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von esther10 16.09.2013 00:59

Dominik Schwaderlapp im Porträt: "Kein Glaube zum halben Preis"



Als Verwaltungschef der größten und finanzstärksten Diözese Deutschlands wirkt der Kölner Generalvikar Dominikus Schwaderlapp bereits an herausgehobener Stelle. Nun rückt der langjährige enge Mitarbeiter und Vertraute von Joachim Kardinal Meisner ein weiteres Stück in der kirchlichen Hierarchie auf und wird Weihbischof. Ein Porträt.

Schwaderlapp stammt aus Selters im Westerwald. Nach seiner Priesterweihe 1993 arbeitete der begeisterte Schwimmer und Jogger drei Jahre als Kaplan in Neuss, bevor ihn Meisner von seinem Seelsorgeposten an der Basis nach Köln berief. Sieben Jahre diente er ihm als Geheimsekretär. 2004 machte der Erzbischof ihn zum Generalvikar. Als das "andere Ich" des Kardinals trug er maßgeblich Mitverantwortung für die Umsetzung des Konzepts "Zukunft heute", mit dem die Erzdiözese auf die demografische Entwicklung reagierte und Sparmaßnahmen vornahm. Dazu gehörten auch unpopuläre Schritte wie größere Seelsorgeinheiten, weniger Kindergartengruppen und Stellenstreichungen.

Trotz oder gerade wegen der schlechteren Bedingungen für die Kirche weiß sich Schwaderlapp der Aufgabe verpflichtet, den Glauben "in Wort und Tat" zu bezeugen und Menschen für Christus zu gewinnen - für ihn das "Entscheidende für die Kirche". Mitunter fühlt er sich dabei in die Zeit Jesu versetzt, wo sich die Jünger "in einer nichtchristlichen Umwelt behaupten mussten". Dabei scheut sich der rhetorisch begabte Geistliche nicht, in die Offensive zu gehen und Grundsätze der katholischen Kirche zu verteidigen.

Beispiel Zölibat: Als CDU-Politiker die Priesterweihe von bewährten verheirateten Männern forderten, konterte Schwaderlapp. Die Debatte sei "kontraproduktiv". Denn als Repräsentant Christi müsse der Priester die Hingabe Jesu gegenwärtig machen, indem er dessen ehelose Lebensform teile. Mit Vehemenz wendet sich Schwaderlapp dagegen, den "billigen Kompromiss zu suchen". Wenn Menschen die Kirche verließen, dürfe einen dies nicht kalt lassen. Doch könne man sie nicht "wie ein Versicherungskonzern" nach dem Motto "Christ sein zum halben Preis" zurückgewinnen. In einer Diskussion über die Enzyklika "Humanae vitae" argumentierte der promovierte Theologe, der sich im Studium der Moraltheologie und Fragen von Ehe und Familie widmete, für die natürliche Empfängnisverhütung. Enthaltsamkeit sei auch eine Form von Liebe.

Bedauern über die zerspaltene Christenheit
Ob das Ja des Bundestags zur Präimplantationsdiagnostik (PID) oder ein umstrittener Jesus-Sketch in der alternativen Kölner "Stunksitzung" - wo Schwaderlapp christliche Grundwerte in Gefahr sieht, bezieht er Position. Den Kabarettisten, die Jesus auf einem Elektroroller zur Kreuzigung fahren ließen, warf er vor, nicht nur Gottes Sohn zu verhöhnen, sondern auch "das Leiden eines gefolterten Menschen".

Mit Blick auf die Ökumene bekundet der neue Weihbischof Bedauern über die zerspaltene Christenheit. Zugleich lehnt er es ab, die Unterschiede unter dem Stichwort "versöhnte Verschiedenheit" hinzunehmen. Besondere Aufmerksamkeit schenkt Schwaderlapp den Medien. Unter seiner Ägide als Generalvikar erfuhr "domradio" eine stete Weiterentwicklung.

Über diesen Kanal mischte er sich auch in die Debatte um die von Papst Benedikt XVI. angemahnte "Entweltlichung" der Kirche ein. Die Kirchensteuer sieht er damit nicht infrage gestellt, sie sei ein vom Staat gegen Bezahlung eingezogener "Mitgliedsbeitrag der Katholiken". Das Kirchenvermögen könne aber viele Kräfte binden, warnte der Verwaltungschef. Und Gemeinden, die zig Aktivitäten für den Erhalt ihrer Pfarrheime starten, sollten sich lieber missionarisch engagieren. "Dann hätten wir Menschen für das Evangelium gewonnen und zusätzlich genügend Geld, um die Pfarrheime zu erhalten."

Andreas Otto

von esther10 16.09.2013 00:56

Mutter Angelica - Gründerin des katholischen Fernsehsenders EWTN ist 90 Jahre alt /

Mutter Angelica - Gründerin des katholischen Fernsehsenders EWTN ist 90 Jahre alt / Sondersendungen auf EWTN
Pressemitteilung
Bonn (EWTN-TV) - 18. April 2013



Am Samstag, den 20. April, wird die Ordensfrau und Gründerin des weltweit größten katholischen Fernsehsenders EWTN (Eternal Word Television Network), Mutter Angelica, 90 Jahre alt. 1981 hatte die Klarissin den Sender mit viel Gottvertrauen in der Garage ihres Klosters in Birmingham/Alabama ins Leben gerufen. Ihr Motto: „Wenn Du nicht den Mut hast, etwas scheinbar Lächerliches zu tun, wird Gott auch kein Wunder vollbringen“. Ihr Vorhaben wurde seinerzeit von vielen belächelt. Heute erreicht der ausschließlich spendenfinanzierte Sender EWTN weltweit rund 225 Millionen Haushalte in 140 Ländern, darunter mehr als 20 Millionen Haushalte, die den deutschsprachigen Kanal „EWTN katholisches TV“ empfangen können.

Die 1923 im Industriestädtchen Canton/Ohio geborene Rita Rizzo wuchs in schwierigen Verhältnissen auf. Ihr Stadtviertel war von der Mafia dominiert. Ihr Vater verließ die Familie, als sie fünf Jahre alt war. Schon in jungen Jahren musste sie für den Lebensunterhalt der Familie sorgen, da ihre Mutter an Depressionen litt und Suizid-gefährdet war. Mit 21 Jahren trat sie in den Orden der „Armen Klarissinnen von der Ewigen Anbetung“ in Cleveland ein. Schließlich gründete sie 1961 ihr eigenes Kloster in den Südstaaten und zwanzig Jahre später den Fernsehsender EWTN. 2001 folgte die Ordensfrau dem Anruf Gottes, sich verstärkt um ihre Mitschwestern in ihrem neuen Kloster in Hanceville/Alabama zu kümmern, legte den Vorsitz von EWTN in jüngere Hände und lebt nach zwei schweren Schlaganfällen heute im Kloster in Hanceville. Ihre außergewöhnliche Biographie wurde zu einem New York Times-Bestseller, dessen deutsche Übersetzung unter dem Titel „Mutter Angelica – eine Nonne schreibt Fernsehgeschichte“ im Media Maria Verlag erschienen ist.

Der selige Papst Johannes Paul II. schenkte Mutter Angelica im Heiligen Jahr 2000 zum Dank für ihr Medienapostolat eine Monstranz aus Nova Huta. Benedikt XVI. zeichnete die Ordensfrau im Jahr 2009 am Fest des heiligen Franziskus für ihre herausragenden Verdienste um die Kirche und die Neuevangelisierung mit dem Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“ („Für die Kirche und den Papst“) aus.

Anlässlich des 90. Geburtstags von Mutter Angelica und in dankbarer Würdigung ihrer Verdienste zeigt EWTN am 20. April um 13 Uhr und 17.30 Uhr ein Interview, das Chefredakteurin Christina Blumrath mit dem Nachrichtendirektor von EWTN und Autor der Biographie, Raymond Arroyo, führte. Darüber hinaus strahlt EWTN am Jubiläumstag um 12 Uhr, 16 Uhr und 19 Uhr eine Auswahl ihrer beliebten „Mutter Angelica-Live“-Shows aus, die von ihrer Bodenständigkeit, ihrem Humor und ihrem tiefen Glauben zeugen. Ihre Sendungen sind bis auf den heutigen Tag vielen Menschen Hilfe und Stärkung.

Das deutsche Programm von EWTN ist digital über den Satelliten Astra (Frequenz 12460 MHz) sowie regional im Kabel und als Live-Stream im Internet unter www.ewtn.de frei empfangbar.

Weitere Informationen zum deutschsprachigen Fernsehprogramm erhält man bei der Geschäftsstelle der EWTN-TV gGmbH in Bonn (info@ewtn.de, Tel. 0228/934941-60, Fax 0228/934941-65, Postfach 200461, 53134 Bonn) oder im Internet (www.ewtn.de).

Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere Mitteilung in Ihrem Medium redaktionell berücksichtigen und auf die Sondersendungen sowie die Empfangsmöglichkeiten von EWTN hinweisen.

von esther10 16.09.2013 00:51

Was ist "sittliches Gewissen" ? Gewissen ein Begriff von tief religiöser Bedeutung. Zuneigung des Menschen zum Guten und Abneigung vom Bösen;

Was ist "sittliches Gewissen" ?


Antwort von P. Ivan Fuček SJ, Professor im Ruhestand an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom

Rom, 16. September 2013 (ZENIT.org) P. Ivan Fuček SJ

Du wirst deine Taten verantworten müssen, die du nach deinem Gewissen oder gegen dein Gewissen getan hast. Jeder hat sein eigenes Gewissen. Hast du vielleicht ein unsauberes Gewissen? Mein Gewissen ist rein. Derjenige hat kein Gewissen!

Das sind Ausdrücke, die wir täglich hören, aber es sind, glaube ich, wenige, die ihren tiefen Sinn verstehen. Ich bin auch nicht unter ihnen. Was ist Gewissen?

Können Sie mir helfen, dass ich etwas mehr von dieser Wirklichkeit verstehe, auf die ich ständig höre, aber ich sehe sie und ich taste sie nicht? Viele Male erschrecke ich davor. Das Gewissen befindet sich in mir, und ich kann es nicht fassen, es läuft vor mir weg, und zur gleichen Zeit überwacht es mich streng?

Mislav

*

Du fragst mich über ein großes Geheimnis des Menschen. In uns gibt es eine geheimnisvolle Stimme. Sie spricht zu uns, leitet uns, ermahnt uns, lobt und tadelt uns. Wir sagen, dass es die Stimme des Gewissens sei. Das Gewissen stimmt mir zu. Das Gewissen plagt mich. Ich habe ein ruhiges, ein unruhiges, klares, konfuses, elendes, zertretenes, zärtliches, hartnäckiges, wahres, lügenhaftes Gewissen usw.

Das Wort „Gewissen“ hat in manchen Sprachen mehrere Bedeutungen. Es ist nicht die Rede vom vertraulichen Wissen, das der Mensch über sich selber hat. Das wäre „Bewusstsein“; manche nennen es „psychologisches Gewissen“; noch nicht auch sittliches. Es ist auch nicht die Rede vom Gefühl, das wir von gewissen Werten haben, wenn wir sagen, dass es uns „bewusst ist...“. Hier ist die Rede von der intuitiven Fähigkeit, mit der wir unmittelbar uns selbst erkennen und beurteilen, unsere Standpunkte, beabsichtigte und vollendete Taten. Mehr als theoretisches Wissen über das sittliche Gute und Böse, ist das praktisches Urteil, das uns bestätigt, dass etwas für uns gut oder schlecht ist, oder, dass etwas für mich gut oder schlecht war.

Alle Menschen, ob sie an Gott glauben oder nicht, kennen das Gewissen, das die innere zentrale menschliche Wirklichkeit zum Ausdruck bringt. Primitive Kulturen kennen zwar diesen Begriff „Gewissen“ nicht, aber sie kennen gut jene geheimnisvolle Wirklichkeit, die verblüfft, vorschreibt, befiehlt, Angst macht. Höhere Kulturen sprechen vom „Herzen“ als Gewissen. In Ägypten, im 15. Jahrhundert vor Christus, befinden sich Notizen wie: „mein Herz befiehlt mir, so zu handeln“, „das Herz ist mir Zeuge“, „das Herz tadelt mich“... Am Grabdenkmal des Priesters Petosiris in Hermapolis, 400 Jahre vor Christus, wurde diese Denkschrift gefunden: „ich bin in dieser ewigen Stadt (im ewigen Leben) angekommen, weil ich auf der Erde Gutes tat, weil mein Herz Gotteswege gegangen ist von meiner Jugend an bis zum heutigen Tag. Ich tat Gerechtigkeit und hasste die Ungerechtigkeit.“ Bei allen diesen Völkern ist das „Herz“, d.h. Gewissen ein Begriff von tief religiöser Bedeutung.

Auch die Bibel kennt das Wort „Gewissen“ nicht. Auch nicht die Evangelien. Wiederholt wird vom „Herzen des Menschen“, vom „reinen Herz“ gesprochen. Gutes Herz schenkt Frieden und Sicherheit, böses Herz tadelt den Menschen von innen her. Lob oder Tadel überträgt sich auf den Leib, bis zu den Knochen: „Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt und dessen Herz keine Falschheit kennt. Solang`ich es verschwieg, waren meine Glieder matt, den ganzen Tag musste ich stöhnen. Denn deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und bei Nacht: meine Lebenskraft war verdorrt wie durch die Glut des Sommers. Da bekannte ich dir meine Sünde und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir“ (Ps 32, 2-5). Der Mensch mit schlechtem Gewissen fühlt sich verlassen, und schaut, wie er von Gott fliehen kann: „Wohin könnte ich fliehen vor deinem Geist, wohin mich vor deinem Angesicht flüchten“? (Ps 139, 7)

Die griechische Philosophie führt den Begriff „Gewissen“ = wissen „mit“ (mit einem anderen) ein, und dieser Begriff wird auch in der griechischen Übersetzung der Bibel dreimal vorkommen. Für Sokrates ist Gewissen innerer „Geist“, der zu ihm spricht. Platon kennt auch das positive Gewissen, das „nicht tadelt“. Xenophon, Demosthenos und Sophokles berichten vom „guten“ Gewissen, während der griechische Gedanke über Gewissen vorwiegend negativ ist: Gewissen, das ermahnt, tadelt, droht. Römische Stoiker, besonders Cicero, sehen Gewissen als „inneres ungeschriebenes Gesetz“, nach dem man weiß, was und wie man tun soll. Seneca ahnt im Kern des menschlichen Inneren den „lebendigen Geist als Zeugen“ all unserer Handlungen. Dieser Geist sitzt drin und begleitet uns. Noch mehr, der gleiche Seneca im berühmten Schreiben an Freund Lucilius spricht von Anwesenheit Gottes in unserem Gewissen: „Gott ist dir nahe, er ist mit dir, er ist in dir“. Seneca berichtet auf welche Weise der Philosoph Sextius täglich Gewissensforschung machte: „Von welchem Übel wurde heute deine Seele gesund? In welcher Hinsicht bist du besser geworden?“

Hl. Paulus, unter Einfluss der griechischen Philosophie, benützt in seinen Briefen ebenfalls den Begriff „Gewissen“. Er ist davon überzeugt, dass auch die Heiden es besitzen und mit ihrem Verstand sittliche Werte, „in ihren Herzen eingeschrieben, entdecken können. Davon zeugt ihr Gewissen“ (Röm 2, 15). Nach dem Paulus, „nach dem Gewissen handeln“ ist das gleiche wie „nach dem Glauben zu handeln“. Damit, wirklich gutes und reines Gewissen im vollen Sinne des Wortes, beginnt erst seit Christus, mit Christus und in Christus, obwohl Christus der Herr den Begriff „Herz“ benützt und nicht „Gewissen“.

In diesem Sinne ist es wunderbar, Kirchenväter zu lesen, besonders Origenes, Hieronymus und Augustinus. Für sie bedeutet Gewissen die Fähigkeit, mit der wir das Gute vom Bösen unterscheiden, vor der Handlung, während der Handlung und nach der Handlung. Diese Fähigkeit ist angeboren, natürliche Gabe allen Menschen gegeben, ob sie gut oder böse sind. Für Origenes ist Gewissen Geist Gottes, innerer Zeuge, Zentrum und geheimnisvoller Raum unseres ganzen ethischen Lebens. Für Hieronymus ist Gewissen „Licht der Seele“, das höchste Teil des Menschen, Geist, der unseren Verstand und Gefühlsvermögen leitet; es ist einfach die Innerlichkeit des Menschen und Ursprung der Urteile über Gut und Böse. Augustinus findet im Gewissen lebendigen Gott, immer anwesend und wirkend im Inneren des Menschen, „der mir

näher ist als ich es selber bin“ (intimior intimo meo), und zur gleichen Zeit“ höher als alles, was man sich vorstellen kann“ (sumum meum), der mich liebt und mich immer zum Guten auffordert. Bei ihm ist Gewissen bekannt als „Stimme Gottes“ im Inneren des Menschen. Und, wo es Stimme gibt, gibt es auch Denjenigen, der spricht.

Im Mittelalter haben die Theologen zum Teil diese reiche innere Sicht des Gewissens verlassen und haben mehr über „Gewissensurteil“ diskutiert, das, gewiss, aus dem gleichen menschlichen Inneren hervorgeht. Hl. Thomas von Aquin, dem Aristoteles folgend, sieht Gewissen als rein intellektuelles Urteil, d.h. Urteil des Verstandes über unsere sittlichen Handlungen. Für Thomas ist Gewissen nicht gewisse Fähigkeit in uns, sondern „sittliches Urteil“, das zeugt, verbietet, spornt an, klagt an, peinigt, erhebt. Das alles geschieht in der Anwendung unserer Erkenntnis und des Wissens auf konkrete sittliche und unsittliche Taten. Deshalb sieht Thomas das Gewissen in erster Linie im Verstand, und nicht im Willen. Dem Thomas von Aquin folgen viele Philosophen und Theologen durch die Jahrhunderte hindurch, bis zu den heutigen, wie Sertillanges, Maritain und andere.

Hl. Bonaventura sieht das anderes. Gewissen ist eine gewisse intuitive Zuneigung des Menschen zum Guten und Abneigung vom Bösen; Fähigkeit oder Kraft der Seele, eine allgemein affektiv-emotionale Fähigkeit des Menschen, die ihn leitet in Hinsicht auf das Gute und Böse, und öffnet die Türe für Verständnis für andere. Es ist also mehr die Rede von der Zuneigung des Willens und der gefühlsmäßigen Dimension im Menschen als vom rein verstandesmäßigen Wirken, obwohl verstandesmäßiges Wirken auch im Bonaventuras Gedanken vom Gewissen nicht ausgeschlossen ist. Diese Linie befolgen viele und franziskanische Schulen und eine große Zahl der modernen katholischen Psychologen, wie A. Koch, I. Klug, Th. Müncker.

Das Zweite Vatikanische Konzil folgt dem Gedanken des hl. Augustinus und drückt sich so aus: „Das Gewissen ist die verborgenste Mitte und Heiligtum im Menschen, wo er allein ist mit Gott, dessen Stimme in diesem seinem Innersten zu hören ist... Das ist ein Gesetz, das er sich nicht selbst gibt, sondern dem er gehorchen muss und dessen Stimme ihn immer zur Liebe und zum Tun des Guten und zur Unterlassung des Bösen anruft und, wo nötig, in den Ohren des Herzens tönt: Tu dies, meide jenes. Denn der Mensch hat ein Gesetz, das von Gott seinem Herzen eingeschrieben ist, dem zu gehorchen eben seine Würde ist und gemäß dem er gerichtet werden wird“. (GS 16) Da ist das Gewissen in jenem tiefsten geheimnisvollen, heiligen, fast sakramentalen Sinn, dargestellt, was der Mensch in sich immer hat und wonach er sich richten kann. Jeder Mensch wird nach seinem sittlichen Gewissen gerichtet, nach dieser Fähigkeit und dem Handeln des ganzen Menschen, immer in absoluter Verbindung mit Gott. Das Urteil des Gewissens offenbart sich immer als persönliche Forderung Gottes an den Menschen.

Führen wir noch die Aussage des Katechismus der Katholischen Kirche aus dem Jahre 1992 an. In der Nr. 1777 steht es: „Im Innersten des Menschen wirkt das Gewissen. Es gebietet zum gegebenen Zeitpunkt, das Gute zu tun und das Böse zu unterlassen. Es urteilt auch über die konkreten Entscheidungen, indem es den guten zustimmt, die schlechten missbilligt. Es bezeugt die Wahrheit im Hinblick auf das höchste Gut, auf Gott, von dem der Mensch angezogen wird und dessen Gebote er empfängt. Wenn er auf das Gewissen hört, kann der kluge Mensch die Stimme Gottes vernehmen, die darin spricht“.

Nun, wir haben nur ein wenig das Fenster über das Gewissen geöffnet: was es ist und was es sein müsste. Wir haben das tiefe Mysterium des Menschen berührt, das auch weiterhin Geheimnis bleibt, wie auch Gott in uns Geheimnis bleibt und die Gottes Sprache in unserem Inneren, auf die wir immer hören müssen, weil sie unser erster und letzter Richter ist.

(Quelle: Ivan FUČEK, Moral-Geistliches Leben, Band Eins:. Person - Gewissen, 2. Auflage, Split, 2006, Seiten 288-290)

Ivan Fuček ist Jesuitenpater, Professor im Ruhestand an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und Theologe an der Apostolischen Pönitentierie.
(16. September 2013) © Innovative Media Inc.

von 13.09.2013 10:38

http://ecards.im-inet.at/

von 13.09.2013 06:38

Warnung vor falschen Rettern

Wenn dann jemand zu euch sagt:'Hier ist der Christus!'
oder 'Dort ist er!' glaubt ihm nicht!. Viele
werden sich nämlich als 'Christus' ausgeben,
und es werden falsche Propheten auftreten.
Sie vollbringen große Zeichen und Wunder,
um - wenn möglich - sogar die Auserwählten
Gottes irrezuführen.

Dewegen bleibt wachsam!
Ich habe euch gewarnt!
Wenn euch jemand erzählt: 'Der Retter ist draussen
in der Wüste, so geht nicht hin. Wenn er sich
irgendwo verborgen halten soll, glaubt es nicht.

Denn der Menschensohn kommt für alle sichtbar
- wie ein Blitz -, der von Ost nach West
am Himmel aufzuckt. Dies wird so gewiß
geschehen, wie sich die Geier um
ein verendetes Tier scharen.

Die Bibel, Hoffnung für Alle, Buch Matthäus, Kapitel 24, Verse 23 - 28

von 13.09.2013 00:05

- Das Gleichnis der zwei Söhne

"Ein Mann hatte zwei Söhne", erzählte Jesus. "Eines Tages sagte der jüngere zu ihm: 'Vater, ich will jetzt schon mein Erbe ausbezahlt haben .' Da teilte der Vater sein vermögen unter ihnen auf.

Nur wenige Tage später packte der jüngere Sohn alles zusammen, verließ seinen Vater und reiste ins Ausland. Dort leistete er sich, was immer er wollte. Er verschleuderte sein Geld, bis er schließlich nichts mehr besaß. In dieser Zeit brach eine große Hungersnot aus. Es ging ihm sehr schlecht. In seiner Verzweiflung bettelte er so lange bei einem Bauern, bis der ihn zum Schweinehüten auf die Felder schickte. Oft quälte ihn der Hunger so, dass er sogar über das Schweinefutter froh gewesen wäre. Aber nicht einmal davon erhielt er etwas.

Da kam er zur Besinnung 'Bei meinem Vater hat jeder Arbeiter mehr als genug zu essen, und ich sterbe hier vor Hunger. Ich will zu meinem Vater gehen und ihm sagen: Vater, ich bin schuldig geworden an Gott und an dir. Sieh mich nicht länger als deinen Sohn an, ich bin es nicht mehr wert. Aber kann ich nicht als Arbeiter bei dir bleiben?'

Er machte sich auf den Weg und ging zurück zu seinem Vater. Der erkannte ihn schon von weitem. Voller Mitleid lief er ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Doch der Sohn sagte:'Vater ich bin schuldig geworden an dir. Sieh mich nicht länger als deinen Sohn an, ich bin es nicht mehr wert.'

Sein Vater aber den Knechten:'Beeilt euch! Holt das schönste Gewand im Haus, und gebt es meinem Sohn. Bringt auch einen Ring und Sandalen für ihn! Schlachtet das Mastkalb! Wir wollen essen und feiern! Mein Sohn war tot und jetzt lebt er wieder. Er war verloren und jetzt ist er wiedergefunden.' Und sie begannen ein fröhliches Fest.

Inzwischen kam der älteste Sohn nach Hause. Er hatte auf dem Feld gearbeitet und hörte schon von weitem die Tanzmusik. Erstaunt fragte er einen Knecht:'Was wird denn hier gefeiert?' 'Dein Bruder ist wieder da' antwortete er ihm. 'Dein Vater hat sich so darüber gefreut, dass er das Mastkalb schlachten ließ. Jetzt feiern sie ein großes Fest.'

Der ältere Bruder wurde wütend und wollte nicht ins Haus gehen. Da kam sein Vater zu ihm heraus und bat 'Komm und freu Dich mit uns!' Doch er entgegnete ihm bitter:'All diese Jahre habe ich getan was du von mir verlangt hast. Aber nie hast du mir auch nur eine junge Ziege gegeben, damit ich mit meinen Freunden einmal richtig hätte feiern können. Und jetzt nwo dein Sohn zurückkommt, der dein Geld mit Huren durchgebracht hat, jetzt lässt du sogar das Mastkalb schlachten!'

Sein Vater redete ihm zu:'Mein Sohn, du bist immer bei mir gewesen. Was ich habe, gehört auch dir. Darum komm, wir haben allen Grund zu feiern.


Denn dein Bruder war tot, jetzt hat er ein neues Leben begonnen. Er war verloren, jetzt ist er wiedergefunden!'

Die Bibel, Hoffnung für alle, Buch Lukas, Kapitel 15, Abschnitt (Verse) 11-32

http://christ-und-esoterik.de/_-Warnung-...hen-Rettern.htm

von 11.09.2013 06:40

11. September – Die heiligen Märtyrer Felix und Regula (im 3. Und 4. Jahrhundert)

Zuweilen fällt ein Samenkorn, wie man glaubt, über seinen gehörigen Platz hinaus, geht aber nicht verloren, sondern bringt am Ort, wohin es gekommen ist, nur desto mehr Frucht. Im Reich Gottes weißt der Heilige Geist jedem Gläubigen nicht nur seinen Platz zu, sondern auch seine größere Wirksamkeit an. Denn er ist es, der in den Heiligen leuchtet, und durch sie das Finstere erleuchtet, und was tot ist, belebt. So ging es auch mit den beiden Heiligen Felix und Regula. Felix war aus der Thebäischen Legion und Regula war ihrem Bruder aus schwesterlicher Liebe gefolgt. Sie waren bei Agaun, jetzt Marrinach, dem Tod entgangen, und schlugen den Weg nach den Gegenden Deutschlands ein. Sie kamen durch Oberwallis durch den Furkapass in das Land Uri, und von da in das Land Glarus, das noch wenig bewohnt war. Dort wohnten sie eine Zeitlang und machten durch ihr Beispiel und die Gespräche mit den Landesbewohnern diese bekannt mit der Milde, Gnade und Heiligkeit des Evangeliums, was von einigen von ihnen mit Wohlgefallen und Folgsamkeit angenommen wurde. Von da gingen sie durch die Leitung Gottes in die alte Stadt Zürich, wo schon einige Christen waren, und nahmen dort Wohnung. In dieser Stadt wurden sie zu einer Leuchte des Evangeliums für alle, die der Herr berufen hatte, Gläubige und Heiden. Denn Jesus Christus war das Licht, die Freude und der Gewinn ihres Lebens, ihm dienten sie Tag und Nacht im Wachen und Beten, im Enthalten von den Lüsten der Welt, in Ermunterung der Gläubigen und in froher Verkündigung des Heils für alle, die zu ihnen kamen, und die Wege des ewigen Lebens suchten. Indessen hatte der dortige Landvogt Dezius vom KaiserMaximinian Befehl erhalten, die Christen zu verfolgen, und besonders die Thebäer aufzuspüren und sie zum Götzenopfer zu zwingen. Der Landvogt gehorchte; aber Gott schlug seine Kundschafter mit Blindheit, dass sie diese Heiligen nicht sofort fanden. Felix ermutigte seine Schwester zum heiligen Kampf und zum freudigen Bekenntnis im Leben und im Tod. Beide beteten zu Gott um die Gnade des Martertums und um Standhaftigkeit; ihr Gebet wurde durch den Drang des Herzens so laut und hörbar, dass sie schließlich von den Kundschaftern erkannt und vor den Landvogt geführt wurden. Dieser fragte sie, ob sie Christen und aus der Gesellschaft des Maurizius wären. Sie bekannten sich freimütig als Christen und Gefährten der Thebäer, und gestanden, dass sie große Hoffnung haben, diese mit der Gnade Jesu Christi im Himmel wieder zu finden. Dezius befahl, sie sollten den Göttern opfern. Die Heiligen antworteten, dass sie den Göttern nicht opfern, die mit jenen, die sie verehren, ewig unselig sein werden. Der Landvogt drohte im Zorn mit schrecklicher Folter. Sie aber bedenkend die Worte des Herrn: „Fürchtet jene nicht, die nur den Leib töten, aber die Seele nicht treffen können,“ erwiderten: „Der Leib steht in deiner Gewalt, die Seele aber in der Hand dessen, der Himmel und Erde erschaffen hat.“ Dezius ließ sie schlagen, am anderen Tag auf ein eisernes Rad flechten, mit zerlassenem Blei und Pech begießen, und alle Arten von Qual und Marter an ihnen versuchen, um sie von Christus abwendig zu machen. Die Heiligen aber lobten Gott mitten in der Qual und beteten um Beistand und ihre Vollendung. Der Landvogt sah, dass aller Versuch und die Peinigung fruchtlos ablaufe, und befahl hierauf, sie zu enthaupten. Freudig im Herrn gingen die Heiligen unter Gebet der Richtstätte zu. Da wurde eine Stimme vom Himmel vernommen: „Kommt ihr Auserwählte meines Vaters, nehmt Besitz von dem Reich, das euch von Anbeginn der Welt bereitet war.“ Als sie auf dem Richtplatz (zwischen dem Helm- und Kaufhaus) angekommen waren und das Urteil an ihnen vollzogen wurde, hörte man wieder eine Stimme: „Die Engel begleiten euch in das Paradies, und die heiligen Märtyrer empfangen und führen euch in die Stadt Gottes.“ Dies geschah im Jahr Christi 303. Zur Verherrlichung der Märtyrer wird ihrem glorreichen Tod in der alten Legende beigesetzt: „Hierauf (nach Vollzug des Urteils) haben sich die Leiber aufgerichtet, ihre Häupter aufgehoben, und vierzig Schritte weit auf jene Anhöhe getragen, wo sie nachher begraben wurden.“ Dieser Auferstehung der enthaupteten Leiber geschieht Meldung in dem Schenkungsbrief an das Stift zum großen Münster dieser Stadt von Karl dem Großen; und Notger ein Gelehrter des neunten Jahrhunderts aus dem Kloster St. Gallen erzählt dies Wunder als eine stete Überlieferung in der Legende dieser Heiligen.

Diesen Blutzeugen wird von den späteren Legendenschreibern der heilige Exuperanz auch als Märtyrer beigezählt. Dieser ist mit Felix und Regula in das Stadtsigill aufgenommen. Seine Reliquien sind von Kaiser Karl dem Großen nach Trier übersetzt worden. Felix und Regula wurden im großen Münster aufbewahrt, bis sie im Jahr 877 von Pantecho, Bischof zu Konstanz auf die Bitte Berthas, der Äbtissin zum Frauenmünster, erhoben und dorthin übersetzt worden sind.

von esther10 10.09.2013 14:42

Vatikan Friedensgebet für Syrien
http://kleinewelt.xobor.de/blog-e17171-U...rt-die-USA.html

von 10.09.2013 09:24

http://www.fuerdiefamilie.de/

von 09.09.2013 07:11

09.09.Petrus Claver


Herr, mein Gott,
dir soll mein Herz gehören,
dir allein.
Du bist mein Friede
und mein Leben,
du mein Heil.
Nur dich will ich noch suchen,
von dir allein ergriffen sein,
dir unwiderruflich zu eigen sein.




Petrus Claver 1580-1654 Ordenspriester

Pedro wurde 1580 in Spanien geboren. Während seines Theologiestudiums trat er 1602 in den Jesuitenorden ein. Noch während seines Studiums bekam er über die Berichte von Mitbrüdern Einblick in die Nöte der Schwarzen, die man als Sklaven nach Amerika verschiffte. 1610 sandte ihn der Orden nach Cartagena, einem für den Handel mit Spanien wichtigen Hafen in Kolumbien. Dort wurde er 1616 zum Priester geweiht und diese Stadt bildete von nun an das Zentrum seines Wirkens.
Als Hafenstadt war Cartagena auch ein Zentrum des Sklavenhandels. Petrus kümmerte sich in selbstloser Nächstenliebe um die Sklaven, die hier eintrafen und weiterverkauft wurden. Er brachte ihnen Lebensmittel und Kleidung und hatte im Jesuitenkolleg auch eine eigene Ambulanz für die Kranken eingerichtet, die ihm besonders am Herzen lagen. Darüber hinaus sorgte er dafür, dass die Sklaven unterrichtet wurden und gab auch eine Einführung in den katholischen Glauben. Viele ließen sich von ihm taufen, sein Beichtstuhl blieb vor allem den Schwarzen vorbehalten.
Petrus selbst führte ein asketisches Leben, fastete viel und schlief auf einer einfachen Matratze. Er nannte sich selbst stets den "Sklaven der Sklaven" - im Volksmund wurde er aber der "Apostel der Schwarzen" genannt. Das Ende seines Lebens ist gezeichnet von verschiedenen Krankheiten, die ihn ans Bett fesselten. Er starb 1654 im Jesuitenkolleg von Cartagena. Bei seiner Beerdigung war die ganze Stadt zugegen. Sein Leichnam ruht in einem Kristallsarg unter dem Altar der nach ihm benannten Jesuitenkirche.
Petrus wird verehrt als Schutzheiliger Kolumbiens und wegen seines Einsatzes für die Sklaven ist er auch zum Patron der Menschenrechte geworden. Nach ihm ist die 1894 von Maria Teresia Ledóchowska gegründete Sodalität der Missionsschwestern vom hl. Petrus Claver benannt, die in Afrika wirkt.

Ich weiß oft nicht, was für ein Wind mich vorantreibt, wohin mein Schifflein segelt, wie ich festsitze und wie ich meinen Kurs richtig steuere. - Ich vertraue auf Gott, meinen Herrn, der mir alles zum Besten schickt. Des Ewigen, nicht des Zeitlichen wegen bin ich erschaffen und erlöst worden.

von 07.09.2013 10:54

7. September – Der heilige Peter Claver



Peter, der eigentlich Claver hieß und von Geburt ein Spanier war, hat laut und kräftig und mächtig gegen die Sklaverei gekämpft und hat sich dadurch einen unsterblichen Ruhm erworben.

Zäh und lange kämpfte das Christentum gegen die Unmenschlichkeiten der Sklaverei, aber kaum war es ihm gelungen, in Europa wenigstens die schlimmsten Missstände dieser Menschenschinderei abzustellen, da gab es nach der Entdeckung Amerikas einen Rückfall bösester Art. Zu Millionen wurden Menschen in Afrika auf regelrechten Menschenjagden gefangen. Sie wurden unter den unwürdigsten Umständen auf Schiffen nach Amerika verfrachtet, wo sie in harter Fronarbeit auf großen Landgütern oder in Gold- und Silberbergwerken ein unmenschliches Dasein fristeten. Ein Unrecht war es, das laut zum Himmel schrie.

Peter Claver wurde der Helfer und Retter in der Not. Mit jungen Jahren war er zu Hause in den Jesuitenorden eingetreten. Und als er von den Grausamkeiten gegen die Sklaven hörte, hielt es ihn nicht mehr in der friedlichen Ruhe der heimatlichen Klöster. Noch bevor er die Priesterweihe empfangen hatte, siedelte er nach Cartagena über, einem der Haupthandelsplätze der Sklavenjäger, an der Ostküste Südamerikas. Er lebte und litt und schaffte und sorgte vierzig Jahre lang unter unvorstellbaren Schwierigkeiten und ungezählten Opfern für das leibliche und geistliche Wohl der Sklaven. Es war ein Dienst, der weder Geld noch Ehre einbrachte, denn niemand entlohnte den Heiligen für seine Mühen. Die vornehmen Leute verachteten ihn. Die Sklavenhändler hassten ihn sogar, weil er ihnen, wo es nur möglich war, auf die Finger klopfte und ins Handwerk pfuschte. Nichts jedoch konnte den eigentlich schwachen Mann, der so dünn wie ein Gerippe war, aber ein liebendes und starkes Herz besaß, davon abhalten, stets und überall für seine Schützlinge eine Lanze zu brechen und als ein Ritter ohne Furcht für sie aufzutreten.

Sooft, und es geschah leider all zu oft, ein Schiff mit Menschenfracht im Hafen in Cartagena einlief, war Peter Claver zur Stelle. Er verteilte an die Hungernden viele Gaben, Kleider und Lebensmittel, holte die Kranken an Deck, bediente und betreute sie und sorgte für den Transport ins Spital. Alle diese Hilfeleistungen waren allerdings nur Tropfen auf einen heißen Stein. Erst als es dem Heiligen gelungen war, bei den Behörden eine Vorschrift durchzudrücken, nach der die Sklaven bei der Ankunft aus Afrika erst eine Zeitlang in Cartagena bleiben mussten, bevor sie ins Landesinnere zur Zwangsarbeit verschleppt wurden, konnte sich seine Hilfstätigkeit nachhaltiger auswirken. Da es ihm mit seinem priesterlichen Herzen auch um die Bekehrung der Sklaven ging, hat Peter Claver auch über dreihunderttausend von ihnen mit eigener Hand getauft. Damit wollte er ihnen vor allem ihr trauriges Schicksal etwas erleichtern und ihnen den Herzensfrieden vermitteln, der sie stärkte, das harte Los etwas leichter zu tragen. Nicht zu wiegen ist der Segen, der von diesem Mann mit dem Herzen auf dem rechten Fleck ausgegangen ist.

Im Jahr 1650 zog sich Peter Claver im Dienst der Liebe die Pest zu. Zwar wurde er wieder gesund von der Krankheit, aber von da an war er gelähmt, so dass er weder gehen noch stehen noch die heilige Messe feiern noch allein essen konnte. Da ließ er sich zur Kirche tragen und hörte alle Tage Beichte früh und spät, bis ihn nach vier leidvollen Jahren die von ihm innig verehrte Mutter Gottes an ihrem Geburtstag von allen Leiden erlöste und in die ewige Freude holte.

von 06.09.2013 10:21


Dem Herzen Jesu singe!



Ich hatte bitteren Kummer und ich hatte niemand, dem ich mich hätte aussprechen können; niemand, dem ich meine Seelenkämpfe und Stürme hätte anvertrauen mögen.

Ein Gefühl gänzlicher Verlassenheit überkam mich bei dem Gedanken, dass das Elternhaus mir täglich fremder und fremder geworden sei seit dem Tod meiner guten Mutter. An Vergnügungen, wie sie ein 18jähriges Mädchen wohl sucht, das nur ganz für die Welt erzogen, fehlte es nicht. Sonst aber blieb ich mir ganz selbst überlassen und täglich wurde es leerer und öder in meinem Herzen, an das die Gnade schon manches Mal vergeblich angeklopft hatte, bald leise, bald laut.

In dieser Seelenstimmung verließ ich eines Tages das Haus und unwillkürlich lenkte ich meine Schritte zum Gotteshaus. Dort, wo ich allsonntäglich die Liturgie mit anderen jungen Mädchen zusammen auf der Orgelbühne sang, wohin ich immer mit so freudigem Eifer eilte, wenn ein Konzert die Kirche bis zum letzten Platz füllte: dort wird es vielleicht still werden in meinem Innern, so dachte ich. Es drängte mich hin zu Gott, mit ihm wollte ich allein sein; er war es, den ich suchte, aber in Dunkelheit, und den ich nicht fand. „Verschlossen!“ kam es enttäuscht und tonlos über meine Lippen, als ich die Hand auf das schwere Schloss der Kirchentür legte; denn die Kirchen sind ja untertags verschlossen.

Fast mechanisch schritt ich weiter auf der schon im Abenddunkel liegenden Straße, mit den Tränen kämpfend, die heiß emporstiegen. Ich achtete nicht darauf, wie weit ich schon gegangen sei. Plötzlich aber blieb ich stehen, um den vollen Akkorden einer Orgel zu lauschen. Vergebens suchte ich beim Schein der Laterne die Kirche, in der eine solche doch nur sein kann; nur ein offener, dunkler Torbogen lag vor mir, in den ich eintrat. Ein enger Hofraum zeigte eine Tür, die nur angelehnt war; von dorther kam die Musik.

Leise schob ich die Tür ein wenig auf, durch eine zweite Tür schimmerte Licht und kurz entschlossen trat ich ein. – Welch eine glückliche Fügung! Ich stand in einer katholischen Kirche. – Dass eine solche sich in der kleinen, ganz protestantischen Stadt befand, hatte ich gar nicht gewusst.

Das Kirchlein selbst war eng und klein, aber sauber und freundlich wie ein Schmuckkästchen und die ewige Lampe vor dem kleinen Hochaltar erhellte mit ihrem rosigen Schimmer den düsteren Chor. Auf einem kleinen Seitenaltar stand eine Herz-Jesu-Statue und diese selbst war festlich geschmückt.

Eben setzte die Orgel wieder aufs neue ein und nun hörte ich, dass oben geübt wurde. Es musste nur ein kleiner Chor junger Mädchen sein. Die Altstimmen waren überwiegend stark; auch eine dritte Stimme fehlte nicht. Aber der Sopran klang schwach und wenig durchgreifend.

Trotzdem ergriff mich die süße Melodie des Liedes, sie klang mir in die Seele hinein. Wieder und immer wieder aufs neue übte man dasselbe Lied. Bald konnte ich es auch. Bei dem jubelnden Schluss eines jeden Verses hätte ich einstimmen mögen, um mit meiner vollen Stimme, die Gott mir gegeben hat, zu helfen, dass es doch noch jubelnder klingen möchte.

Dieser stille Wunsch sollte kein bloßer Wunsch bleiben. Gewissermaßen zu meiner Ermutigung knistert droben auf der Orgelbühne unter den Taktschlägen des Dirigenten ein loses Blatt. Nun flattert es langsam näher und näher von oben herab und fällt zu meinen Füßen zur Erde nieder.

Freudig bücke ich mich. „Dem Herzen Jesu singe,“ lese ich unter der einzigen Gasflamme; mit starker Schrift steht es über den schlecht geschriebenen Noten, aber ich lese sie schon. Wieder klopft der Taktstock oben – wieder dasselbe Lied.

Ich kann es nicht lassen, nicht länger in der Kehle zurückhalten, was aus tiefster Brust emporsteigt, und so singe ich denn aus voller Kehle und freue mich, dass es klingt. Die zweite Strophe wird mit gleicher Begeisterung gesungen. Ich höre lebhafte, gedämpfte Stimmen und nun kommt mit hastigen Schritten jemand die Treppe, die zur Orgelbühne führt, herunter. Eilig will ich mich zur Tür wenden, aber im nächsten Augenblick steht ein junges Mädchen meines Alters vor mir und sagt in etwas schüchternem, aber freundlichem Ton: „Ach, liebes Fräulein, der Herr Lehrer lässt Sie bitten, doch heraufzukommen und mit uns zu üben. Wir müssen das Lied morgen zur ewigen Anbetung hier singen. Aber unsere beste Sängerin ist krank geworden und wir sind nur so wenige. Herr Lehrer hat es sogleich herausgehört, dass Sie unten mitsangen.“ Ich war sehr verlegen und wollte auch nicht verraten, wer ich sei. Im Städtchen waren wir noch wenig bekannt, weil mein Vater vor kurzem erst dorthin versetzt worden war.

Aber das Lied, das schöne Lied, es war zu verlockend für mich, ich musste es können, wenn ich auch Protestantin war. – So stand ich denn gleich darauf in der letzten Reihe der kleinen Mädchenschar bei der Orgel. Meine anfängliche Verlegenheit verbarg ich hinter dem Notenblatt und sang tapfer mit.

„Also morgen pünktlich um 6 Uhr!“ sagte der Lehrer zum Schluss. Offenbar hatte er die Absicht, auf mich zuzukommen; ich bemerkte es. Jedoch, um dies zu verhindern, war ich die erste, die eilends die Kirche verließ.

Seltsam, - mit welcher Stimmung war ich doch gekommen und wie ging ich von dannen! Hatte ich mir das Leid von der Seele gesungen? Es schien so. Noch immer klang es jubelnd in mir nach:



„Gelobt, gebenedeit

Soll sein zu jeder Zeit

Das heiligste Herz Jesu,

In alle Ewigkeit.“



Und leise sang ich es vor mich hin, während ich durch die dunklen Straßen nach Hause eilte. Was die ewige Anbetung recht sei, wusste ich nicht. Ich dachte auch nicht viel darüber nach; aber mitsingen wollte ich das Lied für jeden Fall.

So kam es denn, dass ich am folgenden Tag wieder zwischen meinen jugendlichen Gefährtinnen auf der Orgelbühne stand, die mich, freundlich lächelnd, mit etwas neugierigen Mienen empfingen.

Wie so gerne hätte ich einen Blick hineingetan in das hellerleuchtete Kirchlein von oben herab, aber ich stand ganz im Hintergrund. Ich hörte unten den Priester beten und die Andächtigen antworten; ich sah am Hochaltar die Kerzen blinken, aber den guten Gott, den erbarmenden Heiland in der Monstranz, sah ich nicht. Wohl aber wird sein allsehendes Auge auf mir geruht haben. Ja, der mich da wieder mit so deutlicher Stimme gerufen hatte, er sah mich auch.

Nun kam unser Lied an die Reihe. Wie schön es klang, so frisch und jubelnd! Denn auch die erkrankte Sängerin hatte sich wieder eingefunden.

„Da haben sich aber der liebe Herrgott und die Engel im Himmel gefreut,“ sagte der Lehrer mit wohlwollendem Lächeln, als die letzte Schlussstrophe verklungen war. Er ahnte nicht, dass ein Ruf der Gnade mit diesem Lied ertönte – hinein in ein armes, zagendes und irrendes Menschenherz.

Leise und unbemerkt hatte ich mich wieder entfernt. Als ich aber auf der stillen, öden Straße stand, überkam mich plötzlich ein Empfinden, das ich nicht in Worte zu bringen vermag. Ich hätte lachen und weinen mögen zugleich.

Zu der stillen, freudigen Zuversicht, die mich plötzlich erfüllte, schlich sich ein Weh in meine Seele, das bitterstem Heimweh gleichkam und das mir geblieben ist, bis zu dem Tag, an dem ich endlich nach langem Ringen und Kämpfen aufgenommen wurde in den Schoß der heiligen katholischen Kirche. Einige Jahre darauf, nachdem ich anderswo verheiratet war, besuchte ich auf einer Reise auch das kleine, liebe Städtchen wieder. Mein guter Mann, der mich begleitete, erfüllte gern meine Bitte, mit mir das traute, liebe Kirchlein aufzusuchen, in dem ich einst so freudig mitgesungen hatte, obwohl ich gänzlich fremd war. Nun war ich nicht mehr fremd, denn überall, wo immer eine ewige Lampe glüht, sind wir zu Hause und die Kirchtür ist uns nicht verschlossen.

Deshalb störte es auch jetzt nicht die heilige Stille, als auf der Orgel das liebste meiner Lieder, das ich hier zum ersten Mal gesungen hatte, in jubelnden Akkorden gespielt wurde:



„Dem Herzen Jesu singe

Mein Herz in Liebeswonn`!“



Nach meiner Konversion hatte ich nach und nach all die schönen Lieder und Gesänge gelernt, die so viel beitragen zur Verherrlichung des Gottesdienstes. Anfangs war es mir immer hart gewesen, dass ich nur schweigend zuhören musste, wenn in der Kirche gesungen wurde. Aber ein Lied konnte ich, und als ich zum ersten Mal als Katholikin in stiller Anbetungsstunde vor dem heiligsten Sakrament kniete und mit den Augen des Glaubens das Herz erkannte, das für die ganze Welt in heißer Liebe sich erschloss, da sang ich mit wahrem Herzensjubel den Lobgesang mit, den die andächtige Menge anstimmte:



„Dem Herzen Jesu singe

Mein Herz in Liebeswonn`,

Durch alle Wolken dringe

Der laute Jubelton.“



und nie soll in meinem Herzen verklingen das dankende:



„Gelobt, gebenedeit

Soll sein zu jeder Zeit

Das heiligste Herz Jesu,

In alle Ewigkeit.“

von 05.09.2013 06:35

•WIE DU MIR SO ICH DIR
Ein Junggeselle ist oft zu Hochzeiten in der Verwandtschaft eingeladen. Nach der Hochzeit wird ihm immer wieder gesagt: "Und das nächste Mal bist du dran!" Jedes Mal ärgert er sich über diese Sprüche und denkt nach, was er dagegen tun könnte. Nach dem nächsten Begräbnis in der Verwandtschaft sagt er zu jedem seiner Gesprächspartner: "Gelt, und das nächste Mal bist du dran!"

von 03.09.2013 12:06

3. September – Die heilige Ludmilla (im 10. Jahrhundert)
Ludmilla wurde um das Jahr 873 von heidnischen Eltern in Böhmen geboren. Ihr Vater, Slaviborig, war Graf und Erbherr zu Melnik und in den umliegenden Orten. Ihre Mutter, Lidoslava, war ebenfalls aus einer alten adeligen und reichen Familie entsprossen. Borzivojus, Sohn des damals regierenden Herzogs in Böhmen, wählte sie wegen ihrer guten Eigenschaften zur Gemahlin. Nicht lange danach fügte es Gott, dass ihr Gemahl mit vielen Vornehmen dem König der Markomannen einen Besuch abstattete, wo eben die zwei mährischen Apostel, Cyrillus und Methodius, anwesend waren. Sie predigten auch vor ihnen Christus den Gekreuzigten, außer dem kein Heil ist; und ihre Worte wirkten durch Gottes Gnade in den erzen des Herzogs und seiner Großen eine solche Überzeugung, dass er und viele von ihnen die heilige Taufe empfingen. Er nahm die heiligen Apostel mit sich an seinen Hof, und durch sein Beispiel und ihre salbungsvollen Worte wurde Ludmilla von der Lehre Jesu so überzeugt, dass sie mit ihren Kindern, ihrem Vater und ihren Brüdern zu Melnik vom heiligen Methodius feierlich die Taufe empfing.

Von diesem Augenblick an führte sie ein heiliges Leben, täglich beweinte sie ihre bisherige Blindheit, sie lag am Tag und des Nachts oft auf ihren Knien vor Gott, verweilte gern im Haus des Herrn, empfing oft die heiligen Sakramente, und wurde, gestärkt durch die göttliche Kraft, immer eifriger im Guten. Sie ließ die Götzenbilder zerschlagen, beschenkte die Kirchen, besonders zu Melnik und Bunzlau, mit verschiedenen Kirchengefäßen, und war die zärtlichste Mutter verlassener Armen.

Sie hatte ein großes Verlangen, Gott noch eifriger zu dienen, und ihr Leben fern von allen irdischen Freuden und dem Umgang mit Menschen zuzubringen. Sie trug dieses Verlangen ihrem Gemahl vor, der, von gleichem Geist beseelt, ihr den Wunsch äußerte, selbst genau das zu tun. Borzivojus übergab daher die Regierung seinem Sohn Wratislaus, der schon die Mündigkeit erreicht hatte, und ging mit Ludmilla und einem alten Priester, Namens Paulus, in die Einöde von Tetin, um da, fern von den Gefahren und den Zerstreuungen des Hofes, Gott allein zu dienen.

- Wratislaus wurde mit einer heidnischen Gattin, Drahomira, vermählt, in der Hoffnung, sie werde für ihn zu Jesus Christus gewonnen werden. Aber sie wollte die Religion Jesu Christi nicht annehmen. Indessen wurde dem Wratislaus von seiner Gemahlin ein Sohn, Wenzeslaus, der von der Kirche als ein Heiliger verehrt wird, geboren. Diesen ließ Ludmilla mit seiner christlichen Säugamme sogleich zu sich bringen, um ihn selbst im Christentum und in der wahren Frömmigkeit zu unterrichten und aus ihm einen Fürsten zu bilden, der für die Verbreitung des Christentums, welches das erste Augenmerk ihrer Sorgfalt war, stets eifern würde. Der unvermutete Tod des Wratislaus aber machte in der Regierungsfolge eine Abänderung notwendig. Der sterbende Fürst empfahl Böhmens Schicksal und besonders die Aufrechthaltung der christlichen Religion seiner Mutter Ludmilla, da sein Vater schon gestorben war. Hierüber war Drahomira äußerst aufgebracht; sie konnte es nicht ertragen, dass sie keinen Teil an der Regierung haben, und die gänzliche Zerstörung des Götzendienstes ansehen sollte. Sie sann daher auf eine Gelegenheit, ihre Schwiegermutter auf eine meuchelmörderische Weise los zu werden. Gott zeigte der Heiligen den Tag des ihr bevorstehenden Todes an. Ohne Gedanken an Rache brachte sie zuerst ihre zeitlichen Angelegenheiten in Ordnung. Sie gab jedem aus ihrer Dienerschaft, nebst einigen sehr nützlichen Lehren und Ermahnungen, den noch rückständigen Lohn, verteilte das noch übrige Geld unter die Armen, empfing dann die heiligen Sakramente und erwartete, voll Zuversicht auf den Beistand Gottes, ihre Mörder. Es erschienen zwei heidnische Fürsten, Tuman und Kuman. Sie bewirtete die beiden mit aller Freundlichkeit und Sanftmut. Während der Nacht brachen sie in ihr Schlafgemach, wo sie Ludmilla im Gebet antrafen und erwürgten sie mit dem Schleier ihres Hauptes im Jahre 927. Man begrub sie anfangs zu Tetin; nach einigen Jahren aber wurde ihr ganz unverwesener Leib von ihrem Enkel, dem heiligen Wenzeslaus, erhoben und in der Kirche des heiligen Georgius zu Prag beigesetzt.

Man nannte die heilige Ludmilla eine Mutter der Armen, einen Fuß der Lahmen, das Auge der Blinden, eine Trösterin der Betrübten und Waisen. Leuchtet die Liebe zu den Armen auch an uns hervor?

von 02.09.2013 08:42

7. September: Gebetstag für den Frieden
(radiovatikan.de) Mit eindringlichen Worten hat Papst Franziskus ein Ende der Gewalt in Syrien gefordert. Bei seinem Angelusgebet in Rom verurteilte er auch ausdrücklich den Einsatz von chemischen Waffen. „Nie wieder Krieg!“, rief der Papst und griff damit einen berühmten Satz seiner Vorgänger Pius XII. und Paul VI. auf. Für den nächsten Samstag lädt Franziskus zu einem Gebets- und Fasttag für den Frieden in Syrien und an anderen Konfliktherden weltweit ein. Er hoffe auf rege Teilnahme an einem Gebetstreffen am Samstagabend auf dem Petersplatz, so der Papst. Franziskus bat auch die anderen christlichen Konfessionen, sich seiner Initiative anzuschließen.
„Ich will mir den Schrei zu eigen machen, der mit wachsender Sorge aus jedem Teil der Erde, aus jedem Volk, aus dem Herzen eines jeden aufsteigt, aus der ganzen Menschheitsfamilie: Das ist der Schrei nach Frieden! Wir wollen eine Welt des Friedens, wir wollen Männer und Frauen des Friedens sein, wir wollen, dass in dieser unserer Gesellschaft, die von Spaltungen und Konflikten durchzogen wird, der Friede ausbreche! Nie wieder Krieg! Nie wieder Krieg!“
Der Friede sei „ein zu wertvolles Gut“, er müsse stetig gefördert und beschützt werden, so Papst Franziskus. Er nehme starken Anteil an allen Konflikten, die es auf der Erde gebe. „Aber in diesen Tagen wird mein Herz vor allem durch das verwundet, was in Syrien passiert. Ich bin bestürzt über die dramatischen Entwicklungen, die sich abzeichnen.“ Er rufe aus tiefstem Herzen nach Frieden in Syrien, sagte der Papst. „Wieviele Leiden, wieviel Zerstörung, wieviel Schmerz hat der Gebrauch von Waffen über dieses gemarterte Land gebracht und bringt es immer noch darüber, vor allem über die wehrlose Zivilbevölkerung! Denken wir daran, wieviele Kinder nicht mehr das Licht der Zukunft sehen werden! Mit besonderer Bestimmtheit verurteile ich den Einsatz von Chemiewaffen: Ich versichere euch, dass sich die schrecklichen Bilder der letzten Tage mir ins Gehirn und ins Herz gebrannt haben.“
Es gebe „ein Gericht Gottes und auch ein Gericht der Geschichte über unser Tun“, und niemand könne sich dem entziehen, mahnte der Bischof von Rom, der sich am Samstag mit seinen engsten Mitarbeitern ausgiebig über das Thema Syrien beraten hatte. „Der Einsatz von Gewalt führt niemals zum Frieden. Krieg bringt Krieg hervor, Gewalt bringt Gewalt hervor! Mit aller Kraft rufe ich die Konfliktparteien dazu auf, die Stimme des Gewissens zu hören und sich nicht in den eigenen Interessen zu verschließen. Sie sollen auf den anderen als auf einen Bruder sehen und mit Mut und Entschlossenheit die Begegnung und den Verhandlungsweg wählen, um die blinde Gegnerschaft zu überwinden.“ Mit „ebensoviel Nachdruck“ rief Papst Franziskus die internationale Gemeinschaft auf, endlich „ohne weitere Verzögerung“ mit allen Kräften „klare Initiativen für den Frieden“ in Syrien zu unternehmen. Diese Initiativen müssten „den Dialog und Verhandlungen“ zur Grundlage haben. Auf einen möglichen Waffengang der USA und westlicher Verbündeter in Syrien ging Franziskus nicht ein.
„Man sollte keine Mühe scheuen, um allen Betroffenen dieses furchtbaren Konflikts humanitäre Hilfe zu garantieren, vor allem den Obdachlos Gewordenen in Syrien und den zahlreichen Flüchtlingen in den Nachbarländern.“ Hilfswerke bräuchten unbedingt Unterstützung, damit ihre Anstrengungen die Bevölkerung erreichten.
„Was können wir tun für den Frieden in der Welt? Wie Papst Johannes gesagt hat: Es ist die Aufgabe aller, die Beziehungen des Zusammenlebens in Gerechtigkeit und Liebe fester zu knüpfen.“ Damit bezog sich der Papst auf die berühmte Friedens-Enzyklika Pacem in Terris seines Vorgängers, des seligen Johannes XXIII. „Eine Kette des Einsatzes für den Frieden möge alle Männer und Frauen guten Willens untereinander verbinden! Das ist ein dringender Appell, den ich an die ganze katholische Kirche richte, aber auch ausweite auf die Christen anderer Konfessionen, auf die Anhänger jeder Religion und auch auf die Brüder und Schwestern, die nicht glauben: Der Friede ist ein Gut, das jedes Hindernis überwindet, er ist ein gemeinsames Gut der Menschheit.“
Eine „Kultur der Begegnung und des Dialogs“ sei „der einzige Weg zum Frieden“, fuhr Franziskus beschwörend fort. Im Gegensatz zur üblichen Praxis war der Entwurf seiner Ansprache vom Vatikan den Journalisten nicht vorab übermittelt worden. „Möge der Schrei nach Frieden laut aufsteigen, damit er das Herz aller erreicht und alle die Waffen niederlegen! Darum, liebe Brüder und Schwestern, habe ich entschieden, für die ganze Kirche am 7. September, der Vigil des Festes Mariä Geburt, einen Tag des Fastens und des Gebets für den Frieden in Syrien, im Nahen Osten und weltweit anzusetzen. Ich lade auch die nicht-katholischen christlichen Brüder, die Angehörigen anderer Religionen und alle Menschen guten Willens dazu ein, sich dieser Initiative anzuschließen.“ Für die Initiative von Papst Franziskus gibt es vor allem im Pontifikat von Johannes Paul II. (1978-2005) Vorbilder. So bemühte sich der polnische Papst in den achtziger Jahren vor einem Gebetstreffen für den Frieden in Assisi um einen weltweiten Waffenstillstand. Weil eine Reise in den Irak zum Heiligen Jahr 2000 nicht zustandekam, hielt Johannes Paul II. einen Gebetstag für den Irak im Vatikan ab.
„Am 7. September von 19 bis 24 Uhr werden wir uns hier auf dem Petersplatz zum Gebet und in einem Geist der Busse treffen, um Gott um das Geschenk des Friedens zu bitten für die geliebte syrische Nation und alle Konflikt- und Gewaltherde in der Welt. Die Menschheit braucht Gesten des Friedens, sie braucht Worte der Hoffnung und des Friedens! Ich bitte alle Ortskirchen, dass sie an diesem Tag das Fasten einhalten und einen liturgischen Akt in dieser Intention organisieren.“

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