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von esther10 23.02.2016 00:24

Kyrill: Wiedervereinigung der Kirchen wäre Wunder


Der Moskauer Patriarch über die Konsequenzen des historischen Treffens
Moskau/Sao Paulo - 22.02.2016

Nach seiner historischen ersten Begegnung mit dem Papst hält der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. eine Vereinigung seiner Kirche mit der katholischen Kirche erst in ferner Zukunft für möglich. "Wenn es zu einer Wiedervereinigung (der russisch-orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche) kommen würde, wäre das ein Wunder Gottes, falls wir es einmal erleben", sagte Kyrill I. nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Novosti am Wochenende im brasilianischen Sao Paulo. "Ich habe keine Zuversicht, dass ich sie erleben werde. Aber vielleicht wird sie irgendjemand einmal erleben."

Beide Konfessionen ließen sich durch eine Vereinbarung beider Kirchenoberhäupter weder "näherbringen" noch "vereinigen", so der Patriarch vor Journalisten. Dafür reiche nicht einmal die Zustimmung aller Bischöfe aus. Mit Papst Franziskus habe er vor einer Woche auf Kuba "ehrlich" über die Trennung der beiden Kirchen gesprochen, und: "Wir halten die Positionen unserer Väter bei."

Viele russisch-orthodoxe Christen befürchten durch eine zu starke Annäherung an die katholische Kirche die Aufgabe eigener Traditionen. Gleichwohl sprachen sich bei einer jüngsten Umfrage drei Viertel der Russen für ein Treffen der beiden Kirchenoberhäupter in Moskau aus. Franziskus und Kyrill I. hatten sich am 12. Februar auf dem Flughafen der kubanischen Hauptstadt Havanna getroffen. Es war die erste Begegnung der Kirchenoberhäupter aus Moskau und Rom seit der Entstehung des Moskauer Patriarchates im 15./16. Jahrhundert. Dabei betonten beide den Willen zur Kircheneinheit. In einer gemeinsamen Erklärung warnten Papst und Patriarch eindringlich vor der Gefahr eines neuen Weltkriegs.

Die russisch-orthodoxe Kirche ist mit rund 160 Millionen Anhängern die mit Abstand größte orthodoxe Kirche. Zum Bruch zwischen der Ost- und der Westkirche kam es 1054 in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. (KNA)
katholisch.de
Linktipp: "Wir danken Gott für diese Begegnung"

von esther10 23.02.2016 00:22

Kirche wird niemals zusammenbrechen“
Papst: Mitglieder der Kurie sollen Vorbilder für alle sein.

Erstellt von Radio Vatikan am 22. Februar 2016 um 23:11 Uhr


Statue des hl. Petrus
Vatikan (kathnews/RV). Die Kirche wird niemals zusammenbrechen, so sehr sie auch durch die Ereignisse der Geschichte erschüttert wird. Das versicherte Papst Franziskus in Anlehnung an ein Augustinus-Zitat in seiner Predigt vor seinen Mitarbeitern an diesem Montag. Mit der Heiligen Messe gedachten Papst und Kurienmitarbeiter des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Vor der Messe kamen die Mitarbeiter in der Audienzhalle zu einer Meditation zusammen, um dann in feierlicher Prozession mit Papst Franziskus durch die Heilige Pforte von Sankt Peter zu pilgern.

In seiner Predigt ging Franziskus auf das Tagesevangelium ein, in dem Jesus wiederholt fragt „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ (Mt 16,15) „Eine klare und direkte Frage, mit der konfrontiert es nicht möglich ist, neutral zu bleiben, oder die Antwort hinaus zu zögern oder an jemand anderes zu delegieren. Aber sie ist nicht inquisitorisch gemeint, sondern voller Liebe. Die Liebe unseres Herrn, die uns heute aufruft, unser Vertrauen in ihn zu erneuern, ihn als den Sohn Gottes und Herrn unseres Lebens zu erkennen. Und der erste, der das Glaubensbekenntnis sprechen und erneuern muss, ist der Nachfolger Petri, der die Verantwortung trägt, den Glauben seiner Brüder zu stärken.“

Man solle sich die Antwort von Petrus auf Jesu Frage, für wen man ihn halte, zu eigen machen. „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Die Augen sollten auf Jesus gerichtet sein, denn er sei der Anfang und das Ende, aber auch das Ziel, der Aktivitäten der Kirche. „Er ist die Grundlage und eine andere kann niemand legen. Er ist der Fels, auf dem wir aufbauen müssen. Daran erinnert der Heilige Augustinus mit ausdrucksstarken Worten, wenn er schreibt, dass die Kirche, auch wenn sie durch die Geschichte und ihre Ereignissen erschüttert wird, „nicht zusammenbricht, da sie auf dem Fels gegründet ist, von dem Petrus seinen Namen bekam. […] Der Fels ist Christus, auf dessen Grundlage auch Petrus errichtet wurde.“

Aus diesem Glaubensbekenntnis ergebe sich die Pflicht, den Ruf Gottes zu erwidern, erklärt Papst Franziskus weiter. Als Modell diene Gott selbst, dessen Wirken der Prophet Ezechiel gut beschrieben habe, meint Franziskus: „Er geht auf die Suche nach dem verlorenen Schaf, bringt das vertriebene zurück, verbindet das verletzte und kräftigt das schwache. Ein Verhalten, das ein Zeichen der Liebe ist, die keine Grenzen kennt. Es ist eine treue, konstante und unbedingte Hingabe, damit seine Barmherzigkeit auch die Schwächsten erreichen kann. Und, dennoch, wir dürfen nicht vergessen, dass die Prophezeiung Ezechiels ihren Anfang mit der Beobachtung der Mängel der Hirten Israels findet.“

Es sei das Antlitz des Guten Gotten, das die Hirten der Kirche erleuchten, reinigen und verwandeln möge, um sie vollständig erneuert zu ihrer Mission zurückzuführen. Denn keiner solle sich vernachlässigt oder schlecht behandelt fühlen, sondern vor allem innerhalb der Kurie die liebevolle Fürsorge des Guten Hirten spüren. „Wir sind aufgerufen, die Mitarbeiter Gottes zu sein bei einem so wichtigen und einzigartigen Unternehmen, wie dem, mit unserer Existenz die Stärke der Gnade zu bezeugen, die verwandelt, und die Kraft des Geistes, der erneuert. Lassen wir zu, dass der Herr uns von jeder Versuchung erlöse, die uns vom Kernpunkt unserer Mission entfernt, und entdecken wir die Schönheit dessen wieder, den Glauben in Jesus zu bekunden. Die Treue zum Dienst verbindet sich gut mit der Barmherzigkeit, die wir erfahren wollen.“ Denn Treue zum Dienst und Barmherzigkeit seien untrennbar miteinander verbunden.

Papst Franziskus schloss seine Predigt mit der Aufforderung, dass die Mitarbeiter der Kurie Vorbilder für alle sein sollen, indem sie „nach dem Herzen Christi handeln“ mögen. Auf diese Weise, so nahm Franziskus Bezug auf ein Zitat aus dem ersten Petrusbrief, würden sie die „Krone des Ruhmes, der nicht vergeht“, erhalten, sobald „der oberste Hirte“ erscheine (1 Petr 5,14).
http://www.kathnews.de/kirche-wird-niemals-zusammenbrechen
Foto: Statue des hl. Petrus – Bildquelle: Kathnews


von esther10 23.02.2016 00:22

Marcel Koller: „Gehe gerne in Kirchen und suche dort Stille“


Praktizierte Religion ist ein wichtiger Teil in der Biografie von Österreichs Fußball-Nationaltrainer Marcel Koller und für viele Profifußballer ein bestimmender Faktor. Diesen Eindruck vermittelt die erste von Koller autorisierte Biografie, die am Sonntag in Wien präsentiert wurde. „Bei Reisen im Ausland gehe ich gerne in Kirchen und suche dort die Stille. Diese Momente sind für mich schon sehr wichtig. Daraus beziehe ich Kraft“, sagt Koller im Gespräch mit dem Autor des Buches, „Kleine Zeitung“-Chefredakteur Hubert Patterer. Ort des Gesprächs ist der Kölner Dom, den die beiden auf der Spurensuche nach den prägenden Orten und Ereignissen des Erfolgstrainers genauso besuchten wie das Grab seiner Eltern in Zürich oder die Stiftskirche in St. Gallen.

Die Biografie mit dem Titel „Die Kunst des Siegens“ zeigt im Kapitel über das „spirituelle Koordinatensystem“ des ehemaligen Profifußballers einen in der Kindheit vom katholischen Glauben geprägten Menschen. Maßgeblich verantwortlich für seine „Spiritualität“ seien die Mutter und vor allem der Großvater gewesen. Der Besuch der Sonntagsmesse mit dem Großvater und danach das gemeinsame Mittagessen waren „ein fixes Ritual“ und „Pflicht“. Und nachts in stillen Momenten bedanke er sich für jeden Tag, den er erleben dürfe.
(kap 22.02.2016 pdy)
http://de.radiovaticana.va/news/2016/02/...2%80%9C/1210354



von esther10 23.02.2016 00:21

Kardinal Onaiyekan: „Boko Haram dem Ende nahe“
16 Monate nach der Entführung von 200 Schülerinnen äußert der Erzbischof von Abuja den Verdacht, dass eine große Zahl der Mädchen getötet worden sein oder Selbstmord begangen haben könnten, ortet jedoch einen Rückzug der Terrorgruppe.



Ein Jahr und vier Monate nach der Entführung von 200 in Ausbildung befindlicher Mädchen durch die Terrormiliz Boko Haram herrscht immer noch Ungewissheit über den Verbleib der jungen Frauen; vermutet werden Mord oder Selbstmord. 28. AUGUST 2015 .Dem Erzbischof von Abuja zufolge steht den Terroristen jedoch eine Niederlage bevor.

Anlässlich des 500. Tages seit der Entführung im Staat Borno, wo zugunsten der „Chibok Girls“ flächendeckend Sensibilisierungs- und Solidaritätsinitiativen ergriffen wurden, bestätigte der Kardinalerzbischof von Abuja, John Olorunfemi Onaiyekan, vor den Mikrofonen von Radio Vatikan, dass man über keine Angaben zu den Mädchen verfüge und „im Gegenteil stets die Angst herrsche, dass die Mädchen vielleicht nicht mehr am Leben oder auf dem Weg zum Selbstmord sein könnten“.

Den Berichten des Kardinals zufolge halten die Terroristen die Schülerinnen von den gemeinsam mit ihnen festgenommenen Flüchtlingen getrennt, „denn sie kennen den symbolischen Wert dieser Chibok Girls“, von denen einige zur Konvertierung zum Islam oder zur Rekrutierung durch Boko Haram gezwungen worden sein könnten.

Als positives Moment hob der Kardinal jedoch hervor: „Nahezu das gesamte von Boko Haram eroberte nigerianische Gebiet wurde befreit“, während „es heißt, dass die gesamte Organisation aufgelöst wurde“. Der größten islamistischen terroristischen Gruppierung in Subsahara-Afrika könnte somit das Ende bevorstehen.

Der Erzbischof von Abuja bestätigte anschließend seine Überzeugung, dass Boko Haram den Islam nicht repräsentiert und der Großteil der nigerianischen Muslime mit den verfolgten Christen in Solidarität vereint ist.

Der Kardinal gab dazu die folgende Stellungnahme ab: „Die nigerianische muslimische Gemeinschaft hat endlich den Umstand akzeptiert, dass Boko Haram dem Haus des Islam angehört und nun liegt es an der muslimischen Gemeinschaft, diesen terroristisch und extremistisch agierenden Personen die Unterstützung zu verweigern. Sie sind zahlenmäßig nicht viele, doch sie sind gefährlich“, so Onaiyekan abschließend.
https://de.zenit.org/articles/kardinal-o...-dem-ende-nahe/



von esther10 23.02.2016 00:20

Giovanna Maria Bonomo (1606-1670)
Benediktinerin und Selige

22. FEBRUAR 2016BRITTA DÖRREESCHATOLOGIE, HEILIGE UND SELIGE
Beata-Bonomo


DENKMAL DER SL. GIOVANNA MARIA BONOMO ZWISCHEN DEN TRÜMMERN VON ASIAGO, 1. WELTKRIEG / WIKIMEDIA COMMONS - N.N., Public Domain

An Giovanna Maria Bonomo erinnert heute noch eine Statue, die 1908 vor ihrem Elternhaus in Asiago errichtet wurde. Während die ganze Stadt von einem Erdbeben zerstört wurde, blieb die Statue der Seligen wie durch ein Wunder unversehrt.

Giovanna Maria Bonomo wurde am 15. August 1606 in Asiago geboren. Als die Mutter verstarb, wurde das kleine Mädchen in die Obhut der Klarissen gegeben. Schon früh fasste Giovanna Maria den Entschluss, ihr Leben Gott zu weihen. Ihr Vater war über den Plan seiner Tochter nicht glücklich und widersetzte sich zunächst. Er nahm sie mit nach Asiago, gab dann aber ihrem Wunsch nach. 1621 trat sie dem Kloster „San Girolamo“ der Benediktinerinnen in Bassano del Grappa bei. Nur ein Jahr später legte sie die Gelübde ab.

Giovanna Maria erlebte Visionen und Ekstasen und trug die Stigmata. Von ihrem Umfeld wurde sie als verrückt erklärt und daher von der Außenwelt abgeschnitten. Ihr Gesundheitszustand war sehr schwach. Ab 1650 besserte sich ihre Situation sichtlich.

1652 wurde sie zur Äbtissin des Klosters gewählt, 1655 zur Priorin und 1664 erneut zur Äbtissin. Ihren Mitschwestern vermittelte sie, dass heilige Taten in einfachen und alltäglichen Dingen vollbracht werden könnten. Ihr Leben lang kümmerte sich die Selige um Arme und Bedürftige und stand allen Hilfesuchenden zur Seite. Auch Wunderheilungen wurden ihr zugeschrieben.

Giovanna Maria starb am 22. Februar 1670. Ihre sterblichen Überreste ruhen in der ihr geweihten Kirche „Beata Giovanna Maria“ in Bassano del Grappa. 1813 wurde an die Kirche eine neue Kapelle angebaut, die ihr gewidmet wurde und wo ihre Reliquien ihre letzte Ruhestätte fanden. Ihre Seligsprechung erfolgte 1783.
https://de.zenit.org/articles/giovanna-m...d30ab9-40961937



von esther10 23.02.2016 00:19

Polizeigewerkschaft: Politik verursacht Flüchtlingsprobleme und läßt Polizei im Stich
Veröffentlicht: 23. Februar 2016 | Autor: Felizitas Küble

Die Vorfälle in Clausnitz (Sachsen) bei der Ankunft eines Flüchtlingsbusses ziehen eine breite Diskussion nach sich. DPolG-Bundesvorsitzender Rainer Wendt sagte gegenüber der Huffington Post: “Die Politik verursacht die Probleme in der Flüchtlingskrise und lässt die Polizei mit den Folgen alleine”.

Passiere dann jedoch etwas, würden “die Parteien den Beamten die Schuld an der Eskalation geben”, mahnt Wendt. Er kritisiert den massiven Stellenabbau bei der Polizei in den vergangenen Jahren.

Artikel bei der Huffington Post

Quelle: http://www.dpolg.de/aktuelles/news/raine...stich-gelassen/

Weiterer Bericht hierzu: http://www.dpolg.de/aktuelles/news/stell...-ueber-polizei/

https://charismatismus.wordpress.com/201...lizei-im-stich/

von esther10 23.02.2016 00:17

Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz besucht den Nahen Osten
Erzbischof Gądecki verließ Damaskus nur knapp vor dem letzten Anschlag

22. FEBRUAR 2016


Msgr. Stanisław Gądecki / WIKIMEDIA COMMONS - Bialo-Zielony, CC BY-SA 4.0

Während in Damaskus der jüngst verübte Terroranschlag geplant wurde, befand sich auch Erzbischof Stanisław Gądecki in der syrischen Stadt. Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz reiste kurz vor dem Anschlag, bei dem über 80 Menschen ums Leben kamen und viele verletzt wurden, ab. Dies war einer der gefährlichsten und gleichzeitig auch wichtigsten Besuche des Vorsitzenden des Polnischen Episkopats.

Am Ende seines Aufenthalts im Nahen Osten, der vom 17. bis zum 22. Februar dauerte, sagte Erzbischof Stanisław Gądecki: „Unser Besuch hatte vorrangig einen kirchlichen Charakter. Wir wollten ihn nicht mit politischen Absichten und auch nicht mit dem Thema der humanitären Hilfe verbinden. Unsere Absicht war – gemäß der Worte des Apostels Paulus: ,Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit‘ (1 Kor 12,26) – unsere christlichen Schwestern und Brüder Gott anzuempfehlen und ihnen Hoffnung zu geben. Wir haben hier ein sehr bedrückendes Bild des Krieges gesehen. Aber trotz dieser Tragödie haben wir auch die große Begeisterung des Glaubens gespürt. Wir haben gebetet für die, die ums Leben gekommen sind und für die, die leiden.“

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hat Syrien und den Libanon zusammen mit Pater Waldemar Cisło, dem Direktor der polnischen Sektion des Päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ besucht. Seit 2009 organisieren die polnischen Bischöfe in ihren Diözesen, in Zusammenarbeit mit diesem Hilfswerk, Kollekten um den Bedürftigen u.a. in Indien, Nigeria, Sudan, Ägypten, Libanon, Irak und Syrien zu helfen. In den vergangenen zwei Jahren waren die Kollekten in den Pfarreien zur Hilfe für Syrer bestimmt. Dank der Großzügigkeit der Katholiken in Polen hinsichtlich dieser Absicht wurden insgesamt 10 Millionen Zloty gespendet. Von dieser Hilfe profitieren Hunderttausende von Menschen, nicht nur Christen.
https://de.zenit.org/articles/vorsitzend...d30ab9-40961937



von esther10 23.02.2016 00:14

Regensburg: 10 Jahre „in die Welt hineinwirken“
Das Diözesankomitee der Katholiken

22. FEBRUAR 2016
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Wikimedia Commons - Karsten Dörre, CC BY-SA 3.0


Vor genau 10 Jahren ist das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Regensburg auf Einladung des damaligen Bischofs Gerhard Ludwig Müller zusammengekommen, um die Arbeit der Verbände zu koordinieren und in die Gesellschaft hineinzuwirken.

Bei der Vollversammlung des Diözesankomitees stellte Bischof Rudolf Voderholzer in seinem Grußwort das Turiner Grabtuch vor, das aus Anlass des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit in einer Kopie durch das Bistum reist. Auch wenn es nie gelingen werde, die Echtheit des Grabtuches sicher zu beweisen, sei es doch ein Bild des Trostes, das Gottes Barmherzigkeit ausdrücke, welche selbst das größte Leid überwinde, so der Bischof.

Moderiert wurde das Ganze von Reinhard Böhm und Patricia Szörenyi, Mitarbeiter der Gemeindeberatung im Bistum Regensburg. Mithilfe eines Zeitstrahls konnten die Anwesenden Themen, Aktionen und Herausforderungen zu den einzelnen Jahren benennen. Dabei wurde unter anderem auf den Katholikentag in Regensburg und das Wallfahrtsheft des Arbeitskreises Ehe und Familien hingewiesen. Auch die Reihe „Diözesankomitee vor Ort“ kam zur Sprache, die mit einer Veranstaltung zum Jahrestag des Falls des Eisernen Vorhangs begonnen hatte.

Für die Zukunft wünschten sich die Mitglieder eine noch breitere Themenvielfalt und eine bessere Vernetzung bis hinunter auf Dekanats- und Pfarreiebene. Der Perspektivprozess soll bei der Herbstvollversammlung fortgesetzt werden.

Bischof Rudolf Voderholzer betonte, dass das Diözesankomitee nicht der verlängerte Arm des Bischofs sei, sondern seinen Auftrag durch Taufe und Firmung erhalten habe. „Ich bin stolz auf das gute Verbandswesen im Bistum“, so der Bischof. Wichtig sei, Wege zu finden, die Kompetenzen zu bündeln. Es sei Auftrag der Christen, in die Welt hineinzuwirken, Christsein als etwas Bereicherndes zu erfahren und sich auch nicht einschüchtern zu lassen. Das Diözesankomitee soll dabei als umfassendes Repräsentationsgremium der Verbände wirken.

Die Reihe „Diözesankomitee vor Ort“ soll übrigens fortgesetzt werden: Weitere Veranstaltungen zum Thema „Kirche im 21. Jahrhundert – Bausteine einer lebendigen Kirche sein“ sind in Amberg, Landshut und Cham geplant. Ebenso sei wieder ein Ehrenamtsempfang geplant, um die Arbeit der Ehrenamtlichen in den Verbänden und Geistlichen Gemeinschaften zu würdigen, erzählte Vorsitzende Michaela Halter. Werner Spitzl vom Arbeitskreis Ehe und Familie wies auf den geplanten Diözesanen Familientag hin. Dieser findet am 10. Juli 2016 in Heiligenbrunn bei Landshut statt – jeder ist dazu eingeladen. Thomas Andonie vom Arbeitskreis Jugend stellte eine Postkartenaktion vor, mit der Glaube und Kirche wieder ins Gespräch gebracht werden sollen und die ein Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit des Diözesankomitees sei.
https://de.zenit.org/articles/regensburg...d30ab9-40961937
(Quelle: Webseite des Bistums Regensburg, 22.02.2015)

von esther10 23.02.2016 00:14

Zur Weiterentwicklung der Bischofssynode: Eine Tagung


Auf dem Weg zur Synode: Papst Franziskus - L'Osservatore Romano

18/02/2016 09:00SHARE:
Bei der Vorbereitung von Bischofssynoden soll auch künftig immer das Volk Gottes befragt werden. Das ist eines der Ergebnisse der Studientagung, die vom Sekretariat der Bischofssynode vom 6. bis zum 9. Februar in Rom abgehalten wurde. Unter dem Titel „Die Bischofssynode im Dienst an einer synodalen Kirche“ hatten Theologen, Kirchenrechtler und andere Fachleute über das Thema diskutiert.

Ausgangspunkt der Tagung sei die Ansprache von Papst Franziskus zum Jubiläum der Bischofssynode im Oktober vergangenen Jahres gewesen, heißt es in einer Pressemeldung des Sekretariats. Diese Ansprache sei der programmatische Text, der auch die theologischen Hausaufgaben für die Kirche beschreibe.

Von den Teilnehmern der Tagung wurde insbesondere die Teilnahme von Experten und anderen Auditoren hervorgehoben, die gemäß der antiken Tradition der Synode auch in den Unterscheidungs- und Entscheidungsprozessen eine größere Rolle spielen sollten, auch wenn sie selber kein Stimmrecht haben.

Ein weiteres Thema war die Zusammenarbeit der Synode mit den Bischofskonferenzen, den Synoden der orientalischen Kirchen und mit den kontinentalen Zusammenschlüssen der Konferenzen, um die gefassten Entschlüsse dann in die sozio-kulturellen Situationen umsetzen zu können.

Debattiert wurde ebenfalls, wie das weltweite Bischofskollegium adequat repräsentiert werde könne, außerdem ging es um den Stellenwert der abschließenden Dokumente. Man wünsche sich außerdem eine theologische Einordnung der Synode in eine „synodale Ekklesiologie“, wie es in der Pressemeldung heißt.

Synodalität soll aber nicht auf weltkirchlichem Niveau stehen bleiben, ein weiteres Thema war deswegen die Synodalität der Ortskirchen, beginnend mit den Pfarreien, über die Bischofskonferenzen bis hin zur römischen Kurie.

(rv 18.02.2016 ord)

von esther10 23.02.2016 00:11

Dank an Kardinal Sarah für sein Lebenszeugnis
Festliche Präsentation des frischen Interviewbands in Regensburg



​Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Gottesdienstkongregation, war als Erzbischof von Conakry in Guinea Nachfolger des vom damaligen kommunistischen Regime unter dem Diktator Sékou Touré gefolterten Raymond-Maria Tchidimbo. An Heiligabend 1970 war dieser als erklärter Gegner der Kommunisten wegen angeblicher Spionage für das damalige Westdeutschland zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt worden. Fast neun Jahre schmachtete er in einem Lager unter grausamen Bedingungen. Dieses Lebenszeugnis seines Mitbruders im Orden der Spiritaner und im Bischofsamt mag Robert Sarah, der mit Anfang dreißig zum jüngsten Bischof der Weltkirche ernannt wurde, in seiner eigenen Amtsauffassung bestärkt haben.

„Die Märtyrer sind nicht nur die leibliche Gegenwart Jesu in einer Welt, die dem Evangelium feindlich und verschlossen gegenüber steht, sondern sie sind auch die radikalste Antwort des Menschen auf die Liebe Gottes“, sagt Sarah im Gespräch mit Nicolas Diat unter dem Titel „Gott oder nichts“. In einem Drittel der 198 Länder, in denen das Pew Research Center Erhebungen durchgeführt habe, seien schwere Christenverfolgungen zu beklagen, stellt Sarah, der zuvor Sonderbotschafter für den Nahen Osten war, fest. Die „schuldhafte Gleichgültigkeit“ der Welt gegenüber den Schicksalen hinter den Statistiken prangert er an.

Das Interview lag zunächst in französischer Sprache vor und ist in diesen Tagen frisch auf Deutsch herausgekommen (Fe-Medienverlag), nach der Übersetzung von Katrin Krips-Schmidt und Claudia Reimüller. In dem autobiographisch angeordneten Band schreibt denn auch Erzbischof Georg Gänswein in seinem Vorwort von der Radikalität des Evangeliums, ein Stichwort, das sich wie ein Leitfaden durch Sarahs Leben zieht und ihn feststellen lässt: „Während Christen für ihren Glauben und ihr treues Festhalten an Jesus sterben, versuchen im Westen Männer der Kirche die Anforderungen des Evangeliums auf ein Minimum zu reduzieren.“

Ein weiteres großes Thema Sarahs – neben der Religionsfreiheit – betrifft die Erhaltung der Ehe und Familie als von Gott gewollte Institutionen. Als „besonders stark“ nennt er die Worte von Papst Franziskus: „Es gibt ideologische Kolonisierungen, die versuchen, die Familie zu zerstören.“ Bei der Buchpräsentation am Dienstag in Regensburg mit anschließendem Diner auf Schloss Sankt Emmeram stellte Prälat Wilhelm Imkamp, der Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild, in seiner Einführung fest: „Das Handeln totalitärer Regime richtet sich immer zuerst gegen die Familie.“ Er zeichnete an dem Abend ein erstes Bild von Kardinal Sarah als einer, der sich weder von den an seinem Vorgänger verübten Verbrechen einschüchtern, noch sich durch Schmeicheleien auf die falsche Seite ziehen lasse: „Sarah bekam vom Staatspräsidenten den höchsten Orden seines Landes verliehen und nutzte die Gelegenheit, um seiner Regierung die Meinung zu sagen.“

In seinen anschließenden Gedanken zum Buch dankte Kardinalpräfekt Gerhard Ludwig Müller Sarah für sein Glaubenszeugnis. Die Verantwortung, die Kardinal Sarah von Papst Franziskus übertragen worden sei, könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. „Der geistige Horizont eines Kardinalpräfekten der Kongregation für den Gottesdienst muss die philosophischen, fundamentaltheologischen, dogmatischen, kulturellen und politischen Voraussetzungen und Bedingungen des Christseins in der Moderne und Postmoderne geistig durchdrungen haben.“ Nicht allein ausgezeichnete geistliche Vorbilder, sondern auch die Auseinandersetzung mit den Irrtümern der Zeit prägten Müller zufolge Sarahs christliche Identität.

Dazu zählt er die extreme Verletzung der Religionsfreiheit durch die Maxime „Religion ist Privatsache“. „Denn ebenso wie Agnostiker haben auch Menschen mit der Überzeugung, dass Gott die Liebe ist, das natürliche Menschenrecht, sich gerade auch im Bekenntnis ihrer Lehre und ihrer Lebensführung im öffentlichen Leben für das Gemeinwohl einzusetzen“, betonte der Kardinal. Der moderne demokratische Staat müsse naturrechtlich, aber eben nicht weltanschaulich säkularistisch-agnostisch begründet sein. Christliche Mission sei aber von Proselytismus klar abzugrenzen. „Proselytismus instrumentalisiert andere für die Bestätigung des Selbst. Mission bezeugt den Brüdern die Liebe Gottes jedem einzelnen Menschen.“

Zu diesem Zeugnis möchte Kardinal Sarah die Gläubigen (an)leiten. „Für einen Christen muss der Glaube die Form, die Gussform für sein gesamtes privates und öffentliches, persönliches und soziales Leben werden“, ist er überzeugt. Die Kirche baue auf der Grundlage der Familien auf, „die sakramental vereint seien und die große Bedeutung des Geheimnisses bezeugten, das Christi Geschenk sei. Um die Verbreitung dieser Worte in Afrika zu fördern, lud Fürstin Gloria von Thurn und Taxis neben Freunden Vertreter aus Kirche und katholischer Publizistik, darunter Schriftsteller Martin Mosebach, den äthiopische Prinzen Asfa Wossen-Asserate sowie Papstbruder Domkapellmeister Georg Ratzinger, zu einem unvergesslichen Abendessen ein, denn nicht nur das Kreuz, sondern auch die Festlichkeit gehört schließlich zum christlichen Leben.

[Spendenkonto: Bischöfliche Administration
IBAN DE99 7509 0300 1801 1002 03; GENODEF1M05.
https://de.zenit.org/articles/dank-an-ka...-lebenszeugnis/
Referenz: „Gott oder nichts“]



von esther10 23.02.2016 00:10

Ein Abschlachten unter den Augen der Welt
Interview zum Irak mit Friedensbotschafter Simon Jacob

22. FEBRUAR 2016MICHAELA KOLLERKRIEG UND TERRORISMUS
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Sherfedin / © Simon Jacob/ZOCD


Der syrisch-orthodoxe Erzbischof Nicodemus Daoud Matti Sharaf befürchtet, dass in zwei Jahren die letzten Christen seine irakische Heimat verlassen haben

werden. Das sagte er in einem Interview mit dem Journalisten und Friedensbotschafter Simon Jacob. Um „Brücken des offenen Dialogs“ zu bauen, war Jacob vor drei Jahren als Gründungsvorsitzender des Zentralrats Orientalischer Christen in Deutschland (ZOCD) angetreten. Er ist im Alter von zwei Jahren als syrisch-orthodoxer Christ aus dem Tur Abdin, dem Berg der Gottesknechte, in Südostanatolien, nach Deutschland gekommen. Im Juli vorigen Jahres trat er von seinem Amt zurück und seit September ist er – mit Unterbrechungen – als Friedensbotschafter im Nahen Osten unterwegs, um den Menschen der Region zuzuhören (http://peacemaker-tour.com). Michaela Koller befragte ihn nach seinen Eindrücken aus dem Irak.

***

Sie haben den Irak bereist. Wo waren Sie dort? Was haben Sie davon zu berichten?

Jacob: Ich habe den Norden bereist. Mein Ausgangspunkt war Erbil, dann ging es weiter nach Dohuk, Zaxo und Sherfedin. Dann reiste ich zur Frontlinie nach Kirkuk, wo ich Kommandeure der Peschmerga und Politiker traf. Eine meiner tiefgründigsten Erfahrungen war der Einblick in die Situation im ehemaligen IS-Gebiet in der Shingal-Region und in der Ninive-Ebene, von wo mehrere Hunderttausend Jesiden und mehr als 100.000 Christen durch den IS vertrieben wurden. Ich begab mich auch nach Sindschar, in die völlig zerstörte Stadt der Jesiden. Leichen lagen dort noch herum und kein Zivilist wagte sich dorthin. Ich war auch in der zweitheiligsten Stadt der Jesiden, wo ich jesidische Kämpfer traf, die diese Stätte erfolgreich gegen den IS verteidigt hatten.

Zwischen Sherfedin und Sindschar besuchte ich mehrere Massengräber, wo Frauen und Kinder verscharrt waren. Ich sah in der Gegend regelrechte Schlachthäuser, wo Frauen, Jesidinnen, Christinnen und Schiitinnen als Sklavinnen verkauft wurden. Sogar Bürger aus arabischen Staaten wie Saudi-Arabien kauften sie. In diesen Häusern wurden Männer, Frauen und Kinder hingerichtet. Meiner Meinung nach war es für Kinder besonders brutal: Sie wurden einfach mit dem Gewehrkolben erschlagen, weil sie nach der Doktrin des IS keine Kugel wert sind. Wir konnten das feststellen, weil in den Feldern viele zertrümmerte Schädel lagen. Die Männer wurden hauptsächlich enthauptet, wobei ihr Kopf zwischen zwei Gitterstäbe gehängt wurde.

Kann es überhaupt noch Vertrauen zwischen den einzelnen Glaubensgemeinschaften geben?

Jacob: Ich glaube nicht, dass auf absehbare Zeit Jesiden und sunnitische Araber wieder zusammenleben können. Ich glaube eher, dass Frieden nur dadurch geschaffen werden kann, dass man die unterschiedlichen Ethnien und religiösen Gemeinschaften sich eigenständig voneinander entwickeln lässt. Die Jesiden vertrauen weder der Regierung in Bagdad noch überhaupt keinem Sunniten nach all dem, was passiert ist. Allein der Clankodex ruft nach Rache. Es kann kaum Frieden einkehren, weil es die eigenen Nachbarn waren, die sie dem IS ausgeliefert haben. Auch Christen würden sich sehr schwer tun, wieder nach Mosul zurückzukehren. Alle haben diese indigenen Minderheiten allein gelassen. Was danach kam, war ein Abschlachten unter den Augen der Welt.

Gibt es noch Hoffnung für den Irak? Oder ist der Staat gescheitert?

Jacob: Ja, das war schon seit Jahren absehbar. Ich habe seit 2010/2011 persönlich über die Entwicklung des Extremismus berichtet. Auch die westlichen Politiker wussten seither schon, was passieren konnte und schließlich geschehen ist. Sie haben aber nicht gehandelt.

Was denken Sie, sollte jetzt geschehen? Ist eine Trennung entlang religiöser Grenzen notwendig?

Jacob: Die Menschen haben jegliches Vertrauen verloren und glauben nur noch an sich selbst. Entweder lassen wir zu, dass ein massiver Exodus stattfindet. Dann wäre es das Ende des Christentums dort. Oder wir denken darüber nach, was den Wert des Christentums im Nahen Osten ausmacht, vor allem als Bindeglied zwischen den Kulturen und Religionen und versuchen, das christliche Leben dort zu bewahren, indem wir dort Sicherheit gewährleisten. Wenn wir ihnen nicht die Möglichkeit geben, sich selbst zu schützen, dann laufen wir Gefahr, dass es der letzte Genozid, die letzte Vertreibung der Christen und Jesiden war. Danach gibt es keine religiöse Vielfalt mehr in der Gegend.

Wie kann die Zukunft der Christen aussehen?

Jacob: Die Welt debattiert seit Jahren über eine Möglichkeit, die Menschen dort zu schützen, entweder in Form einer Pufferzone, von Kantonen in Syrien, wo es keine zusammenhängenden Siedlungsgebiete der Christen und Jesiden gibt, oder einer Schutzzone im Kernland der assyrischen und chaldäischen Christen sowie der Jesiden in der Ninive-Ebene. Wir müssen unter internationaler Aufsicht den Menschen dort die Möglichkeit geben, dass auf der Basis der Verfassung ihre Menschenrechte eingehalten werden und sie sich innerhalb ihrer eigenen Grenzen verteidigen können, indem man sie als Ethnien anerkennt. Die Christen im Nahen Osten können künftig eine Brücke zwischen den Kulturen bauen.

Abgesehen von der Sicherheitsgarantie müssen wir auch das Thema der Gleichheit der Würde aller Menschen offen bei den Führungen der Länder ansprechen, die die Scharia exportieren. Eine Befriedung ist auch im Interesse Europas angesichts der Flüchtlingskrise: Die Konflikte werden nicht einfach an der türkisch-griechisch Grenze zurückgelassen.
https://de.zenit.org/articles/ein-abschl...d30ab9-40961937
Herr Jacob, wir danken Ihnen recht herzlich für dieses Gespräch.

von esther10 23.02.2016 00:09




Synode Abschlussbericht "irreführend" fehlt "Klarheit" auf Unauflöslichkeit der Ehe: Kardinal Burke

Katholisch , Kommunion Für Wiederverheiratete , Raymond Burke , Synode Über Die Familie

ROM, 26. Oktober 2015 ( Lifesitenews ) - Kardinal Raymond Burke ernste Bedenken hinsichtlich der Synode hebt auf den Abschlussbericht der Familie, es ist irreführend und nicht eindeutig genug auf eine entscheidende Lehre der Kirche zu sagen.

In Kommentaren zu den Edward Pentin National Catholic Register, Burke hat Problem mit dem Abschnitt mit dem Titel "Unterscheidungsvermögen und Integration" -paragraphs 84-86 -, die mit getauften Katholiken befasst, die zivilrechtlich geschieden und wieder verheiratet.

Der Abschnitt, sagt er, ist "von unmittelbarem Interesse, wegen der Mangel an Klarheit in einer grundlegenden Frage des Glaubens. Die Unauflöslichkeit der Ehe, die beide Vernunft und Glauben alle Menschen lehren"

Die Synode der Abschlussbericht, der keinen lehramtlich ins Gewicht fällt und nicht Lehre oder vorherigen Disziplin für die in Bezug auf Kommunion verändern zivilrechtlich geschieden und wieder verheiratet, fordert zivilrechtlich geschieden und wiederverheiratet Katholiken zu sein "stärker in christlichen Gemeinden in den verschiedenen Wegen möglich."

"Die Logik der Integration ist der Schlüssel zu ihrer pastoralen Begleitung, damit sie wissen jetzt nur, dass sie dem Leib Christi gehören, die die Kirche ist, sondern dass sie eine freudige und fruchtbare Erfahrung davon haben", eine englische Übersetzung von der Bericht, fügte hinzu, dass Pastoren "erkennen", jeden Fall von nicht-sakramentalen Gewerkschaften müssen.

Burke sagte Pentin, dass "Integration" ist ein "weltlichen Begriff, der theologisch nicht eindeutig ist."

"Ich sehe nicht, wie es sein kann," der Schlüssel der pastoralen Begleitung von denen in unregelmäßigen Ehe Gewerkschaften. " Die Interpretationsschlüssel ihrer Seelsorge muss die Gemeinschaft auf die Wahrheit der Ehe in Christus gegründet sein, die geehrt und geübt werden muss, auch wenn eine der Parteien der Ehe durch die Sünde der anderen Partei aufgegeben. "

"Die Gnade des Sakramentes der heiligen Ehe stärkt das verlassene Ehepartner treu den Ehebund zu leben, weiterhin die Rettung der Partner zu suchen, die den Ehebund aufgegeben hat."

"Ich kenne, seit meiner Kindheit - und auch weiterhin gerecht zu werden - gläubige Katholiken, deren Ehen haben, in irgendeiner Weise gebrochen worden, aber wer in der Gnade des Sakramentes zu glauben, weiterhin in Treue zu ihrer Ehe zu leben. Sie schauen auf die Kirche für die Begleitung, die sie in ihrem Leben an die Wahrheit Christi treu zu bleiben hilft ", sagte er.

Wenn der Bericht auf Zitat Absatz 84 von Paul II, St. John geht der Synode Familiaris consortio über die Verpflichtung eines Pastor "sorgfältigen Unterscheidung von Situationen" zu üben, wenn es um unregelmäßige Gewerkschaften kommt, genannt Burke die Verwendung des Zitats "irreführend".

"Während in Nr. 84, Papst Johannes Paul II, die verschiedenen Situationen derer anerkennt, die in einem unregelmäßigen Union leben und fordert Pfarrer und die ganze Gemeinde, sie als wahre Brüder und Schwestern in Christus durch die Taufe zu helfen, schließt er: "Aber die Kirche ihre Praxis bekräftigt, die auf die Heilige Schrift basiert, der nicht zur eucharistischen Kommunion zuzulassen Personen geschieden, die wieder geheiratet haben. "

"Er erinnert sich dann der Grund für die Praxis:." Die Tatsache, dass ihr Zustand und dem Zustand des Lebens objektiv, dass die Einheit der Liebe zwischen Christus widersprechen und der Kirche, die bezeichnet wird und von der Eucharistie bewirkt ' Er stellt außerdem fest, zu Recht, dass eine andere Praxis, die Gläubigen führen würde " 'in die Irre und Verwirrung in Bezug auf die Lehre der Kirche über die Unauflöslichkeit der Ehe", sagte er.

Liberal deutsche Kardinal Christoph Schönborn hat das Wort "Unterscheidungsvermögen" Schlüssel zum Verständnis des gesamten Abschlussbericht Passage Umgang mit irregulären ehelichen Situationen geben, Gewicht zu Spekulationen genannt, dass der Begriff wird zivil wiederverheirateten Geschiedenen zugeben verwendet werden, zur Kommunion.

Aber Kardinal Francis Arinze aus Nigeria gesagt Lifesitenews letzte Woche , dass die Menschen in objektiv sündhaften Situationen nicht die Kommunion empfangen.

"Es gibt so etwas wie eine objektive Übel und Ziel gut. Christus sagte er, die [scheidet seine Frau] und eine andere heiratet, Christus ein Wort für diese Aktion hat, 'Ehebruch. " Das ist nicht mein Wort. Es ist das Wort Christi selbst, der demütig und sanftmütig von Herzen ist, die ewige Wahrheit ist. So weiß er, was er sagt. "

"Das ist der Fall, wenn St. Paul sagte:" lassen Sie die Person prüfen sich selbst; wer unwürdig empfängt empfängt Urteil gegen sich selbst. " Das ist sehr schwer ", sagte er.
https://www.lifesitenews.com/news/synods...ity-of-marriage



von esther10 23.02.2016 00:06

Irondale, Ala., 22. Februar 2016 / 06.00 Uhr ( CNA / EWTN Nachrichten ) .- Die Nonnen des Klosters der Mutter Angelica sich bedankt haben diejenigen, die für die EWTN Gründer gebetet haben und fortgesetzte Gebete für die 92-jährige gefragt Nonne.


"Mutter Zustand bleibt zart und erhält sie aufopfernden Pflege Tag und Nacht von ihren Schwestern und Pfleger," die Schwestern Unserer Lieben Frau von den Engeln Kloster sagte in einem Update 22. Februar


"Obwohl sie meistens schläft, von Zeit zu Zeit Mutter wird ein strahlendes Lächeln geben. Es besteht kein Zweifel, dass ihr Herz sein "auf die Dinge oben '", die Nonnen gesagt, verweist Paulus' Brief an die Kolosser.

Mutter Angelica gegründet EWTN in 1981. Die Organisation würde EWTN Globale katholischen Netzwerk geworden. Sie leitete die Organisation bis zum Jahr 2000 und wurde zu einem der einflussreichsten katholischen Frauen in den USA

Sie erlitt einen Schlaganfall in 2001. Sie an unserer Dame der Engel Kloster in Hanceville, Alabama weiterlebt. Es wurde berichtet, im November letzten Jahres, dass Mutter Angelica auf eine Magensonde gelegt wurde.

"Wir wollen eine ganz besondere und innige zu verlängern danke jedem von euch, die für Mutter Angelica gebetet haben", sagte die Nonnen. "Mutter selbst wird regelmäßig von den Sakramenten angereichert. Bitte fahren sie im Gebet zu halten. Jeder Tag ist ein Geschenk!"

Mother Angelica konnte durch eine der besonderen Heiligen Pforten für die katholische Kirche des Jahres der Barmherzigkeit bezeichnet zu übergeben.


Franziskus vor kurzem schickte Grüße an Mutter Angelica Februar 12 im Flugzeug nach Kuba.

"Gott segne dich, Mutter Angelica!", Sagte der Papst in einem Video von Journalisten auf seiner Flucht ergriffen.

Kurz vor dem Ende des Jahres 2015, alle Brüder des Franziskaner-Missionare des ewigen Wortes kam zu dem Kloster für das Angebot eines speziellen Messe für Mutter Angelica.

EWTN Globale katholischen Network, das Katholische Nachrichten-Agentur umfasst, ist das größte religiöse Mediennetzwerk der Welt
http://www.catholicnewsagency.com/news/m...-prayers-29968/
http://www.catholicnewsagency.com/



von esther10 23.02.2016 00:02

„Oh, ich bin sehr katholisch! Aber was tust du?“
Frühmesse von Papst Franziskus in der Domus Sanctae Marthae über den Unterschied zwischen Reden und Handeln

23. FEBRUAR 2016


© PHOTO.VA - OSSERVATORE ROMANO

„Zwischen Reden und Tun liegt das Meer“, und auch die ganze Bandbreite des christlichen Glaubens. Mit diesem Sprichwort nahm Papst Franziskus, nach der Unterbrechung für seine Mexikoreise, die morgendlichen Predigten in Santa Marta wieder auf, wobei er versuchte, die zahlreichen Masken zu entfernen, die oft das Antlitz Gottes verbergen, das sich in jedem Christen widerspiegeln sollte.

Gott sei „pragmatisch“, erklärte der Papst; viele Christen seien es hingegen nicht und seien somit auch gar keine richtigen Christen, sondern „Möchtegernchristen“, die eine aus Falschheit und Eitelkeit bestehende „Religion des Redens“ praktizierten. In seinem Kommentar zur Tagesliturgie erläuterte der Heilige Vater den Text des Propheten Jesaja und verband ihn mit dem Passus aus dem Matthäusevangelium, um noch einmal die „biblische Dialektik zwischen Reden und Tun“ zu verdeutlichen.

Dabei bezog er sich insbesondere auf die Worte Jesu, der seine Jünger und die ihm folgende Menge auffordert, die Lehren der Schriftgelehrten und Pharisäer zu befolgen, nicht aber ihre scheinheilige Lebensweise nachzuahmen. „Der Herr lehrt uns den Weg, den wir zu gehen haben“, bemerkte Bergoglio. Und er fragte: „Wie oft finden wir solche Menschen auch in der Kirche? Jene, die sagen: ‚Ich bin ja so katholisch!‘, und die dann ganz anders handeln?“

Oder zum Beispiel jene Eltern, „die sich sehr katholisch nennen, aber nie Zeit haben, um mit ihren Kindern zu sprechen, zu spielen oder ihren Kindern auch nur zuzuhören.“ Womöglich sind es dieselben Menschen, „die ihre Eltern im Seniorenheim haben und nie Zeit finden, um sie zu besuchen, immer zu beschäftigt sind und sie schließlich ganz allein lassen. Aber gleichzeitig brüsten sie sich: ‚Ich bin sehr katholisch! Ich bin Mitglied in dem und dem Verein…‘.“

„Seht“, sagte der Papst, „das ist die Religion des Redens: Ich rede viel von meinem Glauben, führe aber ein sehr verweltlichtes Leben.“ Ein solcher Glaube sei im Wesentlichen nur „Getue“, denn er äußere sich nur in Worten und nicht im Handeln. Handeln aber müsse man, erklärte Franziskus, wie Jesaja es sagt: „Lasst vom Bösen ab und lernt, Gutes zu tun… Eilt dem Unterdrückten zu Hilfe, verhelft dem Waisen zu seinem Recht, verteidigt die Witwen.“

All diese Taten zeigten die Barmherzigkeit des Herrn, der „denen entgegengeht, die den Mut haben, mit ihm zu diskutieren; aber ehrlich zu diskutieren, über das was ich tue oder nicht tue, um mich zu bessern.“ Eben in dieser „Dialektik von Reden und Tun“, betonte der Heilige Vater, „liegt die große Liebe des Herrn.“

Christ sein bedeute nämlich, zu tun: „Den Willen Gottes tun“, zum Beispiel. „Am letzten Tag – der für uns alle kommen wird, vergessen wir das nicht! – was wird der Herr uns da fragen? Wird er fragen: ‚Was habt ihr über mich geredet?‘ Nein! Er wird uns fragen, was wir getan haben“, mahnte der Papst.

Und wieder bezog er sich auf das Matthäusevangelium, wo es über den Tag des Gerichts heißt, dass Gott dann Rechenschaft von uns verlangen wird über das, was wir für die Hungernden, Durstenden, Gefangenen, Fremden getan haben. „Das ist christliches Leben“, bekräftigte der Heilige Vater. „Wenn wir aber nur reden, führt uns das zur Eitelkeit und wir tun dann nur so, als ob wir Christen wären. Nein, so ist man kein Christ!“

Daher der Wunsch des Papstes, dass „der Herr uns diese Weisheit geben möge, richtig zu verstehen, wo die Grenze zwischen Reden und Tun liegt und uns den Weg des Tuns lehre, damit wir auf ihm gehen, denn der Weg des Redens führt uns nur dorthin, wo diese Schriftgelehrten und Kleriker waren, denen es gefiel, sich zu kleiden und aufzuführen, als ob sie Könige wären; nicht wahr?“
https://de.zenit.org/articles/oh-ich-bin...er-was-tust-du/
Und er endete: „Das ist nicht der Weg des Evangeliums! Möge der Herr uns den richtigen Weg lehren.“



von esther10 22.02.2016 00:59

„Über die Tugenden”


Eine Rezension von Moritz Scholtysik.

Erstellt von kathnews-Redaktion am 2. Januar 2016 um 13:01 Uhr
Josef Pieper - Über die Tugenden

Tugend und Terror gehören zusammen. Sie stehen in einer notwendigen wechselseitigen Beziehung. So zumindest die Ansicht des berüchtigten französischen Revolutionärs und Jakobiners Maximilien de Robespierre. Die meisten Menschen, nicht nur unter den Katholiken, werden dieser Meinung wohl kaum zustimmen. Aber wenn es darum geht, den Begriff der Tugend zu definieren und einen geeigneten Kanon des Tugendhaften aufzustellen, scheitern sehr viele. Als Ausflucht dient dann das meist inhaltslose Geschwätz von nicht näher definierten „Werten“. Um also weder den Tugendbegriff zu missbrauchen, wie Robespierre es tat, noch ihn durch hohle Phrasen zu ersetzen, ist es notwendig, sich eine konkrete Vorstellung davon zu machen, was Tugenden und ein nach ihnen ausgerichtetes, sprich tugendhaftes Leben auszeichnet.

Wenn wir als Katholiken unseren Glauben ernst nehmen, dürfen wir „nicht ein Strichlein oder ein Häkchen“ (Mt 5,18) der katholischen Lehre streichen, sondern müssen uns vielmehr um deren Umsetzung in der jeweiligen Zeit bemühen. Unter den heutigen gesellschaftlichen Umständen führt dies definitiv zu großen Konflikten. Als Katholik ist es daher absolut notwendig, nicht nur die gegenwärtigen Umstände zu kritisieren, sondern darüber hinaus ein Vorbild zu sein. Dies geschieht in erster Linie durch einen gottgefälligen und damit tugendhaften Lebenswandel.

Der Philosoph und Katholik Josef Pieper (1904–1997) befasste sich mit eben diesem tugendhaften Leben ausführlich in mehreren kleineren Schriften, die nach seinem Tod zu jenem Band zusammengefasst wurden, anhand dessen im Folgenden eine kurze und einfache Einführung in die Tugendlehre gegeben werden soll. Pieper studiere Philosophie, Rechtswissenschaften und Soziologie in Berlin und Münster und lehrte ab 1946 unter anderem in Münster philosophische Anthropologie. Er hinterließ eine Vielzahl an Publikationen, in denen er sich mit verschiedenen grundlegenden Fragen der Philosophie auseinandersetzte und die in 15 Sprachen übersetzt wurden.

Dreh- und Angelpunkte des Lebens

Piepers Publikation „Über die Tugenden“ beschäftigt sich mit den vier Kardinaltugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maß. Über die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe schrieb er ebenfalls. Letztere haben Gott zum unmittelbaren Zentrum und können vom Menschen nicht selbstständig erworben werden. Stattdessen empfängt man sie durch einen Gnadenakt Gottes. Die Kardinaltugenden, oft auch sittliche Tugenden genannt, hingegen beziehen sich auf Mittel, die zu Gott führen, beziehungsweise auf den rechten Gebrauch der irdischen Dinge. Alle weiteren Tugenden, die uns im Alltag oft begegnen, wie beispielsweise bürgerliche, preußische, soldatische oder ritterliche, können jeweils einer dieser vier Kardinaltugenden untergeordnet werden. Der Begriff „kardinal“ leitet sich aus dem lateinischen Wort „cardo“ ab, das „Türangel“ oder „Wendepunkt“ bezeichnet. Die Kardinaltugenden können somit als „Dreh- und Angelpunkte“ der Identität bezeichnet werden.

Diese vier Tugenden sind nicht spezifisch christlich, sondern waren bereits vielen antiken Philosophen und Dichtern bekannt, beispielsweise Platon oder Cicero. Sie sind naturimmanent beziehungsweise naturrechtlichen Ursprungs. Josef Pieper greift an mehreren Stellen in seinen Schriften auf antike Denker zurück, orientiert sich meist jedoch an Thomas von Aquin. Die ein oder andere neuzeitliche Stimme, die er einfließen lässt, komplettiert einen umfassenden Blick auf das klassische abendländische Denken im Bereich der Tugendethik.

Die Reihenfolge, in der die vier Tugenden im Titel genannt und im Buch behandelt werden, gibt deren Hierarchie wider: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maß. Die ersten beiden Tugenden beziehen sich auf Verstand und Willen, die geistigen Grundkräfte des Menschen. Die anderen beiden auf Zornes- und Begehrungsvermögen, die sinnlichen Grundkräfte.

Die Übung dieser Tugenden trägt zur Harmonie im Menschen bei. Pieper betont mehrnals, dass es hierbei nicht um eine Entwertung des Natürlichen oder Sinnlichen geht. Im Gegenteil, ein tugendhaftes Leben führt zur Vervollkommnung der menschlichen Natur, somit auch des Trieb- und Instinkthaften. Pieper bezeichnet die Tugend als „[…] das Äußerste dessen, was ein Mensch sein kann; sie ist die Erfüllung menschlichen Seinkönnens – im natürlichen und im übernatürlichen Bereich.“ (1)

Die Klugheit

Die Klugheit (2) ist die erste unter den Tugenden, da sie den anderen drei Kardinaltugenden zugrunde liegt. Ohne im Besitz der Klugheit lassen sich die anderen nicht verwirklichen. Im Gegensatz zur Auffassung vieler hat Klugheit nichts mit Bauernschläue oder Cleverness zu tun. Vielmehr zeigt sie sich in einer sachlichen, vernunftgemäßen Betrachtung und Erkenntnis der Wirklichkeit. Das wiederum dient als Maßstab für unser Handeln, denn alle Pflicht sollte im unmittelbaren Kontext verstanden werden. Dreht man dieses Verhältnis um, wird Denken und Handeln ideologisch. Somit ist auch die Natur die Grundlage der Moral, ebenso wie man in der katholischen Lehre davon ausgeht, dass die göttliche Gnade auf der Natur aufbaut.

Die Gerechtigkeit

Möchte man also gut sein, setzt dies die Klugheit voraus. In der Tugend der Gerechtigkeit jedoch wird dieses „Gutsein“ am stärksten verwirklicht. Thomas von Aquin definiert die zweite Kardinaltugend so: „Gerechtigkeit ist die Haltung, kraft deren einer standhaften und beständigen Willens einem Jeden sein Recht zuerkennt.“ (3)

Diese Auffassung von Gerechtigkeit folgt dem Grundsatz „suum cuique“ – „Jedem das Seine“ und nicht dem weit verbreiteten, egalitären Gedanken des „Jedem das Gleiche“. Es wird unterschieden zwischen der allgemeinen Gerechtigkeit, aus der das Gemeinwohl folgt und der wechselseitigen Gerechtigkeit, was einem richtigen Verhältnis von Leistung und Gegenleistung entspricht. Durch die Übung der Tugend der Gerechtigkeit darf allerdings keine kalte Berechnung entstehen. Thomas von Aquin meint dazu: „Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit ist Grausamkeit, Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit ist die Mutter der Auflösung.“ (4) Auch an dieser Aussage zeigt sich abermals der ganzheitliche Blick der katholischen Lehre im Allgemeinen und der Tugendlehre im Besonderen.

Die Tapferkeit

Wie die Tugend des Maßes bezieht sich die Tugend der Tapferkeit nicht direkt auf das Gute, sondern schützt vielmehr dieses und dessen Verwirklichung. Der Tapfere, der im Martyrium seine Vollendung findet, ist also bereit, sich schützend vor das Gute zu stellen und dafür zu leiden. Jedoch beschreibt Tapferkeit nicht die Lust am Leid, sie ist gewiss kein Masochismus. Auch verachtet der Tapfere das Leben nicht. Ohne die Liebe zum guten Leben gäbe es keinen Grund für Tapferkeit. Auch Angst und Verwundbarkeit sind Voraussetzungen für die Tapferkeit, denn tapfer wird man durch die Überwindung der Angst und die Bereitschaft, Verwundungen hinzunehmen. Das Standhalten ist einer der häufigsten Fälle der Tapferkeit. Damit ist nicht gemeint, untätig abzuwarten, sondern auch in Zeiten der Not beharrlich am Guten festzuhalten. Daraus erwächst die Kraft für das Leiden. Der gerechte Zorn (5) ist ebenfalls ein Bestandteil der Tapferkeit. Diesem entspricht es, wie Thomas von Aquin sagt, „[…] das Übel anzuspringen […]“ (6). Hierbei ist es natürlich notwendig, die Umstände richtig einzuschätzen, wofür abermals die Tugend der Klugheit benötigt wird.

Das Maß

Die Tugend des Maßes, von Pieper oft auch „Mäßigung“ genannt, ist womöglich diejenige unter den Kardinaltugenden, die in der Moderne am meisten Kontroversen hervorruft. Besonders hier gelingt es Pieper, mit vielen Vorurteilen aufzuräumen. Er geht dabei nach dem thomistischen Prinzip vor, wonach alle sinnlichen Neigungen an sich gut sind und eine sinnliche Empfindungslosigkeit abzulehnen sei. Sind diese Neigungen jedoch ungeordnet, werden sie zum Laster (beispielsweise Unzucht) und führen zur Selbstzerstörung, was wiederum den Verlust des Realitätssinnes bedeutet. Die Mäßigung entspricht also einer „selbstlosen Selbstbewahrung“ und führt zu einer größeren Freude an sinnlicher Schönheit.

Neue Sichtweisen

Josef Pieper vermag es an etlichen Stellen in seinen Schriften zur Tugendlehre, die Leserschaft zu überraschen. Selbst der katholische Leser, der sich womöglich einbildete, über die Tugenden alles zu wissen, wird hier mit Sichtweisen konfrontiert, die zwar voll und ganz dem christlichen und abendländischen Denken entsprechen, in der Gegenwart allerdings keinen Platz mehr finden. Schließlich ist selbst der Blickwinkel vieler traditionell gesinnter Menschen, die sich um ein Leben im Einklang mit der Natur bemühen, ist angesichts der zahlreichen Bedrängnisse durch eine Moderne, die ihre Bestätigung darin findet, sich ständig neu erfinden zu wollen, weit verschoben. Mittels einer anspruchsvollen, aber sehr klaren Sprache verschafft Josef Pieper dem Leser die wertvolle Möglichkeit, konkret über das eigene Handeln nachzudenken und zu entdecken, wie es gelingen kann, sich um ein tugendhaftes Leben zu bemühen. Ausführlich wird eine Vielzahl von Aspekten der Tugendübung behandelt, was dazu einlädt, dieses Buch im Leben mehrmals zu lesen. Um diese inhaltliche Dichte zu verarbeiten und sich an den Stil Piepers zu gewöhnen, braucht es etwas Zeit und Geduld. Dies sollte diejenigen, die in ihrem Leben einen „Wendepunkt“ erreichen möchten, nicht von der Lektüre abschrecken. Im Gegenteil, jeder sollte beherzt zugreifen, um einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung zu tun.

(1) Berthold Wald (Hrsg.): Josef Pieper. Religionsphilosophische Schriften, in: Berthold Wald (Hrsg.): Josef Pieper. Werke in acht Bänden (Bd. 7), Hamburg (Felix Meiner) 2000, S.98.

(2) Siehe auch: David Maria Ernst: Kannst du mir sagen, was die Klugheit ist?, in: Der Gerade Weg, 1 (2013), S. 26-33.

(3) Thomas von Aquin, Summa Theologica II-II Quaestio 58, Artikel 1.

(4) Thomas von Aquin, Summa Theologica I, Quaestio 21, Artikel 4c.

(5) Ein Beispiel für den gerechten Zorn wäre die Tempelreinigung Jesu in den vier Evangelien (Mt 21,12ff, Mk 11,15ff, Lk 19,45ff, Joh 2,13-16).

(6) Zit. nach Berthold Wald (Hrsg.): Josef Pieper. Schriften zur Philosophischen Anthropologie und Ethik: Das Menschenbild der Tugendlehre, in: Berthold Wald (Hrsg.): Josef Pieper. Werke in acht Bänden (Bd. 4), Hamburg (Felix Meiner) 2006, S.126.

Josef Pieper
Über die Tugenden. Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Maß.
Kösel 2004
ISB: 3466401720
255 Seiten, gebunden
http://www.kathnews.de/ueber-die-tugenden
Foto: Josef Pieper – Über die Tugenden – Bildquelle: Kösel-Verlag



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