hat alle Schuld allein für uns getragen und uns den Weg der Liebe, die ja Gott selbst ist, wieder eröffnet!

Aus Feinden Gottes, die wir durch die Sünde sind, können wir in Glaube, Hoffnung und Liebe wieder wahre Kinder Gottes werden (vgl. Röm. 5,10)! Ja, Jesus Christus hat uns in die göttliche Liebe selbst hineingenommen, dadurch, dass Er uns Anteil an der Liebe des Heiligen Geistes und damit auch an der Liebe des Vaters und des Sohnes schenkt!

In Seiner Menschwerdung hat Er sich zu unserem Bruder gemacht hat, wie wir es besonders in der Weihnachtszeit in so manchen Kirchenliedern besingen, ja Er will unser Freund sein (Joh.15,15), der Seine Liebe im Dienst an uns erweist, ja Sein Leben dahingibt für uns (vgl. Joh.15,13; Joh.10,17f.)!
In Jesus erhalten wir auch Anteil an der Kindschaft Gottes! Wie der Sohn den Vater liebt, sollen auch wir jetzt den Vater lieben im Heiligen Geist, und wie der Vater den Sohn liebt, so sollen auch wir die Liebe zum Sohn in unsere Herzen einlassen! „Ich habe ihnen Deinen Namen kundgetan und werde ihn weiter kundtun, damit die Liebe, mit der Du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen!“ (Joh. 17,26). Wir sind im Heiligen Geist keine Fremdlinge mehr Gott gegenüber, sondern unser neues Leben ist das Leben in der Liebe Gottes selbst!

Welchen Namen Gottes, von dem Jesus spricht, hat Er uns aber kundgetan? Ein besonderes Geschenk der Offenbarung Gottes in Jesus Christus, das uns oft gar nicht mehr hinreichend bewusst wird, ist, dass wir nicht nur von „Gott“, sondern von und mit unserem „Vater im Himmel“ sprechen können als Seine Kinder. Als Sohn führt Er uns zu Seinem und unserem Vater! Der Unterschied zwischen dem Sohn und uns, zwischen Schöpfer und Geschöpfen, ist dadurch nicht aufgehoben! Jesus ist nicht einfach nur Mensch wie wir. Das wird deutlich, wenn Er von „meinem Vater und eurem Vater“ (Joh. 20,17) spricht. Das Verhältnis Jesu zum Vater ist einzigartig. Doch Er nimmt uns in dieses Sein Verhältnis zum Vater mit hinein!

Dadurch, dass Jesus uns dahin führt, Gott gegenüber das vertrauensvolle „Vater“ zu gebrauchen, erschließt Er uns das Verständnis für unsere Berufung zur Gotteskindschaft, die uns im umfassenden Sinn durch Seine Hingabe für uns am Kreuz geschenkt wurde. Durch diese Seine Liebe bis in den furchtbaren Tod hat Er uns den Weg aus der Gottesferne und aus der Sünde wieder eröffnet und im Sakrament der Taufe uns wieder zu Gottes geliebten Kindern (Eph.5,1; Röm.8,15.ff.21; Phil2,15) gemacht!

„Da kam die Fülle der Zeit, und Gott sandte Seinen Sohn... Er sollte die unter dem Gesetze Stehenden loskaufen, damit wir die Annahme an Kindes Statt empfingen. Weil ihr nun Söhne seid, sandte Gott in unsere Herzen den Geist Seines Sohnes, der da ruft: Abba, Vater! So bist du also nicht mehr Sklave, sondern Sohn, als Sohn aber auch Erbe durch Gott“ (Gal. 4,4ff.).

Diese Anrede Gottes mit „Abba“, die Jesus selbst verwendet (Mk.14,36) und die Seine Apostel und Jünger weitergeben und praktizieren, ist mehr und inniger, als wir es mit dem deutschen Wort „Vater“ wiedergeben können. Es ist ein sehr kindliches Wort, in dem tief die Liebe zum Vater und des Vaters selbst ausgedrückt wird, ein Wort, das ein tiefes Vertrauensverhältnis voraussetzt und bezeichnet.

Ein solches Verhältnis zu Gott kennt keine andere Religion, sie kann es gar nicht haben, insofern sie Gott und Seine Offenbarung nicht kennt. Eine gewisse Vaterschaft Gottes wird auch im Alten Testament gelegentlich ausgesprochen, jedoch nicht so sehr als Ausdruck des persönlichen Verhältnisses zu Gott, sondern als Umschreibung der väterlichen Rolle Seinem alttestamentarischen, auserwählten Volk gegenüber (vgl. Dt. 8,5; 32,6; Ps. 103,13; Is. 1,2; 63,16; 64,7; Mal. 1,6).

In einem allgemeinen Sinn ist Gott natürlich Vater allen Seinen Geschöpfen gegenüber. Aber durch die Sünde ist unser Verhältnis zu Gott gebrochen! Erst Jesus Christus hat uns wieder geheilt und unsere ursprüngliche Berufung wieder ermöglicht! Nur durch die Befreiung von der Sünde und die Heiligung im Heiligen Geist sind wir wieder wahre Kinder Gottes geworden! Vorher waren wir unsererseits im Hinblick auf die Sünde noch Feinde Gottes (vgl. Röm.5,10)!

Ohne Jesus Christus bleibt „Gott“ immer entweder einseitig der Jenseitige, der Unerreichbare, der Unnahbare, der Unaussprechliche - oder er wird verdinglicht, verweltlicht, ein Götze, ein bloßes Abbild unserer Laune und unserer begrenzten Vorstellungskraft. Beides ist nicht der wahre Gott!

Denn Gott ist natürlich unaussprechlich erhaben und vollkommen, jenseitig, - aber wir könnten Ihn gar nicht wirklich erkennen oder lieben, wenn Er uns nicht auch zugleich sehr nah und direkt, voller Anteilnahme an unserem Geschick und Leben - also kurz: wirklich väterlich! - begegnen würde!

Indem Gott „Vater“ ist, werden beide Wirklichkeiten Gottes licht und klar: Seine Erhabenheit und unendliche Heiligkeit, die über alles Geschöpfliche unaussprechlich hinausragt, und Seine Nähe und Fürsorge, die uns in unserer Armseligkeit annimmt und emporhebt!

Als die Jünger bitten, ihnen das Beten zu lehren, da spricht Jesus das „Vater unser“ (Mt.6,9ff.; Lk.11,1ff.). Es ist das Urgebet der Kirche. Bis heute orientiert sich alles liturgische Beten an diesem Beten Jesu. Im Namen und mit der Endung „durch Jesus Christus, unseren Herrn“ betet die Kirche zum Vater.

Wie aber hat Jesus Seinen Jüngern den Vater vorgestellt? Der Apostel Philippus und mit ihm bestimmt auch die anderen Jünger haben ihn gebeten: „Herr, zeig uns den Vater. Das genügt uns!“ (Joh.14,8).

Was erhält Philippus und damit auch wir als Antwort? „Jesus erwiderte ihm: ‚So lange schon bin ich bei euch, und du kennst mich noch nicht, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen... Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, sage ich nicht aus mir selbst; der Vater, der in mir bleibt, vollbringt die Werke. Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist. Sonst glaubt doch wenigstens um der Werke willen“ (Joh. 14,9-11).

Wenn Jesu sagt: „Ich und der Vater sind eins“ (Joh. 10,30), so hebt Er den Unterschied in den Personen nicht auf, zeigt aber ganz klar, dass Gott dennoch in sich nur ein Einziger ist! Und so können und dürfen wir in Jesus und in Seiner Liebe auch das Angesicht und die Liebe des Vaters erkennen! In der Menschwerdung zeigt uns Gott Sein wahres Angesicht und Seine unendliche Liebe!

Die Worte und die Werke, von denen Jesus spricht und aus denen wir Ihn als Gottes Sohn erkennen sollen, sind die Zeichen, die Jesus uns gibt. Aus ihnen spricht die Wahrheit und Liebe Gottes. Wer nicht liebt und die Wahrheit hasst, nimmt sie nicht an. Er zeigt, dass er die Liebe Gottes ablehnt, dass er nicht den wahren Vater liebt, sondern sich einen falschen sucht, der aber niemals die Liebe sein kann. In diesem Sinn sagt Jesus zu den die Frohbotschaft vom Reiche Gottes ablehnenden Juden: „Ihr habt den Teufel zum Vater und wollt nach den Gelüsten eures Vaters tun. Der war ein Menschenmörder von Anbeginn“ (Joh.8,44).

„Seht, welch eine Liebe uns der Vater erwiesen hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es“ (1Joh.3,1). Das ist nicht nur eine unendlich große Gnade, sondern auch eine ernste Berufung zur Heiligkeit: „Daran erkennt man die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels: Wer das Rechte nicht tut, ist nicht aus Gott. Ebensowenig, wer seinen Bruder nicht liebt“ (1Joh.3,10)!

Der Glaube an Vater, Sohn und Heiligen Geist ist also nicht austauschbar mit irgend einem anderen Glauben, wie heute viele meinen! Nur durch die Gnade Jesu und im Heiligen Geist finden wir zu unserem wahren Vater und zur wahren Liebe Gottes! Der Glaube an Gott muss in der Liebe wirksam werden, sonst ist er nicht echt (vgl. Gal. 5,6)!

„Niemand hat Gott je gesehen. Der Eingeborene, der Gott ist, der da ruht am Herzen des Vaters, Er hat Kunde gebracht!“ (Joh.1,18).


Thomas Ehrenberger

von 25.05.2013 15:30

JAHRESKREIS
7. WOCHE - SAMSTAG

9

WIE DIE KINDER SEIN

Gottes Vaterschaft: tief und geheimnisvoll.
Mündliches Gebet und Volksfrömmigkeit.
Einfachheit, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit.


I. Nicht nur mit ihren Krankheiten und Gebrechen kommen die Leute zu Jesus, sondern auch mit ihrem größten Reichtum: den Kindern. Darin haben sie eine feinere Witterung als die Jünger; denn diese scheinen zu denken: Was sollen Kinder beim Meister? Sie wiesen die Leute schroff ab.

Auch wir heute neigen dazu, im Kind das unfertige Geschöpf auf dem Weg zum Erwachsenwerden zu sehen. Wenn Jesus jene Kinder umarmt und segnet, umarmt und segnet er alle Kinder der Welt, aber auch alle Erwachsenen, die sein Wort beherzigen: Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.

Jesus nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.1 Nicht eine abstrakte Definition des Kindseins liefert er seinen Jüngern, sondern die greifbare Wirklichkeit, als wollte er uns vor der Gefahr warnen, sie zu verharmlosen - denn einerseits haben wir mit dem Kindsein unsere Schwierigkeiten, andererseits besingen wir es in rührenden Weisen.

Jesus sagt uns, wir - die »Erwachsenen« sollen wie die Kinder werden. Dies bedeutet zuallererst, den Geist der Gotteskindschaft zu entdecken: »Das Kindsein, das Jesus meint, ist die Entsprechung zu Gottes Vaterschaft. Für das Kind hängt ja alles mit Vater und Mutter zusammen. Durch diese kommt alles heran. Sie stehen überall. Sie sind Ursprung, Maßstab und Ordnung.«2

Gottes Vaterschaft ist umfassend, tief und geheimnisvoll: »Wenn die Sprache des Glaubens Gott >Vater< nennt, so weist sie vor allem auf zwei Aspekte hin: daß Gott Ursprung von allem und erhabene Autorität und zugleich Güte und liebende Besorgtheit um alle seine Kinder ist. Diese elterliche Güte Gottes läßt sich auch durch das Bild der Mutterschaft zum Ausdruck bringen (vgl. Jes 66,13; Ps 131,2), das mehr die Immanenz Gottes, die Vertrautheit zwischen Gott und seinem Geschöpf andeutet.«3

Der Erwachsene, der wie ein Kind werden will, braucht Starkmut und Entschlossenheit, aber auch Urteilsfähigkeit, denn wir sollen »unser Herz demütig von falschen Bildern >dieser Welt< reinigen (...). Die Reinigung des Herzens betrifft die Bilder von Vater und Mutter, die aus unserer persönlichen und der kulturellen Entwicklung hervorgegangen sind und unsere Beziehung zu Gott beeinflussen. Gott unser Vater steht über den Begriffen dieser geschaffenen Welt.«4

In der Praxis des Alltags soll sich diese demütige Sicht des eigenen Ich vor Gott im einfachen, unverstellten Verhalten ausdrücken. »Die geistliche Kindschaft ist nicht frommes Getue noch >Rührseligkeit<: sie ist ein kluger und kraftvoller Weg, den die Seele wegen seiner schwierigen Leichtigkeit nur beginnen und weitergehen kann, wenn Gott sie an der Hand führt.«5

Meister der Spiritualität verweisen darauf, daß die geistliche Kindschaft die Liebe immer jung erhält: »Du hast dich verjüngt! Tatsächlich wirst du gewahr, daß der Umgang mit Gott dir schon binnen kurzer Zeit die glückliche Ungezwungenheit deiner Jugend zurückgebracht hat und daß dir sogar die wunderbare Geborgenheit aus den fernen Tagen deiner geistigen Kindheit wiedergeschenkt wird - und doch weitab von jeglicher Kinderei. Du blickst dich um und stellst fest, daß es auch den anderen so ergeht. Seit ihrer Begegnung mit dem Herrn sind Jahre vergangen, aber je älter und reifer sie werden, desto unverwüstlicher ihre innere Jugendlichkeit, ihre Herzensfreude. Sie wirken nicht nur jung: sie sind jung und froh! Diese Wirklichkeit des inneren Lebens ist es, die die Menschen anzieht, ihnen Mut macht und schließlich überwältigt. Richte jeden Tag dein Dankgebet >ad Deum qui laetificat iuventutem< - an Gott, der deine Jugend erfreut.«6

Das Kind lebt aus dem Vertrauen. Edith Stein schreibt: »Es muß ja so sein, daß man sich ohne jede menschliche Sicherung ganz in Gottes Hände legt, um so tiefer und schöner ist dann die Geborgenheit.«7

Der »Erwachsene« dagegen »will sich sichern und wird dabei schlau und hart. Er hat Angst, und Angst erniedrigt. Das Kind hingegen kennt den Trieb der Selbstsicherung noch nicht - wenigstens nicht so stark -, sondern steht in ruhigem Vertrauen. Diese Haltung kommt nicht aus Verdienst, sondern aus Unwissenheit; dennoch ist sie da und erzeugt einen reinen, seiner selbst unbewußten Mut dem Dasein gegenüber. Der >Erwachsene< hat Zwecke, sucht danach seine Mittel und gebraucht sie. Er sieht die Dinge auf Nutzen und Verwendbarkeit an und macht dadurch alles unfrei.«8

II. Die heilige Theresia vom Kinde Jesu schreibt in ihren autobiographischen Aufzeichnungen: »Für mich ist das Gebet ein Aufschwung des Herzens, ein einfacher Blick zum Himmel, ein Ausruf der Dankbarkeit und Liebe inmitten der Prüfung wie in Stunden der Freude. Es ist etwas Erhabenes, Übernatürliches, das die Seele weitet und mit Gott vereinigt. Zuweilen, wenn mein Geist sich so ausgedörrt findet, daß ich keinen einzigen guten Gedanken finden kann, bete ich langsam ein Vaterunser oder ein Ave.«9 »Das mündliche Gebet, das in der Einheit von Leib und Seele der menschlichen Natur grundgelegt ist, verbindet den Leib mit dem Gebet des Herzens nach dem Beispiel Jesu, der zu seinem Vater betete und seine Jünger das Vaterunser lehrte.«10 Auch die verschiedenen Sitten und Bräuche außerhalb der Liturgie, wie etwa das Küßen eines Kruzifixes oder das Schmücken eines Bildes Unserer Lieben Frau, sind Ausdruck der »Einheit von Leib und Seele«»Dazu gehört ebenso das weite Feld der Volksfrömmigkeit. »Sowohl in jenen Gebieten, in denen die Kirche seit Jahrhunderten eingewurzelt ist, als auch dort, wo sie im Begriff ist, Wurzel zu fassen, findet man beim Volk besondere Ausdrucksformen des Glaubens und der Suche nach Gott.«11 In der Volksfrömmigkeit »kommt eine Sehnsucht nach Gott zum Ausdruck, wie sie nur die Einfachen und Armen kennen. Sie befähigt zur Großmut und zum Opfer, ja zum Heroismus, wenn es gilt, den Glauben zu bekunden. In ihr zeigt sich ein feines Gespür für tiefe Eigenschaften Gottes: seine Vaterschaft, seine Vorsehung, seine ständige, liebende Gegenwart. Sie führt zu inneren Haltungen, die man sonst kaum in diesem Maße findet: Geduld, das Wissen um die Notwendigkeit, das Kreuz im täglichen Leben zu tragen, Entsagung, Wohlwollen für andere, Respekt.«12

Manche Sitten und Bräuche unserer Vorfahren greifen den Kreislauf der Natur auf, wie das Erntedankfest oder Bittprozessionen, andere betreffen so entscheidende Situationen wie Geburt, Hochzeit oder Tod. Wieder andere rufen das Wirken heiligmäßiger Männer und Frauen ins Gedächtnis oder manifestieren sich in sinnenhaften Zeichen: dem Angelusläuten, in Krippenbrauchtum, Kreuzwegen und Kalvarienbergen, Wegekreuzen, Wallfahrten, Bilderschmuck, Weihwassser ...

Die Volksfrömmigkeit »hat gewiß ihre Grenzen. Oft ist sie dem Eindringen mancher religiösen Fehlformen ausgesetzt, auch dem Aberglauben. Häufig bleibt sie auf der Ebene kultischer Handlungen, ohne zu einem echten Akt des Glaubens zu führen. (...) Ist sie aber in der rechten Weise ausgerichtet, vor allem durch hinführende und begleitende Evangelisierung, dann birgt sie wertvolle Reichtümer in sich.«13 Der selige Josemaria Escrivä riet dazu, »mit der Frömmigkeit eines Kindes und der guten Lehre eines Theologen« zu beten.

Das Bemühen um ein immer tieferes Eindringen in die Glaubenslehre liefert die sichere Grundlage für solche frommen Volksbräuche. Gerade in ihrer Naivität zeigen sie uns den Weg der geistlichen Kindschaft. Wer darin nur die Äußerung eines infantilen Glaubens sieht, kann nur schwer das Wort des Herrn erfassen: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Vor Gott sind wir immer wie kleine, bedürftige Kinder, die es nötig haben, die Liebe in greifbaren, manchmal naiv-schlichten Zeichen auszudrücken. Von außen besehen und kritisch betrachtet, haben solche Zeichen kaum einen objektiven Wert. Und doch sind sie echter Ausdruck der betenden Haltung eines Menschen, der vor Gott kindhaft werden will.

Die geistliche Kindschaft nimmt manchmal auch kühne Züge an: wir wenden uns mit Worten an den Herrn, die uns, vor anderen Leuten ausgesprochen, die Schamröte ins Gesicht steigen ließen. Sie gehören einzig in die Intimität des Herzens: daß wir Gott lieben und ihn immer inniger lieben möchten, daß wir jedes Kreuz zu tragen bereit sind. Aus solch kühnem, kindlichem Beten können dann reife Vorsätze erwachsen.

III. Wenn wir in wenigen Worten zusammenfassen müßten, was es heißt, das Reich Gottes wie ein Kind anzunehmen, dann sollten wir uns folgende Haltungen merken: Einfachheit, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit. Das Kind »ist noch nicht künstlich. Es steht noch in der Unmittelbarkeit; ist einfach es selbst. Es spricht aus, was ist, und bringt die Großen in Verlegenheit. Es zeigt, was es empfindet, und gilt als unerzogen. Die Erzogenheit besteht zu einem guten Teil nicht darin, liebevoll, verstehend, selbstlos zu sein, sondern die eigenen Gefühle zu verbergen; so enthält das Reden und Benehmen des Erwachsenen viel Unechtes und Unredliches. Demgegenüber ist das Kind einfach und aufrichtig. Auch das bedeutet kein Verdienst. Es empfindet die Hemmungen noch nicht, welche es dem Großen schwer machen, wahr zu sein. Seine Wahrhaftigkeit ist noch unerprobt. Aber sie ist da und bildet einen lebendigen Vorwurf.«14

Das kleine Kind braucht sich nicht zu verstellen und so zu tun, als wäre es groß und souverän, fehlerlos und vollkommen. Es weiß sich wehrlos - und doch geborgen. Und wir Erwachsenen? Könnten wir nicht zum Beispiel die Aussprache mit dem geistlichen Leiter einfacher und aufrichtiger führen, dabei schlicht alles berichten, was uns bewegt: Gutes, auf das wir befriedigt blicken, und Schlechtes, das uns beschämt, Unklares, das uns bedrängt?

Wer sich um Einfachheit bemüht, richtet seinen Blick auf den Herrn und sieht alles von ihm her. Dann ist die lautere Absicht da, man sucht in allem den Willen Gottes und das Wohl der Mitmenschen. Man sucht nicht das Außergewöhnliche, sondern tut das, was hier und jetzt zu tun ist.

Auf diesem Weg wächst die Vertrautheit mit dem Herrn. Wir lernen, uns in seiner Gegenwart zu sammeln. »Wer gesammelt in der Tiefe lebt, der sieht auch die >kleinen Dinge< in großen Zusammenhängen; nur er vermag ihr Gewicht - an letzten Maßstäben gemessen - in der richtigen Weise einzuschätzen und sein Verhalten entsprechend zu regeln.«15 Dann sind wir weder töricht leichtgläubig noch argwöhnisch, sondern klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben16.

Wie immer ist die Muttergottes auch im schlichten Umgang mit dem Herrn Lehrmeisterin. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, wie Maria ganz im Hinblick auf den Sohn lebte. Das Wort in Kana oder das Magnificat zeugen von einem unkomplizierten Ineinander von Innen und Außen, von Sammlung und Aktivität. Wie spontan, wie einfach ist ihre schlichte Reaktion in Kana! Was soll sie tun? Zum Sohn gehen. Sie haben keinen Wein mehr17 - das ist alles, und es ist genug. Der Sohn versteht.

Gegenüber dem eigenen Dünkel, der sogar beim Beten »kreativ« sein möchte, lehrt uns Maria eine schliche Natürlichkeit. Im Magnificat findet sich fast alles vereint, was uns heute nicht selten als schwer vereinbar erscheinen will: Gotteslob und Dienst am Nächsten, vorgeformtes und freies Beten, Spontaneität und Rückgreifen auf Tradiertes, Selbstbewußtsein und Wissen um die eigene Niedrigkeit. Althergebrachte Worte werden zu neuen, lebendigen Worten, die ein konkreter Mensch unter dem Eindruck des Augenblicks spricht - da Elisabet jubelt und das Kind in ihrem Schoß hüpft.

1 Mk 10,13-16. - 2 R.Guardini, Der Herr, Würzburg 1951, S.318. - 3 Katechismus der Katholischen Kirche, 239. - 4 ebd., 2779. - 5 J.Escrivá, Der Weg, Nr.855. - 6 J.Escrivá, Die Spur des Sämanns, Nr.79. - 7 Edith Stein, Im verschlossenen Garten der Seele, Freiburg 1987, S.118. - 8 R.Guardini, a.a.O., S.314. - 9 Theresia von Liseux, Autobiographische Schriften, C 25r. - 10 Katechismus der Katholischen Kirche, 2722. - 11 Paul VI., Apost.Schreiben Evangelii nuntiandi, 8.12.75, 48. - 12 ebd. - 13 ebd. - 14 R.Guardini, a.a.O., S.313. - 15 Edith Stein, a.a.O., S.39. - 16 Mt 10,16. - 17 Joh 2,3.

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